DE813729C - Kohlebuerste - Google Patents

Kohlebuerste

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DE813729C
DE813729C DEW1580A DEW0001580A DE813729C DE 813729 C DE813729 C DE 813729C DE W1580 A DEW1580 A DE W1580A DE W0001580 A DEW0001580 A DE W0001580A DE 813729 C DE813729 C DE 813729C
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DE
Germany
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metal halide
brushes
brush
halide salt
wear
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DEW1580A
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English (en)
Inventor
Howard Mckee Elsey
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Westinghouse Electric Corp
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Westinghouse Electric Corp
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    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01RELECTRICALLY-CONDUCTIVE CONNECTIONS; STRUCTURAL ASSOCIATIONS OF A PLURALITY OF MUTUALLY-INSULATED ELECTRICAL CONNECTING ELEMENTS; COUPLING DEVICES; CURRENT COLLECTORS
    • H01R39/00Rotary current collectors, distributors or interrupters
    • H01R39/02Details for dynamo electric machines
    • H01R39/18Contacts for co-operation with commutator or slip-ring, e.g. contact brush
    • H01R39/20Contacts for co-operation with commutator or slip-ring, e.g. contact brush characterised by the material thereof
    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01RELECTRICALLY-CONDUCTIVE CONNECTIONS; STRUCTURAL ASSOCIATIONS OF A PLURALITY OF MUTUALLY-INSULATED ELECTRICAL CONNECTING ELEMENTS; COUPLING DEVICES; CURRENT COLLECTORS
    • H01R39/00Rotary current collectors, distributors or interrupters
    • H01R39/02Details for dynamo electric machines
    • H01R39/18Contacts for co-operation with commutator or slip-ring, e.g. contact brush
    • H01R39/20Contacts for co-operation with commutator or slip-ring, e.g. contact brush characterised by the material thereof
    • H01R39/22Contacts for co-operation with commutator or slip-ring, e.g. contact brush characterised by the material thereof incorporating lubricating or polishing ingredient

Landscapes

  • Motor Or Generator Current Collectors (AREA)

Description

  • Kohlebürste Die Erfindung bezieht sich auf Bürsten, die mit elektrischen Stromabnahme- und Zuführungseinrichtungen, insbesondere von elektrischen Maschinen zusammenwirken und bezweckt, ihre Lebensdauer vier der anderen Teile des Gerätes vergleichbar zu machen.
  • Unter gewöhnlichen atmosphärischen Bedingungen können Motoren und Generatoren und ähnliche elektrische :Maschinen, welche Kohle- oder Graphitkontaktglieder in Verbindung mit entsprechenden Stromkollektoren aus Kupfer benutzen, über lange "Zeiten zufriedenstellend arbeiten. Unter Betriebsbedingungen, die denen in großen Höhen entsprechen, z. 13. Höhen von gooo bis 12 000 m und mehr und bei einem Taupunkt von etwa -50° C, hat sich aber gezeigt, daß alle bekannten Kohle- oder Graphitelektroden oder -bürsten sich außerordentlich schnell abnutzen und in kurzer Zeit in Kohlestaub zerfallen. Diese Abnutzung der Bürsten wird allgemein als Zerstäubung bezeichnet. Manchmal wird ein Bürstensatz schon nach wenigen Minuten Betriebsdauer unbrauchbar.
  • Andere ungünstige Betriebsbedingungen, die ebenfalls zur Zerstäubung bzw. schnellen Abnutzung der Kohlebürsten führen, liegen z. B. bei Eisenbahnmotoren vor, wo wegen des rauhen Betriebes und der schnellen Abnutzung ein häufiges Auswechseln der Bürsten notwendig ist. Vielfach zerbröckeln bei diesem Betrieb die üblichen Bürsten in im Vergleich zur Zerstäubung größere Teilstücke.
