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Hintergrund der Erfindung
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1. Bereich der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft allgemein die Bereiche der Blutgefäß- und Tumorbiologie.
Genauer gesagt, verkörpert
sie die überraschenden
Befunde, daß Aminophospholipide,
wie etwa Phosphatidylserin und Phosphatidylethanolamin, spezifische
und stabile Marker von Tumorblutgefäßen sind, und daß eine Verabreichung
von anti-Aminophospholipid-Antikörpern alleine
ausreichend ist, um eine Trombose und Tumorregression zu induzieren.
Die Erfindung macht deshalb sichere und wirksame Verfahren und Zusammensetzung
zum spezifischen Anzielen („Targeting") und zur Zerstörung von
Tumorblutgefäßen und
zur Behandlung solider Tumoren verfügbar. Die Verwendung unkonjugierter
anti-Phosphatidylserin-Antikörper ist
ein besonderer Vorteil, obwohl die Erfindung verschiedene wirksame
Zusammensetzungen und Kombinationen davon verfügbar macht.
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2. Beschreibung des Stands
der Technik
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Die
Resistenz von Tumorzellen gegenüber
chemotherapeutischen Wirkstoffen stellt ein bedeutendes Problem
in der klinischen Onkologie dar. Tatsächlich ist dies einer der Hauptgründe, weshalb
viele der am weitesten verbreiteten menschlichen Krebsarten einer
wirksamen chemotherapeutischen Intervention trotz gewisser Fortschritte
im Bereich der Chemotherapie noch immer widerstehen.
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Ein
bedeutendes Problem, dem man sich im Zusammenhang mit Therapieplänen zur
Tumorbehandlung zuwenden muß,
ist der Wunsch nach einem "vollständigen Abtöten" der Zellen. Dies
bedeutet, daß die wirksameren
Behandlungspläne
einem vollständigen
Abtöten
sogenannter "klonogener" maligner Zellen,
d.h. Zellen, welche die Fähigkeit
besitzen, unkontrolliert zu wachsen, näherkommen und jede Tumormasse
ersetzen, die durch die Therapie entfernt werden könnte. Aufgrund
des Ziels, Behandlungen zu entwickeln, die sich einem vollständigen Abtöten der
Zellen nähern,
haben bestimmte Tumorarten auf eine Therapie besser angesprochen
als andere. Beispielsweise sind die Weichteiltumoren, z.B. Lymphome,
und Tumore des Bluts und der blutbildenen Organe, z.B. Leukämien, im
allgemeinen besser auf eine chemotherapeutische Therapie ansprechbar
gewesen, als dies solide Tumoren, wie etwa Karzinome.
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Ein
Grund für
die Empfindlichkeit von Weichteiltumoren und Tumoren des Bluts bzw.
blutbildenden Systems gegenüber
einer Chemotherapie ist die bessere Zugänglichkeit von Lymphom- und
Leukämiezellen für die chemotherapeutische
Intervention. Einfach ausgedrückt,
für die
meisten chemotherapeutischen Wirkstoffe ist es ist sehr viel schwieriger,
alle Zellen einer soliden Tumormasse zu erreichen, als dies bei
den Weichteiltumoren und bei Tumoren des Bluts bzw. des blutbildenden
Systems der Fall ist, und deshalb ist es sehr viel schwieriger,
ein vollständiges
Abtöten
der Zellen zu erreichen. Ein Erhöhen
der Dosis von chemotherapeutischen Wirkstoffen führt ganz häufig zu toxischen Nebenwirkungen,
welche die Wirksamkeit von herkömmlichen
anti-Tumor-Mitteln allgemein einschränken.
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Eine
andere Behandlungsstrategie ist die Verwendung eines "Immuntoxins", wobei ein anti-Tumorzell-Antikörper verwendet
wird, um ein Toxin an die Tumorzellen abzugeben. Gemeinsam mit den
oben beschriebenen chemotherapeutischen Ansätzen jedoch leidet die Immuntoxin-Therapie
ebenfalls unter erheblichen Rückschlägen. Beispielsweise
können
Antigen-negative oder Antigen-defiziente Zellen überleben und den Tumor neu
bevölkern
oder zu weiteren Metastasen führen.
Auch ist bei der Behandlung solider Tumoren die Tumormasse im allgemeinen
für Moleküle mit der
Größe von Antikörpern und
Immuntoxinen nicht permeabel. Sowohl die Strecken der physikalischen
Diffusion als auch der interstitielle Druck innerhalb des Tumors sind
bedeutende Einschränkungen
bei diesem Typ von Therapie.
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Eine
neuere Strategie ist gewesen, die Vaskulatur solider Tumoren anzuzielen.
Dieses Anzielen oder „Targeting" der Blutgefäße der Tumoren
anstatt auf die Tumorzellen selbst abzuzielen, hat insofern bestimmte Vorteile,
als es wahrscheinlich nicht zur Entwicklung resistenter Tumorzellen
führt und
die Zielzellen leicht zugänglich
sind. Darüber
hinaus führt
eine Zerstörung
der Blutgefäße zu einer
Amplifikation der anti-Tumor-Wirkung, da viele Tumorzellen in Bezug
auf ihre Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen von einem einzigen Gefäß abhängen (Denekamp,
1990). Wirksame Strategien, welche die Vaskulatur anzielen, werden
in den US-Patenten 5,855,866 und 5,965,132 beschrieben, die insbesondere
die zielgerichtete Abgabe von anti-Zell-Mitteln und Toxinen die
Tumorvaskulatur beschreiben.
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Eine
andere wirksame Variante des die Vaskulatur anzielenden Ansatzes
ist, einen Gerinnungsfaktor auf die Tumorvaskulatur zu richten (Huang
et al., 1997; US-Patente 5,877,289, 6,004,555 und 6,093,399). Die Verwendung
von Antikörpern
oder anderen Targetingmitteln zum Versorgen der Tumorvaskulatur
mit Koagulanzien hat die weiteren VorteileAbgabe von Koagulanzien
an die Tumorvaskulatur hat die weiteren Vorteile einer reduzierten
Immunogenität
und sogar eines geringeren Risikos für toxische Nebenwirkungen.
Wie im US-Patent 5,877,289 offenbart, ist ein bevorzugter Gerinnungsfaktor
zur Verwendung bei derartigen tumorspezifischen Thrombogenen oder "Koaguliganden" eine trunkierte
Variante des menschlichen gerinnungsinduzierenden Proteins Gewebefaktor
(tissue factor, TF). TF ist der Hauptauslöser der Blutgerinnung (Ruf
et al., 1991; Edgington et al., 1991; Ruf and Edgington, 1994).
Eine Behandlung von Tumor-tragenden Mäusen mit derartigen Koaguliganden
führt bei
vielen Tieren zu einer deutlichen Tumornekrose und sogar zu vollständiger Tumorregression
(Huang et al., 1997; US-Patente 5,877,289, 6,004,555 und 6,093,399).
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Fishman
et al., Int. J. Onkol., Bd. 10, S. 901-904 (1997) betrifft das mögliche Anzielen
von Krebszellen unter Verwendung von Antikörpern, die während einer
Autoimmunerkrankung produziert werden.
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Obwohl
die spezifische Abgabe therapeutischer Mittel, wie etwa anti-Zell-Mittel,
Toxine und Gerinnungsfaktoren, an Tumorgefäße einen erheblichen Fortschritt
in bezug auf Therapiepläne
zur Tumorbehandlung darstellt, gibt es noch Bedarf an zusätzlichen
oder sogar alternativen Therapien, welche die Vaskulatur anzielen.
Die Identifizierung zusätzlicher
Ziele, um eine spezifische Zerstörung
von Tumorgefäßen in vivo
zu ermöglichen,
wäre naturgemäß zum Erweitern
der Anzahl von Optionen zum Anzielen von Vorteil. Insbesondere,
da die früher
beschriebenen Konstrukte und Koaguliganden, die auf die Vaskulatur
abzielen, Zweikomponenten-Systeme sind, die sich des Zielmittels
und des Effektorteils bedienen, würde die Entwicklung eines Einkomponenten-Mittels
zur Zerstörung
der Tumorvaskulatur einen bedeutenden Vorteil darstellen. Sollte
sich die Herstellung dieser Art von Mittel als möglich herausstellen, würde dies
wahrscheinlich auch die Weiterentwicklung einer anti-Gefäß-Therapie
hin zur klinischen Anwendung beschleunigen, angesichts der Einfachheit des
neuen therapeutischen Mittels.
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Die
vorliegende Erfindung wendet sich den Bedürfnissen im Stand der Technik
zu, indem eine neue Verwendung eines anti-Aminophospholipid-Antikörpers oder
eines Antigen bindenden Fragments davon zur spezifischen Tumorzerstörung verfügbar gemacht
wird. Die Erfindung beruht teilweise auf dem Befund, daß Aminophospholipide,
wie etwa Phosphatidylserin und Phosphatidylethanolamin, zugängliche
und stabil anzielbare Marker der Tumorvaskulatur sind. Spezieller
verkörpert
die Erfindung die überraschende
Entdeckung, daß nackte
Antikörper
gegen Aminophospholipid Bestandteile in der Lage sind, eine Zerstörung von
Tumorblutgefäßen und
eine Tumornekrose in vivo spezifisch zu induzieren.
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Unter
einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Verwendung
einer Zusammensetzung verfügbar
gemacht, die eine biologisch wirksame Menge an einem anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
einer Antigen-bindenden Region davon umfaßt, zur Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung von Krebs, indem Endothelzellen der Tumorvaskulatur
eines vaskularisierten Tumors abgetötet werden.
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Ein
zugrunde liegendes, überraschendes
Merkmal der Erfindung ist, daß eine
Translokation von Aminophospholipiden, wie etwa PS, auf die Oberfläche von
Endothelzellen der Tumorvaskulatur, mindestens zu einem beträchtlichen
Teil unabhängig
von einer Zellschädigung
und einer Apoptose oder anderen Zelltod-Mechanismen auftritt. Die
PS-Oberflächenexpression
in der Tumorumgebung ist deshalb keine Konsequenz von Zelltod und
Zerstörung
und löst
diese auch nicht aus, sie tritt statt dessen auf morphologisch intakten
Gefäßendothelzellen.
Dies bedeutet, daß eine
PS-Expression nicht transient auftritt, sondern statt dessen stabil
genug ist, um ein Ziel für
eine therapeutische Intervention verfügbar zu machen.
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Bestimmte
bevorzugte Aspekte der Erfindung wurden ausgehend von der Entdeckung,
daß Antikörper gegen
das Aminophospholipid Phosphatidylserin (PS), die spezifisch an
die Vaskulatur solider Tumoren gelangen, und sogar noch überraschender
eine Tumor zerstörende
Wirkung in Abwesenheit einer Konjugation mit Effektormolekülen, wie
etwa Toxinen oder Koagulanzien, zeigen, entwickelt worden. Einzelne
therapeutische Bestandteile, die gegen Aminophospholipide gerichtet
sind, stellen deshalb einen Durchbruch beim Anzielen von Vaskulatur
dar und machen sichere und wirksame Verfahren zur Behandlung solider
Tumoren verfügbar.
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Die
Verwendungen der Erfindung machen ein Abtöten oder ein spezifisches Abtöten von
Endothelzellen der Tumorvaskulatur verfügbar und umfassen ein Verabreichen
von mindestens einer Dosis einer biologisch wirksamen Menge von
mindestens einer ersten pharmazeutischen Zusammensetzung, die einen
nackten oder unkonjugierten Antikörper oder eine Antigenbindende
Region davon umfaßt,
der an mindestens ein erstes Aminophospholipid, daß auf der
luminalen Oberfläche
von Endothelzellen der Tumorvaskulatur exprimiert ist, umfaßt, an ein
Tier oder einen Patienten mit einem vaskularisierten Tumor. Die „biologisch
wirksame Menge" ist
eine Menge des nackten oder unkonjugierten Antikörpers, die wirksam ist, um
mindestens einen Teil, und vorzugsweise einem beträchtlichen
Teil der Endothelzellen der Tumorvaskulatur im Gegensatz zu Endothelzellen
in normalen Gefäßen nach
Bindung an ein Aminophospholipid, das auf der luminalen Oberfläche der
Endothelzellen der Tumorvaskulatur exprimiert ist, spezifisch abzutöten. Als
solche ist sie eine „Endothelzellen
abtötende
Menge" oder eine „Endothelzellen
der Tumorvaskulatur abtötende
Menge" eines nackten oder
unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörpers oder einer Antigen-bindenden
Region davon.
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Wie
durchgängig
in der ganzen Anmeldung verwendet, werden die Ausdrücke "ein" und "eine" in dem Sinne verwendet,
daß sie "mindestens eine)", "mindestens ein erster/eine
erste", "ein(e) oder mehrere" oder "eine Vielzahl" von Bestandteilen,
auf die Bezug genommen wird, bedeuten, außer bei Beispielen, bei denen nachfolgend
eine obere Grenze speziell angegeben wird. Deshalb bedeutet „ein anti-Aminophospholipid-Antikörper" „mindestens ein erster Anti-Aminophospholipid-Antikörper". Die funktionsfähigen Grenzen
und Parameter von Kombinationen, ebenso wie die Mengen eines einzelnen
Mittels werden Fachleuten angesichts der vorliegenden Offenbarung
bekannt sein.
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Die
Ausdrücke "ein" und "eine" werden auch verwendet,
um "mindestens eine)", "mindestens ein erster/eine
erste", "ein(e) oder mehrere" oder "eine Vielzahl" von Schritten in
den aufgeführten
Verfahren zu bezeichnen, es sei denn, es wird speziell angegeben.
Dies ist von besonderer Bedeutung für die Verabreichungsschritte
der Behandlungsverfahren. Folglich können nicht nur verschiedene
Dosen im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung eingesetzt
werden, sondern es kann eine unterschiedliche Anzahl von Dosen,
z.B. Injektionen, bis zu und einschließlich multipler Injektionen,
verwendet werden.
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Ein "Aminophospholipid", wie der Begriff
hier gebraucht wird, bedeutet ein Phospholipid, das in seiner Struktur
mindestens eine erste primäre
Aminogruppe beinhaltet. Vorzugsweise wird der Begriff "Aminophospholipid" verwendet, um ein
Phospholipid, das eine primäre
Aminogruppe enthält,
zu bezeichnen, das natürlicherweise
in Zellmembranen von Säugetieren
auftritt. Allerdings ist dies keine Einschränkung der Bedeutung des Begriffs "Aminophospho lipid", da sich dieser
Begriff auch auf nicht natürlicherweise
vorkommende oder synthetische Aminophospholipide erstreckt, die
nichtdestotrotz Verwendung in der Erfindung finden, z.B. als ein
Immunogen bei der Herstellung von anti-Aminophospholipid-Antikörpern ("kreuzreaktive Antikörper"), die an Aminophospholipide
von Säugetier-Plasmamembranen
binden. Die Aminophospholipide im US-Patent 5,767,298 sind geeignete
Beispiele.
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Die
prominenten Aminosphopholipide, die in biologischen Systemen von
Säugetieren
gefunden werden, sind das negativ-geladene Phosphatidylserin ("PS") und das neutrale
oder zwitterionische Phophatidylethanolamin ("PE"),
die deshalb von der vorliegenden Erfindung bevorzugte Aminophospholipide
zum Anzielen sind. Allerdings ist die Erfindung keinesfalls auf
Phosphatidylserine und Phosphatidylethanolamine als Ziele beschränkt, und
jedes andere Aminophospholipid-Ziel kann eingesetzt werden (White
et al., 1978), solange es auf der luminalen Oberfläche von
Endothelzellen der Tumorvaskulatur exprimiert, zugänglich oder
komplexiert ist.
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Alle
Bestandteile, die auf einem Aminophospholipid, auf Phosphatidylserin
und Phosphatidylethanolamin beruhen, sind als Ziele der Erfindung
umfaßt,
unabhängig
vom Typ der beteiligten Fettsäureketten,
einschließlich
jener mit kurz-, mittel- oder langkettigen Fettsäuren und jenen mit gesättigten,
ungesättigten
und mehrfach ungesättigten
Fettsäuren.
Bevorzugte Zusammensetzungen zur Erzeugung von Antikörpern zur
Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung können Aminophospholipide
mit Fettsäuren
aus C18 sein, wobei C18:1 am stärksten
bevorzugt ist (Levy et al., 1990). In dem Umfang, in dem sie auf
Endothelzellen der Tumorvaskulatur zugänglich sind, können Aminophospholipid-Abbauprodukte
mit nur einer Fettsäure
(Lyso-Derivate) anstelle von zwei ebenfalls ein Ziel sein (Qamar
et al., 1990).
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Eine
andere Gruppe potentieller Aminophospholipid-Ziele schließen beispielsweise
Phosphatidal-Derivate (Plasmalogene), wie etwa Phosphatidalserin
und Phosphatidalethanolamin ein (diese weisen eine Etherbindung
auf, die zu einer Alkenylgruppe führt, anstelle einer Ester-Bindung, die zu einer
Acyl-Gruppe führt). Tatsächlich schließen die
Ziele zur therapeutischen Internvention durch die vorliegende Erfindung
jedes Aminophospholipid ein, das vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder in sonstiger Weise komplexiert in einer anzielbaren Form auf
der luminalen Oberfläche
von Endothelzellen der Tumorvaskulatur ist. Lipide, die kein Glycerin
enthalten, können
ebenfalls geeignete Ziele bilden, wie etwa die auf Sphingosin und
Derivaten beruhenden Sphingolipide.
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Die
biologische Grundlage, einen Bereich von Lipiden in die Gruppe von
anzielbaren Bestandteilen einzuschließen, liegt teilweise in dem
beobachteten biologischen Phänomen
begründet,
daß Lipide
und Proteine sich in membranösen
Umgebungen zusammentun, um einzigartige Lipid-Protein-Komplexe zu
bilden. Derartige Lipid-Protein-Komplexe erstrecken sich auf antigene
und immunogene Formen von Lipiden, wie etwa Phosphatidylserin und
Phosphatidyethanolamin mit, z.B. Proteinen, wie etwa β2-Glycoprotein
I, Prothrombin, Kininogene und Präkallikrein.
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Die
Verfahren der Erfindung bringen auch den Blutfluß zum Stillstand oder bringen
spezifisch den Blutfluß in
der Tumorvaskulatur zum Stillstand. Dies wird erreicht durch Verabreichen
von mindestens einer Dosis von mindestens einer ersten pharmazeutischen
Zusammensetzung, die eine gerinnungsinduzierende Menge oder eine
gefäßverschließende Menge
von mindestens einem ersten nackten oder unkonjugierten Antikörpers oder
einer Antigenbindenden Region davon, der bzw. die an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf die luminale Oberfläche
von Tumorvaskulatur tranloziert ist, bindet, an ein Tier oder einen
Patienten mit einem vaskularisierten Tumor.
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Eine "gerinnungsinduzierende
Menge" oder "gefäßverschließende Menge" ist eine Menge an
dem nackten oder unkonjugierten Antikörper, die wirksam ist, um die
Gerinnung in mindestens einem Teil und vorzugsweise einem erheblichen
Teil von Blutgefäßen eines
Tumorvaskulatur im Gegensatz zu normalen Blutgefäßen nach Bindung an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf die luminale Oberfläche
von Tumorblutgefäßen transloziert
ist, spezifisch zu induzieren oder zu fördern und damit die Gefäße zu verschließen. Die "gefäßverschließende Menge" ist deshalb eine
funktionell wirksame Menge, und sie ist keine physikalische Masse
eines Antikörpers,
die ausreicht, die Breite eines Gefäßes zu überspannen.
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Verfahren
zum Zerstören
oder spezifischen Zerstören
von Tumorvaskulatur werden offenbart, die ein Verabreichen von einer
oder mehreren Dosen von mindestens einer ersten pharmazeutischen
Zusammensetzung, die eine Tumor-zerstörende Menge an mindestens einem
ersten nackten oder unkonjugierten Antikörper oder einer Antigen-bindenden
Region davon umfas sen, der bzw. die an ein Aminophospholipid bindet,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf der luminalen Oberfläche
der Vaskulatur eines Tumors präsentiert
wird, an ein Tier oder einen Patienten mit einem vaskularisierten
Tumor. Die "Tumor-zerstörende Menge" ist eine Menge an
dem nackten oder unkonjugierten Antikörpers, die wirksam ist, um mindestens
einen Teil und vorzugsweise einen erheblichen Teil von Blutgefäßen eines
Tumors im Gegensatz zu normalen Blutgefäßen nach Bindung an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf der luminalen Oberfläche
der vaskulären
Endothelzellen der Blutgefäße eines
Tumors präsentiert
wird, spezifisch zu zerstören
oder zu verschließen.
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Es
werden Verfahren zur Behandlung von Krebs und soliden Tumoren offenbart,
die ein Verabreichen einer Tumornekrose-induzierende Menge oder
von Mengen von mindestens einer ersten pharmazeutischen Zusammensetzung,
die mindestens einen ersten nackten oder unkonjugierten Antikörper oder
ein Antigen-bindendes Fragment davon, der/das an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf der luminalen Oberfläche
von Blutgefäßen des
vaskularisierten Tumors bindet, an ein Tier oder einen Patienten
mit einem vaskularisierten Tumor umfaßt. Die "Tumornekrose-induzierende Menge" ist eine Menge an
nackten dem oder unkonjugierten Antikörper, die wirksam ist, um spezifisch
eine hämorrhagische
Nekrose in mindestens einem Teil und vorzugsweise einem erheblichen
Teil des Tumors nach Bindung an ein Aminophospholipid, vorzugsweise
Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das auf der luminalen
Oberfläche
der vaskulären
Endothelzellen der Blutgefäße eines
Tumors komplexiert ist, spezifisch zu induzieren, während sie
geringe nachteilige Nebenwirkungen auf normale, gesunde Gewebe ausübt.
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Die
hier offenbarten Verfahren können
daher zusammengefaßt
werden als Verfahren zum Behandeln eines Tieres oder Patienten mit
einem vaskularisierten Tumor, die ein Verabreichen einer therapeutisch
wirksamen Menge von mindestens einer ersten Dosis einer pharmazeutischen
Zusammensetzung, die mindestens einen ersten nackten oder unkonjugierten
Antikörper
oder ein Antigen-bindendes Fragment davon umfaßt, der an ein Aminophospholipid
(vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin), das
auf der luminalen Oberfläche
von Blut transportierenden Gefäßen des
vaskularisierten Tumors vorhanden, exprimiert, transloziert, präsentiert
oder komplexiert ist, bindet, an das Tier oder den Patienten umfassen.
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Das
Wesentliche der Erfindung kann auch definiert werden als eine Zusammensetzung,
die mindestens einen ersten nackten oder unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper, vorzugsweise
einen anti-Phosphatidylserin- oder anti-Phosphatidylethanolamin-Antikörper, oder
ein Antigen-bindendes Fragment davon umfaßt zur Verwendung bei der Herstellung
eines Medikaments zur Verwendung zur Zerstörung von Tumorvaskulatur und
zur Behandlung menschlicher Tumoren. Diese kann auch definiert sein
als eine Zusammensetzung, die mindestens einen ersten nackten oder
unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper, vorzugsweise einen anti-PS-
oder anti-PE-Antikörper,
oder ein Antigen-bindendes Fragment davon umfaßt zur Verwendung bei der Herstellung
eines Medikaments zu Verwendung bei der Bindung an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, das
auf der luminalen Oberfläche
von Blut transportierenden Gefäßen eines
vaskularisierten Tumors vorhanden, exprimiert, transloziert, präsentiert oder
komplexiert ist, und zur Verwendung beim Induzieren einer Zerstörung von
Tumorvaskulatur und zur Behandlung menschlicher Tumoren.
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Was
die Medikamente und Verwendungen der vorliegenden Erfindung betrifft,
beruht einer der Vorteile auf der Tatsache, daß die Bereitstellung einer
einfachen Zusammensetzung aus nackten oder unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörpern, vorzugsweise
anti-Phosphatidylserin
oder anti-Phosphatidylethanolamin, in die systemische Zirkulation
eines Tieres oder Patienten zu der bevorzugten oder spezifischen
Zerstörung
der Tumorvaskulatur und der Induktion einer Tumornekrose führt. Die
Erfindung löst
deshalb das Problem der komplexen Herstellungsverfahren der Multikomponenten-anti-Gefäß-Mittel
im Stand der Technik.
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Die
Begriffe „nackter" und „unkonjugierter" Antikörper wie
hier verwendet, soll einen Antikörper
bezeichnen, der nicht-konjugiert, funktionsfähig verbunden oder auf andere
Weise physikalisch oder funktionell mit einer Effektorgruppe, wie
etwa einem zytotoxischen oder gerinnungsfördernden Mittel, assoziiert
ist. Es wird verstanden werden, daß die Begriffe „nackter" und „unkonjugierter" Antikörper Antikörper-Konstrukte,
die stabilisiert, multimerisiert, humanisiert oder auf jede andere
Weise als durch das Anfügen
einer Effektorgruppe manipuliert worden sind, nicht ausschließen.
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Dementsprechend
sind alle post-translational-modifizierten nackten oder unkonjugierten
Antikörper hiermit
eingeschlossen, einschließlich
der, bei denen die Modifikationen in der natürlichen Umgebung einer Antikörper-produzierenden
Zelle, durch eine rekombinante Antikörperproduzierenden Zelle hergestellt
worden sind und per Hand nach anfänglicher Antikörper-Herstellung eingeführt worden
sind. Selbstverständlich schließt der Ausdruck „nackter" Antikörper die
Fähigkeit
des Antikörpers,
funktionelle Assoziationen mit Effektorzellen und/oder Molekülen nach
Verabreichung an den Körper
einzugehen nicht aus, da einige derartiger Interaktionen notwendig
sind, um eine biologische Wirkung auszuüben. Das Fehlen einer assoziierten
Effektorgruppe wird deshalb auf die Definition des nackten Antikörpers, in
vitro nicht in vivo, angewendet.
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Im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff "ein vaskularisierter
Tumor" besonders
bevorzugt einen vaskularisierten, malignen Tumor, einen soliden
Tumor oder "Krebs". Die Erfindung ist
besonders vorteilhaft beim Behandeln vaskularisierter Tumoren von
mindestens ungefähr
mittlerer Größe und beim
Behandeln großer
vaskularisierter Tumoren, obwohl dies in keiner Weise eine Einschränkung der Erfindung
bedeutet. Die Erfindung kann deshalb bei der Behandlung jedes Tumors,
der Aminophospholipid-positive Blutgefäße, vorzugsweise Phosphatidylserin-
und/oder Phosphatidylethanolamin-positive Blutgefäße, aufweist,
verwendet werden.
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In
bevorzugten Ausführungen
werden die Tumoren, die durch die vorliegende Erfindung behandelt werden
sollen, eine wirksame Anzahl wirksam abgetöteter Aminophospholipid-positiver Blutgefäße aufweisen. "Eine Anzahl wirksam
abgetöteter
Aminophospholipid-positiver
Blutgefäßen", wie die Bezeichnung
hier verwendet wird, bedeutet, daß mindestens ungefähr 3% der
Gesamtanzahl von Blutgefäßen in dem
Tumor positiv sind hinsichtlich einer Aminophospholipid-Expression,
vorzugsweise einer Phosphatidylserin- und/oder Phosphatidylethanolamin-Expression.
Vorzugsweise sollen mindestens ungefähr 5%, mindestens ungefähr 8% oder
mindestens ungefähr
10%, oder in diesem Bereich, der Gesamtanzahl von Blutgefäßen innerhalb
des Tumors positiv hinsichtlich einer Aminophospholipid-Expression
sein. In Anbetracht der Aminophospholipid-negativen, insbesondere
PS-negativen, Beschaffenheit der Blutgefäße innerhalb von normalen Geweben,
werden die Tumorgefäße als Sammelbecken
für die
verabreichten Antikörper
fungieren. Da weiterhin eine Zerstörung von nur einer minimalen
Anzahl von Tumorgefäßen eine
großflächige Thrombose,
Nekrose und eine Lawine von Tumorzelltoden auslösen kann, ist eine Antikörper-Lokalisierung
an allen oder selbst einer überwiegenden
Mehrheit von Tumorgefäßen für eine wirksame
therapeutische Intervention nicht erforderlich.
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Nichtsdestotrotz
werden in stärker
bevorzugten Ausführungen
Tumoren, die durch diese Erfindung behandelt werden sollen, eine
erhebliche Anzahl an Aminophosphorlipid-positiven Blutgefäßen aufweisen. "Eine signifikante
Anzahl an Aminophospholipid-positiven Blutgefäßen", wie der Begriff hier verwendet wird,
bedeutet, daß mindestens
ungefähr
10% bis 12% der Gesamtanzahl an Blutgefäßen innerhalb des Tumors positiv hinsichtlich
einer Aminophospholipid-Expression, vorzugsweise einer Phosphatidylserin-
und/oder Phosphatidylethanolamin-Expression, sein werden. Noch stärker bevorzugt
ist, daß der
Prozentsatz an Aminophospholipid-exprimierenden Tumorgefäßen mindestens
ungefähr
15%, mindestens ungefähr
20%, mindestens ungefähr
30%, mindestens ungefähr
40%, mindestens ungefähr
50%, mindestens ungefähr
60%, mindestens ungefähr
70% oder mindestens ungefähr
80%, oder in diesem Bereich, der Gesamtanzahl an Blutgefäßen innerhalb
des Tumors sein wird, bis zu und einschließlich sogar mindestens ungefähr 90% oder
95% der Gefäße.
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Die "therapeutisch wirksamen
Mengen" zur Verwendung
im Zusammenhang mit der Erfindung sind Mengen an nackten oder unkonjugierten
anti-Aminophospholipid-Antikörpern,
vorzugsweise anti-PS- oder anti-PE-Antikörpern, die wirksam sind, um
mindestens einen Teil der Endothelzellen der Tumorvaskulatur spezifisch
abzutöten,
um die Gerinnung in mindestens einem Teil der Blutgefäße eines
Tumors spezifisch zu fördern,
um mindestens einen Teil der Blut transportierenden Gefäße des Tumors
spezifisch zu verschließen
oder zu zerstören,
um in mindestens einem Teil eines Tumors eine Nekrose spezifisch
zu induzieren und/oder um nach Verabreichung an ausgewählte Tiere
oder Patienten eine Tumorregression oder Tumorremission zu induzieren.
Derartige Effekte werden erreicht, während eine geringe oder keine
Bindung an vaskuläre
Endothelzellen in normalen, gesunden Geweben auftritt, oder ein
geringes oder kein Abtöten
von vaskulären
Endothelzellen in normalen, gesunden Geweben auftritt, geringe oder
keine Gerinnung in, Okklusion oder Zerstörung von Blutgefäßen in gesunden,
normalen Geweben auftritt und während
vernachlässigbare
oder kontrollierbare nachteilige Nebenwirkungen auf normale, gesunde
Gewebe des Tieres oder Patienten ausgeübt werden.
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Die
Begriffe "vorzugsweise" und "spezifisch", wie sie hier im
Zusammenhang mit einem Fördern
der Gerinnung in oder einem Zerstören von Tumorvaskulatur und/oder
im Zusam menhang mit einem Verursachen einer Tumornekrose verwendet
werden, bedeuten also, daß die
anti-Aminophospholipid-Antikörper
wirken, um eine Gerinnung, Zerstörung
und/oder Tumornekrose erreichen, die im wesentlichen auf die Tumorvaskulatur und
auf die Stelle des Tumors begrenzt ist und die sich im wesentlichen
nicht auf das Verursachen einer Gerinnung, Zerstörung und/oder Gewebenekrose
in normalen, gesunden Geweben des Tieres oder Patienten ausdehnt.
Die Struktur und Funktion von gesunden Zellen und Geweben wird deshalb
durch die Anwendung der Erfindung im wesentlichen unbeeinträchtigt bleiben.
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Therapeutische
Nutzen können
verwirklicht werden, indem mindestens zwei, drei oder mehrere nackte oder
unkonjugierte anti-Aminophospholipid-Antikörper, bispezifische Antikörper, chimere
Antikörper
und/oder dimere, trimere oder multimere Antikörper verabreicht werden. Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper
können auch
mit anderen Therapien kombiniert werden, um kombinierte therapeutische
wirksame Mengen verfügbar zu
machen, wie hier offenbart.
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Obwohl
ein Verständnis
des Wirkungsmechanismus nicht notwendig ist, um die vorliegende
Erfindung einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung auszuführen, können die
Verfahren wirken, um eine zellvermittelte Zytotoxizität, eine
Komplement-vermittelte Lyse und/oder Apoptose zu induzieren. Die
zytotoxischen Verfahren können
auch auf einer Antikörper-induzierten
Zell-Signalübertragung
(direkte Signalübertragung)
oder einem Nachahmen oder Ändern
von Signaltranstruktionspfaden (indirekte Signalübertragung) beruhen. Die Fähigkeit
der anti-Aminophospholipid-Antikörper,
an einen Bestandteil der Membran zu gelangen und daran zu binden,
kann auch selbst von Bedeutung sein, im Gegensatz zu früheren Therapien,
die im allgemeinen auf eine Bindung an einen Proteinbestandteil
oder -komplex, der sterisch unterschiedlich oder entfernt von der
Membranoberfläche
selbst ist, gerichtet sind.
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Die
hier offenbarten Behandlungsverfahren schließen also ein Verabreichen von
mindestens einer ersten pharmazeutischen Zusammensetzung, die eine
Menge von mindestens einem ersten Antikörper-Konstrukt, daß wirksam
ist, um eine zellvermittelte Toxizität von mindestens einem Teil
der Entothelzellen der Tumorvaskulatur zu induzieren oder spezifisch
zu induzieren an ein Tier oder einen Patienten mit einem vaskularisierten
Tumor ein. Wie hier verwendet, ist das erste Antikörper-Konstrukt
ein nackter oder unkonjugierter Antikörper oder ein wirksames Fragment
davon, der/das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Endothelzellen der
Tumorvaskulatur, bindet, und der/das eine zellvermittelte Zytotoxizität von mindestens
einem Teil der Endothelzellen der Tumorvaskulatur im Gegensatz zu
Endothelzellen in normalen Gefäßen induziert.
Wie hier verwendet, schließt "zellvermittelte Zytotoxizität oder Zerstörung" ein Abtöten von
Zellen mittels ADCC (antibody-dependent, cell-mediated cytotoxicity,
Antikörper-abhängige, zellvermittelte
Zytotoxizität)
und NK-(natural killer)-Zellen ein.
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Die
offenbarten Verfahren beinhalten weiterhin ein Verabreichen von
mindestens einer ersten pharmazeutischen Zusammensetzung, die eine
Menge an mindestens einem ersten Antikörper-Konstrukt umfaßt, die wirksam
ist, eine Komplement-vermittelte Lyse von mindestens einem Teil
der Endothelzellen der Tumorvaskulatur zu induzieren oder spezifisch
zu induzieren, an ein Tier oder einen Patienten mit einem vaskularisierten Tumor.
Wie hier verwendet, ist das erste Antikörper-Konstrukt ein nackter
oder unkonjugierter Antikörper
oder ein wirksames Fragment davon, das an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidyserin und Phosphatidylethanolamin, vorhanden,
exprimiert, transloziert, präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Endothelzellen der
Tumorvaskulatur, und induziert eine Komplement-vermittelte Lyse
von mindestens einem Teil der Endothelzellen von Tumorvaskulatur
im Gegensatz zu Endothelzellen in normalen Gefäßen. Wie hier verwendet, bezeichnet "Komplement-vermittelte
oder Komplement-abhängige
Lyse oder Zytotoxizität" den Prozeß, durch
den die Komplement-abhängige
Gerinnungskaskade aktiviert wird, Multikomponenten-Komplexe zusammengesetzt
werden, wodurch schließlich
ein lytischer Komplex erzeugt wird, der eine direkte lytische Wirkung
entfaltet, wodurch eine Zellpermeabilisierung verursacht wird. Anti-Aminophospholipid-Antikörper zur
Verwendung beim Induzieren von Komplement-vermittelter Lyse werden
im allgemeinen einen Antikörper-Fc-Teil
einschließen.
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Die
auf Komplement beruhenden Mechanismen, durch welche die vorliegende
Erfindung funktionieren kann, schließen weiterhin "Komplement-aktivierte
ADCC" ein. Unter
derartigen Aspekten binden die verabreichten nackten oder unkonjugierten
Antikörper
oder Fragmente davon an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Endothelzellen von
Tumorvaskulatur, und induzieren eine Komplement-aktivierte ADCC
bei mindestens einem Teil der Endothelzellen der Tumorvaskulatur
im Gegensatz zu Endothelzellen in normalen Gefäßen. "Komplement-aktivierte ADCC" wird verwendet,
um den Prozeß zu
bezeichnen, durch den Komplement, nicht ein Antikörper-Fc-Teil per se, einen
Multikomponenten-Komplex zusammenhält und in welchem Zellen, wie
etwa Neutrophile, die Zielzelle lysieren.
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Bei
anderen Ausführungen
schließen
die offenbarten Verfahren ein Verabreichen von mindestens einer
ersten pharmazeutischen Zusammensetzung, die eine Menge an mindestens
einem ersten Antikörper-Konstrukt
umfaßt,
die wirksam ist, um in mindestens einem Teil der Endothelzellen
der Tumorvaskulatur eine Apoptose zu induzieren oder spezifisch
zu induzieren, an ein Tier oder einen Patienten mit einem vaskularisierten
Tumorein. Wie hier verwendet, ist das erste Antikörper-Konstrukt
ein nackter oder unkonjugierter Antikörper oder ein Antigen-bindendes Fragment
davon, der/das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Endothelzellen von
Tumorvaskulatur, und der/das in mindestens einem Teil der Endothelzellen
von Tumorvaskulatur im Gegensatz zu Endothelzellen in normalen Gefäßen eine
Apoptose induziert. Wie hier verwendet, bedeutet der Ausdruck "induziert Apoptose" den Prozeß des programmierten
Zelltods, der in den Anfangsphasen die Integrität der Zellmembran aufrecht
erhält,
die Zelltod-induzierenden Signale jedoch in die Zelle überträgt. Dies
steht im Gegensatz zu den Mechanismen einer Zellnekrose, in deren
Verlauf die Zellmembran ihre Integrität verliert und zu Beginn des
Prozesses durchlässig
wird.
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Die
Verfahren der anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung werden im allgemeinen
die Verabreichung von mindestens einer Dosis der pharmazeutisch
wirksamen Zusammensetzung an das Tier systemisch, wie etwa durch
intravenöse
Injektion, einschließen.
Allerdings wird jeder Weg einer Verabreichung, der es dem Antikörper ermöglicht,
zu den Entothelzellen der Tumorvaskulatur zu gelangen und eine zellvermittelte Zytotoxizität, Komplement-vermittelte Lyse
und/oder Apoptose der Zellen zu induzieren, annehmbar sein.
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"Verabreichung", wie der Begriff
hier verwendet wird, bedeutet deshalb die Bereitstellung oder Abgabe von
anti-Aminophospholipid-Antikörpern
in einer Menge/in Mengen und für
einen Zeitraum/für
Zeiträume, die/der
wirksam sind, eine Bindung an ein Aminophospholipid, vorzugsweise
Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exprimiert,
transloziert, präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Blut transportierenden
Gefäßen des
vaskularisierten Tumors, zu erlauben, und eine zerstörende Wirkung
auf die Tumorvaskulatur und eine tumorregressive Wirkung auszuüben. Die
passive Verabreichung von proteinösen Antikörpern wird im allgemeinen bevorzugt,
teilweise aufgrund ihrer Einfachheit und Reproduzierbarkeit.
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Die
Bezeichnung "Verabreichung" wird hier allerdings
verwendet, um jedes und alle Mittel zu bezeichnen, durch die anti-Aminophospholipid-Antikörper abgegeben
oder der Tumorvaskulatur auf andere Weise zur Verfügung gestellt
werden. "Verabreichung" schließt deshalb
die Versorgung von Zellen, wie etwa Hybridome, welche die anti-Aminophospholipid-Antikörper auf
eine Weise produzieren, die wirksam ist, um zu der Abgabe der anti-Aminophospholipid-Antikörper an
die Tumorvaskulatur zu führen
und/oder dazu, daß diese
an derartige Vaskulatur zu gelangen, ein. Bei solchen Ausführungen
kann es wünschenswert
sein, die Antikörper-produzierenden
Zellen in einer selektiv permeablen Membran, Struktur oder einer
implantierbaren Vorrichtung, im allgemeinen eine, die entfernt werden
kann, um die Therapie zu beenden, zu formulieren oder zu verpacken.
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Der
Begriff „Antikörper-Verabreichung", wie hier verwendet,
erstreckt sich auch auf alle Verfahren, durch die anti-Aminophospholipid-Antikörper in
einem Patienten erzeugt werden („endogene Antikörper"), die es ihnen ermöglichen,
in der Zirkulation aufzutreten und zur Tumorvaskulatur zu gelangen.
Deshalb schließt „Verabreichung" die aktive Immunisierung
eines Patienten mit einer immunogen wirksamen Menge an einer Aminophospholipid-Probe,
einem Antigen oder Immunogen ein. Alle Verfahren zur Immunisierung
eines Menschen sind geeignet zur Verwendung in derartigen Ausführungen,
wie veranschaulicht durch jene, die unten im Zusammenhang mit der
Erzeugung einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-Antwort in einem Tier beschrieben werden,
um den Antikörper
davon zu erhalten. Eine exogene Antikörper-Verabreichung wird im
allgemeinen gegenüber
einer Abgabe auf der Grundlage von Zellen oder einer Immunisierung
noch bevorzugt werden, da diese ein weniger invasives Verfahren
darstellt, das ermöglicht,
die Dosis genau zu überwachen und
zu steuern.
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Die "Verfahren zur Verabreichung
von Antikörpern" dieser Erfindung
erstrecken sich auch auf die Bereitstellung von Nukleinsäuren, welche
die anti-Aminophospholipid-Antikörper
auf eine Weise kodieren, die wirksam ist, um zur Expression der
anti-Aminophospholipid-Antikörper in
der Umgebung der Tumorvaskulatur und/oder zur Expression von anti-Aminophospholipid-Antikörpern, die
zu der Tumorvaskulatur gelangen können, zu führen. Jede Gentherapie-Technik
kann eingesetzt werden, wie etwa die Abgabe von nackter DNA, rekombinanten
Genen und Vektoren, eine auf Zellen beruhende Abgabe, einschließlich einer
Manipulation von Zellen eines Patienten ex vivo und derartigem.
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Einer
der Nutzen der vorliegenden Erfindung ist, daß Aminophospholipide, insbesondere
Phosphatidylserin und Phosphatidylethanolamin, im allgemeinen in
den gesamten Tumorgefäßen exprimiert
oder verfügbar
sind. Eine Aminophospholipid-Expression bei bestehenden Blutgefäßen des
Tumorinneren ist vorteilhaft, da ein Anzielen auf und ein Zerstören solcher
Gefäße rasch
zu anti-Tumor-Wirkungen führen
wird. Solange jedoch die verabreichten anti-Aminophospholipid-Antikörper an
mindestens einen Teil der Blut transportierenden Gefäße binden,
werden signifikante anti-Tumor-Wirkungen die Folge sein. Dies wird
nicht problematisch sein, da Aminophospholipide, wie etwa Phosphatidylserin
und Phosphatidylethanolamin, auf großen, zentralen Gefäßen, und
auch auf Venen, Venolen, Arterien, Arteriolen und Blut transportierenden
Kapillaren in allen Bereichen des Tumors exprimiert werden.
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Auf
alle Fälle
bedeutet die Fähigkeit
der anti-Aminophospholipid-Antikörper,
die Tumorvaskulatur zu zerstören,
daß eine
Tumorregression und nicht nur ein Tumorstillstand erreicht werden
kann. Ein Tumorstillstand ist häufig
das Ergebnis antiangiogener Therapien, die lediglich die einsprossenden
Gefäße in der
Peripherie eines soliden Tumors erreichen und die Gefäßproliferation
stoppen. Selbst wenn die vorliegende Erfindung bei bestimmten Tumorarten
eher die peripheren Bereiche des Tumors erreicht, wovon gegenwärtig nicht ausgegangen
wird, würde
die Zerstörung
der Blut transportierenden Gefäße in solchen
Bereichen noch immer zu großflächiger Thrombose
und Tumornekrose führen.
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Bei
jedem der zuvor genannten Verfahren bezeichnen die Begriffe „anti-Aminophospholipid-Antikörper, nackter
Antikörper
und unkonjugierter Antikörper", wie hier verwendet,
allgemein jedes immunologische Bindungsmittel, wie etwa polyklonale
und monoklonale IgG-, IgM-, IgA-, IgD- und IgE-Antikörper. Im
allgemeinen sind IgG und/oder IgM bevorzugt, da sie die unter physiologischen
Bedingungen am häufigsten
vorkommenden Antikörper
darstellen und da sie unter Laborbedingungen am einfachsten herzustellen
sind.
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Polyklonale
anti-Aminophospholipid-Antikörper,
gewonnen aus Antiseren, können
im Zusammenhang mit der Erfindung eingesetzt werden. Die Verwendung
von monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörpern (Mabs)
wird jedoch im allgemeinen bevorzugt werden. Es ist anerkannt, daß MAbs bestimmte
Vorteile aufweisen, z.B. Reproduzierbarkeit und Her stellbarkeit
im Großmaßstab, das
sie für
die klinische Behandlung geeignet machen. Die Erfindung macht daher
monoklonale Antikörper
aus der Maus, dem Menschen, dem Affen, der Ratte, dem Hamster, dem
Kaninchen und sogar dem Frosch oder Huhn verfügbar. Aufgrund der Einfachheit
der Herstellung und der leichten Verfügbarkeit von ReMittel, werden
monoklonale Antikörper
der Maus bei bestimmten Ausführungen
verwendet werden.
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Diejenigen,
die sich auf dem Fachgebiet auskennen, werden verstehen, daß sich die
immunologischen BindungsreMittel, die von dem Begriff "anti-Aminophospholipid-Antikörper" umfaßt sind,
auf alle nackten und unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper aus
allen Spezies und auf Antigen-bindende Fragmente davon, einschließlich dimeren,
trimeren und multimeren Antikörpern,
bispezifischen Antikörpern,
chimären Antikörpern, menschlichen
und humanisierten Antikörpern,
rekombinanten und konstruierten Antikörpern und Fragmenten davon,
erstrecken.
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Der
Begriff "anti-Aminophospholipid-Antikörper" wird folglich verwendet,
um jedes anti-Aminophospholipid-Antikörper-ähnliche
Molekül
zu bezeichnen, das eine Antigen-bindende Region aufweist und Antikörperfragmente,
wie etwa Fab', Fab,
F(ab)'2,
Antikörper
mit einer einzelnen Domäne
(single domain antibodies, DABs), Fv, scFv (single chain Fv, Fv
aus einer Einzelkette) und derartiges, einschließt. Die Techniken zum Herstellen
und Verwenden verschiedener, auf Antikörpern beruhender Konstrukte
und Fragmente sind im Stand der Technik bestens bekannt.
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Bei
bestimmten Ausführungen
sollen die eingesetzten Antikörper "humanisierte" oder menschliche Antikörper sein. "Humanisierte" Antikörper sind
im allgemeinen chimäre
monoklonale Antikörper
aus der Maus, Ratte oder anderen nicht-menschlichen Spezies, die
Domänen
einer menschlichen konstanten und/oder variablen Region tragen ("teilmenschliche chimäre Antikörper"). Zumeist werden
humanisierte monoklonale Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung chimäre Antikörper sein,
wobei mindestens eine erste Antigen-bindende Region oder komplementäre Determinierungssregion
(complementary determining region, CDR) einer Maus, einer Ratte
oder ein anderer nicht-menschlicher
monoklonaler anti-Aminophospholipid-Antikörper funktionsfähig angehängt an oder "aufgepfropft" auf eine menschliche
konstante Region eines Antikörpers
oder ein "Gerüst" ("framework") ist.
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"Humanisierte" monoklonale Antikörper zur
Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung können auch
monoklonale anti-Aminophospholipid-Antikörper aus nicht-menschlichen Spezies
sein, wobei eine oder mehrere ausgewählte Aminosäuren gegen Aminosäuren ausgetauscht
worden sind, die in menschlichen Antikörpern häufiger beobachtet werden. Dies
kann leicht durch die Anwendung routinemäßiger rekombinanter Technologie,
insbesondere der ortspezifischen Mutagenese (site-specific mutagenesis),
erreicht werden.
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Vollständig menschliche,
anstelle von "humanisierten" anti-Aminophospholipid-Antikörpern können ebenfalls
hergestellt und im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung verwendet
werden. Derartige menschliche Antikörper können polyklonale Antikörper sein,
wie sie von menschlichen Patienten, die eine oder mehrere einer
Vielfalt von Erkrankungen, Störungen
oder klinischen Beschwerden, die mit der Produktion von anti-Aminophospholipid-Antikörpern zusammenhängen, aufweisen,
erhalten werden. Derartige Antikörper können zur
Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung konzentriert,
teilweise gereinigt oder beträchtlich
gereinigt werden.
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Eine
Auswahl von Techniken zum Herstellen menschlicher monoklonaler Antikörper ist
ebenfalls verfügbar.
Da es menschliche Patienten mit anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden Erkrankungen gibt,
können
die anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden Zellen
von solchen Patienten gewonnen und in vitro manipuliert werden,
um einen menschlichen monoklonalen Antikörper verfügbar zu machen. Die Manipulationen
oder Techniken in vitro schließen
ein Fusionieren ein, um ein monoklonale Antikörper-produzierendes Hybridom herzustellen,
und/oder ein Klonieren des Gens/der Gene, welches) den anti-Aminophospholipid-Antikörper kodiert/kodieren,
aus den Zellen ("rekombinante
menschliche Antikörper").
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Menschliche
anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierende
Zellen können
auch von menschlichen Individuen ohne eine Erkrankung, die mit anti-Aminophospholipid-Antikörpern einhergeht,
d.h. "gesunde Versuchsperson", im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung, erhalten werden. Um dies zu erreichen, würde man
einfach eine Population gemischter Lymphozyten aus dem peripheren
Blut eines menschlichen Individuums, einschließlich Antigen-präsentierende
und Antikörper-produzierende
Zellen, gewinnen, und die Zellpopulation in vitro durch Vermischen
mit einer immunogen wirksamen Menge einer Aminophospholipid-Probe
stimulieren. Auch in diesem Fall könnten die menschlichen anti- Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Zellen, nachdem sie erhalten wurden, zur Produktion von Hybridomen
und/oder rekombinanten Antikörpern
verwendet werden.
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Weitere
Techniken zur Produktion menschlicher monoklonaler Antikörper schließen ein
Immunisieren eines transgenen Tieres, vorzugsweise einer transgenen
Maus, ein, die eine menschliche Antikörper-Bibliothek mit einer immunogen
wirksamen Menge einer Aminophospholipid-Probe umfaßt. Dies
erzeugt auch menschliche anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierende Zellen zur
weiteren Manipulation bei der Produktion von Hybridomen und/oder
rekombinanten Antikörpern
mit dem Vorteil, daß Milzzellen
anstelle peripherer Blutzellen leicht aus dem transgenen Tier oder
der transgenen Maus gewonnen werden können.
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Wie
hier verwendet, wird der Begriff „anti-Aminophospholipid-Antikörper" ebenso wie „nackte
und unkonjugierte" umfangreich
benutzt, um anti-Aminophospholipid-Antikörper und Antigen-bindende Fragmente davon,
die nicht konjugiert oder funktionell assoziiert sind mit einem
Effektormolekül,
wie etwa einem zytotoxischen Mittel oder Koagulanz, zu bezeichnen.
Zusätzlich
zu nicht-Effektor-Modifikationen des Antikörpers und Interaktionen in
vivo-Aktionen schließt
der Begriff „nackt" keinesfalls Kombinationen
aus dem Antikörper
mit anderen therapeutischen Mitteln, wie hier genauer offenbart,
aus.
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Im
Gegensatz dazu werden anti-Aminophospholipid-Antikörper, bispezifische
Antikörper
und Antigen-bindende Fragmente davon, die konjugiert oder funktionell
assoziiert sind mit zytotoxischen oder anti-Zell-Mitteln, hier als „anti-Aminophospholipid-Immuntoxine" bezeichnet. Ähnlich werden
anti-Aminophospholipid-Antikörper,
bispezifische Antikörper
und Antigenbindende Fragmente davon, die konjugiert oder funktionell
assoziiert sind mit Gerinnungsfaktoren hier als „anti-Aminophospholipid-Koaguliganden" bezeichnet. Die Verwendung
von anti-Aminophospholipid-Immuntoxinen und anti-Aminophospholipid-Koaguliganden
bei der Tumorbehandlung wird auch durch die Erfinder der vorliegenden
Erfindung in Betracht gezogen und wird offenbart und beansprucht
in der PCT-Offenlegungsschrift WO-A-00/02587.
