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Vorrichtung zur Verbesserung der Blockgüte bei Kokillenguß 1)as Patent
8)o o6 i betrifft eine Vorrichtung zur Verhesserung der Blockgüte bei Kokillenguß,
wobei die Vorrichtung auf <las Unterteil der Kokille aufgel(-gt wird, uni diese
gleichzeitig zu schützen. I )iese Vorrichtung besteht aus einem flachen Einsatz,
dessen t'roportionen etwa dem Kokillenquerschnitt entsprechen und der aus dünnen,
relativ (licht, beieinanderlirgenden. senkrecht zum Kokillenhcuden angeordneten
Wänden besteht, die Kanäle (uler Eiihren bzw. \\'alwn miteinander bilden. Der I'i»#atz
kann beliebig hoch sein, und die Wände kiinnen etwa i mm oder auch nur Bruchteile
eines \lillimeters stark sein. Die von den senkrechten \\':indcn -cl» ldeten Kanüle
sollen einen Querschnitt Von min<lestrn> etwa 3 (Imin und höchstens i ddm besitzen.
Diese 'Vorrichtung gemäß dem Patent 8i9 o6i bildet eine Art Dämpfer, der sowohl
zu Beginn des Gießens als auch während des Metallaufsteigens, und zwar sowohl beim
direkten Gießen als auch heim Gespanngießen, das durch den Gießstrahl verursachte
Entstehen von flüssigen Metallspritzern, das Erzeugen von Bespritzungen auf der
inneren Kokillenwand und das Aufbrausen des flüssigen Metalls vermeidet.
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Gemäß der zusätzlichen Erfindung wird diese Vorrichtung nach dem Patent
8io o6i in Kombination mit einem Kissen zur Anwendung gebracht, (las ebenfalls dazu
dient, die Blockgüte und das (ließen selbst zu verbessern sowie den Kokillenboden
zu schützen. Ein solches Kissen ist für diese Zwecke bereits vorgeschlagen worden.
Derartige
Kissen bestehen aus einer gänzlich geschlossenen Hülle,
die einen oder mehrere Füllstoffe enthält. Sie bildet einerseits ein Dämpfungskissen
und ermöglicht andererseits eine Reinigung des Metalls. Die Füllstoffe wirken über-die
ganze Blockhöhe, und zwar entweder als Wärmeschutzmasse (Wärmeisolierung), wodurch
insbesondere ein Abstrahlen der M'ärme vom Kopfteil verhütet wird, oder als wärmeerzeugende
Stoffe, die durch Verbrennung oder geeignete exothermische Reaktion wirken und eine
reinigende Schlacke entwickeln, welche die zu entfernenden Fremdkörper gewissermaßen
einschließt oder in den verlorenen Kopf des Blockes mitnimmt oder Gase, wie
CO, C02 od. dgl., entwickeln, wodurch ein Ausbreiten der Schlacke auf der
Oberfläche des Metallbades erleichtert wird.
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Bei der zusätzlichen Erfindung dient der wabenartige, gleichzeitig
als Dämpfer wirkende Einsatz als Träger für das reinigende Kissen. Während des Gießens
bildet der wabenartige Einsatz einen Schwimmer, der das reinigende Kissen mitreißt
und dabei eine progressive Verteilung der, reinigenden Stoffe in dem schmelzflüssigen
Metall ermöglicht. Der Gießstrahl bildet zu Beginn des Gießens eine zentrale Höhle
im Einsatz, und die Reinigungsstoffe fließen progressiv aus dieser Höhle, die einen
Verteilungskamin bildet, aus, sofern die Reinigungsstoffe entweder pulverförmig
sind oder aus feiner' Teilchen bestehen oder unter der Hitzewirkung des flüssigen
Metalls schmelzen.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise und schematisch
dargestellt, und es bedeutet Fig. i Vertikalschnitt 1-l gemäß Fig. 2 einer nach
der Erfindung auf den Kokillenboden aufgelegten Vorrichtung bei Gespannguß, Fig.
2 Draufsicht nach Fig. i mit Teilschnitt, Fig. 3 Schnitt entsprechend Fig. i, wobei
die Vorrichtung auf dem flüssigen, bereits gegossenen Metall schwimmt, Fig. .b Horizontalschnitt
einer Ausführungsweise des als Träger für das Kissen wirkenden wabenartigen Einsatzes
im vergrößerten Maßstabe, Fig. g und6 Vertikalschnitte durch N'orrichtungsvarianten
nach der Erfindung.