  • Beim Höhenflug hat es sich herausgestellt, daß die schnelle Abnutzung und Zerstäubung der Bürsten ein ersthafter Begrenzungsfaktor ist. Gegenwärtig ist es üblicherweise notwendig, nach kurzen Flügen in Höhen von gooo m und darüber die Bürstensätze in jedem Teil der elektrischen Einrichtung vollständig durch neue zu ersetzen. Längere Höhenflüge werden unsicher und können mitunter wegen des Zerfalls der Kohlebürsten, die in den elektrischen Geräten des Flugzeuges benutzt werden, nicht durchgeführt werden.
  • Der Hauptgegenstand der Erfindung ist die Schaffung von Kohlebürsten, welche in Verbindung mit einem metallischen Stromkollektor und bei in weitem Grenzen der Temperatur und Feuchtigkeit veränderlichen atmosphärischen Bedingungen ohne übermäßige Abnutzung oder Zerstäubung zufriedenstellend arbeiten.
  • Die Erfindung besteht insbesondere in der Herstellung einer Kohlebürste, die für den Schleifkontakt auf einer leitenden Metalloberfläche geeignet ist und sieht die Verbindung eines porösen Kohle-oder Graphitkörpers mit einem praktisch nicht hygroskopischen Metallhalogenidsalz vor, das in mindestens einen Teil des porösen Körpers eingebracht wird.
  • Die Erfindung wird noch näher erläutert in der nachfolgenden Beschreibung an Hand einiger vorzugsweiser Ausführungsbeispiele und unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Von dieser zeigt Fig. i eine Ansicht, teilweise im Schnitt, einer elektrischen Maschine, Fig. 2 eine Ansicht einer Kohlebürste.
  • Gemäß Fig. i ist io eine elektrische Maschine, z. B. ein Generator für den Betrieb in Luftfahrzeugen, welche heute in Höhen von gooo bis 12 ooo m und darüber fliegen. Die Einrichtung io umfaßt ein Gehäuse i2, das einen daran befestigten Ständer 14 trägt. Innerhalb des Ständers 14 und auf einer Antriebswelle i9 angeordnet, befindet sich der mit den üblichen Wicklungen für den elektrischen Strom versehene Läufer 16. Für die Zwecke der Stromentnahme aus der Wicklung trägt der Läufer einen Stromkellektor 18, der, wie dargestellt, aus einer Vielzahl von Kupferkommutatorsegmenten besteht. Der elektrische Strom wird von dem Kollektor über die Kohlebürsten 2o abgenommen, welche auf seiner Oberfläche einen schleifenden Kontakt herstellen. Die Kohlebürste 20 stützt sich mit Hilfe der im Bürstenkasten 24 untergebrachten Feder 22 gegen den Kollektor 18 ab.
  • Eine handelsübliche Bürste 2o aus Kohle oder Elektrographit, die auf einem Kupferkollektor unter Höhenbedingungen entsprechend z. B. 12 00o m Höhe arbeitet, würde sich übermäßig abnutzen. Eine Wolke feinen Kohlestaubes bildet sich durch die Wirkung des Kollektors 18 auf die Bürste 2o. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Abnutzung bzw. Zerstäubung unter solchen Bedingungen im Laufe des Betriebes noch ansteigt. Selbst im Fall von Schleifringen mit einer anfangs hochpolierten und gleichmäßigen Umfangsfläche hat die Einwirkung des Kupfers auf die üblichen Bürsten unter diesen ausgeprägten Höhenbedingungen einen hohen Abnutzungsgrad zur Folge. Man rechnet gewöhnlich mit einer Bürstenabnutzung von 2,5 mm je Stunde in einer Höhe von jooo m. Bei größeren Höhen ist die Zerstäubung so stark, daß die Bürsten nach wenigen Minuten Betriebszeit über das für zufriedenstellendes Arbeiten zulässige Maß abgenutzt sind.
  • Man fand, daß der Zerstäubungsgrad der Bürsten in starkem Maß von dem über die Bürste fließenden Strom abhängt. Bei mäßigen Höhenbedingungen, entsprechend etwa 6ooo m, kann eine an sich für maximalen Strom von Zoo A bestimmte Bürste für viele Stunden mit 25 bis 5o A belastet werden, ohne daß eine mehr als gewöhnliche Abnutzung eintritt.
