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Sicherheits-Unterlegscheibe Unter dem Gattungsbegriff Sclhraubensicherungen
sind als DIN-Normen bekanntgeworden: DIN 93, Sicherungsbleche mit Lappen, DIN
127, Federringe, DIN 137, Federscheiben, DIN 432, Sicherungsbleche mit Nase,
DIN q.62, Sicherungsbleche mit Innennase, DIN .I63, Sicherungsbleche mit 2 Lappen.
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Ein weiteres Sicherungselement für Schrauben stellt der Splint dar.
Seine Anwendung in Verbindung mit Scheiben, Stellringen, Sechskant- und Kronenmuttern,
ist in DIN 94 niedergelegt.
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Die Wahl der einen oder anderen Sicherung richtet sich nach dem Sicherheitsgrad,
der verlängt wird, bzw. nach den technischen Voraussetzungen hinsichtlich :der Anbringungsmöglichkeit.
Federringe und Federscheiben an Stelle normaler Unterlegscheiben verbessern wohl
um einiges den Haftsitz ,der angezogenen Mutter und Schraube, stellen aber keine
effektive Sicherung dar. Eine verläßliche Sicherung ist mit dem S@ich,erungsblecli
nach DIN 462 gegeben, aber nur in Verbindung mit Nutmuttern nach DIN 1804 und mit
senkrecht geschlitzten Gewindeschraubenden, zur Aufnahme der Innennase d es Sicherungsbledhes.
Normale Muttern und Sehrauben scheiden für diesen Sicherungsfall aus. Die Sicherungsbleche
nach DIN 93 und 463 setzen an den ;zu versdhraubenden Maschinenteilen eine Anschlagsmöglichkeit
für die Sicherungslappen voraus. Oft aber ist diese Anschlagsmöglichkeit nicht gegeben,
ganz abgesehen davon, daß außer dem Sicherungsblech mit Innennase nach DIN 462,
die übrigen eine von normalen Unterlegscheiben
stark abweichende,
teils unförmige Gestaltung besitzen. Die Folge ist hoher Materialverbrauch in der
Herstellung als auch eine weitgehende Abneigung, diese unförmigen Sicherungselemente
anzuwenden: Im hochwertigen Maschinen-, Motoren- und Apparatebau wird daher in allen
Fällen, wo eine verläßliche Sicherung mit gutem Aussehen gepaart sein soll, die
Sicherung mittels Kronenmutter und Splint bevorzugt. Mangels billigerer Möglichkeiten,
bei gleich ,gutem Effekt und Aussehen, nimmt man in Kauf, :daß Kronenmuttern und
Splinte in der Anschaffung weit teurer sind als normale Sechskantmuttern in Verbindung
mit Sicherungsblechen, wie auch, .daß erst nach dem satten Anziehen der Kronenmutter,
das Splintloch am Werkstück gebohrt werden muß.
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Das Sicherungsblech DIN 432 besitzt gegenüber den Blechen nach DIN
93 und 463 einen gewissen Vorteil insofern, als durch das Vorhandensein der kleinen,
rechtwinklig angebogenen Arretierungsnase, äußere Anschlagsmöglichkeiten am .Maschinenteil
entbehrt werden können; tbieAnbringung des Zapfenloches für die Nase -bereitet-
kaum Schwierigkeiten. Doch auch das Sicherungsblech. nach DIN 432 beansprucht einen
weit größeren Platzbedarf als eine normale Unterlegscheibe; auf die Bleche nach
DIN 93 und 463 trifft dies erst recht zu. Die Tatsache, .daß man im voraus nie wissen
kann, wo nun letzten Endes das Sicherungsblech aufzubiegen und gegen den Schraubenkopf
oder die Mutter anzuschlagen ist, fiifhrt eben zu der bekannten -Überdimensionierung
und teilweisen Unförmigkeit dieser Sicherungsbleche und damit zu der Abneigung,
.diese anzuwenden, soweit sie sich nicht schon konstruktiv bedingt verbieten.
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Gesucht und dringend erwünscht ist eine Sicherung, deren Herstellungskosten
sich keinesfalls höher stellen als die für Sicherungen der bekannten Art, die jedoch
deren Mängel und Nachteile vermeidet, bei gleichzeitig erheblich verbessertem Sicherheitseffekt,
etwa demjenigen von Kronenmutter und Splint entsprechend. .
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In den Abb. r bis 6 der Zeichnung ist eine in diesem Sinne verbesserte
neue Sicherung für Schrauben und Muttern dargestellt.
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Abb. z zeigt ,das Sicherungselement an sich; Abb. 2 bis 6 zeigen Anwendungsbeispiele.
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Die in- Abb. i gezeigte Sicherung besitzt im höchst angenehmen Gegensatz
zu den bekannten S'icherungsblechen mit ihren ungünstigen Formen und Abmessungen
mit 9o °/o den Charakter einer normalen Unterlegsdheibe. Damit ist der entscheidende
Schritt getan und diese neue Sicherung ist deshalb auch nicht als Sicherungsblech,
sondern allein zutreffend als Sicherheits-Unterlegscheibe zu bezeichnen. Die Durchmesser
D und Dl bestimmen sich nach den DIN-Normen für Unterlegscheiben. Auch alle übrigen
Abmessungen steh,--n jeweils in einem bestimmten Verhältnis zu den DIN-Normen für
Scheiben und Muttern. Zum Beispiel: Bedeutet S die Schlüsselweite für S.edhskantmuttern,
so beträgt der Abstand von Mitte Scheibe oder Schraube bis Mitte Slicherungsnase
N oder Mitte Zapfenloch Z, jeweils 1/2 S. Die Ausladung der Sicherungslappen 1 in
-gestrecktem Zustand beträgt = o,6 D: Die G. samtbreite der Sicherungslappen L mit
.der da. zwischenliegenden Sicherungsnase 1V = b entsprich der jeweiligen Sechskantlänge
einer Mutter. Da: Zapfenloch Z im Maschinenteil, zur Aufnahme une Arretierung der
Sicherungsnase N, besitzt jeweils den Durchmesser 1/s Dl, die Breite b1 der Sicherungsnase
N mißt 1/3 D1 bis 'ho Dl.