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Bevorzugte
anti-Aminophospholipid-Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung sind
anti-Phosphatidylserin (anti-PS) und anti-Phosphatidylethanolamin (anti-PE)-Antikörper. Anti-PS-Antikörper werden
im allgemeinen PS-Moleküle,
die auf der luminalen Oberfläche
von Endothelzellen der Tumorvaskulatur vor handen, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert sind, erkennen, daran binden oder Immunspezifität dagegen
aufweisen. Geeignete Antikörper
werden folglich an Phosphatidyl-L-Serin binden (Umeda et al., 1989).
Anti-PE-Antikörper
werden im allgemeinen das PE-Molekül, das auf der luminalen Oberfläche von
Endothelzellen der Tumorvaskulatur vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert ist, erkennen, daran binden oder Immunspezifität dagegen
aufweisen.
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Ein
Verabreichen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern an ein Tier mit einem
Tumor wird zur spezifischen Bindung des Antikörpers an die Aminophospholipid-Moleküle, vorhanden,
exprimiert oder transloziert auf der luminalen Oberfläche der
Tumorblutgefäße, führen, d.h.
die Antikörper
werden an die Aminophospholipid-Moleküle in einer natürlichen,
biologischen Umgebung binden. Deshalb wird keine besondere Manipulation
notwendig sein, um eine Antikörper-Bindung
sicherzustellen.
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Allerdings
ist es von wissenschaftlicher Bedeutung, zur Kenntnis zu nehmen,
daß Aminophospholipide am
häufigsten
durch anti-Aminophospholipid-Antikörper erkannt oder gebunden
werden, wenn die Aminophospholipid-Moleküle mit einem oder mehreren
Proteinen oder anderen biologischen Nicht-Lipid-Bausteinen assoziiert
sind. Beispielsweise wird von anti-PS-Antikörpern, die als eine Untergruppe
von anti-Phospholipid (anti-PL)-Antikörpern bei Patienten mit bestimmten
Erkrankungen und Störungen
auftreten, jetzt angenommen, daß sie
an PS in Kombination mit Proteinen, wie etwa β2-Glycoprotein
I (β2-GPI oder Apolipoprotein H, apoH) und Prothrombin
binden (US-Patent 5,344,758; Rote, 1996) binden. Ähnlich wird
von anti-PE-Antikörpern,
die bei Erkrankungszuständen
auftreten, jetzt angenommen, daß sie
an PE in Kombination mit Proteinen, wie etwa niedrig- und hochmolekularem
Kininogen (HK), Präkallikrein
und sogar Faktor XI binden (Sugi and McIntyre, 1995; 1996a; 1996b).
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Dies
ist die Bedeutung der Begriffe "präsentiert" und "komplexiert" auf der luminalen
Oberfläche
von Tumorblutgefäßen, wie
sie hier verwendet werden, welche bedeuten, daß die Aminophospholipid-Moleküle auf der
Oberfläche
von Tumorblutgefäßen in einem
zur Bindung von Antikörpern
kompetenten Zustand vorhanden sind, unabhängig von der molekularen Definition
dieses speziellen Zustands. PS kann sogar als Komplex mit Faktor
II/IIa, VII/VIIa, IX/IXa und X/Xa angezielt werden. Darüber hinaus
kann sich die An des Aminophospholipid-Ziels verändern, während die Erfindung ausgeführt wird,
da die anfängliche
Ami nophospholipid-Antikörper-Bindung,
anti-Endothelzell- und anti-Tumor-Wirkungen zu biologischen Änderungen
führen
können,
welche die Anzahl, Konformation und/oder den Typ des Aminophospholipid-Zielepitops/der
Zielepitope verändern.
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Der
Begriff "anti-Aminophospholipid-Antikörper", wie er im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung verwendet wird, bezeichnet deshalb
jeden nackten oder unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper, ein
immunologisches Bindungsmittel oder Antiseren, einen monoklonalen,
menschlichen, humanisierten, dimeren, trimeren, multimeren, chimären, bispezifischen,
rekombinanten oder konstruierten Antikörper oder ein Fab', Fab, F(ab')2,
DABs, Fv oder scFv-Antigen bindendes Fragment davon, der/das mindestens
an einen, ein Lipid und eine Aminogruppe enthaltenden Komplex oder
an ein Aminophospholipid-Ziel bindet, vorzugsweise ein Ziel auf
der Grundlage von Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin.
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Die
Anforderung, daß der
Antikörper "mindestens an ein
Aminophospholipid-Ziel bindet",
wird durch den Antikörper,
der an jede und/oder alle physiologisch relevanten Formen von Aminophospholipiden,
einschließlich
sogenanntem "hexagonalen" und "hexagonalen Phase
II" PS und PE (HexII
PS und HexII PE) (Rauch et al., 1986; Rauch and Janoff 1990; Berard
et al., 1993), sowie PS und PE in Kombination mit jedem anderen
Protein, Lipid, Membranbaustein, Plasma- oder Serum-Bestandteil
oder jeder Kombination davon, bindet, erfüllt. Folglich ist ein "anti-Aminophospholipid-Antikörper" ein Antikörper, der
an ein Aminophospholipid in den Tumorblutgefäßen bindet, ungeachtet der
Tatsache, daß Doppelschicht-
oder Mizellen-Aminophospholipide als immunogen neutral betrachtet
werden können.
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Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper
können
Aminophospholipid-Moleküle
oder einen immunogenen Komplex davon (einschließlich hexagonaler Aminophospholipide
und Proteinkombinationen) erkennen, daran binden oder Immunspezifität dafür aufweisen
bis hin zum Ausschluß anderer
Phospholipide oder Lipide. Derartige Antikörper können als "Aminophospholipid-spezifische oder auf
Aminophospholipid beschränkte
Antikörper" bezeichnet werden,
und ihre Verwendung im Zusammenhang mit der Erfindung wird häufig bevorzugt sein.
Bei bestimmten Ausführungen
werden "Aminophospholipid-spezifische
oder auf Aminophospholipid beschränkte Antikörper" im allgemeinen eine erhebliche Bindung
an Aminophospholipide aufweisen, während sie wenig oder keine
signifikante Bindung an andere Lipidbausteine, wie etwa Phosphatidylinositol
(PI), Phosphatidylglycerin (PG) und sogar Phosphatidylcholin (PC)
aufweisen.
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"PS-spezifische oder
auf PS beschränkte
Antikörper" werden im allgemeinen
eine erhebliche Bindung an PS aufweisen, während sie wenig oder keine
bedeutende Bindung an Lipidbausteine, wie etwa Phosphatidylethanolamin
und Cardiolipin (CL), ebenso wie PC, PI und PG zeigen. "PE-spezifische oder
auf PE beschränkte
Antikörper" werden im allgemeinen
eine erhebliche Bindung an PE zeigen, während sie wenig oder keine
bedeutende Bindung an Lipidbausteine, wie etwa Phosphatidylserin
und Cardiolipin, ebenso wie PC, PI und PG zeigen. Die Herstellung
spezifischer anti-Aminophospholipid-Antikörper wird leicht erreicht,
wie z.B. durch Rauch et al. (1986), Umeda et al., (1989); Rauch
und Janoff (1990) und Rote et al. (1993) offenbart.
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"Kreuzreaktive anti-Aminophospholipid-Antikörper", die ein Aminophospholipid-Molekül oder einen
immunogenen Komplex davon (einschließlich hexagonaler Aminophospholipide
und Proteinkombinationen) erkennen, daran binden oder Immunspezifität dafür aufweisen,
die zusätzlich
eine geringere, aber nachweisbare Bindung an andere Phospholipid-
oder Lipidbausteine zeigen, werden keinesfalls von einer erfindungsgemäßen Anwendung
ausgeschlossen. Derartige "kreuzreaktive
anti-Aminophospholipidantikörper" können eingesetzt
werden, solange sie an ein Aminophospholipid binden, das auf der
luminalen Oberfläche
von Endothelzellen der Tumovaskulatur vorhanden, exprimiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert ist, und eine Antitumor-Wirkung nach Verabreichung
in vivo ausüben.
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Weitere
geeignete Aminophospholipid-spezifische oder auf Aminophospholipid
beschränkte
Antikörper
sind jene anti-Aminophospholipid-Antikörper, die sowohl an PS als
auch an PE binden. Während
sie eindeutig spezifisch sind für
oder beschränkt
sind auf Aminophospholipide, im Gegensatz zu anderen Lipidbausteinen
sind, gibt es Antikörper,
die an jedes der bevorzugten Ziele der vorliegenden Erfindung binden.
Beispiele derartiger Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der Erfindung schließen folgende
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein: PS3A, PSF6, PSF7, PSB4, PS3H1 und PS3E10 (Igarashi et al.,
1991).
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Weitere
beispielhafte anti-PS-Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der Erfindung schließen folgende
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein: BA3BSC4, PS4A7, PS1G3 und 3SB9b, wobei PS4A7, PS1G3 und
3SB9b im allgemeinen bevorzugt werden. Monoklonale Antikörper, humanisierte
Antikörper und/oder
Antigen-bindende Fragmente, die auf dem 3SB9b-Antikörper beruhen
(Rote et al., 1993), werden gegenwärtig am stärksten bevorzugt.
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Obwohl
von Aminophospholipiden, wie etwa PS und PE, berichtet wurde, daß sie in
Form einer Doppelschicht oder Mizelle nicht oder schwach antigen
oder nicht oder schwach immunogen sind, gibt es in der wissenschaftlichen
Literatur keine Berichte über
Schwierigkeiten beim Erzeugen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern, wie
etwa anti-PS- und anti-PE-Antikörpern. Anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
monoklonale Antikörper
können
deshalb leicht durch präparative
Verfahren und Methoden hergestellt werden, die folgendes umfassen:
- (a) Herstellen einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Zelle; und
- (b) Gewinnen eines anti-Aminophospholipid-Antikörpers oder
monoklonalen Antikörpers
aus der Antikörper-produzierende
Zelle.
-
Die
Verfahren zum Herstellen anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierender
Zellen und Gewinnen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern daraus
können
in situ in einem bestimmten Patienten durchgeführt werden. Das heißt, ein
einfaches Versorgen eines Patienten mit einer immunogen wirksamen
Menge an einer immunogenen Aminophospholipid-Probe wird zu einer
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Bildung
führen.
Demnach wird der anti-Aminophospholipid-Antikörper noch
von der Antikörper-produzierenden
Zelle "gewonnen", aber er muß nicht
aus dem Wirt heraus isoliert und anschließend an einen Patienten verabreicht
werden, wobei er in der Lage ist, spontan an die Tumorvaskulatur
zu gelangen und seine biologischen anti-Tumor-Wirkungen auszuüben.
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Wie
hier offenbart, können
aus menschlichen Patienten mit anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Erkrankungen anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierende Zellen erhalten
und anschließend Antikörper isoliert
und/oder gereinigt werden, indem periphere Blutlymphozyten mit Aminophospholipiden
in vitro stimuliert werden und auch durch Immunisierungsverfahren
und -methoden. Letztere umfassen im allgemeinen:
- (a)
Immunisieren eines Tieres durch Verabreichen von mindestens einer
Dosis und wahlweise mehr als einer Dosis einer immunogen wirksamen
Menge an einer immunogenen Aminophospholipid-Probe (wie etwa einem
hexagonalen Aminophospholipid oder einer hexagonale Phase II-Form
eines Aminophospholipids), vorzugsweise einer immunogenen PS- oder
PE-Probe, an das Tier; und
- (b) Gewinnen einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Zelle aus dem immunisierten Tier.
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Die
immunogen wirksame Menge der Aminophospholipid-Probe(n) kann eine
Salmonellabeschichtete Aminophospholipid-Probe (Umeda et al., 1989),
eine Probe einer Aminophospholipid-Mizelle, eines Liposoms, eines
Lipid-Komplexes oder einer Lipid-Formulierung
oder eine mit SDS hergestellte Aminophospholipid-Probe sein. Jede
derartige Aminophospholipid-Probe kann in Kombination mit jedem
geeigneten Adjuvans, wie etwa Freund'schem komplettem Adjuvans (Rote et al.,
1993), verabreicht werden. Jede empirische Technik oder Variation
kann eingesetzt werden, um die Immunogenität zu steigern, und/oder hexagonale
oder hexagonale Phase II-Formen der Aminophospholipide können verabreicht
werden.
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Die
Immunisierung kann auf einer oder mehreren Injektionen einer immunogen
wirksamen Menge einer Aminophospholipid-Probe in die Milz beruhen
(Umeda et al., 1989).
-
Unabhängig von
der Art des Immunisierungsverfahrens oder der Art des immunisierten
Tieres werden aus dem immunisierten Tier anti-Aminophospholipid-produzierende
Zellen gewonnen und vorzugsweise von menschlicher Hand manipuliert. "Ein immunisiertes
Tier", wie der Begriff
hier verwendet wird, ist ein nicht-menschliches Tier, es sei denn,
anderes wird ausdrücklich
festgestellt. Obwohl jede Antikörper-produzierende
Zelle verwendet werden kann, wird am stärksten bevorzugt, Milzzellen
als Quelle für
die Antikörper-produzierenden
Zellen zu verwenden. Die anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Zellen können
in einem präparativen
Verfahren verwendet werden, das folgendes umfaßt:
- (a)
Fusionieren einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden Zelle mit
einer immortalen Zelle, um ein Hybridom herzustellen, das einen
monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper produziert; und
- (b) Gewinnen eines monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörpers aus
dem Hybridom.
-
Präparative
Verfahren zur Herstellung eines monoklonalen Antikörpers auf
der Grundlage eines Hybridoms schließen daher jene Verfahren ein,
die folgendes umfassen:
- (a) Immunisieren eines
Tieres durch Verabreichen von mindestens einer Dosis und wahlweise
mehr als einer Dosis einer immunogen wirksamen Menge an einer immunogenen
Aminophospholipid-Probe (wie etwa einem hexagonalen Aminophospholipid
oder einer hexagonale Phase II-Form eines Aminophospholipids), vorzugsweise
einer immunogenen PS- oder PE-Probe, an das Tier;
- (b) Herstellen einer Kollektion von monoklonale Antikörper produzierenden
Hybridomen aus dem immunisierten Tier;
- (c) Auswählen
aus der Kollektion von mindestens einem ersten Hybridom, das mindestens
einen ersten monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper und
vorzugsweise mindestens einen ersten Aminophospholipid-spezifischen
monoklonalen Antikörper
produziert; und
- (d) Kultivieren von mindestens einem ersten anti-Aminophospholipid-produzierenden oder
Aminophospholipid-spezifischen Hybridom, um mindestens einen ersten
monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper oder monoklonalen Aminophospholipid-spezifischen
Antikörper
verfügbar
zu machen; und vorzugsweise
- (e) Gewinnen von mindestens einem ersten monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
monoklonalen Aminophospholipid-spezifischen
Antikörper
aus dem mindestens ersten kultivierten Hybridom.
-
Da
nicht-menschliche Tiere zur Immunisierung verwendet werden, werden
die monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper, die von einem derartigen
Hybridom gewonnen werden, häufig
nicht-menschliche Eigenschaften aufweisen. Solche Antikörper können wahlweise einem
Humanisierungsprozeß,
einer Aufpfropfung oder Mutation unterzogen werden, was Fachleuten
bekannt ist und hier außerdem
offenbart wird. Alternativ können
transgene Tiere, wie etwa Mäuse,
die eine menschlichen Antikörper-Genbibliothek
umfassen, verwendet werden. Eine Immunisierung derartiger Tiere
wird deshalb direkt zur Erzeugung menschlicher anti-Aminophospholipid-Antikörper führen.
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Nach
der Produktion einer geeigneten Antikörper-produzierenden Zelle,
am stärksten
bevorzugt ist ein Hybridom, die entweder menschliche oder nicht-menschliche
Antikörper
produziert, können
die den monoklonalen Antikörper
kodierenden Nukleinsäuren
kloniert werden, um einen "rekombinanten" monoklonalen Antikörper herzustellen.
Jede rekombinante Klonierungstechnik kann verwendet werden, einschließlich der
Verwendung von PCR, um die Synthese von Antikörper-kodierenden Nukleinsäuresequenzen
vorzubereiten. Deshalb schließen
noch weitere geeignete präparative
Verfahren zur Herstellung eines monoklonalen Antikörpers jene
ein, welche die Verwendung der anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden Zellen
umfassen, wie folgt:
- (a) Gewinnen von mindestens
einem ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper-kodierenden Nukleinsäuremolekül oder -segment aus einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
Zelle, vorzugsweise einem Hybridom; und
- (b) Exprimieren des Nukleinsäuremoleküls oder
-segments in einer rekombinanten Wirtszelle, um einen rekombinanten
monoklonalen anti-Aminophospholipid-Antikörper zu erhalten.
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Allerdings
sind andere leistungsfähige
rekombinante Techniken verfügbar,
die für
die Herstellung rekombinanter monoklonaler Antikörper ideal geeignet sind. Derartige
rekombinante Techniken schließen
die präparativen
Verfahren zur Herstellung eines monoklonalen Antikörpers auf
der Grundlage einer Phagen-Bibliothek ein, die folgendes umfassen:
- (a) Immunisieren eines Tieres durch Verabreichen
von mindestens einer Dosis und wahlweise mehr als einer Dosis einer
immunogen wirksamen Menge an einer immunogenen Aminophospholipid-Probe
(wie etwa einem hexagonalen Ami nophospholipid oder einer hexagonale
Phase II-Form eines Aminophospholipids), vorzugsweise einer immunogenen
PS- oder PE-Probe, an das Tier;
- (b) Herstellen einer kombinatorischen Immunglobulin-Phagen-Bibliothek,
die RNA, isoliert aus den Antikörper-produzierenden
Zellen, exprimiert, vorzugsweise aus der Milz des immunisierten
Tieres;
- (c) Auswählen
aus der Phagen-Bibliothek von mindestens einem ersten Klon, der
mindestens einen ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper und
vorzugsweise mindestens einen ersten Aminophospholipid-spezifischen
Antikörper
exprimiert;
- (d) Gewinnen von anti-Aminophospholipid-Antikörper-kodierenden
Nukleinsäuren
aus mindestens einem ersten ausgewählten Klon und Exprimieren
der Nukleinsäuren
in einer rekombinanten Wirtszelle, um mindestens einen ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Aminophospholipid-spezifischen Antikörper verfügbar zu machen; und vorzugsweise
- (e) Gewinnen von mindestens einem ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Aminophospholipid-spezifischen Antikörper, der durch die Nukleinsäuren, die
aus dem mindestens ersten ausgewählten Klon
erhalten wurden, exprimiert wird.
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Wieder
können
bei solchen Techniken, die auf Phagen-Bibliotheken beruhen, transgene
Tiere, die Genbibliotheken menschlicher Antikörper tragen, eingesetzt werden,
wodurch rekombinante menschliche monoklonale Antikörper hervorgebracht
werden.
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Unabhängig von
der Art der Herstellung eines ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper-Nukleinsäuresegments
können
geeignete anti-Aminophospholipid-Antikörper-Nukleinsäuresegmente weiter leicht durch standardmäßige molekularbiologische
Techniken hergestellt werden. Um zu bestätigen, daß jede Variante, Mutante oder
zweite Generation eines anti-Aminophospholipid-Antikörper-Nukleinsäuresegments
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung geeignet
ist, wird das Nukleinsäuresegment
getestet werden, um die Expression eines Antikörpers, der an ein Aminophospholipid
bindet, zu bestätigen.
Vorzugsweise sollen die Variante, Mutante oder zweite Generation
eines anti-Aminophospholipid-Antikörper-Nukleinsäuresegments
auch getestet werden, um eine Hybridisierung an ein anti-Aminophospholipid-Antikörper-Nukleinsäuresegment
unter Standardbedingungen, stärker
bevorzugt unter stringenten Hybridisierungsstandardbedingungen zu
bestätigen.
Beispielhaft geeignete Hybridisierungsbedingungen schließen eine
Hybridisierung in ungefähr
7% Natriumdodecylsulfat (sodium dodecyl sulfate, SDS), ungefähr 0,5 M
NaPO4, ungefähr 1 mM EDTA bei ungefähr 50°C und Waschen
mit ungefähr
1% SDS bei ungefähr
42°C ein.
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Da
eine Vielfalt rekombinanter monoklonaler Antikörper, entweder menschlichen
oder nicht-menschlichen
Ursprungs, leicht hergestellt werden kann, können die Behandlungsverfahren
der Erfindung durchgeführt werden,
indem dem Tier oder Patienten mindestens ein erstes Nukleinsäuresegment,
das eine biologisch wirksame Menge von mindestens einem ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper in
dem Patienten exponiert, zur Verfügung gestellt wird. Das "Nukleinsäuresegment,
das einen anti-Aminophospholipid-Antikörper exprimiert", wird im allgemeinen
in Form von mindestens einem Expressionskonstrukt vorliegen und
kann in Form eines Expressionskonstrukts, das von einem Virus oder
einer rekombinanten Wirtszelle umfaßt wird, vorliegen. Bevorzugte
Gentherapie-Vektoren der vorliegenden Erfindung werden im allgemeinen
virale Vektoren, wie etwa von einem rekombinaten Retrovirus, Herpes
simplex-Virus (HSV), Adenovirus, Adeno-assoziierten Virus (AAV),
Cytomegalovirus (CMV) und derartigem umfaßt, sein.
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Bei
bestimmten Ausführungen
kann die Vaskulatur des vaskularisierten Tumors des zu behandelnden Tieres
oder Patienten zunächst
bildlich dargestellt werden. Im allgemeinen wird dies erreicht,
indem zunächst eine
diagnostisch wirksame Menge von mindestens einer ersten pharmazeutischen
Zusammensetzung, die mindestens ein erstes nachweisbar markiertes
Aminophospholipid-bindendes Konstrukt umfaßt, wie etwa ein Konstrukt
aus anti-Aminophospholipid-Antikörper und
nachweisbarem Mittel, das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise
Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exprimiert,
transloziert, präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Blutgefäßen des
vaskularisierten Tumors, bindet oder dieses identifiziert, an das
Tier oder den Patienten verabreicht wird. Die Erfindung macht damit
weiterhin Zusammensetzungen zur Verwendung und Verfahren zum Unterscheiden
zwischen Blutgefäßen eines
Tumors und/oder Tumorinneren und normalen Blutgefäßen verfügbar. Das "Unterscheiden" wird durch Verabreichen eines
oder mehrerer der beschriebenen nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden
Konstrukte erreicht.
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Das
nachweisbar markierte Aminophospholipid-bindende Konstrukt oder
das Konstrukt aus anti-Aminophospholipid-Antikörper und nachweisbarem Mittel
kann eine, durch Röntgenstrahlen
nachweisbare Verbindung, wie etwa Wismut (III), Gold (III), Lanthan
(III) oder Blei (II); ein radioaktives Ion, wie etwa Kupfer67, Gallium67, Gallium68, Indium111, Indium113, Jod123, Jod125, Jod131, Quecksilber197, Quecksilber203,
Rhenium186, Rhenium188,
Rubidium97, Rubidium103,
Technetium99m oder Yttrium90;
ein NMR (nuclear magnetic spin-resonance)-Isotop, wie etwa Kobalt (II), Kupfer
(II), Chrom (III), Dysprosium (III), Erbium (III), Gadolinium (III),
Holmium (III), Eisen (II), Eisen (III), Mangan (II), Neodymium (III),
Nickel (II), Samarium (III), Terbium (III), Vanadium (II) oder Ytterbium
(III); oder Rhodamin oder Fluorescein, umfassen.
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Eine
vorherige Bilddarstellung vor einer Tumorbehandlung ("pre-imaging") kann demnach wie
folgt durchgeführt
werden:
- (a) Verabreichen an das Tier oder den
Patienten einer diagnostisch wirksamen Menge einer pharmazeutischen
Zusammensetzung, die ein erstes nachweisbar markiertes Aminophospholipid-bindendes
Konstrukt umfaßt,
das ein diagnostisches Mittel umfaßt, das funktionsfähig an einen
Antikörper,
ein Bindungsprotein oder einen Liganden angehängt ist, oder ein Aminophospholipid-bindendes Fragment
davon, das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin, vorhanden, exponiert, transloziert,
präsentiert
oder komplexiert auf der luminalen Oberfläche von Blutgefäßen oder
Blutgefäßen im Inneren
eines vaskularisierten Tumors, bindet; und
- (b) anschließendes
Nachweisen des nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden Konstruktes, das
an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin
auf der luminalen Oberfläche
von Blutgefäßen eines
Tumors oder im Tumorinneren gebunden ist, wodurch eine bildlicher
Darstellung der Tumorvaskulatur erhalten wird.
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Eine
Krebsbehandlung kann auch wie folgt durchgeführt werden:
- (a)
Erzeugen eines Bildes eines vaskularisierten Tumors durch Verabreichen
einer diagnostisch minimalen Menge von mindestens einem ersten nachweisbar
markierten Aminophospholipid-bindenden Konstrukt, das ein diagnostisches
Mittel umfaßt,
welches funktionsfähig
an einen Antikörper,
ein Bindungsprotein oder einen Liganden angehängt ist, oder ein Aminophospholipid-bindendes
Fragment davon, das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phophatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin auf der luminalen Oberfläche von
Tumor-Blutgefäßen oder
Blutgefäßen im Tumorinneren
des vaskularisierten Tumors bindet, an ein Tier oder einen Patienten
mit einem vaskularisierten Tumor, wodurch ein nachweisbares Bild
der Tumorvaskulatur erzeugt wird; und
- (b) anschließendes
Verabreichen an dasselbe Tier oder denselben Patienten einer therapeutisch
optimierten Menge von mindestens einem ersten nackten Antikörper oder
Antigen-bindenden Fragment davon, das an ein Aminophospholipid,
vorzugsweise Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin auf
der luminalen Oberfläche
von Tumorblutgefäßen bindet,
wodurch die Tumorvaskulatur zerstört wird.
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Zusammensetzungen
oder Medikamente zur bildlichen Darstellung und Behandlung werden
demnach verfügbar
gemacht, die im allgemeinen folgendes umfassen:
- (a)
eine erste pharmazeutische Zusammensetzung, die eine diagnostisch
wirksame Menge eines nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden
Konstrukts umfaßt,
das ein nachweisbares Mittel umfaßt, das funktionsfähig an einen
Antikörper,
ein Bindungsprotein oder einen Liganden angehängt ist, oder ein Aminophospholipid-bindendes
Fragment davon, das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin auf der luminalen Oberfläche von
Blutgefäßen eines
Tumors oder im Tumorinneren des vaskularisierten Tumors bindet;
und
- (b) eine zweite pharmazeutische Zusammensetzung, die eine therapeutisch
wirksame Menge von mindestens einem zweiten, unkonjugierten anti- Aminophospholipid-Antikörper, vorzugsweise
anti-Phosphatidylserin oder anti-Phosphatidylethanolamin oder einem
Antigen-bindenden Fragment davon, umfaßt.
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Bei
derartigen Medikamenten werden Vorteile verwirklicht werden, wobei
die ersten und zweiten pharmazeutischen Zusammensetzungen dieselben
zielgerichteten Mittel, d.h. anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Fragmente davon aus derselben Antikörper-Präparation oder vorzugsweise
von demselben Antikörper-produzierenden
Hybridom umfassen.
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Hinsichtlich
der Aspekte der Erfindung, welche die bildliche Darstellung der
Vaskulatur betreffen, wird anerkannt, daß das verabreichte nachweisbar
markierte Aminophospholipid-bindende
Konstrukt oder das nachweisbare Mittel in Verbindung mit einem anti-Aminophospholipid-Antikörper selbst
eine therapeutische Wirkung haben können. Während dies von der Erfindung
nicht ausgeschlossen wäre,
würden
die Mengen an den zu verabreichenden nachweisbar markierten Konstrukten
im allgemeinen als "diagnostisch
wirksame Mengen" ausgewählt werden,
welche typischerweise geringer sind als die Mengen, die für einen
therapeutischen Nutzen erforderlich sind.
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Bei
den die bildliche Darstellung betreffenden Ausführungen kann das zielgerichtete
Mittel entweder auf einem Antikörper
oder einem Bindungsliganden oder einem bindenden Protein beruhen.
Obwohl zuvor nicht mit Tumoren oder der Tumorvaskulatur in Zusammenhang
gebracht, sind Zusammensetzungen mit nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden
Liganden im Stand der Technik bekannt und können jetzt angesichts dieser
Motivation und der vorliegenden Offenbarung unter den Gesichtspunkten
der Kombination der vorliegenden Erfindung von bildlicher Darstellung
und Behandlung benutzt werden. Die nachweisbar markierten Annexine
der US-Patente 5,627,036, WO 95/19791, WO 95/27903, WO 95/34315,
WO 96/17618 und WO 98/04294 können
entsprechend eingesetzt werden.
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Die
zuvor beschriebenen Zusammensetzungen und Medikamente zur bildlichen
Darstellung und Behandlung können
auch weiterhin ein oder mehrere anti-Krebs-Mittel umfassen. Dies
bedeutet, daß die
vorliegende Erfindung Zusammensetzungen und Medikamente zur bildlichen
Darstellung und Kombinationsbehandlung umfaßt, die im allgemeinen (a)
diagnostisch wirksame Mengen an nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden
Konstrukten; (b) therapeutisch wirksame Mengen an unkonjugierten
anti-Aminophospholipid-Antikörpern, vorzugsweise
anti-Phosphotidylserin oder anti-Phosphatidylethanolamin oder Antigenbindenden
Fragmenten davon; und (c) therapeutisch wirksame Mengen an mindestens
einem anderen/anderen anti-Krebs-Mittel(n) umfaßt.
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In
noch weiteren Ausführungen
werden die, durch die vorliegende Erfindung zu behandelnden Tiere oder
Patienten weiter einer Operation oder Radiotherapie unterzogen oder
werden mit einer therapeutisch wirksamen Menge von mindestens einem
ersten anti-Krebs-Mittel versorgt. Der Begriff "ein mindestens erstes anti-Krebs-Mittel" bedeutet in diesem
Zusammenhang "mindestens
ein erstes anti-Krebs-Mittel zusätzlich
zu dem nackten anti-Aminophospholipid-Antikörper (vorzugsweise
anti-Phosphatidylserin oder anti-Phosphatidylethanolamin).
Der Begriff "ein
mindestens erstes anti-Krebs-Mittel" kann deshalb als "mindestens ein zweites anti-Krebs-Mittel" gelten, wenn der
nackte anti-Aminophospholipid-Antikörper ein
erstes anti-Krebs-Mittel ist. Dies allerdings ist es schlichtweg
eine Frage von Semantik, und die praktische Bedeutung wird für die Fachleute
eindeutig sein.
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Das
ein mindestens erste anti-Krebs-Mittel kann dem Tier oder dem Patienten
im wesentlichen gleichzeitig mit dem anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Antigen-bindenden Fragment davon verabreicht werden, wie etwa aus
einer einzigen pharmazeutischen Zusammensetzung oder aus zwei pharmazeutischen
Zusammensetzungen, die im engen Bezug zueinander verabreicht werden.
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Alternativ
kann das mindestens erste anti-Krebs-Mittel dem Tier oder Patienten
zu einer Zeit verabreicht werden, welche auf die Verabreichung von
dem mindestens ersten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Antigen-bindenden Fragment davon folgt. "Zu einer Zeit, die (...) folgt", wie hier verwendet,
bedeutet "gestaffelt", derart, daß das mindestens
erste anti-Krebs-Mittel an das Tier oder dem Patienten zu einer
Zeit verabreicht wird, die sich von der Verabreichung des mindestens
ersten anti-Aminophospholipid-Antikörpers unterscheidet. Im allgemeinen
werden die beiden Mittel zu Zeiten, die wirksam voneinander getrennt
sind, verabreicht, um den beiden Mitteln zu ermöglichen, ihre jeweiligen therapeutischen
Wirkungen zu entfalten, d.h. sie werden zu "biologisch wirksamen Zeitintervallen" verabreicht.
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Das
mindestens erste anti-Krebs-Mittel kann dem Tier oder dem Patienten
zu einer biologisch wirksamen Zeit vor dem anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Fragment davon oder zu einer biologisch wirksamen Zeit im Anschluß an das
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Fragment verabreicht
werden. Eine Verabreichung eines oder mehrerer anti-Krebs-Mittel,
das/die nicht Aminophospholipid anzielen, zu einer therapeutisch
wirksamen Zeit im Anschluß an
den anti-Aminophospholipid-Antikörper
kann besonders gewünscht
sein, wobei das anti-Krebs-Mittel ein anti-Tumorzell-Immuntoxin
ist, entwickelt, um Tumorzellen am äußersten Rand des Tumors abzutöten und/oder
wobei das anti-Krebs-Mittel ein antiangiogenes Mittel ist, entwickelt,
um eine Mikrometastase von irgendwelchen verbleibenden Tumorzellen
zu verhüten.
Derartige Überlegungen
werden den Fachleuten bekannt sein.
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Eine
Verabreichung von einem oder mehreren, nicht Aminophospholipid anzielenden
anti-Krebs-Mitteln
zu einer therapeutisch wirksamen Zeit vor einem anti-Aminophospholipid-Antikörper kann
insbesondere eingesetzt werden, wenn das anti-Krebs-Mittel entwickelt
wurde, um eine Aminophospholipid-Expression zu steigern. Dies kann
durch Verwendung von anti-Krebs-Mitteln, welche das Tumor-Endothel
verletzen oder darin Apoptose induzieren, erreicht werden. Beispielhafte
anti-Krebs-Mittel schließen
z.B. Taxol, Vincristin, Vinblastin, Neomycin, Combretastatin(e),
Podophyllotoxin(e), TNF-α,
Angiostatin, Endostatin, Vasculostatin, αvβ3-Antagonisten,
Kalzium-Ionophore, Kalzium-Einstrom-induzierende Mittel, jedes Derivat
oder jede Vorstufe davon, ein.
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Das
eine oder die mehreren zusätzlichen
anti-Krebs-Mittel können
chemotherapeutische Mittel, radiotherapeutische Mittel, Cytokine,
antiangiogene Mittel, Apoptose-induzierende Mittel oder anti-Krebs-Immuntoxine
oder Koaguliganden sein. "Chemotherapeutische
Mittel", wie hier
verwendet, bezeichnen klassische chemotherapeutische Mittel oder
Wirkstoffe, die bei der Behandlung von malignen Erkrankungen verwendet werden.
Diese Bezeichnung wird zugunsten der Einfachheit verwendet, ungeachtet
der Tatsache, daß andere Verbindungen
technisch als chemotherapeutische Mittel insofern beschrieben werden,
als sie eine anti-Krebs-Wirkung
ausüben. "Chemotherapeutikum" hat jedoch eine
eindeutige Bedeutung im Stand der Technik gewonnen und wird gemäß dieser
Standardbedeutung verwendet.
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Eine
Reihe beispielhafter chemotherapeutischer Mittel werden hier beschrieben.
Fachleute, die sich im Stand der Technik auskennen, werden die Verwendungen
und geeigneten Dosen von chemotherapeutischen Mitteln leicht verstehen,
obwohl die Dosen gut reduziert werden können, wenn sie in Kombination
mit der vorliegenden Erfindung angewendet werden. Eine neue Klasse
von Wirkstoffen, die ebenfalls als "chemotherapeutische Mittel" bezeichnet wer den
können,
sind Mittel, die eine Apoptose induzieren. Jeder oder mehrere derartiger
Wirkstoffe, einschließlich
Genen, Vektoren und Antisense-Konstrukten können, wenn dies angebracht
ist, in Verbindung mit der vorliegenden Erfindungen angewendet werden.
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Anti-Krebs-Immuntoxine
oder Koaguliganden sind weitere geeignete anti-Krebs-Mittel. "Anti-Krebs-Immuntoxine
oder Koaguliganden" oder
therapeutisches-Mittel-zielgerichtetes-Mittel-Konstrukte beruhen auf zielgerichteten
Mitteln, einschließlich
Antikörpern
oder Antigen-bindenden Fragmenten davon, welche an einen anzielbaren
Bestandteil einer Tumorzelle, von Tumorvaskulatur oder Tumorstroma
binden, und die funktionsfähig
an ein therapeutisches Mittel, im allgemeinen ein cytotoxisches
Agens (Immuntoxin) oder ein Gerinnungsfaktor (Koaguligand), angehängt sind.
Ein "anzielbarer
Bestandteil" einer
Tumorzelle, von Tumorvaskulatur oder Tumorstroma ist vorzugsweise
ein Oberflächen-exponierter,
Oberflächen-zugänglicher oder
Oberflächen-lokalisierter
Bestandteil, obwohl Bestandteile, die von nekrotischen oder anderweitig
beschädigten
Tumorzellen oder vaskulären
Endothelzellen freigesetzt werden, ebenfalls Ziele sein können, einschließlich cytosolischer
und/oder nuklearer Tumorzell-Antigene.
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Zielgerichtete
Mittel auf der Grundlage von sowohl Antikörpern als auch nicht-Antikörpern können verwendet
werden, einschließlich
Wachstumsfaktoren, wie etwa VEGF und FGF, das Tripeptid R-G-D enthaltende Peptide,
die spezifisch an die Tumorvaskulatur binden, und andere zielgerichtete
Bestandteile, wie etwa Annexine und verwandte Liganden.
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Anti-Tumorzell-Immuntoxine
oder Koaguliganden können
Antikörper
umfassen, welche durch die Gruppe, bestehend aus B3 (ATCC HB 10573),
260F9 (ATCC HB 8488), D612 (ATCC HB 9796) und KS1/4, veranschaulicht
sind, wobei genannter KS1/4-Antikörper von einer Zelle erhalten
wurde, welche den Vektor pGKC23020 (NRRL B-18356) oder den Vektor
pG2A52 (NRRL B-18357) umfaßt.
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Anti-Tumorstroma-Immuntoxine
oder Koaguliganden werden im allgemeinen Antikörper umfassen, welche an einen
Bestandteil des konnektiven Gewebes, einen Basalmembran-Bestandteil oder
einen Bestandteil aktivierter Plättchen
bindet, wie beispielhaft dargestellt durch die Bindung von Fibrin,
RIBS oder LIBS.
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Anti-Tumorvaskulatur-Immuntoxine
oder Koaguliganden können
Liganden, Antikörper
oder Fragmente davon umfassen, die an einen Oberflächen-exprimieren,
Oberflächen-zugänglichen
oder Oberflächen-lokalisierten
Bestandteil der Blut-transportierenden Gefäße, vorzugsweise der Blutgefäße im Tumorinneren
eines vaskularisierten Tumors, binden. Derartige Antikörper schließen jene
ein, die an Oberflächen-exprimierte
Bestandteile von Blutgefäßen im Tumorinneren
eines vaskularisierten Tumors, einschließlich Aminophospholipiden selbst,
und an Oberflächenrezeptoren
der Vaskulatur im Tumorinneren binden, wie etwa Endoglin (TEC-4- und TEC-11-Antikörper), einen
TGFβ-Rezeptor,
E-Selectin, P-Selectin, VCAM-1, ICAM-1, PSMA, einen VEGF/VPF-Rezeptor,
einen FGF-Rezeptor, ein TIE, αvβ3-Integrin, Pleiotropin, Endosialin und MHC
Klasse II-Proteine. Die Antikörper
können
auch an Cytokin-induzierbare
oder Koagulanz-induzierbare Bestandteile von Blutgefäßen im Tumorinneren
binden.
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Andere
anti-Tumorvaskulatur-Immuntoxine oder Koaguliganden können Antikörper oder
Fragmente davon umfassen, die an einen Liganden oder Wachstumsfaktor
binden, der an einen Zelloberflächenrezeptor der
Vaskulatur im Tumorinneren bindet. Derartige Antikörper schließen jene
ein, die an VEGF/VPF (GV39- und GV97-Antikörper), FGF, TGFβ binden,
einen Liganden, der an ein TIE bindet, eine Tumor-assoziierte Fibronektin-Isoform,
einen Hepatocyten-Wachstumsfaktor (scatter factor/hepatocyte growth
factor, HGF), Plättchenfaktor
4 (PF4), PDGF und TIMP. Die Antikörper oder Fragmente davon können auch
an einen Ligand-Rezeptor-Komplex oder einen Wachstumsfaktor-Rezeptor-Komplex
binden, nicht jedoch an den Liganden oder Wachstumsfaktor oder an
den Rezeptor, wenn der Ligand oder Wachstumsfaktor oder der Rezeptor
nicht in dem Ligand-Rezeptor- oder Wachstumsfaktor-Rezeptor-Komplex
vorliegt.
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Konstrukte
aus anti-Tumorzell-, anti-Tumorstroma- oder anti-Tumorvaskulatur-Antikörpern und
einem therapeutischen Mittel könne
cytotoxische Mittel, wie etwa von Pflanzen, Pilzen oder Bakterien
abgeleitete Toxine (Immuntoxine) umfassen. Ricin A-Kette und deglycosylierte
Ricin A-Kette werden häufig
bevorzugt werden, und Gelonin und Angiopoetine werden ebenfalls
berücksichtigt.
Konstrukte aus anti-Tumorzell-, anti-Tumorstroma- oder anti-Tumorvaskulatur-Antikörpern und
einem therapeutischen Mittel können
Gerinnungsfaktoren oder sekundäre
Antikörper-bindende
Regionen umfassen, die an Gerinnungsfaktoren binden (Koaguliganden).
Die funktionsfähige
Verknüpfung
mit Gewebefaktor oder Gewebefaktor-Derivaten, wie etwa trunkiertem Gewebefaktor,
wird häufig
bevorzugt werden.
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Die
vorliegende Erfindung offenbart noch weiter eine Serie von neuen
therapeutischen Kits, Medikamenten und/oder Cocktails zur Verwendung
in Verbindung mit der Erfindung. Die Kits, Medikamente und/oder Cocktails
umfassen im allgemeinen eine kombinierte wirksame Menge an einem
anti-Krebs-Mittel und einem Antikörper oder einem Antigen-bindenden
Fragment davon, der/das an ein Aminophospholipid, vorzugsweise Phosphatidylserin
oder Phosphatidylethanolamin, bindet.
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Wenn
der vorrangige Zweck eines derartigen Kits die Kombinationstherapie
ist, kann das Kit nichtsdestotrotz noch weiter einen Bestandteil
zur bildlichen Darstellung umfassen, im allgemeinen eine diagnostisch
wirksame Menge eines nachweisbar markierten Aminophospholipid-bindenden
Konstrukts, wie etwa einem markierten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
einem Antigen-bindenden Fragment davon.
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Die
Kits und Medikamente werden, vorzugsweise in geeigneten Behältervorrichtungen,
eine biologisch wirksame Menge an mindestens einem ersten Antikörper oder
Antigen-bindenden Fragment davon, der/das an ein Aminophospholipid
bindet, vorzugsweise an Phosphatidylserin oder Phosphatidylethanolamin bindet,
in Kombination mit einer biologisch wirksamen Menge an mindestens
einem ersten anti-Krebs-Mittel, umfassen. Die Bestandteile der Kits
und Medikamente können
in einem einzelnen Behälter
oder einer Behältervorrichtung
enthalten sein oder innerhalb unterschiedlicher Behälter oder
Behältervorrichtungen
enthalten sein. Die Cocktails werden im allgemeinen zur kombinierten
Anwendung zusammengemischt werden.
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Der
gesamte Bereich von anti-Aminophospholipid-Antikörpern, wie oben beschrieben,
kann in den Kits, Medikamenten und/oder Cocktails eingesetzt werden,
wobei anti-PS, anti-PE, menschliche, humanisierte und monoklonale
Antikörper
oder Fragmente davon bevorzugt sind. Die anti-Krebs-Mittel sind
ebenfalls solche, wie oben beschrieben, einschließlich chemotherapeutischer
Mittel, radiotherapeutischer Mittel, antiangiogener Mittel, Apoptose-Mitteln, Immuntoxinen
und Koaguliganden. Mittel, die zur intravenösen Verabreichung formuliert
wurden, werden häufig
bevorzugt werden.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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Die
folgenden Zeichnungen sind Bestandteil der vorliegenden Beschreibung
und sind eingeschlossen, um bestimmte Aspekte der vorliegenden Erfindung
weiter aufzuzeigen. Die Erfindung kann unter Bezugnahme auf eine
oder mehrere dieser Zeichnungen in Kombination mit der genauen Beschreibung
hier dargestellter spezifischer Ausführungen besser verstanden werden.
-
1A und 1B:
Aktivität
von zellgebundenem anti-VCAM-1·tTF
in vitro. 1A: Bindung von anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
an unstimulierte (Kontrolle) und IL-1α-aktivierte bEnd.3-Zellen. 1B: Herstellung von Faktor Xa durch zellgebundenen
anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden.
-
2:
Wachstumsverzögerung
von L540-Tumoren in mit anti-VCAM-1·tTF behandelten Mäusen. L540-Tumor-tragenden
Mäusen
wurden Injektionen i.v. von entweder Kochsalzlösung, 20 μg anti-VCAM-1·tTF, 4 μg unkonjugierter
tTF oder 20 μg
Kontroll-IgG·tTF
verabreicht. Die Injektionen wurden am Tag 4 und 8 nach der ersten
Behandlung wiederholt. Die Tumoren wurden täglich ausgemessen. Gezeigt
wird das mittlere Tumorvolumen ± SD von 8 Mäusen pro
Gruppe.
-
3:
Annexin V blockiert eine Koaguligand-Aktivierung von Faktor X in
vitro. IL-1α-stimulierte bEnd.3-Zellen
wurden mit anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
in 96-Well-Mikrotiterplatten
inkubiert, wie in Beispiel V beschrieben. Annexin V wurde in Konzentrationen
im Bereich von 0,1 bis 10 μg/ml
(wie dargestellt) zugegeben, und die Zellen wurden 30 Min. vor Zugabe
von verdünntem
Proplex T inkubiert. Die Menge an Faktor Xa, die in Gegenwart von
oder ohne Annexin V erzeugt wurde, wurde unter Verwendung eines
chromogenen Substrats bestimmt, wie in Beispiel V beschrieben.
-
4A und 5B: Anti-Tumor-Wirkungen
von nackten anti-PS-Antikörpern
in Tieren mit syngenen und xenogenen Tumoren. 1 × 107 Zellen
der kolorektalen Mäusekarzinomzellinie
Colo 26 (4A) oder der menschlichen Morbus
Hodgkin-Lymphom-Zellinie L540 (4B)
wurden subkutan in die rechte Flanke von Balb/c-Mäusen (4A) bzw. CB17-SCID-Mäusemännchen (4B)
injiziert. Die Tumoren wurden bis zu einer Größe von ungefähr 0,6-0,9
cm3 wachsen gelassen, und dann wurden den
Mäusen
(4 Tiere pro Gruppe) i.p. 20 μg
nackter anti-PS-Antikörper
(offene Quadrate) oder Kochsalzlösung
(offene Kreise) verabreicht (Kontroll-Maus-IgM lieferte ähnliche
Ergebnisse wie die Kochsalzlösung).
Die Behandlung wurde dreimal mit einem 48-stündigen Intervall wiederholt.
Die Tiere wurden täglich
in Bezug auf die Tumorabmessungen und das Körpergewicht überwacht.
Das Tumorvolumen wurde wie in Beispiel VII beschrieben berechnet.
Die Mäuse
wurden getötet,
wenn die Tumoren 2 cm3 erreicht hatten,
oder früher,
wenn die Tumoren Anzeichen einer Nekrose oder Ulzeration zeigten.
-
Beschreibung
von veranschaulichenden Ausführungen
-
A. Tumorzerstörung unter
Verwendung von VCAM-1-Koaguliganden
-
Solide
Tumoren und Karzinome machen mehr als 90% aller Krebsarten beim
Menschen aus. Obwohl die Anwendung von monoklonalen Antikörpern und
Immuntoxinen in der Therapie von Lymphomen und Leukämien untersucht
worden ist (Vitetta et al., 1991), haben sich diese Mittel in klinischen
Versuchen als enttäuschend
unwirksam gegenüber
Karzinomen und anderen soliden Tumoren gezeigt (Abrams and Oldham, 1985).
Eine grundsätzliche
Ursache für
die Unwirksamkeit von Behandlungen auf der Grundlage von Antikörpern ist,
daß Makromoleküle nicht
leicht in solide Tumoren transportiert werden. Selbst nachdem sie
sich einmal innerhalb der Tumormasse befinden, verteilen sich diese
Moleküle
nicht gleichmäßig aufgrund
des Vorhandenseins von tight junctions zwischen Tumorzellen, fibrösem Stroma,
interstitiellen Druckgradienten und Bindungsstellen-Barrieren (Dvorak
et al., 1991).
-
Zur
Entwicklung neuer Strategien zur Behandlung solider Tumoren bieten
die Verfahren, welche ein Anzielen der Vaskulatur des Tumors anstelle
der Tumorzellen beinhalten, deutliche Vorteile. Eine wirksame Zerstörung oder
Blockade der Tumorgefäße stoppt
den Blutfluß durch
den Tumor und führt
zu einer Tumorzelltod-Lawine. Antikörper-Toxin- und Antikörper-Koagulanz-Konstrukte
sind bereits höchst
wirksam zum spezifischen Anzielen und Zerstören von Tumorgefäßen, was
zur Tumornekrose führt,
verwendet worden (Burrows et al., 1992; Burrows and Thorpe, 1993;
WO 93/17715, WO 96/01653; Huang et al., 1997).
-
Die
Tumorvaskulatur anzielende cytotoxische Mittel werden in den folgenden
Patenten beschrieben: US-Patente 5,855,866, 5,776,427, 5,863,538,
5,660,827, 6,004,554, 5,965,132 und 6,051,230. Den Tumor anzielende
Koagulanzien werden in den folgenden Patenten beschrieben: US-Patente
5,855,566, 5,877,289, 5,965,132, 6,004,555, 6,036,955 und 6,093,399.
-
Wenn
Antikörper,
Wachstumsfaktoren oder andere bindende Liganden verwendet werden,
um ein Koagulanz spezifisch an die Tumorvaskulatur abzugeben, werden
solche Mittel als "Koaguliganden" bezeichnet. Ein
gegenwärtig
bevorzugtes Koagulanz für
die Verwendung in Koaguliganden ist trunkierter Gewebefaktor (tTF)
(Huang et al., 1997; WO 96/01653; US-Patent 5,877,289). TF ist der Hauptauslöser der
Blutgerinnung (Ruf et al., 1991). An Stellen einer Verletzung kommt
Faktor VII/VIIa im Blut in Kontakt mit TF auf Zellen in den perivaskulären Geweben
und bindet daran. Der TF-VIIa-Komplex aktiviert in Gegenwart der
Phospholipid-Oberfläche
die Faktoren IX und X. Dies wiederum führt zur Bildung von Thrombin
und Fibrin und schließlich eines
Blutgerinnsels (Ruf and Edgington, 1994).
-
Die
rekombinante, trunkierte Form von Gewebefaktor (tTF), der die zytosolischen
und transmembranären
Domänen
fehlen, ist ein lösliches
Protein, das eine um etwa fünf
Größenordnungen
geringere Fähigkeit zum
Induzieren der Blutgerinnung aufweist als nativer TF (Stone et al.,
1995; Huang et al., 1997). Aus diesem Grund muß TF mit Phospholipiden für den Komplex
mit VIIa assoziiert sein, um IXa oder Xa wirksam zu aktivieren.
Wenn allerdings tTF an das Tumorgefäßendothel mittels eines zielgerichteten
Antikörpers
oder Mittels abgegeben wird, wird er in die Nähe einer Lipidoberfläche zurückgebracht
und gewinnt thrombogene Aktivität zurück (Huang
et al., 1997; US-Patente 5,877,289, 6,004,555 und 6,093,399). Damit
wird ein Koaguligand geschaffen, der selektiv Thrombosen in Tumorvaskulatur
auslöst.
-
Trunkierter
TF hat mehrere Vorteile, die seine Verwendung in, die Vaskulatur
anzielenden Koaguliganden empfiehlt: menschlicher tTF ist leicht
verfügbar,
und das menschliche Protein wird vernachlässigbare oder geringe Immunogenität im Menschen
haben; menschlicher tTF ist voll funktionsfähig in Versuchstieren, einschließlich Mäusen; undzielgerichteter
tTF ist hoch potent, da er die Aktivierung einer Kaskade von Gerinnungsproteinen
auslöst,
woraus sich eine stark amplifizierte Wirkung ergibt (US-Patente
5,877,289, 6,004,555 und 6,093,399).
-
Eine
Reihe geeigneter Zielmoleküle,
die an Tumorendothel verfügbar
sind, an normalem Endothel jedoch fehlen, ist beschrieben worden.