  • Bei Höhenbedingungen, entsprechend etwa 12 000 m, ist die Bürstenabnutzung selbst bei ganz schwacher Belastung erheblich und bei voller Belastung regelmäßig untragbar und die Lebensdauer der Bürste so gering, daß für den Betrieb von Luftfahrzeugen große Gefahr besteht.
  • Erfindungsgemäß werden Kohlebürsten oder -körper mit praktisch nichthygroskopischen Halogeniden behandelt, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung bei Verwendung in elektrischen Maschinen in großer Höhe oder unter ähnlichen Verhältnissen zu erhöhen.
  • Für die Zwecke der Erfindung geeignete Halogenide sind z. B. Bleijodid, Kupferchlorid, Cadmiumjodid, Silberjodid, Cadmiumbromid und Kaliumjodid. Bürsten, die mit praktisch nichthygroskopischen Metallhalogenidsalzen getränkt sind, ergeben in elektrischen Maschinen auch unter schwierigsten Verhältnissen einen störungsfreien Dauerbetrieb.
  • Es scheint, daß unter gewöhnlichen atmosphärischen Bedingungen, d. h. bei gewöhnlichem Druck und Wasserdampfgehalt, auf dem Stromkollektor sich ein Kupferoxydfilm bildet. Es wurde gefunden, daß, wenn ein solcher Film sich bildet, er als Schmiermittel wirkt und daß die Abnutzung der Kohle- oder Graphitbürsten im Vergleich zur Abnutzung beim Fehlen eines Oxydfilms sehr herabgesetzt ist.
  • Man nimmt an, daß, wenn die Bürsten mit Metallhalogenidsalzen getränkt werden, beim Arbeiten auf Kollektoren in großen Höhen oder unter ähnlichen atmosphärischen Bedingungen an der Kontaktstelle eine genügend hohe Temperatur entsteht, um die Salze zu zersetzen, und daß ein Halogengas oder -dampf entweicht, der das Kupfer angreift und daß sich so ein Kupfersalzfilm auf dem Kollektor bildet. Dieser Kupfersalzfilm ist unter gewöhnlichen Bedingungen unbeständig und in Gegenwart von Luft, selbst im Falle von gereinigter Luft, zerfällt er und läßt einen Kupferoxydfilm zurück, welcher für die Kohlebürste nicht so zerstörend wirkt, wie nichtoxydiertes Kupfer. Daher scheint ein Zusammenwirken zwischen den mit Metallhalogenidsalzen versehenen Bürsten und dem kupfernen Kollektor vorzuliegen, welches eine erhöhte Lebensdauer der Bürsten zur Folge hat. Die Erfindung bezweckt daher die Bildung eines dünnen Oberflächenfilms von Kupferoxyd, der für ein zufriedenstellendes Zusammenarbeiten eines Kupferkommutators mit einer Kohlebürste erforderlich ist.
  • Natürlich ist diese Theorie von der Wirkung der Salze in den Bürsten lediglich eine Erklärung dessen, was wahrscheinlich stattfindet.
  • Was auch immer die wirkliche Erklärung sein mag, so hat die Erfahrung doch gezeigt, daß die Salze hervorragend geeignet sind, die übermäßige Abnutzung und Zerstäubung erfolgreich herabzusetzen. Zum Beispiel konnte bei einer Kohlebürstensorte, die unter Höhenbedingungen im gegebenen Fall eine Abnutzung von 1,78 mm je Stunde aufwies, durch Behandlung mit Cadmiumjodid die Abnutzung auf weniger als 0,0127 mm je Stunde herabgesetzt werden.
  • Verschiedene Verfahren des Aufbringens von Metallhalogenidsalzen auf die Kohleelektrode sind zur Verwirklichung der Erfindung geeignet. Ein sehr wirkungsvolles Verfahren die Bürsten zutränken besteht darin, sie entweder in eine stark konzentrierte Lösung der Metallhalogenidsalze in Wasser oder in ein Metallhalogenidsalzbad einzutauchen. Es hat sich gezeigt, daß elektrographitierte Bürsten ein poröseres Gefüge besitzen als nichtgraphitierte Bürsten und diese Porösität begünstigt das Eindringen der Salze beim Tränken von elektrographitierten Bürsten. Bürsten, bei denen Metalle mit Graphit vermengt sind, sind nicht genügend porös, uni stets eine vollkommen zufriedenstellende Tränkung mit geschmolzenen Metallhalogenidsalzen oder deren Lösungen zu ermöglichen. Leichter ist es, elektrographitierte Bürsten zu tränken.
