DE756272C - Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Aluminium-Silizium-Legierungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Aluminium-Silizium-Legierungen

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DE756272C
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    • C22C1/04Making non-ferrous alloys by powder metallurgy
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Aluminium-Silizium-Legierungen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Gegenständen aus Aluminium-Silizium-Legierungen, die 2o bis 9o% Silizium und als Rest Aluminium enthalten.
  • Solche Legierungen sind ihrer Zusammensetzung nach an sich bekannt. Gegenstände aus diesen Legierungen wurden bisher jedoch durch Schmelzen der Bestandteile und durch Gießen in die gewünschte Form hergestellt. Weiterhin sind Verfahren zum Herstellen von Gegenständen aus Legierungen bekannt, welche durch. Pressen und Sintern hergestellt werden. So. ist z. B. ein Verfahren zum Herstellen von Hartkörpern für Werkzeuge, insbesondere Ziehsteine; aus Karbiden, Siliziden, Boriden, Aluminiumoxyd oder Gemischen von diesen bekannt, bei welchem die fein gepulverten Ausgangsstoffe in hochfeuerfesten Preßformen bei gleichzeitiger Anwendung mechanischen Druckes von mindestens. ioo kg/cm2 auf eine unterhalb des Schmelzpunktes liegende Temperatur erhitzt werden.
  • Es ist auch ein Verfahren: zum Behandeln von aluminiumhaltigen Körpern bekannt, bei welchem Aluminium und Magnesium oder die Legierung in feinverteilter Form mit einer oder mehreren pulverförmigen Verbindungen, Oxyden, N itriden des gleichen oder eines anderen Leichtmetalls innig vermischt, das Gemisch unter Anwendung von Druck gepreßt und sodann in indifferenter Atmosphäre gesintert wird.
  • Weiterhin ist ein Verfahren zum Herstellen von Preßkörpern aus Pulvern, wie Kupfer, Bronze, Aluminium oder Gemischen solcher Metallpulver mit anderen Bestandteilen, z. B. Graphit, für Lagerschalen und Stromabnehmer bekannt, bei welchem der Preßling durch Erhitzen im Vakuum verfestigt wird, während das Vakuum dabei fortlaufend so niedrig gehalten wird, daß Einschlüsse und Adsorptionsschichten bereits vor Eintritt einer stärkeren Sinterung aus dem Preßling entfernt werden.
  • In der Technik des Gießens von Aluminium-Silizium-Legierungen mit beträchtlichen Gehalten an Silizium wächst die Schwierigkeit der Herstellung gesunder und brauchbarer Gußstücke mit jedem Zusatz des Legierungselements Silizium. Übersteigt der Siliziumgehalt der Legierung etwa :2o'/9, so wird es immer schwieriger, brauchbare Gußstücke herzustellen. Obwohl Aluminiumlegierungen mit mehr als 200/0 Silizium sehr wertvolle Eigenschaften haben, war ihre Verwendung durch die Schwierigkeiten des Vergießens stark eingeschränkt.
  • Gegenüber dem Gießen von Aluminium-Silizium-Legierungen schafft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen von, Gegenständen aus Aluminium-Silizium-Legierungen, die 2o bis go% Silizium und als Rest Aluminium enthalten, wonach das Aluminiumpulver mit pulverförmigem Silizium gemischt und das Gemisch durch Pressen und Sintern verformt wird. Das Pressen und Sintern der pulverförmigen Bestandteile der Legierung kann entweder gleichzeitig oder aufeinanderfolgend vorgenommen werden.
  • Es kann auch die Mischung aus Aluminiumpulver mit pulverförmigem Silizium zu einem Vorwerkstück von der Endform des Gußstückes nahekommender Form gepreßt werden, aus der dann der gewünschte Fertiggegenstand durch Bearbeitung hergestellt wird.
