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Prägepresse für halbrunde Stereotypplatten aus einer in erwärmtem
Zustande weich werdenden Kunststoffplatte Stereotypplatten wurden bisher aus Metall
hergestellt, das aus einer Legierung besteht, deren hauptsächlichster Bestandteil
Blei ist. Aus dem Bestreben heraus; Stoffe für Stereotypplatten zu nehmen, die leichter
und im Inland in unbeschränktem Maße zugänglich sind, hat man in neuerer Zeit vorgeschlagen,
zum Herstellen von Druckplatten Kunststoffe zu verwenden. Hierfür kommen alle möglichen
heute bekannten Stoffe in Frage, die sich gegenüber Blei darin grundsätzlich unterscheiden,
daß sie in erwärmtem Zustand nur zähflüssig werden. Infolgedessen ist es nicht möglich,
aus ihnen Stereatypplatten durch einfaches Gießen herzustellen; die Masse dringt
nämlich nicht in die feinen Ausnehmungen derMatrize.Infolgedessenkönnen Stereotypplatten
aus derartigen Kunststoffen nur durch Pressen hergestellt werden. Hierfür sind die
Prägepressen ein Vorbild, die zum Prägen der für die Herstellung der gegos,se @nen
Stereotypplatten notwendigen Matrizen bisher verwendet werden. Derartige Matrizen
werden aber in flacher Form geprägt, da sie später ohne Schwierigkeiten in die halbrunde
Form gebogen werden können.
Ein derartiges Biegen ist jedoch bei
Stereotypp@latten aus Kunststoffen nicht möglich; vielmehr müssen diese in erweichtem
Zustand sofort in einer halbrunden Form geprägt werden.
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Gegenstand der Erfindung ist nun eine solche Prägepresse für halbrunde
Stereotypplatten aus Kunststoffen, die in erwärmtem "Zustand weich werden. Die Erfindung
geht von dem Gedanken aus, d'aß bei einer einfachen Bewegung eines halbzylindrischen
Stempelkopfes einer Prägepresse in einer einzigen radialen Richtung auf die Prägeschale
zu die Prägung an den Stellen um so schlechter wird, je weiter sie von der Stelle
entfernt liegt, auf die sich der Stempelkopf in genau radialer Richtung bewegt.
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Zum Beseitigen dieser Schwierigkeit wird daher gemäß der Erfindung
vorgeschlagen, den halbzylindrischen Stempelkopf einer Prägepresse aus mehreren
Se gmentteilen herzustellen, die in verschiedenen radialen Richtungen oder Richtungskomponenten
bewegt werden.
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Die theoretisch beste Prägung würde sich er, ben, wenn der Stempelkopf
in eine unendliche Zahl von Segmentteilen aufgeteilt ist, die jeweils in der hierzu
gehörenden radialen Richtung bewegt werden. Praktisch ist das nur begrenzt ausführbar.
Im allgemeinen wird es genügen, wenn der Stempelkopf aus zwei Segmentteilen besteht.
Gemäß der Erfindung wird weiter vorgeschlagen, die beiden Segmentteile mittels je
eines Hebels an einem vom Stempel bewegbaren Gelenk anzulenken und auf diese «reise
ein Knieliebelwerk zu bilden. Damit ergibt sich auf bequeme Weise eine gelenkige
gegenseitige Abstützung und eine durch das Kniehebelwerk hoch übersetzte Pregkraft.
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Um die Seginentteile zunächst einmal in Richtung des Stempels in die
Prägeschale hineinzudrücken, sind sie auf einem zweiten Stempel beweglich abgestützt.
Die Bewegungen der baden Stempel sind so aufeinander abgestimmt, das erst
der zweite Stempel und nach Überschreiten eines bestimmten finit ihm erzielten Druckes
der erste Stempel bewegt werden. Die halbrunde Kunststoffplatte erfährt also an
drei Stellen einen Hauptdruck, nämlich in der -litte und nach den beiden Enden zu.
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Die Antriebskraft für die Stempel ist zunächst grundsätzlich beliebig,
zumal mit dem Kniehebe hverk eine große Kraftübersetzung ermöglicht wird. Besonders
zweckmäßig ist es jedoch, wenn die Stempel als hydraulisch bewegte Kolben ausgebildet
sind. Dabei kann die Bewegung der Stempelkolben durch ein Absperr- und überdruckventil
gesteuert werden. Eine den hohen Druckkräften angepaßte und der Anforderung auf
genaues Zusammenpassen aller Teile genügende bauliche Ausbildung der Prägepresse
ergibt sich. %venn die beiden Stempelkolben ineinander und in einem zentral gelegenen
Führungsteil der Presse gelagert sind, an dein Zuganker befestigt sind, über die
der Zylinder einerseits und die Prägeschale anderseits gehalten und nach dem Führungsteil
ausgerichtet sind.
