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Kratzfreie Filmspule für Kleinbildkameras Es ist bekannt, daß die
in Rollfilmkameras benutzten. Filme infolge der immer mehr verfeinerten Korngröße
ihrer Emulsionen starke Vergrößerungen der Negativaufnahmen ermöglichen, und daß
.dies auch einer der Gründe für die weite Verbreitung der mit 35-mm-Film arbeitenden
Kleinbildkameras ist. Bei solchen Vergrößerungen zeigt sich aber in fast allen Fällen,
-daß der Negativfilm Kratzer aufweist, die sich bei der Vergrößerung störend bemerkbar
machen. Gerade bei Kleinbildaufnahmen, die bei einer 8- bis zofachen linearen Vergrößerung
noch nicht einmal sehr große Positivbilder ergeben, wirken sich solche Verkratzungen
des Negativs sehr nachteilig aus.
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Es wurde nun, gefunden, daß man die übliche Filmkassette durch eine
Filmspule ersetzen kann, die jegliches Verkratzen der Bildoberfläche des Films mit
völliger Sicherheit ausschließt, also alle Ursachen für ein innerhalb der Kassette
erfolgendes Verkratzen völlig beseitigt. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht,
daß auf die Seitenscheibender in üblicherweise aus Kern und Seitenscheiben bestehenden
Spulen Halteringe aufgesetzt sind, die auf den Seitenscheiben drehbar sind und die
den Film bis an die innere Begrenzung seiner Perforation überdecken; .diese Halteringe
sind mit einem Auslaßschlitz für den von. - der Spule abgezogenen Film versehen,
dessen Funktion dem an den bisherigen Kassetten angebrachten Schlitz entspricht.
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Die Vorteile der neuen Konstruktion sind offensichtlich. Durch den
Wegfall des Kassettengehäuses sind sämtliche Ursachen für ein Verkratzen des Films
innerhalb der Kassette oder bei ihrem Verlassen beseitigt. Die Bildfläche des Films,
d. h. der zwischen den inneren Begrenzungen seiner Perfo-
Tation:
liegende Teil, läuft in die Kamera ohne irgendwelche Berührung mit festen Teilen
der Filmspule ein. Er kann also überhaupt nicht mehr verkratzt- werden, mindestens-
nicht insofern, als man die Ursache der Kratzer in der Kassette oder an ihrem Auslaß-schlitz
zu suchen hatte.
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Die Führung des Films erfolgt durch die beiden Halteringe bzw. ihre
nach innen über den Film in der ganzen Breite von dessen Perforation ragende und
flach ausgebildete Seite. Man kann diesen inneren flachen Fortsatz des Halteringes,
der gleichzeitig den; Film auf der Spule plan hält; unmittelbar über der :inneren
Perforationsbegrenzung des Films enden lassen, für 3@5-mm-Filmspulen also 5 mm breit
machen oder bis zu etwa o;5 bis i;o mm über die .Perforation hinausgehen lassen.
Hierbei bleibt die für die Aufnahme ausnutzbare Bildbreite des Films unberührt.
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Der Haltering bewirkt außer ,der Führung des Films auch seine Abschirmung
gegen Licht, das seitlich an den. Seitenscheiben entlang eindringen könnte. Der
Film kann im übrigen in einfacher Weise dadurch gegen Vorbelichtung gesichert werden,
daß man das Filmende lichtundurchlässig. macht oder .daß man an das auf, ,der Spule
nach außen-'liegende Ende des Films einen lichtdichten, mit Perforation versehenen
Papierstreifen von Filmbreite anklebt, dessen Länge sich aus den üblichen Kamera-
und Spulenmaßen ergibt. Es genügt z. B., diesen Papierstreifen. so zu bemessen,
daß ein zum Einfädeln: auf ,die den belichteten Film aufnehmende Spule bestimmtes
Stück, dann; ein den Raum zwischen den beiden Spulen ausfüllendes Stück und schließlich
noch i1/2 bis 2 Windungen auf der den unbelichteten Film enthaltenden Spule- vorgesehen
ist. Hiermit kann ,der Film bei Tageslicht in die Kamera eingesetzt werden. Aufdrucke
auf dem Papierstreifen und gegebenenfalls Pfeilzeichen an den Halteringen der Spule
zeigen, wie weit der Papierstreifen bei geöffneter Kamera ohne Gefahr für .den unbelichteten
Film auf die abnehmende Spule .gewickelt werden kann, bevor die Kamera, vor weiterer
Filmbeförderung, geschlossen werden muß. Bis zum Einlegen des Films. in die Kamera
kann das Ende des Papierstreifens durch einen Klebestreifen oder eine am Papierstreifen
selbst angebrachte Gummierung festgehalten werden; in gleicher Weise kann der belichtete
Film nach dem Rückspulen gegen Aufspringen gesichert werden.