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Das Besondere der neuen Sicherung besteht noch darin, daß die an sich
bekannten Sicherungsorgane, wie- Lappen und Nase, statt wie bei Sicherungsblechen
räumlich weit getrennt, nunmehr direkt nebeneinandergelegt wurden, so daß ihre Gesamtbreite
nur jeweils der Sechskantlänge einer Mutter entspricht; was eben ermöglichte, ,diesem
neuen Sicherungselement mit 9o °/o den Charakter einer Unterlegsdheibe :zu geben.
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Die Wirkungsweise der Sicherheits-Unterlegscheibe besteht nun in folgendem:
Die in Abb. z dargestellte Sicherheits-Unterlegscheibe mit rechtwinklig angebogener
Sicherungsnase N und den gestreckten Sicherungslappen L stellt die Normalausführung
für Muttern und Schraubenköpfe hei nicht durchgehenden Schrauben dar. Die Abb. 4,
5 und 6 zeigen Anwendungsbeispiele. Die Sicherheits-Unterlegscheibenwerden mit den
SicherungsnasenN in die Zapfenlöcher Z der zu verbindenden Maschinenteil-- eingelegt.
Nach dem Festziehen der Muttern oder Kopfschraube werden die Sicherungslappen L
aufgebogen und gegen die Flanken der Muttern und des Schraubenkopfes angeschlagen,
womit die :gewünschte Sicherung auch schon bewerkstelligt .ist. Abb.4 zeigt die
Sicherung der ,Mutter einer Stiftschraube, Abb.5 die Sicherung eines Schraubenkopfes.
In beiden Fällen handelt es sich um vollkommene effektive Sicherungen. Abh. 6 zeigt
die Sicherung einer durchgehenden Schraube, in diesem Fall muß neben .der Mutter
auch der Se'hraubenkopf gesichert werden, um eine vollkommene effektive Sicherung
zu erreichen. Für diese doppelseitige Sicherung nach Abb. 6 ist vorgesehen, die
untere Sicherheits-Unterlegscheibe für , g den Schraubenkopf schon fabrikationsmäßig
mit entgegengesetzt zur Sicherungsnase N rechtwinklig aufgebogenen Sicherungslappen
L zu liefern. Damit wird bei der Montage erreicht, daß nach dem Einführen .der Schraube
und Sicherheits-Unterlegscheibe in das Bohr- und Zapfenloch des Maschinenteils,
die Schraube selbst beim Anziehen der :Mutter bereits -gegen Verdrehung gesichert
ist, womit das bisherige lästige Gegenhalten mittels Schlüssels am Schraubenkopf
entfällt. Bezeichnen wir die zuletzt beschriebene Sicherheits-Unterlegscheibe als
Sonderausführung für dieKöpfe durchge'henderSchrauben, so bleibt leicht ersichtlich,
daß mit dieser Sonderausführung selbst total versenkte Schrauben köpfe bei .der
Montage gegen Verdrehung spielend leicht geschützt und letzten Endes gesichert -werden
können.
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Schließlich ist aus den Abb. 2 und 3 zu ersehen, daß die neue Sicherheits-Unterlegsdheibe
vorteilhafterweise die Sicherung einer Mutter oder eines
Schraubenkopfes
sowohl flächig anliegend zu einer Sechskantseite (Abb. 2) als auch übereck, d. h.
die Sicherungslappen L an 2 Sechskantflächen anschlagend (Abb. 3), gestattet. Damit
wird erreicht, daß nicht lediglich eine 1/. Umdrehung, sondern in jedem Falle schon
eine l/12 Umdrehung einer Mutter gesichert werden kann. Weiter zeigen die Abb. und
3 eindeutig, daß nach erfolgter Sicherung einer Mutter oder eines Schraubenkopfes,
die neue Sicherheits-Unterlegscheibe räumlich nicht mehr Platz beansprucht als eine
reguläre Unterlegscheibe.
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Damit entfallen alle Mängel und Nachteile, die den Sicherungsblechen
anhaften, bedingt durch behindernde Größenverhältnisse und unzulängliche Gestaltung.
Die neue Sicherheits-Unterlegscheibe stellt einen erheblichen, sowohl wirtschaftlichen
als auch technischen Fortschritt dar. Ihr Sicherheitseffekt .ist der Wirkung von
Splint und Kronenmutter gleichzusetzen, ihre Herstellung bleibt aber erheblich billiger,
selbst gegenüber den Sicherungsblechen mit ihrem weit größeren Materialverbrauch,
bei erheblich verbessertem Sicherungseffekt gegenüber den Letzteren. Beschränkende
konstruktive Voraussetzungen, wie besondere Anschlagsmöglichkeiten und größerer
Platzbedarf für Sicherungsbleche, entfallen. Die Anwendungsmöglichkeit der neuen
Sicherheits-Unterlegscheibe ist geradezu universell, indem sie räumlich nicht mehr
Platz beansprueht als eine gewöhnliche Unterlegscheibe. Letzten Endes und wesentlich
stellt die neue Sicherheits-Unterlegscheibe im Vergleich zu Sicherungsblechen auch
für das Auge eine ganz einwandfreie und ästhetische Lösung .dar.