Beispielsweise können
exprimierte Ziele, wie etwa Endoglin, E-Selektin, P-Selektin, VCAM-1,
ICAM-1, PSMA, ein TIE, ein Ligand, der mit LAM-I reagiert, ein VEGF/VPF-Rezeptor,
ein FGF-Rezeptor, αvβ3-Integrin, Pleiotropin oder Endosialin,
verwendet werden (US-Patente 5,855,866, 5,877,289; Burrows et al.,
1992; Burrows and Thorpe, 1993; Huang et al., 1997; Liu et al.,
1997; Ohizumi et al., 1997).
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Adsorbierte
Ziele sind eine andere geeignete Gruppe, wie etwa VEGF, FGF, TGFβ, HGF, PF4,
PDGF, TIMP, ein Ligand, der an ein TIE bindet oder eine Tumor-assoziierte
Fibronektin-Isoform (US-Patente 5,877,289, 5,965,132 und 6,004,555).
Fibronektin-Isoformen sind Liganden, welche an die Rezeptorfamilie
der Integrine bindet. Tumor-assoziierte Fibronektin-Isoformen sind anzielbare
Bestandteile sowohl der Tumorvaskulatur als auch des Tumorstromas.
Der monoklonale Antikörper
BC-1 (Carnemolla et al., 1989) bindet spezifisch an Tumor-assoziierte
Fibronektin-Isoformen.
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Andere
Ziele, die durch die natürliche
Tumorumgebung oder als Folge einer Intervention durch den Menschen
induzierbar sind, sind ebenfalls anzielbare Einheiten, wie in den
US-Patenten 5,776,427,
5,863,538 und 6,036,955 beschrieben. Wenn sie in Verbindung mit
einer vorangehenden Suppression in normalen Geweben und einer Induktion
in der Tumorvaskulatur verwendet werden, können auch MHC Klasse II-Antigene als
Ziele eingesetzt werden (US-Patente 5,776,427, 5,863,538, 6,004,554
und 6,036,955).
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Ein
gegenwärtig
bevorzugtes Ziel für
klinische Anwendungen ist das vaskuläre endotheliale Adhäsionsmolekül-1 (vascular
endothelial adhesion molecule-1, VCAM-1) (US-Patente 5,855,866,
5,877,289, 6,004,555 und 6,093,399). VCAM-1 ist ein Zelladhäsionsmolekül, das durch
inflammatorische Zytokine IL-Iα, IL-4
(Thornhill et al., 1990) und TNFα (Munro,
1993) induziert wird, und dessen Rolle in vivo darin besteht, Leukozyten
an Stellen von akuter Entzündung
zu rekrutieren (Bevilacqua, 1993).
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VCAM-1
ist auf vaskulären
Endothelzellen bei einer Reihe menschlicher maligner Tumoren, einschließlich Neuroblastom
(Patey et al., 1996), Nierenkarzinom (Droz et al., 1994), nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom
(Staal-van den Brekel et al., 1996), Morbus Hodgkin (Patey et al.,
1996) und Angiosarkom (Kuzu et al., 1993), ebenso wie in benignen
Tumoren, wie etwa Angiom (Patey et al., 1996) und Hämangiom
(Kuzu et al., 1993) vorhanden. Eine konstitutive Expression von
VCAM-1 beim Menschen ist auf wenige Gefäße in der Schilddrüse, dem
Thymus und der Niere (Kuzu et al., 1993; Bruijn and Dinklo, 1993)
und bei der Maus auf Gefäße in Herz
und Lunge (Fries et al., 1993) beschränkt.
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Bestimmte
der hier vorgestellten Ergebnisse unterstützen sogar jene, die durch
die US-Patente 5,855,855, 5,877,289 und 6,004,555 vorgelegt werden,
weiter und zeigen die selektive Induktion von Thrombose und Tumorinfarkt,
die auf eine Verabreichung eines anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden zurückzuführen ist. Die vorgestellten
Ergebnisse wurden durch Verwendung von Mäusen, welche menschliches Hodgkin-Lymphom
L540 trugen, erzeugt. Wenn dieser Tumor als ein Xenograft in SCID-Mäusen gewachsen
sind, zeigt er eine große Ähnlichkeit
zu der menschlichen Erkrankung im Hinblick auf die Expression inflammatorischer
Zytokine (Diehl et al., 1985) und das Vorhandensein von VCAM-1 und
anderen Endothelzell-Aktivierungsmolekülen in seiner
Vaskulatur.
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Unter
Verwendung eines kovalent gebundenen anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden, in dem
tTF direkt mit dem anti-VCAM-1-Antikörper verbunden war, wird hier
gezeigt, daß der
Koaguligand selektiv zu Tumorgefäßen gelangt,
in diesen Gefäßen eine
Thrombose induziert, eine Nekrose verursacht, die sich im gesamten
Tumor entwickelt, und das Tumorwachstum in Mäusen, die solide L540 Hodgkin-Tumoren
tragen, verzögert.
Tumoren müssen
im allgemeinen eine Größe von mindestens
ungefähr
0,3 cm im Durchschnitt aufweisen, um auf den Koaguliganden anzusprechen,
da VCAM-1 in kleineren Tumoren fehlt. Vermutlich sind die Spiegel
von Zytokinen, die durch Tumorzellen oder Wirtszellen, welche den
Tumor infiltrieren, sezerniert werden, in kleinen Tumoren zu niedrig
für eine
VCAM-1-Induktion. Dies stimmt überein
mit den Studien in den US-Patenten 5,855,866, 5,877,289, 5,776,427,
6,004,555 und 6,036,955, in denen gezeigt wird, daß die Erfindungen
für größere solide
Tumoren möglich
sind.
-
Obwohl
eine VCAM-1-Färbung
zunächst
eher in der Peripherie des Tumors beobachtet wurde, band der Koaguligand
offensichtlich an Blut transportierende Gefäße und verschloß diese,
da er in der Lage war, den Blutfluß in allen Tumorregionen abzuschneiden.
Weiterhin zieht einer der Erfinder in Betracht, daß die Thrombinbildung,
verursacht durch die anfängliche
Verabreichung des Koaguliganden, wahrscheinlich zu weiterer VCAM-1-Induktion
in zentralen Gefäßen führt (Sluiter
et al., 1993), was zu einem amplifizierten Signal und offensichtlicher
Zerstörung
der Region im Tumorinneren führt.
Diese Art von Koagulanz-induzierter Expression weiterer anzielbarer
Marker und folglich eine Signal-Amplifikation wird ebenfalls in
dem US-Patent 6,004,555 offenbart.
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B. Mechanismus von VCAM-1-anzielender
Tumorzerstörung
-
Obwohl,
wie hier gezeigt, eine Lokalisierung an VCAM-1-exprimierenden Gefäßen im Herzen
und in den Lungen von Mäusen
nach Verabreichung eines anti-VCAM-1-Koaguliganden beobachtet wurde,
induzierte dieses Konstrukt keine Thrombose an solchen nicht-Tumor-Stellen. Weiterhin
war der anti-VCAM-1-Koaguligand für die Mäuse nicht stärker toxisch
als dies eine Kontroll-Koaguligand von irrelevanter Spezifität war, was wieder
darauf hinweist, daß die
konstitutive Expression von VCAM-1 bei Herz- und Lungengefäßen nicht
zu Toxizität
führte.
Dieses Ergebnis ist wichtig für
den unverzüglichen
klinischen Fortschritt der Koaguligand-Therapie, angesichts dessen,
daß VCAM-1
ein natürlich
vorkommender Marker des Tumorgefäßendothels
beim Menschen ist. Allerdings bietet dieses Phänomen den Erfindern auch einen
einzigartigen Einblick, der zu einem vollkommen anderen Ansatz für eine Zerstörung von
Tumorvaskulatur führt.
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Die
Erfinder strebten danach, den Mechanismus hinter der Fähigkeit
des anti-VCAM-1-Koaguliganden,
an das in Blutgefäßen im Herzen
und in den Lungen konstitutiv exprimierte VCAM-1 zu binden und trotzdem
in diesen Gefäßen keine
Thrombose zu verursachen, zu verstehen. Es gibt eine Vielzahl wissenschaftlicher
Möglichkeiten
für diese
empirische Beobachtung, im allgemeinen verbunden mit der prothrombotischen Natur
der Tumorumgebung, jeder fibrinolytischen Prädisposition im Herzen und in
den Lungen.
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Im
allgemeinen herrscht ein biologisches Gleichgewicht zwischen dem
Gerinnungssystem (Fibrinablagerung) und dem fibrinolytischen System
(Abbau von Fibrin durch Enzyme). Bei einer malignen Erkrankung, insbesondere
bei Karzinomen, entgleist dieses Gleichgewicht jedoch unterbrochen,
was zu der abnormalen Aktivierung der Gerinnung führt (Hyperkoagulabilität oder das "prothrombotische
Stadium"). Hinweise
deuten auch darauf hin, daß verschiedene
Bestandteile dieser Stoffwechselwege zu den in Unordnung geratenen Charakteristika
einer Malignität,
wie etwa Proliferation, Invasion und Metastase beitragen können (Zacharski et
al., 1993).
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Donati
(1995) diskutiert zusammenfassund das komplexe Zusammenspiel zwischen
den ursprünglichen
klinischen Beobachtungen von thrombotischen Komplikationen maligner
Erkrankungen und dem anschließenden
Fortschritt in der Zellbiologie und Biochemie von Tumorzell-Aktivitäten. Trotz
umfangreicher Forschung konnte jedoch eine eindeutige molekula re
Erklärung
für die
prothrombotische Natur der Tumorumgebung nicht vorgelegt werden
(Donati, 1995). Donati betonte jedoch die Rolle von Tumorzellen
in diesem Prozeß.
Erklärt
wurde, daß Tumorzellen
Prokoagulanz-Aktivitäten
exprimieren, wie etwa Gewebe-Thromboplastin und
Krebs-Prokoagulanz (cancer procoagulant, CP) (Donati, 1995). Die
Offenlegungsschrift WO 91/07187 berichtet ebenfalls von einer Prokoagulanz-Aktivität von Tumorzellen.
-
Zahlreiche
andere Studien haben ebenfalls die Tumorzellen selbst als verantwortlich
für das
prothrombotische Zustand innerhalb eines Tumors identifiziert. Beispielsweise
berichteten Nawroth et al. (1988), daß ein Faktor/Faktoren, ausgearbeitet
an Sarkomzellen, die Prokoagulanz-Antwort durch nahegelegenes Endothel
auf TNF steigert. Diese Autoren berichteten, daß eine Fibrinbildung im gesamten
Bett der Tumorvaskulatur 30 Minuten nach TNF-Infusion auftrat, Fibrinablagerung
und Plättchenaggregate
wurden jedoch in normaler Vaskulatur nicht beobachtet (Nawroth et
al., 1988). Für
TNF wurde später
gezeigt, daß er
die Expression von Gewebefaktor auf der Oberflächen von Endothelzellen erhöht (Murray
et al., 1991). Dies wurde vorgeschlagen, um frühere Studien, die zeigten,
daß kultivierte
Endothelzellen, inkubiert mit rekombinantem TNF, eine erhöhte Prokoagulanz-Aktivität, vermehrten
Gewebefaktor und damit einhergehend eine verstärkte Suppression des Protein
C-Stoffwechselwegs, einem anti-thrombotischen Mechanismus, der auf
der Oberfläche
von ruhenden Endothelzellen wirkt, zu erklären (Nawroth et al., 1985;
Nawroth and Stern, 1986).
-
Ergebnisse
von Sugimura et al. (1994) deuteten ebenfalls Tumorzellen als Schlüsselbestandteile
der Prokoagulanz-Aktivität
des Tumors an. Berichtet wurde, daß vier Tumorzellinien in der
Lage waren, verschiedene Stadien des extrinsischen Gerinnungswegs
zu fördern
(Sugimura et al., 1994). Eine andere Studie berichtete, daß eine menschliche
Ovarial-Karzinomzellinie,
OC-2008, oberflächen-membranäre Gewebefaktor-Aktivität konstitutiv
exprimierte und Zelloberflächen-abhängige Prothrombinase-Komplex-Aktivität zeigte (Rao
et al., 1992). Connor et al. (1989) schlugen weiterhin vor, daß es die
pathologischen Zellen seien, welche eine Gerinnung kontrollieren.
Deren Ergebnisse wiesen darauf hin, daß tumorigene, undifferenzierte
Erythroleukämiezellen
der Maus eine sieben- bis achtfache Steigerung der Wirksamkeit ihrer
Prokoagulanz-Aktivität zeigten
(Connor et al., 1989).
-
Zacharski
et al. (1993) fokussierten ebenfalls auf Tumorzellen und suchten
den Interaktionsmodus zwischen Ovarialkarzinomzellen und den Gerinnungs-(Prokoagulanz-initiiert)
und Fibrinolyse (initiiert durch Urokinase-Typ Plasminogen-Aktivator,
u-PA)-Stoffwechselwegen zu definieren. Sie berichteten, daß Tumorzellen
Gewebefaktor und Zwischenprodukte des Gerinnungswegs exprimierten,
was zu lokaler Thrombinbildung führte,
wie durch die Umwandlung von Fibrinogen, vorhanden in Konnektivgewebe
des Tumors, zu Fibrin, von dem gefunden wurde, das sich an den Oberflächen von
Tumorknötchen
und individuellen Tumorzellen festhält, nachgewiesen wurde. Nachgewiesenes
Fibrin konnte dafür
auf der Grundlage von Nekrose oder einem lokalen Infiltrat von Entzündungszellen
nicht verantwortlich gemacht werden (Zacharski et al., 1993). Diese
Autoren schlußfolgerten,
daß es
einen vorherrschenden Tumorzell-assoziierten Prokoagulanz-Stoffwechselweg
gibt, der zu Thrombinbildung und Hyperkoagulabilität führt.
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Andere
Hypothesen haben vorgeschlagen, daß es Änderungen in den Tumorblutgefäßen sind,
welche diese Gefäße besser
in die Lage versetzen, die Bildung vom Thromben zu fördern und/oder
weniger gut in die Lage zu versetzen, Fibrin aufzulösen. Beispielsweise
wurde von Tumorgefäßen berichtet,
daß sie
eine Aufregulation von Gewebefaktor, eine Abregulation von Plasminogen-Aktivatoren
und/oder eine Aufregulation des Inhibitors von Plasminogenaktivatoren,
PAI-1, zeigen (Nawroth and Stern, 1986; Nawroth et al., 1988). Von
solchen Wirkungen wird angenomnen, daß sie durch aus Tumoren stammenden
Faktoren (Murray et al., möglicherweise
VEGF, verstärkt
werden. (1991; Ogawa et al., 1990).
-
Beispielsweise
berichteten Ogawa et al. (1990), daß eine Hypoxie die Koagulanzeigenschaften
der Endothelzelloberfläche
zu einer Verschiebung veranlaßt,
um eine Aktivierung der Gerinnung zu fördern. Dies wurde begleitet
durch Suppression des Antikoagulanz-Cofaktors Thrombomodulin und
Induktion eines Aktivators von Faktor X, entfernt von den klassischen
extrinsischen und intrinsischen Systemen (Ogawa et al., 1990). Auch
könnte
es einen Anstieg der lokalen Konzentration der Faktoren VIIa, IXa,
Xa oder anderer Moleküle,
die mit TF interagieren, innerhalb der Tumorgefäße geben, wodurch eine Thrombose
gefördert
wird.
-
Zusätzlich sind
Plättchen
ein Hauptbestandteil jedes Prokoagulanzzustands. Kürzlich wurde
eine Verbindung hergestellt zwischen dem prokoagulierenden Potential
von Plättchen
und ihrer Fähigkeit,
prokoagulierende Mikropartikel von der Plasmamembran abzustoßen (Zwaal
et al., 1989; 1992; Dachary-Prigent et al., 1996). Es ist vorgeschlagen
worden, daß ein
vergrößerter Anteil
an zirkulierenden Mikropartikeln, Vesikeln oder Membranfragmenten
von Plättchen
zu „präthrombotischen" (prothrombotischen)
Zuständen
unter verschiedenen patho logischen Bedingungen beitragen (Zwaal
et al., 1989; 1992; Dachary-Prigent et al., 1996, S. 159). McNeil
et al., (1990) haben auch berichtet, daß β2-GPI
eine Vielzahl inhibitorischer Wirkungen auf die Gerinnung und Plättchenaggregation
ausübt.
Die Plättchenbiologie
im Zusammenhang mit Tumoren könnte daher
die Wirksamkeit des anti-VCAM-1-Koaguliganden
erklären.
-
Weitere
vertretbare Erklärungen
schließen
die einfache Möglichkeit
ein, daß VCAM-1
in Tumorgefäßen in höheren Konzentrationen
exprimiert wird als in Blutgefäßen in Herz
und Lungen, wahrscheinlich aufgrund einer Induktion durch aus Tumoren
stammenden Zytokinen, und daß ein
Binden an die gesunden Gefäße das Gleichgewicht
nicht in Richtung einer verlängerten
Thrombose kippen kann. Auch die fibrinolytischen Mechanismen könnten im
Herzen aufreguliert sein, wie durch erhöhten Gewebefaktor-Stoffwechselweg-Inhibitor
(tissue factor pathway inhibitor, TFPI), erhöhte Plasminogen-Aktivatoren
und/oder verminderte Plasminogen-Aktivator-Inhibitoren verdeutlicht.
Sollte sich die fibrinolytische Physiologie der Herz- und Lungengefäße als Hauptursache
erweisen, die den tumorspezifischen Wirkungen des anti-VCAM-1-Koaguliganden
unterliegt, würde
dies allgemein die Entwicklung zusätzlicher Antitumortherapien,
die auf einzigartige Aspekte der Tumorbiologie abzielen, ausschließen.
-
Trotz
all der möglichen
Optionen gehen die Erfinder davon aus, daß das Scheitern des anti-VCAM-1-Koaguliganden,
Thrombose in Gefäßen von
normalen Geweben auszulösen,
auf die Abwesenheit des Aminophospholipids Phosphatidylserin (PS)
auf der luminalen Oberfläche
solcher Gefäße zurückzuführen ist.
Um diese Theorie zu vervollständigen,
würde für Phosphatidylserin
deshalb nicht nur gezeigt werden müssen, daß es in diesen normalen Gefäßen fehlt,
sondern auch sein Vorhandensein auf der luminalen Seite von tumorassoziierten
Gefäßen würde überzeugend
demonstriert werden müssen.
-
Die
Erfinder verwendeten deshalb immunhistochemische Färbung, um
die Verteilung eines Tumor-tragenden Mäusen intravenös injizierten
monoklonalen anti-Phosphatidylserin-Antikörpers (anti-PS) zu beurteilen.
Diese Studien ergaben, daß den
VCAM-1-exprimierenden
Gefäßen in Herzen
und in Lunge PS fehlt, während
die VCAM-1-exprimierenden
Gefäße im Tumor
PS exprimierten. Auf die Notwendigkeit einer PS-Oberflächen-Expression zur Koaguliganden-Aktivität weist
weiter der Befund der Erfinder hin, daß Annexin V, das an PS bindet,
die anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden-Aktivität sowohl
in vitro als auch in vivo blockiert.
-
Das
Fehlen einer thrombotischen Wirkung des anti-VCAM-1-Koaguliganden
auf normale Herz- und Lungengefäße kann
demnach mindestens teilweise folgendermaßen erklärt werden: Das Fehlen des Aminophospholipids,
Phosphatidylserin bedeutet, daß den
normalen Gefäßen eine
prokoagulierend wirkende fehlt, auf der sich Koagulationskomplexe
zusammensetzten können.
In Abwesenheit von Oberflächen-PS
bindet anti-VCAM-1·tTF
an VCAM-1-exprimierende
Herz- und Lungengefäße, ohne
eine Thrombose induzieren zu können.
Im Gegensatz dazu zeigen VCAM-1-exprimierende Gefäße im Tumor
eine gleichzeitige Expression von Oberflächen-PS. Der Koaguligand bindet
demnach an Tumorgefäße und aktiviert
lokal Gerinnungsfaktoren, einen verschließenden Thrombus zu bilden.
-
Zusätzlich zum
Aufzeigen der Tumor-spezifischen thrombotischen Wirkungen von anti-VCAM-1-Koaguliganden
erlaubte die spezifische Expression des Aminophospholipids Phosphatidylserin
auf der luminalen Oberfläche
von Tumorblutgefäßen in früheren Studien
den Erfindern auch, den beobachteten, jedoch nicht verstandenen
prothrombotischen Phenotyp zu erklären (Zacharski et al., 1993;
Donate, 1995). Die Untersuchungen der Erfinder zeigen, daß es die
PS-Expression ist, die eine bedeutende Rolle für den prothtombotischen Zustand
der Tumorvaskulatur führt,
anstatt vorrangig auf Tumorzellen oder komplizierte Faktoren, Plättchen, proagulierende
Mikropartikel oder Membranfragmente zurückzuführen zu sein, oder auf Ungleichgewichte
bei Thromboplastin, Thrombomodulin, Krebs-Prokoagulanz, Gewebefaktor,
Protein C-Stoffwechselweg, Plaminogen-Aktivatoren oder Plasminogen-Aktivator-Inhibitoren
(z.B. PAI-1) zurückzuführen zu
sein.
-
C. Aminophospholipide
als Marker der Tumorvaskulatur
-
Nach
ihrer Entdeckung, daß das
typische Aminophospholipid Phosphatidylserin spezifisch auf der
luminalen Oberfläche
von Tumorblutgefäßen, nicht
jedoch in normalen Blutgefäßen exprimiert
wurde, waren die Erfinder davon überzeugt,
daß Aminophospholipide
ein Potential als Ziele zur therapeutischen Intervention aufwiesen.
Die vorliegende Erfindung umfaßt
deshalb ein Anzielen der Aminophospholipid-Bestandteile, insbesondere
Phosphatidylserin (PS) und Phosphatidylethanolamin (PE) in der Tumorbehandlung.
Obwohl Antitumorwirkungen durch ein Anzielen von Aminophospholipiden
unter Einsatz etablierter Tiermodelle aufge zeigt werden, konnte
die Fähigkeit
von Aminophospholipiden als sichere und wirksame anzielbare Marker
der Tumorvaskulatur nicht aufgrund früherer Studien vorhergesagt
werden.
-
Obwohl
beispielsweise Tumorgefäße im Gegensatz
zu anderen Blutgefäßen im allgemeinen
von Natur aus prothrombotisch sind, ist es eine dem Tumor innewohnende
Eigenschaft, ein Netzwerk von Blutgefäßen zu erhalten, um Sauerstoff
und Nährstoffe
an die Tumorzellen abzugeben. Offensichtlich können tumorassoziierte Blutgefäße gegenüber einer
Thrombose nicht derart prädisponiert
sein, daß sie
spontan und leicht eine Gerinnung unterstützen, da solch eine Gerinnung
notwendigerweise den Tumor zur Selbstzerstörung führen würde. Demnach ist unerwartet,
daß für jeden
Thrombose-assoziierten Tumorgefäßmarker,
wie etwa das jetzt identifizierte Phosphatidylserin, entdeckt werden
könnte,
daß es
in Mengen exprimiert wird, die ausreichen, um eine wirksame therapeutische
Intervention durch Anzielen zu erlauben, und trotzdem in Konzentrationen
exprimiert wird, die niedrig genug sind, um den Blutfluß durch
den Tumor gewöhnlich
aufrechtzuerhalten.
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Die
vorliegende Identifizierung von Aminophospholipiden als sichere
und wirksame Tumorvaskulatur-Ziele ist sogar noch überraschender
angesichts (1) der früheren
Spekulationen hinsichtlich der Rolle anderer Zelltypen und/oder
verschiedener Faktoren, Aktivatoren und Inhibitoren, die dem komplexen
prothrombotischen Zustand des Tumors (wie oben diskutiert) zugrunde
liegen, und (2) des verwirrenden und widersprüchlichen Stands der Technik
der die Aminophospholipid-Biologie sowohl in Bezug auf die Expression
als auch die Funktion in verschiedenen Zelltypen betrifft.
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Phosphatidylserin
und Phosphatidylethanolamin sind normalerweise bei verschiedenen
Zellen auf die innere Oberfläche
der Plasmamembran-Doppelschicht beschränkt (Gaffet et al., 1995; Julien
et al., 1995). Im Gegensatz dazu ist das äußere Blatt der Membrandoppelschicht
reich an Phosphatidylcholin-Analoga (Zwaal et al., 1989; Gaffet
et al., 1995). Diese Lipidtrennung schafft eine asymmetrische Transdoppelschicht.
Obwohl die Existenz einer Membranasymmetrie gelegentlich diskutiert
worden ist, werden die Ursache für
ihre Existenz und die Mechanismen ihrer Entstehung und Kontrolle
wenig verstanden (Williamson and Schlegel, 1994), insbesondere bei
anderen Zellen als Plättchen.
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Es
gibt sogar eine Vielzahl widersprüchlicher Berichte bezüglich des
Vorhandenseins oder des Fehlens von PS und PE in verschiedenen Zellen
und Geweben, erst recht bezüglich
der wahrscheinlichen Rolle, die diese Aminophospholipide spielen
können.
Beispielsweise haben die vielen Studien zu PS, durchgeführt mit
Plättchen,
den Schlüsselbestandteilen
in der Blutgerinnung (Dachary-Prigent et al., 1996), höchst wechselhafte
Ergebnisse geliefert. Brevers et al. (1982) maß die Prothrombin-umsetzende
Plättchenaktivität von nicht-aktivierten
Plättchen
nach Behandlung mit verschiedenen Phospholipasen oder proteolytischen
Enzymen. Sie schlußfolgerten,
daß negativ
geladenes Phosphatidylserin und möglicherweise Phosphatidylinositol an
der Prothrombin-umsetzenden Aktivität von nicht-aktivierten Plättchen beteiligt
sind (Bevers et al., 1982).
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Bevers
et al. (1983) berichteten dann von einer erhöhten Exposition von Phosphatidylserin
und einer verminderten Exposition von Sphingomyelinase in aktivierten
Plättchen.
Diese Änderungen
waren jedoch in viel geringerem Maße offensichtlich bei Plättchen,
die entweder nur durch Thrombin oder durch Kollagen aktiviert wurden,
im Gegensatz zu Kollagen plus Thrombin, Diamid oder einem Kalzium-Ionophor
(Bevers et al., 1983). Die Oberflächenexpression von PS als Antwort
auf Diamid stand im Widerspruch zu Studien an Erythrozyten, die
keine Diamid-stimulierte PS-Exposition zeigten (de Jong et al.,
1997). Während
sie ihre früheren Ergebnisse
wiederholten, berichteten Bevers und Kollegen später, daß Veränderungen in der Plasmamembran-Zytoskelett-Interaktion,
insbesondere ein gesteigerter Abbau von Zytoskelett-Aktin-bindendem
Protein, für Veränderungen
der Plättchenoberfläche wichtig
waren (Brevers et al., 1985, S. 368-369).
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Maneta-Peyret
et al., (1989) berichteten ebenfalls von dem Nachweis von PS auf
menschlichen Plättchen.
Diese Autoren stellten fest, daß die
prokoagulierende Plättchenoberfläche durch
negativ geladene Phospholipide, wie etwa Phosphatidylserin, und
Phosphatidylethanolamin (im allgemeinen neutral und zwitterionisch)
oder beiden gebildet werden konnte. Die Rolle von Phosphatidylserin
im Gerinnungsprozeß ist
zugunsten von Phosphatidylethanolamin in Frage gestellt worden (Maneta-Peyret
et al., 1989; Schick et al., 1976; 1978). Beispielsweise haben Studien
berichtet, daß 18%
von Phosphatidylethanolamin nach 2 Stunden auf der Oberfläche zugänglich werden
im Gegensatz zu 0% Phosphatidylserin (Schick et al., 1976).
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Von
laufenden Studien mit Plättchen,
die einen weiteren Anstieg von 16% der Phosphatidylethanolamin-Exposition
nach Thrombinbehandlung ohne Anstieg der Phosphatidylserin-Spiegel zeigen, wurde
ebenfalls berichtet (Schick et al., 1976). Deshalb wurde von PS
be hauptet, kein Bestandteil der funktionellen Oberfläche der
Plättchen-Plasmamembran
zu sein (Schick et al., 1976; 1978). Nichtsdestotrotz scheinen gegenwärtige Hinweise
durchaus darauf hinzudeuten, daß sowohl
PS als auch PE an der, in der äußeren Membran von
Plättchen
und Erythrozyten beobachteten Phospholipid-Asymmetrie beteiligt
sind, und daß PS
an der Prokoagulanz-Aktivität
von Plättchen
beteiligt ist (Gaffet et al., 1995; de Jong et al., 1997; US-Patent
5,627,036).
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Die
Mechanismen zum Erreichen und Aufrechterhalten einer differentiellen
Aminophospholipid-Verteilung, erst recht die funktionelle Bedeutung
dieses Vorgehens, ist lange Gegenstand kontroverser Spekulationen
gewesen. Beim Besprechen der Regulation von Transdoppelschicht-Phospholipidbewegung
gaben Williamson und Schlegel (1994) zu verstehen, daß ein Erhöhen des
intrazellulären
Ca2+ den Hauptklassen von Phospholipiden
erlaubt, sich frei durch die Doppelschicht zu bewegen, wobei sie
die Lipide durcheinanderbringen und die Asymmetrie auflösen. De
Jong et al., (1997) berichteten auch, daß ein Anstieg von intrazellulärem Kalzium
zu einem raschen Durcheinanderbringen der Lipiddoppelschicht und
zu der Exposition von PS führt, was
teilweise durch zelluläre
Oxidation gehemmt werden konnte. Die Interaktion von Aminophospholipiden
mit Zytoskelettproteinen ist ebenfalls als ein Mechanismus zur Regulierung
der Membranphospholipid-Asymmetrie vorgeschlagen worden (Zwaal et
al., 1989).
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Gaffet
et al., (1995) stellten fest, daß die transversale Umverteilung
von Phospholipiden während
der Aktivierung menschlicher Plättchen
durch einen vektoriellen Ausstrom von Aminophospholipiden erreicht
wird, der nicht durch einen raschen reziproken Einstrom von Phospholipiden
mit Cholin-Kopfgruppen ausgeglichen wird, d.h. kein Durcheinander
auftritt. Sie schlugen vor, daß der
spezifische vektorielle Ausstrom von Aminophospholipiden katalysiert
sein könnte
durch eine "reverse
Aminophospholipid-Translokase"-Aktivität (Gaffet et
al., 1995). Eine alternative Hypothese wäre, daß die Aktivität einer
nach innen gerichteten Translokase gehemmt wurde. Zwaal et al. (1989)
schlugen die Beteiligung einer Phospholipid-Translokase, die sowohl
die nach außen
als auch nach innen gerichtete Bewegung von Aminophospholipiden
katalysiert, vor.
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Das
Vorhandensein einer Energie- und Protein-abhängigen Aminophospholipid-Translokase-Aktivität, die Phosphatidylethanolamin
von dem äußeren zum
inneren Blatt der Lipiddoppelschicht transportiert, wurde durch
Julien et al. (1993) berichtet. Sie zeigten dann, daß die Aminophospholipid-Translokase-Aktivität auch Phosphatidylserin
transferieren konnte, und daß die
Aktivität
in Abhängigkeit
von den Bedingungen der Zellinkubation aufrechterhalten, supprimiert
und wiederhergestellt (Julien et al., 1993) und durch den Tumorpromotor
12-O-Tetradekanoylphorbol-13-Acetat
(TPA) inhibiert werden konnte (Julien et al., 1997).
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Eine
35 kD-Phospholipid-Scramblase, welche die Ca2+-abhängige bidirektionale
Bewegung von Phosphatidylserin oder anderen Phospholipiden fördert, wurde
kürzlich
aus einer cDNA-Bibliothek
kloniert (Zhou et al., 1997). Dieses "PL-Scamblase"-Protein ist ein Protein-reiches Typ
II-Plasmamembranprotein mit einem einzelnen transmembranären Segment
in der Nähe
des C-Terminus. Anschließende
Studien bestätigten,
daß dieses
Protein für
die rasche Bewegung von Phospholipiden von den inneren zu den äußeren Plasmamembranblättern in
Zellen, die erhöhten
zytosolischen Kalziumkonzentrationen ausgesetzt waren, verantwortlich
war (Zhao et al., 1998).
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Die
Aminophospholipid-Translokase-Aktivität, von der Julien et al. (1993;
1997) berichten, welche PS und PE von dem äußeren zum inneren Blatt transportiert,
unterscheidet sich von der Ca2+-abhängigen bidirektionalen
Scramblase (Zhou et al., 1997; Zhao et al., 1998). Die Scramblase
wird durch Ca2+ aktiviert und bewegt meistens
PS vom inneren zum äußeren Blatt
als Antwort auf erhöhte
Ca2+-Spiegel. Jetzt wird allgemein angenommen,
daß die
Aminophospholipid-Translokase die Membran-Asymmetrie unter normalen
Bedingungen aufrechterhält,
daß jedoch
die Scramblase durch Ca2+-Einstrom aktiviert
wird, wodurch die Translokase und die zufällige Aminophospholipid-Verteilung
aufgehoben wird.
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Die
normale Aufteilung von PS und PE auf die innere Oberfläche der
Plasmamembran wird daher jetzt allgemein akzeptiert, und bestimmte,
an dem asymmetrischen Prozeß beteiligte
Membranbestandteile sind identifiziert worden. Allerdings bestehen
Zweifel an den Bedingungen, Mechanismen und Zelltypen, die in der Lage
sind, Aminophospholipide in das äußere Blatt
der Membran zu verlegen, und an den biologischen Auswirkungen derartiger
Vorgänge.
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Widersprüchliche
Berichte hinsichtlich einer Aminophospholipid-Expression sind nicht
auf Studien an Plättchen
begrenzt. Phosphatidylserin und Phosphatidylethanolamin machen im
allgemeinen ungefähr
7% bzw. ungefähr
10% der Phospholipid-Zusammensetzung kultivierter menschlicher Endothelzellen
aus der menschlichen Arterie, der Stammvene und Nabel schnurvene
(7,1% bzw. 10,2%) aus (Murphy et al., 1992). Allerdings betrifft
ein wichtiges Beispiel für
die Widersprüche
in der Literatur die Fähigkeit
von anti-PS-Antikörpern,
an Endothelzellen zu binden (Lin et al., 1995).
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Von
den anti-PS-Antikörpern,
die bei wiederholten Fehlgeburten auftreten (Rote et al., 1995;
Rote, 1996; Vogt et al., 1996; 1997), wird angenommen, daß sie die
Endothelzellfunktion modulieren, ohne Beweis auf ein Binden an Endothelzellen.
In einem Versuch, diese Diskrepanz zu erklären, versuchten Lin et al.
(1995) eine anti-PS-Antikörper-Bindung
an ruhende Endothelzellen zu zeigen, scheiterten jedoch. Sie schlußfolgerten,
daß PS-antigene
Determinanten auf der Oberfläche
ruhender Endothelzellen nicht exprimiert werden, obwohl eine PS-abhängige antigene
Determinante mit Zytoskelett-artigen Bestandteilen in Aceton-fixierten
Zellen assoziiert wrar (Lin et al., 1995).
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Van
Heerde et al. (1994) berichteten, daß vaskuläre Endothelzellen in vitro
die Bildung von Thrombin durch die Expression von Bindungsstellen,
an denen sich Prokoagulanz-Komplexe zusammensetzen können, katalysieren
können.
Im Gegensatz zu anderen Studien mit aktivierten Plättchen (Bevers
et al., 1982; 1983; 1985; Maneta-Peyret et al., 1989; Schick et
al., 1976; 1978) zeigten stimulierte HUVEC-Endothelzellen keinen Anstieg
der PS-Bindungsstellen
im Vergleich zu ruhenden Zellen (Van Heerde et al., 1994). Von Phosphatidylserin
wurde berichtet, das es zur Faktor Xa-Bildung über den extrinsischen ebenso
wie den intrinsischen Weg nötig
ist (Van Heerde et al., 1994). Nichtsdestotrotz veröffentlichten
Brinkman et al. (1994) entgegengesetzte Ergebnisse, die zeigen,
daß andere
Membranbestandteile neben negativ geladenen Phospholipiden an einer
Endothelzell-vermittelten intrinsischen Aktivierung von Faktor X
beteiligt sind.
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Ravanat
et al. (1992) studierten ebenfalls das katalytische Potential von
Phospholipiden in Pro- und Antikoagulanz-Reaktionen in gereinigten
Systemen und auf der Oberfläche
von Endothelzellen in Kultur nach einer Stimulation. Ihre scheinbar
widersprüchlichen
Ergebnisse haben nahegelegt, eine Rolle für Phospholipid-abhängige Mechanismen
sowohl bei der Proagulanz-Gewebefaktor-Aktivität als auch bei Antikogulanzaktivitäten (Aktivierung
von Protein C durch den Thrombin-Thrombomodulin-Komplex und durch
Faktor Xa) zu bestätigen
(Ravanat et al., 1992). Von den Ergebnissen von Ravanat et al. (1992)
wurde auch behauptet, Beweise einer Phospholipid-Exposition während der
Aktivierung humaner Endothelzellen zu erbringen, was durch Van Heerde
et al. (1994) oder Brinkman et al. (1994) nicht beobachtet wurde.
Allerdings merkten sie an, daß anionische
Phospholipide von beschränkter
Zugänglichkeit
in der Nähe
von zellulärem
Gewebefaktor sind. Die Situation wird weiter dadurch kompliziert,
daß, selbst
nach Gewebefaktor-Induktion, andere Vorgänge für eine Gerinnung wahrscheinlich
notwendig sind, da der Gewebefaktor zugänglich bleibt.
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Ravanat
et al. (1992) fuhren fort, nahezulegen, daß dasunterschiedliche Ausmaß der Hemmung
von Gewebefaktor- und Thrombomodulin-Aktivitäten bei stimulierten Endothelzellen
bedeutet, daß die
Cofaktor-Umgebungen sich für
eine optimalen Expression dieser gegensätzlichen zellulären Aktivitäten unterscheiden.
Allerdings eröffneten
die zuerkannten Schwierigkeiten beim Versuchen, die exakten zellulären Phospholipid-Umgebungen
zu reproduzieren (Ravanat et al., 1992), die Möglichkeit von Artfakten aus
diesen in vitro-Studien. Unabhängig
von den Ergebnissen von Ravanat et al. (1992) wird tatsächlich im
allgemeinen anerkannt, daß eine
aussagekräftige
Information bezüglich
der Tumorbiologie, und insbesondere einer therapeutischen Intervention
nur von in vitro-Studien an Tumor-tragenden Tieren in Erfahrung
gebracht werden kann, wie etwa jenen, die durch die Erfinder der
vorliegenden Erfindung durchgeführt
wurden.
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Zusätzlich zu
den Diskrepanzen hinsichtlich einer Aminophospholipid-Expression,
wie oben diskutiert, gibt es sich widersprechende Berichte auch
bezüglich
der Funktion von Aminophospholipiden in verschiedenen Zelltypen.
Obwohl jetzt allgemein anerkannt ist, daß eine PS-Expression durch
aktivierte Plättchen
mit der prokoagulierend-wirkenden Oberfläche verbunden ist, haben Zwaal
et al. (1989) in einer Diskussion über die physiologische Bedeutung
der Membranphospholipid-Asymmetrie in Plättchen und roten Blutzellen
andere wichtige Funktionen hervor. Darüber hinaus stellten Toti et
al. (1996) fest, daß die
physiologischen Auswirkungen eines Verlusts an asymmetrischer Phospholipid-Verteilung
bei anderen Zelltypen als Blutzellen wenig verstanden sind.
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Zwaal
et al. (1989) stellen fest, daß die
Membranphospholipid-Asymmetrie bei Plättchen und roten Blutzellen
zunichte gemacht wird, wenn die Zellen auf verschiedene Arten aktiviert
werden, wahrscheinlich vermittelt durch gesteigerte Transdoppelschicht-Bewegung
von Phospholipiden. Es wurde erklärt, daß diese Veränderungen, gekoppelt mit der
Freitsetzung von abgestoßenen
Mikropartikeln, eine Rolle bei lokalen Blutverklumpungsreaktionen
spielen. Von einem ähnlichen
Phänomen
wurde beschreiben, das in sichelförmigen roten Blutzellen auftritt:
Phospholipid-Vesikel, die von reversibel sichelförmigen Zellen abbrechen, tragen zur
intravaskulären
Blutgerinnung in der kritischen Phase einer Sichelzellanämie bei
(Zwaal et al., 1989).
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Sowohl
Zwaal et al. (1989) als auch Williamson und Schlegel (1994) haben
angegeben, daß die
physiologische Bedeutung von Phospholipid-Oberflächenänderungen nicht auf die Hämostase
begrenzt ist. Tatsächlich
wurde von der Oberflächenexposition
von PS durch Blutzellen behauptet, daß sie ihre Erkennung durch
das retikuloendotheliale System erheblich verändert, und daß sie wahrscheinlich
mindestens einen Teil der homöostatischen
Mechanismen zur Klärung
von Blutzellen aus der Zirkulation repräsentiert (Zwaal et al., 1989).
Demnach fungiert PS als ein Signal für die Eliminierung aktivierter
Plättchen,
nachdem die Blutung aufgehört
hat. Eine Erkennung von PS, das auf Sichelzellen und von Malaria-infizierten
Zellen exponiert wurde, durch Phagozyten und Makrophagen erklärt deren
pathophysiologischen Gegenwirkungen (Zwaal et al., 1989). Weiterhin
markiert eine PS-abhängige
Phygozytose viral infizierte Zellen für eine phagozytische Aufnahme
(WO 97/17084). Die Oberflächenexpression
von Aminophospholipiden könnte
einer Zelle auch eine "Fusionskompetenz" verleihen (Williamson
and Schlegel, 1994).
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Williamson
und Schlegel (1994) spekulierten auch, daß es eine mehr allgemeine raison
d'être für eine Lipid-Asymmetrie
gibt. Obwohl beispielsweise die verschiedenen Kopfgruppen die meiste
Aufmerksamkeit erhalten haben, könnte
gut sein, daß eine
Fettsäure-Asymmetrie
der wichtige Faktor ist (Williamson and Schlegel, 1994). Eine weitere
Hypothese ist, daß die
asymmetrische Verteilung von Transdoppelschicht-Phospholipiden keine
Funktion in sich selbst hat, daß es
jedoch der dynamische Prozeß einer
Lipidbewegung ist, der für biologische
Systeme wichtig ist (Williamson and Schlegel, 1994).
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Viele
Gruppen haben berichtet, daß Tumorzellen
für die
Prothrombinase-Aktivität
des Tumors verantwortlich sind (Connor et al., 1989; Rao et al.,
1992; Zacharski et al., 1993; Sugimura et al., 1994; Donati, 1995). Es
könnte
geschlußfolgert
worden sein, daß die
auf PS zurückzuführen ist
(WO 91/07187). Die Ergebnisse von Sugimura et al. (1994) argumentieren
jedoch dagegen: sie berichteten, daß, obwohl sowohl die Prothrombinase-Aktivität als auch
die Proagulanz-Gesamtaktivität
der tumorigenen Zellen HepG2 und MKN-28 bei Erreichen von Konfluenz
abfielen, die PS-Spiegel konstant blieben.
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Anstelle
einer Rolle für
Tumorzell-PS bei der Prothrombinase-Aktivität zu unterstützen, schlugen Connor
et al. (1989) vor, daß die
gesteigerte Expression von PS in tumorigenen Zellen für ihre Fähigkeit,
von Makrophagen erkannt und gebunden zu werden, bedeutsam ist. Utsugi
et al. (1991) schlugen gleichermaßen vor, daß die Anwesenheit von PS in
der äußeren Membran
von menschlichen Tumorzellen ihre Erkennung durch Monozyten erklärt.
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Jamasbi
et al. (1994) schlugen eine völlig
andere Rolle der Lipidbestandteile in tumorigenen Zellen vor, wobei
sie vorschlugen, daß die
Lipide mit einer Tumorantigen-Zugänglichkeit interferieren. Demnach
würden Tumorzellipide
wirken, um das Tumorzell-Oberflächenantigen(e)
zu modifizieren, wodurch die Tumorzellen vor einer immunen Zerstörung durch
den Wirt geschützt
werden (Jamasbi et al., 1994). Diese Hypothese ist nicht unwahrscheinlicher
als die in Bezug auf Endothelzellen von Qu et al. (1996) vorgeschlagene.
Diese Autoren zeigten, daß T-Zellen
an Thrombin-behandelte menschliche Nabelschnurendothelzellen aufgrund
einer Bindung an PS adhärieren
(Qu et al., 1996).
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Deshalb
wurde vorgeschlagen, daß eine
PS-vermittelte T-Zell-Adhäsion
an Endothelzellen in vivo sowohl für die Immunüberwachung als auch für die Erkrankungprozesse
einer Adherosklerose wichtig ist (Qu et al, 1996; Moldovan et al.,
1994). Bombeli et al. (1997) und Flynn et al. (1997) haben auch
vorgeschlagen, daß Zellen
innerhalb Atherosklerotischer Plaques zum Fortschreiten der Erkrankung
beitragen können,
indem PS exponiert wird, obwohl dies ausschließlich auf in vitro-Studien
beruhte. Qu et al. (1996) und Moldovan et al. (1994) deuteten sogar
einen Ansatz an, der dem der vorliegenden Erfindung entgegengesetzt
ist, d.h. die Manipulation von Phosphatidylserin-Interaktionen als
einem Antikoagulanz-Ansatz. Die US-Patente 5,658,877 und 5,296,467
haben Annexin (oder „Annexine") zur Verwendung
als anti-Endotoxine und Antikoagulanzien vorgeschlagen. Das US-Patent
5,632,986 schlägt
die Verwendung des Phosphatidylserin-bindenden Liganden Annexin
V als ein Konjugat mit einem Bestandteil, wie etwa Urokinase, das
Thromben lysiert, vor.
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Toti
et al. (1996) schlugen vor, daß das
Scott-Syndrom, eine erbliche Gerinnungsstörung, die Deletion oder Mutation
einer putativen äußeren Phosphatidylserin-Translokase
oder "Scramblase" widerspiegeln könnte. Obwohl
dies eine interessante Auffassung ist, isolierten Stout et al.(1997)
später
ein Membranprotein aus Scott-Erythrozyten, das normale PL-Scramblase-Aktivität zeigte,
wenn es in Vesikeln mit exogenen PLs rekonstituiert wurde. Vorgeschlagen
wurde, daß der
Defekt beim Scott-Syndrom mit einer veränderten Interaktion von Ca2+ mit PL-Scramblase auf der nach innen gewandten
Oberfläche
der Zellmembran zusammenhängt, was
entweder auf eine intrinsische Behinderung des Proteins, welche
eine Interaktion mit Ca2+ in situ verhütet, zurückzuführen ist
oder auf einen nicht identifizierten Inhibitor oder Cofaktor in
der Scott-Zelle, der durch Detergenz dissoziiert wird, zurückzuführen ist
(Stout et al., 1997).
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Wechselhafte
Ergebnisse wurden in Verbindung mit der möglichen Rolle von PS bei Apoptose
berichtet. Williamson und Schlegel (1994) diskutierten das Thema
PS als einen Marker des programmierten Zelltods (programmed cell
death, PCD oder Apoptose). Allgemein akzeptiert ist, daß der programmierte
Zelltod wenigstens im hämatopoetischen
System die phagozytische Aussonderung der apoptotischen Zellen vor
dem Verlust der Membranintegrität
oder einem "Zerreißen" erfordert. Der Verlust
der Membran-Asymmetrie in apoptotischen Zellen und insbesondere
das Auftreten von PS im äußeren Blatt
wurde als der Auslöser
für ihre
Erkennung durch phagozytische Makrophagen vorgeschlagen (Williamson
and Schlegel, 1994).
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Martin
et al. (1995) berichteten weiterhin, daß eine PS-Externalisierung
ein frühes
und weit verbreitetes Ereignis während
der Apoptose von verschiedenen Zelltypen des Menschen und der Maus
sei, ohne Rücksicht
auf den auslösenden
Stimulus. Sie deuteten auch an, daß unter Bedingungen, unter
denen morphologische Kennzeichen einer Apoptose unterbunden waren
(makromolekulare Synthesehemmung, Überexpression von Bcl-2 oder
Abl), das Auftreten von PS auf dem äußeren Blatt der Plasmamembran
in ähnlicher
Weise verhütet
wurde (Martin et al., 1995).
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Andere
Analysen (Vermes et al., 1995) dagegen argumentieren zum Teil gegen
die Vorschläge
von Williamson und Schlegel (1994) und Martin et al. (1995). Obwohl
diese Autoren angeben, daß die
Translokation von PS auf die äußere Membranoberfläche ein
Apoptosemarker sei, schlußfolgern
sie, daß dies
für die Apoptose
nicht einzigartig sei, sondern auch während einer Zellnekrose auftritt.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Formen von Zelltod ist der,
daß während der
anfänglichen
Stadien einer Apoptose die Zellmembran intakt bleibt, während genau
zu dem Zeitpunkt, zu dem eine Nekrose auftritt, die Zellmembran
ihre Integrität verliert
und durchlässig
wird. Gemäß dieser
Schlußfolgerung
zeigt eine PS-Expression auf der Zelloberfläche deshalb nicht eine Apoptose
an, ohne daß ein
Farbstoff Ausschlußtest
durchgeführt
worden ist, um die Zellmembranintegrität festzustellen (Vermes et
al., 1995).
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Nichtsdestotrotz
scheint der Hauptteil an Literatur von vor der vorliegenden Erfindung
zu zeigen, daß das
Auftreten von PS auf der äußeren Oberfläche einer
Zelle ein apoptotisches Signal identifiziert und einen Verdau dieser
Zelle signalisiert (Hampton et al., 1996; WO 95/27903). Hampton
et al. (1996) schlußfolgerten, daß während eine
Erhöhung
von intrazellulärem
Ca2+ bei den untersuchten Zellen ein unwirksamer
Auslöser einer
Apoptose war, extrazelluläres
Ca2+ für
eine wirksame PS-Exposition während
einer Apoptose erforderlich. Im Gegensatz dazu würde der Vorschlag von Martin
et al. (1995), daß eine
Aktivierung einer Innenseite/Außenseite-PS-Translokase
ein frühzeitig
weitreichendes Geschehen während
einer Apoptose ist, scheinbar mindestens etwas intrazelluläres Ca2+ benötigen
(Zhou et al., 1997; Zhao et al., 1998).
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Blankenberg
et al. (1998) berichteten erst kürzlich,
daß Annexin
V, ein endogenes menschliches Protein mit einer hohen Affinität zu PS,
eingesetzt werden kann, damit es sich an Stellen eines apoptotischen
Zelltod in vivo anreichert. Radioaktiv markiertes Annexin V gelangte
an Stellen einer Apoptose in drei Modellen, einschließlich einer
akuten Herzabstoßung
vom Allograft-Typus (Blankenberg et al., 1998). Ein Anfärben von Herz-Allografts
auf exogen verabreichtes Annexin V zeigte Myozyten in der Peripherie
mononukleärer
Infiltrate, von denen nur wenige positive apoptotische Kerne zeigten.
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Schließlich ist
die Transdoppelschicht-Bewegung von Phospholipiden in der Plasmamembran
sogar in Spermienzellen des Schafs analysiert worden, bei denen
das Auftreten einer quer verlaufenden Aufteilung von Phospholipiden
mit dem Fertilisationsprozeß in
Zusammenhang gebracht worden ist (Müller et al., 1994). Eine Phospholipid-Asymmetrie
hat dann wachsende Aufmerksamkeit erhalten, obwohl ein eindeutiges
Verständnis
dieses Phänomens
oder sein Bezug zu Gesundheit oder Krankheit nicht erkannt worden
ist.
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Unabhängig von
dem verwirrenden Stand der Technik hinsichtlich der Aminophospholipid-Biologie, entdeckten
die Erfinder der vorliegenden Erfindung im Rahmen kontrollierter
in vivo-Studien, daß Aminophospholipide,
wie etwa PS und PE, spezifische Marker von Tumorblutgefäßen waren.
Dies ist überraschend
unter dem Gesichtspunkt der früheren
Studien einer Aminophospholipid-Funktion, insbesondere jenen, die
zeigten, daß die
Zelloberflächenexpression
von PS durch ein Binden zirkulierender Zellen begleitet wird, wie
etwa T-Zellen (Qu et al., 1996), Makrophagen (Connor et al., 1989),
Monozyten (Utsugi et al., 1991) oder Phagozyten (Zwaal et al., 1989;
Williamson und Schlegel, 1994), und daß sie ein Marker für apoptotische
Zellen ist (Hampton et al., 1996; Martin et al., 1995; Zhou et al.,
1997; Zhao et al., 1998).
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Vor
dieser Erfindung wäre
die Möglichkeit,
Aminophospholipide als anzielbare Marker bei irgendeiner Erkrankung,
abgesehen von Tumorvaskulatur, zu verwenden aufgrund der wahrgenommenen
Maskierung dieser Moleküle
durch die Bindung einer oder mehrerer Zelltypen oder deren transiente
Expression vor einem Apoptosetod, wahrscheinlich nicht berücksichtigt
worden. Tatsächlich
haben spekulative Vorschläge
die Zerstörung
von PS-Zellinteraktionen, wie etwa beim Unterbinden einer Leukozytenbindung,
einem anfänglichen Ereignis
bei der Atherosklerose betroffen (Qu et al., 1996).
