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Elektronenblitzröhre Die Entladungsstrecke einer Elektronenblitzröhre
wird üblicherweise in Sockel eingesetzt, wie sie auch bei Rundfunkröhren usw. bekannt
sind. Diese Sockel sind fast ausschließlich aus einem Kunststoff im Spritzverfahren
hergestellt und haben infolgedessen innen eine leichte Konizität, die dadurch bedingt
ist, daß .das eine Spritzwerkzeug von dem anderen frei abgezogen werden muß. Diese
Konusfortn des Sockels hat sich nun aber als außerordentlich nachteilig bei der
Befestigung der die Entladungsstrecke umgebenden Schutzhülle, die aus Glas oder
Kunstglas besteht, erwiesen. Die Sockel selbst können praktisch im Spritzverfahren
ohne Toleranz gefertigt werden, während die Glas-und Kunstglaskolhen eine nicht
unerhebliche Toieran,z aufweisen.
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Man hat bisher nun die Kolben in ihren Abmessun5men so gewählt, daß
Kolben mit höchster Toleranz noch gerade in den Sockel hineinpassen. Kolben kleinster
Toleranz haben infolgedessen bei den gleichen Sockeln ein Spiel von mehreren Zehntelmillimetern.
Diese Maßangabe bezieht sich auf den Boden .des Sockels. Infolge der Konizität ist
das Spiel an der oberen Öffnung des Sockels noch mehrere Zehntelmillimeter größer.
Den zwischen Sockelin.nenwand und Kolbenaußenwand verbleibenden Zwischenraum hat
man nun durch Kitten ausgefüllt und auf dieseWeise denKolben befestigt. Dieses Einkitten
bedeutet einen zeitraubenden. Arbeitsvorgang und eine bei jeder Toleranz andere.
erforderliche Kittmenge. Wird zu wenig Kitt benutzt, sitzt der Kolben, nicht fest,
was ein: Nachkitten bedingt. Wird zu viel genommen, so quillt der Kitt heraus, und
die Röhre muß nachträglich gesäubert werden. Ein noch wesentlich größerer Nachteil
tritt dadurch auf, daß bei der hohen
Temperaturentwicklung der Elektronenblitzröhre
der Kitt reißt und der Kolben im Gebrauch wieder locker wird. Hierdurch fallen viele
Kolben während Ües Gebrauchs der Röhre heraus und beschädigen die empfindliche Entladungsstrecke.
- ' Gegenstand der Erfindung ist nun eine Befestigungsart zwischen Sockel und Kolben,
die allen Ansprüchen 'gerecht wird und auch bei den vorhandenen Toleranzen eine
eindeutige Verbindung gewährleistet.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß zwischen Kolben
und Sockel eine selbsthemmende Keilverbindung hergestellt wird. Dies bedingt in
erster Linie den Ausgleich der vorhandenen Toleranzen, um jeden Kolben in jedem
Sockel befestigen zu können. Aus diesem Grunde wird ein Zwischenring benutzt, der
im Durchmesser etwas größer ist als der größte Innendurchmesser des Sockels und
der zwecks Erzielung einer Federung geschlitzt ausgebildet ist. Die äußere Mantelfläche
idie@ses Zwischenringes besitzt,die entgegengesetzte Konizität wie die innere Mantelfläche
des Sockels. Wenn dieser Ring unter leichtem Zusämmenbiegen in den Sockel eingesetzt
und sodann langsam bis an den Boden des Sockels nach unten geschoben wird; so verengt
er bei dieser Bewegung durch die Keilfläche, auf der -er gleitet, seinen Durchmesser.
Wird nun vorher in diesen Zwischenring der zylindrische Hals eines Glaskolbens eingesetzt
und beide Teile dann in den Sockel hineingeschoben, so wird das anfangs vorhandene
Spiel durch die Durchmesserverringerung des Zwischenringes überbrückt; und der Ring
logt sich immer fester um,den Hals,des Glaskolbens herum, biss die Pressung so .groß
wird, daß ein weiteres Herabgleiten des Ringes auf der Keilfläche des Sockels nicht
mehr möglich ist und unter einem gewissen Druck der Glaskolben in dem Ring gleitet,
bis sein unterer Rand sich auf .dem Boden dies Sockels aufsetzt: Da die Steigung
der Keilflächen kleiner ist als ,der Reibungswinkel der beiden aufeinander gl,eiten-dien
Teile, ist eine Rückwärtsbewegung des Ringes im Sockel nicht möglich. Der Glaskolben
wird infolgedessen unter starker Pressung .durch den Zwischenring festgehalten.
