-
Vielfachverdrahtung für mit Relaiskontakten arbeitende Wählerkontaktbänke
Die Kontaktbänke der in der Fernmeldetechnik verwendeten Wähler, namentlich derjenigen
Konstruktionen, welche hundert und mehr Ausgänge besitzen, werden neuestens in Form
von gewobenen Bandkabeln im Vielfach verdrahtet, wobei man die Bandkabel zwischen
die Lötösen der Kontaktlamellen einlegt und die in den Bandkabeln artgewobenen Vielfachdrähte,
die in Form von Schleifen aus dem Bandkabel heraustreten, an die gegenüberliegenden
Lötösen anlötet.
-
Schwieriger gestalten sich die Aufgaben der Vielfachverdrahtung bei
den sog. Edelkontaktwählern, weil neben den einzelnen Kontaktlamellen der hundert
Ausgänge für a-, b-, c- und allenfalls) d-Ast noch jeweils ein Gegenkontakt
vorhanden ist, welcher, verglichen mit Hebdrehwählerkonstruktionen, dem Anschluß
des Drehpunktes entspricht. Hundert derartige Kontaktlötösen sind für den a-Ast,
den b-Ast, c-Ast und den d-Ast vorgesehen und müssen je für sich untereinander leitend
verbunden werden.
-
Es sind nun schon Vorschläge gemacht worden, diese Gegenkontakte wie
Zähne eines Kammes aus einer Blechtafel herauszustanzen, so daß der Rücken dieses
Kammes, der in der Gehäuserückwand liegt, für eine bestimmte Reihe unmittelbar die
Vielfachschaltung
bewirkt. Diese Anordnung hat aber gewisse Nachteile:
i. Ist aus irgendeinem Grunde einer der Gegenkontakte beschädigt, so kann er nichteinzeln
ausgewechselt werden, sondern nur die ganze Reihe; 2. verlangt diese Ausführung,
daß alle vielfach zu schaltenden Gegenkontakte ohne Zwischenkontakte in einer Reihe
liegen, was oft zu einer unvorteilhaften Konstruktionsausführung zwingen würde;
3. tritt ein ziemlich hoher Materialverschleiß an dem Kontaktblech ein; ¢. zeigt
diese Anordnung keine Lösung für die Verbindung der einzelnen Reihen in der dazu
senkrechten Richtung.
-
Diese Nachteile sollen in der Erfindung vermieden werden, die für
Edelkontaktwähler mit einer aus Relaiskontakten aufgebauten Kontaktbank bestimmt
ist.
-
Gegenstand der Erfindung ist eine Vielfachverdrahtung für mit Relaiskontakten'
arbeitenden Wählerkontaktbänke, dadurch gekennzeichnet, daß für die Gegenkontakte
der einzelnen Kontaktreihen gesonderte Bandkabel vorgesehen sind, welche die zur
Vielfachschaltung dienenden Drähte zusammenfassen und daß zur Verbinduhg der Gegenkontaktreihen
in der dazu senkrechten Richtung in die Gehäuserückwand leitende Blech- oder Drahtstücke
eingebaut sind, welche Anschlußösen in gleicher Weise nach rückwärts strecken, wie
die Lötösen der Gegenkontaktreihen, mit denen sie vielfach geschaltet werden sollen.
-
Eine besondere Ausführungsform der Erfindung besteht .darin, daß die
der Querverbindung dienenden Leiter als kammartig geformte Blechschienen ausgebildet
werden, welche mit dem Rahmen in die Rückwand des Wählergehäuses eingebaut, die
zahnartig hervortretenden Lötösenansätze jeweils in der Reihe der Gegenkontakte
aus dem Gehäuse heraustreten lassen, wobei die einzelnen zahnartigen Ansätze mittels
einer Verwindung in der Ebene der Federfläche so verdreht sind, daß die Lötösen
selbst, wie die Lötösen der Gegenkontakte mit diesen in einer Reihe liegen.