  • In F ig. 2 der Zeichnung ist eine Bürste 2o dargestellt, bei welcher die Erfindung angewendet ist. An der Bürste 20 ist ein biegsamer Kupferleiter 21 befestigt, um den Strom von einem geeigneten Anschluß der Bürste zuzuführen oder von ihr abzunehmen. Bei einer Ausführungsform der Erfindung kann die Bürste 20, nachdem sie für den Gebrauch zurechtgeschnitten ist, mit einem Metallhalogenidsalz behandelt werden, um in einen gewissen Teil von ihr eine bestimmte Menge Metallhalogenidsalz einzubringen. Es können aber auch graphitierte Kolileplatten mit einem Metallhalogenidsalz getränkt werden, bevor sie zu Bürsten zurechtgeschnitten sind.
  • Bei einem weiteren Herstellungsverfahren der Bürste 2o kann ein Metallhalogenidsalz in Wasser oder einem anderen geeigneten Lösungsmittel gelöst werden, und zwar stark konzentriert bzw. mit hohem Metallhalogenidsalzgehalt. Eine Kohlebürste wird so lange in die starke Salzlösung eingetaucht, bis die Lösung genügend in die Poren der Bürste eingedrungen ist. Nach Herausnahme der Bürste aus der Lösung und nach Erhitzung, um das Wasser oder das sonstige Lösungsmittel durch Verdampfen zu entfernen, wird sich eine gewisse Menge des Metalllialogeiiidsalzes in den Poren der Bürste abgelagert haben. Der Vorgang kann wiederholt werden, falls erforderlich, bis genügend Metallhalogenidsalz in die Bürste eingebracht ist. Derartig hergestellte Bürsten arbeiteten in Verbindung mit einem rotierenden Kollektor aus Kupfer unter erschwerten Bedingungen und mit sehr zufriedenstellender Unterdrückung der Zerstäubung.
  • Um eine größere Menge Salz der Bürste etwas schneller und wirtschaftlicher zuzuführen, hat sich die Benutzung von geschmolzenem Metallhalogenidsalz häufig als vorteilhafter herausgestellt. Zum Beispiel können Kohlebürsten eine Stunde lang in geschmolzenes Cadmiumjodid eingetaucht werden, wobei sie genügend Cadmiumjodid aufnehmen, um sie für den Betrieb unter den vorbeschriebenen großen Höhenbedingungen geeignet zu machen. In dieser Weise mit Cadmiumjodid getränkte Bürsten arbeiteten erfolgreich im Kontakt mit Kollektoren aus Kupfer bei Höhenbedingungen entsprechend 1200o m Höhe und bei einem Taupunkt von-5o° C während längerer Zeit, ohne daß eine ersichtliche stärkere Abnutzung als bei Bodenbedingungen eintrat.
  • Man kann die Bürsten herstellen, indem man Kohlematerial und Metallhalogenidsalze, mit oder ohne Zusatz von Metall, wie Kupferpulver, in Formen bringt und auf Temperaturen unterhalb der Verdampfungstemperaturen der verwendeten Metallhalogenidsalze erhitzt. Dies letztere Verfahren ist insbesondere empfehlenswert zur Herstellung von Bürsten, die nach vollständigem Backen ein nicht so poröses Gefüge besitzen wie elektrographitierte Kohlen. Auch können Metallhalogenidsalze von hohem Schmelzpunkt oder geringer Löslichkeit in Flüssigkeiten, wie z. B. Wasser, besser in die Bürsten eingebracht werden, wenn man sie dem Kohlepulver beimengt, zu einem Körper formt und einer Wärmebehandlung unterzieht.
