DE732287C - Verfahren zur Stabilisierung der sensitometrischen Eigenschaften unbelichteter Halogensilberemulsionen - Google Patents
Verfahren zur Stabilisierung der sensitometrischen Eigenschaften unbelichteter HalogensilberemulsionenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von in bezug auf die sensitometrischen
Eigenschaften sich nicht ändernden Halogensilberemulsionsschichten, insbesondere
mit verhältnismäßig niedriger Empfindlichkeit. Die kennzeichnenden sensitometrischen
Größen dieser Materialien bleiben im wesentlichen konstant, wenn sie unter Standardbedingungen gemessen werden.
to Es ist bekannt, daß die sensitometrischen Größen photographischer Materialien, wie z. B.
Empfindlichkeit, Kontrast oder Gamma, Neigung zum Schleiern u dgl., sich im Laufe der
Zeit ändern und daß sich diese sensitometrisehen Größen unter den gewöhnlichen atmosphärischen
Bedingungen in den Wochen nach der Herstellung, gewöhnlich sechs oder zwölf Wochen, in den meisten Fällen sehr schnell
ändern. Diese Größen werden im wesentlichen konstant, vorausgesetzt, daß die atmosphärischen Bedingungen, Temperatur
und Feuchtigkeit, unter denen der Film aufbewahrt wird, konstant bleiben.
Es ist jedoch bis jetzt kein Verfahren bekanntgeworden, welches dem Hersteller in
bezug auf die sensitometrischen Eigenschaften des Materials Sicherheit geben könnte, nachdem
dieses Material den Fabrikationsgang verlassen hat und beim Versand und bei der Lagerung wechselnden Bedingungen ausgesetzt
wird, die nicht mehr kontrolliert werden können.
Erfindungsgemäß ist festgestellt worden, daß man ein photographisches Material herstellen
kann, dessen kennzeichnende Größen in solchem Maße stabilisiert sind, daß ihre
Werte trotz darauffolgender Änderungen der atmosphärischen Bedingungen beim Lagern
erhalten bleiben und dessen Empfindlichkeit in solcher Höhe stabilisiert ist, daß sie nahezu
der Empfindlichkeit unmittelbar nach der ίο Herstellung entspricht.
Wenn die Eigenschaften eines Materials als
stabilisiert bezeichnet werden, so soll darunter verstanden werden, daß bei diesem Material
die Fähigkeit zur Erhaltung dieser Eigenschäften verbessert wird, wenn es unter gewöhnlichen
atmosphärischen Bedingungen, die jedoch beliebig veränderlich sein können, eingelagert
wird, und daß die kennzeichnenden Werte sich gleichmäßiger erhalten als bei einem Film, der nicht nach dem Verfahren
der Erfindung behandelt worden ist.
Nach einer Ausführungsform des Verfahrens wird das Material während längerer Zeit
in einer trockenen Atmosphäre gelagert. In dieser Atmosphäre soll der Feuchtigkeitsgehalt
des Materials in einem Maße verringert werden, wie dies in bezug auf Feuchtigkeit
dem Gleichgewicht mit einer Atmosphäre von gewöhnlicher Zimmertemperatur und normalern
Druck und einer relativen Feuchtigkeit von nicht mehr als 2 °/o>
vorzugsweise jedoch weniger als 1 °/o> entspricht.
Bei einem1 photographischen Material, das bei weniger als 5 % relativer Luftfeuchtigkeit
gelagert wird, zeigt sich eine bestimmte Verbesserung gegenüber solchem Material, das
unter den gewöhnlichen Lagerungsbedingungen aufgehoben wird; wird jedoch das Material
bei einer relativen Feuchtigkeit von 10% ge~
lagert, so erweist es sich gegenüber dem unter gewöhnlichen Bedingungen gelagerten Material
kaum verbessert.
Bei der Verwendung eines Kinopositivfilms' kann das Material geschnitten, perforiert und
auf Spulen gewickelt sein und in Lagerkammern aufbewahrt werden, in denen sich Calciumchlorid
in solcher Menge befindet, daß die Luftfeuchtigkeit genügend niedrig bleibt. Es können auch andere Trocknungsmittel verwendet
werden, z. B. Magnesiumperchlorat, aktivierte Kohle, aktiviertes Aluminiumoxyd, Silicagel oder Schwefelsäure.