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Fig.7 Vertikalschnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung, die
auf dem Kokillenboden bei Anwendung von direktem Guß aufgelegt ist, Fig. 8 Schnitt
gemäß Fig. 7 während des Gießens, Ui-. 9 bis i i Vertikalschnitte durch weitere
Ausf'ihrungsforinen, Fig. 12 und 13 Vertikalschnitte weiterer Varianten in zwei
Lagen während des Gießens.
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Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. i bis 3 wird die erfindungsgemäße
Vorrichtung in einer Kokille 1 iinGespannguß angewendet. Das schmelzflüssige Metall,
die Legierung, der Stahl od. dgl. tritt durch einen Gießkanal 2 und ein zentrales
loch 3, die im Kokillenboden ,4 vorgesehen sind, in die Kokille i hinein. Die Vorrichtung
nach der Erfindung wird auf die innere Fläche 5 <fieses Bodens, also im Kokillengrund,
gelegt.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung besteht aus der Kombination eines
Einsatzes A, der auf dem Boden 4 steht, und eines reinigenden Kissens B, das auf
diesen Einsatz A gelegt wird. Der Einsatz A kann entsprechend dem Hauptpatent gewählt
werden. Er besteht aus einem Bündel dünner Wände 6, die so angeordnet sind, daß
sie zahlreiche parallel zueinanderliegende Kanäle 9 bilden, die senkrecht zu der
oberen und unteren Fläche 7 und 8 angeordnet sind. Die Länge der Kanäle 9 kann 5
mm bis 20 cm und auch mehr sein. Die Länge hängt ab. von der Höhe und dem Querschnitt
des Gießstrahles und von den Kokillenabmessungen. In Einzelfällen kann der wabenartige
Einsatz A 30 cm bis zu i m hoch sein.
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Die Wände 6 des Einsatzes =1 können entweder aus einem feuerfesten
Stoff, wie Asbest, bestehen oder so beschaffen oder präpariert sein, daß sie langsam
verbrennen und teilweise oder völlig verschlacken, z. B. Papieroder Pappe, die mit
einem alkalischen Silicat imprägniert ist, wie Natriumsilicat, dessen Molekularverhältnis
S'02: Na20 unter Beachtung der praktisch gegenwärtig möglichen Grenzen i bis 3,75
sein kann. Bei Anwendung von Pappe undPapier können dieseStoffe wenig oder überhaupt
nicht imprägniert sein, falls eine schnellere Zerstörung des Einsatzes A erwünscht
ist.
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Der Einsatz A kann beispielsweise aus mehreren, gegebenenfalls mehrlagigen,
eben zusammengestellten Wellbögen oder aus einem einfachen Wellbogen, der spiralig
zusammengerollt wird, gebildet sein.
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Wie in Fig. 4 dargestellt, kann man auch wechselweise ebene Wellpappe
io und ii undWellpappbogen 12, . die entsprechend der Krümmung geformt sind, nebeneinanderlegen.
Hierdurch erzielt man drei Kanaltypen, und zwar eine, die mit 9a bezeichnet ist,
von kleinem Querschnitt im Innern der Bögen und eine andere, die mit 9b bezeichnet
ist und dreieckige Form aufweist, sowie eine weitere, die mit 9c bezeichnet ist
und halbkreisförmigen Querschnitt od. dgl. besitzt. Der Ouerschnitt der Kanäle 9a
kann beispielsweise in einem Viereck mit ,I bis 5 mm Seitenlänge eingeschrieben
sein, da der Durchmesser des Querschnittes der Kanäle 9c von halbkreisförmiger Form
4o bis 5o mm betragen kann.
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Der wabenartige Einsatz kann auch aus einem Bündel von Röhren zusammengestellt
sein, die miteinander befestigt werden besipielsweise durch Kleben und/oder durch
eine alle Röhren umschließende Bandage.
