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Klappstuhl für Lichtspielhäuser, Theater oder ähnliche Versammlungsräume
Die Erfindung betrifft einen Klappstuhl, wie er für Lichtspielhäuser, Theater und
ähnliche Versammlungsräume, in denen sich gleichzeitig viele Menschen zu sitzendem
Aufenthalt zusammenfinden, verwendet wird. Der neue Klappstuhl untersclieidet sich
grundsätzlich von den bekannten Klappstühlen für die angegebene Verwendung in verschiedenen
Merkmalen seiner Konstruktion. Die für den angegebenen Zweck bisher verwendeten
Klappstühle zeigen im allgemeinen (las c infacli.° Merkmal, daß nur die Sitzplatte,
gewf>hnlich zwischen zwei Armlehnen oder Armstützen, geg-eti di.@ Riickenle`hne
hochzuklappen ist. In der Regel werden diese Stühle so hergestellt, daß mehrere
Sitze, # b 'Ainlich fünf in ciner Reihe, ein -erneinsam.#s ,ew( 1 k# Konstruktionsbeil
bilden, das als Teil einer Stuhilreihe auf dem Fußboden befestigt wird. Bei dem
Klappstuhl gemäß der Erfindung ist jeder Klappstuhl für sich als Ganzes vollständig
mit Seitenlehnen oder Armstützen ausgestattet und wird mit mehreren anderen, aber
unabhängig von diesen, für sich zu einer Reihe an einem seiner Vorderbeine am Boden
befestigt.
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Für das Zusammenklappen ist einneues Konstruktionsprinzip vorgesehen.
Dieses besteht darin, daß nach dem Hochklappen der Sitzplatte noch ein Zusammenklappen
bzw. -falten der Rückenlehne mit den Seitenlehnen oder Armstützen bzw. den beiden
Vorderbeinteilen erfolgt. Dies geschieht gewissermaßen durch eine Dreh- oder Schwenkl>ew.2-gung
des
Stuhles um das eine Vorderbein, das als einziges Stuhlteil am Boden standfest angebracht
ist. Hierdurch werden weitere Vorteile gegenüber dem bekannten Klappstuhl erreicht,
die bei der folgenden Beschreibung des neuen Klappstuhles näher erläutert werden
sollen.
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Es ist zwar ein schwenkbarer Klappstuhl bekanint, aber einerseits
gleicht dieser in seiner grundsätzlichen Ausführungsform als Klappstuhl dem oben
angegebenen Reihenklappstuhl, andererseits erfolgt seine Drehung mittels des einen
von seinen zwei aus der Rückenlehne sieh nach unten erstrekkenden Beinen, -das zu
diesem Zweck in einem am Boden befestigten Sockel d're'hbar eingesteckt ist. Diese
Anordnung zum Drehen des Stuhles dient nur zur Änderung seiner Sitzrichtung, aber
nicht zum Zusammenfalten des Stuhles um seine vertikale Achse. Außerdem sind hierbei
verschiedene besondere mechanische Vorrichtungen erforderlich, wie Begrenzungsstifte,
Schlitze, Kurvenführungen, Federplatten, Sperrvorrichtungen, Spindeln, Federn, Riegelbolzen
und die Verwendung stählerner Säulen, woraus sich eine schwierige Herstellung der
Klappstühle ergibt.
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Der Klappstuhl gemäß der Erfindung weist gegenüber diesem Stuhl den
grundsätzlichen Unterschied auf, d'aß er vier Beine besitzt und daß eines der Vorderbeine,
die nach oben zweckmäßig in Armstützen oder Seitenlehnen übergehen, am Boden standfest,
das heißt unverdrehbar befestigt ist. An diesem Vorderbeinstuhlteil ist nun die
Rückenlemne, die in bekannter Weise mit einem Paar Stützbeinen und einem Klappsitz
versehen ist, an ihrer einen vertikalen Seitenkante schwenkbar, z. B. mittels Scharnieren,
angebracht. An der anderen Seitenkante der Rückenlehne ist das andere Vorderbein,
das eine gleiche Gestaltung besitzt wie das standfeste Vorderbein, gleichfalls mittels
einer schwenkbaren Verbindung, z. B. Scharnieren, angebracht. Diese Schwenkbarkeit
an beiden Seiden der Rückenlehne ist auf 9o° bemessen, damit bei auseinandergefaltetem
Stuhl in der Gebrauchslage die Armstützen senkrecht zur Rückenlehne stehen.
