-
Kinematographisches Filmaufnahmeverfahren mit mehreren Kameras Bei
der Filmaufnahme werden häufig die aufzunehmenden Filmszenen von mehreren Kameras
gleichzeitig aufgenommen, wobei die verschiedenen Kameras dieselbe Szene unter verschiedenen
Blickwinkeln und in verschiedener Entfernung aufnehmen. Die von den einzelnen Kameras
aufgenommenen Filme werden dann entwickelt, und bei der Anfertigung des endgültigen
Negativs werden einzelne Filmabschnitte der von den verschiedenen Kameras aufgenommenen
Filmstreifen ausgewählt und aneinandergefügt, beispielsweise so, daß zuerst von
der weiter entfernt aufgestellten Kamera ein Filmstück genommen wird, welches das
gesamte Bild der Szene zeigt und hieran ein Filmstück angefügt wird, welches von
einer wesentlich näher aufgestellten Kamera aufgenommen wurde Lind die handelnden.
Personen in Großaufnahme zeigt.
-
Bei sorgfältiger Durchführung der Filmaufnahmen prüft der Aufnahmeleiter
vor Beginn der eigentlichen Aufnahme selber die Einstellung der Aufnahmekamera,
um volle Gewähr dafür zu haben, daß der eingestellte Bildausschnitt alle wesentlichenTeile
der Szene umfaßt und ein wirkungsvolles Bild liefert. Werden j edoch, wie eingangserwähnt,
mehrere, voneinander räumlich entfernte Kameras für die Aufnahme derselben Szene
eingesetzt,
dann ist es für den Aufnahmeleiter sehr mühsam und für
den Drehbetrieb zeitraubend und daher sehr teuer, wenn der Aufnahmeleiter von einer
Kamera zur anderen gehen muß, um die Einstellung der einzelnen Kameras zu überwachen.
-
Das Überwachen der einzelnen Kameras wird jedoch bei der bisher üblichen
Aufnahmetechnik ganz unmöglich, wenn Objekte oder Personen, die während der Aufnahme
ihren Platz wesentlich verändern, von mehreren Kameras aufgenommen werden sollen.
In diesen Fällen müssen die einzelnen Kameras während der Aufnahme bewegt werden,
um die aufzunehmenden Personen oder Objekte während der ganzen Aufnahmezeit im Blickfeld
der einzelnen Kameras zu halten. und es ist für den Aufnahmeleiter unmöglich, die
korrekte Einstellung mehrerer räumlich voneinander entfernter Kameras gleichzeitig
zu überwachen.
-
Die vorliegende Erfindung bezweckt. die vorstehend erörterten Schwierigkeiten
zu überwinden, indem sie unter Verwendung der bereits zur Erzeugung eines Kontrollbildes
vorgeschlagenen Fernsehübertragungseinrichtungen die gleichzeitige Überwachung mehrerer
räumlich voneinander entfernter Kameras ermöglicht.
-
Erfindungsgemäß wird bei einem kinematographischen Filmaufnahmeverfahren,
bei welchem die aufzunehmende Szene von mehreren räumlich voneinander entfernten
Filmkameras aufgenommen wird, mittels besonderer an den einzelnen Filmkameras zusätzlich
angebrachter Fernsehaufnahmeeinrichtungen, vorzugsweise speichernder Bildfängerröhren,
je ein Bild, welches im wesentlichen mit dem auf dem Kinofilm photochemisch festgehaltenen
Bild übereinstimmt, unter Verwendung photoelektrischer Schichten in elektrische
Signale umgewandelt. Diese von den einzelnen Kameras gelieferten elektrischen Signale
werden zu einer Kontrolleinrichtung geleitet und dort wieder zu entsprechenden Bildern
zusammengesetzt, so daß an einer Kontrollstelle gleichzeitig die von den einzelnen
räumlich getrennten Filmaufnahmekameras aufgenommenen Bilder sichtbar «;erden. Hierzu
wird beispielsweise eine speichernde Bildfängerröhre (Ikonoskop) in der Filmaufnahmekamera
eingebaut und die aufzunehmende Szene mittels einer besonderen Optik auf der lichtempfindlichen
Schicht der Bildfängerröhre abgebildet. Auf der Mosaikschicht der Bildfängerröhre
entsteht in an sich bekannter `'eise ein elektrisches Ladungsbild, welches durch
einen zeilenweise über die Mosaikfläche bewegten Elektronenstrahl abgetastet wird.