  • Diese gepreßten und homogenisierten Erzeugnisse haben gegenüber den zur Zeit im Handel erhältlichen Aluminium-Silizium-Legierungen, nämlich solchen, welche weniger als z4o/o Silizium enthalten, ein geringeres spezifisches Gewicht, einen geringeren Wärmedehnungskoeffizienten als er bisher bei irgendwelcher aluminiumreichen oder magnesium reichen Leichtlegierung erzielbar war, sowie j eine sehr hohe Druckfestigkeit bei erhöhten i i Tenil),i-aturen. Durch Zusatz anderer metallisclier Bestandteile, z. B. von Magnesium und Beryllium, zur Preßmischung kann man das sl>ezifisclie Gewicht noch weiter vermindern, ohne die geringe Wärmedehnung oder hohe Druckfestigkeit der Ausgangsmischung erheblich zu beeinträchtigen. Ferner kann man durch Zusatz anderer metallischer Bestandteile. wie Eisen, -Mangan u. dgl., die Eigenschaften des gepreßten Aluminium-Silizium-Gemisches verändern oder beeinflussen, um die Eigenschaften des Preßproduktes mannigfachen Zwecken anzupassen.
  • Dabei entstehen beim Zusatz der Elemente, die in geschmolzenem oder festem Zustand unvermischbar oder unlöslich sind, keine Schwierigkeiten, wie es bei der sonst üblichen Herstellung durch Schmelzen und Gießen der Fall ist, da die Körnchen der verschiedenen pulverförmigen Elemente sorgfältig miteinander vermischt und zu einer zusammenhängenden festen Masse gepreßt werden.
  • Bei der Ausführung der Erfindung wird eine berechnete Menge von Metallpulver in einer der gewünschten endgültigen Zusammensetzung entsprechenden Zusammensetzung mechanisch oder mit der Hand gründlich gemischt. Mit zunehmender Feinheit des Pulvers wird eine innigere Legierungswirkung möglich. Das Pulver sollte feiner sein, als etwa 256 Siebmaschen je cm2 entspricht (d.o Maschen des amerikanischen Normalsiebes). Zur Erzielung eines Erzeugnisses von bestmöglichen Eigenschaften werden. vorzugsweise Pulver entsprechend einer Feinheit von z225 Maschen je cm2 (9o Maschen des -.\-o:rmalsiebes) oder von noch größerer Feinheit verwendet. Ein gutes reines Pulver ist besonders erwünscht, das so frei wie möglich von Schmutz od. dgl. sein sollte. Die Pulvermischung wird in eine Preßform gebracht und darin zu einem massiven homogenen Brikett oder Werkstück gepreßt, das gegebenenfalls noch einer maschinellen Fertigbearheitung unterworfen werden kann. Die Preßfortnen für die Mischungen von Aluminiumpulver und Siliziumpulver werden vorzugsweise erwärmt, um den Druck zu verringern. der zur Herstellung eines gesunden, dichten, homogenen Erzeugnisses nötig ist. Drei Maßnahmen wirken zusammen, um das Erzeugnis zu verbessern, nämlich die Wahl der Temperatur, des Druckes und der Dauer des Druckes. Eine Erhöhung der Temperatur, Steigerung des Druckes oder Verlängerung der Druckeinwirkung ergibt eine gesündere, dichtere und homogenere Legierung. Bei der praktischen Ausführung der Erfindung wird bei erhöhten Temperaturen gearbeitet, Hauptsächlich um die Anwendung von hohen Drücken einzuschränken, aber auch wegen der Feststellung, daß erhöhte Temperaturen ein besseres Werkstück ergeben. Die verwendeten Temperaturen haben zwar keine kritischen Werte, doch wird gemäß der Erfindung vorzugsweise in einem Temperaturbereich von etwa 2oo°' C bis dicht unterhalb der Temperatur gearbeitet, bei welcher der beim Legieren der zerkleinerten Mischung gebildete tiefstschmelzende Bestandteil schmilzt oder zu schmelzen beginnt. Innerhalb dieser Temperaturen werden vorzugsweise Drücke in der Größenordnung von etwa 1760 bis: 1o 55o kg je cm2 verwendet, die man auf die in der Preßform eingeschdossene Metallpulvermischung verschieden lange. Zeit wirken läßt, deren Dauer sich umgekehrt mit Temperatur und Druck ändert. Werden z. B. die Formen auf etwa 4oo° C erhitzt, so braucht ein Druck von 703o kg/cm2 nicht länger als etwa 2 Minuten zu wirken, um ein gesundes, dichtes, homogenes Erzeugnis zu ergeben. Andererseits. sollte bei 2oo° C ein Druck von 7030 kg/cm2 etwa 2 Stunden einwirken.