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Zur Erleichterung des selbständigen Zurückschwenkens der Rückenlehne
zusammen mit dem hochgeklappten Stuhlsitz aus der entfalteten Gebrauchsstellung
gegen das standfeste Vorderbeinteil besteht nach der Erfindung die Verbindung zwischen
diesem und der Rüc'kenle'hne in einem federnden Gelenkband und ebenso ist die Verbindung
zwischen dem an der Rückenlehne schwenkbar angebrachten anderen losen Vorderbeinteil
durch ein federndes Gelenkband ausgeführt. Zum Entfalten bzw. zum Zusammenklappen
des. Stuhles während der Schwenkbewegung des Rückenlehnenteiles gegen das standfest
angebrachte Vorderbeinteil ist der in einem federnden Gelenkband bewegliche oder
in bekannter Weise mit einem Gegengewicht versehene Klappsitz zum Zwecke des Herunter-
bzw. Hoc'hklappens mit dem standfesten Stuhlbein durch einen Seil- oder Kettenzug
verbunden, der einerseits oberhalb der Sitzschwenkachse bei der Nichtgebrauchslage
an der unteren Sitzfläche, andererseits in der Höhenlage unterhalb dieser Achse
am standfesten Stuhlbein angebracht ist. Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht
darin, daß zur Sicherung eines zwangsläufigen Herunter- bzw. Hochklappens des Klappsitzes
an der Rückenlehne beim Entfalten bzw. Zusammenlegen des Klappstuhles an den Seiten
des Sitzes Rollen o. dgl. zur Verringerung der Reibung zwischen dein Klappsitz und
den Armlehnen der Vorderbeinteile angeordnet bzw. angebracht sind.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß durch die zusammenfaltbare
Anordnung der Stuhlreihen in der Weise, daß die Rückenlehne mit ihrer einem senkrechten
Seitenkante an der rückwärtigen, senkrechten Kante des am Fußboden standfest angebrachten
Stuhlbeinteiles und an der anderen senkrechten Seitenkante der Rückenlehne ,das
andere lose Stuhlbeinteil ebenfalls mit seiner hinteren senkrechten Kante verschwenkbar
angebracht ist, so daß nachdem Hochklappen des Stuhlsitzes das Zusammenfalten aus
der Gebrauchsstellung im Sinne einer Drehbewegung des Stuhles in der Weise vor sich
geht, daß das lose Vorderbeinteil gegen die Rückenlehne und diese gegen die Fläche
der Armstütze des standfesten Stuhlbeinteiles klappen. Im zusammengefalteten Zustand
bildet der neue Klappstuhl einen flachen, mit dem standfesten Bein auf dem Boden
feststehenden und von den anderen Beinen gestützten, senkrecht auf dem Boden stehenden
Körper, der weder beim Zugang zum Platz noch bei dessen Verlassen dem Publikum eine
Behinderung verursacht.
