DE87727C - - Google Patents

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DE87727C
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steel
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D9/00Heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering, adapted for particular articles; Furnaces therefor
    • C21D9/42Heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering, adapted for particular articles; Furnaces therefor for armour plate

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
LOUIS GRAMBOW in BERLIN.
Zähigkeit zu ertheilen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. März 1895 ab.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren bewirkt die Vervollkommnung von Stahlpanzerplatten in der Weise, daß es der den Geschossen ausgesetzten Seite derselben die größte zweckentsprechende Härte und ihrer anderen Seite die höchste Zähigkeit ertheilt, welche das betreffende Panzerplattenmaterial überhaupt erreichen kann. Die Platten erhalten dadurch die thunlichst größte Sicherheit gegen Risse und die höchst mögliche Widerstandsfähigkeit.
Wie bereits aus der Beschreibung der Patentschrift Nr. 70500 hervorgeht, kann man Stahlpanzerplatten von beliebiger Zusammensetzung dadurch eine, außerordentliche Zähigkeit ertheilen, daß man sie nach ihrer Vergütung durch Abschrecken aus einer hohen, die Molecule zu einer leichten Umordnung befähigenden Temperatur, zum zweiten Male auf eine niedrigere. Temperatur erhitzt und aus dieser langsam abkühlen läßt. Diese zur Erreichung einer besonders großen Zähigkeit erforderliche und geeignete niedrigere Temperatur ist'für jede Zusammensetzung des Materials der Platten durch Versuche besonders zu ermitteln, weil sie für verschiedene Stahlsorten verschieden ist. Liegt sie aber tiefer als diejenige, bei welcher der betreffende Stahl durch ein darauf folgendes Abschrecken noch Härte annimmt, so kann man durch Eintauchen der bis zu dieser Temperatur erhitzten Panzerplatten in Härteflüssigkeiten oder durch Ueberbrausen derselben mit solchen die höchste Zähigkeit bei hochsehnigem Gefüge des Materials erreichen. Wird dagegen diese Temperatur vor dem Abschrecken noch etwas gesteigert, so vermindert das letztere unter gleichzeitiger Erhöhung der Festigkeit die Zähigkeit in gewissem Maße, und zwar um so mehr, je höher die Erhitzung über die beschriebene Temperatur hinaus getrieben war, bis schließlich bei einer bestimmten oberen Temperaturgrenze die darauf folgende Abschreckung das Eintreten der sogenannten Glashärte bezw. der höchsten Härte, welche die betreffende Stahlsorte überhaupt annehmen kann, zur Folge hat.
Um aber bei Panzerplatten die günstigste Härte der einen Seite mit der höchsten Zähigkeit der anderen zu verbinden, sind dieselben in folgender Weise zu behandeln.
Dieselben werden zuerst, wie bei dem in der Patentschrift Nr. 70500 beschriebenen Verfahren, durch Erhitzen auf die hohe Temperatur, welche die leichte Umordmmgsfähigkeit der Molecule und das Schwinden der krystallinischen Structur des Stahles zur Folge hat und durch Abschrecken der ganzen Platten aus dieser Temperatur mittels Eintauchens in eine Härteflüssigkeit oder allseitiges Abbrausen mit einer solchen vergütet; dadurch erhält der Stahl neben einer bedeutenden Härte ein
(2. Auflage, ausgegeben am 27. April 1904.)
außerordentlich feinkörniges Gefüge, das ihn zur späteren Annahme der größten Zähigkeit geeignet macht. Da die Härte aber nun zu groß ist, um ein Bearbeiten und Biegen der Platten zu gestatten, so läßt man sie entweder im Ganzen an und biegt sie während ihrer darauf folgenden langsamen Abkühlung, oder man erhitzt sie bis zu der Temperatur, bei welcher eine eigentliche Härtung durch die Abschreckung noch nicht bewirkt wird, und läßt diese folgen. Dann kann das Formgeben und Bearbeiten der Platten im kalten Zustande stattfinden. Haben dieselben dann ihre erforderliche Gestalt erhalten, so wird ihre Beschußseite auf die der gewünschten zweckmäßigen Härte entsprechende, ihre Rückseite dagegen auf die durch Versuche als für die Erzielung der größten Zähigkeit-geeignet ermittelte niedrigere Temperatur erhitzt, worauf man die Platten, wenn ihre niedriger erhitzte Seite durch das Abschrecken keine Härtung annimmt, im Ganzen durch Eintauchen in eine Härteflüssigkeit oder durch Abbrausen mit einer solchen abschreckt, während man dagegen das Abschrecken auf die zu härtende, höher erhitzte Seite allein beschränkt, falls entweder die andere Seite durch das Abschrecken erhärten würde oder die Platten so dünn sind, daß die Abschreckung der Vorderseite auch eine rasche Abkühlung der Rückseite herbeiführt. Ebenso kann das Abschrecken der nicht zu härtenden Seite nach der letzten Erhitzung der Platten auch unterbleiben, wenn dieselbe ihre höchste Zähigkeit schon vorher erhalten hatte.
Auf diese Weise erreicht man die gewünschte Härte der einen und die größte Zähigkeit der anderen Seite, also die größte Vollkommenheit der Platten.
Die Erhitzung beider Seiten wird aus praktischen Gründen am besten gleichzeitig erfolgen, indem man die höher zu erhitzenden Theile rasch auf die höhere Temperatur bringt, während man die weniger hoch zu erhitzenden entweder in Sand einbettet oder auf einen ziemlich kalten Herd legt und dadurch der vollen Wirkung.des Ofens entzieht, oder sie auf einen Hohlraum legt und durch kältere, in diesen eingeführte Gase auf der entsprechend niedrigeren Temperatur erhält. Man kann aber auch, was allerdings weniger praktisch sein, aber die gleiche Wirkung erzielen wird, die höhere Erhitzung der zu härtenden Seite und deren Abschreckung auf die niedrigere Erhitzung und Abschreckung oder langsame Abkühlung der anderen Seite folgen oder auch ihr vorangehen lassen.
Natürlich eignet sich dieses Verfahren nicht nur für Panzerplatten aus homogenem Stahl und Stahllegirungen, wie Chrom-, Wolfram-, Nickel-, Chrom-Nickelstahl u. s. w., sondern auch für cementirte, Verbund- und andere Platten. Bei cementirten Platten wird man sich die erste besondere Erhitzung sparen können, weil man die für den Cementationsproceß erforderliche Erhitzung für die Vergütung mit benutzen kann.
Ferner kann auch in solchen Fällen, in denen die durch die erste hohe, für die Vergütung erforderliche Erhitzung herbeigeführte Formänderung der dem Verfahren zu unterwerfenden Panzerplatten als unwesentlich angesehen wird, die zwischen diese erste und die letzte verschieden hohe Erhitzung eingeschaltete, sonst für das Biegen und Bearbeiten nöthige Erhitzung fortfallen, weil die Gestaltgebung dann schon vorher erfolgt sein kann.
Hat man aber diese zweite Erhitzung doch vorgenommen und ist dabei so verfahren, daß die Rückseite der Platte schon ihre größte Zähigkeit erhalten hat, so kann man bei dem nachfolgenden dritten Erhitzen der Rückseite jede beliebige Temperatur ertheilen, nur darf dieselbe nicht höher als die Temperatur der zweiten Erhitzung sein.
Zu erwähnen ist schließlich noch, daß die beschriebenen, dem eigentlichen neuen Theil des Verfahrens vorangehenden Operationen, also sowohl die zur Vergütung des Materials dienende erste und die die Bearbeitung und Formgebung ermöglichende zweite durch ähnliche oder gleichwerthige Behandlungen ersetzt werden können, ohne daß das Wesen des Verfahrens sich ändert. Z. B. können die Panzerplatten vor der verschiedenen Erhitzung ihrer Theile durch Verwalzen bei niedrigerer Temperatur geeignetes Gefüge erhalten.