Die Feuchtigkeit kann auch auf mechanischem Wege entfernt werden, z.B. dadurch,
daß die Luft durch eine Gefrieranlage zirkuliert, wobei die Feuchtigkeitsmenge auf den
gewünschten Betrag herabgesetzt werden kann. Dies kann auch durch eine Vakuumbehandlung
erreicht werden, indem der Druck während einer langen Zeit so niedrig gehalten
wird, daß im wesentlichen alle Feuchtigkeit und alle flüchtigen Substanzen aus dem lichtempfindlichen
Material verdampfen. Die zurückbleibende Feuchtigkeit soll äquivalent sein j zu der obenerwähnten relativen Feuchtigkeit
bei atmosphärischem Druck.
Diese letzte Methode muß von der reinen Lagerung des Materials in einem Vakuum
unterschieden werden. Es ist bereits vorgeschlagen worden, photographisches Material
ebenso wie Nahrungsmittel oder Tabak zur Konservierung unter Vakuum aufzubewahren.
Bei diesem Verfahren wird jedoch im wesentlichen alle Feuchtigkeit mit den übrigen flüchtigen
Verbindungen in den Produkten zurückgehalten, obwohl ein Teil der Luft entfernt
worden ist. Bei der gewöhnlichen Aufbewahrung im Vakuum wird der Behälter eine kurze
Zeit teilweise evakuiert und dann abgedichtet, wobei die Feuchtigkeit und die anderen fluchtigen
Substanzen in dem Produkt zurückbleiben. Nach dem Verfahren der Erfindung wird
jedoch im wesentlichen alle Feuchtigkeit mit den anderen flüchtigen Verbindungen sowohl
aus der Emulsion wie aus der Unterlage entfernt, weil die photographischen Erzeugnisse
einer langen Trockenperiode unterworfen werden.
Die Trocknung kann auch schnell durchgeführt werden, indem die photographischen
Materialien während kurzer Zeit einer verhältnismäßig hohen Temperatur ausgesetzt
werden, worauf sie durch beliebige geeignete Maßnahmen während eines vorherbestimmten
Zeitraumes in diesem Trockenzustand gehalten werden.
Weiterhin kann das photographische Material, z. B. der Film, einer verhältnismäßig
niedrigen Temperatur von etwa minus 400 ausgesetzt werden; diese Behandlung entspricht
einer Entfernung des Wassers und anderer flüchtiger Substanzen aus dem lichtempfindlichen
Material. Das Material wird darauf während eines vorherbestimmten Zeitraums auf dieser Temperatur gehalten. Da
der Dampfdruck auf einen sehr niedrigen Wert fällt, wird die Wirkung der Feuchtigkeit und
der anderen flüchtigen Substanzen in der Unterlage oder in der Emulsion so lange ausgeschaltet,
wie das Material auf der tiefen Temperatur gehalten wird. Das Material wird jedoch schnell und leicht wieder feucht, wenn
es zum Gebrauch herausgenommen wird.
Es ergibt sich, daß nach solch langer Trokkenzeit die Gelatineemulsionsschicht brüchig
werden kann und vor dem Gebrauch wieder angefeuchtet werden muß.