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Mit dieser zusammenfaltbaren Anordnung des neuen Klappstuhles werden
die durch dien bisher verwendeten Klappstuhl entstehenden starren Wände der Sitzreihen
vermieden, die im Falle einer gefahrvollen Ursache, die ein schnelles Entleer: n
des Raumes erfordert, eine Behinderung der sich drängenden Menschenmassen ergeben,
die infolge-.dessen zu einer Panikkatastrophe führen können. Im Gegensatz dazu lassen
sich durch besondere Aufstellung und Ausbildung der neuen Klappstühle Vorteile erreichen,
die gerade in gefahrvollen Umständen zur Beruhigung des Publikums beitragen. Dieses
wird erreicht durch das eigenartige Konstruktionsmerkmal des neuen Klappstuhles,
daß beim Zusammensetzen bzw. Aufstellen seiner an sich gleich ausgeführten Teile
die Stühle eine derart ungleiche Ausführung erhalten, daß die aufgestellten Stühle
zum Teil eine rechtsdrehende, zum anderen Teil eine linkdrehende Klapp- oder Faltbarkeit
erhalten, und daß durch eine diesem Grundsatz angepaßte Regel bei der Aufstellung
der Stühle durch das Zusammenklappen Gänge geschaffen werden, die jede Behinderung
der Menschenmassen bei schneller Räumung des Raumes vermeiden. Zii diesem Zweck
ist nach der Erfindung von zwei @rcnachharten Stühlen in einer Sitzreihe der eine,
z. B. der rechte,dieses Paares nach links, der andere von links nach rechts schwenkbar
ausgeführt bzw. aufgestellt, d. h. beim einen Stuhl des Paares ist das rechte, beim
anderen das linke Vorderbein standest am Boden angebracht. Beim Zusammenklappen
kehren
sich beidcStühle ,@ g_neinander und klappen (licht zusammen, so d<11) sie den
geringsten Raum eilfies flachen, senlcrecllt auf dem Boden stehenden Körners einnehmen.
In dieser Richtung liegt ein weiteres bl-,l'l:mal bei der Anordnung des Aufstellungsplanes,
das sich dadurch kennzeichnet, daß in jeder Stuhlreihe die voreinander stehenden
Stuhlpaare die gleiche Rechts- bzw. Lillksschwenkbarkeit besitzen. Für die Aufstellung
der Stühle in Sitzreihen werden nach der Erfindung besondere Vorschläge gemacht,
und zwar in dem Sinne, daß in jeder Stuhlreihe die voreinander stehenden Stuhlpaare
die gleiche Ausführung bzw. Aufstellung mit Rechts- bzw. Linksdrehung oder -schwenkbarkeit
aufweisen. Dadurch «-erden infolge der neuartigen Zusammenklapp- oder Faltl>ar'keit
der Stühle breite Gänge ohne Hindernisse geschaffen, die senkrecht zu den beim Verschwenken
der einzelnen Stühle verschwindenden Stuhlreihen verlaufen. Diese Gänge bieten dem
Publikum in Gefahrensfällen ungehinderte Wege zu den Ausgängen, die eine Leerung
oder Räumung des Saales in kürzester Zeit möglich machen, so daß zum Ausbrechen
einer Panik mit den Folgen furchtbarer Katastrophen keine Veranlassung besteht.
Hierüber sollen all Hand der Abbildungen und der Konstruktionsausführung der Stühle
weitere Erläuterungen gegeben werden.
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Die Zeichnung veranschaulicht den neuen Klappstuhl in schaubildlicher
Darstellung, und zwar Fig. i zusammengeklappt die Nichtgebrauchsstellung und Fig.
2 in gleicher Weise, auseinander gefaltet, die Gebrauchsstellung; durch Fig. 3 soll
an einem Stuhl in der Draufsicht das Verschwenken zum Zwecke des Entfaltens bzw.
des Zusammenklappens veranschaulicht werden; Fig. 4 zeigt die Aufstellung mehrerer
Stühle zu einer Sitzreihe, beispielsweise vier von diesen, auseinandergeklappt (Gebrauchslage)
in der Draufsicht (Grundriß) ; durch Fig.5 soll in Verbindung mit Fig.4 erläutert
werden, wie durch das Zusammenklappen der Stühle die Verwandlung der Sitzreihen
vor sich geht; Fig. 6 umfaßt zur weiteren Erläuterung der Verwandlung und der dadurch
entstehenden Gänge sechs Stuhlreihen in der Draufsicht, von denen zwei Reihen sich
in Gebrauchsstellung, vier Reihen in Nichtgebrauchsstellung befinden, die durch
das Zusammenklappen der Stühle dass Verschwenke n der Sitzreihen und die dann entstemendell
Gänge erkennen lassen.
