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Kraftfahrzeug mit selbsttragendem Wagenkasten Kraftfahrzeuge bestehen
gewöhnlich aus einem Untergestell (Chassis), das den Motor, die Räder und die sonstigen
zum Antrieb gehörigen Teile trägt, und einem Wagenkasten (Karosserie), der auf das
Untergestell aufgesetzt und mit ihm verbunden ist. Diese Teilung des Fahrzeuges
bietet zwar gewisse Erleichterungen beim Zusammenbau und für norivendig werdende
größere Ausbesserungsarbeiten, hat aber andererseits den Nachteil, daß der Wagen
verhältnismäßig schwer wird und infolgedessen der Benzinverbrauch im Verhältnis
zu der Nutzlast groß ist.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, sog. selbsttragende Wagenkasten
(Karosserien) zu bauen, die kein besonderes Untergestell aufweisen, bei denen vielmehr
der Boden des Wagenkastens das Untergestell ersetzt. Man hat solche selbsttragenden
Wagenkasten zur Verringerung des Gewichts aus Leichtmetall hergestellt. Es ergaben
sich dabei aber verhältnismäßig verwickelte Bauteile, die man als Gußteile, Spritzteile
o. dgl. herstellen mußte und die nicht nur die Herstellung verteuerten, sondern
auch gegenüber den üblichen, aus einem Eisenuntergestell und einem leichten, aus
dünnem Blech oder Sperrholz hergestellten Wagenkasten nur so geringen Gewichtsunterschied
aufwiesen, daß eine tatsächliche Ersparnis an Kraftstoff für den Betrieb kaum zu
erreichen war.
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Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gestellt, einen Wagen mit selbsttragendem
Wagenkasten zu
schaffen, der trotz hoher Festigkeit und gutem Aussehen
ein sehr geringes Gewicht aufweist, so daß eine erhebliche Ersparnis an Betriebsstoff
eintritt. Daneben sind die Kosten für den Werkstoff, der zur Herstellung des Wagens
.benötigt wird, außerordentlich niedrig, und die einzelnen Teile lassen sich mit
den einfachsten Werkzeugmaschinen rasch für den Serienbau fertigen, so daß auch
kein besonders hohes Betriebskapital für den Serienbau erforderlich ist.
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Gemäß der Erfindung erfolgt die Herstellung des gesamten selbsttragenden
Wagenkastens im wesentlichen aus Holz oder einem leichten Kunststoff, der sich in
ähnlicher Weise wie Holz verarbeiten läßt. Vorzugsweise weist der Wagenkasten einen
aus gespundeten Brettern bestehenden Boden auf, während die Seitenteile und die
Decke aus durch Nut und Feder miteinander verbundenen Leisten zusammengesetzt sind.
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Die Zeichnung zeigt als Beispiel eine Ausführungsform der Erfindung,
und zwar ist Fig. i eine schematische Seitenansicht eines Wagenkastens gemäß der
Erfindung; Fig.2 ist ein Grundriß des Bodens und des Wagenkastens; Fig. 3 ist eine
Aufsicht auf den Kasten; Fig. 4 ist ein Querschnitt durch Fig. 3 in Richtung der
Linie IV-IV; Fig. 5 ist eine schaubildliche Darstellung eines Teiles der Decke des
Wagenkastens und einer Querwand, und Fig. 6 zeigt schaubildlich einen Teil des Bodens.