Erfindungsgemäß ist festgestellt worden, daß auch dann, wenn die verlängerte Trocknung
erst einige Zeit nach der Herstellung beginnt, während welcher Zeit die sensitometrischen
Eigenschaften des Materials sich
schon geändert haben können, die Trocknung sich in Hinsicht auf die Stabilisierung als
wertvoll erweist. In diesem Falle wird manchmal die Empfindlichkeit des Materials auf den
Wert stabilisiert, den das Material beim Beginn der Trocknung hatte. In anderen Fällen
jedoch steigt die Empfindlichkeit und wird auf einen Wert stabilisiert, der nahezu der
ursprünglichen Empfindlichkeit entspricht. Das
ίο Verfahren eignet sich vorzugsweise zur Behandlung
von Filmen mit Bromsilberemulsionen, die optisch nicht sensibilisiert sind, und zeigt eine besonders gute Wirkung bei
feinkörnigen, verhältnismäßig niedrig empfindlichen Emulsionen. Im allgemeinen sind
dies gewaschene Emulsionen; sie können ammanjakalisch. odier auch nichtammoniakalisch
sein. Wie dies bekannt ist, können solche Emulsionen auch Jodsilber bis zu etwa 5 %
der gesamten Halogensilbermenge enthalten. Beispiele für besonders geeignete Filme sind
Kinopositivfilme, Kinoduplikatfilme oder Tonfilme. Das Verfahren kann aber auch auf
• höher empfindliche, auch optisch sensibilisierte Filme angewendet werden, doch ist seine Wirkung
dann" im allgemeinen weniger stark. Werden photographische Platten dem Trocknungsverfahren
unterzogen, so neigt die Emulsion zum Abblättern von der Glasplatte; diese
Neigung kann jedoch durch Zusatz eines geeigneten Weichmachungsmittels zur Emulsion
unterdrückt werden.
Bei der Durchführung der vorliegenden Erfindung' ist festgestellt worden, daß die
Filme nach dreiwöchigem Lagern unter den angegebenen Trocknungsbedingungen bald metrische Eigenschaften zeigen, wenn sie
unter gewöhnlichen Lagerungsbedingungen aufgehoben werden; jedoch behalten sie eine
höhere und besser konstante Empfindlichkeit als unbehandelte Filme. Noch deutlicher werden
dieErgebnisse nach sechs Wochen, während nach einer Zeit von neun Wochen Filme vom
Typ des Kinopositivfilms stabilisiert sind und keine merkliche Änderung in den sensitometrischen
Eigenschaften zeigen, wenn sie anschließend unter gewöhnlichen Bedingungen gelagert werden. In einigen Fällen muß die
Trocknungszeit über neun Wochen hinaus verlängert werden, wenn der Film seine maximale
Stabilisierung erreichen soll. Es muß beachtet werden, daß alle sensitometrischen
Messungen an Filmen durchgeführt wurden, die in Gleichgewicht mit identischen atmosphärischen
Bedingungen, d. h. Temperatur und relative Feuchtigkeit, gebracht worden waren. Da in den großen Filmlaboratorien die
Feuchtigkeit und Temperatur der Luft geregelt wird, hat es der Hersteller in der Hand,
die sensitometrischen Eigenschaften des Films beim Gebrauch zu ermitteln, wenn er den
Film unter den entsprechenden atmosphärischen Bedingungen prüft. Es verhalten sich
jedoch nicht nur die sensitometrischen Eigenschaften des stabilisierten Films besser konstant,
wenn dieser unter wechselnden atmosphärischen Bedingungen aufbewahrt und wenn er belichtet wird, nachdem er in Gleichgewicht
mit den atmosphärischen Standardbedingungen gebracht worden ist. Vielmehr
verhalten sich diese Eigenschaften auch dann nahezu konstant, wenn der Film vor der Belichtung
in Gleichgewicht mit anderen atmosphärischen Bedingungen gebracht worden ist.
Es muß bemerkt werden, daß zwar die Empfindlichkeit des beispielsweise angegebenen
Films während der Trocknungsperiode nahezu konstant bleibt und nicht abfällt, während der Kontrast oder das Gamma der
Emulsion sich in demselben Maße ändern kann, wie dies unter gewöhnlichen Bedingungen
der Fall ist, aber doch schließlich bei einem bestimmten Wert stabilisiert wird. Bei
Filmen, die im Gegensatz dazu nicht der verlängerten Trocknungsbehandlung unterworfen
sind, verhält sich der Kontrast genau so unbestimmt wie die Empfindlichkeit. Mit anderen
Worten, die Behandlung stabilisiert sowohl Empfindlichkeit wie Kontrast, und zwar die Empfindlichkeit auf einen höheren
Wert, als er sonst vorhanden wäre, und den Kontrast im wesentlichen auf den Wert, der ·
am Ende der Trocknungsperiode vorhanden ist.