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Fig. 6 soll also hauptsächlich zur Erläuterung dazu dienen, wie die
Sitzreihen diurc'h da,s Zusamlnellihlappen der Stühle verschwinden und die entstehenden
Gänge senkrecht zu den bisherigen Sitzreihen zum schnellen I=ntleeren des Raumes
dienen können.
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Die konstruktiven Bestandteile des Klappstuhles lassen die Fig. i
und 2 erkennen, und zwar ist die Rückenle@llne mit 2 bezeichnet, die nach unten
in die rIinterbeille 3 und 5 ausläuft. 7lve@km:ißig sind diese als Seitenwangen
12 ausgeführt, die flach all den Seitenkanten der Rückenlehne 2 angesetzt sind:
Die beiden Vorderbeine 3 und 4 gehen nach oben in die Armstützen oder Seitenlehnen
13 über und bilden die Seitenteile ,des Stuhles, die beispielsweise mittels Scharniere
an den Seitenwangen 12 mit der Rückenlehne 2 derart verbunden sind, daß sie bis
zu 9o° zur Rüc'kenle'hne verschwenkt werden 'können. Im weiteren Verlauf der Beschreibung
soll zur Unterscheidung der beiden Seitenteile 13 das mit demVorderbein i verbundene
Teil mit 13,1 und das mit dem Vorderbein 4 verbundene mit 13,4 bezeichnet werden.
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Das eine Seitenteil des Stuhles ist beispielsweise mit dem vorderen
Stuhlbein i standfest auf dem Fußboden angebracht. Dieses Teil 13,1 ist also an
seinem Fußbefestigungsmittel, z. B. der Fußplatte i i, nicht etwa drehbar, sondern
sitzt an dieser standfest und bildet -den Festpunkt, um den das Zusammenklappen
oder -falten des Stuhles stattfindet.
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Die Vorgänge beim Entfalten des Stuhles in. die Gebrauchsstellung
sowie beim Zusammenklappen zurück in die Nichtgebrauchsstellung lassen sich anschaulich
durch die Fig.3 erläutern. Hierbei sind die Verbindungsmittel der Seitenteile 13,1
und 13,4 mit der Rückenlehne als Scharniere 15, 16 bezeichnet. Diese Vorgänge werden
veranlaßt durch eine Dreh- oder Schwenkbewegung um das standfeste Vorderbeiuteil
13,1, beispielsweise durch eine entsprechende Bewegung mit Hilfe der Hand voll der
Rückenlehne 2 aus, und: zwar muß beim Zusammenklappen die Sitzplatte 6 gegen die
Rückenlehme 2 geklappt sein. Für diese Schwenkbewegung, -zweckmäßig und hauptsächlich
in Richtung der Nichtgebrauchsstellung, können mechanische Mittel vorgesehen werden,
die diesen Vorgang erleichtern oder unterstützen. Erfindungsgemäß können beispielsweise
zur Verbindung .der Rückenlehne 2 mit den beiden Vorderbeinstuhlbeilen 13,1 und
13,4 all Stelle von einfachen Scharnieren 15 bzw. 16 als Verbindungsmittel federnde
Gelenkbänder verwendet werden, die schon bei einem Drehimpuls all der Rückenlehne
für das Zusammenklappen in Wirkung treten. Ebenso kann der Klappsitz 6 mit der Rückenlehne
2 durch ein solches Mittel verbunden sein, um ein selbsttätiges Hoc'h'klappen bei
seiner Freigalle zu bewirken. Es 'können auch zu diesem Zweck andere entsprechend
wirkende Mittel, z. B. ein Gegengewicht, verwendet sein.
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Der Klappsitz 6 ist nun erfindungsgemäß durch einen Seil- oder Kettenzug
7 mit dem standfestem Seitenteil 13,1 verbunden, und zwar ist dessen Verbindung
einerseits oberhalb der Sitzschwingachse 14 an der unteren Sitzfläche, andererseits
in der Höhenlage unterhalb dieser Achse am standfesten Stu,lllbein i angeordnet.