  • Die Menge des stark nichthygroskopischen Metallhalogenidsalzes, die für die Unterdrückung der Zerstäubung bei großen Höhenbedingungen erforderlich ist, beträgt etwa io% des Bürstengewichtes. Mitunter wurden mehr als io% Gewicht mit großem Erfolg benutzt. Bleijodid in einer Menge von 45 bis 50% des Bürstengewichtes ergab eine Bürste, welche in einem weiten Bereich der Betriebsbedingungen wirksam war mit einer Abnutzung von nur etwa i/iooo mm je Stunde. Bei geringeren Höhen werden io% oder weniger Salzzusätze bereits gute Ergebnisse zeitigen.
  • Metallhalogenidsalze brauchen nicht in die ganze Bürste 2o der Abb. 2 eingebracht zu werden, es genügt vielmehr, wenn nur der mit dem Kollektor im Eingriff befindliche Teil 30 getränkt ist. Manchmal reicht es sogar aus, nur einer Stirnfläche des Teiles 3o das Salz zuzuführen, ohne die ganze Dicke zu durchtränken. Es empfiehlt sich, die volle Breite der Bürste zu durchtränken, damit die ganze Oberfläche des Kollektors mit dem in der Bürste enthaltenen Metallhalogenidsalz in Berührung kommt.
  • Bei Anwendung in elektrischen Maschinen auf dem Boden halten Bürsten mit nur wenigen Prozent Metallhalogenidsalzen nicht nur länger als unbehandelte Bürsten, sondern ergeben noch weitere Vorteile. Versuche haben gezeigt, daß schon, wenn nur ein Teil der gesamten Bürsten eines Kommutators Metallhalogenidsalz enthält, die Vorteile der Erfindung, nämlich die Unterdrückung der übergroßen Abnutzung, ganz allgemein auch für die übrigen Bürsten des Kommutators eintreten.
  • Untersuchungen im Eisenbahnbetrieb ergaben, daß übliche Bürsten bei einem Standardmotor eine Lebensdauer von etwa 43 ooo km bei täglichem Einsatz aufwiesen. Derartige Bürsten erhielten nun einen Zusatz von etwa 3% Bleijodid. Die Abnutzung der so behandelten Bürsten war erheblich herabgesetzt und beträgt nach gegenwärtigen Angaben die Lebensdauer von etwa i§3 ooo km.
  • Bei einem andern Bahnmotor betrug die Abnutzung einer bestimmten Bürstensorte 1,6 mm auf i6oo km. Die gleiche Bürstensorte ergab nach Einbringen von 3% Bleijodid eine Abnutzung von 1,6 mm auf 16 ooo km.
  • Außer der Unterdrückung der Bürstenabnutzung und der entsprechend selteneren Erneuerung der Bürsten ergeben sich bei Verwendung von mit Metallhalogenidsalzen behandelten Bürsten noch weitere Vorteile. Motor- und Generatorkommutatoren und -Schleifringe werden erheblich weicher und haben günstigere Betriebscharakteristiken als Folge der Verwendung metallhalogenidsalzhaltiger Kohlen.
  • Als Beispiel für die Verbesserung von Kollektoren mag erwähnt sein, daß metallhalogenidsalzhaltige Bürsten gemäß der Erfindung bei einem Bahnmotor eingesetzt wurden, dessen Kommutator zur Zeit des Einbaus sich in so schlechtem Zustande befand, daß er eigentlich hätte ausgebaut werden müssen. Nach einigen iooo Betriebskilometern wurde der Kommutator untersucht und es zeigte sich, daß er bedeutend besser geworden war. Der Kommutator zeigte einen Kupferfilm, wie er bei gutem Arbeiten auftritt und keine Spur von Ziehfeuer: Es bestand auch kein Unterschied an den Kontaktflächen des Kommutators mit zwei Bürstenreihen, während vorher die entsprechenden Teile des Kommutatorumfangs sich merklich unterschieden als Anzeichen der ungleichmäßigen Stromverteilung.