Ebenso ist festgestellt worden, daß die Neigung zum Schleiern ebenfalls stabilisiert wird,
d. h. diese Eigenschaft des Materials hält sich nach der angegebenen Behandlung während
einer beachtlich langen Zeit im wesentlichen gleichförmig und auf einen Wert, wie er am
Ende der Behandlung vorhanden ist.
Es muß weiter beachtet werden, daß zwar bei den in der Beschreibung angegebenen Beispielen
die Werte der sensitometrischen Eigenschaften, wie Empfindlichkeit und Kontrast,
unter den üblichen Lagerungsbedingungen fallen, daß jedoch bestimmte photographische
Materialien bei bestimmten Lagerungsbedingungen beim Altern einen Empfindlichkeitszuwachs erfahren. Nach dem Verfahren der
Erfindung werden auch in diesen Fällen stabile Verhältnisse erzielt.
Eine Änderung der Temperatur während der Behandlungsperiode, die innerhalb der
Grenzen der üblichen Verwendung liegt, verursacht keine wesentliche Änderung der Eigenschäften
des stabilisierten Films.
Es ist nicht bekannt, wie lange ein Film, der gemäß dem Verfahren der Erfindung behandelt
worden ist, im stabilisierten Zustand bleibt. Es ist jedoch festgestellt worden, daß
sich der Film ohne Verschlechterung viele Monate lang in demselben Zustand hält.
In den beigefügten Zeichnungen ist die Wirkung der verlängerten Trocknungszeit
graphisch dargestellt; diese Ergebnisse sind aus Versuchen ermittelt worden. Die Abb. ι bis 7 zeigen das Verhalten von
Filmen unter verschiedenen Bedingungen. Es wurde stets derselbe Typ, nämlich Kinopositivfilm,
gewählt, um einen Vergleich zu ermöglichen. Bei den Abb. 1 bis 5 stellen die
ι ο Ordinaten die Empfindlichkeit in willkürlichen Maßeinheiten dar; in den Abb. 6 und 7 stellen
die Ordinaten den Kontrast oder das Gamma dar. Die Abszissen stellen in allen Abbildungen
die Zeit in Wochen dar. Wenn in der folgenden Beschreibung und in den Abbildungen
auf bestimmte Temperaturen und auf eine bestimmte relative Feuchtigkeit Bezug genommen
wird, so soll damit auf eine Atmosphäre Bezug genommen werden, die auf den angegebenen Werten gehalten wird.
Da beim gewöhnlichen Herstellungsverfahren das Schneiden, Perforieren und Packen
des Films nur in mehreren Tagen durchgeführt werden kann, wurden die Filme erst nach drei
Tagen in die Trockenkammer eingelegt. Daraus erklärt sich die Empfindlichkeitsverringerung
während der ersten Woche.
In jeder der Abb. 1 .bis 5 sind verschiedene
Filme a, b, c und d dargestellt. Der Film a wurde in die Trockenkammer eingelegt und
' auf einer konstanten Temperatur von 210C
gehalten. Der Film b wurde zur selben Zeit wie α in die Trockenkammer eingelegt und
eine bestimmte Zeit darin aufbewahrt, deren Anfang und Ende durch starke senkrechte
Linien A und B dargestellt ist, und anschließend in einer Atmosphäre von 210C und 50%
relativer Feuchtigkeit aufbewahrt. Der Film c
wurde derselben Trocknungsbehandlung wie b unterworfen und anschließend auf einer Temperatur
von 260 C und auf relativer Luftfeuchtigkeit von 27 °/0 gehalten. Der Film d
wurde überhaupt nicht getrocknet und bei 210C und einer relativen Feuchtigkeit von
50 % aufbewahrt.
In allen Fällen wurden die Filme vor der
Prüfung wieder angefeuchtet, wenn auch die Experimente zeigen, daß die Empfindlichkeit
auch ohne vollständige Wiederanfeuchtung dieselbe sein dürfte.
In allen Abbildungen sind die Kurven, die den oben angeführten Bedingungen entsprechen,
mit a, b, c und d bezeichnet; die Kurve d ist in allen der Abb. 1 bis 5 dieselbe.