Bei einer Schwenkung des Rückenlehnenteiles um die Drehachse des Stuhles am standfesten
Seitenteil 13,i wird der Klappsitz 6 durch den Seil- oder Kettenzug 7 in die Sitzlage
gebracht, in der er zwischen den beiden Armlehmen sperrend wirkt und dadurch den
Klappstuhl in der Sitzlage festhält. Beim Hochklappen des Stuhlsitzes
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wird diese Sperrung wieder aufgehoben und der gesamt; Klappstuhl durch die federnden
Gelenkbänder selbsttätig in die Nichtgebrauchslage zurückversetzt, wobei die Rückenlehne
2 mit dem angeklappten Seitenteil sich an die Innenfläche des standfesten Teiles
13,1 legt. Um die Reibung zwischen dem Stuhlsitz 6 und den Armlehnen 13 zu vermindern,
sind beiderseits an der UnterIläci c des Klappstuhles 6 Rollen 8 o. dgl. angeordnet.
Die unteren Enden der Beine 3, 4 und 5 der beweglichen Stuhlteile sind mit Gleitrollen
9 versehen, um ein leichtes Einschwenken des. Klappstuhles in! die Gebrauchslage
und ebenso ein leichtes Zurückgleit@°ii und Zusammenklappen des Stuhles in die Nichtgebrauchslage
zu gewährleisten.
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Bei den Darstellungen der Fig.4 bis 6 ist das Merkmal, daß die Stühle
in ihren Aufstellungsreihen nach der oben als Erfindung ge'kennzeichneten Regel
der paarweise rechts- und linkswendigen Stühle ausgeführt sind, zum Ausdruck gekommen.
Fig. 4 zeigt in der Draufsicht (Grundriß) vier Stühle A, B, C, D zu einer
Sitzreihe aufgestellt in der Gebrauchsstellung, deren Aussehen und die Größe ihrer
Zwiscli°nräume sich von den bekannten Klappstühlen älterer Bauart mit heruntergeklapptem
Sitz nicht unterscheidet. Durch Fig.4 ist in Verbindung mit Fig.5 der Reihenabstand
kenntlich gemacht, wobei sieheinVergleich mit den gewöhnlichen Klappstühlen anstellen
läßt, da -die Draufsicht (Grundriß) des neuen Stuhles, wie schon oben bemerkt, mit
der Abmessung der alten Bauart ungefähr übereinstimmt. So zeigen die beiden voreinander
stehenden Stühle A (Fig. 4) und A1 (Fi. 5) bei heruntergeklapptem Sitz einen Abstand
a' als Reihendurchgang zwischen der Vorderkante des heruntergeklappten Sitzes 6
des StuhlesA und der Rückenwand 2 des Stuhles A1 der Vorderreihe. Bei hochgeklapptem
Sitz 6 des Stuhles A besteht zwischen dem Kopf der Seitenlehne 13,4 und der Rückenwand
2 ein Abstand b. Diese beiden Abstände sind bei dem Stuhl nach der Erfindung, wie
bei den bekannten Stühlen, stets gleich groß.
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Der Abstand von der Seitenkante 6 dies Stuhles B (Fig. 4) und -der
Hinterkante des zusammengefalteten Stuhles Bi (Fig. 5) ist mit c bezeichnet. Der
Abstand d besteht zwischen dem Kopf der Seitenlehne 13,1 beim Stuhl B (Fig. 4) und
dem zusaminengeklappten Stuhl Bi der Vorderreihe (Fig. 5). Sind in beiden Reihen
(Fig. 4 und 5) die voreinander stehenden Stühle B und Bi zusammengeklappt so verbleibt
zwischen ilhinen, wie durch die punktierte Darstellung beim Stuhl B folgt, ein Abstand
e. Die Auswertung dieser Abstände folgt unten. Sind zwei in der Reihe benachbarte
Sitze Bi und Cl nach entgegengesetzten Seiten zusammengeklappt, wie Fig. 5 veranschaulicht,
so entsteht ein freier Raum von der Breite f. Zwei benachbarte Stühle, die gegeneinander
zusammengeklappt sind, wie bei den Sitzen Cl und Dl in. Fig. 5 dargestellt ist,
besitzen eine Breite g. Hinsichtlich dieser Abmessung ergeben sich zwischen der
bekannten und erfindungsgemäßen Stuhlausführung folgende Unterschiede. Bei der bekannten
Bauart bilden die Sitzreihen eine starre Wand, und zwar durch die am Boden auf ihren
Beinen feststellenden Rückenlehnen der in Reihen stehenden Stühle ein großes Hindernis.
