DE714280C - Verfahren und Einrichtung zur Ermittlung giftiger Stoffe, insbesondere chemischer Kampfstoffe, auch in physiologisch nicht reizender Konzentration - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Ermittlung giftiger Stoffe, insbesondere chemischer Kampfstoffe, auch in physiologisch nicht reizender KonzentrationInfo
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Description
- Verfahren und Einrichtung zur Ermittlung giftiger Stoffe, insbesondere chemischer Kampfstoffe, auch in physiologisch nicht reizender Konzentration Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung, die es gestatten, Giftstoffe und giftige Gase, insbesondere sämtliche Kampfstoffe,. unterhalb ihrer Reizgrenze in der Luft und anderen Stoffen, z. B. Lebensmitteln, festzustellen.
- Es ist bekannt, daß eine Anzahl von Gasen und . Dämpfen eine Flammenfärbung hervorrufen. Auch eine Reihe von flüchtigen Metallverbindungen verleihen der Flamme eine für das Metall charakteristische Färbung. Insbesondere aber erteilen alle halogenhaltigen Stoffe oder auch Vei-bindungen der Pseudohalogene mit geeigneten Metallen oder Oxyden, insbesondere mit Kupferoxyd, in der Flamme erhitzt, dieser eine lebhafte Färbung. Eine Reihe von Gasen, Dämpfen oder Schwebstoffen vermögen eine Lumineszenz oder, wenn der Reaktionskörper anschließend mit Chemikalien behandelt wird, eine wahrnehmbare chemische Reaktion zu ergehen.
- Weiterhin ist es bekannt, verdächtige oder zu untersuchende Luft in eine Flamme zu leiten und dort mit einem Körper, z. B. einer Kupferdralitspfrale-. in Verbindung zu bringen, der mit dem Fremdstoff oder dessen Rea.ktionsprodukten reagiert und der Flamme eine Färbung erteilt, eine Lumineszenz,erregt oder anschließend mit Chemikalien behandelt eine dem Fremdstoft- entsprechende chemische Reaktion ergibt.
- Demgegenüber besteht das Neue vorliegender Erfindung dann, daß ein Brennstoff in einen -in an sich bekannter Weise zur Anreicherung von Fremdstoffen dienenden Adsorptionskörper geleitet und so zur Verbrennung gebracht wird, daß der Adsorptionskörper derart mit der Flamme in Verbindung kommt. daß die adsorbierten Bestandteile desorbiert werden und dabei in die Flamme gelangen.
- Der technische Fortschritt dieses Verfahrens besteht in der größeren Empfindlichkeit des Nachweises von Fremdstoffen gegenüber bekannten Verfahren, die ein einfaches Einbringen des beladenen Adsorptionskörpers in eine Flamme oder gar nur das direkte Einleiten der zu untersuchenden Luft in eine Flamme vorsehen. Dadurch also, daß der die Reaktionsflamme erzeugende Brennstoff erfindungsgemäß vor seiner Entzündung in den beladenen Adsorptionskörper und dann erst in demselben zur Entzündung gebracht wird, ist es möglich. eine kleinere Menge Fremdstoff zu erkennen als bei den bisher bekannten Verfahren.
- Außerdem wird erfindungsgemäß der Adsorptionskörper in einem Gefäß, vorzugsweise einem oxydierten Kupferdrahtkörbehen, untergebracht, das zugleich der an sich bekannte Reaktionskörper ist. I)er technische Forzschritt dieser Einrichtung liegt Ül einer weiteren Steigerung der Nachweisempfindlichkeit gegenüber Einrichtungen, die eine getrennte Anordnung von Adsorptionskörper und Reaktionskörper in der Flamme vorsehen.
- Dem bisher Bel-annten gegenüber neu ist weiterlnn, daß der zur Erzeugung der Flamme dienende Brennstoff in einem Kügelchen oder äbnlichen Behälter innerhalb oder oberhalb des das Adsorptionsmittel enthaltenden und gleichzeitig der Erzeugung einer Flamme färbung dienenden Gefäßes angeordnet ist daß dieses Gefäß mit einer Haut aus Lack o. dgl. überzogen ist, um Verunreinigungen von außen zu vermeiden und um den Luft strom zweckentsprechend zu leiten. und daß schließlich die ganze Einrichtung mit einer abziehbaren Hülse derart verschlossen ist, daß diese beim Abziehen mittels eines Zunders, z. B. eines Streichholzes, den Verbrennungsvorgang einleitet, Als eine der möglichen, allen diesen Bedingungen genügende zweckmäßige Konstruktion hat sich die in der beiliegenden Zeichnung schematisch dargestellte Einrichtung $erwiesen.