  • Straßenbahnen, Untergrundbahnen und andere Transporteinrichtungen können für ihre Motoren Vorteil aus der Benutzung der Erfindung ziehen. Schnellaufende Zündmaschinen und andere schnelllaufende elektrische Einrichtungen werden besser mit Metallhalogenidsalz enthaltenden Bürsten arbeiten. Motoren von Werkzeugmaschinen, z. B. solche zum Antrieb von Schrubbdrehbänken (Rauhbänken) können vorteilhaft mit den beschriebenen Bürsten ausgerüstet werden. Weniger Wartung, Abschleifen und Ausbauen von Kommutatoren und Schleifringen ist erforderlich, wenn in Verbindung mit ihnen die erfindungsgemäßen Bürsten benutzt werden.
  • Der Anteil an Metallhalogenidsalzen für das Arbeiten mit Kontaktflächen elektrischer Maschinen liegt für die meisten Zwecke zwischen 2 und 8% des Gewichtes der Bürsten. Mitunter zeigen Bürsten mit 0,7% Metallhalogenidsalz bereits gute Ergebnisse im Vergleich zu Bürsten ohne Metallhalogenidsalze.
  • Obwohl das Zusammenwirken zwischen den erfindungsgemäßen Bürsten und dem Kollektor noch nicht restlos geklärt ist, so steht doch fest, daß durch dies Zusammenwirken die Lebensdauer beider erhöht wird. Anscheinend erzeugt die vorliegende Bürste in irgendeiner Weise einen vorteilhaften Überzug oder Film auf dem Kollektor.
  • Ein oder mehrere der nachfolgenden Metallhalogenidsalze können mit gutem Erfolg in die Bürsten eingebracht werden: Pb J2, Pb Br2, Pb C12, PbF2, Ca F2, Cd F2, Mg F2, Cd J2 Cd Br2, Cd C12, Hg J2; Hg Br2, Cu2Br2, K j, Ag J. Mischungen der Metallhalogenidsalze können in die Bürsten eingebracht werden und sind ebenso wirksam wie ein einzelnes Salz.
  • Je nach den Betriebsbedingungen kann ein Metallhalogenidsalz dem andern vorzuziehen sein. Wenn z. B. die Bürsten bei hohen Temperaturen arbeiten, werden Halogenide, die bei dieser Temperatur einen hohen Dampfdruck besitzen, in der Bürste nicht so lange verbleiben, wie ein Halogenid mit geringerem Dampfdruck.
  • Die praktische Erfahrung hat gezeigt, daß Metallhalogenidsalze unerwünscht sind, welche aus der Atmosphäre soviel Feuchtigkeit aufsaugen, daß sie flüssige Lösungen bilden. Die Gegenwart von Feuchtigkeit ist offenbar nicht unterstützend für die durch die Erfindung erstrebte Wirkung. Ebenso sind hygroskopische Halogenide, welche erhebliche Mengen von Feuchtigkeit absorbieren und ganz feucht werden, für die Benutzung in Bürsten nicht geeignet.
  • Derartige Metallhalogenidsalze können nämlich beim Einbringen in Bürsten in manchen Fällen entgegengesetzte Ergebnisse Jiefern. Haben die Bürsten einige Zeit gestanden, so wird die wässerige Lösung, die sich durch Absorption aus der Atmosphäre gebildet hat, aus der Bürste entweichen. Unter diesen Umständen kann die Bürste ungenügend Salz enthalten, um den gewünschten Zweck zu erfüllen. In anderen Fällen kann die übermäßige Feuchtigkeitsaufnahme der Metallhalogenidsalze unerwünschte physikalische Veränderungen im Bürstengefüge; insbesondere eine Ausdehnung durch die Wasseraufnahme und daraus folgend ein Festklemmen und Festfrieren im Bürstenkasten oder -halter hervorrufen. Ferner kann ein Aufweichen oder ein Zerfallen der Bürste eihtreten.
  • Einige hygroskopische Metallhalogenidsalze, wie z. B. Zinkchlorid, sind bei Anwesenheit von Wasser stark korrodierend und würden in solcher Verbindung die Bürstenhalter, Kommutatoren und andere Teile der elektrischen Maschine, mit denen sie in Berührung kommen, weitgehend angreifen. Durch solche Metallhalogenidsalzlösungen wird die elektrische Isolation unter Umständen sehr ungünstig beeinflußt. Bei der Verwirklichung der Erfindung sollten daher derartige vermieden werden. Der benutzte Ausdruck nichthygroskopisch soll weder Salze, die unter dem Einfluß der Luftfeuchtigkeit flüssige Lösungen bilden, noch solche, die merkliche Mengen von Feuchtigkeit aufnehmen, umfassen, sondern beide ausschließen.