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Andere überraschende
Aspekte dieser Entdeckung sind in einem Vergleich mit einer früheren Arbeit, welche
das Abstoßen
prokoagulierender Mikropartikel von Plasmamembranen und die Ausgrenzung
von Zellen zur Phagozytose betraf (WO 97/17084), offensichtlich.
Zwaal et al. (1989; 1992) und Dachary-Prigent et al. (1996) erklärten, daß eine PS-Translokation
an die Plasmamembran gefolgt wird durch eine Freisetzung von Mikropartikeln,
Mikrovesikeln oder Mikrosphären
durch die Zellen. Zwaal et al. (1989) und Williamson und Schlegel
(1994) gaben an, daß eine
PS-Oberflächenexpression
eine Klärung
durch das Retikuloendotheliale System veranlaßt. Angesichts dieser Schicksale
von PS-exprimierenden Zellen und den verschiedenen dokumentierten
Doppelschicht-Translokaseaktivitäten
(Julien et al., 1995; Zhou et al., 1997; Zhao et al., 1998) ist überraschend,
daß Zelloberflächen-Aminophospholipide,
wie etwa PS und PE, statische und ausreichende stabile Marker bilden,
um eine Antikörper-Lokalisierung und
-Bindung zu ermöglichen.
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Vor
der vorliegenden Erfindung gab es zunehmende Hinweise, daß Oberlächen-PS
als Teil des apoptotischen Prozesses auftritt, wodurch die Zellen
zur raschen Zerstörung
markiert werden (Hampton et al., 1996; Martin et al., 1995). Obwohl
für eine
Verwendung als ein diagnostischer Marker für bestimmte Erkrankungsstadien,
wie etwa eine Transplantatabstoßung
(Blankenberg et al., 1998) vernünftig,
würde die
offensichtlich beschränkte
Lebensdauer von Oberfläche-PS
vor dessen Verwendung als ein realisierbarer Marker zum Anzielen
bei einer therapeutischen Intervention warnen.
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Nichtsdestotrotz
entdeckte die vorliegende Studie tatsächlich, daß Aminophospholipide Marker
von Endothelzellen der Tumorvaskulatur sind, die zum Anzielen geeignet
sind. Nach dem Postulieren, daß eine PS-Expression
für eine
VCAM-Koaguliganden-Aktivität
notwendig war, wurde das Auftreten von PS in Tumorblutgefäßen, jedoch
nicht in normalen Gefäßen, in
vivo demonstriert. Die Beobachtungen in vivo erlaubten den Erfindern,
die Sicherheit und Wirksamkeit der anti-VCAM-Koaguliganden zu erklären. Dies
ist zurückzuführen auf
das Erfordernis einer gleichzeitig auftretenden Expression eines
angezielten Markers (z.B. VCAM) und von PS auf dem Tumorendothel.
Selbst wenn das Zielmolekül
auf Endothel unter normalen oder pathologischen Bedingungen vorhanden
ist, wird eine Thrombose nicht die Folge sein, wenn eine Oberflächen-PS-Expression fehlt.
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Der
Wert der vorliegenden Erfindung ist weder auf ein Erklären einer
Koaguliganden-Wirkung
beschränkt,
noch auf die überraschende
Entwicklung von Therapien mit nackten Antikörpern Diese Entdeckungen haben
es den Erfindern ermöglicht,
erstmals zu zeigen, daß eine
PS-Translokation bei Endothelzellen ohne signifikante Zellschädigung oder
Zelltod auftreten kann (Beispiel XIV). In dem Modell der Erfinder
tritt die Translokation von PS auf die Oberfläche von Endothelzellen von
Tumorblutgefäßen mindestens
zu einem erheblichen Teil unabhängig
von Mechanismen einer Apoptose oder anderen Arten von Zelltod auf.
Folglich ist eine PS-Oberflächenexpression
in der Tumorumgebung weder die Folge eines Zelltods, noch löst sie die
sofortige Zellzerstörung
aus. Dies ist von fundamentaler Bedeutung und verkörpert einen
Durchbruch des wissenschaftlichen Verständnisses der PS-Biologie, der
Membrantranslokation, der Zell-Signalübertragung und von Apoptose-Pfanden.
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Die
Trennung zwischen PS-Translokation und Apoptose in Endothelzellen
(Beispiel XIV) ist auch wesentlich für Verfahren einer therapeutischen
Intervention, die auf PS-Oberflächenexpression
beruht. Sollte eine PS-Translokation zur äußeren Membran in Endothelzellen
der Tumorvaskulatur nur in sterbenden Zellen auftreten, oder sollte
sie unvermeidlicherweise einen Zelltod auslösen, dann wäre der PS-Marker wahrscheinlich nicht
ausreichend verfügbar,
um als eine anzielbare Einheit für
eine erfolgreiche Therapie (unter Verwendung von entweder nackten
Antikörpern
oder therapeutischen Konjugaten) zu dienen. Das heißt nicht,
daß eine PS-Expression
auf bestimmten Endozellen der Tumorvaskulatur nicht transient ist,
und daß ein
Umsatz und ein Zelltod in dieser Endothelzellpopulation nicht auftritt,
der Befund jedoch, daß eine
beträchtliche
stabile PS-Expression ohne Zelltod erreicht werden kann, ist eine
Meilenstein-Entdeckung, die wichtig ist für verschiedene Bereiche der
Biologie und für
neue Therapien.
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D. Nackte Antikörper gegen
Aminophospholipide zur Tumorbehandlung
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Die
vorliegenden Studien zur Aminophospholipid-Expression in Tumorvaskulatur
stützen
weiter die Verwendung von Koaguliganden, die gegen bekannte Tumorvaskulatur-Marker
als selektive thrombotische Mittel, gerichtet sind, zur Behandlung
solider Tumoren. Die vorliegenden Beobachtungen veranlaßten die
Erfinder auch, weitere Verfahren zur Tumorbehandlung zu entwickeln.
Beispielsweise wird die Verwendung von anti-Aminophospholipid-Immuntoxinen und
anti-Aminophospholipid-Koaguliganden bei der Tumorbehandlung in
der PCT-Offenlegungsschrift WO-A-00/02587 offenbart und beansprucht,
die hier durch Zitat speziell aufgenommen wurde. Die überraschende
Entdeckung einer stabilen PS-Expression auf intakten tumorassoziierten Endothelzellen,
die keinem Zelltod unterliegen, machen derartige Verfahren sowohl
durchführbar
als auch überraschend
(angesichts dessen, daß angenommen
wurde, daß eine
PS-Expression nur mit einer Zellzerstörung im Zusammenhang steht).
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Allerdings
wurden dann sogar noch unerwartetere Verfahren einer Tumorbehandlung
entdeckt. Beim Untersuchen der potentiellen Verwendung des Anzielens
von Aminophospholipiden im Zusammenhang mit einer späteren Abgabe
eines Toxins oder Koagulanz an die tumorvaskulatur entdeckten die
Erfinder glücklicherweise,
daß nackte
anti-PS-Antikörper
eine zerstörende
Wirkung auf Tumorvaskulatur in vivo aufweisen, und zwar bei vollständiger Abwesenheit
von jeder zusätzlichen
Effektorgruppe.
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Einer
der Erfinder der vorliegenden Erfindung hat zeitweise anti-Tumorvaskulatur-Immuntoxine und Koaguliganden
zur therapeutischen Verwendung entwickelt (siehe beispielsweise
US-Patente 5,855,866, 5,877,289, 5,965,132, 6,004,555 und 6,093,399).
Im normalen Verlauf dieser Studien sind verschiedene Antikörper, einschließlich anti-Klasse
II, anti-Endoglin,
anti-VCAM-1 und anti-VEGF, Tumor-tragenden Mäusen verabreicht worden, und
es wurde gezeigt, daß sie
spezifisch zur Vaskulatur im Tumorinneren gelangen. Im Anschluß an diese
Bestätigung
wurden die Antikörper
mit dem toxischen oder gerinnungsfördernden Effektor-Bereich verbunden
um ein Immuntoxin oder einen Koaguliganden zu bilden, das/der dann
verabreicht wurde, um eine anti-Tumor-Wirkung auszuüben.
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Während derartiger
Studien wurde festgestellt, daß keine
nackten Antikörper
eine anti-Tumor-Wirkung in
sich selbst ausübten.
Die Fähigkeit
von anti-Aminophospholipid- Antikörpern, sowohl
spezifisch zur Tumorvaskulatur zu gelangen als auch und gleichzeitig
eine zerstörende
Wirkung, die zu einer Tumornekrose führt, auszuüben, ist deshalb am meisten
unerwartet.
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Obwohl
ein genaues molekulares Verständnis
davon, wie genau die nackten Antikörper wirken, nicht notwendig
ist, um die vorliegende Erfindung auszuführen, haben die Erfinder mehrere
Mechanismen berücksichtigt,
die für
das beobachtete Abtöten
von Endothelzellen verantwortlich sein können. Die favorisierten Mechanismen
schließen
Zell-vermittelte Zytotoxizität,
Komplement-vermittelte Lyse und/oder Apoptose ein, obwohl eine Antikörper-induzierte Zell-Signalübertragung
und/oder Störungen
des Zytoskelets ebenfalls beteiligt sein können.
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Da
die nackten oder unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Antikörper-Fragmente an Aminophospholipide
auf der Oberfläche
der Gefäßendothelzellen
binden, werden sie eine Antikörper-Beschichtung
auf der luninalen Oberfläche
bilden. Dies kann erfolgen, um Immuneffektorzellen, wie etwa zytotoxische
T-Zellen und/oder NK-Zellen, anzulocken, die dann eine Zell-vermittelte
zytotoxische Wirkung auf die Gefäßendothelzellen
ausüben.
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Eine
Bindung von intakten anti-Aminophospholipid-Antikörpern an
die Oberfläche
der Gefäßendothelzellen
wird also bedeuten, daß die
Fc-Bereiche der Antikörper
in das Gefäßvolumen
herausragen werden. Da Antikörper-Fc-Fragmente
den Komplement-Weg aktivieren, kann die beobachtete Zellzerstörung ein
Ergebnis einer Komlement-gesteuerten Lyse sein. Eine Antikörperbindung
aktiviert deshalb die Komplement-abhängige Gerinnungskaskade, wodurch
Multikomponenten-Komplexe veranlaßt werden, sich zusammenzusetzen,
und schließlich
einen lytisch wirkenden Komplex zu erzeugen, der die Zielzelle permeabilisiert.
Eine „Komplement-aktivierte
ADCC" kann auch
bei der Zerstörung
wirken, bei der Komplement an die Antikörper-beschichtete Zielzelle
bindet, und bei der Zellen, wie etwa Neutrophile, die Rezeptoren
für Komplement
aufweisen, die Zielzelle lysieren.
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Eine
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Bindung
kann auch eine Apoptose in den Endothelzellen der Tumorvaskulatur
induzieren. Andere Gruppen haben PS als einen möglichen Marker von Apoptose
identifiziert (Williamson and Schlegl, 1994). Allerdings waren diese
früheren
Studien verbunden mit dem Auftreten von externalisiertem PS, nachdem
andere Stimuli das Apoptose-Ereignis ausgelöst haben (Martin et al., 1995),
was zu dem vorliegenden Vorschlag einer Apoptose-Induktion entgegengesetzt
ist. Es gibt keine bekannten Berichte über eine Antikörperbindung
an PS, die tatsächlich
zu einer Apoptose führt.
Dennoch ziehen die Erfinder dies als einen so gut wie wahrscheinlichen
Mechanismus in Betracht, da die Zell-vermittelte Zytotoxizität oder Komplement-vermittelte
Lyse trotz der Tatsache, daß ein
nicht zur Sache gehörender
Beweis des Gegenteils plötzlich
durch andere publiziert worden ist (Nakamura et al., 1998).
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Nakamura
et al. analysierten Antikörperfraktionen
von Patienten mit Lupus-Antikoagulanz (LAC), einer Störung, die
mit arterieller und venöser
Thrombose, Thrombozytopenie und wiederholten Fehlgeburten einhergeht.
Von Plasma mit LAC-Aktivität
wurde anfänglich
berichtet, daß es
bei Endothelzellen eine Apoptose induziert (Nakamura et al., 1994).
Von den apoptotischen Aktivitäten
von LAC-Antiseren wurde dann berichtet, daß sie in einer Annexin V-bindenden
Antikörperfraktion
in 10/10 untersuchten Patienten vorhanden waren (Nakamura et al.,
1998). Da Annexin an PS bindet, wäre die augenscheinliche Fähigkeit
von anti-Annexin-Antikörpern, Apoptose
zu induzieren, das Gegenteil von einem der zerstörenden Mechanismen, welchen
die Erfinder der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen haben, d.h.
der Fähigkeit
eines anti-PS-Antikörpers,
Apoptose zu induzieren.
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Weiterhin
wurde berichtet, daß die
Fähigkeit
von LAC-Antikörperfraktionen,
Apoptose zu induzieren, durch eine Vorinkubation mit Annexin V gehemmt
wird (Nakamura et al., 1998). Im Gegensatz dazu hob ein Entfernen
von anti-Phospholipid-Antikörpern
aus den IgG-Fraktionen
von Patienten mit Phospholipid-Liposomen die Apoptose-induzierenden
Aktivitäten
oder die Annexin V-Bindung nicht auf (Nakamura et al., 1998). Diese
Ergebnisse legten vernünftigerweise
nahe, daß Patienten
mit LAC häufig
Antikörper
aufweisen, die keine Phospholipide binden und demnach für die Induktion
von Apoptose in Endothelzellen verantwortlich sind (Nakamura et
al., 1998).
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Ohne
Notwendigkeit, die LAC-Ergebnisse von Nakamura et al. (1998) mit
den Beobachtungen der Erfinder aus in vivo-Studien von Tumoren und
Tumorvaskulatur aufgrund der eindeutig grundverschiedenen Natur
dieser klinischen Erscheinungsbilder gleichsetzen zu wollen, haben
die Erfinder der vorliegenden Erfindung trotzdem bestimmte vereinheitlichende
Theorien. Nakamura et al. (1998) versuchten, anti-Phospholipid-Antikörper aus
Patienten-Antiseren
unter Verwendung von Phospholipid-Liposomen zu entfernen und beobachteten, daß dies die
Apoptose-induzierende Aktivität
nicht aufhob. Diese Ergebnisse veranlaßten Nakamura et al. (1998),
zu schlußfolgern,
daß die
anti-Phospholipid-Antikörper
für eine
apoptotische Aktivität
nicht verantwortlich sein könnten.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben jedoch jetzt den Einblick,
vorzuschlagen, daß die
Inkubation mit Phospholipid-Liposomen
die anti-Phospholipid-Antikörper
aus den Antiseren nicht entfernt haben könnten, da Phospholipide in
Doppelschicht- und liposomaler Form antigen neutral sind, und in
großem Ausmaß Antikörper in
großem
Ausmaß nur
in hexagonaler Form (Rauch et al., 1986; Rauch and Janoff, 1990; Berard
et al., 1993) oder in Assoziation mit Membranproteinen binden. Folglich
könnten
anti-Phospholipid-Antikörper
in den LAC-Antiseren zurückgeblieben
sein und die beobachtete apoptotische Aktivität verursacht oder dazu beigetragen
haben.
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Es
ist auch vorstellbar, daß eine
anti-Aminophospholipid-Bindung an die Oberfläche von Endothelzellen der
Tumorvaskulatur Störungen
der Zytoskelett-Organisation der Zelle verursacht. Da das Zytoskelett
eine Rolle bei der Organisation der Oberflächenmembranen spielt, und da
eine anti-Aminophospholipid-Bindung die Membran stören (oder
weiter stören)
kann, kann eine Antikörper-Bindung Änderungen
an Zytoskelett-Proteine, die mit der Doppelschicht interagieren,
weiterleiten. Es ist bereits bekannt, daß die räumliche Organisation von Zytoskelett-Proteinen
die Membranstabilität
und Zellgestalt steuert, und es ist möglich, daß eine Störung des Zytoskelett Gleichgewichts
des Zytoskeletts weitreichende Konsequenzen für die Zellintegrität hat.
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Ein
weiterer Mechanismus der Funktion der Erfindung kann sein, daß eine anti-Aminophospholipid-Antikörper-Bindung
an die Oberfläche
von Endothelzellen eine Signaltransduktion durch bisher nicht definierte
Stoffwechselwege auslösen
kann. Eine anti-Aminophospholipid-Antikörper-Bindung
kann auch bekannte Signaltransduktionspfade, z.B. durch Ändern der
Konformation und/oder der Interaktionen von Membranrezeptoren, Signaltransduktionsproteinen,
Membrankanälen
und derartigem, stören.
Signale zur Zellzerstörung (Apoptose)
können
ausgelöst
oder nachgeahmt und/oder erhaltende/homöostatische Signale können gehemmt
werden.
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Obwohl
es von wissenschaftlichem Interesse ist, ist ein Bestimmen der genauen
Natur der Gefäßzerstörung, die
durch die nackten anti-Aminophospholipid-Antikörper erreicht wird, nicht notwendig,
um die vorliegende Erfindung auszuführen. Angesichts dessen, daß hier gezeigt
wird, daß die
Verabreichung von anti-Aminophospholipid-Antikörpern vorteilhafterwei se zu
spezifischen anti-Tumor-Wirkungen in vivo führt, kann die Erfindung ungeachtet
des molekularen Mechanismus, der diesem Phänomen unterliegt, benutzt werden.
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Die
Verwendung nackter Antikörper
der vorliegenden Erfindung stellt damit einen beträchtlichen
Fortschritt in der Tumortherapie dar. Obwohl Koaguliganden vorteilhaft
sind für
die Tumortherapie, muß der
zielgerichtete Antikörper
noch konjugiert werden an oder funktionell assoziiert werden mit
dem Effektorkoagulanz, wie etwa Gewebefaktor. Deshalb ist die Ausführung der
Methodik des Anzielens mit einem Koaguliganden und der Tumorzerstörung etwas
arbeitsaufwendig, insofern, als sie die Herstellung geeigneter Konjugate
oder koordinierter molekularer Komplexe (einschließlich bispezifischer
Antikörper)
erfordert. Beispielsweise muß man einen
zielgerichteten Antikörper
oder Liganden herstellen, der an das gewünschte Ziel-Antigen bindet,
ein geeignetes Koagulanz auswählen,
das Koagulanz an den zielgerichteten Antikörper oder Liganden binden oder auf
andere Weise eine funktionelle Assoziation zwischen den beiden Bestandteilen
bilden, um den „Koaguliganden" zu bilden, den Koagulanden
von dem unkonjugierten oder unkomplexierten zielgerichteten Mittel
und dem Koagulanz trennen, und dann die Behandlungsprotokolle nacharbeiten.
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Obwohl
Verfahren auf der Grundlage von Koaguliganden leicht und erfolgreich
ausgeführt
werden können,
kann man die Vorteile, die aus der vorliegende Entwicklung einer
Methodik, die weniger Herstellungsschritte einschließt, erkennen,
und sie können
deshalb auf eine kosteneffizientere Weise durchgeführt werden. Weiterhin
macht die vorliegende Erfindung ein Einkomponenten-System verfügbar, das
die behördlichen
Zulassungsverfahren schneller durchlaufen wird, wodurch ermöglicht wird,
das verbesserte Behandlungsverfahren in die klinische Anwendung,
wo sie dringend benötigt
werden, umgesetzt.
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E. Anti-Aminophospholipid-Antikörper
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E1. Polyklonale anti-Aminophospholipid-Antikörper
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Mittel
zum Herstellen und Charakterisieren von Antikörpern sind im Stand der Technik
bestens bekannt (siehe z.B. Antibodies: A Laboratory Manual, Cold
Spring Harbor Laboratory, 1988). Um polyklonale Antiseren herzustellen,
wird ein Tier mit einer immunogenen Aminophospholipd-Zusammensetzung
immunisiert, und Antiseren werden von dem immunisier ten Tier gewonnen.
Eine ganze Reihe von Tierspezies kann zur Produktion von Antiseren
verwendet werden. Typischerweise ist das zur Produktion von Antiseren
verwendete Tier ein Kaninchen, eine Maus, eine Ratte, ein Hamster,
ein Meerschweinchen oder eine Ziege. Aufgrund des relativ großen Blutvolumens
von Kaninchen, ist ein Kaninchen eine bevorzugte Wahl zur Herstellung
polyklonaler Antikörper.
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Die
Menge an Immunogen-Zusammensetzung, die zur Herstellung polyklonaler
Antikörper
verwendet wird, variiert in Abhängigkeit
von der An des Immunogens ebenso wie dem zur Immunisierung verwendeten Tier.
Eine Auswahl von Wegen kann verwendet werden, um das vorliegende
Aminophospholipid-Immunogen zu verabreichen: subkutan, intramuskulär, intradermal,
intravenös,
intraperitoneal und in die Milz. Die Herstellung polyklonaler Antikörper kann
durch Gewinnen von Blutproben von dem immunisierten Tier zu verschiedenen
Zeitpunkten nach der Immunisierung überwacht werden. Eine zweite
Wiederholungsinjektion (booster) kann ebenfalls verabreicht werden.
Das Verfahren von Wiederholungsimpfung und Titerbestimmung wird
wiederholt, bis ein geeigneter Titer erreicht wird. Wenn ein gewünschter
Titerspiegel erreicht ist, kann das immunisierte Tier ausgeblutet
und das Serum isoliert und gelagert werden. Das Tier kann auch verwendet
werden, um monoklonale Antikörper
zu erzeugen.
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Wie
im Stand der Technik bestens bekannt, kann die Immunogenität einer
bestimmten Zusammensetzung durch die Verwendung von unspezifischen
Stimulatoren der Immunantwort erhöht werden, bekannt als Adjuvanzien.
Beispielhafte Adjuvanzien schließen komplettes Freund'sches Adjuvanz, einen
unspezifischen Stimulator der Immunantwort enthaltendes abgetötetes Mycobacterium
tuberculosis, inkomplettes Freund'sches Adjuvans und Aluminiumhydroxid-Adjuvanz
ein.
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Auch
kann gewünscht
sein, das Wirtsimmunsystem wiederholt zu stimulieren, was durch
eine Assoziierung von Aminophospholipiden mit einem oder ein Kuppeln
von Aminophospholipiden an einen Trägerstoff erreicht werden kann.
Beispielhafte Träger
sind das Hämozyanin
der Napfschnecke (keyhole limpethemocyanin, KLH) und Rinderserumalbumin
(BSA). Andere Albumine, wie etwa Ovalbumin, Serumalbumin der Maus oder
von Kaninchenserumalbumin können
ebenfalls als Trägerstoffe
verwendet werden.
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Wie
im Stand der Technik ebenfalls bekannt, kann eine gegebene Zusammensetzung
in ihrer Immunogenität
variieren. Die Herstellung von Antikörpern gegen Aminophospholipide
ist allerdings nicht besonder schwierig. Beispielsweise werden hochspezifische
anti-Phosphaitdylserin-Antikörper in
Kaninchen erzeugt, die durch intramuskuläre Injektionen von Phosphatidylserin-enthaltenden
Polyacrylamid-Gelen und mit Phosphatidylserin-Cytochrom c-Vesikeln
immunisiert wurden (Maneta-Peyret et al., 1988; 1989). Die Verwendung von
Acrylamid-Implantaten erhöhte
die Produktion von Antikörpern
(Maneta-Peyret et al., 1988; 1989). Die anti-Phosphatidylserin-Antikörper, die
auf diese Weise erzeugt wurden, sind in der Lage, Phosphatidylserin
in situ auf menschlichen Plättchen
nachzuweisen (Maneta-Peyret et al., 1988). Die Gruppen von Inoue,
Rote und Rauch haben ebenfalls anti-PS- und anti-PE-Antikörper entwickelt
(siehe unten).
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E2. Monoklonale anti-Aminophospholipid-Antikörper
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Verschiedene
Verfahren zur Herstellung monoklonaler Antikörper (MAbs) sind im Stand der
Technik jetzt ebenfalls bestens bekannt. Die am meisten standardisierte
Technik zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern fängt im allgemeinen genauso
wie jene zum Herstellen polyklonaler Antikörper an (Antibodies: A Laboratory
Manual, cold Spring Harbor Laboratory, 1988). Eine polyklonale Antikörper-Antwort
wird durch Immunisieren eines Tieres mit einer immunogenen Aminophospholipid-Zusammensetzung
ausgelöst
und wenn ein gewünschter
Titer erhalten worden ist, kann das immunisierte Tier verwendet
werden, um MAbs zu erzeugen.
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MAbs
können
leicht durch Verwendung bestens bekannter Techniken, wie etwa jenen,
die im US-Patent 4,196,265 erläutert
werden, hergestellt werden. Typischerweise schließt diese
Technik ein Immunisieren eines geeigneten Tiers mit der ausgewählten Aminophospholipid-Immunogen-Zusammensetzung
ein. Die immunisierende Zusammensetzung wird auf eine Weise verabreicht,
die wirksam ist, Antikörper-produzierende Zellen
zu stimulieren. Nagetiere, wie etwa Mäuse und Ratten, sind bevorzugte
Tiere, allerdings ist die Verwendung von Kaninchen-, Schaf- und
Froschzellen ebenfalls möglich.
Die Verwendung von Ratten kann bestimmte Vorteile bieten (Goding,
1986, S. 60-61), Mäuse
sind jedoch bevorzugt, wobei die BALB/c-Maus am stärksten bevorzugt
ist, da diese am häufigsten
routinemäßig verwendet
wird und im allgemeinen einen höheren
Prozentsatz an stabilen Fusionen ergibt.
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Nach
einer Immunisierung werden somatische Zellen mit dem Potential zum
Herstellen von Aminophospholipid-Antikörpern, speziell B-Lymphozyten
(B-Zellen), zur Verwendung in dem MAb-Erzeugungsprotokoll ausgewählt. Diese
Zellen können
von Biopsien der Milz, Mandeln oder Lymphknoten oder von einer Probe peripheren
Bluts erhalten werden. Milzzellen und periphere Blutzellen werden
bevorzugt, erstere aufgrund dessen, daß sie eine reiche Quelle von
Antikörper-produzierenden
Zellen darstellen, die sich in dem Plasmablast-Teilungsstadium befinden, und letztere,
da periphere Blutzellen leicht zugänglich sind. Häufig wird
eine Reihe von Tieren zu immunisieren sein, und die Milz eines Tieres
mit dem höchsten
Antikörpertiter
wird zu entfernen und die Milzlymphozyten durch Homogenisierung
der Milz mit einer Spritze zu erhalten sein. Typischerweise enthält eine
Milz von einer immunisierten Maus ungefähr 5 × 107 bis
2 × 108 Lymphozyten.
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Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
B-Lymphozyten aus dem immunisierten Tier werden dann mit Zellen
einer immortalen Myelomzelle fusioniert, im allgemeinen eine derselben
Spezies wie das Tier, das immunisiert wurde. Myelom-Zellinien, die
zur Verwendung in Hybridom-produzierenden Fusionsverfahren geeignet
sind, sind vorzugsweise nicht Antikörper-produzierend, weisen hohe
Fusionseffizienz und Enzymdefizienzen auf, die sie unfähig machen,
in bestimmten Selektivmedien, welche das Wachstum von nur den gewünschten
fusionierten Zellen (Hybridome) fördert, zu wachsen.
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Jede
einer Reihe von Myelomzellen können
verwendet werden, was diejenigen, die sich auf dem Gebiet auskennen,
bekannt ist (Goding, S. 65-66, 1986; Campbell, S. 75-83, 1984).
Wenn beispielsweise das immunisierte Tier eine Maus ist, kann man
P3-X63/Ag8, X63-Ag8.653;
NS1/1.Ag 4 1, Sp219-Ag14, FO, NSO/U, MPC-11, MPC11-X45-GTG 1.7 und
S194/5XX0 Bul verwenden; für
Ratten kann man R210.RCY3, Y3-Ag 1.2.3, IR983F, 4B210 oder eine
der oben aufgeführten
Maus-Zellinien verwenden; und U-266, GM1500-GRG2, LICR-LON-HMy2
und UC729-6 sind nützlich
in Verbindung mit Fusionen menschlicher Zellen.
-
Verfahren
zum Erzeugen von Hybriden von Antikörper-produzierenden Milz- oder
Lymphknotenzellen und Myelomzellen umfassen gewöhnlich ein Vermischen von somatischen
Zellen mit Myelomzellen in einem Verhältnis von 4:1, obwohl das Verhältnis von
ungefähr
20:1 bis ungefähr
1:1 variieren kann, in Gegenwart eines Mittels oder von Mitteln
(chemisch oder elektrisch), welche die Fusion von Zellmembranen
fördern.
Fusionsverfahren unter Verwen dung des Sendai-Virus sind durch Köhler und
Milstein (1975; 1976) und jene, die Polyethylenglycol (PEG), wie
etwa 37% (Vol./Vol.) PEG verwenden, durch Gefter et al. (1977) beschrieben worden.
Die Verwendung von elektrisch induzierten Fusionsverfahren ist ebenfalls
geeignet (Goding, S. 71-74, 1986).
-
Fusionsverfahren
bringen lebensfähige
Hybride gewöhnlich
mit geringer Häufigkeit
bei niedrigen Frequenzen, ungefähr
1 × 10–6 bis
1 × 10–8,
hervor. Allerdings stellt dies kein Problem dar, da die lebensfähigen fusionierten
Hybride von den parentalen, nicht fusionierten Zellen (insbesondere
die nicht fusionierten Myelomzellen, die sich normalerweise weiterhin
unbestimmt teilen würden)
durch Kultivierung in einem Selektivmedium unterschieden werden
können.
Das Selektivmedium ist im allgemeinen eines, das ein Mittel enthält, das
die de novo-Synthese
von Nukleotiden in dem Gewebekulturmedium unterbindet. Beispielhafte
und bevorzugte Mittel sind Aminopterin, Methotrexat und Azaserin.
Aminopterin und Methotrexat unterbinden eine de novo-Synthese sowohl
von Purinen als auch Pyrimidinen, wohingegen Azaserin nur die Purinsynthese
unterbindet. Wenn Aminopterin oder Methotrexat verwendet wird, wird
das Medium mit Hypoxanthin und Thymidin als einer Quelle von Nukleotiden
supplementiert (HAT-Medium). Wenn Azaserin verwendet wird, wird
das Medium mit Hypoxanthin supplementiert.
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Das
bevorzugte Selektionsmedium ist HAT. Nur Zellen, die in der Lage
sind, Nukleotid-Ausweichstoffwechselwege
zu bedienen, sind in der Lage, in HAT-Medium zu überleben. Den Myelomzellen
fehlen Schlüsselenzymen
des Ausweichstoffwechselwegs, z.B. Hypoxanthinphosphoribosyltransferase
(HPRT), und sie können
nicht überleben.
Die B-Zellen können
diesen Stoffwechselweg bedienen, haben jedoch eine begrenzte Lebensdauer
in Kultur und sterben im allgemeinen innerhalb von ungefähr zwei
Wochen. Deshalb sind die einzigen Zellen, die in dem Selektivmedium überleben
können,
jene Hybride, die aus Myelom- und
B-Zellen gebildet wurden.
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Dieses
Kultivieren macht eine Population von Hybridomen verfügbar, aus
denen spezifische Hybridomen selektiert werden können. Typischerweise wird eine
Selektion von Hybridomen durchgeführt, indem die Zellen durch
Einzelklon-Verdünnung
in Mikrotiterplatten, gefolgt durch Austesten der einzelnen klonalen Überstände (nach
ungefähr
zwei bis drei Wochen) auf die gewünschte anti-Aminophospholipid-Reaktivität, kultiviert werden.
Der, Test sollte sensi tiv, einfach und schnell sein, wie etwa Radioimmuntests,
Enzymimmuntests, Zytotoxizitätstests,
Plaque-Tests, Dot-Immunbindungstests und derartiges.
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Die
ausgewählten
Hybridome würden
dann seriell verdünnt
und in individuelle anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierende
Zellinien kloniert, wobei die Klone dann auf unbestimmte Zeit propagiert
werden können,
um MAbs zu liefern. Die Zellinien können zur MAb-Produktion auf
zwei grundlegenden Wegen ausgenutzt werden. Eine Probe des Hybridoms
kann einem histokompatiblen Tier von der Art, die verwendet wurde,
um die somatischen und Myelomzellen für die ursprüngliche Fusion verfügbar zu
machen, injiziert werden (häufig
in die Peritonealhöhle).
Das Tier, das die Injektion erhalten hat, entwickelt Tumoren, welche
den spezifischen monoklonalen Antikörper sezernieren, der durch
das fusionierte Zellhybrid produziert wird. Die Körperflüssigkeiten
des Tiers, wie etwa Serum oder Acitesflüssigkeit können dann angezapft werden,
um MAbs in hoher Konzentration verfügbar zu machen. Die individuellen
Zellinien könnten
auch in vitro kultiviert werden, wobei die MAbs natürlicherweise
in das Kulturmedium sezerniert werden, aus welchem sie dann leicht
in hohen Konzentrationen erhalten werden können.
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MAbs,
die durch jedes Mittel hergestellt wurden, werden im allgemeinen
weiter gereinigt werden, z.B. unter Verwendung von Filtration, Zentrifugation
und verschiedenen chromatographischen Verfahren, wie etwa HPLC oder
Affinitätschromatographie,
wobei alle diese Reinigungstechniken denjenigen, die sich auf dem
Gebiet auskennen, bestens bekannt sind. Diese Reinigungstechniken
umfassen jeweils eine Fraktionierung, um den gewünschten Antikörper von
anderen Bestandteilen eines Gemischs zu trennen. Analytische Verfahren, die
zur Präparation
von Antikörpern
besonders geeignet sind, schließen
beispielsweise Protein A-Sepharose- und/oder
Protein G-Sepharose-Chromatographie ein.
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Umeda
et al. (1989) berichteten über
die wirksame Produktion von monoklonalen Antikörpern, die stereospezifische
Epitope von Phosphatidylserin erkennen. Das System von Umeda beruht
auf der direkten Verabreichung von Phosphatidylserin in Mäusemilz
unter Verwendung einer Salmonella-beschichteten Aminophospholipid-Probe
(Umeda et al., 1989). Das Protokoll von Umeda liefert eine hohe
Häufigkeit
von anti-PS-MAbs, welche drei distinkte Reaktivitätsprofile
im Bereich von hochspezifisch bis breite Kreuzreaktivität aufweisen.
Umeda wird deshalb hier ebenfalls durch Zitat zum Zweck eines weiteren
Beschreibens von Durchmusterungstests (screening asays), zum Identifizieren
von MAbs, die spezifisch an PS binden, d.h. und nicht an Phosphatidylcholin
binden, aufgenommen.
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Jedes
der durch Umeda erzeugten 61 Hybridome könnten potentiell in Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden. Beispiele sind
PSC8, PSF11, PSG3, PSD11, PSF10, PS1B, PS3D12, PS2C11; PS3A, PSF6,
PSF7, PSB4, PS3H1; PS4A7 und PS1G3. Stärker bevorzugt sind PS3A, PSF6,
PSF7, PSB4 und PS3H1, da sie nur an Phosphatidylserin und Phophatidylethanolamin
binden. Bevorzugte anti-PS-Antikörper
sind PS4A7 (IgM) und PS1G3 (IgG3), da sie
hochspezifisch für
PS sind und keine Kreuzreaktion mit anderen Phospholipiden zeigen.
PS4A7 erkennt die stereospezifische Konfiguration des Serinrests
in PS (1 in Umeda et al., 1989).
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Igarashi
et al. (1991) berichteten auch die wirksame Induktion von anti-PS-Antikörpern vom
IgG-Isotyp durch Verabreichung in die Milz. Nur ein geringer Anstieg
des Titers wurde beobachtet, wenn das Antigen intravenös injiziert
wurde. Eine große
Häufigkeit
von anti-PS-MAbs
vom IgG-Isotyp wurde auch beobachtet, selbst wenn MAbs 10 Tage nach
der Verabreichung an die Milz produziert wurden. Diese Antikörper wurden auch
durch Schuurmans Stekhoven et al. (1994) eingesetzt.
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Die
andere bedeutende anti-PS-Antikörper-Produktion
ist durch Rote und Kollegen erfolgt. Rote et al. (1993) setzten
insbesondere PS-Mizellen in Kombination mit Freund'schem kompletten
Adjuvanz ein, um spezifische anti-PS-Antikörper zu erzeugen. Rote et al.
(1993) erzeugten auch monoklonale Antikörper, die zwischen Cardiolipin
(CL) und PS unterschieden. Rote et al. (1993) wird deshalb auch
durch Zitat hier aufgenommen zum Zweck eines weiteren Beschreibens
von Durchmusterungstests, zum Identifizieren von MAbs, die spezifisch
an PS binden, indem gegen ruhende und Thrombin-aktivierte Plättchen unter
Verwendung von Durchflußzytometrie
getestet wird.
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Der
durch Rote et al. (1993) produzierte Antikörper-3SB9b reagierte nur mit
PS und ist ein bevorzugter Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung. BA3BSC4
kann ebenfalls verwendet werden, da er sowohl mit PS als auch CL
reagiert. Diese Antikörper
werden auch in Lin et al. (1995), Obringer et al. (1995) und Katsuragawa
et al. (1997) beschrieben.
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E3. Anti-Aminophospholipid-Antikörper aus
Phasenbibliotheken
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Die
rekombinante Technologie erlaubt jetzt die Herstellung von Antikörpern mit
der gewünschten
Spezifität
aus rekombinanten Genen, die eine Reihe von Antikörpern kodieren
(Van Dijk et al., 1989). Bestimmte rekombinante Techniken umfassen
die Isolierung der Antikörpergene
durch immunologisches Durchmustern kombinatorischer Immunglobulin-Expressions-Phagenbibliotheken,
die aus RNA hergestellt wurden, die aus der Milz eines immunisierten
Tieres isoliert wurde (Morrison et al., 1986; Winter and Milstein,
1991).
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Für derartige
Verfahren werden kombinatorische Immunglobulin-Phagenbanken aus
RNA hergestellt, die aus der Milz des immunisierten Tieres isoliert
wurden, und Phagen, welche die passenden aNtikörper exprimieren, werden durch
Waschen unter Verwendung von Zellen, die das Antigen exprimieren
und Kontrollzellen selektiert. Die Vorteile dieses Ansatzes gegenüber konventionellen
Hybridom-Techniken sind, daß ungefähr 104-mal so viele Antikörper produziert und in einem
einzelnen Durchgang durchgemustert werden können, und daß neue Spezifitäten durch
eine Komination von H- und L-Kette erzeugt werden können, welche
den Prozentsatz der erzeugten passenden Antikörper weiter steigert.
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Ein
Verfahren zur Herstellung eines großen Repertoires verschiedenartiger
Antikörpermoleküle in Bakterien
verwendet den Bakteriophagen Lambda als Vektor (Huse et al., 1989).
Eine Produktion von Antikörpern
unter Verwendung des Lambda-Vektors, schließt das Klonieren von schwere
und leichte Kette-Populationen von DNA-Sequenzen in getrennte Ausgangsvektoren
ein. Die Vektoren werden anschließend nach dem Zufallsprinzip
kombiniert, um einen einzelnen Vektor zu bilden, der die Co-Expression
von schweren und leichten Ketten dirigiert, um Antikörperfragmente
zu bilden. Die schwere und leichte Kette-DNA-Sequenzen werden durch
Ampifikation, vorzugsweise durch PCRTM oder
eine verwandte Amplifikationstechnik, von mRNA, die aus Milzzellen
(oder Hybridomen davon) aus einem Tier isoliert wurde, das mit dem
ausgewählten
Antigen immunisiert worden ist, erhalten. Die schwere und leichte
Kette-Sequenzen werden typischerweise amplifiziert unter Verwendung
von Primern, die Restriktionsstellen an den Enden des amplifizierten
DNA-Segments eingebaut haben, um ein Klonieren der schwere und leichte
Kette-Segmente in die Ausgangsvektoren zu erleichtern.
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Ein
anderes Verfahren zum Herstellen und Durchmustern großer Bibliotheken
von vollständig
oder teilweise synthetischen Antikörper-Kombinationsstellen oder
Paratopen verwendet Display-Vektoren, die von einem filamentösen Phagen,
wie etwa M13, fl oder fd, abgeleitet sind. Diese Display-Vektoren
von filamentösen Phagen,
bezeichnet als "Phagemide", erbringen große Bibliotheken
von monoklonalen Antikörpern
mit verschiedenartigen und neuen Immunspezifitäten. Die Technologie verwendet
eine Membran-Anker-Domäne
eines Hüllproteins
von einem filamentösen
Phagen als Mittel, um Genprodukt und Gen während des Stadiums des Zusammensetzens
während
der Replikation des filamentösen
Phagens zu verbinden und ist zur Klonierung und Expression von Antikörpern aus
kombinatorischen Bibliotheken verwendet worden (Kang et al., 1991; Barbas
et al., 1991).
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Diese
allgemeine Technik für
ein Phagendisplay von einem filamentösen Phagen wird im US-Patent 5,658,727
beschrieben. In einem mehr allgemeinen Sinn macht das Verfahren
ein System für
das gleichzeitige Klonieren und Durchmustern von vorselektierten
Ligand-Bindungsspezifitäten von
Antikörper-Gen-Repertoires unter
Verwendung eines einzelnen Vektorsystems verfügbar. Ein Durchmustern isolierter
Mitglieder der Bibliothek auf eine vorselektierte Ligand-Bindungskapazität erlaubt
die Korrelation der Bindungskapazität von einem exprimierten Antikörpermolekül mit einem
zweckmäßigen Mittel,
um das Gen, welches das Mitglied kodiert, aus der Bibliothek zu
isolieren.
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Die
Verknüpfung
von Expression und Durchmustern wird durch die Kombination von Anzielen
eine Fusionspolypeptids in das Periplasma einer Bakterienzelle erreicht,
um ein Zusammensetzen eines funktionellen Antikörpers zu erlauben, und dem
Anzielen eines Fusionspolypeptids auf die Hülle eines filamentösen Phagenpartikels
während
des Zusammensetzens des Phagen, um ein zweckmäßiges Durchmustern der Bibliothek
nach dem interessierenden Mitglied zu erlauben. Periplasmatische
Targeting wird durch das Vorhandensein einer Sekretionssignal-Domäne in einem
Fusionspolypeptid verfügbar
gemacht. Abzielen auf einen Phagenpartikel wird durch das Vorhandensein
einer Membran-Anker-Domäne
eines Kühlproteins
von einem filamentösen
Phagen (d.h. einer cpII oder cpVII abgeleiteten membran-Anker-Domäne) in einem
Fusionspolypeptid verfügbar
gemacht.
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Die
Verschiedenartigkeit einer kombinatorischen Antikörper-Bibliothek
auf der Grundlage eines filamentösen
Phagen kann durch Durcheinandermischen der schwere und leichte Kette-Gene, durch Verändern einer
oder mehrerer der die Komplementarität bestimmenden Regio nen der
klonierten schwere Kette-Gene der Bibliothek oder durch Einführen zufälliger Mutationen
in die Bibliothek durch fehleranfällige (error-prone) Polymerasekettenreaktionen
erhöht
werden. Zusätzliche
Verfahren zum Durchmustern von Phagen-Bibliotheken werden in den
US-Patenten 5,580,717, 5,427,908, 5,403,484 und 5,223,409 beschrieben.
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Ein
anderes Verfahren zum Durchmustern großer kombinatorischer Antikörper-Bibliotheken
ist entwickelt worden, wobei eine Expression von Populationen verschiedenartiger
schwere und leichte Kette-Sequenzen auf der Oberfläche eines
filamentösen
bakteriophagen, wie etwa M13, fl oder fd angewendet wurde (US-Patent
5,698,426). Zwei Populationen verschiedenartiger schwere (heavy
chain, Hc) und leichte (light chain, Lc) Kette-Sequenzen werden
durch Polymerasekettenreaktion (PCRTM) synthetisiert.
Diese Populationen werden in getrennte Vektoren auf der Grundlage
von M13, die Elemente enthalten, die für die Expression notwendig
sind, kloniert. Der schwere Kette-Vektor enthält eine Gen VIII (gVIII)-Hüllprotein-Sequenz, so daß eine Translation
der schwere Kette-Sequenzen gVIII-Hc-Fusionsproteine hervorbringt.
Die Populationen zweier Vektoren werden zufällig kombiniert, so daß nur die
Vektoranteile, welche die Hc- und Lc-Sequenzen enthalten, mit einem
einzelnen zirkulären
Vektor verbunden werden.
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Der
kombinierte Vektor dirigiert die Co-Expression sowohl der Hc- als
auch der Lc-Sequenzen
zum Zusammensetzen der beiden Polypeptide und die Oberflächenexpression
auf M13 (US-Patent 5,698,426). Der Kombinierungsschritt bringt verschiedene
Hc und Lc kodierende Sequenzen innerhalb zweier verschiedenartiger
Populationen in einem einzelnen Vektor zufällig zusammen. Die Vektorsequenzen,
die von jedem unabhängigen
Vektor gespendet werden, sind notwendig zur Produktion eines lebensfähigen Phagen.
Da auch die pseudo-gVII-Sequenzen
in nur einem der zwei Ausgangsvektoren enthalten sind, kann eine
Co-Expression von
funktionellen Antikörperfragmenten,
wie Lc-assoziierten gVIII-Hc-Fusionsproteinen,
auf der Phagenoberfläche
nicht erreicht werden, bis die Vektorsequenzen in den einzelnen
Vektor eingebunden sind.
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Eine
Oberflächenexpression
der Antikörper-Bibliothek
wird in einem Amber-Suppressor-Stamm durchgeführt. Ein
Amber-Stopkodon zwischen der Hc-Sequenz und der gVIII-Sequenz trennt die
beiden Bestandteile in einem nicht-Suppressor-Stamm. Ein Isolieren
des Phagens, der von dem nicht-Suppressor-Stamm produziert wurde,
und Infizieren eines Suppressor-Stamms wird die Hc-Sequenzen während einer Expression
mit der gVIII-Sequenz verknüpfen.
Ein Kultivieren des Suppressor-Stamms nach Infektion erlaubt die
Co-Expression auf
der Oberfläche
von M13 aller Antikörperspezies
innerhalb der Bibliothek als gVIII-Fusionsproteine (gVIII-Fab-Fusionsproteine).
Alternativ kann die DNA aus dem nicht-Suppressor-Stamm isoliert und dann in
einen Suppressor-Stamm eingeführt
werden, um den gleichen Effekt zu erreichen.
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Die
Oberflächenexpressionsbibliothek
wird auf spezifische Fab-Fragmente, die an vorselektierte Moleküle binden,
durch Affinitätsisolierung-Standardverfahren
durchgemustert. Solche Verfahren schließen beispielsweise Aussieben
(Parmley and Smith, 1988), Affinitätschromatographie und Festphase-Blotting-Verfahren
ein. Aussieben wird bevorzugt, da hohe Phagentiter leicht, schnell
und in kleinen Volumina durchgemustert werden können. Weiterhin kann dieses
Verfahren untergeordnete Fab-Fragment-Spezies innerhalb der Population
selektieren, die ansonsten nicht nachweisbar geblieben wären, und
zu im wesentlichen homogenen Populationen amplifizieren. Die ausgewählten Fab-Fragmente
können
durch Sequenzieren der Nukleinsäuren, welche
die Polypeptide nach Amplifikation der Phagen-Population kodieren,
charakterisiert werden.
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Ein
anderes Verfahren zum Herstellen verschiedenartiger Bibliotheken
von Antikörpern
und zum Durchmustern nach gewünschten
Bindungsspezifitäten
wird im US-Patent 5,667,988 und im US-Patent 5,759,817 beschrieben.
Das Verfahren umfaßt
die Herstellung von Bibliotheken aus heterodimeren Immunglobulin-Molekülen in Form
von Phagen-Bibliotheken unter Verwendung degenerierter Oligonukleotide
und Primerverlängerungs(primer
extension)-Reaktionen,
um die Degenerationen in die CDR-Regionen der variablen Domänen der
variablen schweren und leichten Ketten eines Immunglobulins einzuführen, und
eine Darstellung der mutagenisierten Polypeptide auf der Oberfläche des
Phagen. Danach wird das Display-Protein
nach der Fähigkeit,
an ein vorausgewähltes
Antigen zu binden, durchgemustert.
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Das
Verfahren zum Herstellen eines heterodimeren Immunglobulin-Moleküls umfaßt allgemein
(1) Einführen
eines interessierenden schwere oder leichte Kette-V-Region-kodierenden
Gens in den Phagen-Display-Vektor; (2) Einführen einer zufälligen Bindungsstelle
in den Phagen-Display-Protein-Vektor durch Primerverlängerung
mit einem Oligonukleotid, das Regionen, die zu einem CDR des Antikörper-V-Region-Gens
homolog sind, enthält,
und Regionen, die degeneriert sind, enthält, zum Produzieren zufälliger kodierender
Sequenzen, um eine große
Population von Display-Vektoren zu bilden, von denen jeder fähig ist,
verschiede ne putative Bindungsstellen, die auf einem Phagen-Oberflächen-Display-Protein
dargestellt werden, zu exprimieren; (3) Exprimieren des Display-Proteins
und der Bindungsstelle auf der Oberfläche eines filamentösen Phagenpartikels;
und (4) Isolieren (Durchmustern) des Oberflächen-exprimierten Phagenpartikels
unter Verwendung von Affinitätstechniken,
wie etwa Aussieben von Phagenpartikeln gegen ein vorselektiertes
Antigen, wodurch eine oder mehrere Phagenspezies, die ein Display-Protein
enthalten, welches eine Bindungsstelle enthält, die an ein selektiertes
Antigen bindet, isoliert werden.
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Eine
weitere Abwandlung dieses Verfahrens zum Herstellen verschienartiger
Bibliotheken von Antikörpern
und zum Durchmustern nach gewünschten
Bindungsspezifitäten
wird im US-Patent 5,702,892 beschrieben. Bei diesem Verfahren werden
nur schwere Kette-Sequenzen
eingesetzt, die schwere Ketten-Sequenzen werden in allen Nukleotidpositionen,
die entweder die CDRI- oder CDRIII-hypervariable Region kodieren,
zufällig
angeordnet, und die genetische Variabilität in den CDRs wird unabhängig von
jedem biologischen Prozeß hervorgerufen.
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Bei
dem Verfahren werden zwei Bibliotheken konstruiert, um Oligonukleotid-Motive
innerhalb des Bezugsystems der schwere Kette-Gen-Struktur genetisch
durcheinanderzumischen. Durch Zufallsmutation von entweder CDRI
oder CDRIII werden die hypervariablen Regionen des schwere Kette-Gens
rekonstruiert, um zu einer Sammlung hochgradig verschiedenartiger
Sequenzen zu führen.
Die schwere Kette-Proteine, welche durch die Sammlung mutierter
Gensequenzen kodiert werden, besaßen das Potential, alle Bindungscharakteristika
eines Immunglobulins aufzuweisen, während nur eine der zwei Immunglobulin-Ketten
erforderlich waren.
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Speziell
wird das Verfahren in Abwesenheit des Immunglobulin-leichte Kette-Proteins
ausgeführt.
Eine Bibliothek von Phagen, die modifizierte schwere Kette-Proteine
darstellen, wird mit einem immobilisierten Liganden inkubiert, um
Klone zu selektieren, die rekombinante Proteine kodieren, die spezifisch
an den immobilisierten Liganden binden. Der gebundene Phage wird
dann von dem immobilisierten Liganden dissoziiert und durch Wachstum
in bakteriellen Wirtszellen amplifiziert. Einzelne virale Plaques,
wobei jede ein anderes rekombinantes Protein exprimiert, werden
expandiert und individuelle Klone werden dann auf Bindungaktivität untersucht.
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E4. Anti-Aminophospholipid-Antikörper von
menschlichen Patienten
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Antikörper gegen
Aminophospholipide, insbesondere Phosphatidylserin und Phosphtidylethanolamin, treten
in der menschlichen Population auf, wo sie mit bestimmten Krankheitszuständen verbunden
sind. Anti-Aminophospholipid-Antikörper sind Teil der heterogenen
anti-Phospholipid-Antikörper
(aPL), von denen beobachtet wurde, daß sie Familien mit verschiedenen
Spezifitäten
und Klassen aufweisen. Ein primäres
anti-Phospholipid-Syndrom (APS) ist von anderen Formen einer Autoimmunerkrankung,
die mit anti-Phospholipid-Antikörperproduktion
einhergeht, unterschieden worden.
