DE73862C - Instrument zur Bestimmung der Deviationen von Compassen - Google Patents
Instrument zur Bestimmung der Deviationen von CompassenInfo
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- DE73862C DE73862C DENDAT73862D DE73862DA DE73862C DE 73862 C DE73862 C DE 73862C DE NDAT73862 D DENDAT73862 D DE NDAT73862D DE 73862D A DE73862D A DE 73862DA DE 73862 C DE73862 C DE 73862C
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
- G01C17/00—Compasses; Devices for ascertaining true or magnetic north for navigation or surveying purposes
- G01C17/38—Testing, calibrating, or compensating of compasses
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 42: Instrumente.
, ■ Das Instrument, das auf der Zeichnung dargestellt ist, besteht aus einem in Grade eingetbeilten
Ringe -R, der. an der Unterkante seines Centrums einen kleinen beweglichen Steuer-Zapfen
hat, welcher dazu bestimmt ist, in einer Vertiefung in der Mitte des Gompafsdeckels zu
ruhen.
Eine Alhidade A, die mit zwei senkrechten Magneten M und M1 versehen ist, deren Pole
einander entgegengesetzt gerichtet sind, ist um einen Zapfen an der Oberkante des Ringes
drehbar.' Die Magnete können mit Hülfe der Doppelschraube 5 einander genähert oder von
einander entfernt werden und ihr gegenseitiger Abstand in Millimetern kann auf der Scala J
abgelesen werden. '
Der Zeiger V geht durch die Peripherie des Ringes und den Centrumszapfen; derselbe wird
auf dem Compafsdeckel in Lä'ngsschiffs-Richtung gestellt.
Das Instrument kann bei Nebel und trüber Witterung, sowie übrigens unter allen Verhältnissen,
wenn die Bewegungen des Schiffes nicht zu heftig sind und die Steuerung gut ist,
ohne Peilungen benutzt werden, um:
ι. den Compafs sowohl für halbkreisartige
als viertelkreisartige Deviation zu compensiren;
2. die Deviation für alle Kurse zu finden.
Ferner, wenn die viertelkreisartige Deviation
Ferner, wenn die viertelkreisartige Deviation
im Voraus compensirt ist, ohne Peilungen
3. die Lage der Compensationsmagnete dadurch zu controliren, dafs man das Schiff auf
zwei Compafskurse bringt;
.4. die Deviation für den gesteuerten Compafskurs zu controliren und die Deviationstabelle durch eine Kursveränderung zu reconstruiren.
Sowie endlich, wenn die viertelkreisartige Deviation compensirt und der magnetische
Kurs bekannt ist, um:
5. die Compensation der halbkreisartigen Deviation ohne Kursveränderung zu controliren,
also auch um die Compensationsmagnete anzubringen oder richtig zu stellen, wenn das
Schiff am Bollwerk oder vor Anker liegt;
6. die Deviation durch Reconstruction der Deviationstabelle ohne Kursverä'nderung zu
controliren.
Die Anwendung des Instrumentes beruht auf folgenden Verhältnissen:
Die Kräfte, welche auf die Compafsnadel einwirken, sind der horizontale Component
des Erdmagnetismus und der horizontale Component des Schiffsmagnetismus. Die Nadel
wird sich nach der. Resultante dieser Kräfte stellen, und sie wird folglich verschiedene Richtungen
haben, wenn das Schiff sich auf verschiedenen Kursen befindet.
; Wenn die Magnete des Instrumentes einen derartigen gegenseitigen Abstand haben (Normalstellung), dafs sie, wenn das Instrument auf dem Compasse angebracht ist, ebenso stark auf die Compafsnadeln wirken wie der. horizontale Theil der erdmagnetischen Kraft an Bord, so werden dieselben, wenn die Alhidade winkelrecht auf die Richtung der Nadel gestellt ist, sofern sich nicht andere Kräfte geltend machen, bewirken, dafs die Nadeln eine Ablenkung von 45 Graden machen, wogegen die Ablenkung eine andere wird, wenn
; Wenn die Magnete des Instrumentes einen derartigen gegenseitigen Abstand haben (Normalstellung), dafs sie, wenn das Instrument auf dem Compasse angebracht ist, ebenso stark auf die Compafsnadeln wirken wie der. horizontale Theil der erdmagnetischen Kraft an Bord, so werden dieselben, wenn die Alhidade winkelrecht auf die Richtung der Nadel gestellt ist, sofern sich nicht andere Kräfte geltend machen, bewirken, dafs die Nadeln eine Ablenkung von 45 Graden machen, wogegen die Ablenkung eine andere wird, wenn
der Magnetismus des Schiffes gleichzeitig auf den Compafs wirkt.
Es soll hier nicht näher beschrieben werden, wie man die Normalstellung findet, sondern
nur in Kürze erklärt werden, wie das Instrument benutzt wird.
Der Zweck des Instrumentes ist, die Ablenkung zu messen, welche die Rose für einen
oder mehrere Kurse erfährt, wenn die Alhidade winkelrecht auf die Richtung der Compafsnadel
gestellt ist. Sobald das Schiff sich im Kurse nach dem Compafs befindet, welcher
corrigirt oder untersucht werden soll, liest man den entsprechenden Kurs auf einem Hülfscompafs
(einem der anderen Compasse des Schiffes) ab und hält denselben so genau wie
möglich nach diesem.