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In der Mitte des wabenartigen Einsatzes A kann ein großer Kanal oder
Kamin 13 vorgesehen sein, dessen Durchmesser größer als der des Gießloches3 bzw.
des Gießstrahles ist. Der Durchmesser dieses Kanals 13 kann beispielsweise für einen
Durchmesser des Gießstrahles von 30 mm 6o mm betragen. Dieser Zentrumkanal
ist aber nicht unbedingt erforderlich. Die ]<leinen Kanäle können einen Durchmesser
von beispielsweise 5 bis io mm besitzen. Man kann die Hitzebeständigkeit des Einsatzes
A an dessen äußeren Bereich verlegen, so daß man den Kanal 13, der durch den Gießstrahl
automatisch
geformt wird, nicht extra vorzusehen braucht.
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Die :itißere =@lmieaung des Wabenein:atzes .1 entspricht ungefähr
der inneren Abmessung der l@okille i, so daß die @itiljere NN'and des Einsatzes
einen kleinen Abstand gegenüber der inneren Kokillenwand i1 aufweist.
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Das reinigende Kissen B besteht aus einer Hülle t 5 aus Papier, Pappe
oder einem sonstigen Stoff, der an der oberen Fläche stark hitzebeständig ist, während
die untere Fläche weniger hitzebeständig ist, weuigstens in ihrem mittleren Teil.
Die Hülle 1,5 ist in ihrem oberen Mittelbereich durch eine Scheibe i6 aus Pappe
od. ähill. genügend steifen Stoff und an ihrer unteren Fläche durch einen hitzebeständigen,
halbflachen Ring 17 verstärkt. l?iiie Schnur od. d-1. 1!: verbindet die Scheibe
16 und den 1Zing 17, und sie bildet außerdem einen I landgriff i<, der.ein
leichtes Auflegen des Kissens B auf den Boden der Kokille beispielsweise mittels
eines Hakens ermöglicht.
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Das Kissen B und gegebenenfalls der Träger A sind mit pulverigen oder
aus kleinen Teilchen oder aus schmelzbarer Masse bestehenden Stoffen 2o gefüllt.
Diese Stoffe sind a) desoxv(lierende oder beruhigende Stoffe, wie Mangan. Silicium.
Aluminium, Zirkonium, Titan, Legierungen oder Eisenlegierungen dieser Stoffe, wie
Silicium-Eisen (Ferrosilicium), Silicium-Aluminitim, .lltlniitiiiiin-Silicu-rn-llangan,
Caleium-Silicium, Silicium-Mangan usw.; b) reinigende Stoffe (entphosphorend, entschwefelnd,
entgasend), wie kaustisches Soda, Natriumcarbonat, Calciumkarbid, Calciumfluorid,
Natriumfluorid, Kiesel : Kalk in einem geeigneten Ver@hältnis, Eisenoxyd, ivieGlülisliäne(vorzugsweiseFe0),
gekohltee oder sonstige Stoffe, die durch Entweichen von CO (Kohlenstoffoxyd) oder
von Wasserstoff und Sauerstoff ein Aufwallen oder eine ol>erflächliclie Spannung
verursachen; c) wärmeerzeugende Stoffe, die zu exothermischen lZeaktionen Füllren,
insbesondere kohlende bzw. gekolilte Stoffe, wie Sägemehl, Holzkohle, Kicks, Graphit.
:\ntlii-azit und verschiedeneKohlenarten.
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1)ie Ausbildung und Auswahl dieser Chargen Kann leicht durch die üblichen
iZegeln der Eisenliiittenktili(le bestiinnit werden.
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U'enn die Basizität und der Flüssigkeitsgrad der reinigenden Schlacke
und auch der Gehalt au Fe0 zunehmen, eliminiert sich der Hiosphor vomMetall.
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1)er Schwefel eliminiert sich, wenn die Basizität find der Flüssigkeitsgrad
zunehmen und ein Auft\allen bei hohen "Temperaturen erfolgt.
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Indes kann sich eine übermäßige Basizität der Schlacke der Eiltl>llosl>liorting
widersetzen. Als erstschwefelnde Stoffe sind das Calciumkarbid und das Mangan und
ini allgemeinen die Stoffe, die zur Bildung einer warmen und flüssigen Schlacke
führen, bekannt.
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Die Zusammensetzung der Charge des Kissens B und gegebenenfalls auch
des Einsatzes A hängt davon ab, oll bertiliigter oder tinlieruliigter Stahl oder
oll direkter Guß oder Gespannguß vorliegt. .\ttch die Gießtemperaturen sind mitbestimmend.