- In dieser Zeichnung ist Abh, I ein Querschnitt durch den gesamten Apparat, Abb. 2 ein Querschnitt durch eine Vorrichtung zur Untersuchung fester und flüssiger Stoffe.
- Die zu untersuchende Luft wird mit. Hilfe eines Pumpwerks oder des durch eine Flamme entstehenden Sogs durch das in dem oxydierten Kupfedrahtkörbchen 1 befindliche Adsorptionmittel 2, das aus den Schichten a und b besteht, gesaugt. Um der Luft nur den Eintritt bei A zu gestatten, sind die übrigen Teile des Körbchens mit einer brennbaren Haut verschlossen. Pber dem Adsorptionsmittel ist der mit dem Brennstoff 3 gefüllte Behälter 4 angeordnet, in der Weise, daß bei Erwärmung z. B. mittels eines Streichholzes der Brennstoff in das Adsorptionsmittel und dort zur Verbrennung gelangt. Kommen nur einzelne solcher Brenner zu.r Verwendung, so ist das Ganze mit einer bei B abziehbaren hülse verschlossen. Das gleiche gilt für die Au saugöffnung 5, die bis zur Inbetriebnahme mit einer leicht zu durchstoßenden Haut verschlossen ist. um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Für die Benutzung im Gelände und um schnell hintereinander folgende Untersuchungen zu ermöglichen, können auch mehrere solcher Brenner in einem Magazin 6 aufgestapelt werden, aus dem sie durch die Einrichtung 7, die zugleich das Durchsaugen der Luft ermöglicht, einzeln in den Zylinder 8 geschoben werden, wo dann das Entzünden des Brennstoffes 3 entweder durch eine am Brenner selbst angebrachte, nach dem Prinzip des Streichholzes arbeitende Vorrichtung oder die einem Feuerzeug ähnliche Einrichtung 9 bewirkt wird. Die Entfernung des Brenner, aus dem Zylinder bewirkt ebenfalls die Einrichtung 7.
- Die Untersuchung fester und flüssiger Körper erfolgt in der in Abb. 2 dargestellten Einrichtung. Durch das Gefäß 10 wird mit tels eines Gummiballes 11 ein Luftstrom gedrückt, der den bei C angeordneten Brenner in oben beschriebener Weise durchströmt.
- Der in dem Behältner 10 bedindliche zu untersuchende Stoff wird mittels der bei E ange ordneten Flamme erhitzt. so daß die dadurch flüchtig gehenden giftigen Stoffe oder deren Zersetzungspriodukte in das Adsorptionsmittel gelangen.
Claims (3)
- P A T E N T A N S P R Ü C H E : 1. Verfahren zur Ermitztlung giftiger Stoffe. insbesondere chemischer kampfstoffe. auch in physiologisch nicht reizen der Konzentration, bei dem die zu untersuchende Luft oder die aus anderen Stoffen flüchtig gebenden Bestandteile in eine Flamme geleitet werden, wo mittels eines in der Flamrne befindlichen oder mit ihr in verbindung stehenden Körprs, gleichgültig welchen Aggregatzustandes, eine z. B. auf Flammenfärbung, Lumineszenz oder anschließender chemischer Reaktion des betreffenden Körpers beruhende Untersuchung der Luft oder anderer Stoffe vor genommen wird, dadurch gekennzeichnet. daß ein Brennstoff in einen in an sich bekannter Weise zur Anreicherung der Fremdstoffe dienenden .Ndsorptionskörper geleitet und so zur Verbrennung gebracht n-ird, daß der Adsorptionskörper derart mit der Flamme in Verbindung kommt, daß die adsorbierten Bestandteile desorbiert werden und dabei m die Flamme gelangen.
- 2. Einrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Adsorptionsmittel in einem Gefäß, vorzugsweise in einem oxydierten Kupferdrahikörb chen, untergebracht ist, daß dieses Kupferdrahtkörhchen zugleich der an sich bekannte Reaktionskörper ist und daß die drei mitreinander in Verbindung stehenden Teile, der Adsorptionskörper, das Kupferdrahtkörbchen sowie der Brennstoffbehälter, durch eine leicht abziehbare Hülse sowie durch eine leicht entfernbare Haut verschlosen sind und die Entzündung des Brennstoffes durch die Entfernung der die Einrichtung von; der Außenluft abschließenden Hülse bewirkt wird.@
- 3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeiochnet, daß dieselbe in einem Magazin untergebracht ist, aus dem sie absatzweise durch eine Vorrichtung, die zugleich das Durchleiten der Luft, das Entfernen der Hülse und das Einschieben der Einrichtung in einen Zylinder bewirkt, entnommen wird.
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| DE714280C true DE714280C (de) | 1941-11-26 |
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