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Zählerjustier- und -prüfeinrichtung
Die bekannten Zählerprüf- und -iustierefnrichtungen
stellen ein einheitliches zusammengebautes Gebilde Idar, das nur mit größerem Aufwand
in seine Einzelteile zerlegt und umgebaut werden kann. Gewöhnlich besteht eine solche
Einrichtung aus einem schreibtischarbigen Mittelteil, der die Normal- und Vergleichsinstrumente
enthält, zwei Seitenanbauten, in denen die Regelgeräte und Werkzeuge untergebracht
sind, und einem mit dem Ganzen fest verbundenen Rahmen, auf dem die Prüflinge aufgehängt
werden. Eine Ausnahme billden die transportierbaren Einrichtungen. Hier sind die
einzelnen Teile, z. B. Wandler, Normal-und Vergleichsinstrumente in Kästen verpackbar,
die im Betrieb gleichzeitig Aufbauteile der Einrichtung bilden. Das Aufhängegestell
für die Prüflinge ist meist zerlegbar und kann für den Betrieb der Einrichtung mit
den Kästen verschraubt werden. Trotz der Unterteilung in Einzelteile stellt auch
eine solcheEinrichtungein zusammengehöriges Gebilde dar, das nur schwer veränderbar
ist.
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Ein Hauptnachteil solcher Einrichtungen besteht in folgendem: Etwa
zur Reparatur eingehende Prüflinge werden zwecks Prüfung auf dem Gestell einer solchen
Einrichtung aufgehängt. Nach Feststellung der Fehler werden sie abgehängt und auf
einem Wagen zur Werkstatt gefahren und repariert.
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Nach der Reparatur werden sie zurückgefahren, wieder auf das Gestell
der Einrichtung gehängt, geprüft, anschließend auf einen Wagen umgeladen und zum
Lager oder zum Versand gefahren. Die Prüflinge müssen also mehrfach umgehängt werden.
Dies ist zeitraubend und umständlich.
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Die bekannten Einrichtungen zwingen dazu, die Prüflinge nach einem
ein für allemal festgelegten bestimmten Verfahren zu prüfen und zu eichen.
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Eine Umstellung auf ein anderes Verfahren erfordert erhebliche Umbauten.
So sind beispielsweise am Mittelpunkt entwelder Platz und Anschlüsse für Wattmeter
oder für einen Gleichlasteichzähler vorgesehen, und man kann nicht ohne weiteres
die Wattmeter durch einen Gleichlast
zähler ersetzen, wenn man nicht
die Raumverhältnisse und die Anschlüsse entsprechend ändert.
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Die Erfindung vermeidet solche und ähnliche Mängel. Erfindungsgemäß
wird das mehrfache Umhängen der Prüflinge dadurch vermieden, daß das Aufhängegestell
von den übrigen Teilen der Einrichtung mechanisch getrennt und fahrbar ausgeführt
ist und nur durch lösbare elektrische Verbindungen, wie Stecker, Kabel, an die übrigen
Teile der Einrichtung angeschlossen wird.
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Dies bietet den Vorteil, daß die Prüflinge nur einmal aufgehängt
zu werden brauchen, und zwar kann das Aufhängen auch räumlich getrennt von der Prüfeinrichtung
erfolgen. Nach der Herstellung der elektrischen Verbindung tnit der Prüfeinrichtung
werden die Prüflinge geprüft, dann mit dem Gestell nach Lösung der elektrischen
Verbinzungen in die Werkstätte od. dgl. gebracht, nach der Reparatur mit dem gleichen
Gestell zur Prüfeinrichtung zurückgefahren, wobei wieder die elektrischen Verìbindungen
mit-dieser Einrichtung her gestellt wenden. Hierauf können sie nach abermaliger
Lösung der elektrischen Verbindungen mittels des Gestells auf Lager oder zum Versand
gebraucht werden.