Die in den Chargen der Kissen vorzusehenden optimalen Verhältnisse sind leicht aus
den dem l@ acliniann bekannten Prinzipien ableitbar, die während der Veredelungsoperationen
in den verschiedenen üblicherweise angewandten Apparaten. Konvertern, Schmelzflammöfen,
elektrischen Öfen usw. angewandt werden.
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Eine :Mischung aus beispielsweise Kohlenstoff und Soda (Hydroxyd oder
Natriumcarbonat) kann in allen Fällen des Gießens beruhigten Stahles erfolgreich
verwendet werden. Die Menge von Soda kann zwischen to bis 50°/o und- sogar mehr
betragen.
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Im Fall eines unberuhigten Stahles ergibt eine Mischung aus Natriumfluorid,
Kieselsäure und Soda fast in allen Fällen gute Ergebnisse.
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Zum größten Teil rühren die sehr günstigen Ergebnisse von der rationellen
Verteilung der Stoffe, die die Charge der Vorrichtungen mach der Erfindung bilden,
her, deren Reaktionen unter der Wärmewirkung und in Berührung mit .dem flüssigen
Metall während des Metallaufsteigens in der Kokille stattfinden.
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Beispielsweise kann im Fall einer zylindrischen oder kegelstumpfförmigenKokille
mit 4ocmDurchmesser am Boden das reinigende Kissen B achteckig sein. Der umgeschriebene
Kreis hat 38 cm Durchmesser. Die Hülle dieses Kissens kann dadurch erzielt «erden,
daß man von zwei viereckigen Blättern, deren Ecken nach innen entsprechend der Bezeichnung
15" zurückgefaltet sind, ausgeht. Der Einsatz A kann 39 cm Durchmesser und 3 bis
5 cm Höhe besitzen. Er kann vorteilhaft so wie in Fig. 4 dargestellt angefertigt
sein.
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Vor dem Gießen legt man einfach die Vorrichtungen A und
B auf den Boden 4 der Kokille; und zwar entweder vor oder nach dem Aufstellen
derselben.
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Wenn der Gießstrahl durch das Loch 3 gelangt, durchdringt er von unten
nach oben den zentralen Kamin 13 und den Ring 17 und durchbohrt den mittleren Teil,
der unteren, wenig oder nicht hitzebeständigen Fläche der Hülle 15. Dabei fließt
der Stoff 2o aus dem Kamin 13 durch den Ring 17 aus, dessen Lochabmessungen das
maximale Ausströmen bestimmen.
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Je nach dem Gießstand steigen die beiden Vorrichtungen A und
B mit dem Spiegel h-h des flüssigen, bereits gegossenen Metalls oder der
Legierung 21 hoch (vgl. Fig. 3). Die Stoffe 2o, die zunehmend in das Loch 22 (Fig.
3) fallen, verbreiten sich im Bereich 23 über die metallische Badfläche entsprechend
den Pfeilen f unterhalb des Einsatzes -9. Dies geschieht während des ganzen Einfüllens
in die Kokille und über die gesamte Höhe des Blockes, wodurch eine langsame und
rationelle Verteilung der in dem Kissen B enthaltenden Stoffe 20 gesichert wird.
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Außerdem ist zu berücksichtigen, daß die obere, stark hitzebeständige
Fläche der Hülle 15 des Kissens B pulverige oder schmelzbare Masse zurückhält und
verhütet, daß sie nach oben emporgeblasen
wird, und zwar durch die
Verbrennungsgase der Vorrichtungen oder durch die Gase, die sich in mehr oder weniger
großen Mengen vom flüssigen Metall entwickeln. Ferner verstärkt der Bereich 23 die
aus den Vorrichtungen gebildete wärmeisolierende Wand.
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Die Erfahrung hat bewiesen, daß hei der Kombinierung der beiden Vorrichtungen
A und B die Hautfehler des Blockes viel mehr reduziert sind als ini Fall der getrennten
Anwendung der einen oder anderen Vorrichtung. Da der Gießstrahl die untere Fläche
des Kissens B durchschlägt, formt er selbst die Öffnung, durch die die Füllung 20
sich langsam ergießt. Im Fall der alleinigen Anwendun- des Kissens B läuft die Füllung
2o die Gefahr, auf einmal auf die ganze Badfläche 21 ausgeschüttet zu werden.
