DE87727C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C21—METALLURGY OF IRON
- C21D—MODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
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- C21D9/42—Heat treatment, e.g. annealing, hardening, quenching or tempering, adapted for particular articles; Furnaces therefor for armour plate
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
LOUIS GRAMBOW in BERLIN.
Zähigkeit zu ertheilen.
Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren bewirkt die Vervollkommnung
von Stahlpanzerplatten in der Weise, daß es der den Geschossen ausgesetzten Seite derselben die größte zweckentsprechende
Härte und ihrer anderen Seite die höchste Zähigkeit ertheilt, welche das betreffende Panzerplattenmaterial
überhaupt erreichen kann. Die Platten erhalten dadurch die thunlichst größte Sicherheit gegen Risse und die höchst mögliche
Widerstandsfähigkeit.
Wie bereits aus der Beschreibung der Patentschrift Nr. 70500 hervorgeht, kann man Stahlpanzerplatten
von beliebiger Zusammensetzung dadurch eine, außerordentliche Zähigkeit ertheilen,
daß man sie nach ihrer Vergütung durch Abschrecken aus einer hohen, die Molecule zu einer leichten Umordnung befähigenden
Temperatur, zum zweiten Male auf eine niedrigere. Temperatur erhitzt und aus dieser langsam abkühlen läßt. Diese zur
Erreichung einer besonders großen Zähigkeit erforderliche und geeignete niedrigere Temperatur
ist'für jede Zusammensetzung des Materials der Platten durch Versuche besonders
zu ermitteln, weil sie für verschiedene Stahlsorten verschieden ist. Liegt sie aber tiefer
als diejenige, bei welcher der betreffende Stahl durch ein darauf folgendes Abschrecken noch
Härte annimmt, so kann man durch Eintauchen der bis zu dieser Temperatur erhitzten
Panzerplatten in Härteflüssigkeiten oder durch Ueberbrausen derselben mit solchen die höchste
Zähigkeit bei hochsehnigem Gefüge des Materials erreichen. Wird dagegen diese Temperatur
vor dem Abschrecken noch etwas gesteigert, so vermindert das letztere unter gleichzeitiger Erhöhung der Festigkeit die
Zähigkeit in gewissem Maße, und zwar um so mehr, je höher die Erhitzung über die
beschriebene Temperatur hinaus getrieben war, bis schließlich bei einer bestimmten oberen
Temperaturgrenze die darauf folgende Abschreckung das Eintreten der sogenannten Glashärte bezw. der höchsten Härte, welche
die betreffende Stahlsorte überhaupt annehmen kann, zur Folge hat.
Um aber bei Panzerplatten die günstigste Härte der einen Seite mit der höchsten Zähigkeit
der anderen zu verbinden, sind dieselben in folgender Weise zu behandeln.
Dieselben werden zuerst, wie bei dem in der Patentschrift Nr. 70500 beschriebenen
Verfahren, durch Erhitzen auf die hohe Temperatur, welche die leichte Umordmmgsfähigkeit
der Molecule und das Schwinden der krystallinischen Structur des Stahles zur Folge
hat und durch Abschrecken der ganzen Platten aus dieser Temperatur mittels Eintauchens in
eine Härteflüssigkeit oder allseitiges Abbrausen mit einer solchen vergütet; dadurch erhält
der Stahl neben einer bedeutenden Härte ein
(2. Auflage, ausgegeben am 27. April 1904.)
außerordentlich feinkörniges Gefüge, das ihn zur späteren Annahme der größten Zähigkeit
geeignet macht. Da die Härte aber nun zu groß ist, um ein Bearbeiten und Biegen der
Platten zu gestatten, so läßt man sie entweder im Ganzen an und biegt sie während ihrer
darauf folgenden langsamen Abkühlung, oder man erhitzt sie bis zu der Temperatur, bei
welcher eine eigentliche Härtung durch die Abschreckung noch nicht bewirkt wird, und
läßt diese folgen. Dann kann das Formgeben und Bearbeiten der Platten im kalten
Zustande stattfinden. Haben dieselben dann ihre erforderliche Gestalt erhalten, so wird
ihre Beschußseite auf die der gewünschten zweckmäßigen Härte entsprechende, ihre Rückseite
dagegen auf die durch Versuche als für die Erzielung der größten Zähigkeit-geeignet
ermittelte niedrigere Temperatur erhitzt, worauf man die Platten, wenn ihre niedriger
erhitzte Seite durch das Abschrecken keine Härtung annimmt, im Ganzen durch Eintauchen
in eine Härteflüssigkeit oder durch Abbrausen mit einer solchen abschreckt, während man dagegen das Abschrecken auf
die zu härtende, höher erhitzte Seite allein beschränkt, falls entweder die andere Seite
durch das Abschrecken erhärten würde oder die Platten so dünn sind, daß die Abschreckung
der Vorderseite auch eine rasche Abkühlung der Rückseite herbeiführt. Ebenso kann das Abschrecken der nicht zu härtenden
Seite nach der letzten Erhitzung der Platten auch unterbleiben, wenn dieselbe ihre höchste
Zähigkeit schon vorher erhalten hatte.