In Abb. ι wurden die drei Tage alten Filme a, b und c in die Trockenkammer eingelegt;
b und c wurden am Ende von drei Wochen herausgenommen. Man sieht, daß in
der Trockenkammer die Empfindlichkeit der drei Filme nach kurzer Zeit konstant wurde,
daß sie jedoch nach dem Herausnehmen abfiel und einem konstanten Wert zustrebte, der
jedoch höher war als beim Film d, der nicht getrocknet worden war.
Die Abb. 2 und 3 erläutern die Ergebnisse desselben Verfahrens, bei dem jedoch b und c
am Ende von sechs bzw. neun Wochen aus der Trockenkammer entfernt wurden. Man sieht
aus Abb. 3, daß die Kurven a, b und c für die Zeit nach neun Wochen zu einer geraden Linie
zusammenfallen.
Abb. 3 zeigt die Eigenschaften von drei Filmen, die ebenso wie d neun Wochen
lang bei 210C und bei einer relativen
Feuchtigkeit von 50 °/0 und anschließend unter
verschiedenen Bedingungen aufbewahrt wurden. In dieser Abbildung zeigt e die Empfindlichkeit
eines Films, der nach der neunten Woche bei 210C und 25 % relativer Feuchtigkeit
aufbewahrt wurde; / zeigt den Film, der anschließend bei io° C und 50 % relativer
Feuchtigkeit, und g den Film, der bei 26: C
und 27 °/o relativer Feuchtigkeit aufbewahrt wurde. Während die Filme α, b und c, die
neun Wochen lang getrocknet wurden, genau die gleiche Empfindlichkeit haben, obgleich
sie unter sehr verschiedenen'atmosphärischen Bedingungen gelagert wurden, zeigen die
Filme d, e, f und g, die alle unter gleichen Bedingungen,
jedoch ohne Trocknung neun Wochen lang aufbewahrt wurden, sehr verschiedene Empfindlichkeiten, wenn sie anschließend
unter verschiedenen Bedingungen gelagert wurden.
In den Abb. 4 und 5 sind die Ergebnisse dargestellt, wenn die Filme a, b und c erst '
einige Wochen nach der Herstellung in die Trockenkammer eingelegt werden, wobei sie
in der Zwischenzeit ebenso wie Film d unter Standardbedingungen bei 210C und 5O%100
relativer Feuchtigkeit aufbewahrt wurden. In Abb. 4 beträgt die Zeit nach der Herstellung
drei Wochen, in Abb. 5 sogar neun Wochen; gemäß den beiden Abbildungen wurden die
Filme neun Wochen lang in der trockenen «05
Atmosphäre aufbewahrt. Man sieht, daß in jedem Falle die Kurven a, b und c ebenso wie
in Abb. 3 identisch sind. Obwohl alle Filme vor der Trocknungsbehandlung an Empfindlichkeit
verloren hatten, wenn sie unter denselben Bedingungen aufbewahrt wurden, so sieht man doch, daß die Filme a, b und c
einen großen Teil ihrer Emfindlichkeit. während der neunwöchigen Trocknungsbehandlung
wiedergewannen und daß danach ihre Empfindlichkeit
auf den Wert stabilisiert wurde, den sie am Ende dieser Periode hatten.
In Abb. 6 ist eine Kurve h dargestellt, die das Gamma oder den Kontrast von vier Filmen
zeigt, die nach drei Tagen in eine Trockenkammer eingelegt und bis zum Ende der neunten Woche darin aufgehoben wurden,
/ worauf sie unter den verschiedenen Bedingungen aufbewahrt wurden, die durch die Zahlen
in den Abbildungen gekennzeichnet sind.
In Abb. 7 sind Kurven k und / dargestellt,
welche die Änderung des Gammas bei vier Filmen zeigen, die alle neun Wochen lang unter
den Standardbedingungen, 210C und 50%
relativer Feuchtigkeit, aufbewährt und dann den verschiedenen Bedingungen unterworfen
to wurden, die'an den einzelnen Kurven angegeben
sind. Man sieht aus Abb. 7, daß der Film, der unter denselben Lagerungsbedingungen
aufgehoben wird, seinen Kontrast beibehält, wie durch die Kurve k dargestellt wird.