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L`rn die Handhabung und (las Legen der Vorrichtungen A und
B am Boden der Kokille mittels eines Hakens od. dgl. zu erleichtern, können
diese Vorrichtungen durch ein oder mehrere Bindemittel verbunden sein, beispielsweise,
wie in Fig. 5 dargestellt, mittels zweier Schnüre 24, die in 24°, 25 und 26 gebunden
sind. Diese bilden unter dem Einsatz _9 eine Schnalle, auf welche nacheinander zwei
Sperrknoten 27 neben der Scheibe 16 und eine Betätigungsschnalle 28 zwischen den
Neiden Knoten 25 und 26 gebildet sind. Verständlicherweise werden am Anfang des
Gießens die Bindemittel in ihrem unteren Teil durch das flüssige Metall vernichtet.
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Damit das Kissen B auf dem Einsatz A zentriert bleibt,
kann matt die in Fig.6 dargestellte Einrichtung wählen. Der Einsatz A besitzt eine
konkave Oberfläche, deren Rand 29 das reinigende Kissen B zentriert hält. Diese
Einrichtung erleichtert außerdem das Ergießen der Kissencharge. Wenn der Kokillenhodeli
konkav ist, kann die untere Fläche des Einsatzes A konvex und gleich weit von der
Oberfläche diesesEinsatzes.-3 entfernt seil).
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Beide Vorrichtungen A und B können auch in einer gemeinsamen Hülle,
deren Unterteil bei Berührung mit dem flüssigen Metall schnell vernichtet wird,
untergebracht sein.
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Die Fig. ; bis 12 betreffen die Anwendung der Erfindung im Fall des
direkten Gießens.
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In diesem Fall ist das Problem etwas schwieriger, da im allgemeinen
der Gießstrahl den Kokillengrun(i alt irgendeinerStelle trifft, und zwar manchmal
sogar alt der Peripherie, wenn beispielsweise der in der Gießpfanne befestigte Ausguß
schief gestellt ist. Einerseits kommt es oft vor, daß der Gießstrahl, anstatt die
Form eines regemäßigen Zylinders zu haben, sich wie ein Schirm öffnet, z. B. darin,
wenn der Stopfen des Ausgusses schlecht während der Betätigung funktioniert. Andererseits
kann sich der Metallstrahl während des Eingießens verschieben, nämlich dann, wenn
die Gießpfanne Ohne Führung alt langen Kabeln angehängt ist. .\iall kann die vorgenannten
Nachteile vermeiden, wenn man z. B. einen Zwischenbehälter oder Gießkorb zwischen
die Pfanne und die Kokille stellt, so (laß das Gießloch (fieses Korbes gegenüber
der Kokille dieselbe Lage @@<ihren(i des ganzen Eingießens bewahrt.
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Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den Fig.7 bis 9 bleibt der Einsatz
A' auf dem Boden 30 der Kokille i, der diesmal mit keinem Gießloch versehen
ist, liegen. Dieser Boden kann eben oder konkav sein, wie durch die gestrichelte
Linie 31
dargestellt, und zwar entweder voll Anfang an oder durch Verschleiß,
der durch den Gießstrahl 32 verursacht wird. Im Fall eines konkaven Bodens kommt
der Einsatz :9' durch relative Verschiebung der Wände, die ihn bilden, was besonders
leicht ist, wenn der Einsatz, wie im 1-Iauptpatent beschrieben, durch spiraliges
Zusammenrollen eines Streifens erzielt ist, mit dem Boden der Kokille zwangsläufig
in Berührung. Sämtliche Kanäle dieses Einsatzes besitzen denselben Querschnitt,
da es nicht notwendig ist, einen mittleren Kamin vorzusehen, den der Strahl infolge
seitwärts immer möglicherVerschiebungen vielleicht nicht erreichen würde.
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Das reinigende Kissen B' ist auf den Einsatz A', an dem es erwünschtenfalls
befestigt sein kann, gelegt. Vorzugsweise wird die obere Wand der Hülle 33 stärker
als die untere Wand gemacht, beispielsweise durch einen zusätzlichen Bogen aus Pappe
34, wobei zwischen Bogen 34 und oberer Hüllenwand 33 ein weiteres Material eingefügt
sein kann. Die obere Wand 33 und 34 der Hülle ist zweckmäßig wieder stark hitzebeständig,
während die untere Wand nur sehr schwach hitzebeständig zu sein braucht.