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Damit die Matrize in der Prägeschale satt anliegt, wird weiter die
Anordnung von Saugöffnungen in der Prägeschale vorgeschlagen, die also unter einen
gewissen Unterdruck gesetzt «-erden. Daneben kann die 1latriz@ durch die bekannten
Schließmittel an ihren beiden äußeren Kanten festgehalten werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Es ze@igeti Abb. i und 2 einen Querschnitt und einen Längsschnitt durch die Prägepresse,
Abb. 3 einen Teil des Grundrisses und Abb. d. und 5 den Stempelkopf in einer Seitenansicht
und Vorderansicht.
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In dem zentral in der Presse gelegenen Führungsteil i sind zwei oder
mehr Zuganker 2 ohne jedes Spiel eingesetzt. Unter Zwischenschaltung der Abstandsdicke
3 ist auf der eitlen Seite die Prägeschale q und auf der anderen Seite . der Zylinder
5 durch die Zugstangen. 2 finit dem Führungsstück i verbunden. Passtifte 6 (Abb.
3) richten die Prägeschale 4. und den Zylinder 5 nach den Führungsteil i genau aus.
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In dem Zylinder 5 arbeitet ein Stetnpelkolben 7, der mit seiner Abdichtung
8 gegenüber dem Druckraum 9 des Zylindt#rs 5 abgedichtet ist. Der Stempelkolben
7 trägt auf seiner anderen Seite beweglich die beiden den Stempelkopf bildenden
-Segmentteile to. Diese haben je eine Achse i i. an denen je ein Hebel 1-2 angelenkt
ist, deren andere Enden sich an einer Achse 13 abstützen, die in einem Stempelkolben
14 befestigt ist. Dieser ist in dein Stempelhalben 7 gelagert und mittels einer
Dichtung i 5 gegenüber dein Druckraum 16 in dem Stempelkolben 7 abgedichtet.
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Sowohl der Druckraum 9 als auch der Druckraute 16 stehen mit der Druckseite
eitler livdraulischeu Putilpe 17 in @--erbitidung, jedocli der Druckraum 16 erst
unter Zwischenschaltung eines Überdruckventils 18, dessen Wirksamkeit durch die
Spannung der Feder i9 bestimmt wird.
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Beim Arbeiten der Prägepresse wird also zunächst das Druckmittel,
beispielsweise 01. in den Druckraum 9 gelangen und den Stempelkolben 7 anheben.
Dieser preßt die Scgmentteile io gegen die Prägeschale .I in Richtung der Längsachse
der Stenipelkolbei.
Wird die vorher erwärmte und dadurch erweichte,
auf den Stempelkopf io aufgelegte Kunststoffplatte zwischen der Prägeschale 4 und
den Segmentteilen io mehr und mehr zusammengereßt, und zwar zuerst in der Prägeschalenmitte,
so steigt der Widerstand und damit der Druck des Öles, bis die Spannung der Feder
ig überwunden wird; das Ventil 18 gibt damit den Weg für das Drucköl auch unter
den Kolben 16 frei, so daß sich nunmehr der Stempelkolben 14 hebt und über das Kniehe#belwerk
13, 12 und i i die beiden Enden der Segmentteile io gegen die Prägeschale andrückt.
Die Segmentteile io werden also aus der in Abb. i punktiert gezeichneten Lage in
die ausgezogen gezeichnete Stellung verschoben. Nach dem Prägen der eingelegten
Kunststoffplatte wird der Steuerhebel 2o herumgelegt und die Druckräume g und 16
durch Öffnen des Ventils 21 entlastet. Der Kreislauf des Drucköles ist aus der Abb.
i ohne nähere Erläuterung zu erkennen. Zu bemerken ist noch, daß die Leitung 22
biegsam sein, muß, weil sie der Bewegung des, Stempellkolbens 7 zu folgen hat.
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Damit sich die Segmentteile io beim ersten Anpressen, durch den Stempelkolben
7 mit ihren oberen Kanten nicht in die Kunststoffplatte eindrücken, ist ein dünnes
Blech 23 (Abb,4) um die, gesamte Oberfläche der beiden S agginentteile io gelegt
und mit ihnen beispielsweise durch Niete 24: fest verbunden. An der Trennfuge zwischen
den beiden Segmenttei.len io muß das Blech 23 biegsam sein, da hier Biegungen, wenn
auch nur in sehr kleinem Maßstab, bei und nach jedem Prägevorgang auftreten.
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Um zu verhindern, daß beispielsweise bei zu stark erweichter Kunststoffplatte
diese an der Scheitelstelle zu stark zusammengedrückt und damit für die Verwendung
auf der Rotationsdruckmaschine zu dünn wird, ist eine Mutter 25 vorgesehen, die,
den Hub. des Kolbens 7 begrenzt und beim Anliegen an den Führungsteil i ein Ansteigen
des Öldruckes erzeugt, worauf das Ventil 18 umsteuert.
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Die Matrize 26 wird durch Schlösser 27 festgehalten.; außerdem sorgen
Saugöffnungen 28, die auf dem ganzen Umfang verteilt sind und unter Unterdruck gesetzt
werden, für ein sattes Anliegen der Matrize an der Prägeschales 4.
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Die übrigen aus der Zeichnung ersichtlichen Einrichtungen zum Vorwärmen
und Abkühlen der Platte betreffen nicht das Wesven der Erfindung.