Dieses wirkt sich gefahrvoll aus, wenn die von einer Sitzreibe in Reihenrichtung
vorwärts drängende Menschenmasse, die noch dazu durch irgendeine Ursache beängstigt
wird, sich staut. Die Folge ist die Entstehung einer Pan:'k. Man mulß li"denken,
daß die nun entstehenden Vorgänge sich in dem Raum abspielen von der geringen Breite
a bzw. b. Ein Versuch, diese verstopfte Reihe zu verlassen, wird dadurch, wiederum
durch die starren \Vände zu beiden Seiten der in der Reihe vorwärts schiebenden
Menschenmasse verursacht, gefahrvoll, ,daß bei der Absicht des Übersteigens der
Wand leicht ein Fallen eintreten 'kann, mit der Folge, unter die Füße der -Masse,
die ebenfalls unter dem Druck des 1)räiigeiis steht, zu geraten.
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Ganz anders sind die gebotencn Umstände bei der neuen Bauart. Durch
das einfache Zusammenklappen der Stuhle lösen sich die Sitzreihen auf und es entstehen
die Gänge von der Breite f (Fig. 5) die senkrecht zu den bisherigen @itzreihc@n,
also in der Schaurichtung, verlaufen. Dieser Zustand des Saalraumes wird durch die
Planzeiclinung nach Fig. 6 veranschaulicht. Diese zeigt ein Schema der Anordnung
mehrerer Reihen der Stühle gemäß der Erfindung, und zwar vergleichsweise zwei Reihen
in der Gebrauchslage und vier Reihen zusammengeklappt in der N ichtgebrauchslage.
Dabei wird die :Möglichkeit veranschaulicht, vo:i einem Gang in einen der Nachbargänge
von der Breite f überzugehen, ohne daß das t'bersteirien einer Wand notwendig ist,
wozu die mit cr, b bzw. c, d, e (Fig. 5) bezeichneten Lücken verschiedener
Breite, selbst die finit e bezeichnete sclunalste Lücke, ausreichen. Denn dabei
ist zu berücksichtigen, daß diese Durchlässe doch jeweils nur von einzelnen Personen
zum Wechseln des Ganges, also ntir hilfsweise, benutzt werden, so daß sie niemals
wegen Stauungen als eine Gefahrenstelle zur Wirkung lconinren können. Bei dieser
Hervorhebung der Lücken durch die Bezeichnung,en in Fig.6 ist die Annahme gemacht,
daß einige Stühle aus irgendwelchen Ursachen oder Störungen an ihnen nicht in die
N ichtgebrauchslage geklappt sein sollten. Es zeigt sich, d'aß auch in solchem Falle
keine Hiil;lernisse entstehen, sondern Durchgangslücken bleiben.
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Ein Saal, der mit zusammenklappbaren Stühlen gemäß der Erfindung eingerichtet
ist, ermöglicht ohne Ursache zu einer Panik <las Entleeren 111 kürzester Zeit.
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Bei diesen Vorteilen des neuen Klappstuhles hat der Einwand, der gegen
ihn erhoben werden könnte, er würde in der Herstellung bedeutend teurer als der
bisher verwendete Stulil, zurückzutreten. Denn für Personen, die sich eiiiein Geiiuß
der Urnterhaltung oder Belehrung hingeben wollen, ist dazu die Sicherheit d°s @lufeiitlialtes
eine unbedingte Voraussetzung. Der Klappstuhl nach der Erfindung erfüllt diese Bedingung.
Er verschafft den Personen, die sich über die Sicherheit ihres Aufenthaltortes Gedanken
machen, eine lleriiliigtiiig, da eine
Ursache zu einer Gefahr *icht
vorhanden ist, so daß die Besucher sich dem erwarteten Genuß im vollen Maße hingeben
können.