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Wenn der Gießstrahl 32 am Anfang des Gießens die Vorrichtungen trifft,
durchbohrt er sie und erreicht den Boden 30, nachdem er sich infolge des `'Widerstandes
durch die Vorrichtungen B' und A' leicht ausgebreitet hat. Er reißt einen Teil der
pulverigen oder aus kleinen "Teilchen bestehenden Charge 35 mit sich, die eine solche
Zusammensetzung besitzen soll, daß sie von diesem Augenblick ab reinigend wirkt.
Die kleine Menge Asche, die aus der durch den Gießstrahl 32 verursachten Verbrennung
des Papiers oller der Pappe oder der Stoffe 35 entsteht, schützt den Boden
30 gegen die zerstörendeWirkungdes bereits starkgeschwächten Strahles 32.
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Wenn der Strahl die Peripherie der Kokille t erreicht hat und der
Auftrieb ausreichend ist, steigt die Vorrichtung wie im Fall des Gespanngusses hoch,
ohne im Bad 36 (Fig. 8) nennenswert einzutauchen, denn das spezifische Gewicht eines
Stahlbades ist drei- bis viermal höher als das der Charge des Kissens B'. Demzufolge
taucht ungefähr ein Drittel der Höhe des Einsatzes A' ein, und zwar unter Berücksichtigung
des relativ geringen Gewichtes des Einsatzes A'(vgl. den Spiegel 1-h des flüssigen
Bades in Fig. 8).
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Der durch den Gießstrahl entstehende zentrale Kamin erweitert sich
unter der Wirkung der Wärmestrahlung und/oder der Schwingungen des Gießstrahles
32. Der Strahl dringt in das Bad 36 ein, wodurch er gemäß den Pfeilen f2 (Fig.8)
Wirbel
verursacht. Die Wannenwände des Einsatzes A1 werden mehr oder weniger vernichtet,
die Stoffe 35 des Kissens BI fallen heraus und werden mehr oder weniger durch den
Gießstrahl im Wirbel in (las Bad 36 mit hineingerissen.
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:\m Ende des Gießens ist der Einsatz Al mehr oder weniger vernichtet,
so daß das restliche Pulver sich am Oberteil der Kokille verbreitet, wo es .eventuell
als I.unkerpulver wirken kann.
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Wenn aus irgendeinen Grunde das reinigende Kissen BI am Ende des Gießens
nicht völlig leer ist, kann es mittels einer Stange od. dgl. vernichtet werden,
damit auch die letzten Teile der Charge 35 finit (lern flüssigen Metall in Berührung
kommen.
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Die untere Fläche des reinigenden Kissens B1 wird nicht hitzebeständig
vorgesehen, damit sie schnell durch die von den Kanälen des Einsatzes Al ausgehende
thermische Ausstrahlung verkohlt. Die Charge dfi fließt mehr oder weniger gleichförmig
durch den gesamten wabenartigen Einsatz Al aus.
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Bei der Ausführungsform nach Fig.9 ist das reinigende Kissen l3'2
zwischen zwei Einsätzen .41 und A2 gelegt. Der obere Einsatz A2 sichert die Verstärkung
des reinigenden Kissens B2, und zwar an Stelle der Pappe 34 nach Fig.7. Dadurch
werden in sicherer Weise das Bespritzen des Pulvers von oben und die Vernichtung
der oberen Wand des Kissens B2 vermieden.
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Bei Anwendung von zwei Einsätzen Al und A2 empfiehlt es sich, entsprechend
Fig. io diese beiden l,Cinsä tze mit dem dazwischenliegenden Kissen B'2 finit einer
ringförmigen Bandage 48 zu versehen, die beispielsweise aus mehrmals herumgewickeltem
Papier oder Pappe, die mit Natriumsilicat imprägniert sein kann, besteht. Die Bandage
48 soll sehr widerstandsfähig sein, damit sie beim Aufsteigen der Gesamtvorrichtung
Al, B2, A2 nicht zerstört wird.