  • Nach dem Herausnehmen des Körpers'aus der Form kann er gemäß der Erfindung durch eine Wärmebehandlung bei erhöhter Temperatur homogenisiert und in seinen physikalischen Eigenschaften weiter verbessert werden. Diese Temperatur sollte vorzugsweise dicht an oder unmittelbar unter dem Schmelzpunkt des tiefstschmelzenden Bestandteils der gepreßten Mischung liegen, jedoch ergeben auch schon Temperaturen von nur etwa 300° C vorzügliche Werte.
  • In der nachfolgenden Zahlentafel sind zwei Vergleichsreihen. von Legierungen mit 400/0 Silizium und 6o% Aluminium und mit 30% Silizium und 70 0/0 Aluminium wiedergegeben, welche einerseits geschmolzen und gegossen und andererseits gemäß der Erfindung gepreßt und gesintert sind.
    Das geringe spezifische Gewicht der geschmolzenen und gegossenen Legierungen gemäß vorstehender Tabelle erklärt sich dadurch, daß gegossene Legierungen. mit den angegebenen Prozentgehalten in technisch brauchbarer Form praktisch nicht herstellbar sind und da,ß die bei den Versuchen als die bestmöglich erhaltenen gegossenen, Legierungen porös waren.
  • Die aus 300/0 Siliziumpulver und 70'/0 Aluminiumpulver bei etwa 4o0° C gepreßte Legierung gemäß vorstehender Tabelle hat eine Streckgrenze von 1995 kg/cm2, nach 24stündiger Wärmebehandlung bei etwa 555° C eine Streckgrenze von 232o kg/cm2. Die Streckgrenze wurde aus der Kraft berechnet, die ausreicht; um beim Zusammendrücken eine Verkürzung um 5'10 zu verursachen.
  • Die gepreßten Legierungen zeichnen sich auch durch eine hohe Druckfestigkeit bei erhöhten Temperaturen aus, und es ist ein Werkstoff von geringem spezifischem Gewicht, geringer Wärmedehnung und hoher Druckfestigkeit geschaffen, das ist eine Vereinigung von Eigenschaften, die dort sehr erwünscht ist, wo der Werkstoff zu einem Teil geformt wird, der bei erhöhten Temperaturen unter Druckbeanspruchungen arbeiten muß. -Die gemäß dem Verfahren hergestellten Gegenstände eignen sich für verschiedene ' Anwendungsgehiete der Technik; gemäß der Erfindung werden sie beispielsweise zur Herstellung von Kolben von. Brennkraftmaschinen verwendet.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Aluminium-Silizium-Legierungen mit 2o bis 9o0/9 Silizium, dadurch gekennzeichnet, daß Aluminiumpulver mit pulverförmigem Silizium gemischt und das Gemisch durch aufeinanderfolgendes oder gleichzeitiges Pressen und Sintern verformt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Pressen bei einer Temperatur durchgeführt wird, die oberhalb 200° C und unterhalb des Schmelzpunkten des am niedrigsten schmelzenden Bestandteils liegt.
  3. 3. Verfahren zur Verbesserung der physikalischen Eigenschaften von Gegenständen, die nach dem in Anspruch 1 oder 2 beschriebenen Verfahren hergestellt sind, dadurch gekennzeicbnet, daß die Sinterkörper durch Glühen bei einer Temperatur oberhalb 300° C und unterhalt) des Schmelzpunktes des am niedrigsten schmelzenden Bestandteils homogenisiert werden.
  4. 4. Anwendung des Verfahrens nach Anspruch i zur Herstellung von Kolben von Brennkraftmaschinen. ZurAbgrenzung des Erfindungsgegenstands vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: Deutsche Patentschrift N r. 504484; Csochralski, »Moderne Metallkunde in TheorioundPraxis«, 1924, Berlin, S.37; Skaupy, Franz, ;>Metallkeramik«, 1930, Berlin, S. 8 und 28.
DEA69069D 1932-06-02 1933-03-25 Verfahren zur Herstellung von Gegenstaenden aus Aluminium-Silizium-Legierungen Expired DE756272C (de)

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