Das Instrument setzt man nun auf den Compafsdeckel mit dem Zeiger V im Diametralplane
und dem einen Ende der Alhidade über Nord der Rose. Die Alhidade wird darauf langsam 90° (am besten nach und nach) gedreht,
bis sie quer über der ursprünglichen Richtung der Compafsnadel steht.
Die Compafsnadel wird dann abgelenkt und kann mit etwas Uebung schnell zur Ruhe gebracht
werden, worauf die Ablenkung abgelesen wird, während das Schiff den Kurs genau
nach dem Hülfscompasse legt.
Beispielsweise soll hier angeführt werden, wie das Instrument zur Compensation des
Compasses benutzt wird.
Die Ablenkungen für die Compafskurse JV O u. s. w. wird mit U0, Us u. s. w. bezeichnet.
Man lege das Schiff auf den Compafskurs Nord, setze das Instrument auf den Deckel
und finde U0 (abzulesen, wenn das Schiff den genauen Kurs innehat), bringe die Rose in
ihre ursprüngliche Lage und zur Ruhe und entferne das Instrument.
Man steuere den Compafskurs Ost und finde U6 wie oben, bringe die Rose zurück und
zur Ruhe, entferne das Instrument, steuere den Compafskurs Süd und finde UlR. Die Alhidade
behält ihre Querstellung, während längsschiffs ein Compensationsmagnet so gelegt
wird, dafs die Ablenkung zu Y2 (U0 -f- U16)
verändert wird. Die Rose geht zurück und zur Ruhe; das Instrument wird entfernt.
Man steuere endlich den Compafskurs West, finde U21 und bringe querschiffs einen Compensationsmagnet
an, bis die Ablenkung gleich V2 (U, + U2J wird.
Ist die Mittelzahl der Ablenkungen auf Ost- und Westkurs nicht gleich der Mittelzahl der
Ablenkungen auf Nord- und Südkurs, so behält man den Compafskurs West bei, und darauf
bringt man zur Aufhebung der viertelkreisartigen Deviation zwei Kugeln quer vor dem
Compasse an bis V2 (U8 + U2J = V2 (U0
+ U1J.
Das Instrument kann auch auf eine etwas andere Weise benutzt werden.
Beispielsweise soll hier angeführt werden, wie das Instrument zur Controlirung der Compensation
ohne Kursveränderung benutzt wird.
Die viertelkreisartige Deviation ist compensirt und der magnetische Kurs bekannt.
Man bestimme den magnetischen Kurs und halte denselben genau, setze das Instrument
auf den Compafs und stelle das eine Ende der Alhidade ebenso viele Grade vom Diametralplane,
wie die magnetische Nordlinie liegt, aber nach der entgegengesetzten Seite.
Man verstelle querschiffs den Compensationsmagnet, bis die Compafsnadel genau längsschiffs
steht, drehe darauf das Ende der Alhidade i8o° nach Norden hin und verstelle den
Magnet längsschiffs, bis die Compafsnadel genau querschiffs zeigt. Die Rose wird zurück- und
zur Ruhe gebracht. Das Instrument wird entfernt. Soll das Resultat gut werden, so darf das
Schiff nicht näher als einen Strich von den magnetischen Kursen N, S, O oder W liegen.
Sofern die viertelkreisartige Deviation im Voraus compensirt ist, können die CompenT
sationsmagnete auf diese Weise angebracht werden, während das Schiff am Bollwerk oder
vor Anker liegt, jedoch unter der Voraussetzung, dafs sich keine grofsen Eisenmassen,
wie andere Schiffe, Eisenkrahne oder dergleichen, in zu grofser Nähe befinden, sowie
ferner, dafs der Dampf in Bereitschaft, das Schiff im Uebrigen segelfertig und die Schraube
womöglich im Gange ist.
Ist die viertelkreisartige Deviation nicht im Voraus compensirt, so wird die Anbringung
der Gegenmagnete nur eine annähernde, aber doch genügend genau werden, um die endgültige
Compensation in hohem Grade zu erleichtern.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Instrument, welches auf jedem beliebigen Compasse angebracht werden kann, um' denselben, sowohl mit als ohne Kursveränderung und ohne Bestimmung der Richtung des magnetischen Meridians, zu compensiren oder seine Deviation ohne Hülfe von Peilungen zu untersuchen, bestehend aus einem mit beweglichem Centrumszapfen versehenen eingetheilten Ringe (R), der auf den Deckel eines Compasses mit seinem Zeiger (V) in die Indexebene gestellt wird, und einer Alhidade (A), die um das Centrum des Ringes gedreht werden kann, und deren Winkel mit der Indexebene des Compasses auf der Gradeintheilung des Ringes abgelesen werden kann, welche Alhidade mitzwei senkrecht stehenden Magnetstäben (M und M1J versehen ist, die während des Gebrauches so gestellt werden, dafs sie ebenso stark auf die Compafsnadel wirken wie die magnetische Horizontalkraft der Erde an Bord des Schiffes auf die Stelle des Compasses, und die mit Hülfe einer Schraube (S) mit entgegengesetzt geschnittenen Gewinden der Mitte der Alhidade in horizontaler Richtung näher oder ferner gebracht und deren Abstände von hier auf der Millimeterscala (J) abgelesen werden können.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE73862C true DE73862C (de) |
Family
ID=346960
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT73862D Expired - Lifetime DE73862C (de) | Instrument zur Bestimmung der Deviationen von Compassen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE73862C (de) |
-
0
- DE DENDAT73862D patent/DE73862C/de not_active Expired - Lifetime
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