Der Boden des Fahrzeuges wird aus gespundeten Brettern i gebildet, bei denen die
Federn 2 in die entsprechenden Nuten eingeklebt sind. Vorzugsweise wird dazu Kaltleim
verwendet. Es wird zunächst eine Fläche 3 hergestellt, wie sie in Fig. 2 in strichpunktierten
Linien angedeutet ist, und aus dieser Fläche die aus der Umrißlinie in Fig. 2 ersichtliche
Bodenform ausgeschnitten. Auf den fertigen, mit dem Bezugszeichen 4 bezeichneten
Boden werden zwei Längsbalken 5 und eine Anzahl von Querbalken 6 aufgesetzt und
durch Leim und Anschrauben von unten her fest mit dem Boden verbunden. An den Kreuzungsstellen
sind die Balken halb ausgeschnitten, damit sie in der gleichen Ebene verlegt werden
können. Diese Balken sind aus Hartholz hergestellt, während man für den Boden und
die übrigen noch zu-beschreibenden Teile des Wagenkastens gewöhnliches Bauholz,
wie Kiefernholz o. dgl., verwenden kann. In gewissen Abständen voneinander, nämlich
an den Stellen, an denen sich die Querbalken 6 befinden, werden U-förmige Gestelle
7 (Fig. 4) aufgesetzt. Diese Gestelle bestehen aus Holzbrettern, die in der üblichen
Weise zu einem Rahmen zusammengefügt und verleimt sind. Der äußere Umfang dieser
Gestelle ist entsprechend der gewünschten Form des Wagenkastens gestaltet. Die verschiedenen
Gestelle 7 werden also verschiedene Außenform haben, je nach der Stelle, an der
sie innerhalb des Wagenkastens stehen. Es werden also die an den Enden des Wagenikastens
vorgesehenen Gestelle schmaler sein als die in der Mitte, die obere Fläche wird
an den Enden eine einfache Wölbung aufweisen, während sie in der Mitte, wie aus
Fig.4 zu ersehen, eine mehrfach gewölbte Form aufweist. Die Gestelle sind an den
Balken 6 durch Verleimen und Verschrauben befestigt, und der von ihnen innen frei
gelassene Raum 8 entspricht dem an der betreffenden Stelle im Wagenkasten benötigten.
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Auf die Gestelle 7 werden in der Längsrichtung des Wagenkastens Leisten
9 aufgesetzt, die zweckmäßig sich von dem vordersten bis zu dem hintersten Gestell
? erstrecken. Diese Leisten, deren Stärke zweckmäßig etwa 16 bis 18 mm ist, werden
durch Schrauben an sämtlichen Gestellen 7 befestigt, so daß sie also eine der Oberfläche
des Wagens entsprechende Wölbung annehmen. Die Leisten 9 sind auf ihren beiden Seitenflächen
mit Nuten io versehen, und in diese Nuten werden Federn i i eingeleimt. Es hat sich
gezeigt, daß durch die doppelte Nutung und das Einsetzen der Federn eine bessere
Nachgiebigkeit und ein besseres Anschmiegen der Leisten an die Form der sie haltenden
Gestelle erreicht wird. Die Schrauben, mit denen die einzelnen Leisten an dem Gestell
7 befestigt sind, sind in Fig.5 mit 12 bezeichnet.
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An der Vorder- und Hinterseite des Wagenkastens werden, um ein zu
starkes Biegen der Leisten 9 zu vermeiden, Querleisten 13 (Fig. 3) verwendet, die
an auf die Längsbalken 5 an ihren Enden aufzusetzende, entsprechend geformte Stützbretter
angeschraubt sind. In den Ecken kann man, wie bei 14 in Fig. 3 gezeigt, die Leisten
an ihren oberen Enden abschrägen, so daß die dort erforderliche kugelkappenförmige
Gestalt entsteht.
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Die Leisten werden auf ihrer Außenseite gut geglättet, so daß man
sie durch Schleifen und Lackieren so bearbeiten .kann, daß sie sich von dem üblichen
Aussehen von Stahlkarosserien wenig unterscheiden.
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In die durch die Leisten erhaltene Wagendecke wird zunächst eine öffnung
15 ausgeschnitten, die zweckmäßig auf der Innenseite zur Verstärkung mit Leisten
eingerahmt wird. Innerhalb dieses ausgeschnittenen Raumes liegen die Sitze für die
fahrenden Personen. Es ist zu diesem Zweck auf den Längsträgern 5 eine Dielung angebracht,
auf der die Sitze stehen bzw. befestigt sind. Außerdem ist hier, unter Benutzung
des betreffenden Gerüstes 7, das Armaturenbrett angebracht. Seitlich sind an dem
Wagenkasten, wie aus Fig. 1 zu ersehen, die Türen 16 ausgeschnitten. Die Türausschnitte
werden innen durch entsprechende Leisten 17 verstärkt. Handelt es sich nicht um
ein offenes, sog. Kabriolett, sondern um eine geschlossene, sog. Limousine, dann
führt man die 13af1;eii 17 nach. oben hindurch und bildet sie zu entsprechenden
Trägern für die Decke 18 aus. Die Ausschnitte i9 und 2o dieser Decke werden zweckmäßig
verglast.