Wenn nun vor dem Einsetzen ein klein wenig hitzebeständiger Klebstoff, z. B. Nitrdlack,
zwischen die bewegten Flächen gebracht wird, so ist bereits nach wenig Stunden eine
völlig unlösbare Verbindung geschaffen. Die gleiche Verbindung kann auch benutzt
werden, wenn .der Kolben aus Kunstglas besteht. Hier ist jedoch noch eine einfachere
Möglichkeit gegeben, da Kunstglas eine ziemlich hohe Elastizität besitzt. Um einen
solchen Kolben mit dem gleichen Sockel zu verbinden, wird er in seinem Durchmesser
etwas größer gewählt als der größte Durchmesser des Sockels. An seinem unteren Rande
erhält nun der Kunstglaskolben eine Anzahl axialer Einschnitte, .deren Länge gleich
der inneren Höhe des Sockels ist. Die steheobleibenden Lappen des. Kunstglaskolbens
werden nun leicht zusammengedrückt und in den Sockel eingesetzt. Dann wird der Kolben
kräftig in den Sockel eingepreßt. Hierbei verformen sich die Lappen und gleiten
auf der Keilfläche des Sockels nach unten, wobei infolge der Elastizität des Kunstglases
eine starke Pressung erzielt wird. Wenn nun, der Durchmesser des Kolbens und die
Breite der Schlitze richtig gewählt wenden, wird beim Einpressen der untere Durchmesser
des Kolbens so verengt, daß sich die Schlitze schließen und die Pressung auf dem
letzten Spiel des Weges praktisch ins Unendliche steigt, da die Lappen nun nicht
mehr elastisch nachgeben können.. Auch hier ist der Neigungswinkel kleiner als der
Reibungswinkel, so daß eine Rückwärtsbewegung verhindert wird. Selbstverständlich
kann auch hier zusätzlich eine Minimalmenge Klebstoff als Sicherung mit angebracht
werden.
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Inder Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
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Ab#b. r zeigt die Befestigung des Glaskolbens mittels eines Zwischenringes.
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Der Sockel B besitzt eine Mantelfläche C, die innen leichtkonisch
ausgebildet ist. In diesen Sockel wird von oben der Zwischenring D eingeführt, zier
außen entgegengesetzt kebelig ausgebildet und in Achsrichtung mit einem Schlitz
F versehen ist. Nach dem Ansetzen des Ringes. D an die Mantelfläche C wird der Glaskolben
A mit seinem zylindrischen Hals E in den Ring D eingeführt und mit diesem zusammen
in den Sockel unter leichter Pressung eingeschoben, wo er durch die Selbsthemmung
der Keilflächen festgehalten wird.
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Abb. a zeigt die Befestigung des Kolbens aus Kunstglas. Rechts ist
der Kolben A vor dem Einsetzen ,dargestellt. Er besitzt an seinem unteren Ende axiale
EinschnitteD, deren Länge der inneren Höhe des Sockels B entspricht. Vor dem Einsetzen
werden die von den axialen Einschnitten gebildeten Lappen E leicht zusammengedrückt
und dann unter Druck in den Sockel hineingeschoben. Hierbei gleiten die sich elastisch
verformenden Lappen E auf der konischen Innenfläche des Sockels entlang, bis die
Schlitze, wie aus. der linken. Zeichnung ersiehtlieh, sich schließen. Bei dem weiteren
Einpressen erfolgt keine Durchmeesserverringerung des Kolbens mehr, so daß eine
außerordentlich starke Pressung auf -der kegeligen Mantelfläche des Sockels, entsteht
und .der Kolben durch die selbsthemmende Keilwirkung festbehalten wird.
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Selbstverständlich sind für den Fachmann weitere praktische Ausbildungsmöglichkeiten
gegeben. Wesentlich ist nur, daß zwischen. den zu verbin-.denden Teilen, evtl. unter
Hinzufügung von Hilfsgliedern, die Bewegung keilförmiger Flächen mit selbsthemmender
Wirkung ausgenutzt wird.
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Mit gleichem Erfolg kann naturgemäß die Befestigung nach der Erfindung
auch für andere Röhren, bei .denen ein Glaskolben in einem Sockel befestigt werden
soll, benutzt werden.