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Anti-PS-Antikörper stehen
insbesondere mit wiederholten Fehlgeburten (Rote et al., 1995; Rote,
1996; Vogt et al., 1996; Vogt et al., 1997) und mit der Autoimmunerkrankung
systemischer Lupus-Eerythematosus (SLE oder "Lupus") (Brauch et al., 1987) im Zusammenhang.
Von anti-PE-Antikörpern
wurde ebenfalls bei menschlichen Patienten berichtet, insbesondere
solchen mit Autoimmunerkrankungen (Staub et al., 1989). Branch et
al. (1987) berichteten, daß 80%
der Patienten mit Lupus-Antikoagulanz (LA oder LAC) Autoantikörper aufwiesen,
die PE erkannten, wobei Drouvalakis und Buchanan (1998) diese Anzahl
auf 95% PE-positive ausAutoimmun-LAC-Seren
erhöhten.
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Anti-Phospholipid-Antikörper sollten
nicht verwechselt werden mit anti-Endothelzell-Antikörpern (AECA), obwohl sie in
demselben Patienten aufgefunden werden können. Das Vorhandensein von
AECA ist bei verschiedenen klinischen Bildern, die mit Vaskulitis
einhergehen, wie etwa systemischer Sklerose (SS), dokumentiert worden.
Um AECA zu studieren, werden Antikörper aus Patienten gewonnen,
die keine anti-Phospholipid-Antikörper aufweisen (aPL-negative
Seren).
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Die
pathogene Rolle von AECA bleibt unklar, obwohl Bordron et al. (1998)
erst kürzlich
vorgeschlagen haben, daß AECA
eine Apoptose in Endothelzellen auslösen kann, dem ein PS-Transfer
auf die äußere Oberfläche der
Membran folgen würde.
Sie schlugen vor, daß dies
für die
nachfolgende Erzeugung die anti-Phospholipid-Antikörper verantwortlich
wäre, die
manchmal in Verbindung mit AECA bei Patienten mit Hautläsionen oder
Erkrankungen des konnektiven Gewebes beobachtet werden (Bordron
et al., 1998). Obwohl jedoch eine Bindung von AECA an ein Apoptose-induzierendes
Antigen postuliert wurde, führten
diese Studien nicht zu einer weiteren Charakterisierung von AECA,
von denen noch immer gesagt wurde, daß sie eine extrem heterogene
Familie von Antikörpern,
die mit verschiedenen (nicht-Lipid)
Strukturen auf Endothelzellen reagieren, repräsentieren (Bordron et al.,
1998).
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Anti-Phosphatidylserin-Antikörper stehen
in engen Zusammenhang mit einer Fehlgeburt, Schwangerschafts-induziertem
Bluthochdruck und intrauteriner Wachstumsverzögerung. Von einem Phosphatidylserin-abhängigen Antigen
ist gezeigt worden, daß es
auf der Oberfläche
eines Chorionkarzinom-Modells (BeWo) von differenzierenden Cytotrophoblasten-Zellen
exprimiert werden, was zeigt, daß es in vivo für anti-Phosphatidylserin-Antikörper in
der Zirkulation zugänglich
sein sollte (Rote et al., 1995). Tatsächlich zeigten Vogt et al. (1996),
daß der
monoklonale Antikörper
3SB9b, der mit Phosphatidylserin, jedoch nicht mit Cardiolipin reagiert,
eine signifikante Reduktion sowohl des fötalen als auch des plazentalen
Gewichts in einem Maus-Modell für
das anti-Phospholipid-Antikörper-Syndrom
induziert.
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Diese
Autoren entwickelten ein Modell, um Fehlgeburten, die mit anti-Phospholipid-Antikörpern einhergehen,
zu erklären:
ein anti-Phospatidylserin-Antikörper
bringt Prothrombin-Bindungsstellen auf der Oberfläche des
Trophoblasten zum Vorschein, wahrscheinlich durch Entfernen von
Annexin V (Vogt et al., 1997). Die Differenzierung des Trophoblasten
geht mit einer Externalisierung von Phosphatidylserin von der inneren zur äußeren Oberfläche der
Plasmamembran einher. Normalerweise erfolgt die Externalisierung
von Phosphatidylserin gemeinsam mit der Bindung von Annexin V, welche
die Phosphatidylserin-reiche Oberfläche davon abhält, als
Aktivierungsstelle der Gerinnung zu wirken. Wenn also anti-Phospholipid-Antikörper vorhanden sind,
verhüten
sie eine Annexin V-Bindung und führen
zu einem Prokoagulanz-Zustand (Vogt et al., 1997).
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Anti-PE-Antikörper gehen
häufig
mit Lupus-Antikoagulantien (LAC-Seren) einher. Die Rolle von PE und
anti-PE bei LAC ist extrem komplex, siehe z.B. Smirnov et al. (1995),
worin verschiedene Hypothesen erläutert werden. Smirnov et al.
(1995) berichten, daß in
Gegenwart von aktiviertem Protein C und PE LAC-Plasma schneller
gerinnt als normales Plasma. Rauch et al. (1986) charakterisieren
LAC-anti-Phospholipid-Antikörper
dahingehend, daß sie
die Gerinnungszeit in in vitro-Gerinnungstests verlängern.
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Vlachoyiannopoulos
et al (1993) testeten SLE- und APS-Seren durch ELISA auf Antikörper gegen Phosphatidylethanolamin
und Cardiolipin im Vergleich zu gesunden Blutspendern. Sowohl von
SLE- als auch APS-Patienten wurde berichtet, daß sie einen höheren Titer
von IgM-anti-PE-Antikörpern
aufwiesen als normale Versuchspersonen, während die IgG- und IgA-anti-PE-Reaktivität sich dem
Bericht zufolge nicht unterschied. Vorgeschlagen wurde, daß IgA- und
IgG-anti-PE-Antikörper
in niedrigen Titern als natürliche
Autoantikörper
bei normalen Versuchspersonen auftreten können (Vlachoyiannopoulos et
al, 1993).
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Rauch
et al. (1986) stellten Hybridome her, indem sie Lymphozyten von
13 Patienten mit systemischem Lupus erythematosus mit einer Lymphoblastenlinie
fusionierten. Sie zeigten, daß die
Autoantikörper, welche
die Gerinnungszeit verlängerten,
an hexagonale Phase-Phospholipide,
einschließlich
natürlicher
und synthetischer Formen von Phsophatidylethanolamin, banden (Rauch
et al, 1986). Im Gegensatz dazu übten lamellare
Phospholipide, wie etwa Phosphatidylcholin, und synthetische lamellare
Formen von Phosphatidylethanolamin keine Wirkung auf die gerinnungshemmende
Aktivität
aus (Rauch et al, 1986).
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Rauch
und Janoff (1990) fuhren fort zu zeigen, daß eine Immunisierung von Mäusen mit
Phosphatidylethanolamin in der hexagonalen II-Phase, jedoch nicht
in der Doppelschicht-Phase,
zu der Induktion von anti-Phospholipid-Antikörpern führte. Diese Antikörper waren
hochreaktiv mit Phosphatidylethanolamin und wiesen funktionelle
Lupus-Antikoagulanz-Aktivität auf, die
für Autoantikörper von
Patienten mit einer Autoimmunerkrankung charakteristisch ist (Rauch
und Janoff, 1990).
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Die
hexagonale II-Phase-Form von Aminophospholipiden sollten daher vorteilhafterweise
verwendet werden, um Antikörper
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung zu
erzeugen. Tatsächlich
berichtete Trudell, daß Antikörper, die
gegen TFA(Trifluoracetyl)-Proteinaddukte erzeugt wurden, an TFA-Phosphatidylethanolamin
in hexagonale Phase-Phospholipid-Micellen binden, nicht jedoch in
lamellaren Liposomen (Trudell et al., 1991a). Die Autoren legten
nahe, daß TFA-Phosphatidylethanolamin-Addukte,
die sich in nicht-lamellaren Domänen
auf der Hepatozytenoberfläche
befinden, Erkennungsstellen für
anti-TFA-Addukt-Antikörper
sein könnten
und potentiell an immun-vermittelter Halothan-Hepatotoxizität beteiligt sind
(Trudell et al., 1991a). Später
wurde gezeigt, daß diese
selben Antikörper
mit TFA-Dioleoylphosphatidylethanolamin kreuzreagieren, wenn dieses
Addukt in die Oberfläche
von Hepatozyten aufgenommen wird (Trudell et al., 1991b), wodurch
diese Hypothese unterstützt
wird.
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Berard
erklärten
die hexagonale II-Phase-form von Aminophospholipiden, wie etwa PE,
weiter (Berard et al., 1993). In Doppelschichten nehmen Phospholipide
im allgemeinen eine Gelstruktur, ein Kristallgitter oder einen lamellaren
Zustand an (Berard et al., 1993). Phospholipide können jedoch
in Abhängigkeit
vom Cholesteringehalt, dem Protein und ionischen Umgebungen leicht
die Zustände
wechseln, wodurch sie eine hexagonale II-Phase annehmen (Berard
et al, 1993). Diese hexagonale II-Phase von Aminophospholipiden
ist es, von der angenommen wird, daß sie immunogen ist, wie anfänglich für eine Autoantikörpererzeugung
in krankhaften Situationen vorgeschlagen wurde (Berard et al, 1993).
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Qamar
et al (1990) haben eine Abwandlung des Themas der hexagonalen Aminophospholipid-Erkennung
entwickelt. Unter Verwendung von Phosphatidylethanolamin als ein
Modell berichteten diese Autoren, daß anti-PE-Antikörper von
aPL-positiven SLE-Seren nicht an PE binden, tatsächlich jedoch gegen Lysophosphatidylethanolamin
(IPE), einem natürlichen
PE-Abbauprodukt
und einer wahrscheinlichen Kontamination der am meisen PE-Präparationen,
gerichtet sind (Qamar et al, 1990).
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Andere
neue Ergebnisse zeigen, daß die
meisten anti-Phospholipid-Antikörper
Phospholipid im Zusammenhang von nahe gelegenen Proteinen erkennen
(Rote, 1996; Chamley et al., 1991). In Plasmamembranen scheint der
Hauptanteil der Phospholipide natürlicherweise in nicht-antigener
bilaminarer Form vorzuliegen (Rote, 1996). Akzessorische Moleküle können helfen,
den Übergang
zu hexagonalen antigenen Formen zu erleichtern und deren Expression
zu stabilisieren (Galli et al., 1993). Beispielsweise wurde zunächst berichtet,
daß natürlicherweise
vorkommende anti-Phospolipid-Antikörper Komplexe von Cardiolipin
oder Phosphatidylserin mit β2-Glycoprotein I (β2-GPI
oder Apolipoprotein H, apoH) erkennen (Galli et al., 1990; 1993).
Von β2-GPI wird angenommen, Phospholipide in antigenen
Konformationen zu stabilisieren, die bei reinen Phospholipiden nicht
existieren (McNeil et al, 1990; US-Patent 5,344,758; Chamley et
al., 1991; Matsuura et al., 1994). Prothrombin ist ebenfalls mit
dem Phospholipid-Stabilisierungsprozeß in Verbindung gebracht worden (Bevers
et al., 1991).
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Phospholipid-bindende
Plasmaproteine sind im allgemeinen notwendig zur Antikörper-Erkennung des elektrisch
neutralen oder zwitterionischen Phospholipids Phosphatidylethanolamin.
Sugi und McIntyre (1995) identifizierten zwei vorherrschende PE-bindende
Plasmaproteine als hoch-molekulares Kininogen (high molecular weight
kininogen, HMWK oder HK) und niedrig-molekulares Kininogen (low
molecular weight kininogen, LMWK oder LK).
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Für anti-PE-Antikörper aus
Patienten mit SLE und/oder wiederkehrenden spontanten Aborten wurde gezeigt,
daß sie
PE, HMWK oder LMWK nicht erkennen, wenn sie unabhängig als
einzelne Antigene auf ELISA-Platten präsentiert wurden (Sugi and McIntyre,
1995). Für
andere anti-PE-positive Seren, die nicht mit PE-HMWK oder PE-LMWK
reagierten, wurde vorgeschlagen, daß sie Faktor XI oder Präkallikrein
womit normalerweise keine Bindung an HMWK erfolgt, erkennen (Sugi
and McIntyre, 1995).
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Die
Validität
dieser Ergebnisse wurde bestätigt,
indem gezeigt wurde, daß intaktes
HMWK an verschiedene Phospholipide, wie etwa Cardiolipin, Phosphatidylserin,
Phosphatidylcholin und Phosphatidylethanolamin, bindet, daß jedoch
anti-PE-Antikörper
nur einen Kininogen-PE-Komplex
erkennen und keine Kininogene erkennen, die mit anderen Phospholipid-Substraten
präsentiert
werden (Sugi and McIntyre, 1996a). Dies zeigt, daß PE einzigartige
antigene Konformationsänderungen
der Kininogene induziert, die nicht induziert werden, wenn die Kininogene
an andere Phospholipide binden (Sugi and McIntyre, 1996a).
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Weiter
wurde vorgeschlagen, daß Kininogene
an Plättchen
aufgrund von exponiertem PE in der Plättchenmembran binden (Sugi
and McIntyre, 1996b). Für
exogen zugesetzten Kininogen-abhängigen
anti-PE-Antikörper
wurde gezeigt, daß er
Thrombin-induzierte Plättchenaggregation
in vitro steigert, nicht jedoch die ADP-induzierte Aggregation verändert (Sugi
and McIntyre, 1996b). Im Gegensatz dazu wurde von Kininogen-unabhängigem anti-PE-Antikörper, der
PE per se erkennt, berichtet, daß er die Thrombin-induzierte
Plättchenaggregation
nicht erhöht.
Deshalb wurde vorgeschlagen, daß Kininogen-abhängiger anti-PE-Antikörper die
normalen anti-thrombotischen Wirkungen von Kininogen unterbinden
könnte
(Sugi and McIntyre, 1996b).
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Anti-Aminophospholipid-Antikörper aus
menschlichen Patienten sind deshalb ein Gemisch von Antikörpern, die
im allgemeinen Aminophospholipide erkennen, die durch Protein-Interaktionen stabilisiert
sind (Rote, 1996). Die Antikörper
können
binden, um Phospholipid-Epitope
zu stabilisieren oder können
an ein Epitop, das aus der Interaktion des Phospholipids mit Aminosäuren an
dem stabilisierenden Protein gebildet wird, binden (Rote, 1996).
So oder so, derartige Antikörper
erkennen eindeutig Aminophospholipide in natürlichen Membranen im menschlichen
Körper,
wahrscheinlich im Zusammenhang mit Plasmaproteinen (McNeil et al., 1990;
Bevers et al., 1991). Diese Antikörper würden deshalb als Ausgangsmaterial
zum Erzeugen eines Antikörpers
zur Verwendung in im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
geeignet sein.
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Um
einen anti-Aminophospholipid-Antikörper aus einem menschlichen
Patienten herzustellen, würde man
einfach menschliche Lymphozyten aus einer Versuchsperson mit anti-Aminophospholipid-Antikörpern gewinnen,
z.B. aus menschlichem peripherem Blut, Milz, Lymphknoten, Mandeln
und derartigem, wobei Techniken verwendet werden, die denjenigen,
die sich auf dem Fachgebiet auskennen, bestens bekannt sind. Die Verwendung
peripherer Blutlymphozyten wird häufig bevorzugt.
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Menschliche
monoklonale Antikörper
können
aus den menschlichen Lymphozyten erhalten werden, welche die gewünschten
anti-Aminophospholipid-Antikörper
produzieren, indem die menschlichen Lymphozyten immortalisiert werden,
im allgemeinen auf die gleiche Weise wie oben für das Erzeugen jedes monoklonalen
Antikörpers
beschrieben. Die Reaktivitäten
der Antikörper
in den Kulturüberständen werden
im allgemeinen zunächst überprüft, wobei
eines oder mehrere ausgewählte
Aminophospholipid-Antigene) eingesetzt werden, und die Lymphozyten,
die eine hohe Reaktivität
zeigen, werden wachsen gelassen. Die resultierenden Lymphozyten
werden dann mit einer parenteralen Zellinie, die aus Mensch oder
Maus stammt, fusioniert, und weitere Selektionen ergibt optimale
Klone.
-
Die
Wiedergewinnung monoklonaler Antikörper aus den immortalisierten
Zellen kann durch jede Methode, die im allgemeinen bei der Produktion
monoklonaler Antikörper
eingesetzt werden, erreicht werden. Beispielsweise kann der gewünschte monoklonale
Antikörper
durch Klonieren der immortalisierten Lymphozyten durch die limiting
dilution-Methode oder derartiges, Auswählen der Zelle, die den gewünschten
Antikörper
produziert, Wachsen lassen der ausgewählten Zellen in einem Medium
oder der Abdominalhöhle
eines Tieres und Wiedergewinnen des gewünschten monoklonalen Antikörpers aus
dem Kulturüberstand
oder der Ascites-Flüssigkeit
erhalten werden.
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Derartige
Techniken sind verwendet worden, beispielsweise, um menschliche
monoklonale Antikörper gegen
Pseudomonas aeruginosa-Epitope (US-Patente 5,196,337 und 5,252,480),
Polyribosylribitolphosphat-Kapselpolysaccharide (US-Patent 4,954,449),
das Rh(D)-Antigen (US-Patent 5,665,356) und Viren, wie etwa das
menschliche Immundefizienz-Virus, respira tory syncytial-Virus, Herpex
simplex-Virus, Varicella zoster-Virus und Zytomegalovirus (US-Patente 5,652,138,
5,762,905 und 4,950,595) zu isolieren.
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Die
Anwendbarkeit der zuvor genannten Techniken auf die Erzeugung menschlicher
anti-Aminophospholipid-Antikörper ist
eindeutig. Rauch et al. (1986) verwendeten solche Verfahren im allgemeinen,
um Hybridome durch Fusionieren von Lymphozyten aus SLE-Patienten
mit einer Lymphoblastenlinie zu fusionieren. Dies produzierte menschliche
Antikörper,
die an hexagonale Phase-Phospholipide, einschließlich natürlicher und synthetischer Formen
von Phosphatidylethanolamin, banden (Rauch et al., 1986).
-
Zusätzlich können die
im US-Patent 5,648,077 beschriebenen Verfahren verwendet werden,
um ein Triom oder ein Quadrom zu bilden, das einen menschlichen
Antikörper
gegen ein ausgewähltes
Aminophospholipid produziert. In einem allgemeinen Sinn wird eine
Hybridom-Zellinie,
die eine elterliche immortalisierende Nagetierzelle, wie etwa eine
Maus-Myelomzelle,
z.B. SP-2, umfaßt,
mit einer menschlichen Partnerzelle fusioniert, was zu einer immortalisierenden
xenogenen Hybridomzelle führt.
Diese xenogene Hybridomzelle wird mit einer Zelle, die fähig ist,
einen menschlichen anti-Aminophospholipid-Antikörper herzustellen, fusioniert, was
zu einer Triom-Zellinie führt,
die fähig
ist, einen menschlichen Antikörper
zu erzeugen, der gegen ein solches Antigen in einem Menschen wirksam
ist. Alternativ, wenn größere Stabilität gewünscht wird,
wird eine Triom-Zellinie, die vorzugsweise die Fähigkeit zum Produzieren ihres
eigenen Antikörpers
nicht länger
besitzt, hergestellt und dieses Triom wird dann mit einer weiteren
Zelle fusioniert, die fähig
ist, einen Antikörper,
der gegen das Aminophospholipid-Antigen nützlich ist, um ein noch stabileres
Hybridom (Quadrom) zu erhalten, das einen Antikörper gegen das Antigen produziert.
-
E5. Anti-Aminophospholipid-Antikörper aus
menschlichen Lymphozyten
-
Eine
in vitro-Immunisierung oder Antigen-Stimulation kann auch verwendet
werden, um einen menschlichen anti-Aminophospholipid-Antikörper zu
erzeugen. Solche Techniken können
verwendet werden, um periphere Blutlymphozyten sowohl von anti-Aminophospholipid-Antikörper-produzierenden
menschlichen Patienten als auch von normalen, gesunden Versuchspersonen
zu stimulieren. Tatsächlich
haben Vlachoyiannopoulos et al. (1993) berichtet, daß bei normalen
Versuchspersonen ein niedriger Titer von anti-Aminophospholipid-Antikörpern vorkommt.
Selbst wenn dies nicht der Fall war, konnten anti-Aminophopholipid- Antikörper aus
gesunden menschlichen Individuen hergestellt werden, indem einfach
Antikörperproduzierende
Zellen mit Aminophospholipiden in vitro stimuliert wurden.
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Eine
derartige "in vitro-Immunisierung" umfaßt eine
Antigen-spezifische Aktivierung von nicht-immunisierten B-Lymphozyten,
im allgemeinen innerhalb einer gemischten Population von Lymphozyten
(gemischte Lymphozytenkulturen, mixed lymphocyte cultures, MLC).
In vitro-Immunisierungen können
auch durch B-Zell-Wachstum und Differenzierungsfaktoren und Lymphokine
unterstützt
werden. Die durch diese Verfahren hergestellten Antikörper sind
häufig
IgM-Antikörper
(Borrebaeck et al., 1986).
-
Ein
anderes Verfahren ist beschrieben worden (US-Patent 5,681,729),
bei dem menschliche Lympozyten, die hauptsächliche IgG- (oder IgA-)Antikörper produzieren,
erhalten werden können.
Dieses Verfahren umfaßt
in einem allgemeinen Sinn ein Transplantieren menschlicher Lymphozyten
in ein immundefizientes Tier, so daß die menschlichen Lymphozyten
den Tierkörper "überlisten"; Immunisieren des Tiers mit einem gewünschten
Antigen, um menschliche Lymphozyten zu erzeugen, die einen gegen
das Antigen gerichteten Antikörper
produzieren; und Wiedergewinnen der menschlichen Lymphozyten, die
den Antikörper
produzieren, aus dem Tier. Die auf diese Weise produzierten menschlichen
Lymphozyten können
verwendet werden, um einen monoklonalen Antikörper durch Immortalisieren
der menschlichen Lymphozyten, die den Antikörper produzieren, Klonieren
der erhaltenen immortalisierten, aus dem Menschen stammenden Lymphozyten,
die den Antikörper
produzieren, und Wiedergewinnen eines monoklonalen Antikörpers, der
für das
gewünschte
Antigen spezifisch ist, aus den klonierten immortalisierten, aus
dem Menschen stammenden Lymphozyten, zu produzieren.
-
Die
immundefizienen Tiere, die bei dieser Technik eingesetzt werden
können,
sind jene, die keine Abstoßung
zeigen, wenn den Tieren menschliche Lymphozyten transplantiert werden.
Solche Tiere können künstlich
durch physikalische, chemische oder biologische Behandlungen erzeugt
werden. Jedes immundefiziente Tier kann eingesetzt werden. Die menschlichen
Lymphozyten können
aus menschlichem peripherem Blut, Milz, Lymphknoten, Mandeln oder
derartigem gewonnen werden.
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Das "Überlisten" der transplantierten menschlichen Lymphozyten
in die Tiere kann erreicht werden, indem die menschlichen Lymphozyten
den Tieren lediglich verabreicht werden. Der Verabreichungsweg ist
nicht begrenzt und kann beispielsweise subkutan, intravenös oder intraperitoneal
sein. Die Dosis der menschlichen Lymphozyten ist nicht beschränkt und
kann gewöhnlich
106 bis 108 Lymphozyten
pro Tier betragen. Das immundefiziente Tier wird dann mit dem gewünschten
Aminophospholipid-Antigen immunisiert.
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Nach
der Immunisierung werden menschliche Lymphozyten aus dem Blut, der
Milz, den Lymphknoten oder anderen lymphatischen Geweben durch jede
herkömmliche
Methode gewonnen. Beispielsweise können mononukleäre Zellen
durch die Ficoll-Hypaque (spezifische Dichte: 1,077)-Zentrifugationsmethode
separiert und die Monozyten durch die Kunststoff schalen-Adsorptionsmethode
entfernt werden. Die kontaminierenden Zellen, die aus dem Immundefizienten
Tier stammen, können
unter Verwendung eines Antiserums, das für die Tierzellen spezifisch
ist, entfernt werden. Das Antiserum kann beispielsweise durch Immunisieren
eines zweiten, anderen Tieres mit den Milzzellen des Immundefizienten
Tiers und Gewinnen von Serum aus dem anderen immunisierten Tier
erhalten werden. Die Behandlung mit dem Antiserum kann in jedem
Stadium durchgeführt
werden. Die menschlichen Lymphozyten können auch durch ein immunologisches
Verfahren gewonnen werden, bei dem ein menschliches Immunglobulin,
das auf der Zelloberfläche
exprimiert ist, als ein Marker eingesetzt wird.
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Durch
diese Verfahren können
menschliche Lymphozyten, die hauptsächlich IgG- und IgA-Antikörper, die
für ein
ausgewähltes
Aminophospholipid oder mehrere ausgewählte Aminophospholipide spezifisch
sind, produzieren, erhalten werden. Monoklonale Antikörper werden
dann aus den menschlichen Lymphozyten durch Immortalisierung, Selektion,
Zellwachstum und Antikörper-Produktion
erhalten.
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E6. Transgene Mäuse, die
menschliche Antikörper-Bibliotheken
enthalten
-
Die
rekombinante Technologie ist jetzt für die Präparation von Antikörpern verfügbar. Zusätzlich zu
den oben offenbarten kombinatorischen Immunglobulin-Expression-Phagenbanken wird
ein anderer molekularer Klonierungsansatz, zum Herstellen von Antikörpern aus
transgenen Mäusen,
die menschliche Antikörper-Bibliotheken
enthalten offenbart. Derartige Techniken werden im US-Patent 5,545,807,
beschrieben.
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In
einem allgemeineren Sinne umfassen diese Verfahren die Erzeugung
eines transgenen Tieres, das in seiner Keimbahn genetisches Material
eingefügt
hat, das für
mindestens einen Teil eines Immunglobulins menschlichen Ursprungs
kodiert oder das sich reorganisieren kann, um ein Repertoire von
Immunglobulinen zu kodieren. Das eingefügt genetische Material kann
von einer menschlichen Quelle produziert sein oder kann synthetisch
produziert worden sein. Das Material kann mindestens teilweise für ein bekanntes
Immunglobulin kodieren oder kann modifiziert sein, um mindestens
teilweise für
ein verändertes
Immunglobulin zu kodieren.
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Das
eingefügte
genetische Material wird in dem transgenen Tier exprimieren, was
zur Produktion eines Immunglobulins führt, das sich mindestens teilweise
von dem eingefügten
menschlichen genetischen Immunglobulin-Material ableitet. Es wurde
festgestellt, daß sich
genetisches Material in dem transgenen Tier reorganisiert, so daß ein Repertoire
von Immunglobulinen mit einem Teil oder Teilen, die sich von dem
eingefügten
genetischen Material ableiten, produziert werden können, selbst
wenn das eingefügte
genetische Material in die Keimbahn in der falschen Position oder
mit der falschen Geometrie aufgenommen wurde.
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Das
eingefügte
genetische Material kann in Form von DNA, die in prokaryotische
Vektoren, wie etwa Plasmide und/oder Cosmide, kloniert worden ist,
vorliegen. Größere DNA-Fragmente werden
unter Verwendung künstlicher
Hefe-Chromosomen-Vektoren eingefügt
(Burke et al., 1987) oder durch Einführen von Chromosomenfragmenten
(Richer and Lo, 1989). Das eingefügte genetische Material kann
in den Wirt auf herkömmliche
Weise eingeführt
werden, beispielsweise durch Injektion oder andere Verfahren in
befruchtete Eier embryonale Prionenstammzellen.
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Unter
bevorzugten Aspekten wird ein Wirtstier, das ursprünglich kein
genetisches Material, das Immunglobulin-konstante Regioinen kodiert,
getragen hat, verwendet, so daß das
sich ergebende transgene Tier nur das eingefügte menschliche genetische
Material zur Produktion von Immunglobulinen verwenden wird. Dies
kann erreicht werden entweder durch Verwenden eines natürlicherweise
vorkommenden mutierten Wirts, dem das relevante genetische Material
fehlt, oder durch künstliches
Herstellen von Mutanten, z.B. in Zellinien, um schließlich einen
Wirt, aus dem das relevante genetische Material entfernt worden
ist, zu erzeugen.
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Wenn
das Wirtstier genetisches Material, das Immunglobulin-konstante
Regionen kodiert, trägt,
wird das transgene Tier, das natürlicherweise
vorkommende genetische Material und das eingefügte genetische Material tragen
und wird Immunglobuline, die sich von dem natürlicherweise vorkommenden genetischen
Material ableiten, das eingefügte
genetische Material und Gemische von beiden Typen von genetischem
Material produzieren. In diesem Fall kann das gewünschte Immunglobulin
durch Durchmustern von Hybridomen, die sich von dem transgenen Tier
ableiten, erhalten werden, z.B. durch Ausnutzen des Phänomens des
allelen Ausschlusses einer Antikörper-Genexpression
oder differenziellen Chromosomenverlusts.
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Nachdem
ein geeignetes transgenes Tier erzeugt worden ist, wird das Tier
einfach mit dem gewünschten
Immunogen immunisiert. In Abhängigkeit
von der Art des eingefügten
Materials kann das Tier ein chimäres Immunglobulin,
z.B. von gemischtem Maus/Mensch-Ursprung,
wobei das genetische Material fremden Ursprungs produzieren, nur
einen Teil des Immunglobulins kodiert, oder das Tier kann ein vollständig fremdes Immunglobulin
produzieren z.B. von gänzlich
menschlichem Ursprung, wobei das genetische Material fremden Ursprungs
ein vollständiges
Immunglobulin kodiert.
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Polyklonale
Antiseren können
nach Immunisierung durch das transgene Tier produziert werden. Immunglobulin
produzierende Zellen können
aus dem Tier entfernt werden, um das interessierende Immunglobulin
zu produzieren. Vorzugsweise werden durch das transgene Tier monoklonale
Antikörper
produziert, z.B. durch Fusionieren von Milzzellen des Tiers mit
Myelomzellen und Durchmustern der resultierenden Hybridome, um jene
auszuwählen,
die den gewünschten
Antikörper
produzieren. Geeignete Techniken für derartige Verfahren werden
hier beschrieben.
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In
einem alternativen Ansatz kann das genetische Material in das Tier
auf solch eine Weise aufgenommen werden, daß der gewünschte Antikörper in
Körperflüssigkeiten,
wie etwas Serum oder externalen Sekretionen des Tiers, wie etwa
Milch, Kolostrum oder Speichel, produziert wird. Beispielsweise
kann durch Einfügen
von genetischem Material in vitro, das mindestens teilweise für ein menschliches
Immunglobulin kodiert, in ein Gen eines Säugetiers, das für ein Milchprotein
kodiert, und dann Einfügen
des Gens in ein befruchtetes Ei des Säugetiers, z.B. durch Injektion,
das Ei sich zu einem erwachsenen Säugetierweibchen entwickeln,
das Milch produziert, die das Immunglobulin enthält, das sich mindestens teilweise
von dem eingefügten
menschlichen genetischen Immunglobulin-Material ableitet, entwickeln.
Der gewünschte
Antikörper
kann dann das aus der Milch geerntet werden. Geeignete Techniken,
um derartige Verfahren auszuführen,
sind denjenigen, die sich auf dem Fachgebiet auskennen, bekannt.
-
Die
zuvor genannten transgenen Tiere werden gewöhnlich eingesetzt, um menschliche
Antikörper
eines einzelnen Isotyps, spezieller eines Isotyps, der für die B-Zell-Reifung
essentiell ist, wie etwa IgM und möglicherweise IgD, zu produzieren.
Ein anderes bevorzugtes Verfahren zum Produzieren menschlicher anti-Aminophospholipid-Antikörper wird
in den US-Patenten
5,545,806, 5,569,825, 5,625,126, 5,633,425, 5,661,016 und 5,770,429
beschrieben, worin transgene Tiere beschrieben werden, die in der
Lage sind, von einem Isotyp, der für die B-Zell-Entwicklung benötigt wird,
zu anderen Isotypen zu wechseln.
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Während der
Entwicklung eines B-Lymphozyten produziert die Zelle anfänglich IgM
mit einer Bindungspezifität,
welche durch die effizient reorganisierte VH-
und VL-Regionen bestimmt wird. Anschließend synthetisiert
jede B-Zelle und ihre Nachkommen Antikörper mit denselben L- und H-Kette-V-Regionen,
sie können
jedoch den Isotyp der H-Kette wechseln. Die Verwendung von konstanten
mu- oder delta-Regionen wird weitgehend durch alternatives Splicing
bestimmt, was IgM und IgD erlaubt, in einer einzelnen Zelle coexpremiert
zu werden. Die anderen schwere Kette-Isotypen (gamma, alpha und
epsylon) werden nativ nur exprimiert, nachdem ein Gen-Reorganisationsereignis
die C-mu- und C-delta-Exons deletiert hat. Dieser Gen-Reorganisationsprozeß, als Isotyp-Switching
bezeichnet, tritt typischerweise durch Rekombination zwischen sogenannten
Switch-Segmenten, die unmittelbar stromaufwärts auf jedem schwere Kette-Gen
(mit Ausnahme von delta) lokalisiert sind, auf. Die einzelnen Switsch-Segmente
weisen Längen
zwischen 2 und 10 kb auf und bestehen hauptsächlich aus kurzen wiederholten
Sequenzen.
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Aus
diesem Grund ist zu bevorzugen, daß transgene Tiere transkriptionsregulatorische
Sequenzen im Bereich von ungefähr
1 bis 2 kb stromaufwärts
von jeder Switch-Region, die zum Isotyp-Switching verwendet werden
soll, einbauen. Diese transkriptionsregulatorischen Sequenzen beinhalten
vorzugsweise einen Promotor und ein Verstärker-Element, und enthalten
stärker
bevorzugt die 5'-flankierende
(d.h. stromaufwärts
gelegene) Region, die natürlicherweise
mit einer Switch-Region assoziiert ist (d.h. in Keimbahn-Konfiguration
vorkommt). Obwohl eine 5'-flankierende
Sequenz von einer Switch-Region mit einer anderen Switch-Region zur transgenen
Konstruktion funktionsfähig
verknüpft
werden kann, ist bei manchen Ausführungen bevorzugt, daß jede Switch-Region,
die in das transgene Konstrukt eingebaut wird, die 5'-flankierende Region,
die unmittelbar stromaufwärts
in der natürlicherweise
vorkommenden Keimbahn-Konfiguration auftritt, aufweist. Sequenzinformationen,
die Immunglobulin-Switchregion-Sequenzen betreffen, sind bekannt
(Mills et al., 1990; Sideras et al., 1989).
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Bei
den in den US-Patenten 5,545,806, 5,569,825, 5,625,126, 5,633,425,
5,661,016 und 5,770,429 beschriebenen Verfahren funktionieren die
menschlichen Immunglobulin-Transgene,
die in dem transgenen Tier enthalten sind, im Verlauf des gesamten
Weges der B-Zell-Entwicklung
korrekt, was zu einem Isotyp-Switching führt. Dementsprechend werden
in diesem Verfahren diese Transgene konstruiert, um ein Isotyp-Switching
hervorzurufen und eines oder mehrere der folgenden Aufzählungen:
(1) Expression im hohen Ausmaß (high
level expression) und Zelltyp-spezifische Expression, (2) funktionelle
Gen-Reorganisation, (3) Aktivierung von und Antwort auf allelen
Ausschluß,
(4) Expression eines ausreichenden primären Repertoires, (5) Signaltransduktion,
(6) somatische Hypermutation, und (7) Vorherrschaft des transgenen
Antikörpers-Lokus während der
Immunantwort.
-
Eine
wichtige Anforderung an die transgene Funktion ist die Erzeugung
eines primären
Antikörper-Repertoires,
das vielfältig
genug ist, um eine sekundäre
Immunantwort auf eine breiten Bereich von Antikörpern auszulösen. Das
reorganisierte schwere Kette-Gen besteht aus einem Signalpeptid-Exon,
einem variable Region-Exon und einem Tandem-Array von Multidomain-konstante
Region-Regionen, von denen jedes durch mehrere Exons kodiert wird.
Jedes der konstante Region-Gene kodiert den konstanten Teil einer
anderen Klasse von Immunglobulinen. Während der B-Zell-Entwicklung
werden V-Regionen proximate konstante Regionen deletiert, was zur
Expression der neuen schwere Kette-Klassen führt. Für jede schwere Kette-Klasse
verursachen alternative Muster eines RNA-Splicings sowohl Transmembran-
als auch sezernierte Immunglobuline.
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Der
menschliche schwere Kette-Lokus besteht aus ungefähr 200 V-Gensegmenten,
die zwei Mb überspannen,
ungefähr
30 D-Gensegmenten, die ungefähr
40 kb überspannen,
6 J-Segmente, die
innerhalb einer 3 kb-Spanne angehäuft sind, und 9 konstante Region-Gensegmente, die
sich über
ungefähr
300 kb erstrecken. Der ganze Lokus überspannt ungefähr 2,5 Mb
des distalen Teils des langen Arms von Chromosom 14. Transgene schwere
Kette-Fragmente, die Mitglieder von allen sechs der bekannten VH-Familien, die D- und J-Gensegmente ebenso wie die mu-, delta-,
gamma 3-, gamma 1- und alpha 1- konstanten Re gionen enthalten, sind
bekannt (Berman et al., 1988). Genomische Fragmente, die alle notwendigen
Gensegmente und regulatorischen Sequenzen eines menschlichen leichte
Kette-Lokus enthalten,
werden auf ähnliche
Weise konstruiert.
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Die
Expression von erfolgreich reorganisierten transgenen schweren und
leichten Immunglobulinen hat gewöhnlich
einen dominanten Effekt, indem die Reorganisation der endogenen
Immunglobulin-Gene in dem transgenen nicht-menschlichen Tier supprimiert
wird. In bestimmten Ausführungen
jedoch ist es wünschenswert,
eine komplette Inaktivierung der endogenen Ig-Loki zu bewirken,
damit Hybrid-Immunglobulinketten, die eine menschliche variable
Region und eine nicht-menschliche (z.B. aus der Maus) konstante
Region umfassen, nicht gebildet werden können, beispielsweise durch
Trans-Switching zwischen den transgenen und endogenen Ig-Sequenzen.
Unter Verwendung der Embryonenstammzell-Technologie und von homologer
Rekombination kann das endogene Immunglobulin-Repertoire leicht
eliminiert werden. Zusätzlich
kann eine Suppression von endogenen Ig-Genen unter Verwendung einer
Vielfalt von Techniken, wie etwa der Antisense-Technologie, erreicht
werden.
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Unter
anderen Aspekten der Erfindung kann es wünschenswert sein, einen Trans-Switch-Immunglobulin zu
produzieren. Antikörper,
die derartige chimäre
Immunglobuline, die ein Trans-Switch erfahren haben, umfassen, können für eine Vielzahl
von Anwendungen verwendet werden, bei denen es wünschenswert ist, eine nicht-menschliche
(z.B. von der Maus) konstante Region zu haben, z.B. zur Beibehaltung
von Effektorfunktionen im Wirt. Das Vorhandensein einer konstanten
Region der Maus kann Vorteile gegenüber einer menschlichen konstanten
Region bieten, beispielsweise um Effektorfunktionen der Maus verfügbar zu
machen (z.B. ADCC, Komplementfixation der Maus), so daß ein derartiger
chimärer
Antikörper
in einem Mausmodell für
eine Krankheit getestet werden kann. Anschließend an das Testen eines Tiers
kann die Sequenz, welche die menschliche variable Region kodiert,
isoliert werden, z.B. durch PCR-Amplifikationen oder cDNA-Klonierung
aus der Quelle (Hybridom-Klon),
und zu einer Sequenz, die eine gewünschte menschliche konstante
Region kodiert, gespliced werden, um einen Antikörper einer menschlichen zu
kodieren, der zur therapeutischen Verwendung am Menschen besser
geeignet ist.
-
E7. Humanisierte anti-Aminophospholipid-Antikörper
-
Menschliche
Antikörper
weisen im allgemeinen mindestens drei potentielle Vorteile für die Verwendung
bei einer Therapie am Menschen auf. Erstens, da der Effektorteil
menschlich ist, kann er besser mit den anderen Teilen des menschlichen
Immunsystems interagieren, z.B. um Zielzellen wirksamer durch die
Komplement-abhängige
Zytotoxizität
(komplement dependent cytotoxicity, CDC) oder Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (antibody-dependent
cellular cytotoxicity, ADCC) zu zerstören. Zweitens, das menschliche Immunsystem
sollte den Antikörper
nicht als fremd erkennen. Drittens, die Halbwertszeit in der Zirkulation
des Menschen wird der von natürlicherweise
vorkommenden menschlichen Antikörpern ähnlich sein,
was kleinere und weniger häufig
zu verabreichende Dosen ermöglicht.
-
Verschiedene
Verfahren zum Herstellen menschlicher anti-Aminophospholipide werden
hier verfügbar gemacht.
Zusätzlich
zu menschlichen Antikörpern
haben "humanisiere" Antikörper Vorteile. "Humanisierte" Antikörper sind
im allgemeinen chimäre
oder mutante monoklonale Antikörper
aus der Maus, Ratte, dem Hamster, Kaninchen oder einer anderen Spezies,
die menschliche konstante und/oder variable Region-Domänen oder
spezifische Änderungen
tragen. Techniken zum Erzeugen eines sogenannten "humanisieren" anti-Aminophospholipid-Antikörpers sind
denjenigen, die sich auf dem Fachgebiet auskennen, bestens bekannt.
-
Humanisierte
Antikörper
teilen auch die nachfolgend dargestellten Vorteile. Erstens, der
Effektorteil ist noch menschlich. Zweitens, das menschliche Immunsystem
sollte den Rahmen oder die konstante Region nicht als fremd erkennen,
und deshalb sollte die Antikörper-Antwort gegen einen
solchen injizieren Antikörper geringer
sein als gegen einen komplett fremden Maus-Antikörper. Drittens, injizierte
humanisierte Antikörper, im
Gegensatz zu injizierten Mäuse-Antikörpern, werden
wahrscheinlich eine Halbwertzeit aufweisen, die der von natürlicherweise
vorkommenden menschlichen Antikörpern ähnlich ist,
was auch geringere und weniger häufig
zu verabreichende Dosen erlaubt.
-
Eine
Reihe von Verfahren ist beschrieben worden, um humanisierte Antikörper zu
produzieren. Eine kontrollierte Reorganisation von Antikörper-Domänen, die
durch Protein-Disulfidbindungen
verbunden werden, um neue, artifizielle Proteinmoleküle oder "chimäre" Antikörper zu
bilden, kann verwendet werden (Konieczny et al., 1981). Die rekombinante DNA-Technologie
kann ebenfalls verwendet werden, um Gen-Fusionen zwischen DNA-Sequenzen, welche
variable leichte und schwere Kette-Domänen eines Mäuseantikörpers und menschliche leichte-
und schwere Kette-konstante Domäne-Antikörper kodieren,
zu konstruieren (Morrison et al., 1984).
-
DNA-Sequenzen,
welche die Antigen-bindenden Bereiche oder die Komplementarität-bestimmenden Regionen
(complementarity determining regions, CDR's) monoklonaler Antikörper der
Maus kodieren, können durch
molekulare Mittel in die DNA-Sequenzen eingepflanzt werden, welche
die Gerüste
von schweren und leichten Ketten eines menschlichen Antikörpers kodieren
(Jones et al., 1986; Riechmann, 1988). Die exprimierten rekombinanten
Produkte werden "umgebildete" oder humanisierte
Antikörper
genannt und umfassen das Gerüst
einer leichten oder schweren Kette eines menschlichen Antikörpers und
die Antigen-Erkennungsbereiche,
CDR's, eines monoklonalen
Maus-Antikörpers.
-
Ein
anderes Verfahren zum Herstellen humanisierter Antikörper wird
im US-Patent 5,639,641 beschrieben. Das Verfahren macht mittels
Wiederauftauchen humanisierter Nagetier-Antikörper verfügbar, die aufgrund der Präsentation
einer menschlichen Oberfläche
in der variablen Region eine verbesserte therapeutische Wirksamkeit
aufweisen. In dem Verfahren: (1) Positionsübereinstimmungen eines Pools
von schwere und leichte Kette variable Regionen eines Antikörpers wird
erzeugt, um einen Satz von schwere und leichte Kette variable Region
Gerüst
Oberfläche
exponierte Positionen zu ergeben, wobei die Positionsübereinstimmungen
für alle
variablen Regionen mindestens ungefähr 98%ige Identität aufweisen;
(2) ein Satz von schwere und leichte Kette variable Region Gerüst Oberfläche exponierte
Aminosäurereste
wird für
einen Nagetier-Antikörper
(oder ein Fragment davon) definiert; (3) ein Satz von schwere und
leichte Kette variable Region Gerüst Oberfläche exponierte Aminosäurereste,
der mit dem Satz von Oberflächen-exponierten
Nagetier-Aminosäureresten
am stärksten übereinstimmt,
wird identifiziert; (4) der Satz von schwere und leichte Kette variable
Region Gerüst
Oberfläche
exponierten Aminosäureresten,
definiert in Schritt (3), wird durch den Satz von schwere und leichte
Kette variable Region Gerüst
Oberfläche
exponierten Aminosäureresten,
identifiziert in Schritt (3) substituiert, mit Ausnahme jener Aminosäurereste,
die innerhalb von 5Å von
jedem Atom von jedem Rest der Komplementarität-bestimmenden Regionen des
Nagetier-Antikörpers
liegen; und (5) der humanisierte Nagetier-Antikörper mit Bindungsspezifität wird produziert.
-
Ein ähnliches
Verfahren für
die Herstellung humanisierter Antikörper wird in den US-Patenten 5,693,762;
5,693,761; 5,585,089 und 5,530,101 beschrieben. Diese Verfahren
umfassen ein Produzieren humanisierter Immunglobuline mit einer
oder mehreren Komplementarität-bestimmenden
Regionen (CDR's)
und mögliche
zusätzliche
Aminosäuren
von einem Donor-Immunglobulin und einer Gerüstregion von einem menschlichen
Akzeptor-Immunglobulin.
Jede humanisierte Immunglobulin-Kette umfaßt gewöhnlich zusätzlich zu den CDR's Aminosäuren von
dem Donor-Immunglobulingerüst,
das in der Lage ist, mit den CDR's
zu interagieren, um Bindungsaffinität zu bewirken, wie etwa eine
oder mehrere Aminosäuren,
die unmittelbar an ein CDR in dem Donor-Immunglobulin angrenzen
oder jene innerhalb von ungefähr
3Å, wie
durch Molekülsimulation
(molecular modelling) vorhergesagt. Die schweren und leichten Ketten
können
jeweils unter Verwendung von jedem, von jeder Kombination oder von
allen der verschiedenen Kriterien für die Position, die in den US-Patenten 5,693,762,
5,693,761, 5,585,089 und 5,530,101 beschrieben wurden, entworfen
werden. Die humanisierten Immunglobuline werden, wenn sie in einem
intakten Antikörper
kombiniert werden, sind im Menschen im wesentlichen nicht-immunogen
und behalten im wesentlichen dieselbe Affinität wie das Donor-Immunglobulin
gegenüber
dem ursprünglichen
Antigen.
-
Ein
zusätzliches
Verfahren zum Herstellen humanisierter Antikörper wird in den US-Patenten 5,565,332
und 5,733,743 beschrieben. Dieses Verfahren kombiniert das Konzept
eines Humanisierens von Antikörpern
mit den Phagen-Bibliotheken, die hier ebenfalls ausführlich beschrieben
werden. In einem allgemeinen Sinn verwendet das Verfahren Sequenzen
aus der Antigen-Bindungsstelle eines Antikörpers oder einer Population
von Antikörpern,
die gegen ein interessierendes Antigen gerichtet sind. Für einen
einzelnen Nagetier-Antikörper
können
deshalb Sequenzen, die einen Teil der Antigen-Bindungsstelle des
Antikörpers
umfassen, mit verschiedenen Repertoires von Sequenzen von menschlichen
Antikörpern
kombiniert werden, die, in Kombination, eine komplette Antigen-Bindungsstelle
erzeugen können.
-
Die
Antigen-Bindungsstellen, die durch dieses Verfahren erzeugt werden,
unterscheiden sich von jenen, die durch CDR-Aufpfropfung erzeugt
werden, darin, daß wahrscheinlich
nur der Teil einer Sequenz des ursprünglichen Nagetier-Antikörpers Kontakte
mit einem Antigen auf eine ähnliche
Weise herstellt. Die ausgewählten
menschlichen Sequenzen unterscheiden sich wahrscheinlich hinsichtlich
ihrer Sequenz und stellen alternative Kontakte mit dem Antigen zu
jenen der ursprünglichen
Bindungsstelle her. Die Einschränkungen
allerdings, die von ei nem Binden des Teils einer ursprünglichen
Sequenz an ein Antigen und den Formen des Antigens und seinen Antigen-Bindungsstellen
ausgehen, werden wahrscheinlich die neuen Kontakte der menschlichen
Sequenzen an dieselbe Region oder dasselbe Epitop des Antigens antreiben.
Dieser Prozeß ist deshalb
als "Epitop-geprägte Selektion" ("epitope imprinted
selection", EIS)
bezeichnet worden.
-
Beginnend
mit einem Antikörper
eines Tieres führt
ein Verfahren zu der Selektion von Antikörpern, die zum Teil menschliche
Antikörper
sind. Derartige Antikörper
können
hinsichtlich der Sequenz menschlichen Antikörpern ausreichend ähnlich sein,
um direkt oder nach Veränderung
einiger Schlüsselreste
zur Therapie verwendet zu werden. Sequenzunterschiede zwischen dem
Nagetier-Bestandteil des ausgewählten
Antikörpers und
menschlichen Sequenzen können
minimiert werden, indem jene Reste, die sich von den Resten der menschlichen
Sequenzen unterschieden, ersetzt werden, beispielsweise durch artspezifische
Mutagenese (site directed mutagenesis) einzelner Reste oder durch
CDR-Aufpfropfung von ganzen Schleifen. Allerdings können auch
Antikörper
mit vollständig
menschlichen Sequenzen erzeugt werden. EIS bietet deshalb ein Verfahren
zum Herstellen teilweise menschlicher oder vollständig menschlicher
Antikörper,
die an dasselbe Epitop wie Antikörper
eines Tieres bzw. teilweise menschliche Antikörper binden. Bei EIS können Repertoires
von Antikörperfragmenten
auf der Oberfläche
eines filamentösen
Phagen dargestellt, und die Gene, die Fragmente mit Antigen-bindenden
Aktivitäten
kodieren, durch Bindung des Phagen an das Antigen selektiert werden.
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Zusätzliche
Verfahren zum Humanisieren von Antikörpern, die im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung zur Verwendung berücksichtigt
werden, werden in den US-Patenten 5,750,078, 5,502,16, 5,705,15,
5,770,40, 5,698,41, 5,693,49, 5,558,86, 4,935,496 und 4,816,567
beschrieben.
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E8. Mutagenese durch PCR
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Die
ortspezifische Mutagenese (site directed mutagenesis) ist eine Technik,
die zur Herstellung individueller Antikörper durch spezifische Mutagenese
der zugrundeliegenden DNA nützlich
ist. Die Technik macht weiterhin eine gebrauchsfertige Möglichkeit
verfügbar,
um Sequenz-Varianten herzustellen und zu testen, wobei sie eine
oder mehrere der nachfolgenden Berücksichtigungen einbezieht,
ob humanisierend oder nicht, indem eine oder mehrere Nukleotid-Sequenzänderungen
in die DNA eingeführt
werden.
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Obwohl
viele Verfahren geeignet sind zur Verwendung bei der Mutagenese,
wird die Verwendung der Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain
reaction, PCRTM) jetzt im allgemeinen bevorzugt.
Diese Technologie bietet eine schnelle und effiziente Methode, gewünschte Mutationen
in eine vorgegebene DNA-Sequenz einzuführen. Der folgende Text beschreibt
insbesondere die Verwendung von PCRTM, um
Punktmutationen in eine Sequenz einzuführen, was verwendet werden
kann, um die Aminosäure,
die durch eine vorgegebene Sequenz kodiert wird, zu ändern. Adaptationen
dieses Verfahrens sind ebenfalls geeignet, um Restriktionsenzym-Schnittstellen
in ein DNA-Molekül
einzuführen.
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Bei
diesem Verfahren werden synthetische Oligonukleotide entworfen,
um eine Punktmutation an einem Ende eines amplifizierten Segments
einzubauen. Nach PCRTM werden die Enden
der amplifizierten Fragmente durch Behandlung mit Klenow-Fragmenten
stumpf gemacht (blunt-ended), und die stumpfen Fragmente werden
dann ligiert und in einen Vektor subkloniert, um eine Sequenzanalyse
zu erleichtern.