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Das Gestell braucht mit der Fahrvorrichtung nicht fest verbunden
zu sein, sondern man kann es auch so ausführen, daß es auf verschiedene FaErvorrichtungen
umgesetzt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, jdas Verschleppen von Staub
und Schmutz in den rein zu haltenden Prüfraum zu vermeiden, wenn man vor dem Einfahren
in diesen Raum das Gestell auf eine dauernd im Prüfraum verbleibende Fahrvorrichtung
urusetzt. Solche Fahrvorrichtungen können auch auf. Schienen laufen, um den Fabrwiderstand
zu verringern und eine zwangsläufige Führung der Fahrbewegung und Einstellung zur
Prüfeinrichtung zu ermöglichen.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung des Erfindungsgedankens wird der
übrige Teil der Einrichtung nach einem Baukastensystem aus mindestens zwei Teilen
betriebsmäßig lösbar und auswechselbar aufgebaut. In dem einen Teil befinden sich
vorzugsweise die Regel geräte nebst den ,dazugehörigen Anzeigeinstrumenten und Schaltern,
in dem anderen Teil die sogenannten Normalien. Auch diese Teile können fahrbar sein.
Sie werden durch Stecker oder Kabel elektrisch lösbar miteinander verbunden. Der
die Normalien enthaltende Teil kann in mehreren Varianten vorliegen. Er kann z.
B. mit einem Wattmeter für die Eichung von Wechselstromzählern, mit Wattmetern für
,die Eichung von Drehstromzählern, mit einem Normalzaähler für die Eichung von Drehstromzählern
ausgerüstet sein.
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Jede dieser Varianten bildet einen besonderen Baustein, und diese
Bausteine können miteinander ausgetauscht werden, vvenn man auf andere Eich- und
Prüfverfahren bzw. auf eine andere Art von Prüflingen umstellen will. Dabei können
die diese Varianten bildenden Bausteine für sich aufstellbare Einheiten bilden oder
sie können in sich geschlossene Zusatzkästen sein, die in einen entsprechenden Aufnahmeplatz
des anderen, die Regelgeräte usw. enthaltenden Bauteils eingesetzt werden.
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Natürlich kann man auch bedarfsweise gleichzeitig zwei oder mehr solcher
Einheiten in den Verband der Einrichtung eingliedern.
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Das fahrbare Gestell, das die Prüflinge aufnimmt, kann so eingerichtet
sein, daß jeder Prüfling für sich eingehängt wird. Statt dessen können aber auch
.die Prüflinge reihenweise auf Rahmen gesetzt werden, die nun ihrerseits in das
Gestell eingehängt werden. Die Einhängevorrichtungen können verstellbar am Gestell
angebracht werden, also z. B. an einer Art Paternoster angebracht sein. In diesem
Fall Ikann man auf der Rüchseite des Gestells die Zähler aufhängen und durch Drehen
des Paternosters jeweils auf die Vorderseite in die gewünschte Höhe bringen. Ein
solches Gestell hat Steckeranschlüsse od. dgl., die einerseits eine Verbindung mit
den Prüflingen oder mit den ,die Prüflinge tragenden Rahmen, andererseits mit den
übrigen Teilen der einzelnen Bausteinelemente gestatten. Für die letztere Verbindungsart
können die Anschlüsse so ausgeführt werden, daß Verbindungen nach vorn, nach hinten
oder nach der Seite möglich sind. Unter Umständen kann man die Anschlußstellen für
diese Verbindungsnrten entsprechend vervielfachen. Auch wird man Kupplungen mit
evtl. weiteren Aufbängegestellen vorsehen.
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Die Einrichtung kann durch ein weiteres Bausteinelement, das beispielsweise
Zus atzbelastungen enthält, um die Bürdezder Einrichtung konstant zu halten, ergänzt
wenden. Auch dieser Teil kann fahrbar sein. Ferner kann die Einrichtung durch einen
fahrbaren, gegebenenfalls in der Höhe verstellbaren Stuhl, dadurch ein Pult, das
mit dem Stuhl verbunden sein kann, durch eine fahrbare Werkzeugtruhe, durch Bausteine
mit Zusatzt}ürden usw. ergänzt werden.
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In der Zeichnung sind einige Kombinationsmöglichkeiten für ein solches
Baukastensystem dargestellt.
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Mit I ist jeweils der die Regel'geräte nebst den zugehörigen Anzeigeinstrumenten
und Schaltern enthaltende Bauteil, mit 2 der Bauteil mit den Normalien od. dgl.,
der in verschiedenen Varianten vorliegen kann, bezeichnet. 3 sintd,die fahrbaren
Aufhängegestelle, 4 ein gegebenenfalls fahrbarer Stuhl, 5 ein Schreibpult, 6 eine
fahrbare Werkzeugtruhe und 7 ein Teil mit Zusatzbürden.