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Inden Zeichnungen ist eineAusführungsform der Erfindung beispielsweise
dargestellt.
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Abb. i zeigt eine Vorderansicht der Filmspule; in der Richtung gegen
den von der Spule ablaufenden< Film gesehen; Abb. 2 ist eine Seitenansicht der
Spule, Abb. 3 ein Längsschnitt auf der Linie 3-3 in Abb. z; Abb. q. zeigt eine Aufsicht
auf die Spule und den aus ihr ablaufenden Film.
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In Abb. z sind der an beiden Seiten über die (nicht gezeigten) Seitenscheiben
herausragende Spulenkern i i, die Filmwicklung 12 und die auf beiden Seitenscheiben
aufgesetzten Halteringe 13 gezeigt. Diese haben an ihrer äußeren Seite eine ringförmige
Auskragung 1q., welche den Rand der Seitenscheibe umschließt. Die innere Seite 15
liegt flach auf der Filmwicklung 12 auf. Bei 16 ist der Auslaßschlitz für den von
der Spule abgezogenen Film gezeigt, der aus einer oberen Begrenzung 17 und einer
unteren Begrenzung 18 besteht. Bei 19 ist der ,durch den Schlitz auslaufende Film
dargestellt.
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Abb. 2 läß.t neben dem Spulenkern i r die Seitenscheibe 2o erkennen,
auf der der Haltering 13 drehbar aufsitzt. Inder Kamera liegen die Halteringe fest;
genau wie bisher die Kassette, und die Spule dreht sich in den Halteringen, wenn
der Film von ihr abgewickelt -wird. Der Film i9 läuft aus dem Auslaßsehlitz 16.
zwischen dessen obererBegrenzung 17; die sich in tangentialer Richtung als am Ende
schwach aufwärts gebogener Fortsatz des Halteringes an, diesen anschließt, und der
unteren Begrenzung 18, die von dem benannten Fortsatz überdeckt wird; aus: Das Ende
der unteren Begrenzung 18 ist vorteilhafterweise ohne scharfe Kanten ausgebildet,
so daß der Film glatt und ohne hängenbleiben zu können ausläuft.
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Abb. 3 stellt die Spule im Längsschnitt dar. Auf dem Spulenkern ii
sitzen, die Seitenscheiben 2o in fester Verbindung. Der Haltering 13 umfaßt mit
seiner ringförmigen Auskragung 14 :die Seiten-Scheibe 2o derart, daß diese mit ihrem
Rand 21 mit geringer Reibung in dem Haltering drehbar ist. Die innere Seite 1.5
des Halterings liegt auf der obersten Lage der Filmwicklung 12 auf und ist an ihrem
Ende 2:7 vorzugsweise schwach aufwärts gebogen.
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Aus Abb. q. ist insbesondere die Breite des Halterines 13 ersichtlich.
Sein innerer Teil 15 ragt so weit Über die Filmwicklung 12, daß die Filmperforation
2.2 gerade bedeckt oder daß außer der Perforation höchstens ein schmaler Streifen
von o,5 bis i mm, wie mit der punktierten. Linie 23 angedeutet, bedeckt wird. Der
Film i9 läuft aus dem Schlitz 16 von der Spule ab, und zwar zwischen der oberen
Schlitzbegrenzung 17 und der unteren Begrenzung r8. Im Gegensatz zu -der bisher
üblichen Kassettenbauart, beider zwei schlitzbildende Teile aus dem Kassettenkörper
herausragten, benötigt die neue Spule nur einen einzigen, am Haltering tangential
angebrachten Fortsatz 17, um einen einwandfreien Ablauf des Films von der Spule
zu gewährleisten.
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Die Außenabmessungen der Spule werden zweckmäßig so gehalten, daß
die Spulen in den üblichen Kleinbildkameras an Stelle der handelsüblichen Kassetten
verwandt werden können.
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Die neue Spule kann aus Metall oder Kunststoff hergestellt sein, .die
Halteringe aus den gleichen Stoffen. Um das Aufbringen der Halteringe auf die Spule
zu erleichtern und sie gegebenenfalls auch für spätere Neufüllungen verwendbar zu
machen, ist es zweckmäßig, die Halteringe aus einem federnden Material anzufertigen,
so daß sie leicht von den Seitenscheiben entfernt und wieder auf diese aufgebracht
werden können.
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Die erfindungsgemäße Spulenkonstruktion kann nicht nur für die üblichen
Kleinbildkameras mit
3,5-mm-Film oder für kleinere Filmformate benutzt
werden, sie ist auch für größere Filmformate geeignet.