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Um
die Matrizen-DNA herzustellen, die man zu mutagenisieren wünscht, wird
die DNA in einen Sektor mit hoher Kopierzahl (high copy number vector),
wie etwas pUC19, subkloniert, wobei Restriktionsstellen, die den
zu mutierenden Bereich flankieren, verwendet werden. Matrizen-DNA
wird dann unter Verwendung eines "Plasmid-Miniprep" hergestellt. Passende Oligonukleotid-Primer,
die auf der elterlichen Sequenz beruhen, jedoch nicht die gewünschte Punktmutation
enthalten, und welche an dem 5'-Ende
durch eine Restriktionsenzym-Schnittstelle
flankiert werden, werden unter Verwendung eines Syntheseautomaten
synthetisiert. Im allgemeinen ist erforderlich, daß die Primer
zu ungefähr
15 Basen oder so der Matrizen-DNA homolog sind. Primer können durch
denaturierende Polyacrylamidgel-Elektrophorese
gereinigt werden, obwohl dies zur Verwendung bei der PCRTM nicht absolut notwendig ist. Das 5'-Ende der Oligonukleotide
sollte dann phosphoryliert werden.
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Die
Matrizen-DNA sollte durch PCRTM amplifiziert
werden, wobei die Oligonukleotid-Primer,
welche die gewünschten
Punktmutationen enthalten, verwendet werden. Die Konzentration von
MgCl2 in dem Amplifikationspuffer wird im
allgemeinen ungefähr
15 mM betragen wird. Im allgemeinen sollten ungefähr 20 bis
25 PCRTM-Zyklen wie folgt durchgeführt werden:
Denaturierung, 35 Sek. bei 95°C;
Hybridisierung, 2 Min. bei 50°C;
und Verlängerung,
2 Min. bei 72°C.
Die PCRTM wird im allgemeinen einen letzten
Verlängerungszyklus von
ungefähr
10 Min bei 72°C
einschließen.
Nach dem letzten Verlängerungsschritt
sollten ungefähr
5 Units Klenow-Fragmente der Reaktionsmischung zugesetzt und diese
für weitere
15 Min. bei ungefähr
30°C inkubiert
werden. Die Exonuclease-Aktivität
der Klenow-Fragmente
ist erforderlich, um die Enden stumpf und zum Klonieren der stumpfen
Enden geeignet zu machen.
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Die
resultierende Reaktionsmischung sollte im allgemeinen durch nicht-denaturierende
Agarosegel- oder Acrylamidgel-Elektrophorese analysiert werden,
um zu verifizieren, daß die
Amplifikation das vorausgesagte Produkt hervorgebracht hat. Man
würde dann
die Reaktionsmischung durch Entfernen des meisten Mineralöls, Extrahieren
mit Chloroform, um das verbliebene Öl zu entfernen, Extrahieren
mit gepuffertem Phenol und dann konzentrieren durch Präzipitation
mit 100% Ethanol aufarbeiten. Als nächstes sollte man ungefähr die Hälfte der
amplifizierten Fragmente mit einem Restriktionsenzym verdauen, das
an den flankierenden Sequenzen, die in den Oligonukleotiden verwendet
wurden, schneidet. Die verdauten Fragmente werden auf einem Gel
aus niedrigen Temperatur gelierender/schmelzender Agarose gereinigt.
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Um
die Fragmente zu subklonieren und die Punktmutation zu überprüfen, würde man
die beiden amplifizierten Fragmente in einen entsprechend verdauten
Vektor durch Ligation der stumpfen Enden subklonieren. Dies würde verwendet
werden, um E. coli zu transformieren, aus denen Plasmid-DNA anschließend unter Verwendung
eines "Minipreps" hergestellt werden
könnte.
Der amplifizierte Teil der Plasmid-DNA würde dann durch DNA-Sequenzanalyse
analysiert, um zu bestätigen,
daß die
richtige Punktmutation erzeugt wurde. Dies ist wichtig, da Taq-DNA-Polymerase
zusätzliche
Mutationen in DNA-Fragmente einführen
kann.
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Die
Einführung
einer Punktmutation kann auch unter Verwendung von aufeinander folgenden PCRTM-Schritten bewirkt werden. Bei diesem Verfahren
werden die beiden Fragmente, welche die Mutation beinhalten, einander
angelagert und durch beiderseitig geprimte Synthese verlängert. Dieses
Fragment wird dann durch einen zweiten PCRTM-Schritt
amplifiziert, wodurch die Ligation der stumpfen Enden, die in dem oben
beschriebenen Protokoll erforderlich ist, vermieden wird. Bei diesem
Verfahren werden die Präparation der
Matrizen-DNA, die Erzeugung der Oligonukleotid-Primer und die erste
PCRTM-Amplifikation wie oben beschrie ben
durchgeführt.
Bei dieser Vorgehensweise sollten die ausgewählten Oligonukleotide allerdings über eine
Strecke zwischen ungefähr
15 und ungefähr
20 Basen zu den Basen der Matrizen-DNA homolog sein und ungefähr 10 Basen
oder mehr müssen
auch einander überlappen.
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Bei
der zweiten PCRTM-Amplifikation würde man
jedes amplifizierte Fragment und jeden flankierenden Sequenz-Primer
verwenden und eine PCRTM mit zwischen ungefähr 20 und
ungefähr
25 Zyklen durchführen, wobei
die oben beschriebenen Bedingungen eingesetzt würden. Man würde wieder die Fragmente subklonieren
und unter Verwendung der oben erläuterten Schritte überprüfen, daß die Punktmutation
korrekt ist.
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Beim
Verwenden einer der oben beschriebenen Verfahren wird im allgemeinen
bevorzugt, die Mutation durch Amplifizieren eines Fragments das
so klein wie möglich
ist, einzuführen.
Selbstverständlich
sollten auch Parameter, wie etwa die Schmelztemperatur des Oligonukleotids,
die im allgemeinen durch den GC-Gehalt beeinflußt wird, und die Länge des
Oligonukleotids sorgfältig
berücksichtigt
werden. Die Durchführung
dieser Verfahren und deren Optimierung, falls notwendig, werden
denjenigen, die sich auf dem Fachgebiet auskennen, bekannt sein
und werden weiterhin in verschiedenen Publikationen, wie etwa Current
Protocols in Molecular Biology, 1995, beschrieben.
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Zum
Durchführen
einer ortspezifischen Mutagenese kann Tabelle A als eine Referenz
eingesetzt werden.
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E9. Rekombinate Expression
und Abgabe
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Angesichts
dessen, daß viele
Verfahren verfügbar
sind, um Antikörper
zu klonieren, können
anti-Aminophospholipid-Antikörper
durch Routineverfahren der rekombinanten Expression hergestellt
werden. Der Begriff „Expressionskonstrukt" soll jede Art von
genetischem Konstrukt mit einschließen, das eine Nukleinsäure enthält, die
für ein
Genprodukt kodiert, in dem ein Teil oder die gesamte kodierende
Nukleinsäuresequenz
transkribiert werden kann. Das Transkript wird im allgemeinen in
ein Protein translatiert. Deshalb wird hier beabsichtigt, daß schließt Expression
vorzugsweise sowohl eine Transkription eines anti-Aminophospholipid- Antikörper-Gens
oder einer -DNA als auch eine Translation der mRNA in ein anti-Aminophospholipid-Antikörper-Proteinprodukt
einschließt.
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Wenn
für die
Expression eines anti-Aminophospholipid-Antikörpers ersteinmal ein geeigneter
Klon oder geeignete Klone, entweder auf cDNA oder genomischer DNA
beruhend, erhalten worden ist/sind, kann man fortfahren, ein Expressionssystem
oder „Konstrukt" zur Produktion eines
rekombinanten Antikörpers
herzustellen. Das Konstruieren eines DNA-Segments oder von DNA-Segmenten
zur Expression in einem prokaryotischen oder eukaryotischen System
wird durch Techniken durchgeführt
werden, die demjenigen, die sich auf dem Gebiet der rekombinanten
Antikörperexpression
auskennen, allgemein bekannt sind (Sambrook et al., 1989). Damit
das Konstrukt die Expression eines anti-Aminophospholipid-Antikörper-Transkripts bewirkt,
wird das Polynukleotid, das den Antikörper kodiert, vorzugsweise
unter der transkriptionellen Kontrolle eines Promotors stehen, der
die Expression in der ausgewählten
Wirtszelle fördert.
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Rekombinant
hergestellte Antikörper
können
gereinigt und zur Verabreichung an den Menschen formuliert werden.
Alternativ können
Nukleinsäuren,
die anti-Aminophospholipid-Antikörper kodieren,
mittels Gentherapie abgegeben werden. Obwohl nackte rekombinante
DNA oder Plasmide eingesetzt werden könne, ist die Verwendung von
Liposomen oder Vektoren bevorzugt. Die Fähigkeit bestimmter Viren, mittels
Rezeptor-vermittelter Endozytose in Zellen einzudringen und sich
in das Wirtszellgenom zu integrieren und virale Gene stabil und
effizient zu exprimieren, haben sie zu attraktiven Kandidaten für den Transfer
fremder Gene in Säugetierzellen
gemacht. Bevorzugte Gentherapie-Vektoren zur Verwendung im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung werden im allgemeinen virale Vektoren
sein.
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Retroviren
sind vielversprechend als Vektoren zur Abgabe von Genen aufgrund
ihrer Fähigkeit,
ihre Gene in das Wirtsgenom zu integrieren, wobei eine große Menge
an fremdem genetischen Material transferiert, ein breites Spektrum
von Spezies und Zelltypen infiziert wird und in spezielle Zellinien
verpackt werden. Andere Viren, wie etwa Adenovirus, Herpes simplex-Viren
(HSV), Cytomegalo-Virus (CMV) und Adeno-assoziierter Virus (AAV),
wie etwa die, durch das US-Patent 5,139,941 beschrieben, können ebenfalls
konstruiert werden, um als Vektoren zum Gentransfer zu dienen.
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Obwohl
einige Viren, die fremdes genetisches Material akzeptieren können, im
Hinblick auf die Anzahl an Nukleotiden die sie aufnehmen können, und
in dem Bereich von Zellen, die sie infizieren beschränkt sind, ist
für diese
Viren gezeigt worden, daß sie
eine erfolgreiche Genexpression bewirken. Adenoviren allerdings integrieren
ihr genetisches Material nicht in das Wirtsgenom und benötigen deshalb
keine Wirtsreplikation zur Genexpression, was sie idealerweise,
zur raschen, effizienten, heterologen Genexpression geeignet macht. Techniken
zum Herstellen replikationsdefizienter infektiöser Viren sind im Stand der
Technik bestens bekannt.
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Bei
bestimmten weiteren Ausführungen
wird der Gentherapie-Vektor HSV sein. Ein Faktor, der HSV zu einem
attraktiven Vektor macht, ist die Größe und Organisation des Genoms.
Da HSV groß ist,
ist ein Einbauen einer Vielzahl von Genen oder Expressionskassetten
weniger problematisch als in anderen kleineren viralen Systemen.
Zusätzlich
macht die Verfügbarkeit
von verschiedenen viralen Kontrollsequenzen mit unterschiedlicher
Leistungsfähigkeit
(z.B. temporär,
Stärke)
es möglich,
die Expression in einem größeren Umfang als
in anderen Systemen zu steuern. Auch ist von Vorteil, daß das Virus
relativ wenig gesplicete Informationen aufweist, was genetische
Manipulationen weiter vereinfacht. HSV ist auch relativ einfach
zu manipulieren und kann mit hohen Titern angezogen werden.
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Natürlich wird
man unter Verwendung viraler Abgabesysteme wünschen, das Virion ausreichend
zu reinigen, um es im wesentlichen frei von unerwünschten
Kontaminationen, wie etwa defizienten interferierenden viralen Partikeln
oder Endotoxinen und anderen Pyrogenen, zu machen, derart, daß es keinerlei
unerwünschte
Reaktionen in der Zelle, dem Tier oder einer Versuchsperson, welches)
das Vektorkonstrukt erhält, verursacht.
Ein bevorzugtes Mittel zum Reinigen des Vektors umfaßt die Verwendung
von ansteigenden Dichtegradienten, wie etwa Cäsiumchlorid-Gradienten-Zentrifugation.
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E10. Antikörper-Fragmente
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Unabhängig von
der Quelle des ursprünglichen
anti-Aminophospholipid-Antikörpers
kann entweder der intakte Antikörper,
Antikörper-Multimere
oder jeder einer Vielzahl von funktionellen Antigen-bindenden Regionen
des Antikörpers
im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden.
Beispielhafte funktionelle Regionen schließen scFV-, Fv-, Fab'-, Fab- und F(ab')2-Fragmente
der anti-Aminophospholipid-Antikörper
ein. Techniken zum Herstellen solcher Konstrukte sind denjenigen,
die sich auf dem Gebiet auskennen, bestens bekannt und werden hier
weiter erläutert.
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Die
Wahl eines Antikörper-Konstrukts
kann durch verschiedene Faktoren beeinflußt werden Beispielsweise kann
eine verlängerte
Halbwertszeit aus der aktiven Readsorption intakter Antikörper innerhalb
der Niere, eine Eigenschaft des Fc-Stücks eines Immunglobulins, herrühren. Von
Antikörpern
auf der Grundlage von IgG wird deshalb erwartet, daß sie langsamer
aus dem Blut entfernt werden als ihre Fab'-Gegenspieler. Zusammensetzungen auf
der Grundlage des Fab'-Fragments
werden allerdings im allgemeinen eine bessere Fähigkeit zum Eindringen in Gewebe
zeigen.
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Fab-Fragmente
können
durch Proteolyse des ganzen Immunglobulins durch die nichtspezifische
Thiolprotease Papain erhalten werden. Papain muß zunächst durch Reduzieren der Sulphhydrilgruppe
im aktiven Zentrum mit Cystein, 2-Mercaptoethanol oder Dithiothreitol
aktiviert werden. Schwermetalle im Stamm-Enzym sollten durch Chelatierung
mit EDTA (2 mM) entfernt werden, um maximale Enzymaktivität sicherzustellen.
Enzym und Substrat werden normalerweise im Verhältnis von 1:100 (Gew./Gew.)
miteinander gemischt. Nach Inkubation kann die Reaktion durch irreversible
Alkylierung der Thiolgruppe mit Iodacetamid oder einfach durch Dialyse
abgestoppt werden. Die Vollständigkeit
des Verdaus sollte durch SDS-PAGE überwacht und die verschiedenen
Fraktionen durch Protein A-Sepharose oder Ionenaustausch-Chromatographie
getrennt werden.
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Das
gewöhnliche
Vorgehen zur Herstellung von F(ab')2-Fragmenten
von IgG menschlichen Ursprungs oder aus Kaninchen ist die limitierte
Proteolyse durch das Enzym Pepsin. Die Bedingungen, nämlich 100-facher
Antikörper-Überschuß (Gew./Gew.)
in Acetatpuffer bei pH 4,5, 37°C,
legen nahe, daß der
Antikörper
am C-terminalen Ende der Disulfidbindung zwischen schweren Ketten
gespalten wird. Verdauungsraten von Maus-IgG können je nach Subklasse variieren,
und es kann schwierig sein, hohe Ausbeuten von aktiven F(ab')2-Fragmenten
ohne etwas unverdautes oder komplett abgebautes IgG zu erhalten.
Insbesondere IgG2b is gegenüber einem
vollständigen
Abbau hoch anfällig.
Die anderen Subklassen erfordern verschiedene Inkubationsbedingungen,
um optimale Ergebnisse hervorzubringen, von denen alle im Stand
der Technik bekannt sind.
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Verdau
von Ratten-IgG durch Pepsin erfordert Bedingungen, einschließlich einer
Dialyse in 0,1 M Acetatpuffer, pH 4,5, und dann 4 Stunden Inkubation
mit 1% Gew./Gew. Pepsin. Der IgG1- und IgG2a-Verdau wird verbessert, wenn zunächst gegen
0,1 M Aminosäure-Puffer,
pH 2,8, bei 4°C
16 Stunden, gefolgt durch Essigsäure-Puffer
dialysiert wird. IgG 2b liefert einheitlichere
Ergebnisse bei einer Inkubation mit Stapylococcus V8-Protease (3%
Gew./Gew.) in 0,1 M Natriumphosphatpuffer, pH 7,8, für 4 Stunden
bei 37°C.
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Die
nachfolgenden Patente und Patentanmeldungen sind hier spezifisch
unter Bezugnahme zu Zwecken, die die Lehre der vorliegenden Erfindung
im Hinblick auf die Herstellung und Verwendung funktioneller, Antigen-bindender
Regionen von Antikörpern,
einschließlich
scFv-, Fv-, Fab'-,
Fab- und F(ab')2-Fragmenten der anti-Aminophospholipid-Antikörper zu
ergänzen:
US-Patente 5,855,866, 5,965,132, 6,004,555, 6,093,399 und 5,877,289.
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F. Pharmazeutische Zusammensetzungen
-
Die
meisten grundlegenden pharmazeutischen Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung werden im allgemeinen eine wirksame Menge von mindestens
einem ersten nackten anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Antigen-bindenden Fragment davon, gelöst oder dispergiert in einem
pharmazeutisch akzeptablen Träger
oder einem wäßrigen Medium,
umfassen. Kombinierte Therapeutika werden ebenfalls in Betracht gezogen
und derselbe Typ von zugrundeliegenden pharmazeutischen Zusammensetzungen
kann sowohl für einzelne
als auch kombinierte Medikamente eingesetzt werden.
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Die
Ausdrücke "pharmazeutisch oder
pharmokoligisch akzeptabel" bezeichnen
molekulare Einheiten und Zusammensetzungen, die keine nachteilige,
allergische oder anderweitig ungünstige
Reaktion hervorrufen, wenn sie einem Tier oder einem Menschen je
nachdem verabreicht werden. Wie hier verwendet schließt ein "pharmazeutisch akzeptabler
Träger" jedes und alle Lösungsmittel,
Dispersionsmedien, Beschichtungen, antibakterielle Mittel, Pilzbekämpfungsmittel,
isotonische und absorptionsverzögernde
Mittel und dergleichen ein. Die Verwendung derartiger Medien und
Mittel für
pharmazeutisch aktive Substanzen ist im Stand der Technik bestens
bekannt. Außer
insoweit, als jedes herkömmliche
Medium oder Mittel mit dem aktiven Inhaltsstoff inkompatibel ist,
wird seine Verwendung in den therapeutischen Zusammensetzungen in
Betracht gezogen. Zur Verabreichung an Menschen sollten Präparationen
die Standards von Sterilität,
Pyrogenität,
allgemeiner Sicherheit und Reinheit erfüllen, wie durch das FDA Office
of Biologics Standards gefordert wird. Ergänzende aktive Inhaltsstoffe
können
ebenfalls in die Zusammensetzungen aufgenommen werden.
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F1. Parenterale Formulierungen
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Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper
der vorliegenden Erfindung werden am häufigsten für die parenterale Verabreichung,
z.B. formuliert für
eine Injektion über
die intravenösen,
intramuskulären,
subkutanen, transdermalen oder anderen derartigen Wegen, formuliert
werden, einschließlich
peristaltischer Verabreichung und direkter Einflößung in einen Tumor oder an
einer Erkrankungsstelle (Intrakavität-Verabreichung). Die Präparation
einer wäßrigen Zusammensetzung,
die einen anti-Aminophospholipid-Antikörper als einen aktiven Inhaltsstoff
enthält,
wird denjenigen, die sich auf dem Gebiet auskennen, im Zusammenhang
mit der vorliegenden Offenbarung bekannt sein. Typischerweise können derartige
Zusammensetzungen als Injektionen, entweder als flüssige Lösungen oder
Suspensionen, hergestellt werden; fest Formen, die geeignet sind,
um zum Herstellen von Lösungen
oder Suspensionen nach der Zugabe einer Flüssigkeit vor einer Injektion
verwendet zu werden, können
ebenfalls hergestellt werden; und die Präparationen können auch
emulgiert werden.
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Die
pharmazeutischen Formen, die für
eine injizierbare Verwendung geeignet sind, schließen sterile wäßrige Lösungen oder
Dispersionen, Formulierungen, die Sesamöl, Erdnußöl oder wäßriges Propylenglykol enthalten,
und sterile Pulver für
die unvorbereitete Herstellung von sterilen injizierbaren Lösungen oder
Dispersionen ein. In allen Fällen
sollte die Form steril und zu ausreichend flüssig sein, damit eine Eignung
zur Verwendung in Spritzen vorliegt. Sie sollte unter den Bedingungen
der Herstellung und Lagerung stabil sein und sollte gegen die kontaminierende
Wirkung von Mikroorganismen, wie etwa Bakterien und Pilzen, konserviert sein.
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Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Zusammensetzungen
können
in einer sterilen wäßrigen Zusammensetzung
in einer neutralen oder in Form des Salzes formuliert sein. Lösungen der
anti-Aminophospholipid-Antikörper
als freie Base oder pharmakologisch akzeptables Salz können in
Wasser, geeigneterweise gemischt mit einem Detergenz, wie etwa Hydroxypropylzellulose,
hergestellt werden. Pharmazeutisch akzeptable Salze schließen die
Säure-Zugabesalze (gebildet
mit den freien Aminogruppen des Proteins) ein und jene, die mit
anorganischen Säuren,
wie etwa Salz- oder Phosphorsäuren,
oder solchen organischen Säuren,
wie Essig-, Trifluoressig-, Oxal-, Wein-, Mandelsäure und
derartigen, gebildet werden. Salze, die mit den freien Carboxygruppen
gebildet werden, können
auch von anorganischen Basen, wie etwa beispielsweise Natrium-, Kalium-,
Ammonium-, Kalzium- oder Eisenhydroxiden und solchen organischen
Basen, wie Isopropylamin, Trimethylamin, Histidin, Procain und derartigem,
abgeleitet sein.
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Geeignete
Träger
schließen
Lösungsmittel
und Dispersionsmedien, die beispielsweise Wasser, Ethanol, Polyol
(z.B. Glyzerin, Propylenglykol und flüssiges Polyethylenglykol und
derartiges), geeignete Mischungen davon und Pflanzenöle enthalten,
ein. In vielen Fällen
wird zu bevorzugen sein, isotonische Mittel einzuschließen, beispielsweise
Zucker oder Natriumchlorid. Die richtige Fluidität kann beispielsweise durch
Verwendung einer Beschichtung, wie etwa Lecithin beibehalten werden,
indem die erforderliche Partikelgröße im Fall einer Dispersion
und/oder durch die Anwendung von Detergenzien beibehalten wird.
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Unter
gewöhnlichen
Bedingungen von Lagerung und Verwendung sollten alle derartigen
Präparationen
ein Konservierungsmittel enthalten, um das Wachstum von Mikroorganismen
zu verhüten.
Die Verhütung der
Wirkung von Mikroorganismen kann durch verschiedene anit-bakterielle Mittel
und anti-Pilzmittel, z.B. Parabene, Chlorbutanol, Phenol, Sorbinsäure, Thimerosale
und derartiges, herbeigeführt
werden. Eine verlängerte
Absorption der injizierbaren Zusammensetzungen kann durch die Verwendung
von Mitteln in den Zusammensetzungen herbeigeführt werden, welche eine Absorption
verzögern,
beispielsweise Aluminiummonostearat und Gelatine.
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Vor
oder nach einer Formulierung sollten die anti-Aminophospholipid-Antikörper ausführlich dialysiert werden,
um ungewünschte
Moleküle
mit kleinem Molekulargewicht zu entfernen, und/oder lyophilisiert
werden, für
eine mehr gebrauchsfertige Formulierung in einem gewünschten
Lösungsmittel,
je nachdem. Sterile injizierbare Lösungen werden hergestellt,
indem die aktiven anti-Aminophospholipid-Antikörper in der erforderlichen Menge
in dem geeigneten Lösungsmittel
mit verschiedenen der anderen Inhaltsstoffe, die oben aufgelistet sind,
wie gewünscht,
aufgenommen werden, gefolgt von Sterilfiltration. Im allgemeinen
werden Dispersionen hergestellt, indem die verschiedenen sterilisierten
aktiven Inhaltsstoffe in einem sterilen Lösungsmittel aufgenommen werden,
welches das grundlegende Dispersioinsmedium und die erforderlichen
anderen Inhaltsstoffe der oben aufgelisteten enthält.
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Im
Fall von sterilen Pulvern zur Herstellung steriler injizierbarer
Lösungen
sind die bevorzugten Herstellungsverfahren Vakuumtrocknungs- und
Gefriertrockungstechniken, die ein Pulver des aktiven anti-Aminophospholipid-Antikörper-Inhaltsstoffs
plus jeden zusätzlichen
gewünschten
Inhaltsstoff aus einer zuvor steril filtrierten Lösung davon
liefern.
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Geeignete
pharmazeutische Zusammensetzungen im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung werden im allgemeinen eine Menge des anti-Aminophospholipid-Antikörpers, gemischt
mit einem akzeptablen pharmazeutischen Verdünnungsmittel oder Arzneiträger, wie
etwa einer sterilen wäßrigen Lösung, einschließen, um
einen Bereich von Endkonzentrationen zu ergeben, die von der beabsichtigten
Verwendung abhängen.
Die Herstellungstechniken sind im allgemeinen im Stand der Technik
bestens bekannt, wie durch Remington's Pharmaceutical Sciences, 16. Auflg.,
Mack Publishing Company, 1980, erläutert. Es sollte bewußt sein, daß eine Endotoxin-Kontamination
minimal bei einer sicheren Konzentration gehalten werden sollte,
beispielsweise weniger als 0,5 ng/mg Protein. Darüber hinaus
sollten Präparationen
zur Verabreichung an den Menschen die Standards von Sterilität, Pyrogenität, allgemeiner
Sicherheit und Reinheit erfüllen,
wie durch das FDA Office of Biological Standards gefordert.
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Nach
der Formulierung werden anti-Aminophospholipid-Antikörper-Lösungen in
einer Weise verabreicht werden, die mit der Dosierungsformulierung
kompatibel ist und in einer solchen Menge, wie sie therapeutisch
wirksam ist. Formulierungen werden leicht in einer Vielzahl von
Dosierungsformen verabreicht, wie etwa dem oben beschriebenen Typ
von injizierbaren Lösungen,
andere pharmazeutisch akzeptable Formen werden jedoch auch in Betracht
gezogen, z.B. Tabletten, Pillen, Kapseln oder andere Feststoffe
zur oralen Verabreichung, Zäpfchen,
Pessare, nasale Lösungen
oder Sprays, Aerosole, Inhalationsmittel, liposomale Formen und
derartiges. Pharmazeutische Kapseln oder Zusammensetzungen mit "langsamer Freisetzung" (slow release)können ebenfalls
verwendet werden. Formulierungen mit langsamer Freisetzung werden
im allgemeinen entworfen, um einen konstanten Wirkstoffspiegel über eine
ausgedehnte Zeitdauer zu ergeben und können verwendet werden, um anti-Aminophospholipid-Antikörper im
Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung abzugeben.
-
F2. Liposomen und Nanokapseln
-
Bei
bestimmten Ausführungen
können
auch Liposomen und/oder Nanopartikel mit den anti-Aminophospholipid-Antikörpern eingesetzt
werden. Die Bildung und Verwendung von Liposomen ist denjenigen,
die sich auf dem Gebiet auskennen, im allgemeinen bekannt, wie unten
zusammengefaßt.
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Liposomen
werden aus Phospholipiden gebildet, die in einem wäßrigen Medium
dispergiert werden und spontan multilamellare konzentrische Doppelschicht-Vesikel
(auch als multilamellare Vesikel, multilamellar vesicles MLVs bezeichnet)
bilden. MLVs weisen im allgemeinen Durchmesser von 25 nm bis 4 μm auf. Eine Ultraschallbehandlung
von MLVs führt
zur Bildung von kleinen unilamellaren Vesikeln (small unilamellar
vesicles, SUVs) mit Durchmessern im Bereich von 200 bis 500 Å, welche
in dem Kern eine wäßrige Lösung enthalten.
-
Phospholipide
können
eine Vielfalt von anderen Strukturen als Liposomen bilden, wenn
sie in Wasser dispergiert werden, was von dem molaren Verhältnis von
Lipid zu Wasser abhängt.
Bei niedrigen Verhältnissen ist
das Liposom die bevorzugte Struktur. Die physikalischen Charakteristika
von Liposomen hängen
ab vom pH-Wert, der Ionenstärke
und dem Vorhandensein divalenter Kationen. Liposomen können gegenüber ionischen
und polaren Substanzen eine niedrige Permeabilität zeigen, bei erhöhten Temperaturen
jedoch einem Übergang
in einen anderen Zustand unterliegen, welche ihre Permeabilität spürbar verändert. Diese
Phasenumwandlung umfaßt
eine Veränderung
von einer enggepackten, geordneten Struktur, bekannt als der Gelzustand,
in einer locker gepackte, weniger stark geordnete Struktur, bekannt
als der Fluidzustand. Dies tritt bei einer charakteristischen Phasenübergangstemperatur
auf und führt
zu einer Zunahme der Permeabilität
für Ionen,
Zucker und Wirkstoffe.
-
Liposomen
interagieren mit Zellen mittels vier verschiedener Mechanismen:
Endozytose durch phagozytische Zellen des retikuloendothelialen
Systems, wie etwa Makrophagen und Neutrophilen, Adsorption an die
Zelloberfläche,
entweder durch unspezifische schwache hydrophobe oder elektrostatische
Kräfte
oder durch spezifische Wechselwirkungen mit Zelloberflächenbestandteilen,
Fusion mit der Zellplasmamembran durch Insertion der Lipid-Doppelschicht des
Liposoms in die Plasmamembran, wobei gleichzeitig Inhalte der Liposomen
in das Zytoplasma freigesetzt werden, und durch Transfer liposomaler
Lipide zu zellulären
oder subzellulären
Membranen oder, vice versa, ohne jede Assoziation der Liposomenin halte.
Ein Variieren der Liposomenformulierung kann zeigen, welcher Mechanismus
zweckmäßig ist,
obwohl mehr als einer zur selben Zeit funktionieren kann.
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Nanokapseln
können
im allgemeinen Verbindungen in einer stabilen und reproduzierbaren
Weise einschließen.
Um Nebenwirkungen aufgrund intrazellulärer Polymer-Überladung
zu vermeiden, sollten solche utrafeinen Partikel (mit Größen von
ungefähr
0,1 μm)
unter Verwendung von Polymeren, welche die Eigenschaft aufweisen,
in vivo abgebaut zu werden, entworfen werden. Biodegradierbare Polyalkylcyanoacrylat-Nanopartikel,
welche diese Anforderungen erfüllen,
werden zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
in Betracht gezogen, und solche Partikel können leicht hergestellt werden.
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G. Therapeutische Kits
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Es
werden auch therapeutische Kits offenbart, die anti-Aminophospholipid-Antikörper zur
Verwendung bei den vorliegenden Behandlungsverfahren umfassen. Derartige
Kits werden im allgemeinen eine pharmazeutisch akzeptable Formulierung
von mindestens einem anti-Aminophospholipid-Antikörper in
einer geeigneten Behältervorrichtung
enthalten. Die Kits können
auch andere pharmazeutisch akzeptable Formulierungen enthalten,
entweder zur Diagnose/zur bildlichen Darstellung oder zur kombinierten
Therapie. Beispielsweise können
derartige Kits jedes oder mehrerer eines Bereichs chemotherapeutischer
oder radiotherapeutischer Wirkstoffe, anti-angiogener Mittel, anti-Tumorzell-Antikörper und/oder
anti-Tumorgefäß-, oder
anti-Tumorstroma-Immuntoxine oder Koaguliganden enthalten.
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Die
Kits können
einen einzelnen Behälter
(Behältervorrichtung)
aufweisen, der anti-Aminophospholipid-Antikörper mit
oder ohne jeden zusätzlichen
Bestandteil enthält,
oder sie können
unterschiedliche Behälter für jedes
gewünschte
Mittel aufweisen. Wenn kombinierte Therapeutika verfügbar gemacht
werden, kann eine einzelne Lösung
vorgemischt werden, entweder in einer molar äquivalenten Kombination oder
mit einem Bestandteil im Überschuß gegenüber dem
anderen. Alternativ kann jeder der anti-Aminophospholipid-Antikörper und
anderen anti-Krebs-Mittel-Bestandteile des Kits innerhalb verschiedener
Behälter
vor Verabreichung an einen Patienten aufbewahrt werden.
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Wenn
die Bestandteile des Kits in einer oder mehreren flüssigen Lösungen verfügbar gemacht
werden, ist die flüssige
Lösung
vorzugsweise eine wäßrige Lösung, wobei
eine sterile wäßri ge Lösung besonders bevorzugt
ist. Allerdings können
die Bestandteile des Kits als getrocknete(r) Pulver verfügbar gemacht
werden. Wenn Reagenzien oder Bestandteile als ein trockenes Pulver
verfügbar
gemacht werden, kann das Pulver durch Zugabe eines geeigneten Lösungsmittels
rekonstituiert werden. Es wird sich vorgestellt, daß das Lösungsmittel
ebenfalls in einem anderen Behälter
verfügbar
gemacht wird.
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Die
Behälter
des Kits werden im allgemeinen mindestens eine Phiole (ein Vial),
ein Reagenzglas, einen Kolben, eine Flasche, eine Spritze oder eine
andere Behältervorrichtung
einschließen,
in welche der anti-Aminophospholipid-Antikörper und jedes andere gewünschte Mittel
hineingetan und vorzugsweise geeignet aliquotiert werden kann. Wenn
getrennte Bestandteile eingeschlossen sind, wird das Kit im allgemeinen
auch eine zweite Phiole oder einen anderen Behälter, in welchen dieser getan
wird, enthalten, wodurch eine Verabreichung von getrennten entworfenen
Dosen ermöglicht
wird. Die Kits können
auch eine zweite/dritte Behältervorrichtung
zum Enthalten eines sterilen, pharmazeutisch akzeptablen Puffers
oder eines anderen Verdünnungsmittels
umfassen.
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Die
Kits können
auch Vorrichtungen enthalten, durch welche das der anti-Aminophospholipid-Antikörper an
ein Tier oder einen Patienten verabreicht wird, z.B. eine oder mehrere
Nadeln oder Spritzen oder sogar eine Augentropfenvorrichtung, Pipette
oder andere derartige Apparate, aus denen die Zusammensetzung in das
Tier in injiziert oder an einen erkrankten Bereich des Körpers verabreicht
werden kann. Die Kits der vorliegenden Erfindung werden auch typischerweise
eine Vorrichtung zum Aufnehmen der Phiolen oder derartiges und andere
Bestandteile, die im engen Zusammenhang mit kommerziellem Verkauf
stehen, enthalten, wie etwa z.B. Einspritz- oder blasgeformte Kunststoffbehälter, in
welche die gewünschten
Phiolen oder andere Apparate gestellt und darin gehalten werden.
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H. Tumorbehandlung
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Die
wichtigste Anwendung der vorliegenden Erfindung ist die Behandlung
vaskularisierter maligner Tumoren, wobei die Behandlung benigner
Tumore, wie etwa BPH, ebenfalls in Betracht gezogen wird. Die Erfindung
kann auch bei der Therapie anderer Erkrankungen und Störungen mit
pro-thrombotischen Blutgefäßen als
einem Bestandteil der Erkrankung angewendet werden. Derartige, mit
der Vaskulatur in Zusammenhang stehende Erkrankungen schließen eine
diabetische Retinopathie, Makuladegeneration, vaskuläre Restenose, ein schließlich einer
Restenose im Anschluß an
eine Angioplastie, arteriovenöse
Mißbildungen
(arteriovenous malformations, AVM), ein Meningiom, Hämangiom,
neovaskuläres
Glaukom und Psoriasis, und auch ein Angiofibrom, Arthritis, rheumatoide
Arthritis, atherosklerotische Plaques, korneale Transplantat-Neovaskularisierung,
hämophile
Gelenke, hypertrophe Narben, ein Osler-Weber-Syndrom, pyogene retrolentale
Granulomfibroplasie, Scleroderm, Trachom, vaskuläre Adhäsion, Synovitis, Dermatitis,
verschiedene andere entzündliche
Erkrankungen und Störungen
und sogar eine Endometriose ein.
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Die
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung
der Erfindung wird am stärksten
bevorzugt für
die Behandlung solider Tumoren genutzt. Solche Anwendungen können anti-Aminophospholipid-Antikörper allein oder
in Kombination mit chemotherapeutischen, radiotherapeutischen, Apoptose-,
anti-angiogenen Mitteln und/oder Immuntoxinen oder Koaguliganden
einsetzen. Die anti-Aminophospholipid-Antikörper-Verfahren, die durch diese
Erfindung verfügbar
gemacht werden, sind breit auf die Behandlung jedes malignen Tumors
mit einer vaskulären
Komponente anwendbar. Typische vaskularisierte Tumoren sind die
soliden Tumoren, insbesondere Karzinome, welche einen vaskulären Bestandteil
für die
Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen erfordern.
Beispielhafte solide Tumoren, die unter Verwendung der Erfindung
behandelt werden können, schließen Karzinome
von Lunge, Brust, Ovar, Magen, Pancreas, Larynx, Ösophagus,
Hoden, Leber, Parotis, Gallengang, Kolon, Rektum, Zervix, Uterus,
Endometrium, Niere, Blase, Prostata, Schilddrüse, Schwammzellkarzinome, Adenokarzinome,
kleinzellige Karzinome, Melanome, Gliome, Neuroblastome und derartiges
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein.
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Die
vorliegende Erfindung wird in Betracht gezogen zur Verwendung zur
Behandlung jedes Patienten, der sich mit einem soliden Tumor vorstellt.
Da jedoch diese Erfindung bei der Behandlung solider Tumoren von gemäßigtem oder
ausgedehntem Umfang besonders erfolgreich ist, werden Patienten
in diesen Kategorien wahrscheinlich mehr signifikante Vorteile von
einer Behandlung in Übereinstimmung
mit den hier verfügbar
gemachten Verfahren und Zusammensetzungen erfahren.
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Deshalb
kann die Erfindung allgemein verwendet werden, um Tumoren vom ungefähr 0,3 bis
0,5 cm und aufwärts
zu behandeln, obwohl eine bessere Verwendung der Erfindung ist,
Tumoren von einem Ausmaß größer als
0,5 cm zu behandeln. Aufgrund der Studien, die in annehmbaren Tiermodellen
bereits durchgeführt wurden,
wird angenommen, daß Patienten,
die sich mit Tumoren von einer Größe zwischen ungefähr 1,0 und ungefähr 2,0 cm
vorstellen, in der bevorzugten Behandlungsgruppe von Patienten für eine anti-Aminophospholipid-Antikörper-Therapie
sein werden, obwohl Tumoren bis zu und einschließlich den größten Tumoren, die
beim Menschen gefunden werden, ebenfalls behandelt werden können.
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Obwohl
die die vorliegende Erfindung nicht allgemein zur Verwendung bei
einer präventiven
oder prophylaktischen Behandlung beabsichtigt ist, ist eine Verwendung
der Erfindung sicher nicht auf die Behandlung von Patienten mit
Tumoren von nur mittelmäßigem oder
großem
Umfang beschränkt.
Es gibt viele Gründe,
die diesen Aspekt des Umfangs der Erfindung zugrunde liegen. Beispielsweise
kann ein Patient, der sich mit einem primären Tumor von mittlerer Größe oder
darüber
vorstellt, auch verschiedene andere metastasierende Tumoren aufweisen,
die als klein oder sogar in den früheren Stadien einer metastatischen
Tumorzellstreuung gelten. Angesichts dessen, daß die anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Kombinationen der Erfindung im allgemeinen in die systematische
Zirkulation eines Patienten verabreicht werden, werden sie natürlich Wirkungen
auf die sekundären,
kleineren und metastatischen Tumoren ausüben, obwohl dies nicht die
vorrangige Absicht der Behandlung sein muß. Weiterhin, sogar in Situationen,
in denen die Tumormasse als ein Ganzes ein einzelner kleiner Tumor
ist, werden bestimmte vorteilhafte anti-Tumor-Wirkungen aus der
Verwendung der vorliegenden anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung
resultieren.
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Die
Anleitung, die hier im Hinblick auf die am besten geeigneten Patienten
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung verfügbar gemacht
wird, ist als Lehre beabsichtigt, daß bestimmte Patientenprofile
bei der Auswahl von Patienten für
eine Behandlung durch die vorliegende Erfindung helfen können. Die
Vorauswahl bestimmter Patienten oder Kategorien von Patienten verneint
keinesfalls die grundsätzliche
Anwendbarkeit der vorliegenden Erfindung im Zusammenhang mit der
Behandlung aller Patienten mit einem vaskularisierten Tumor. Eine
weitere Überlegung
ist die Tatsache, daß der
Angriff auf den Tumor, der durch die anti-Aminophospholipid-Antikörpe-Therapie
der Erfindung verfügbar
gemacht wird, den Tumor gegenüber
weiterer therapeutischer Behandlung prädisponieren kann, derart, daß die anschließende Behandlung
zu einer umfassenden synergistischen Wirkung führt oder sogar zu einer totalen
Remission oder Heilung führt.
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Es
wird nicht angenommen, daß irgendein
besonderer Typ von Tumor von einer Behandlung unter Verwendung der
vorliegenden Erfindung ausgeschlossen werden sollte. Der Typ von Tumorzellen
kann jedoch für
die Verwendung der Erfindung in Kombination mit sekundären therapeutischen
Mitteln, insbesondere Chemotherapeutika und Anti-Tumorzell-Immuntoxinen, von
Bedeutung sein. Da die Wirkung der vorgelegten Therapie darin liegt,
die Tumorvaskulatur zu zerstören,
und da die Vaskulatur im wesentlichen oder vollkommen dieselbe in
allen soliden Tumoren ist, wird verstanden werden, daß die vorliegende
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Methodik
weithin oder vollständig
auf die Behandlung aller soliden Tumoren anwendbar ist, unabhängig von
dem besonderen Phenotyp oder Genotyp der Tumorzellen selbst. Die
hier vorgelegten Ergebnisse sind bestechend, da sie beeindruckende
Ergebnisse in einem Tumormodell zeigen, das einer Nekrose widersteht.
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Therapeutisch
wirksame Dosen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern sind leicht zu bestimmen,
indem Ergebnisse eines Tiermodells verwendet werden, wie in den
hier ausführlich
beschriebenen Studien gezeigt wird. Versuchstiere, die solide Tumoren
tragen, werden häufig
verwendet, um geeignete therapeutische Dosen vor dem Übertragen
auf eine klinische Umgebung zu optimieren. Von derartigen Modellen
ist bekannt, daß sie
sehr zuverlässig
im Vorhersagen wirksamer Anti-Krebs-Strategien sind. Beispielsweise
ist die Verwendung von soliden Tumoren tragenden Mäusen, wie
etwa in den Beispielen verwendet, in präklinischen Tests weit verbreitet.
Die Erfinder haben solche auf dem betreffenden Fachgebiet anerkannte
Mäusemodelle
verwendet, um Arbeitsbereiche von nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern zu
bestimmen, die vorteilhafte anti-Tumor-Wirkungen mit minimaler Toxizität ergeben.
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Wie
im Stand der Technik bekannt, gibt es realistische Richtwerte, die
als eine Anleitung in Verbindung mit einem präklinischen Austesten verwendet
werden können,
bevor man zur klinischen Behandlung übergeht. Aufgrund der Sicherheit
allerdings, die in anerkannten Modellen bereits demonstriert wurde,
wird ein präklinisches
Austesten der vorliegenden Erfindung eher Gegenstand einer Optimierung
sein, anstatt die Wirksamkeit zu bestätigen. Präklinische Tests können daher
eingesetzt werden, um die an meisten vorteilhaften anti-Aminophospholipid-Antikörper, Dosen
oder Kombinationen auszuwählen.
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Jede
anti-Aminophospholipid-Antikörper-Dosis
oder jedeskombinierte Medikament, das/die zu irgendeiner einheitlich
nachweisbaren Zerstörung
der Tumorvaskulatur, Thrombose und zu anti-Tumor-Wirkungen führt, wird
noch eine nützliche
Erfindung definieren. Destruktive, thrombotische und nekrotische
Wirkungen sollten bei zwischen ungefähr 10% und ungefähr 40% bis
50% der Tumorblutgefäße und Tumorgewebe beobachtet
werden, wobei bis zu zwischen ungefähr 50% und ungefähr 99% solcher
Wirkungen beobachtet werden. Die vorliegende Erfindung kann auch
gegen Gefäße stromabwärts von
dem Tumor wirksam sein, d.h. auf mindestens ein Subset der ableitenden
Gefäße abzielen,
insbesondere da Zytokine, die aus dem Tumor freigesetzt werden,
an diesen Gefäßen wirken
werden, wodurch deren antigenes Profil verändert wird.
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Es
soll ebenfalls verstanden werden, daß selbst unter solchen Umständen, unter
denen die anti-Tumor-Wirkungen der anti-Aminophospholipid-Antikörper-Dosis
oder einer kombinierten Therapie eher bei den niedrigen Werten dieses
Bereichs liegen, es sein kann, daß diese Therapie noch gleichwirkend
oder sogar wirksamer ist, als andere bekannte Therapien im Zusammenhang
mit den speziellen Tumorzielen. Unglücklicherweise ist für einen
Kliniker offensichtlich, daß bestimmte
Tumoren mittelfristig oder langfristig nicht wirksam behandelt werden
können,
was jedoch die Nützlichkeit
der vorliegenden Therapie nicht verneint, insbesondere wenn sie
mindestens ungefähr
so wirksam ist wie andere im allgemeinen vorgeschlagene Strategien.
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Beim
Entwerfen geeigneter Dosen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern oder
kombinierten Therapeutika zur Behandlung vaskularisierter Tumore
kann man leicht, von den hier beschriebenen Tierexperimenten ausgehend
extrapolieren, um zur klinischen Verabreichung geeigneten Dosen
zu gelangen. Um diese Umsetzung zu erreichen, würde man die Menge an Mittel,
die pro Einheit Masse des Versuchstiers verabreicht wurde, berücksichtigen,
und vorzugsweise die Unterschiede hinsichtlich der Körperoberfläche zwischen
dem Versuchstier und dem menschlichen Patienten berücksichtigen.
Alle derartigen Berechnungen sind denjenigen, die sich auf dem Gebiet
auskennen, bestens bekannt und Routine.
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Wenn
man beispielsweise die erfolgreichen Dosen von 20μg Antikörper/Maus
(Gesamtgewicht von ungefähr
20g) nimmt und Standardberechnungen auf der Grundlage von Masse
und Oberfläche
anwendet, würden
wirksame Dosen zur Verwendung bei menschlichen Patienten zwischen
ungefähr
1 mg und ungefähr 500
mg Antikörper
pro Patient und vorzugsweise zwischen ungefähr10 mg und ungefähr 100 mg
Antikörper pro
Patient betragen. Zusätzlich
zu allen variierbaren klinischen und therapeutischen Parametern
ist diese Abwandlung auch für
die vorliegenden Tumornekrose-Daten verantwortlich, die unter Verwendung
eines Tumor modells, das einer Nekrose widersteht, erzeugt worden
sind, und bei dem weniger Färbung
von Tumorgefäßen als
in anderen Modellen beobachtet wurde.
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Unter
Verwendung dieser Information ziehen die Erfinder dementsprechend
in Erwägung,
daß nutzbringend
niedrige Dosen von nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern zur
Verabreichung an Menschen ungefähr
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 15, 20, 25 oder ungefähr 30 mg
oder so pro Patient betragen werden, und daß nutzbringend hohe Dosen von
nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern zur
Verabreichung an Menschen ungefähr
250, 275, 300, 325, 350, 375, 400, 425, 450, 475 oder ungefähr 500 mg
oder so pro Patient betragen werden. Für nutzbringende mittlere Dosen
von nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern zur Verabreichung am
Menschen werden ungefähr
35, 40, 50, 60, 70, 80, 90, 100, 125, 150, 175, 200 oder ungefähr 225 mg
oder so pro Patient in Betracht gezogen. Jeder bestimmte Bereich
unter Verwendung einer jeden der zuvor aufgeführten exemplarischen Dosen
oder jeder Wert, der sich zwischen den besonders angegebenen Bereichen
befindet, wird in Betracht gezogen.
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Im
allgemeinen werden Dosierungsbereiche von zwischen ungefähr 5 bis
100 mg, ungefähr
10 bis 80 mg, ungefähr
20 bis 70 mg, ungefähr
25 bis 60 mg oder ungefähr
30 bis 50 mg oder so anti-Aminophospholipid-Antikörper pro
Patient bevorzugt sein. Ungeachtet dieser angegebenen Bereiche,
wird verstanden werden, daß angesichts
der hier dargestellten Parameter und detaillierten Anleitung weitere
Abwandlungen der aktiven oder optimalen Bereiche von der vorliegenden
Erfindung umfaßt
werden. Obwohl Dosen in und um ungefähr 5 oder 10 bis ungefähr 70, 80,
90 oder 100 mg pro Patient gegenwärtig bevorzugt werden, wird
verstanden werden, daß niedrigere
Dosen in Kombination mit anderen Mitteln geeigneter sein können, und
daß hohe
Dosen noch toleriert werden können,
insbesondere angesichts der erhöhten
Sicherheit der unkonjugierten anti-Aminophospholipid-Antikörper zur
Verwendung im Zusammenhang mit der Erfindung. Die Verwendung menschlicher
oder humanisierter nackter anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
Bindungsproteine macht die vorliegende Erfindung sogar sicherer
für eine
klinische Verwendung, wobei das Risiko von erheblicher Toxizität oder erheblichen
Nebenwirkungen in gesunden Geweben reduziert wird.
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Die
Absicht der Therapiepläne
unter Verwendung der vorliegenden Erfindung ist im allgemeinen,
signifikante Anti-Tumor-Wirkungen hervorzurufen, während die
Dosis noch unterhalb der Konzentrationen, die mit unannehmbar Toxizität einhergehen,
gehalten wird. Zusätzlich
zum Abwandeln der Dosis selbst kann der Verabreichungsplan auch
angepaßt
werden, um die Behandlungsstrategie zu optimieren. Eine gegenwärtig bevorzugte
Verabreichungsstrategie ist, zwischen ungefähr 1 bis 500 mg und vorzugsweise
zwischen ungefähr 10
bis 100 mg des anti-Aminophospholipid-Antikörpers oder einen therapeutischen
Cocktail, der solche enthält,
ungefähr
drei Mal innerhalb einer ungefähr
siebentägigen
Zeitdauer zu verabreichen. Beispielsweise würden Dosen ungefähr am Tag
1, Tag 3 oder 4 und Tag 6 oder 7 gegeben werden.
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Beim
Verabreichen der speziellen Dosen selbst würde man dem Patienten vorzugsweise
eine pharmazeutisch akzeptable Zusammensetzung (gemäß der FDA-Standards
von Sterilität,
Pyrogenität,
Reinheit und allgemeiner Sicherheit) systemisch verabreichen. Eine
intravenöse
Injektion wird allgemein bevorzugt, und das am stärksten bevorzugte
Verfahren ist, eine kontinuierliche Infusion über eine Zeitdauer von ungefähr 1 oder
2 Stunde oder so einzusetzen. Obwohl es nicht erforderlich ist,
derartige Parameter vor einer Behandlung unter Verwendung der vorliegenden
Erfindung zu bestimmen, sollte zur Kenntnis genommen werden, daß die hier
ausführlich
beschriebenen Studien mindestens zu etwas Thrombose führt, was
spezifisch in den Blutgefäßen eines
soliden Tumors innerhalb von ungefähr 12 bis 24 Stunden nach einer
Injektion beobachtet wird, und daß die Tumorzellen selbst beginnen,
innerhalb von 24 bis 72 Stunden abzusterben. Eine umfassende Tumornekrose
wird im allgemeinen während
der nächsten
ungefähr
48 bis 96 Stunden beobachtet, wobei bis zu und einschließlich mehr
als 60% Nekrose beobachtet wird.
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Natürlich werden
vor einer breiten Anwendung klinische Studien durchgeführt werden.
Die verschiedenen Elemente des Durchführens einer klinischen Studie,
einschließlich
Patientenbehandlung und -überwachung,
wird denjenigen, die sich auf dem Gebiet auskennen, im Zusammenhang
mit der vorliegenden Offenbarung bekannt sein. Die folgende Information
wird als eine allgemeine Anleitung zur Verwendung beim Etablieren
derartiger Studien dargestellt.
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Patienten,
die für
Studien zu einer ersten Behandlung mit einem anti-Aminophospholipid-Antikörper ausgewählt werden,
werden auf mindestens einen Durchgang einer konventionellen Therapie
keine Antwort gezeigt haben und werden eine objektiv meßbare Erkrankung
aufweisen, wie durch physikalische Untersuchung, Labortechniken
und/oder radiographische Verfahren bestimmt. Jede Chemotherapie
sollte mindestens zwei Wochen vor Eintritt in die Studie beendet
sein. Wenn monoklonale Maus-Antikörper oder Teile der Antikörper einge setzt
werden, sollte die Krankengeschichte der Patienten keine Allergie
gegen Mäuseimmunglobulin
aufweisen.