Hierbei wird das elektrische Ladungsbild. in eine zeitliche Folge elektrischer Signale
umgewandelt. Diese Signale «erden nach entsprechender Verstärkung einer Fernsehempfangseinrichtung
zugeführt. Diese enthält eine Fernsehempfangsröhre, bei welcher ein Kathodenstrahl
zeilenweise über einen Fluoreszenzschirm geführt wird und den Schirm an der jeweiligen
Auftrefffstelle je nach der Intensität des Strahles zu mehr oder weniger starkem
Leuchten anregt. Der Kathodenstrahl der Empfangsröhre bewegt sich hierbei genau
im gleichen Rhythmus über den Leuchtschirm wie der abtastende Kathodenstrahl über
die Mosaikfläche. Die von der Bildfängerröhre gelieferten elektrischen Signale steuern
im Empfänger die Intensität des Kathodenstrahls entsprechend dem Potential der jeweils
abgetasteten -Mosaikstelle. Da nun die Höhe dieses Potentials im wesentlichen proportional
der Helligkeit der entsprechenden Bildstelle ist, wird auf dem Fluoreszenzschirm
des Fernsehempfängers ein helligkeitsrichtiges Bild der von der zugeordneten Filmkamera
aufgenommenen Szene entstehen. Es ist zweckmäßig, die einzelnen Filmkameras mit
der Kontrollstelle derart durch Fernsteuerungseinrichtungen zu verbinden, daß von
der Kontrollstelle aus der Filmablauf der einzelnen Kameras eingeschaltet und ausgeschaltet
oder gestoppt werden kann. Vorteilhafterweise wird die Umschalteinrichtung zur wahlweisen
Verbindung der Tonaufzeichnungseinrichtung mit den einzelnen Mikrophonen derart
mit der Fernsteuerungseinrichtung gekoppelt, daß durch die Ein- und/oder Ausschaltung
des Filmablaufs der einzelnen Kameras zwangläufig die Umschaltung der Tonaufzeichnungsvorrichtung
auf das zu der jeweils im Betriebe befindlichen Aufnahmekamera zugehörige Mikrophon
erfolgt.
-
Durch die zentrale Überwachung der von den einzelnen Kameras erfaßten
Szenenausschnitte läßt sich der Filmverbrauch ganz. wesentlich einschränken, denn
der Aufnahmeleiter kann die Kameras, welche unter einem ungünstigen Blickwinkel
arbeiten oder von denen zur Zeit gerade keine Filmaufnahmen benötigt werden, abstellen
lassen oder durch Fernsteuerung selber ab- und wieder einschalten. Bisher wurden
in solchen Fällen die Szenen von mehreren Kameras gleichzeitig aufgenommen, und
erst nach dem Entwickeln wurden aus den einzelnen Filmstreifen die geeigneten Szenen
ausgewählt und aneinandergefügt. Durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann der Aufnahmeleiter in dem ihm geeignet erscheinenden Zeitpunkt eine Kamera
anlaufen lassen und dafür die bisher laufende Kamera stoppen. Somit wird eine wesentliche
Ersparnis an Filmmaterial erzielt. Ein weiterer bedeutender
Vorteil
ergibt sich dadurch, daß die an der Kontrollstelle sichtbaren fernübertragenen Bilder
nicht farbig sein müssen, sondern als Schwarzweißbilder wiedergegeben werden können,
so daß der Aufnahmeleiter die Bildwirkung der schwarzweißen Wiedergabe der in Wirklichkeit
farbigen Szene beurteilen kann.
-
Die Kontrollstelle wird zweckmäßigerweise in akustischer und/oder
optischer Hinsicht völlig getrennt vom Aufnahmeraum angeordnet. Die von einzelnen
Kameras aufgenommenen Bilder werden üblicherweise im Kleinformat wiedergegeben.
In vielen Fällen wird es jedoch zur Beurteilung der Bildwirkung wünschenswert sein,
die betreffende Szene im Großbild zu sehen. Zu diesem Zweck ist in der ,Kontrollstelle
eine auf die verschiedenen Übertragungskanäle umschaltbare Großbildanlage eingebaut,
auf welcher die zu beurteilende Szene widdergegeben werden kann.