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Im Fall der Anwendung des direkten Gießens kann man das reinigende
Kissen auch unter den wabenförnnigen Einsatz legen. Das reinigende Kissen B3 kann
beispielsweise, wie in Fig. i i dargestellt, in einer Höhle 36, die am Boden 37
der Kokille vorgesehen ist, untergebracht sein. Diese Höhle ist stahlwerksüblich,
um einen Auswuchs am Blockfuß zur Walzerleichterung zu erzielen. In diesem Fall
können die zwei großen l,' lächen des Einsatzes A 3 eben oder leicht gewölbt sein.
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Vin die llerstellung und die Handhabung der \"orrichtung A3 ztt erleichtern,
klebt man beispielsweise mittels Natriumsilicats das Kissen B3 mit seiner oberen
Fläche an die untere Fläche des Einsatzes .43, oder man verbindet beide Vorrichtungen
mit Bindemitteln, wie z. B. in Fig. i bis 6 dargestellt.
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Ein Kanal 38, dessen Querschnitt größer als der des Gießstrahles 32
ist, kann, wie in Fig. ii dargestellt, mitten im Einsatz A3 geformt sein. Es kann
auch dem Gießstrahl 32 selbst überlassen sein, diesen Kanal 38 selbst
zu formen. Der mittlere Teil dieses Einsatzes A3 ist wenig oder nicht hitzebeständig,
damit in allen Fällen am Anfang des Gießens der Gießstrahl mit dem im Kissen Bs
enthaltenen Stoff 39 in Berührung kommt.
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Für eine Kokille von viereckigem Querschnitt mit einer Kantenlänge
von 6o cm kann man beispielsweise einen kreisförmigen oder viereckigen Einsatz As
mit 55 cm Durchmesser oder Kantenlänge in ein reinigendes Kissen B3 nehmen, das
entweder achteckig, wobei der umgeschriebene Kreis ungefähr 30 cm Durchmesser
hat, oder viereckig ist, wobei die Kantenlänge dieselbe Dimension besitzt.
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Die erste Berührung des Gießstrahles 32 mit der Charge 39 findet in
der klar begrenzten, zwischen dem Einsatz As und dem Boden 37 geformten Höhle statt,
wobei jede Bespritzungsgefahr durch Teilchen dieser Charge, bezogen auf die Wand
der Kokille i, oder ein Emporblasen in Richtung Kokillenoberteil vermieden ist.
Während des Metallaufsteigens neigt der Einsatz As dazu, die festen Teilchen der
Charge 39 des Kissens B3 und die Unreinigkeiten (Einschlüsse) des gegossenen Metalls
zu sammeln, und zwar zufolge der Anziehung fester Körper an feste Körper in einem
flüssigen Bad, und vermeidet dadurch, daß diese Teilchen die Wand der Kokille bedecken.
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Die Verbrennungsgase des Kissens B3 und die sich vom flüssigen Strahl
entwickelnden Gase weichen sehr leicht durch die vertikalen Kanäle des Einsatzes
As aus; ohne daß die Charge des Kissens B3 durch diese Gase emporgeblasen wird.
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Das reinigende, unter den Einsatz As gelegte Kissen B3 vergrößert
ebenfalls den Schutz des Kokillenbodens gegen die vernichtende Wirkung des Gießstrahles,
und zwar in vollkommenerer Weise als der Einsatz As entsprechend dem Hauptpatent
allein angewendet, denn im Fall der alleinigen Anwendung des Einsatzes ist es ziemlich
schwierig, die Dimensionen der Kanäle dieses Einsatzes und seine Hitzebeständigkeit
zu regeln, damit der Gießstrahl nicht auf den Einsatz aufprallt oder daß er ihn
nicht allzu schnell durchbohrt, so daß sich der Kokillenboden bzw. -grund nicht
übermäßig verschleißt.
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In den Fig. 12 und 13 ist eine AusfÜhrungsform nach der Erfindung
dargestellt, ;bei der das reinigende Kissen B4 in einer Höhle 40 über einem flachen
Boden 41, die durch die untere konkave Fläche des Einsatzes A4 geformt wird, untergebracht
ist. Die obere Fläche dieses Kissens kann eben, wie durch die gestrichelte Linie
42 dargestellt, oder konvex, 43, und etwa parallel zur unteren Fläche 44 ausgebildet
sein. In diesem Fall besitzt das reinigende Kissen B4 eine konvexe obere Fläche
und eine ebene untere Fläche.