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Bestimmte
Vorteile werden bei der Verwendung eines zentralen venösen Dauerkateters
mit einem Dreiwegeharn gefunden werden. Die anti-Aminophospholipid-Antikörper sollten
filtriert, beispielsweise unter Verwendung eines 0,22 μ Filters,
und geeignet auf ein Endvolumen von 100 ml, etwa mit Kochsalzlösung, verdünnt werden.
Vor der Anwendung sollte die zu untersuchende Probe ebenfalls auf
eine ähnliche
Weise filtriert und ihre Konzentration vor und nach Filtration durch
Bestimmen der A280 abgeschätzt werden.
Die erwartete Wiederfindung sollte im Bereich von 87% bis 99% liegen,
und Korrekturen eines Proteinverlusts können dann einbezogen werden.
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Diese
anti-Aminophospholipid-Antikörper
können über eine
Zeitdauer von ungefähr
4 bis 24 Stunden verabreicht werden, wobei jeder Patient zwei bis
vier Infusionen in zwei- bis siebentägigen Intervallen erhält. Eine
Verabreichung kann auch durch eine Dauerinfusion über eine
Dauer von sieben Tagen durchgeführt
werden. Die Infusion, die bei jeder Dosis gegeben wird, sollte von
jeder beobachteten Toxizität
abhängen.
Wenn daher eine Grad II-Toxizität
nach irgendeiner einzelnen Infusion oder bei einer bestimmten Zeitdauer
im Fall einer Dauerinfusion erreicht wird, sollten weitere Dosen
zurückgehalten
oder die Dauerinfusion abgebrochen werden, bis die Toxizität verbessert
ist. Steigende Dosen von anti-Aminophospholipid-Antikörpern sollen an Gruppen von
Patienten verabreicht werden, bis ungefähr 60% der Patienten eine unannehmbare
Grad III- oder IV-Toxizität
in jeder Kategorie zeigen. Dosen, die 2/3 dieses Werts ausmachen,
werden als sichere Dosis definiert.
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Eine
physikalische Untersuchung, Tumormessungen und Labortests sollten
selbstverständlich
vor einer Behandlung und in Intervallen bis zu einem Monat später durchgeführt werden.
Labortests sollten ein vollständiges
Blutbild, Serumkreatinin, Kreatininkinase, Elektrolyte, Harnstoff,
Stickstoff, SGOT, Bilirubin, Albumin und Serumgesamtprotein einschließen. Serumproben,
die bis zu 60 Tagen nach der Behandlung gewonnen wurden, sollten
durch einen Radioimmuntest auf das Vorhandensein der verabreichten
anti-Aminophospholipid-Antikörper und
Antikörper
gegen jede Teile davon überprüft werden.
Immunologische Analysen von Seren unter Verwendung eines jeden Standardtests,
wie etwa beispielsweise einem ELISA oder RIA, werden ermöglichen,
die Pharmakokinetiken des therapeutischen anti-Aminophospholipid-Mittels und seine
Entfernung aus der Zirkulation zu überprüfen.
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Um
die anti-Tumor-Antworten zu bewerten, sollten die Patienten 48 Stunden
bis 1 Woche und wieder 30 Tage nach der letzten Infusion untersucht
werden. Wenn eine tastbare Erkrankung vorhanden war, sollten zwei
perpendikuläre
Durchmesser von allen Massen täglich
während
der Behandlung, innerhalb einer Woche nach Beendigung der Therapie
und nach 30 Tagen gemessen werden. Um eine nicht tastbare Erkrankung
zu messen, könnten
serielle CT-Scans
in 1-cm-Intervallen im gesamten Brustkorb, Abdomen und Becken 48 Stunden
bis 1 Woche und wieder nach 30 Tagen durchgeführt werden. Gewebeproben sollten
auch histologisch und/oder durch Durchflußzytometrie bewertet werden,
wobei Biopsien von den Erkrankungsstellen oder sogar Blut- oder
Flüssigkeitsproben
verwendet werden, wenn dies angebracht ist.
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Klinische
Antworten können
durch eine akzeptable Messung definiert werden. Beispielsweise kann eine
vollständige
Antwort durch das Verschwinden aller meßbaren Tumoren einen Monat
nach Behandlung definiert werden. Eine Teilantwort kann durch eine
50%-ige oder größere Reduktion
der Summe der Produkte der perpendikulären Durchmesser aller auswertbaren
Tumorknoten einen Monat nach der Behandlung, definiert werden, wobei
keine Stellen im Tumor eine Vergrößerung zeigen. Auf ähnliche
Weise kann eine gemischte Antwort durch eine Reduktion des Produkts
der perpendikulären
Durchmesser aller meßbaren
Läsionen
um 50% oder mehr einen Monat nach der Behandlung mit einer Progression
an einer oder mehreren Stellen definiert werden.
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Angesichts
von Ergebnissen aus klinischen Studien, wie etwa jenen, die oben
beschrieben wurden, kann sogar ein noch präziserer Behandlungsplan formuliert
werden. Selbst dann kann etwas Abwandlung bei der Dosierung in Abhängigkeit
vom Zustand der zu behandelnden Versuchsperson später notwendig
sein. Der Arzt, der für
die Verabreichung verantwortlich ist, wird angesichts der vorliegenden
Offenbarung in der Lage sein, die passende Dosis für die individuelle
Versuchsperson zu bestimmen. Eine derartige Optimierung und Einstellung
wird im Stand der Technik routinemäßig ausgeführt und spiegelt in keiner
Weise ein unangemessenes Ausmaß eines
Experimentierens wider.
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I. Tumordarstellung durch
bildgebende Verfahren
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Weiterhin
macht die vorliegende Erfindung kombinierte Tumorbehandlungs- und
bildgebende Verfahren verfügbar,
die auf anti-Aminophospholipid-bindenden Liganden beruhen. Anti-Aminophospholipid-bindende
Proteine oder Antikörper,
die mit einem oder mehreren nachweisbaren Mitteln verknüpft sind,
werden zur Verwendung bei bildlicher Vor-Darstellung (pre-imaging)
des Tumors vorgesehen, wobei ein zuverlässiges Bild vor der Behandlung
erzeugt wird, welches selbst auf die Aminophospholipid-Marker abzielt.
Zusätzlich
zu Antikörpern
wird die Verwendung von nachweisbar markierten Annexinen oder anderen
Aminophospholipid-bindenden Liganden in Betracht gezogen, wie in
der PCT-Offenlegungsschrift
WO-A-00/02587 offenbart und beansprucht.
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Die
anti-Aminophospholipid-bildgebenden Liganden oder Antikörper oder
Konjugate davon werden im allgemeinen einen anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
-bindenden Liganden, der funktionsfähig an eine nachweisbare Markierung
angehängt
oder damit konjugiert ist, umfassen. "Nachweisbare Markierungen" sind Verbindungen
oder Elemente, die aufgrund ihrer spezifischen funktionellen Eigenschaften
oder chemischen Charakteristika nachgewiesen werden können, wobei
deren Verwendung ermöglicht,
den Bestandteil, an den sie angehängt sind, nachzuweisen und
weiter zu quantifizieren, falls gewünscht. Vorzugsweise sind die
nachweisbaren Markierungen jene, die in vivo unter Verwendung nicht-invasiver
Verfahren nachweisbar sind.
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Antikörper und
Bindungsprotein-Konjugate zur Verwendung als diagnostisches Mittel
fallen im allgemeinen in zwei Klassen, jene zur Verwendung bei diagnostischen
in vitro-Verfahren, wie etwa bei einer Vielzahl von Immuntests,
und jene zur Verwendung diagnostischer Protokolle in vivo. Es sind
die bildgebenden in vivo-Verfahren, deren Verwendung im Zusammenhang
mit dieser Erfindung besonders beabsichtigt ist.
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Viele
passende bildgebende darstellbare Mittel sind im Stand der Technik
bekannt, ebenso wie die Verfahren für deren Anfügen an Antikörper und
bindende Liganden (siehe z.B. die US-Patente 5,021,236 und 4,472,509).
Bestimmte Verfahren zum Anfügen
umfassen die Verwendung eines Metallchelatkomplexes, wobei beispielsweise
ein organisches chelatierendes Mittel, wie etwa ein DTPA, angehängt an den
Antikörper, eingesetzt
wird (US-Patent 4,472,509). Monoklonale Antikörper können auch mit einem Enzym in
Gegenwart eines Kupplungsmittels, wie etwa Glutaraldehyd oder Perjodat,
zur Reaktion gebracht werden. Konjugate mit Fluorescein-Markern
werden in Gegenwart dieser Kupplungsmittel oder durch Reaktion mit
einem Isothiocyanat hergestellt.
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Ein
Beispiel für
nachweisbare Markierungen sind die paramagnetische Ionen. In diesem
Fall beinhalten geeignete Ionen Chrom (III), Mangan (II), Eisen
(III), Eisen (II), Kobalt (II), Nickel (II), Kupfer (II), Neodymium
(III), Samarium (III), Ytterbium (III), Gadolinium (III), Vanadium
(II), Terbium (III), Dysprosium (III), Holmium (III) und Erbium
(III), wobei Gadolinium besonders bevorzugt wird.
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Ionen,
die in anderen Zusammenhängen
nützlich
sind, wie etwa zur Röntgendarstellung,
schließen Lanthan
(III), Gold (III), Blei (II) und insbesondere Wismut (III) ein,
ohne darauf beschränkt
zu sein. Fluoreszenzmarkierungen schließen Rhodamin, Fluorescein,
und Renographin ein. Rhodamin und Fluorescein werden häufig über ein
Isothiocyanat-Zwischenprodukt
verknüpft.
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Im
Fall von radioaktiven Isotopen für
diagnostische Anwendungen schließen geeignete Beispiele 14Kohlenstoff 51Chrom, 36Chlor, 57Kobalt, 58Kobalt, 67Kupfer, 152Eu, 67Gallium, 3Wasserstoff, 123Jod, 125Jod, 131Jod, 111Indium, 59Eisen, 32Phosphor, 186Rhenium, 188Rhenium, 75Selen, 35Schwefel, 99mTechnetium
und 90Yttrium ein. 125I
wird häufig
zur Verwendung in bestimmten Ausführungen bevorzugt, und Technetium99m und Indium111 werden
häufig
aufgrund ihrer niedrigen Energie und Eignung für eine Breitbanddetektion bevorzugt.
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Radioaktiv
markierte anti-Aminophospholipid-Antikörper und bindende Liganden
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung können gemäß im Stand
der Technik bestens bekannter Verfahren produziert werden. Zum Beispiel
sind vermittelnde funktionelle Gruppen, die häufig verwendet werden, um radioisotope
Metallionen an Antikörper
zu binden, Diethylentriaminpentaessigsäure (diethylenetriaminepentaacetic
acid, DTPA) und Ethylendiamintetraessigsäure (ethylene diaminetetracetic
acid, EDTA).
-
Monoklonale
Antikörper
können
auch durch Kontakt mit Natrium- oder Kaliumjodid und einem chemisch
oxidierenden Mittel, wie etwa Natriumhypochlorit, oder einem enzymatisch
oxidierenden Mittel, wie etwa Lactoperoxidase, jodiert werden. Anti-Aminophospholipid-Antikörper gemäß der Erfindung
können
mit Technetium99m durch einen Liganden- Austausch-Prozeß markiert
werden, beispielsweise durch Reduzieren von Pertechnat mit Zinnlösung, Chelatieren
des reduzierten Technetiums an einer Sephadex-Säule und Aufgeben des Antikörpers auf
diese Säule,
oder durch direkte Markierungstechniken, z.B. durch Inkubieren von Pertechnat,
einem reduzierenden Agens, wie etwa SNCl2,
einer Pufferlösung,
wie etwa Natrium-Kalium-Phthalat-Lösung, und dem Antikörper.
-
Jede
der zuvor genannten Arten von nachweisbar markierten anti-Aminophospholipid-Antikörpern und Aminophospholipid-bindenden
Liganden können
unter den bilddarstellenden Aspekten der vorliegenden Erfindung
verwendet werden. Obwohl für
eine Verwendung zur kombinierten bildlichen Darstellung und Behandlung
von Tumoren früher
nicht vorgeschlagen, können
die nachweisbar markierten Annexine der US-Patente 5,627,036, WO
95/19791, WO 95/27903, WO 95/34315, WO 96/17618 und WO 98/04294
ebenfalls eingesetzt werden.
-
WO
95/27903 macht Annexine für
eine Verwendung zum Nachweisen apoptotischer Zellen verfügbar. Jedes
der Annexin-nachweisbaren Markermittel von WO 95/27903 kann hier
verwendet werden, obwohl es bekannt sein wird, daß bestimmte
von diesen für
in vitro-Anwendungen
besser geeignet sind. WO 95/27903 ist ebenfalls als eine Referenz
zu Zwecken des Verfügbarmachens
nachweisbarer Kits, die zu einer kombinierten Verwendung mit den
Therapeutika der vorliegenden Erfindung angepaßt werden können, aufgefunden worden.
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Jede
der Patentanmeldungen WO 95/19791, WO 95/34315, WO 96/17618 und
WO 98/04294, wurde ebenfalls aufgefunden zu Zwecken des weiteren
Beschreibens von radioaktiv markierten Annexin-Konjugaten zur bildlichen
Darstellung. Die Absicht jedes der zuvor genannten Dokumente ist,
radioaktiv markierte Annexine für
eine Anwendung zur bildlichen Darstellung vaskulärer Thrombosen, insbesondere
im Herzen oder in der Nähe,
wie etwa bei tiefer Venenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfakt,
Vorhofflimmern, Problemen mit prosthetischen kardiovaskulären Materialien,
Schlaganfall und derartigem, verfügbar zu machen. Diese radioaktiv
markierten Annexine wurden auch zur Anwendung bei einer Darstellung
aktivierter Plättchen
vorgeschlagen, d.h. unter Bedingungen, wie etwa Abszessen, Restenose,
Entzündung
von Gelenken, Blutgerinnseln in zerebralen Arterien etc.
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Das
US-Patent 5,627,036 betrifft allgemein auch "Annexine" (Annexin)-bindende Liganden zur Anwendung
beim Analysieren von Plättchen-Phosphatidylserin.
Im US-Patent 5,627,036 wird erklärt,
daß hämostatische
Störungen,
wie etwa arterielle, koronare und venöse Throm bosen, gewöhnlich idiopathisch
sind, was eine Vorhersage und Verhütung schwierig macht. Um derartige
hämostatische
Störungen
früher
zu erkennen, wird der Nachweis aktivierter Plättchen vorgeschlagen. Die nachweisbar
markierten Annexin-Zusammensetzungen werden deshalb offenbart, um
aktivierte Plättchen
bei hämostatischen
Störungen
nachzuweisen (US-Patent
5,627,036).
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Obwohl
sie einen breiten Bereich diagnostischer Anwendungen vorschlagen,
bezieht sich keine der Offenlegungsschriften WO 95/19791, WO 95/34315,
WO 96/17618 oder WO 98/04294 auf eine bildliche Darstellung der
Vaskulatur solider Tumoren. Auch das US-Patent 5,627,036 macht keine
derartigen Vorschläge. Nichtsdestotrotz
können
die offenbarten nachweisbaren und radioaktiv markierten Annexin-Zusammensetzungen
per se jetzt angesichts der hier offenbarten, überraschenden Entdeckungen
zum Vorteil in dieser Hinsicht angewendet werden.
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Insbesondere
das US-Patent 5,627,036 offenbart Annexine, die nachweisbar mit
Fluoresceinisothiocyanat, Radioisotopen von Halogenen, Technetium,
Blei, Quecksilber, Thallium oder Indium und paramagnetischen Kontrastmitteln
markiert sind.
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WO
95/19791 macht Konjugate von Annexin verfügbar, die an ein N2S2-Chelat gebunden sind, die durch Komplexieren
eines Radionukleids mit dem Chelat radioaktiv markiert werden. WO
95/34315 macht Annexin-Konjugate verfügbar, die einen oder mehrere
Galaktosereste mit dem N2S2-Chelat
umfassen. Von der Galaktosegruppe wird gesagt, daß sie die
rasche Eliminierung des radioaktiv markierten Konjugats aus der
Zirkulation erleichtert, wodurch ein Strahlenschäden an Nicht-Zielgeweben und
ein Hintergrund-"Rauschen" reduziert werden.
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WO
96/17618 wiederum macht Annexin-Konjugate verfügbar, die zur radioaktiven
Markierung von diagnostischen bildgebenden Mittel geeignet sind,
die ein Annexin mit einer Anhäufüng von Galaktoseresten
und einem N2S2-Chelat
umfassen. Von diesen wird berichtet, daß sie eine kürzere Halbwertszeit
in der Zirkulation und eine höhere
Bindungsaffinität
zu Zielstellen aufweisen als die zuvor genannten radioaktiv markierten
Annexin-Galactose-Konjugate.
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Noch
weitere radioaktiv markierte Annexin-Konjugate werden durch WO 98/04294
verfügbar
gemacht. Diese Konjugate umfassen ein Annexin, das modifiziert ist,
um eine zugängliche Sulphydrylgruppe
verfügbar zu
machen, die mit einer Hexosegruppe konjugiert ist, die durch einen
Rezeptor der Säugetierleber
erkannt wird. Multimere Annexin-Konjugate und chelatierende Verbindungen,
die über
Esterase-sensitive Bindungen konjugiert sind, werden ebenfalls verfügbar gemacht.
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Jede
der Offenlegungsschriften WO 95/19791, WO 95/34315, WO 96/17618
und WO 98/04294 sind aufgefunden worden zu Zwecken des Verfügbarmachens
von Annexin-Konjugat-Bestandteilen
zum radioaktiven Markieren, die einem Verpacken in sogenannten "kalten Kits" zugänglich sind,
d.h. worin die Bestandteile in separaten Phiolen verfügbar gemacht
werden. Das US-Patent 5,627,036 macht in ähnlicher Weise Kits verfügbar, die
einen Träger
umfassen, der kompartimentiert ist, um nachweisbar markierte Annexine
aufzunehmen, die zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung adaptiert werden.
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Obwohl
zur Anwendung bei diagnostischen in vitro-Verfahren geeignet, sind
die vorliegenden Aminophospholipid-Nachweisverfahren eher beabsichtigt,
ein Bild der Tumorvaskulatur eines Patienten vor Behandlung mit
therapeutisches-Mittel-zielgerichtetes-Mittel-Konstrukten zu erzeugen.
Die diagnostischen oder bildgebenden in vivo-Verfahren umfassen
im allgemeinen ein Verabreichen einer diagnostisch wirksamen Menge an
einem anti-Aminophospholipid-Antikörper oder
bindenden Liganden, der mit einem Marker konjugiert ist, der durch
nicht-invasive Verfahren nachweisbar ist, an einen Patienten. Dem
Antikörper- oder Bindungsligand-Marker-Konjugat
wird ausreichend Zeit gegeben, zu dem Aminophospholipid, das auf
der luminalen Oberfläche
der Tumorvaskulatur exprimiert ist, zu gelangen und zu binden. Der
Patient wird dann einer Detektionsvorrichtung ausgesetzt, um den
nachweisbaren Marker zu identifizieren, wodurch ein Bild der Tumorvaskulatur
erzeugt wird.
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Die
Magnet-Kernspin-Resonanzisotope, wie etwa Gadolinium, werden unter
Verwendung einer entsprechenden Darstellungsvorrichtung nachgewiesen,
und radioaktive Substanzen, wie etwa Technitium99m oder
Indium111, werden unter Verwendung einer
Gamma-Szintillationskamera
oder eines -Detektors nachgewiesen. Das US-Patent 5,627,036 ist
ebenfalls aufgefunden worden zu Zwecken des Verfügbarmachens von sogar einer
weiteren Anleitung im Hinblick auf die sichere und wirksame Einführung derartiger
markierter Konstrukte in das Blut einer Versuchsperson verfügbar und
Mitteln zum extrakorporalen Bestimmen der Verteilung des nachweisbar
markierten Annexins, z.B. unter Verwendung einer Gamma-Szintillationskamera
oder durch Magnetresonanzmessung.
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Dosierungen
für Ausführungen
einer bildlichen Darstellung sind im allgemeinen geringer als für die Therapie,
hängen
jedoch auch vom Alter und Gewicht des Patienten ab. Eine einmalige
Dosis von zwischen ungefähr
0,1, 0,5 oder ungefähr
1 mg und ungefähr
9 oder 10 mg, und stärker
bevorzugt von zwischen ungefähr
1 mg und ungefähr
5-10 mg anti-Aminophospholipid-Antikörper- oder
Aminophospholipid-Bindungsligand-Konjugat pro Patient wird als nutzbringend
erwogen. US-Patent 5,627,036 und WO 95/19791, sind ebenfalls im
Hinblick auf Dosen nachweisbar markierte Annexine aufschlußreich.
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J. Kombinationstherapien
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Die
Verfahren einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung unter Verwendung
von Mittel der vorliegenden Erfindung können mit anderen Methoden kombiniert
werden, die allgemein zur Behandlung des speziellen Tumors, der
speziellen Erkrankung oder Störung,
die der Patient zeigt, eingesetzt werden. Solange von einem speziellen
therapeutischen Ansatz nicht bekannt ist, daß er für die Beschwerden des Patienten selbst
schädlich
ist, und der anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung
nicht wesentlich entgegenwirkt, wird seine Kombination mit der vorliegenden
Erfindung in Betracht gezogen.
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Im
Zusammenhang mit einer Behandlung solider Tumoren kann die vorliegenden
Erfindung in Kombination mit klassischen Ansätzen, wie etwa Chirurgie, Radiotherapie,
Chemotherapie und derartigen verwendet werden. Die Erfindung macht
deshalb kombinierte Therapien verfügbar, bei denen anti-Aminophospholipid-Antikörper gleichzeitig
mit, vor oder nach Chirurgie oder Strahlenbehandlung verwendet werden,
oder an einen Patienten mit, vor oder nach konventionellen chemotherapeutischen,
radiotherapeutischen und anti-angiogenen Mitteln oder zielgerichteten
Immuntoxinen oder Koaguliganden verabreicht werden.
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Eine
Kombinationstherapie für
andere vaskuläre
Erkrankungen wird ebenfalls in Betracht gezogen. Ein spezielles
Beispiel davon ist die benigne Prostata-Hyperplasie (BPH), die mit
anti-Aminophospholipid-Antikörpern
in Kombination mit anderen Behandlungen, die gegenwärtig im
Stand der Technik durchgeführt
werden, behandelt werden kann. Beispielsweise Abzielen von Immuntoxinen
auf Marker, die innerhalb einer BPH lokalisiert sind, wie etwa PSA.
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Wenn
eines oder mehrere Mittel in Kombination mit der anti-Aminophospholipid-Antikörper-Therapie verwendet
werden, gibt es keine Notwendigkeit, daß für die kombinierten Ergebnisse
die Wirkungen, die beobachtet werden, wenn jede Behandlung separat
durchgeführt
wird, additiv sind. Obwohl mindestens additive Wirkungen im allgemeinen
wünschenswert
sind, wäre
jede anti-Tumor-Wirkung die gegenüber einer der Einzeltherapien
verbessert ist, von Vorteil. Auch gibt es kein besonderes Erfordernis,
das die kombinierte Behandlung synergistische Wirkungen zeigt, obwohl
dies sicherlich möglich
und vorteilhaft ist. Mittel zur Verwendung zum Erreichen potentiell
synergistischer Wirkungen besonders berücksichtigt werden, sind jene,
die das Tumorendothel verletzen oder dann eine Apoptose induzieren,
da eine derartige Verletzung oder Apoptose die gesamte therapeutische
Wirkung amplifizieren sollte.
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Um
eine kombinierte anti-Tumor-Therapie durchzuführen, würde man einfach an ein Tier
einen anti-Aminophospholipid-Antikörper in Kombination mit einem
anderen anti-Krebs-Mittel
auf eine Weise, die wirksam ist, um zu deren kombinierten anti-Tumor-Wirkungen
in dem Tier zu führen,
verabreichen. Die Mittel würden
deshalb in wirksamen Mengen und für Zeitspannen, die wirksam
sind, um zu ihrer kombinierten Anwesenheit in der Tumorvaskulatur
und ihren kombinierten Wirkungen in der Tumorumgebung zu führen. Um
dieses Ziel zu erreichen, können
die anti-Aminophospholipid-Antikörper
und anti-Krebs-Mittel dem Tier simultan verabreicht werden, entweder
in einer einzelnen Zusammensetzung oder als zwei verschiedene Zusammensetzungen
unter Verwendung verschiedener Verabreichungswege.
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Alternativ
kann anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung der anti-Krebs-Mittel-Behandlung durch
z.B. Intervalle, die von Minuten bis Wochen reichen, vorangehen
oder sich anschließen.
In bestimmten Ausführungen,
in denen das anti-Krebs-Mittel und der anti-Aminophospholipid-Antikörper separat
an das Tier verabreicht werden, würde man sicherstellen, daß eine wesentliche
Zeitdauer die Zeit zwischen jeder Abgabe nicht überschreitet, so daß die Zusammensetzung
von anti-Krebs-Mittel und anti-Aminophospholipid-Antikörper-Zusammensetzungen
noch in der Lage wäre,
eine vorteilhafte, kombinierte Wirkung auf den Tumor auszuüben. Bei
solchen Beispielen wird in Betracht gezogen, daß man den Tumor mit beiden
Mittel innerhalb von ungefähr
5 Minuten bis ungefähr
eine Woche gegenseitig und, stärker
bevorzugt, innerhalb von ungefähr
12 bis 72 Stunden gegenseitig in Kontakt bringt, wobei eine Verzögerungszeit
von nur ungefähr
12 bis 48 Stunden am stärksten
bevorzugt wird.
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Beispielhafte
anti-Krebs-Mittel, die vor dem anti-Aminophospholipid-Antikörper verabreicht
würden, sind
Mittel, welche die Expression von Aminophospholipiden innerhalb
der Tumorvaskulatur induzieren. Beispielsweise werden Mittel, die
eine lokale Kalziumproduktion stimulieren und/oder eine Apoptose
induzieren, im allgemeinen zu einer erhöhten PS-Expression führen, die dann unter Verwendung
eines nachfolgenden anti-PS-Antikörpers angezielt werden kann.
Anti-Aminophospholipid-Antikörper
würden
zunächst
in anderen Situationen verabreicht werden, um eine Tumorzerstörung zu
verursachen, gefolgt durch antiangiogene Therapien oder Therapien,
die auf ein Anzielen der nekrotischen Tumorzellen gerichtet sind.
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Die
allgemeine Verwendung von Kombinationen von Substanzen bei einer
Krebsbehandlung ist bestens bekannt. Beispielsweise offenbart US-Patent
5,710,134 Verbindungen, die eine Nekrose in Tumoren in Kombination
mit nicht-toxischen Substanzen oder "Pro-Wirkstoffen („prodrugs")" induzieren.
Die Enzyme, die durch nekrotische Prozesse freigesetzt werden, spalten
den nicht-toxischen "Pro-Wirkstoff" zu dem toxischen "Wirkstoff", welcher zum Tumorzelltod
führt.
Auch US-Patent 5,747,469 offenbart die kombinierte Verwendung viraler
Vektoren, die p53 kodieren und DNA-schädigende Mittel. Jeder solch ähnlicher
Ansätze
kann im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung verwendet werden.
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In
einigen Situationen kann es sogar wünschenswert sein, die Behandlungsdauer
erheblich zu verlängern,
wobei mehrere Tage (2, 3, 4, 5, 6 oder 7), mehrere Wochen (1, 2,
3, 4, 5, 6, 7 oder 8) oder sogar mehrere Monate (1, 2, 3, 4, 5,
6, 7 oder 8) zwischen den entsprechenden Verabreichungen vergehen.
Dies wäre
unter Umständen
vorteilhaft, in denen eine Behandlung beabsichtigt war, um den Tumor
wesentlich zu zerstören, wie
etwa die anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung,
und eine andere Behandlung beabsichtigt war, um eine Mikrometastase
oder ein Tumorwiederwachstum zu verhüten, wie etwa die Verabreichung
eines anti-angiogenen
Mittel. Von dem EN 7/44-Antikörper
von Hagemeier et al. (1986) wird nicht angenommen, daß er ein
wirksames anti-angiogenes Mittel ist, da ihm neben anderen Defiziten
eine Fähigkeit
zum Binden an ein zugängliches
Oberflächenantigen
fehlt.
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Es
wird auch in Betracht gezogen, daß es mehr als eine Verabreichung
von entweder dem anti-Aminophospholipid-Antikörper oder dem anti-Krebs-Mittel
angewendet werden wird. Die anti-Aminophospholipid-Antikörper und
anti-Krebs-Mittel können
austauschbar verabreicht werden an aufeinanderfolgenden Tagen oder
Wochen, oder eine Abfolge einer anti-Aminophospholipid-Antikörper-Behandlung
kann verabreicht werden, gefolgt durch eine Abfolge einer anti-Krebs-Mittel-Therapie.
Um in jedem Fall eine Tumorregression unter Verwendung einer kombinierten
Therapie zu erzielen, ist dies alles erforderlich, um beide Mittel
in einer kombinierten Menge zu verabreichen, die wirksam ist, um
eine anti-Tumor-Wirkung
auszuüben,
unabhängig
von den Verabreichungszeiten.
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Bezüglich der
Chirurgie kann jede chirurgische Intervention in Kombination mit
der vorliegenden Erfindung durchgeführt werden. In Verbindung mit
einer Radiotherapie wird jeder Mechanismus in Betracht gezogen,
um lokal eine DNA-Schädigung
in Tumorzellen zu induzieren, wie etwa γ-Bestrahlung, Röntgenstrahlung, UV-Bestrahlung,
Mikrowellen und sogar elektronische Emissionen und derartiges. Eine
direkte Abgabe von Radioisotopen an Tumorzellen wird ebenfalls in
Betracht gezogen, und dies kann in Verbindung mit einem zielgerichteten
Antikörper
oder anderen zielgerichteten Mitteln verwendet werden.
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Die
Zytokin-Therapie hat sich ebenfalls als ein wirksamer Partner für kombinierte
Therapiepläne
erwiesen. Verschiedene Zytokine können in derartigen kombinierten
Ansätzen
eingesetzt werden. Beispiele von Zytokinen beinhalten IL-1α IL-1β, IL-2, IL-3,
IL-4, IL-5, IL-6, IL-7, IL-8, IL-9, IL-10, IL-11, IL-12, IL-13,
TGF-β, GM-CSF,
M-CSF, G-CSF, TNFα,
TNFβ, LAF,
TCGF, BCGF, TRF, BAF, BDG, MP, LIF, OSM, TMF, PDGF, IFN-α, IFN-β, IFN-γ. Zytokine
werden gemäß Standardplänen verabreicht,
die mit klinischen Indikationen vereinbar sind, wie etwa der Zustand
des Patienten und eine relative Toxizität des Zytokins. Uteroglobine
können
ebenfalls verwendet werden, um Metastasen zu verhüten oder
zu hemmen (US-Patent 5,696,092).
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J1. Chemotherapeutika
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In
bestimmten Ausführungen
können
die anti-Aminophospholipid-Antikörper
der vorliegenden Erfindung in Kombination mit einem chemotherapeutischen
Mittel verabreicht werden. Chemotherapeutische Wirkstoffe können proliferierende
Tumorzellen abtöten,
indem sie die nekrotischen Bereiche, die durch die Gesamtbehandlung
erzeugt werden, vergrößern. Die Wirkstoffe
können
demnach die thrombotische Wirkung der anti-Aminophospholipid-Antikörper verstärken.
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Durch
Induzieren der Bildung von Thromben in Tumorgefäßen können die anti-Aminophospholipid-Antikörper die
Wirkung der Chemotherapeutika durch Zurückhalten oder Einschließen der
Wirkstoffe in dem Tumor verstärken.
Die Chemotherapeutika werden deshalb in dem Tumor zurückgehalten,
weil der Rest des Wirkstoffs aus dem Körper entfernt wird. Tumorzellen
sind deshalb einer höheren
Konzentration von Wirkstoff für
eine längere
Zeitdauer ausgesetzt. Dieses Einschließen von einem Wirkstoff in
dem Tumor macht es möglich,
die Dosis an Wirkstoff zu reduzieren, was die Behandlung ebenso
sicherer wie wirksamer macht.
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Unabhängig von
dem/den zugrunde liegenden Mechanismus/Mechanismen, kann eine Vielfalt
von chemotherapeutischen Mitteln bei den hier offenbarten kombinierten
Behandlungsverfahren verwendet werden. Chemotherapeutische Mittel,
die als beispielhaft in Betracht gezogen werden, beinhalten z.B.
Tamoxifen, Taxol, Vincristin, Vinblastin, etoposid (VP-16), Adriamyzin,
5-Fluoruracil (5FU), Camptothecin, Actinomycin-D, Mitomycin C, Cisplatin
(CDDP); Combretastatin(e) und Derivate und "Pro-Wirkstoffe" davon.
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Wie
von denjenigen, der sich auf dem Fachgebiet auskennt, verstanden
werden wird, werden die geeigneten Dosen von chemotherapeutischen
Mittel im allgemeinen um jene herum liegen, die in klinischen Therapien,
bei denen die Chemotherapeutika allein oder in Kombination mit anderen
Chemotherapeutika verabreicht werden, bereits eingesetzt werden.
Nur anhand eines Beispiels können
Mittel, wie etwa Cisplatin und andere DNA-Alkylanzien verwendet
werden. Cisplatin ist weit verbreitet verwendet worden, um Krebs
zu behandeln, wobei wirksame Dosen, die bei klinischen Anwendungen
verwendet werden, 20 mg/m2 für 5 Tage jede
dritte Woche für
insgesamt drei Durchgänge
betragen. Cisplatin wird oral nicht absorbiert und muß deshalb
mittels Injektion intravenös,
subkutan, intratumoral oder intraperitoneal abgegeben werden.
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Weitere
nützliche
Mittel schließen
Verbindungen ein, die mit der DNA-Replikation, der Mitose und der Chromosomentrennung
und/oder Tubulinaktivität
interferieren. Solche chemotherapeutische Verbindungen schließen Adriamycin,
auch als Doxorubicin bekannt, Etoposid, Verapamil, Podophyllotoxin(e),
Combretastin(e) und derartiges ein. In einem weit verbreite ten klinischen
Ansatz, der für
die Behandlung von Neoplasmen verwendet wird, werden diese Verbindungen
durch Bolus-Injektionen intravenös
in Dosen im Bereich von 25-75 mg/m2 in Intervallen
von 21 Tagen für
Adriamycin bis 35-50 mg/m2 für Etoposid
intravenös
oder mit der doppelten intravenösen
Dosis oral verabreicht.
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Mittel,
welche die Synthese und Genauigkeit von Polynukleotid-Vorläufermolekülen stören, können ebenfalls
verwendet werden. Besonders nützlich
sind Mittel, die umfangreiche Tests durchgemacht haben, und die
leicht erhältlich
sind. Als solche werden Mittel, wie etwa 5-Fluoruracil (5-FU) vorzugsweise durch
neoplastisches Gewebe verwendet, was dieses Mittel zum Anzielen
auf neoplastische Zellen besonders nützlich macht. Obwohl ziemlich
toxisch, ist 5-FU in einem breiten Bereich von Trägem, einschließlich topischen,
anwendbar, wobei allerdings eine intravenöse Verabreichung mit Dosen
im Bereich von 3 bis 15 mg/kg/Tag allgemein verwendet wird.
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Beispielhafte
chemotherapeutische Mittel, die in Verbindung mit einer kombinierten
Therapie nützlich sind,
sind in Tabelle B aufgeführt.
Jedes der dort aufgeführten
Mittel ist beispielhaft und in keiner Weise beschränkend. Fachleute
werden an "Remington's Pharmaceutical
Sciences", 15. Auflg.,
Kapitel 33, insbesondere S. 624-652 verwiesen. Einige Abwandlungen
der Dosierung werden notwendigerweise auftreten, was von dem Zustand
der zu behandelnden Versuchsperson/des Patienten abhängt. Der
für die
Verabreichung verantwortliche Arzt wird in der Lage sein, die passende
Dosis für
die individuelle Versuchsperson/den Patienten zu bestimmen.
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TABELLE
B Bei
einer neoplastischen Erkrankung nützliche chemotherapeutische
Mittel
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J2. Anti-angiogene Mittel
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Die
Bezeichnung "Angiogenese" betrifft die Bildung
neuer Blutgefäße, im allgemeinen
in einem Gewebe oder Organ. Unter normalen physiologischen Bedingungen
unterliegen Menschen oder Tiere einer Angiogenese nur in sehr spezifischen
beschränkten
Situationen. Beispielsweise wird eine Angiogenese normalerweise
bei Wundheilung, bei der Entwicklung von Fötus und Embryo und bei der
Bildung des Corpus luteum, des Endometriums und der Plazenta. Unkontrollierte
(persistierende und/oder unregulierte) Angiogenese steht mit verschiedenen
Erkrankungszuständen
im Zusammenhang und tritt während
des Tumorwachstums und der Metastase auf.
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Sowohl
von kontrollierter als auch unkontrollierter Angiogenese wird angenommen,
daß sie
auf eine ähnliche
Weise verlaufen. Endothelzellen und Perizyten, umgeben von einer
Basalmembran, bilden kapilläre Blutgefäße. Die
Angiogenese beginnt mit der Erosion der Basalmembran durch Enzyme,
die durch Endothelzellen und Leukozyten freigesetzt werden. Die
Endothelzellen, welche das Lumen von Blutgefäßen auskleiden, strecken sich
dann durch die Basalmembran. Angiogene Stimulanzien veranlassen
die Endothelzellen, durch die erodierte Basalmembran zu wandern.
Die wandernden Zellen bilden eine "Knospe" weg von dem elterlichen Blutgefäß, wobei
die Endothelzellen eine Mitose durchmachen und proliferieren. Die
endothelialen Knospen verschmelzen miteinander, um kapilläre Schleifen
zu bilden, wordurch das neue Blutgefäß geschaffen wird.
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Da
eine persistierende, unregulierte Angiogenese während der Tumorentwicklung
und Metastase auftritt, können
die Behandlungsverfahren dieser Erfindung in Kombination mit jeder
oder mehreren "anti-angiogenen"-Therapien verwendet
werden. Beispielhafte anti-angiogene Mittel, die in Verbindung mit
einer kombinierten Therapie nützlich
sind, sind in Tabelle C aufgeführt.
Jedes der dort aufgelisteten Mittel ist beispielhaft und keinesfalls
beschränkend.
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TABELLE
C Inhibitoren
und negative Regulatoren der Angiogenese
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Ein
bestimmter bevorzugter Bestandteil zur Verwendung beim Hemmen einer
Angiogenese ist ein Protein, das "Angiostatin" genannt wird. Dieser Bestandteil wird
in den US-Patenten 5,776,704, 5,639,725 und 5,733,876 offenbart.
Angiostatin ist ein Protein mit einem Molekulargewicht zwischen
ungefähr
38 kD und ungefähr
45 kD, bestimmt durch reduzierende Polyacrylamidgel-Elektrophorese,
das annähernd
die Kringle-Regionen 1 bis 4 eines Plasminogen-Moleküls enthält. Angiostatin
weist allgemein eine Aminosäuresequenz
auf, die im wesentlichen der eines Fragments von Plasminogens der
Maus ähnlich
ist, beginnend bei Aminosäure Nr.
98 eines intakten Maus-Plasminogen-Moleküls.
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Die
Aminosäuresequenz
von Angiostatin variiert leicht zwischen den Arten. Beispielsweise
ist die Aminosäuresequenz
in menschlichem Angiostatin der Sequenz des oben beschriebenen Maus-Plasminogen-Fragments
im wesentlichen ähnlich,
obwohl eine aktive menschliche Angiostatinsequenz entweder bei Aminosäure Nr.
97 oder 99 einer intakten menschlichen Plasminogen-Aminosäuresequenz
beginnen kann. Weiter kann menschliches Plasminogen verwendet werden,
daß es ähnliche
anti-angiogene Aktivität
aufweist, wie in einem Mäusetumormodell
gezeigt.
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Für bestimmte
anti-angiogenen Therapien ist bereits gezeigt worden, daß sie Tumorregressionen
verursachen, und Angiostatin ist ein derartiges Mittel. Endostatin,
ein 20 kDa COOH-terminales
Fragment von Kollagen XVIII, das bakterielle Polysaccharid CM101
und der Antikörper
LM609 haben ebenfalls angiostatische Aktivität. In Anbetracht von deren
anderen Eigenschaften allerdings werden sie als anti-vaskuläre Therapie oder
Tumorgefäßtoxine
bezeichnet, da sie nicht nur eine Angiogenese hemmen, sondern auch
die Zerstörung der
Tumorgefäße durch
zumeist undefinierte Mechanismen auslösen. Deren Kombination mit
der vorliegenden Erfindung wird eindeutig in Betracht gezogen.
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Angiostatin
und Endostatin sind in den Mittelpunkt intensiver Studien gerückt, da
sie die ersten Angiogenese-Inhibitoren sind, welche die Fähigkeit
gezeigt haben, nicht nur Tumorwachstum zu hemmen, sondern auch Tumorregressionen
bei Mäusen
zu verursachen. Es gibt eine Vielzahl von Proteasen, von denen gezeigt wurde,
daß sie
Angiostatin aus Plasminogen, einschließlich Elastase, Makrophagen-Metalloelastase
(MME), Matrilysin (MMP-7) und 92 kDa Gelatinase B/Typ IV-Kollagenase
(MMP-9) herstellen.
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MME
kann Angiostatin aus Plasminogen in Tumoren herstellen, und Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender
Faktor (granulocyte-macrophage colony-stimulating factor, GM-CSF)
aufreguliert die Expression von MME durch Makrophagen, wodurch die
Produktion von Angiostatin induziert wird. Die Rolle von MME bei
der Angiostatin-Bildung wird durch den Befund unterstützt, daß MME tatsächlich in
klinischen Proben von hepatozellulären Karzinomen von Patienten
exprimieren wird. Eine andere Protease, von der angenommen wird,
daß sie
in der Lage ist, Angiostatin zu produzieren, ist Stromelysin-1 (MMP-3). Für MMP-3
ist gezeigt worden, daß sie
Angiostatin-ähnliche
Fragmente aus Plasminogen in vitro produziert.
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Der
Wirkungsmechanismus von Angiostatin ist gegenwärtig unklar, es wird hypothetisiert,
daß es
an einen nicht-identifizierten Zelloberflächenrezeptor auf Endothelzellen
bindet, wodurch die Endothelzellen veranlaßt werden, in den programmierten
Zelltod oder einen Mitose-Arrest
einzutreten. Endostatin scheint sogar ein wirkungsvolleres anti-Angiogenese-
und anti-Tumor-Mittel
zu sein, obwohl seine Biologie viel weniger klar ist. Endostatin
ist wirksam im Verursachen von Regressionen bei einer Reihe von
Tumormodellen bei Mäusen. Die
Tumoren entwickeln keine Resistenz gegenüber Endostatin, und nach einer
Vielzahl von Behandlungszyklen treten die Tumoren in einen Ruhezustand
ein, während
dem sie nicht an Volumen zunehmen. In diesem Ruhezustand war der
Prozentsatz von Tumorzellen, die eine Apoptose durchmachen, erhöht, was
eine Population ergab, die im wesentlichen die gleiche Größe beibehielt.
Von Endostatin wird auch angenommen, daß es an einen unidentifizierten
Endothelzelloberflächenrezeptor
bindet, der dessen Wirkung vermittelt.
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CM
101 ist ein bakterielles Polysaccharid, das gut charakterisiert
worden ist hinsichtlich seiner Fähigkeit,
eine neovaskuläre
Entzündung
in Tumoren zu induzieren. CM101 bindet an Rezeptoren, die auf ent-differenziertem
Endothel exprimiert sind und quervernetzt diese, was die Aktivierung
des Komplementsystems stimuliert. Es löst auch eine Zytokin-getriebene
Entzündungsantwort
aus, die selektiv auf den Tumor abzielt. Es ist ein einzigartiges
anti-pathoangiogenes
Mittel, das die Expression von VEGF und seinen Rezeptoren abreguliert.
CM101 ist gegenwärtig
in klinischen Studien als ein anti-Krebs-Wirkstoff und kann hier
in Kombination verwendet werden.
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Thrombospondin
(TSP-1) und Plättchenfaktor
4 (PF4) können
ebenfalls in Verbindung mit der vorliegenden Erfindung verwendet
werden. Diese sind beides Angiogenese-Inhibitoren, die mit Heparin
assoziieren und werden in den α-Granula
von Plättchen
gefunden werden. TSP-1 ist ein großes 450 kDa Multi-Domain-Glykoprotein,
das Bestandteil der extrazellulären
Matrix ist. TSP-1 bindet an viele der Proteoglycanmoleküle, die
in der extrazellulären
Matrix gefunden werden, einschließlich HSPGs, Fibronektin, Laminin
und verschiedene Typen von Kollagen. TSP-1 hemmt die Endothelzell-Migration
und -Proliferation in vitro und eine Angiogenese in vivo. TSP-1
kann auch den malignen Phänotyp
und die Tumorgenese transformierter Endothelzellen supprimieren.
Von dem Tumorsuppressorgen p53 ist gezeigt worden, daß es die
Expression von TSP-1 direkt reguliert, derart, daß ein Verlust
an p53-Aktivität eine dramatische
Reduktion der TSP-1-Produktion und eine damit einhergehende Zunahme
der durch einen Tumor ausgelösten
Angiogenese verursacht.
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PF4
ist ein Protein mit 70 Aminosäuren,
das ein Mitglied der CXC ELR-Familie von Chemokinen ist, das in
der Lage ist, die Endothelzell-Proliferation in vitro und eine Angiogenese
in vivo wirksam zu hemmen. Intratumoral verabreichtes oder durch
einen adenoviralen Vektor abgegebenes PF4 ist in der Lage, eine
Hemmung des Tumorwachstums zu verursachen.
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Interferone
und Metalloproteinase-Inhibitoren sind zwei andere Klassen von natürlicherweise
vorkommenden angiogenen Inhibitoren, die mit der vorliegenden Erfindung
kombiniert werden können.
Die anti-endotheliale Aktivität
des Interferons ist seit den frühen
80er Jahren bekannt, der Hemmungsmechanismus ist allerdings noch
unklar. Bekannt ist, daß sie
eine Endothelzell-Migration hemmen können und daß sie einige anti-angiogene
Aktivität
in vivo aufweisen, die möglicherweise
durch eine Fähigkeit,
die Produktion anginogener Promotoren durch Tumorzellen zu hemmen,
vermittelt wird. Vaskuläre
Tumoren sind besonders empfindlich gegenüber Interferon, beispielsweise
können
proliferierende Hämangiome
erfolgreich mit IFNα behandelt
werden.
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Gewebeinhibitoren
von Metalloproteinasen (tissue inhibitors of metalloproteinases,
TIMPs) sind eine Familie von natürlicherweise
vorkommenden Inhibitoren von Matrix-Metalloproteasen (MMPs), die auch eine Angiogenese
hemmen können
und die in kombinierten Behandlungsprotokollen im Zusammenhang mit
der vorliegenden Erfindung verwendet werden können. MMPs spielen eine Schlüsselrolle
in dem Angiogeneseprozeß,
da sie die Matrix, durch welche Endothelzellen und Fibroplasten
wandern, wenn sich das vaskuläre
Netzwerk ausdehnt oder erneuert, abbauen. Tatsächlich wurde von einem Mitglied
der MMPs, MMP-2, gezeigt, daß es
mit aktiviertem Endothel durch das Integrin αvβ3 wahrscheinlich zu diesem Zweck
assoziiert. Wenn diese Interaktion durch ein Fragment von MMP-2
gestört
wird, dann wird die Angiogenese abreguliert und bei Tumoren wird
das Wachstum gehemmt.
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Es
gibt eine Reihe pharmakologischer Mittel, welche die Angiogenese
hemmen, jedes oder mehrere davon können in Kombination mit der
vorliegenden Erfindung verwendet werden. Diese schließen AGM-1470/TNP-470,
Thalidomid und Carboxyamidotriazol (CAI) ein. Fumagillin erwies
sich 1990 als ein wirksamer Inhibitor der Angiogenese und seitdem
sind die synthetischen Analoga von Fumagillin AGM-1470 und TNP-470
entwickelt worden. Diese beiden Wirkstoffe hemmen eine Endothelzell-Proliferation
in vitro und eine Angiogenese in vivo. TNP-470 ist in klinischen
Studien am Menschen umfassend untersucht worden, wobei Ergebnisse
nahelegen, daß eine
langfristige Verabreichung optimal ist.
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Thalidomid
wurde ursprünglich
als ein Sedativ verwendet, erwies sich jedoch als ein wirksames
Teratogen und seine Verwendung wurde eingestellt. 1994 wurde festgestellt,
daß Thalidomid
ein Angiogeneseinhibitor ist. Thalidomid ist gegenwärtig in
klinischen Studien als ein Anti-Krebs-Mittel ebenso wie zu einer
Behandlung vaskulärer
Augenerkrankungen.
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CAI
ist ein niedrig-molekularer synthetischer Inhibitor der Angiogenese,
der als ein Kalziumkanal-Blocker wirkt, der die Actin-Reorganisation,
Endothelzell-Migration und Ausbreitung von Kollagen IV verhütet. CAI hemmt
eine Neovaskularisierung bei physiologisch erreichbaren Konzentrationen
und wird oral von Krebspatienten gut vertragen. Klinische Studien
mit CAI haben bei 49% von Krebspatienten, die vor der Behandlung eine
fortgeschrittene Erkrankung hatten, eine Krankheitsstabilisierung
ergeben.
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Für Cortison
in Gegenwart von Heparin oder Heparin-Fragmenten wurde gezeigt,
daß es
das Tumorwachstum in Mäusen
durch Unterbinden der Endothelzell-Proliferation hemmt. Der Mechanismus,
der an der additiven Hemmwirkung des Steroids und Heparin beteiligt
ist, ist unklar, obwohl angenommen wird, daß das Heparin die Aufnahme
des Steroids durch Endothelzellen erhöhen könnte. Für das Gemisch wurde gezeigt, daß es die
Auflösung
der Basalmembran unterhalb von neu gebildeten Kapillaren steigert,
und dies ist auch eine mögliche
Erklärung
für die
additive angiostatische Wirkung. Heparin-Cortisol-Konjugate weisen
ebenfalls wirksame angiostatische und anti-Tumor-Aktivität in vivo
auf.
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Weitere
spezifische Angiogenese-Inhibitoren, einschließlich, ohne darauf beschränkt zu sein,
anti-invasiver Faktor, Retinolsäuren
und Paclitaxel (US-Patent 5,716,981), AGM-1470 (Ingber et al., 1990),
Haifischknorpelextrakt (US-Patent 5,618,925), anionische Polyamid-
oder Polyharnstoffoligomere (US-Patent 5,593,664), Oxindolderivate
(US-Patent, 5,576,330), Östradiolderivate
(US-Patent 5,504,074), und Thiazolopyrimidinderivate (US-Patent
5,599,813) werden ebenfalls zur Verwendung als anti-angiogene Zusammensetzungen
für die
kombinierten Therapeutika der vorliegenden Erfindung in Betracht
gezogen.
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Zusammensetzungen,
die einen Antagonisten eines αvβ3-Integrins umfassen, können ebenfalls verwendet werden,
um eine Angiogenese in Kombination mit der vorliegenden Erfindung
zu hemmen. Wie in dem US-Patent 5,766,591 offenbart, sind RGD-enthaltende
Polypeptide und Salze davon, einschließlich zyklischer Polypeptide,
geeignete Beispiele von αvβ3-Integrin-Antagonisten.
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Der
Antikörper
LM609 gegen das αvβ3-Integrin induziert ebenfalls Tumorregressionen.
Integrin αvβ3-Antagonisten, wie etwa LM609, induzieren
eine Apoptose angiogener Endothelzellen, wobei sie die ruhenden
Blutgefäße unbeeinflußt lassen.
LM609 oder andere αvβ3-Antagonisten
können
auch durch eine Hemmung der Interaktion von αvβ3 und
MMP-2, einem proteolytischen Enzym, von dem angenommen wird, daß es eine
wichtige Rolle bei der Migration von Endothelzellen und Fibroblasten
spielt, wirken.
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Eine
Apoptose des angiogenen Endothels kann in diesem Fall eine Kaskadenwirkung
auf den Rest des vaskulären
Netzwerks ausüben.
Eine Hemmung des Tumorvaskulatur-Netzwerks, auf ein Signal des Tumors,
zu expandieren, vollständig
zu antworten, löst
tatsächlich
den teilweisen oder vollständigen
Zusammenbruch des Netzwerks aus, was zum Tumorzelltot und einem
Verlust an Tumorvolumen führt.