Auf diese Weise erreicht man die gewünschte Härte der einen und die größte
Zähigkeit der anderen Seite, also die größte Vollkommenheit der Platten.
Die Erhitzung beider Seiten wird aus praktischen Gründen am besten gleichzeitig erfolgen,
indem man die höher zu erhitzenden Theile rasch auf die höhere Temperatur bringt,
während man die weniger hoch zu erhitzenden entweder in Sand einbettet oder auf einen
ziemlich kalten Herd legt und dadurch der vollen Wirkung.des Ofens entzieht, oder sie
auf einen Hohlraum legt und durch kältere, in diesen eingeführte Gase auf der entsprechend
niedrigeren Temperatur erhält. Man kann aber auch, was allerdings weniger praktisch sein,
aber die gleiche Wirkung erzielen wird, die höhere Erhitzung der zu härtenden Seite und
deren Abschreckung auf die niedrigere Erhitzung und Abschreckung oder langsame
Abkühlung der anderen Seite folgen oder auch ihr vorangehen lassen.
Natürlich eignet sich dieses Verfahren nicht nur für Panzerplatten aus homogenem Stahl
und Stahllegirungen, wie Chrom-, Wolfram-, Nickel-, Chrom-Nickelstahl u. s. w., sondern
auch für cementirte, Verbund- und andere Platten. Bei cementirten Platten wird man
sich die erste besondere Erhitzung sparen können, weil man die für den Cementationsproceß
erforderliche Erhitzung für die Vergütung mit benutzen kann.
Ferner kann auch in solchen Fällen, in denen die durch die erste hohe, für die Vergütung
erforderliche Erhitzung herbeigeführte Formänderung der dem Verfahren zu unterwerfenden
Panzerplatten als unwesentlich angesehen wird, die zwischen diese erste und die letzte verschieden hohe Erhitzung eingeschaltete,
sonst für das Biegen und Bearbeiten nöthige Erhitzung fortfallen, weil die Gestaltgebung
dann schon vorher erfolgt sein kann.
Hat man aber diese zweite Erhitzung doch vorgenommen und ist dabei so verfahren, daß
die Rückseite der Platte schon ihre größte Zähigkeit erhalten hat, so kann man bei dem
nachfolgenden dritten Erhitzen der Rückseite jede beliebige Temperatur ertheilen, nur darf
dieselbe nicht höher als die Temperatur der zweiten Erhitzung sein.
Zu erwähnen ist schließlich noch, daß die beschriebenen, dem eigentlichen neuen Theil
des Verfahrens vorangehenden Operationen, also sowohl die zur Vergütung des Materials
dienende erste und die die Bearbeitung und Formgebung ermöglichende zweite durch ähnliche
oder gleichwerthige Behandlungen ersetzt werden können, ohne daß das Wesen des Verfahrens sich ändert. Z. B. können die
Panzerplatten vor der verschiedenen Erhitzung ihrer Theile durch Verwalzen bei niedrigerer
Temperatur geeignetes Gefüge erhalten.
Claims (4)
1. Verfahren, Panzerplatten aus Stahl oder härtbaren Stahlmischungen auf der Vorderseite
eine besondere Härte, im übrigen Theil, namentlich auf der Rückseite, eine
besondere Zähigkeit zu ertheilen, darin bestehend, daß man die Vorderseite bis zu einer der verlangten Härte entsprechenden
hellen Rothglut, die Rückseite dagegen nur bis auf einen solchen Grad der Rothglut
erhitzt, daß eine Härtung der Rückseite beim Abschrecken ausgeschlossen ist, wonach die Platte im Ganzen abgeschreckt
wird.
2. Eine Ausführungsart des durch den Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens, bei
welcher nur die Vorderseite einer Abschreckung unterworfen wird.
3. Eine Ausführungsart des durch die Ansprüche ι und 2 gekennzeichneten Verfahrens,
bei welcher zum Zweck der Vervollkommnung des letzteren die Platte einem \^orverfahren unterzogen wird,
darin bestehend, daß dieselbe vorher in
ihrer ganzen Masse hoch, bis zum Schwingen des krystallinischen Gefüges erhitzt
und im Ganzen abgeschreckt wird.
4. Eine Ausführungsart des durch die Ansprüche ι und 2 gekennzeichneten Verfahrens,
bei welcher das unter Anspruch 3 angegebene Vorverfahren dahin erweitert wird, daß daran anschließend die Platte
noch eine zweite gleichmäßige Erhitzung bis zu einer die Härtung ausschließenden
Temperatur mit oder ohne darauf folgende Abschreckung erhält, zum Zweck, die
Bearbeitung und Formgebung derselben zu erleichtern.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE87727C true DE87727C (de) |
Family
ID=359675
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT87727D Active DE87727C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE87727C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2501719A1 (fr) * | 1981-03-16 | 1982-09-17 | Melampy Donald | Procede de fabrication d'une plaque de blindage |
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- DE DENDAT87727D patent/DE87727C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2501719A1 (fr) * | 1981-03-16 | 1982-09-17 | Melampy Donald | Procede de fabrication d'une plaque de blindage |
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