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Gemäß der Ausführungsform der Fig. 12 und 13 ist das reinigende Kissen
B4 durch Bindemittel 45 mit dem Einsatz A4 verbunden. Es kann auch mittels eines
geeigneten Stoffes, z. B. Natriumsilicat, mit seiner oberen Fläche an der unteren
Fläche des Einsatzes A4 angeklebt sein.
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Unter der Wirkung des Auftriebes des relativ großen spezifischen Gewichtes
des Bades ist das Aufsteigen des Kissens B4 sehr regelmäßig. Die
allzu
reichliche Zerstreuung der Kissencharge in Richtung der Wände ist demzufolge durch
den Einsatz wie in den anderen Beispielen vermieden. Als Variante ist der Einsatz
ohne zentralen Kamin vorgesehen. Indes ist sein mittlererTeil sehr wenig oder nicht
hitzebeständig, so daß der Gießstrahl 32 sich selbst zu Beginn des Gießens einen
Weg,47 (Fig. 12) bahnt und dadurch die Charge des reinigenden Kissens B4 ständig
mitreißt.
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In allen beschriebenen Fällen des direkten Gusses ermöglicht die Kombinierung
der beiden Vorrichtungen, Kissen und Einsatz, einen wirksameren Schutz des Bodens
und sichert während des Gießens die Verteilung der reinigenden oder/und als Lunkerpulver
wirkenden Charge. Dadurch vermeidet man das Verspritzen der Charge in Richtung Kokillenwand
und die zu reichliche seitliche Wegschleuderung von festen Teilen des NIittelhereiches
in Richtung Kokillenwand, wodurch sich die Teilchen sofort bei Berührung mit der
Wand oder mit dem Kokillenboden, solange Kokille und Boden kalt sind, ansetzen könnten.
Ferner wird die zu starke Wallung des flüssigen Metalls in Richtung Kokillenwand
und damit die Bildung der Fußschuppen vermieden.
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Um diese verschiedenen Ergebnisse zu erreichen, müssen die Vorrichtungen
genügend lang sein, und zwar als Funktion der Dimensionen der Kokille, des Durchmessers,
des Gießstrahles und der Gießliöhe. Damit die. Vorrichtung zum mindesten einen Teil
ihrer Aufgaben erfüllt, sind 3 bis io cm Höhe normalerweise ausreichend. Indes ist
es erwünscht, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung während des gesamten Gießvorganges
wirkt, insbesondere im Fall des Gespanngusses. Man kann, wie bereits erwähnt, die
Teile des Kissens, die sich am Ende des Gießens von ihrer Charge nicht geleert hätten,
mit einer Stange vernichten.
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Im Rahmen der Erfindung sind viele Ausführungsformen möglich, von
denen in der Zeichnung nur einige Beispiele dargestellt sind. So können beispielsweise
im reinigenden Kissen mehrere voneinander unabhängige Abteilungen vorgesehen sein,
die jede eine definierte Charge besitzen und deren Lage im Kissen so vorgesehen
sein kann, daß die einzelnen Chargen nur in gewünschten Augenblicken mit dem flüssigen
Bad in Berührung kommen. So kann man beispielsweise im Außenbereich des reinigenden
Kissens für den Fall der Ausbildung der Erfindung nach den Fig. i bis 9 eine als
Lunkerpulver wirkende Charge kranzartig vorsehen, die erst im Oberteil des noch
nicht erstarrten Blockes wirksam wird, also sobald die bereits schon verteilte übrige
Charge des Kissens zur Reinigung des Blockes sich ausgewirkt hat. Hierdurch kann
das Absenken des Blockes am Ende des Gießens erleichtert werden. Die Reinigungswirkung
kann beispielsweise durch eine oder mehrere Stoffe, die eine Turbulenz verursachen,
erzielt werden, wobei die Bildung von nicht metallischenEinschlüssen oder eingeschlossenen
Gasen im Blockinnern und insbesondere im Randbereich vermieden wird. Im Fall des
Beispiels nach Fig. 4 können die zwischenliegenden, gewellt dargestellten Bögen
zickzackförtnig gefaltet sein.