-
Die Erfindung wird an Hand von drei Abbildungen beschrieben, und zwar
zeigt Abb. i die Rückansicht des Wählers mit den im Querschnitt sichtbaren Lötösenansätzen
der Kontakte und Gegenkontakte; Abb.2 zeigt diese Anordnung in Draufsicht und teilweisem
Schnitt; Abb. 3 zeigt in Schrägansicht ein gestanztes Querverbindungsblech mit den
gewundenen Zahnsätzen. In Abb. i sind an der etwa quadratischen Gehäuserückwand
die Querschnitte der Kontaktlötösen sichtbar, die beispielsweise in zehn Reihen
I bis X zu je vier Kontakten und vier Gegenkontakten :eingebaut sein mögen. Je ein
Kontaktsatz besteht aus den Federsätzen i bis 8, wobei die voll ausgezeichneten
Rechtecke den sog. Gegenkontakten entsprechen. Die nicht ausgezeichneten Rechtecke
2, 4, 6 und 8 sind die Wählerausgänge, und zwar 2 für den c-Ast, 6 für den allenfallsigen
d-Ast, 4 für, ,den a;Ast und 8 für den b-Ast. Rechts außen ist symbolisch dargestellt,
wie diese Kontakte im Vielfach miteinander zu verbinden sind. Erfindungsgemäß wird
je zwischen die Kontaktreihen ein Bandkabel 9 für Gegenkontakte und Bandkabel i
o für ,die Kontaktausgänge eingelegt, und diese Verbindungskabel laufen durch die
säulenförmig übereinandergebäuten Wählerausgänge des Rahmens.
-
Es. ist nun erforderlich, die Gegenkontakte gleicher Äste unter sich
vielfach zu verbinden, wie dies rechts durch die m@eanderförmige Verbindungslinie
angedeutet ist. Da zwischen je zwei c-Kon,-takten, zwischen zwei a-Kontakten
immer ein b-Kontakt liegt, muß der Zwischenkontakt von der Verbindungsleitung übersprungen
werden. Erfindungsgemäß wird hierfür das mit 9 bezeichnete Bandkabel vorgesehen,
dessen Leiter so ausgebildet sind, daß vier leitende Drähte, immer entsprechend
in der Höhe versetzt, mit Anschlußschleifen aus dem Kabel austreten und nur an die
dicht danebenliegenden Ösen der Gegenkontakte angelötet oder angeschweißt zu werden
brauchen.
-
Die Leiter dieses Bandkabels müssen dann zwischen zwei Wählern dadurch
unterbrochen werden, daß die hervortretenden Schleifen abgezwickt werden, Erfindungsgemäß
werden nun unterhalb der Lötösen der untersten Kontaktreihen, die Lötösen 13, 15
usw. der Querverbindungsstücke 12, 14, 16, 1 7 angeordnet und an diese als elfter
Anschluß sozusagen die Vierfachdrähte des Bandkabels angeschlossen.
-
Das mit io bezeichnete Bandkabel entspricht der heute bereits bekannten
Ausführung und enthält vierzig verschiedene Verbindungsdrähte, die so eingewoben
sind, daß die Anschlußlötösen immer an geeignete Punkte gegenüber den Kontaktlötösen
aus dem gewebten Isolierband heraustreten. Statt eines derartigen Bandkabels mit
vierzig übergreifenden Leitern, können auch zwei solcher Bandkabel in schmälerer
Ausführung vorgesehen sein, die je zwanzig Verbindungsdrähte enthalten. Sie würden
beiderseits des mit 9 bezeichneten der internen Vielfachschaltung dienenden Bandkabels
zwischen die Kontaktreihen eingelegt werden.
-
Abb.2 zeigt im Schnitt, wie die austretenden Leiterschleifen an die
Lötösen herangeführt werden und zeigt unter 12, wie die Querverbindungsstücke kammartig
ausgebildet mit dem Rücken in die aus Isoliermasse gebildete Rückwand 18 des Wählers
eingelegt werden.
-
Abb.3 zeigt, wie diese Querleiterstücke die einzelnen Anschlußzähne
hervortreten lassen und wie diese Zähne mit einer Verwindung so verdreht sind, daß
die Anschlußlötösen genau wie die der Gegenkontakte hochkantig liegen.
-
Die Erfindung kann auch noch in einer weiteren Form angewendet werden.