Claims (4)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren, Panzerplatten aus Stahl oder härtbaren Stahlmischungen auf der Vorderseite eine besondere Härte, im übrigen Theil, namentlich auf der Rückseite, eine besondere Zähigkeit zu ertheilen, darin bestehend, daß man die Vorderseite bis zu einer der verlangten Härte entsprechenden hellen Rothglut, die Rückseite dagegen nur bis auf einen solchen Grad der Rothglut erhitzt, daß eine Härtung der Rückseite beim Abschrecken ausgeschlossen ist, wonach die Platte im Ganzen abgeschreckt wird.
2. Eine Ausführungsart des durch den Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens, bei welcher nur die Vorderseite einer Abschreckung unterworfen wird.
3. Eine Ausführungsart des durch die Ansprüche ι und 2 gekennzeichneten Verfahrens, bei welcher zum Zweck der Vervollkommnung des letzteren die Platte einem \^orverfahren unterzogen wird, darin bestehend, daß dieselbe vorher in
ihrer ganzen Masse hoch, bis zum Schwingen des krystallinischen Gefüges erhitzt und im Ganzen abgeschreckt wird.
4. Eine Ausführungsart des durch die Ansprüche ι und 2 gekennzeichneten Verfahrens, bei welcher das unter Anspruch 3 angegebene Vorverfahren dahin erweitert wird, daß daran anschließend die Platte noch eine zweite gleichmäßige Erhitzung bis zu einer die Härtung ausschließenden Temperatur mit oder ohne darauf folgende Abschreckung erhält, zum Zweck, die Bearbeitung und Formgebung derselben zu erleichtern.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2501719A1 (fr) * 1981-03-16 1982-09-17 Melampy Donald Procede de fabrication d'une plaque de blindage

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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