  • Beim Einbringen der Metallhalogenidsalze in die Kohlebürsten durch Tränken mit dem geschmolzenen
    Salz sind die Viskosität des geschmolzenen Salzes,
    seine Fähigkeit, die Kohle zu benetzen und die
    Schmelztemperatur zu beachten.
    1>a (las metallische Radikal des Salzes vom
    llalogen getreiiiit wird und im Körper der Kohle-
    bürste verbleibt, ist es wünschenswert, Salze aus-
    ztiw:ililen, deren metallisches Radikal keine schäd-
    liche Zersetzung oder Reaktion mit der Atmosphäre
    oder (lein Bürstenhalter hervorruft bzw. schädliche
    Stoffe bildet. \Viilireiid z. B. sowohl Kaliumfluorid
    als auch Kaliumjodid die Bürstenzerstäubung und
    -almutzung weitgehend im Falle der beschriebenen
    1-IÖlienliedingtingen herabsetzen, bringen die bei der
    Zersetzung des Salzes entstehenden Stoffe doch
    einige geringfügige Unzulänglichkeiten mit sich,
    insofern, als der Bürstenübergangswiderstandgrößer
    wird und Funken auftreten. Es ist anzunehmen, daß
    bei der Reaktion mit Sauerstoff und in Gegenwart
    von Luftfeuchtigkeit das Metall ein Hydroxyd
    bildet. welches die an sich gute Kommutation der
    %1aschine stört. Andere Metalle, wie Blei, Cadmium
    oder Silber, sind daher vorzuziehen, da sie keine un-
    erwiiiischteii Nebenprodukte bilden.
    Viele _Jodide, Chloride, Fluoride und Bromide
    sind bei Bürsten wirlaain, so claß sich ihre Auf-
    zählung erübrigt. Die Stoffe können je nach der
    Herstellung oder anderen Bedingungen auf ver-
    schiedene Weise aufgebracht werden. Wesentliches
    Merkmal der Erfindung ist es, den Stoff so auf-
    zubringen, (laß im Betrieb) eine Reaktion mit dem
    Kupfer des Kollektors eintritt und dadurch die ab-
    nutzende und zerstäubende Wirkung des Kollektors
    auf die Bürsten aufgehoben wird.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Schleifbürste zur elektrischen Kontaktgabe an Leiterflächen, insbesondere für elektrische Maschinen o. dgl., gekennzeichnet durch die Kombination eines porösen Kohle- oder Graphitkörpers finit einem nichthygroskopischen Metallhalogenidsalz, welches in mindestens einen Teil des porösen Körpers eingebracht ist.
  2. 2. Schleifbürste nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das in dem porösen Körper eingelagerte Metallhalogenidsalz 0,7 bis 8 Gewichtsprozente ausmacht.
  3. 3. Schleifbürste nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallhalogenidsalz aus Bleihalogenidsalz besteht. .
  4. 4. Schleifbürste nach Ansprüchen i und 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallhalogenidsalz aus Bleijodid besteht.
  5. 5. Schleifbürste nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallhalogenidsalz aus Cadmiumhalogenidsalz besteht.
  6. 6. Schleifbürste nach Ansprüchen i, 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallhalogenidsalz aus Cadmiumjodid besteht.
  7. 7. Schleifbürste nach Ansprüchen i bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Metallhalogenidsalz benutzt wird, welches mit dem Kupfer des Kollektors chemisch zu reagieren vermag.
DEW1580A 1943-02-08 1950-04-04 Kohlebuerste Expired DE813729C (de)

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DE1055674B (de) * 1954-03-08 1959-04-23 Nikolaus Laing Folgebuerstenhalter fuer Stromwendermaschinen

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CH257845A (de) 1948-10-31
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