Die kammartigen Querverbindungsstücke werden dann nicht nur unterhalb des Kontaktfeldes
in die Rückwand des Wählers eingebettet, sondern grundsätzlich je zwei in eine horizontale
Kontaktreihe. In Abb. i rechts sind die Enden der K@ontaktlötösen mit i bis 8 bezeichnet.
i
bis 4 liegen m einer Reihe, 5 bis. 8 in einer zweiten Reihe. Es wird nun zwischen
diese Kontaktausgänge je ein Querleiterstück 16 und 17 eingebettet, und die durch
Verwindung der Zähne hochkant gestellten Lötösen werden dabei zu den darunter- und
darüberliegenden Lötösenkontakten so weit hoch- und herabgebogen, daß sie mit diesen
direkt verlötet oder verschweißt werden können. Man kann dabei so vorgehen, daß
die Querleiterstücke jeweils zur Vielfachschaltung der darüberliegenden Kontakte
dienen, daß also die Zähne nur nach oben gebogen werden. Es würde also unterhalb
des Kontaktes i und 3 die Lötösen eines Querleiterstückes 13 und 1 5 liegen und
13 mit 1 und 15 mit 3 direkt verlötet bzw. verschweißt werden, und so sinngemäß
über das ganze Feld hinweg.
-
Bei dieser Anordnung tritt also zunächst eine horizontale Vielfachschaltung
ein, und die gleichartigen Querleiterstücke müssen noch vertikal vielfach geschaltet
werden.
-
Für die vertikale Vielfachschaltung sieht die Erfindung verschiedene
Ausführungsformen vor. Nach der ersten Ausführungsform würde ein einziges Vielfachbandkabel
mit den sich wiederholenden Gegenkontaktdrähten a, b, c, d an einer Außenseite
vorgesehen sein und würde genau so die Vielfach-Iötung der äußersten (elften) Lötösen
der Querleiterstücke ermöglichen, wie dies nach der ersten Ausführungsform für sämtliche
Vertikalreihen vorgesehen war.
-
Nach einer zweiten Ausführungsform sind links von dem Kontaktfeld,
aber in vertikaler Anordnung, Längsleiterstücke in die Rückwand des Gehäuses eingebettet,
deren zahnartige Lötösen so gebogen werden, daß sie den äußersten Lötösen der Querleiterstücke
jeweils unmittelbar benachbart sind und mit diesen unmittelbar verlötet oder verschweißt
werden können. Dann kann das vertikale Vielfachbandkabelwegfallen, es ist durch
die Längsleiterstücke ersetzt.
-
Nach der dritten Ausführungsform sind die in die Rückwand eingebetteten
Querleiterstücke, die zwischen den einzelnen Kontaktreihen verlaufen, jeweils als
etwa i m lange Stücke hergestellt und sind in S-förmigen Schleifen, ohne außerhalb
.des Kontaktfeldes abzureißen, zwischen die Kontaktreihen eingelegt. Es verlaufen
also für je eine Zuführungsleitung a, b, c, d vier solche meterlange kammartige
Querleiterbänder in folgender Form durch die Rückseite der Kontaktbank: Zwei Streifen
a und c beginnen links unter der obersten Kontaktreihe, treten dann rechts 11/2
cm über die Kontaktbank hinaus, verlaufen senkrecht nach unten, laufen von rechts
wiederum unterhalb der dritten Reihe, bis ganz links, gehen hier wieder etwa 11/2
cm über die Kontaktbank hinaus, verlaufen senkrecht nach unten zur fünften Reihe,
diese wieder von rechts mach links durchlaufend usw. Sie laufen so in S-förmigen
Schleifen zehnmal zwischen den Kontaktreihen hin und her und fassen alle gleichartigen
Gegenkontaktlötösen zusammen. Sie sind diesen jeweils unmittelbar benachbart und
werden mit ihnen durch Zusammenbiegen in Berührung gebracht, verlötet oder verschweißt.
In Abb.4 ist diese Linienführung gemäß der dritten Form näher dargestellt.
-
Abb. 5 zeigt .eine Ausführungsform, bei der die horizontal verlaufenden
Querleiterstücke mit vertikalen Längsleiterstüeken verschweißt sind, in der prinzipiellen
Anordnung.
-
Wie ersichtlich, erlauben die erfindungsgemäßen Anordnungen die Vielfachschaltung
einheitlich, übersichtlich und an den Verbindungsstellen zugänglich auszuführen.
Soweit blanke Anschl@ußstellen notwendig sind, werden diese gemäß der Erfindung
so zwangsläufig im Wählergehäuse fixiert, daß die Gefahr von Erdschlüssen und Kurzschlüssen
auf ein Mindestmaß herabgedrückt wird.