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In der Decke des Wagenkastens werden ferner noch die in Fig. 3 angedeuteten
Ausschnitte 21 und 22 gemacht, von denen der eine, 21, eine Tür erhält,
die
zu dem darunter befindlichen Gepäcikzaum führt, während der zweite Ausschnitt, 22,
mit einer Tür versehen ist, die den darunterliegenden Motor zugängig macht. Die
Türen werden zweckmäßig aus den ausgeschnittenen Teilen gebildet, so daß die ganze
Oberfläche des Fährzeuges ein gleichmäßiges Aussehen aufweist.
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Zweckmäßig verwendet man bei dem Fahrzeug einen Heckmotor, der zusammen
mit dem Getriebe und dem Differential in Fig.2 durch die strichpunktierte Linie
23 angedeutet ist. Die Achsen 24 und 25 sind auf den Längsbalken 5 gelagert, und
die Räder 26,27 liegen innerhalb des Wagenkastens, so daß also besondere
Kotflügel nicht erforderlich sind. Der Bodenausschnitt für die Vorderräder 27 ist
so gestaltet, daß sie sich zum Zwecke des Lenkens des Fahrzeuges in bekannter Weise
schräg einstellen können.
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Die Stoßstange, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist, wird zweckmäßig
an den vorderen Enden der Längsbalken 5 befestigt.
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Die Gestalt des Fahrzeuges kann den jeweiligen Wünschen angepaßt werden.
Es ist also auch möglich, den Motor vorn und den Gepäckraum hinten anzubringen,
der Kasten ;kann auch mehrtürig ausgeführt sein, auch ist die Breite und Länge und
die Querschnittsform an den einzelnen Stellen des Wagens beliebig. Je nach der äußeren
Form des Wagens kann sich eine abgeänderte Anordnung der Leisten 9, 13 und 14 ergeben,
die die Decke und die Seitenwände des Kastens bilden. Man wird die Leisten aber
so legen, daß die erforderlichen Wölbungen bei der verwendeten Holzstärke ohne übermäßige
Beanspruchung der Holzfasern erzielbar sind. Dementsprechend kann man auch die Breite
der einzelnen Leisten verschieden machen, also stärker zu biegende Leisten schmaler
ausführen als solche, die verhältnismäßig gerade verlaufen.
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Es hat sich gezeigt, daß auch bei einer Bemessung der Holzstärke in
einer Weise, die eine vollkommen ausreichende Sicherheit bei starker Beanspruchung
des Fahrzeuges gewährleistet, das Gewicht um ein Mehrfaches geringer ist als bei
den bekannten Fahrzeugen der gleichen Größe. Ferner sind auch die Kosten des verwendeten
Holzes im Vergleich zu den Kosten der sonst gebrauchten Baustoffe außerordentlich
niedrig, so daß sich nicht nur gegenüber den bekannten Fahrzeugen ein stark gesenkter
Anschaffungspreis, sondern auch erheblich niedrigere Betriebskosten ergeben, denn
es können für die Erzielung der gleichen Geschwindigkeit und einer gleichen Tragfähigkeit
erheblich kleinere Motoren verwendet werden, da ja die zu befördernde tote Last
stark verringert ist. :1n Stelle von Holz können auch andere leichte Kunststoffe
verwendet werden, die sich in ähnlicher Weise wie Holz bearbeiten oder durch Spritzen
o. dgl: formen lassen, z. B. könnte man Kunstholz oder Kunstharz verwenden.