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Fig. I zeigt beispietsweise eine Eich- und Prüfeinrichtung für Drehstromzähler
mit zwei Gestellen 3, auf deren linke Seite ein mit Wattmetern für die Eichung von
Drehstromzählern ausgerüsteter Bauteil 2 und anschließend der Normalienbauteil I
folgt. Rechts der Gestelle 3 ist der Bürdenbauteil 7 und Idavor die fahrbare Werkzeugtruhe
6 angeortdnet.
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Soll diese Anordnung auf die Eichung von Wecbselstromzählern mittels
Gleichlastzähier umgestellt werden, dann kann man sie beispielsweise gemäß Fig.
2 umgruppieren und an Stelle des Bauteils 2 der Fig. I eine Variante mit Gleichlastzähler
für die Eichung von Wechselstromzählern
setzen. Zu beiden Seiten
der Bauteile I und 2 sind anschließend die Gestelle 3 aufgestellt, vor denen ein
fahrbarer Stuhl + mit Pult 5 angeordnet ist. Die Bauteile 6 und 7 werden in der
Nähe der äußeren Enden der Gestelle 3 untergebracht.
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Je nach der Menge der Prüflinge kann nun, wie die Fig. 3 und 4 beispielsweise
zeigen, die Zahl der Gestelle 3 entsprechend. erhöht werden. Man wird sie dann am
besten im Winkel oder nach einem Vieleck aufstellen, in dessen Mittelpunkt die übrigen
Einheiten der Einrichtung zusammengefaßt sein können. Eine Anordnung in Aufstellung
nach einem halten Sechseck für Drehstromzählereichung zeigt beispielsweise Fig.
3.
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Hier ist für den Bauteil 2 ein für die Drehstromzählereichung ausgerüsteter
Normalzähler verwendet. Der die Normalien enthaltende Bauteil I und das Schreibpult
5 sind zentral angeordnet. Die übrigen Bauteile 2, 6 werden an den Enden des Gestell
zuges untergebracht, falls sie nicht verfahrbar sind.
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In Fig. 4 sind zwei Bauteile 2 verwendet, von denen der eine mit
Wattmetern, der andere mit einem Normalzähler für die Eichung von Drehstromzählern
ausgerüstet ist. Der Gestell zug 3 bildet hier einen rechten Winkel, der Stuhl +
und das Pult 5 können längs des Gestellzuges verfahren werden Der Normallienbauteil
I ist neben den Bauteilen 2 angeordnet.
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Schon diese wenigen Beispiele zeigen, in wie mannigfaltiger Art solche
Einrichtungen zusammengestellt und aufgestellt werden können. Sie lassen sich auf
die verschiedenen Eich- und Prüflingsarten umstellen und lassen sich bequem den
verschiedenen Raumverhältnissen anpassen.
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Die Steckverbind,unlgen, für die bekannte Bauformen benutzt werden
können, sind der Einfachheit halber in der Zeichnung weggelassen. Es empfiehlt sich,
alle oder wenigstens einen Teil der Bauteile mit Signalvorrichtungen, z. B. Signallampen,
zu versehen, die jeweils anzeigen, daß die für die Prüfung und Eichung erforderlichen
Leitungsverbindungen hergestellt und richtig sind. Für ihren Betrieb kann unter
Umständen ein besonderer Signalstromkreis dienen, dessen verschiedene Schaltkontakte
jeweils zwangsläufig bei der Herstellung und Unterbrechung der Eichverbindungen
betätigt werden. Statt dessen kann auch die Anordnung so getroffen werden, daß der
Betrieb der Einrichtung unmöglich ist, also z. B. die Einschaltvorrichtungen gesperrt
sind, solange nicht sämtliche Verbindungen hergestellt sind. Es braucht dann nur
mit den betreffenden Schaltern ein Sperrrelais verbunden zu werden, das durch die
einzelnen, in den Bauteilen angebrachten Signalkontakte fernbetätigt wird.
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PATENTANSPROCHE: I. Zählerjustier- und -prüfeinrichtung, dadurch
gekennzeichnet, daß das Aufhängegestell für die zu prüfenden Zähler (Prüftinge)
fahrbar und von den übrigen Teilen der Einrichtung mechanisch getrennt und mit Mitteln
zur lösbaren elektrischen Verbindung mit diesen Teilen versehen ist.