'5 Im Gegensatz dazu ändert sich jedoch der Kontrast bei den drei anderen, die unter verschiedenen
Bedingungen aufbewahrt werden. Die Änderung ist für alle drei ziemlich gleich,
wie dies durch die Kurve / für alle drei Filme dargestellt wird. Man sieht weiterhin aus
Abb. 6 und 7, daß bei den einzelnen Versuchen diejenigen Filme etwas mehr Kontrast verloren,
die der Txocknungsbehandlung unterzogen wurden, als die Filme, die unter gewohnlichen
Bedingungen aufbewahrt wurden; jedoch behielten jene Filme unter allen Umständen
den Wert bei, den sie einmal angenommen hatten, während die unter gewöhnlichen Bedingungen neun Wochen lang aufgehobenen
Filme ihren Kontrast nicht beibehielten, wenn sie anschließend unter anderen atmosphärischen Bedingungen aufgehoben
wurden.
Alle Messungen wurden an Filmen durchgeführt, die im Gleichgewicht mit festen atmosphärischen Bedingungen, d. h. Temperatur und relative Feuchtigkeit, gebracht worden waren.' ·
Während die Lagerungsbedingungen bei jeder der angegebenen Kurven nach der Trocknungsbehandlung konstant gehalten wurden, wurden jedoch auch dann im wesentlichen dieselben Resultate erzielt, wenn die Bedingungen nach der Trocknung häufig und stark schwankten.
Alle Messungen wurden an Filmen durchgeführt, die im Gleichgewicht mit festen atmosphärischen Bedingungen, d. h. Temperatur und relative Feuchtigkeit, gebracht worden waren.' ·
Während die Lagerungsbedingungen bei jeder der angegebenen Kurven nach der Trocknungsbehandlung konstant gehalten wurden, wurden jedoch auch dann im wesentlichen dieselben Resultate erzielt, wenn die Bedingungen nach der Trocknung häufig und stark schwankten.
Es wird vorgeschlagen, das Verfahren auf alle Arten lichtempfindlicher photographischer
Materialien anzuwenden, und zwar sowohl auf Halogensilbergelatineschichten als auch
auf solches Material, wo die lichtempfindliehen Silbersalze in einem anderen hochmolekularen
Medium eingebettet sind. Dabei können die lichtempfindlichen Schichten auf jede beliebige Unterlage, wie Papier, Film
oder Glas, aufgetragen sein; jedoch muß das Verfahren unter Berücksichtigung der Ergebnisse
abgeändert werden, die man mit den verschiedenen Produkten erhält. Ebenso ändert
sich die Stärke des Stabilisierungseftekts in Hinsicht auf die verschiedenen photographisehen
Eigenschaften, wie Empfindlichkeit, Kontrast, Schleierfreiheit u. dgl., beträchtlich
mit den lichtempfindlichen Materialien.
Unter dem Ausdruck stabilisieren soll verstanden werden, daß bei photographischem
Material die Fähigkeit zum Beibehalten einer oder mehrerer sensitometrischer Eigenschaften
verbessert wird, wenn das Material unter beliebigen normalen atmosphärischen Bedingungen
gelagert wird, wobei jedoch die Messungsmethoden des Films,' wie Anpassen an
die betreffenden Bedingungen, Belichten, Entwickeln usw., gleichbleiben müssen.
Claims (2)
1. Verfahren zum Stabilisieren der sensitometrischen Eigenschaften unbelichteter
Halogensilberemulsionen während der Lagerung, dadurch gekennzeichnet, daß das Material während längerer Zeit, 8t>
vorzugsweise mehr als sechs Wochen lang, in einer trockenen Atmosphäre gelagert wird, bis es in bezug auf seinen Feuchtigkeitsgehalt
im Gleichgewicht mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von weniger als
2 °/0, vorzugsweise weniger als 1 °/o, bezogen
auf normalen Druck und normale Temperatur, steht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trocknung so lange
durchgeführt wird, bis die sensitometrischen Eigenschaften des behandelten Materials
sich nicht mehr wesentlich ändern, wenn dieses anschließend bei veränderlicher Temperatur und Feuchtigkeit aufbewahrt
wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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