Es ist möglich, daß Endostatin
und Angiostatin auf ähnliche
Weise funktionieren. Die Tatsache, daß LM609 ruhende Gefäße nicht
beeinflußt,
jedoch in der Lage ist, Tumorregressionen zu verursachen, legt stark
nahe, daß nicht
alle Blutgefäße in einem
Tumor zur Behandlung angezielt werden müssen, um eine anti-Tumor-Wirkung zu erhalten.
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Zielgerichtete
und nicht-zielgerichtete Angiopoetine, vorzugsweise Angiopoetin-2,
können
ebenfalls in Kombination mit der vorliegenden Erfindung verwendet
werden (siehe Diskussion unten in Bezug auf zielgerichtete Angiopoetine).
Angiopoetin-2 (SEQ ID NO:3 und SEQ ID NO:4) ist ein Ligand für Tie2 und
wirkt im allgemeinen einer Reifung/Stabilität von Blutgefäßen, die
durch Angiopoetin-1 vermittelt wird, entgegen. Deshalb ist Angiopoetin-2
ein Antagonist von Angiopoetin-1 und wirkt störend auf die Kapillarstruktur.
In Abwesenheit anderer angiogener Signale (wie etwa VEGF) veranlaßt Angiopoetin-2
die Gefäße zu destabilisieren
und unreif zu werden (Holash et al., 1999). Ein Verfügbarmachen
von zielgerichtetem oder nicht-zielgerichteten Angiopoetin-2 in
Verbindung mit den Verfahren der vorliegenden Erfindung wird deshalb
in Betracht gezogen, insbesondere bei Tumoren mit niedrigen VGF-Spiegeln und/oder
in Kombination mit einer VEGF-Hemmung. Eine Manipulation von Angiopoetin-1
und zwei neuen Angiopoetinen, Angiopoetin-2 (Maus) und Angiopoetin-4 (Mensch),
können
ebenfalls in Verbindung mit dieser Erfindung verwendet werden.
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Andere
Verfahren einer therapeutischen Intervention, die auf einer Änderung
der Signalübertragung durch
den Tie2-Rezeptor beruhen, können
ebenfalls hier in Kombination verwendet werden, wie etwa die Verwendung
eines löslichen
Tie2-Rezeptors, der in der Lage ist, eine Tie2-Aktivierung zu blockieren
(Lin et al., 1998). Die Abgabe eines solchen Konstrukts unter Verwendung
einer rekombinanten Adenovirus-Gentherapie hat sich als wirksam
beim Behandeln von Krebs und Vermindern von Metastasen erwiesen
(Lin et al., 1998).
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J3. Apoptose-induzierende
Mittel
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Eine
therapeutisches-Mittel-zielgerichtetes-Mittel-Behandlung kann auch
mit Behandlungsverfahren kombiniert werden, die eine Apoptose in
jeden Zellen innerhalb des Tumors induzieren, einschließlich Tumorzellen
und Endothelzellen der Tumorvaskulatur. Obwohl viele Anti-Krebs-Mittel
als Teil ihres Wirkungsmechanismus eine Apoptose-induzierende Wirkung
haben, sind bestimmte Mittel mit diesem als einem primären Mechanismus
entdeckt, entworfen oder ausgewählt
worden, wie unten beschrieben.
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Eine
Reihe von Onkogenen sind beschrieben worden, die eine Apoptose oder
einen programmierten Zelltod hemmen. Beispielhafte Onkogene in dieser
Kategorie beinhalten, ohne darauf beschränkt zu sein, bcr-abl, bcl-2
(verschieden von bcl-1, Cyklin D1; GenBank-Zugang-Nr. M14745, X06487; US-Patente 5,650,491
und 5,539,094) und Familienmitglieder, einschließlich Bcl-x1, Mcl-1, Bak, A1,
A20. Eine Überexpression
von bcl-2 wurde zunächst
in T-Zell-Lymphomen entdeckt. bcl-2 fungiert als ein Onkogen durch
Binden und Inaktivieren von Bax, einem Protein im Apoptoseweg. Eine
Hemmung der bcl-2-Funktion verhütet
eine Inaktivierung von Bax, und ermöglicht, das Apoptosegeschehen
fortzusetzen. Folglich wird eine Hemmung dieser Klasse von Onkogenen,
z.B. unter Verwendung von Antisense-Nukleotidsequenzen, zur Verwendung im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung unter Aspekten, bei denen eine Steigerung
der Apoptose erwünscht
ist, in Betracht gezogen (US-Patente 5,650,491; 5,539,094 und 5,583,034).
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Von
vielen Krebsarten gibt es Berichte über Mutationen in Tumorsuppressorgenen,
wie etwa p53. Eine Inaktivierung von p53 führt zu einer Unfähigkeit,
Apoptose zu fördern.
Mit dieser Unfähigkeit
schreiten Krebszellen in der Tumorgenese fort, anstatt für den Zelltod
vorgesehen zu werden. Folglich ist auch ein Verfügbarmachen von Tumorsuppressoren
zur Verwendung im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, um
den Zelltod zu stimulieren, ebenfalls vorgesehen. Beispielhafte
Tumorsuppressoren schließen
ein, ohne darauf beschränkt
zu sein, p53, Retinoblastom-Gen (Rb), Wilm's Tumor (WT1), bas alpha, Interleukin-1b-konvertierendes Enzym
und Familie, MEN-1-Gen, Neurofibromatose Typ 1 (NF1), cdk-Inhibitor p16, Kolorektalkrebs-Gen (DCC),
familiäres
adenomatöse-Polypose-Gen
(FAP), multiples Tumorsuppressor-Gen (MTS-1), BRCA1 und BRCA2.
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Zur
Verwendung bevorzugt sind die Gene von p53 (US-Patente 5,747,469,
5,677,178 und 5,756,455), Retinoblastom, BRAC1 (US-Patente 5,750,400,
5,654,155, 5,710,001, 5,756,294, 5,709,999, 5,693,473, 5,753,441,
5,622,829 und 5,747,282), MEN-1 (GenBank-Zugangs-Nr. U93236) und
Adenovirus E1A (US-Patent 5,776,743).
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Andere
Zusammensetzungen, die verwendet werden können, schließen Gene
ein, die den, mit dem Tumornekrosefaktor verwandten Apoptose-induzierenden
Liganden, genannt TRAIL (tumor necrosis factor related apoptosis
inducing ligand), und das TRAIL-Polypeptid kodieren (US-Patent 5,763,223),
die 24 kD Apoptose-assoziierte Protease aus dem US-Patent 5,605,826,
den Fas-assoziierten Faktor 1, FAF1 (US-Patent 5,750,653) kodieren.
Ebenfalls zur Verwendung unter diesen Aspekten der vorliegenden
Erfindung wird das Verfügbarmachen
des Interleukin-1β-konvertierenden
Enzyms und Familienmitgliedern in Betracht gezogen, von denen ebenfalls
berichtet wurde, daß sie
eine Apoptose stimulieren.
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Verbindungen
wie etwa Carbostyril-Derivate (US-Patente 5,672,603 und 5,464,833);
verzweigte apogene Peptide (US-Patent 5,591,717); Phosphotyrosin-Inhibitoren
und nicht-hydrolysierbare
Phosphotyrosin-Analoga (US-Patente 5,565,491 und 5,693,627), Angonisten von
RXR-Retinoid-Rezeptoren (US-Patent 5,399,586) und sogar Antioxidanzien
(US-Patent 5,571,523) können
ebenfalls verwendet werden. Tyrosinkinase-Inhibitoren, wie etwa
Genistein, können
ebenfalls mit Liganden verknüpft
werden, die auf eine Zelloberflächenrezeptor
gerichtet sind (US-Patent 5,587,459).
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J4. Immuntoxine und Koaguliganden
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Die
Behandlungsverfahren der Erfindung mit nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern können im Kombination
mit Immuntoxinen (ITs) und/oder Koaguliganden verwendet werden,
bei denen der zielgerichtete Anteil, z.B. Antikörper oder Ligand, auf einen
relativ spezifischen Marker der Tumorzellen, Tumorvaskulatur oder
des Tumorstromas gerichtet ist. Gemeinsam mit den oben diskutierten
chemotherapeutischen anti-angiogenen Mittel wird die Verwendung
eines anti-Aminophospholipid-Antikörpers in Kombination mit einem
zielgerichteten Toxin oder Koagulanz im allgemeinen zu den verschiedenen
Mitteln führen,
die gegen verschiedene Ziele innerhalb der Tumoren gerichtet sind.
Dies sollte zu additiven, deutlich größer als additiven oder sogar synergistischen
Anti-Tumor-Ergebnissen führen.
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Allgemein
gesagt, Antikörper
oder Liganden zur Verwendung unter diesen zusätzlichen Aspekten werden vorzugsweise
zugängliche
Tumorantigene erkennen, die vorzugsweise oder spezifisch an der
Tumorstelle exprimiert werden. Die Antikörper oder Liganden werden auch
vorzugsweise Eigenschaften von hoher Affinität zeigen, und die Antikörper, Liganden
oder Konjugate davon werden in vivo keine signifikanten Nebenwirkungen
gegen lebenserhaltende normale Gewebe, wie etwa eines oder mehrere
Gewebe, ausgewählt
aus Herz, Niere, Hirn, Leber, Knochenmark, Kolon, Brust, Prostata,
Schilddrüse,
Gallenblase, Lunge, Nebennieren, Muskel, Nervenfasern, Pankreas,
Haut oder einem anderen lebenserhaltenden Organ oder Gewebe des
menschlichen Körpers
ausüben.
Der Begriff "erhebliche
Nebenwirkungen",
wie hier verwendet, bezieht sich auf einen Antikörper, Liganden oder ein Antikörper-Konjugat,
das, wenn es in vivo verabreicht wird, nur vernachlässigbare
oder klinisch bewältigbare
Nebenwirkungen produziert, wie etwa jene, die normalerweise während einer Chemotherapie
angetroffen werden.
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Mindestens
eine Bindungsregion dieser sekundären Anti-Krebs-Mittel, die
in Kombination mit dem anti-Aminophospholipid-Antikörpern der
Erfindung eingesetzt werden, wird ein Bestandteil sein, der in der
Lage ist, ein Toxin oder einen Gerinnungsfaktor an die Tumorregion abzugeben,
d.h. in der Lage ist, sich innerhalb einer Tumorstelle anzureichern.
Derartige zielgerichtete Mittel können gegen einen Bestandteil
einer Tumorzelle, Tumorvaskulatur oder eines Tumorstromas gerichtet
sein. Die zielgerichteten Mittel werden im allgemeinen an einen
oberflächenexpremierten,
oberflächenzugänglichen
oder oberflächenlokalisierten
Bestandteil einer Tumorzelle, Tumorvaskulatur oder eines Tumorstromas
binden. Nachdem allerdings die Tumorvaskulatur- und Tumorzell-Zerstörung beginnt,
werden interne Bestandteile freigesetzt werden, was zusätzliches
Abzielen auf praktisch jeden Tumorbestandteil erlaubt.
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Viele
Tumorzell-Antigene sind beschrieben worden, von denen jedes als
ein Ziel in Verbindung unter den kombinierten Aspekten der vorliegenden
Erfindung eingesetzt werden könnte.
Passende Tumorzell-Antigene für
zusätzliches
Immuntoxin- und Koaguligand-Anzielen, schließen jene ein, die durch die
Antikörper
B3 (US-Patent 5,242,813; ATCC HB 10573); KSI/4 (US-Patent 4,975,369;
erhalten aus einer Zelle, welche die Vektoren NRRL B-18356 und/oder
NRRL B 18357 umfaßt);
260F9 (ATTC HB 8488) und D612 (US-Patent 5,183,756; ATCC HB 9796)
erkannt werden. Man kann auch den ATCC-Katalog eines jeden aufeinanderfolgenden
Jahres zu Rate ziehen, um andere geeignete Zellinien, die Antitumorzell-Antikörper produzieren,
identifizieren.
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Um
Tumorvaskulatur anzuzielen wird der Zielantikörper oder -Ligand häufig an
einen Marker gebunden, der durch die Blutgefäße im Inneren eines vaskularisierten
Tumors exponiert, daran adsorbiert, darauf induziert oder anderweitig
dort angereichert wird. Passende expremierte Zielmoleküle schließen beispielsweise
Endoglin, E-Selektin, P-Selektin, VCAM-1, ICAM-1, PSMA (Liu et al.,
1997), ein TIE, einen Liganden, der mit LAM-1 reagiert, einen VEGF/VPF-Rezeptor,
einen FGF-Rezeptor, αvβ3-Integrin, Pleiotropin und Endosialin ein.
Geeignete adsorbierte Ziele sind jene, wie etwa VEGF, FGF, TGFβ, HGF, PF4,
FDGF, TIMP, ein Ligand, der an ein TIE und an Tumor-assoziierte
Fibronektin-Isoformen bindet. Antigene, die auf natürliche Weise
und artifiziell durch Zytokine und Koagulanzien induzierbar sind,
können
ebenfalls angezielt werden, wie etwa ELAM-1, VCAM-1, ICAM-1, ein
Ligand, der mit LAM-1 reaktiv ist, Endoglin und sogar MHC Klasse
II (Zytokin-induzierbar, z.B. durch IL-1, TNF-α, IFN-γ, IL-4 und/oder TNF-β) und E-Selektin,
P-Selektin, PDGF und ICAM-1 (Koagulanz-induzierbar, z.B. durch Thrombin,
Faktor IX/IXa, Faktor X/Xa und/oder Plasmin.
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Die
folgenden Patente sind aufgefunden worden, zu dem Zweck, die vorliegenden
Lehren im Hinblick auf die Herstellung und Verwendung von Immuntoxinen,
die gegen exprimierte, adsorbierte, induzierte oder lokalisierte
Marker der Tumorvaskulatur gerichtet sind, noch weiter zu ergänzen: US-Patente
5,855,866, 5,776,427, 5,863,538, 5,660,827, 5,855,866, 5,877,289,
6,004,554, 5,965,132, 6,051,230 6,004,555, 6,036,955 und 6,093,399.
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Geeignete
Tumorstroma-Ziele schließen
Bestandteile der extrazellulären
Matrix oder des Stromas des Tumor oder Bestandteile, die darin gebunden
sind, ein, einschließlich
Basalmembranmarker, Kollagen Typ IV, Laminin, Heparansulfat, Proteoglykan,
Fibronektine, aktivierte Plättchen,
LIBS und Tenascin. Ein bevorzugtes Ziel für derartige Anwendungen ist
RIBS.
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Die
folgenden Patente sind aufgefunden worden zu dem Zweck, um die vorliegende
Lehre im Hinblick auf die Herstellung und Verwendung von auf Tumorstroma
zielgerichteten Mitteln weiter zu ergänzen: US-Patente 5,877,289;
6,004,555; 6,036,955 und 6,093,399.
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Bei
bestimmten Anwendungen werden die sekundären anti-Krebs-Therapeutika
Antikörper
oder Liganden sein, die funktionsfähig an zytotoxische oder anderweitige
anti-Zell-Mittel angefügt
sind, welche die Fähigkeit
zum Abtöten
oder Supprimieren des Wachstums oder der Zellteilung von Endothelzellen
aufweisen. Geeignete anti-Zell-Mittel schließen chemotherapeutische Mittel
und Radioisotope ein, ebenso wie Zytotoxine. Beispielhafte chemotherapeutische
Mittel schließen
folgende ein: Steroide; anti-Metaboliten, wie etwa Cytosin-Arabinosid, Fluoruracil,
Methotrexat oder Aminopterin, Anthrazykline, Mitomycin C, Vinca-Alkaloide, Antikörper, Demecolcin,
Etoposid, Mithramycin, und akylierende anti-Tumor-Mittel, wie etwa
Chlorambucil oder Melphalan.
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Bei
den meisten kombinierten therapeutischen Anwendungen werden Toxin-Gruppen
aufgrund der sehr viel größeren Fähigkeit
der meisten Toxine, eine zellabtötende
Wirkung im Vergleich zu anderen potentiellen Mitteln zu entfalten,
bevorzugt sein. Deshalb sind bevorzugte anti-Zell-Mittel für sekundäre Therapeutika Toxine,
wie von Pflanzen, Pilzen oder Bakterien abgeleitet sind. Beispielhafte
Toxine schließen
Epipodophyllotoxine, bakterielles Endotoxin oder den Lipid A-Anteil
bakterieller Endotoxine, Ribosomen-aktivierende Proteine, wie etwa
Saporin oder Gelonin, und weiter α-Sarcin,
Aspergillin, Restrictocin, Ribonukleasen, wie etwa plazentale Ribonuklease,
Diphterie-Toxin und Pseudomonas-Exotoxin ein.
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Bestimmte
bevorzugte Toxine sind Gelonin und/oder die A-Kette-Toxine, wie
etwa Ricin A-Kette.
Die am stärksten
bevorzugte Toxin-Gruppe ist häufig
die Ricin-A-Kette, die behandelt worden ist, um Kohlenwasserstoff
Reste zu modifizieren oder zu entfernen, sogenannte "deglycosylierte A-Kette" (dgA). Eine deglycosilierte
Ricin-A-Kette wird aufgrund ihrer extremen Potenz und ihrer längeren Halbwertszeit
bevorzugt, und da sie ökonomisch
leicht in einem für
den klinischen Einsatz geeigneten Reinheitsgrad und Maßstab herzustellen ist.
Rekombinante und/oder trunkierte Ricin A-Kette kann ebenfalls verwendet
werden.
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Andere
Mittel zur Verwendung mit Immun-Konjugaten zum Anzielen von Tumorvaskulatur
und Tumorstroma sind die Angiopoetine. Die Angiopoetine sind, wie
die Mitglieder der VEGF-Familie, Wachstumsfaktoren, die ausgesprochen
spezifisch für
Gefäßendothel
sind (Davis and Yancopoulos, 1999, Holash et al., 1999). Die zuerst
beschriebenen Angiopoetine waren ein natürlicherweise vorkommender Agonist,
Angiopoetin-1 (Ang-1; SEQ ID NR: 1 und SEQ ID NR: 2) und ein natürlicherweise
vorkommender Antagonist Angiopoetin-2 (Ang-2; SEQ ID NR: 3 und SEQ ID NR: 4), von
denen beide über
den Endothelzell-Tyosinkinase-Rezeptor
Tie2 wirken.
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Zwei
neue Angiopoetine, Angiopoetin-3 (Maus) und Angiopoetin-4 (Mensch)
sind ebenfalls identifiziert worden (Valenzuela et al., 1999). Angeopoetin-3
scheint als ein Antagonist zu wirken, wohingegen Angiopoetin-4 als
ein Agonist zu funktionieren scheint (Vanzuela et al., 1999). Ein
als Angiopoetin-3 bezeichnetes Protein wurde auch aus dem menschlichen
Herzen kloniert und von diesem wurde berichtet, daß es keine
mitogenen Wirkungen auf Endothelzellen ausübt (Kim et al., 1999). Fusionsproteine
von Angiopoetin-1 und Angiopoetin-2 sind erzeugt worden, wie durch
das stabile Ang-1-Ang-2-Fusionsprotein hier als SEQ ID NO:5 aufgenommen,
veranschaulichen.
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Während VEGF
notwendig ist, in den frühen
Stadien der Gefäßentwicklung,
wird Angiopoetin-1 im allgemeinen in den späteren Stadien der Gefäßerneuerung
benötigt.
Angiopoietin-1 ist demnach ein Reifungs- oder Stabilisierungsfaktor,
der unreife zu reifen Gefäßen umformt.
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Von
Angiopoetin-1 ist gezeigt worden, daß der Faktor eine Revaskularisierung
in ischämischem
Gewebe steigert (Shyu et al., 1998) und das Überleben von Gefäßnetzwerken,
die entweder VEGF oder einer Form von aFGF ausgesetzt waren, zu
erhöhen
(Papapetropoulos et al., 1999). Diese Autoren zeigten auch, daß Angiopoetin-1
einen apoptotischen Tod in HUVEC, ausgelöst durch Entzug in derselben
Form von aFGF verhütet
(Papapetropoulos et al., 1999). Solche Ergebnisse stimmen mit der
direkten Rolle von Angiopoetin-1 bei menschlichen Endothelzellen
und seiner Wechselwirkung mit anderen angiogenen Molekülen, um
Gefäßstrukturen
zu stabilisieren, indem das Überleben
differenzierter Endothelzellen gefördert wird, überein.
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Angiopoetin-2
ist ein bevorzugtes Mittel zur Verwendung in der zielgerichteten
Kombinationstherapie, insbesondere bei Tumoren mit niedrigen VEGF-Spiegeln
und/oder in Kombination mit einer VEGF-Hemmung. Angiopoetin-2 ist
auch ein Ligand für
Tie2, wirkt aber im allgemeinen einer durch Angiopoetin-1-vermittelten Blutgefäßreifung/-stabilität entgegen.
Er ist demnach ein Antagonist von Angiopoetin-1 und wirkt, indem
er die kapillare Struktur zerstört.
Da jedoch Angiopoetin-2 Endothelzellen gegenüber angiogenen Stimuli empfindlich macht,
kann es eine Neovaskularisierung in Kombination mit anderen geeigneten
Signalen, insbesondere VEGF einleiten (Asahara et al., 1998; Holash
et al., 1999).
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In
Abwesenheit eines anderen angiogenen Signals veranlaßt Angiopoietin-2,
Gefäße instabil
und unreif zu werden. In Gegenwart eines Stimulus, wie etwa VEGF,
fördert
Angiopoietin-2 die Angiogenese. Tatsächlich wird angenommen, daß die angiogenen
Effekte einer Vielzahl von Regulatoren mindestens teilweise durch die
Regulation einer autokrinen Schleife der Angiopoetin-2-Aktivität in mikrovaskulären Endothelzellen
erzielt wird (Mandriota und Pepper, 1998).
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Eine
Angiopoetin-2-Expression in Tumorgewebe ist beschrieben worden (Tanaka
et al., 1999), wo es vermutlich in Kombination mit VEGF wirkt, um
Angiogenese zur fördern
(Stratmann et al., 1998; Holash et al., 1999). Da allerdings Angiopoetin-2
ein negatives Signal liefert, wenn VEGF niedrig ist oder fehlt,
kann eine Bereitstellung von Angiopoietin-2 ein nützlicher
therapeutischer Ansatz sein. Angiopoetin-2 kann als ein Proteintherapeutikum
oder mittels Gentherapie (siehe oben) verabreicht werden oder in
Tumor-angezielter Form. Fusionsproteine von Angiopoetinen sind ebenfalls
zur Verwendung im Zusammenhang mit Obwohl alle Typen von angezielten
Angiopoetin-2-Konstrukten zur Verwendung unter Aspekten der kombinierten
Therapie der Erfindung in Betracht gezogen werden, sind gegenwärtig bevorzugte
Mittel zum Anzielen des Tumors durch Angiopoetin-2 jene, die an
Aminophospholipide einschließlich
anti-PS-Antikörpern
und Annexinen, binden.
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Zum
Anzielen eines Tumors und der Behandlung mit Immuntoxinen sind die
folgenden Patente zu dem Zweck aufgefunden worden, die vorliegenden
Lehren im Hinblick auf anti-Zell- und
zytotoxische Mittel weiter zu stützen:
US-Patente 5,855,866, 5,776,427, 5,863,538, 5,660,827, 6,004,554,
6,051,230, 5,965,132 und 5,961,230.
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Die
zweiten zielgerichteten Mittel zur fakultativen Verwendung mit dem
anti-Aminophospholipid-Antikörpern der
Erfindung können
auch einen zielgerichteten Bestandteil umfassen, der in der Lage
ist, die Gerinnung zu fördern,
d.h. ein „Koaguligand". Hier kann der zielgerichtete
Antikörper
oder Ligand direkt oder indirekt, d.h. über einen anderen Antikörper mit
einem Faktor verknüpft
sein, der direkt oder indirekt die Gerinnung stimuliert.
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Bevorzugte
Gerinnungsfaktoren für
derartige Anwendungen sind Gewebefaktor (Tissue Factor, TF) und
TF-Derivate, wie etwa trunkierter TF (tTF), dimerer, trimerer, polymerer/multimerer
TF und mutierter TF, dem die Fähigkeit,
Faktor VII zu aktivieren, fehlt. Andere geeignete Gerinnungsfaktoren
schließen
Vitamin K-abhängige
Koagulanzien, wie etwa Faktor II/IIa, Faktor VII/VIIa, Faktor IX/IXa
und Faktor X/Xa, Vitamin K-abhängige
Koagulationsfaktoren, denen die Gla-Modifikation fehlt, Russell's Viper-Gift Faktor
X-Aktivator, Plättchen-aktivierende
Verbindungen, wie etwa Thromboxan A2 und
Thromboxan A2-Synthase und Inhibitoren einer Fibrinolyse,
wie etwa α2-Antiplasmin,
ein.
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Das
Abzielen auf einen Tumor und dessen Behandlung mit Koaguliganden
wird in den folgenden Patenten und Patentanmeldungen beschrieben,
von denen jede/jedes nützlich
ist zum Zweck, die vorliegenden Lehren hinsichtlich Koaguliganden
und Koagulationsfaktoren sogar weiter zu unterstützen: US-Patente 5,855,866,
5,965,132, 6,036,955, 6,093,399 und 5,877,289.
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Da
eine etwas weitere Verteilung eines koagulierenden Agens nicht mit
schweren Nebenwirkungen verbunden sein soll, wird eine weniger strenge
Anforderung an die zielgerichteten Elemente von Koaguliganden im
Vergleich zu Immuntoxinen gestellt. Ein spezifisches Anzielen zu
erreichen bedeutet deshalb, daß eine Gerinnung
in der Tumorvaskulatur im Verhältnis
zur Vaskulatur an Stellen ohne Tumor gefördert wird. Ein spezifisches
Anzielen eines Koaguliganden ist deshalb ein funktioneller Begriff
anstelle eines rein physikalischen Begriffs, der sich auf die biologischen
Verteilungseigenschaften des zielgerichteten Mittels bezieht.
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Die
Herstellung von Immuntoxinen ist im Stand der Technik allgemein
gut bekannt (siehe z.B. US-Patent 4,340,535). Jedes/jede der folgenden
Patente und Patentanmeldungen sind nützlich zum Zweck, die vorliegende
Lehre hinsichtlich Herstellung, Reinigung und Verwendung von Immuntoxinen
sogar weiter zu unterstützen:
US-Patente 5,855,866, 5,776,427, 5,863,538, 6,004,554, 5,965,132,
6,051,230 und 5,660,827 sowie die US-Anmeldung mit der Seriennummer
07/846,349.
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Bei
der Herstellung von Immuntoxinen können durch die Verwendung bestimmter
Linker Vorteile erreicht werden. Beispielsweise werden Linker, die
eine sterisch "gehinderte" Disulfid-Bindung
enthalten, aufgrund ihrer größeren Stabilität in vivo
häufig
bevorzugt, wodurch vor den Bindung an die Wirkungsstelle eine Freisetzung
des Toxin-Anteils verhütet
wird. Im allgemeinen ist gewünscht,
ein Konjugat zu haben, das unter Bedingungen, die überall im
Körper
angetroffen werden, intakt bleibt, außer an der beabsichtigen Wirkungsstelle,
an der Punkt es wünschenswert
ist, daß das
Konjugat gute "Freisetzungs"-Charakteristika
aufweist.
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In
Abhängigkeit
von der verwendeten spezifischen Toxin-Verbindung kann es notwendig
sein, einen Peptid-Spacer verfügbar
zu machen, durch den das zielgerichtete Mittel und die Toxin-Verbindung
funktionsfähig
aneinander gehängt
werden, wobei der Peptid-Spacer in der Lage ist, sich in eine Disulfid-gebundene Schleifenstruktur
zu falten. Eine proteolytische Spaltung innerhalb der Schleife würde dann
ein heterodimeres Polypeptid hervorbringen, wobei das zielgerichtete
Mittel und die Toxin-Verbindung nur durch eine einzige Disulfidbindung
verknüpft
sind.
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Wenn
bestimmte andere Toxin-Verbindungen verwendet werden, kann eine
nicht-spaltbarer Peptid-Spacer verfügbar gemacht werden, um das
zielgerichtete Mittel und die Toxin-Verbindung aneinander zu hängen. Toxine,
die in Verbindung mit nicht-spaltbaren Peptid-Spacern verwendet werden können, sind
solche, die selbst durch proteolytische Spaltung in eine cytotoxische
Disulfid-gebundene Form überführt werden können. Ein
Beispiel einer solchen Toxin-Verbindung ist eine Pseudomonas-Exotoxin-Verbindung.
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Eine
Auswahl chemotherapeutischer oder anderer pharmakologischer Agenzien
kann ebenfalls erfolgreich mit Aminophospholipid-Antikörpern oder
zielgerichteten Liganden konjugiert werden. Beispielhafte antineoplastische
Agenzien, die mit Antikörpern
konjugiert wor den sind, schließen
Doxorubicin, Daunomycin, Methotrexat und Vinblastin ein. Darüber hinaus
ist das Anhängen
anderer Agenzien, wie etwa Neocarzinostatin, Macromycin, Trenimon
und α-Amanitin
beschrieben worden (siehe US-Patente 5,855,866 und 5,965,132).
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Angesichts
einer früheren
Arbeit der Erfinder der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung
von Koaguliganden jetzt ebenfalls leicht auszuführen. Die funktionsfähige Verknüpfung von
einem oder mehreren Gerinnungsfaktoren mit einem auf Aminophospholipid
zielgerichteten Mittel kann eine direkte Verknüpfung sein, wie etwa jene,
die oben für
die Immuntoxine beschrieben wurde. Alternativ kann die funktionsfähige Verknüpfung eine
indirekte Anhängung
sein, wie etwa wenn das zielgerichtete Mittel funktionsfähig an eine
zweite bindende Region angehängt
ist, vorzugsweise an einen Antikörper
oder eine Antigen-bindende Region eines Antikörpers, der an den Gerinnungsfaktor
bindet. Der Gerinnungsfaktor sollte an das zielgerichtete Mittel
an einer Stelle angehängt
sein, die von seiner funktionellen, die Gerinnung vermittelnden
Stelle entfernt liegt, insbesondere wenn eine kovalente Bindung
verwendet wird, um die Moleküle
zu verbinden.
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Indirekt
verbundene Koaguliganden beruhen häufig auf bispezifischen Antikörpern. Die
Herstellung von bispezifischen Antikörpern ist im Stand der Technik
bestens bekannt. Ein präparatives
Verfahren betrifft die separate Herstellung von Antikörpern mit
Spezifizität
für den
angezielten Tumorbestandteil auf der einen Seite und das koagulierende
Agens auf der anderen. Peptidische F(ab'γ)2-Fragmente von den beiden ausgewählten Antikörpern werden
dann erzeugt, gefolgt von einer Reduktion eines jeden, um separate
Fab'γSH-Fragmente
verfügbar
zu machen. Die SH-Gruppen in einem der beiden zu kuppelnden Partnern
werden dann mit einem quervernetzenden Reagens, wie etwa o-Phenylendimaleimid,
alkyliert, um dem einen Partner freie Maleimid-Gruppen zur Verfügung zu
stellen. Dieser Partner kann dann mit dem anderen mit Hilfe einer
Thioether-Bindung konjugiert werden, um das gewünschte F(ab'γ)2-Heterokonjugat
zu ergeben (Glennie et al., 1987; hiermit durch Zitat aufgenommen).
Andere Ansätze,
wie etwa eine Quervernetzung mit SPDP oder Protein A können ebenfalls
durchgeführt
werden.
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Ein
anderes Verfahren zum Produzieren bispezifischer Antikörper ist
durch die Fusion von zwei Hybridomen, um ein Quadrom zu bilden.
Wie hier verwendet, wird der Begriff "Quadrom" benutzt, um die produktive Fusion zweier
B-Zell-Hybridome zu beschreiben. Unter Verwendung von Techniken,
die jetzt Standard sind, werden zwei Antikörper-produzierende Hybridome
fusioniert, um Tochterzellen hervorzubringen, und jene Zellen, welche
die Expression von beiden Sets klontypischer Immunglobulin-Gene
bewahrt haben, werden dann ausgewählt.
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Ein
bevorzugtes Verfahren, ein Quadrom zu erzeugen, beinhaltet die Auswahl
einer Enzymdefizienten Mutante aus mindestens einem der parentalen
Hybridome. Diese erste mutierte Hybridom-Zellinie wird dann mit
Zellen eines zweiten Hybridoms, das letalen Bedingungen ausgesetzt
worden ist, z.B. Iodacetamid, wodurch ein fortgesetztes Überleben
ausgeschlossen wurde, fusioniert. Zellfusionen erlauben die "Rettung" des ersten Hybridoms
durch Erwerben des Gens für
dessen Enzym-Defizienz von dem letal behandelten Hybridom und die "Rettung" des zweiten Hybridoms
durch Fusion mit dem ersten Hybridom. Bevorzugt, jedoch nicht erforderlich,
ist die Fusion von Immunglobulinen mit dem selben Isotyp, jedoch
einer anderen Subklasse. Ein Antikörper gemischter Subklassen
erlaubt die Verwendung eines alternativen Tests zur Isolierung eines
bevorzugten Quadroms.
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Ausführungen
mit einer Mikrotiter-Identifizierung, FACS, Immunfluoreszensfärbung, Idiotyp-spezifische
Antikörper,
Antigen-Kompetition-Bindungstests und andere Verfahren, die im Stand
der Technik zur Antikörper-Charakterisierung
gängig
sind, können
verwendet werden, um bevorzugte Quadrome zu identifizieren. Im Anschluß an die
Isolierung des Quadroms werden die bispezifischen Antikörper von
anderen Zellprodukten gereinigt. Dies kann durch eine Auswahl von
Verfahren zur Antikörperisolierung,
die Fachleuten im Bereich der Immunglobulin-Reinigung bekannt sind,
erreicht werden (siehe z.B. "Antibodies:
A Laboratory Manual",
1988). Protein A- oder Protein G-Sepharose-Säulen sind bevorzugt.
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Bei
der Herstellung sowohl von Immuntoxinen als auch Koaguliganden kann
die rekombinante Expression eingesetzt werden. Die Nukleinsäuresequenzen,
welche das ausgewählte
zielgerichtete Mittel oder Toxin oder Koagulanz kodieren, werden
im Leseraster ("in-frame") in einen Expressionsvektor
eingefügt.
Eine rekombinante Expression führt
daher zur Translation der Nukleinsäuren, um die gewünschte Verbindung
aus zielgerichtetem Mittel und Toxin bzw. Koagulanz hervorzubringen.
Chemische Quervernetzer und Avidin-Biotin-Brücken können das/die therapeutische(n)
Mittel mit dem/den zielgerichteten Mittel(n) verknüpfen.
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Die
folgenden Patente und Patentanmeldungen sind jeweils nützlich zum
Zweck, die vorliegende Lehre hinsichtlich einer Präparation,
Reinigung und Verwendung eines Koaguliganden, einschließlich bispezifische
Antikörper-Koaguliganden,
noch weiter zu unterstützen:
US-Patente 5,855,866,
5,965,137, 6,004,555, 6,036,955, 6,039,399 und 5,877,289.
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Wirksame
Dosen von Immuntoxinen und Koaguliganden zur kombinierten Verwendung
mit nackten anti-Aminophospholipid-Antikörpern bei der Behandlung von
Krebs werden zwischen ungefähr
0,1 mg/kg und ungefähr
2 mg/kg, und vorzugsweise zwischen ungefähr 0,8 mg/kg und ungefähr 1,2 mg/kg
betragen, wenn sie über
die IV-Route in einer Häufigkeit
von ungefähr
einmal pro Woche verabreicht werden. Einige Abwandlungen in der
Dosierung werden notwendigerweise auftreten, abhängig von dem Zustand der/des
zu behandelnden Versuchsperson/Patienten. Der Arzt, der für die Verabreichung
verantwortlich ist, wird die geeignete Dosis für die/den individuelle(n) Versuchsperson/Patienten
bestimmen.
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Die
folgenden Beispiele werden einbezogen, um bevorzugte Ausführungen
der Erfindung darzustellen. Von denjenigen, die sich auf dem Gebiet
auskennen sollte anerkannt werden, daß die in den Beispielen, die
folgen, offenbarten Techniken solche Techniken darstellen, die durch
die Erfinder entdeckt wurden, um in der Praxis der Erfindung gut
zu funktionieren und deshalb berücksichtigt
werden kann, daß sie
bevorzugte Formen für
deren Ausführung
verkörpern.
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BEISPIEL 1
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VCAM-1-Expression auf
Tumor- und normalen Blutgefäßen
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A. Material und Methoden
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1. Materialien
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Na125I wurde von Amersham (Arlington Heights,
IL) erhalten. Dulbecco's
modified Eagle's
tissue culture medium (DMEM) und Dulbecco-PBS, das Ca2+ und
Mg 2+ enthielt, wurden von Gibco (Grand
Island, NY) erhalten. Fötales
Kälberserum
wurde von Hyclone (Logan, Utah) erhalten. o-Phenylendiamin, Wasserstoffperoxid,
3-Aminopropyltriethoxysilan und sterile, Endotoxin-freie Kochsalzlösung (0,9%
NaCl in 100 ml Wasser) waren von Sigma (St. Louis, MO). SMPT war
von Pierce (Rockford, IL). Proplex T, enthaltend Faktor VII (74 IU/ml),
Faktor X und Faktor IX (17 IU/ml) wurden von Baxter Diagnostics
Inc. (McGraw Park, IL) bezogen. Chromogenes Substrat S-2765 zum
Messen der proteolytischen Aktivität von Faktor Xa wurde von Chromogenix
(Franklin, OH) erhalten. Gereinigter Faktor Xa wurde von American
Diagnostica (Greenwich, CT) bezogen. 96- und 48-Well-Flachboden-Mikrotiterplatten
wurden von Falcon (Becton Dickinson and Co., Lincoln Park, NJ) erhalten.
Sepharose-Protein
G-Beads und S200-Superdex wurden von Pharmacia (Piscataway, NJ) bezogen.
Rekombinantes Mäuse-IL-1α wurde von
R&D Systems (Minneapolis,
MN) bezogen.
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2. Antikörper
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Das
Hybridom MK2.7, das einen IgG1-Rattenantikörper gegen Mäuse-VCAM-1
sezerniert, wurde von der American Type Culture Collection (ATCC,
Rockville, MD; ATCC CRL 1909) erhalten. Die Charakterisierung dieses
anti-VCAM-1-Antikörpers
wurde durch Myake et al. (1991) beschrieben. Das Hybridom R187,
das einen IgG1-Rattenantikörper
gegen virales Protein p30 gag aus der Maus sezerniert, wurde von
der ATCC erhalten und wurde als eine Isotyp-entsprechende Kontrolle
für den
anti-VCAM-1-Antikörper
verwendet.
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Der
monoklonale Mäuseantikörper 10H10
gegen menschlichen Gewebefaktor wurde wie in Morrissey et al. (1988)
beschrieben und in der US-Anmeldung mit der Serien-Nr. 08/482,369
beschrieben, hergestellt.
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MECA
32, ein anti-Maus-Gefäßendothelzell-Antikörper (pan)
wurde wie durch Leppink et al. (1989) beschrieben, hergestellt.
MJ 7/18-Ratten-IgG, das mit Mäuse-Endoglin
reaktiv ist, wurde, wie durch Ge und Butcher (1994) beschrieben,
hergestellt. Die MECA-32- und MJ 7/18-Antikörper dienten als positive Kontrollen bei
immunhistochemischen Untersuchungen.
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Sekundäre Kaninchen-anti-Ratte-
und Ratte-anti-Maus-Antikörper,
konjugiert mit Meerrettichperoxidase (horseradish peroxidase, HRP),
wurden von Dako (Carpinteria, CA) bezogen.
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3. Antikörperreinigung
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Anti-VCAM-1-Hybridomzellen
MK 2.7 und das irrelevante Kontroll-Hybridom R187 wurden in Bioreaktoren
(Heraeus, Inc., Deutschland) 12 Tage wachsen gelassen. Die Überstände wurden
zentrifugiert, durch 0,22 μm
Filter filtriert und auf Sepharose-Protein G-Säulen geladen. IgG wurde mit
Zitronensäurepuffer,
pH 3,5, eluiert, gegen PBS dialysiert und danach bei 4°C in demselben
Puffer gelagert. Die Reinheit wurde durch SDS-PAGE abgeschätzt und betrug
routinemäßig > 90%. Die Bindungskapazität des gereinigten
anti-VCAM-1-Antikörpers wurde
immunhistochemisch an Gefrierschnitten von L540-Tumoren und durch
zellbasierten ELISA unter Verwendung von IL-1α-stimulierten bEnd.3-Zellen,
wie hier unten beschrieben, beurteilt.
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4. Tumortragende
Mäuse und
Immunhistochemie
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CB17
SCID-Mäusemännchen (Charles
River, Wilmington, MA), die annähernd
25 g wogen, wurden Injektionen mit 1 × 107 L540
Hodgkin-Lymphomzellen subkutan in die rechte Flanke verabreicht.
Die Tumoren wurden auf eine Größe von 0,4-0,7
cm3 wachsen gelassen. Die Tiere wurden mit
Metafan anästhetisiert
und ihr Blutkreislauf wurde mit heparinisierter Kochsalzlösung perfundiert,
wie bei Burrows et al. (1992) beschrieben. Der Tumor und hauptsächliche
Organe wurden entnommen und in flüssigem Stickstoff schockgefroren.
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Cryostatschnitte
der Gewebe wurden hergestellt, mit dem anti-VCAM-1-Antikörper inkubiert
und immunhistochemisch gefärbt,
um VCAM-1 zu detektieren. Ratten-IgG wurde unter Verwendung eines
Kaninchen-anti-Ratte-IgG, das mit HRP konjugiert war, gefolgt von
einer Entwicklung mit Carbazol (Fries et al., 1993), nachgewiesen.
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B. Ergebnisse
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Die
Blutgefäße der Hauptorgane
und eines Tumors aus Mäusen,
die subkutane menschliche Morbus-Hodgkin-Tumoren L540 trugen, wurden
immunhistochemisch auf eine VCAM-1-Expression unter Verwendung eines anti-VCAM-1-Antikörpers untersucht.
Eine VCAM-1-Expression
auf Tumorblutgefäßen war
eher peripher als zentral. Wie allerdings in Beispiel VI und Beispiel
VII gezeigt, banden der anti-VCAM-1-Antikörper und Koaguligand offensichtlich
an bluttransportierende Gefäße, wie
durch die Fähigkeit
des Koaguliganden, den Blutfluß in
allen Tumorbereichen zu unterbrechen und eine Zerstörung der
Region im Tumorinneren zu verursachen, eindeutig gezeigt wurde.
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Insgesamt
wurde eine VCAM-1-Expression auf 20-30% der insgesamt durch den
anti-Endoglin-Antikörper MJ
7/18 gefärbten
Tumorblutgefäßen beobachtet.
Eine ausgedehnte VCAM-1-Färbung
der Tumorgefäße wurde
bei Venolen beobachtet. Die VCAM-1-Expression war in Tumoren bis zu 1500
mm3 ähnlich,
größere Tumoren
jedoch schienen eine verringerte Färbung aufzuweisen, wobei 5-10%
von MJ 7/18-positiven Gefäßen VCAM-1-positiv waren.
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Eine
konstitutive vaskuläre
Expression von VCAM-1 wurde in Herz und Lungen sowohl bei Tumor-tragenden
als auch normalen Tieren gefunden (Tabelle 1). Im Herzen wurde eine
starke Färbung
bei Venolen und Venen beobachtet. Ungefähr 10% von MECA 32-positiven
Gefäßen waren
VCAM-1-positiv. Die Färbung
im Lungenendothel war im Vergleich zu Herz und Tumor schwach und
war auf wenige große
Blutgefäße beschränkt. Eine
starke Färbung
des Stromas wurde in den Hoden beobachtet, wo eine VCAM-1-Expression strikt
extravasku-lär war. Von ähnlichen
Befunden hinsichtlich einer konstitutiven VCAM-1-Expression in der Nagetierlunge
und den Testes wurde zuvor berichtet (Fries et al., 1993).
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TABELLE
1 Expression
von VCAM-1 auf dem Endothel in Geweben von L540-Tumor-tragenden
Mäusen
und Lokalisierung des anti-VCAM-1-Antikörpers
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BEISPIEL II
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Lokalisierung des anti-VCAM-1-Antikörpers in
vivo
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A. Methoden
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CB17-SCID-Mäusemännchen (Charlesriver,
Wilmington, MA), die annähernd
25 g wogen, wurden Injektionen mit 1 × 107 L540
Hodgkin-Lymphomzellen subkutan in die rechte Flanke verabreicht.
Die Tumoren wurden bis zu einer Größe von 0,4-0,7 cm3 wachsen
gelassen.
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Die
Mäuse erhielten
intravenöse
Injektionen mit 30 μg/25
g Körpergewicht
anti-VCAM-1-Antikörper, R187-Antikörper oder
entsprechenden Koaguliganden in 200 μl Kochsalzlösung. Zwei Stunden später wurden die
Tiere mit Metafan anesthätisiert
und ihre Blutzirkulation wurde mit heparinisierter Kochsalzlösung perfundiert,
wie beschrieben (Burrows et al., 1992). Der Tumor und hauptsächliche
Organe wurden entfernt und in flüssigem
Stickstoff schockgefroren.
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Cryostatschnitte
der Gewebe wurden hergestellt und wurden immunhistochemisch auf
das Vorhandensein von Ratten-IgG oder TF gefärbt. Ratten-IgG wurde unter
Verwendung von Kaninchen-anti-Ratte-IgG, konjugiert mit HRP, gefolgt
durch eine Entwicklung mit Carbazol (Fries et al. 1993) nachgewiesen.
Der Koaguligand wurde unter Verwendung des 10H10-Antikörpers, der menschlichen Gewebefaktor
erkennt, gefolgt durch HRP-markiertes anti-Maus-IgG nachgewiesen. Der 10H10-Antikörper kreuzreagiert
nicht nachweisbar mit Maus-Gewebefaktor
der Maus (Morrissey at al., 1988) oder anderen Mäuseproteinen.
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B. Ergebnisse
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Mäuse, die
subkutane L540-Tumoren trugen, wurden intravenöse Injektionen mit anti-VCAM-1-Antikörper verabreicht,
und zwei Stunden später
wurden die Mäuse
ausgeblutet. Der Tumor und normale Organe wurden entfernt, und Gefrierschnitte
wurden hergestellt und immunhistochemisch untersucht, um die Lokalisierung
des Antikörpers
zu bestimmen. Serielle Schnitte der Gewebe wurden untersucht. Angereichertes
Ratten-IgG wurde durch HRP-markiertes
anti-Ratte-IgG nachgewiesen, und Mäuseblutgefäße wurden durch den Endothel-Antikörper (pan)
MECA 32 identifiziert.
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Anti-VCAM-1-Antikörper wurde
auf Endothel von Tumor, Herz und Lunge nachgewiesen (Tabelle 1). Die
Intensität
und Anzahl gefärbter
Gefäße war identisch
mit denen in seriellen Schnitten derselben Gewebe, die direkt mit
anti-VCAM-1-Antikörper
gefärbt
wurden (Tabelle 1). Die Färbung
war spezifisch, da keine Färbung
des Endothels bei dem Tumor und den Organen von Mäusen beobachtet
wurde, die Injektionen mit einem Spezies-Isotyp-passenden Antikörper von
irrelevanter Spezifität,
R187, erhielten. Keine Lokalisierung von anti-VCAM-1-Antikörper wurde
in den Testes oder irgendeinem normalen Organ, mit Ausnahme von
Herz und Lunge, gefunden.
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Beispiel III
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Präparation eines anti-VCAM-1-t·TF-Koaguliganden
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Ein
anti-VCAM-1-t·TF-Konjugat
oder "Koaguligand" wurde wie folgt
präpariert.
Trunkierter Gewebefaktor (tTF) mit einem zusätzlich angefügten Cystein,
eingeführt
am N-Terminus (US-Anmeldung mit der Seriennummer 08/482,369) wurde
in E. coli exprimiert und gereinigt, wie bei Stone et al. (1995)
beschrieben. Nach der Reinigung wurde die Sulfhydrylgruppe von N'-Cystein-tTF durch
Reaktion mit Ellman's-Reagenz
geschützt.
Das tTF-Derivat wurde in kleinen Volumina bei –70°C gelagert.
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Um
den anti-VCAM-1-Koaguliganden herzustellen, wurden 5 ml anti-VCAM-1-Antikörper-IgG (2 mg/ml) in
PBS mit 36 μl
SMPT (10 mM), gelöst
in wasserfreiem DMF, gemischt und eine Stunde bei Raumtemperatur
inkubiert. Die Mischung wurde über
eine Sephadex G25-Säule, äquibiliert
in PBS, das 1 mM EDTA enthielt, filtriert. Die Fraktionen, die den
SMPT-derivatisierten
Antikörper
enthielten, wurden durch Ultrafiltration in einer Amicon-Zelle, ausgerüstet mit
einem Filter mit einer Ausschlußgrenze
von 10.000 Da, auf 4 ml konzentriert. Frisch aufgetautes tTF-Derivat
wurde mit 30 μl
DTT (10 mM) in H2O 10 Min. bei Raumtemperatur
inkubiert und wurde über
eine Sephadex G25-Säule, äquilibriert
in PBS, das 1mM EDTA enthielt, filtriert. Die eluierten Fraktionen,
die reduzierten tTF enthielten, wurden durch Ultrafiltration unter
Stickstoff auf ein Endvolumen von 3 ml konzentriert.
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Der
reduzierte tTF wurde mit dem SMPT-derivatisierten Antikörper gemischt,
und die Mischung wurde 24 Stunden bei Raumtemperatur reagieren gelassen.
Am Ende der Inkubation wurde die Reaktionsmischung durch Gelfiltration
an einer Superdex S200-Säule, äquilibriert
mit PBS, aufgetrennt. Fraktionen, die anti-VCAM-1·tTF mit
einem Mr von 180.000 enthielten und die
einem Molekül
Antikörper,
verknüpft
mit einem Molekül
tTF, entsprachen, wurden gesammelt.
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Beispiel IV
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Bindung von anti-VCAM-1-Koaguligand
an aktivierte Endothelzellen
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A. Methoden
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1. Jodierung des 10H10-Antikörpers
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Der
anti-Mensch-Gewebefaktor-Antikörper
10H10 wurde unter Verwendung von Chloramin T, wie bei Bocci (1964)
beschrieben, mit 125J radioaktiv markiert.
Die spezifische Aktivität
betrug annähernd
10.000 cpm/μg,
wie aus Proteinbestimmungen, gemessen durch einen Bradford-Test
(Bradford, 1976), berechnet wurde.
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2. Zellen
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L540
Hodgkin-Zellen (L540 Cy), die aus einem Patienten im Endstadium
der Erkrankung stammten, wurden wie bei Diehl et al. (1985), hergestellt,
und wurden von Prof. Volker Diehl (Klinik für Innere Medizin der Universität Köln, Deutschland)
erhalten. bEnd.3-Zellen (Hirn-Endotheliom
der Maus) wurden wie bei Bussolino et al. (1991) und Montesano et
al. (1990) beschrieben, hergestellt, und wurden von Prof. Werner
Riesau (Max-Planck-Institut, Bad Nauheim, Deutschland) erhalten.
-
3. Gewebekultur
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bEnd.3-Zellen
und Hybridome wurden in DMEM, supplementiert mit 10% fötalem Kälberserum,
2 mM L-Glutamin, 2 Units/ml Penicillin G und 2 μg/ml Streptomycin, kultiviert.
L540-Zellen wurden
in RPMI 1640, das dieselben Additive enthielt, kultiviert. Alle
Zellen wurden einmal wöchentlich
subkultiviert. Eine bEnd.3-Trypsinisierung wurde unter Verwendung
von 0,125% Trypsin in PBS-Lösung,
die 0,2% EDTA enthielt, durchgeführt. Für Bindungsstudien
wurden Zellen in einer Dichte von 5 × 104 Zellen/ml
in 0,5 ml Medium in 48 Well-Platten ausgesät und 48 bis 96 Stunden inkubiert.
Das Medium wurde 24 Stunden vor jedem Test erneuert.
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4. Bindung
des Koaguliganden an aktivierte Endothelzellen
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Eine
Bindung des anti-VCAM-1-Antikörpers
und Koaguliganden an VCAM-1 auf aktivierten bEnd.3-Zellen wurde
unter Verwendung eines zellbasierten ELISA, wie durch Hahne (1993)
beschrieben, bestimmt. bEnd.3-Zellen wurden mit 10 Units/ml IL-1α 4 Stunden
bei 37°C
in 96-Well-Mikrotiterplatten inkubiert. Am Ende dieser Inkubation
wurde das Medium durch DPBS, das 2 mM Ca3+ und
Mg2+ und 0,2% (Gew/Vol) Gelatine als einem
Trägerprotein
enthielt, ersetzt. Derselbe Puffer wurde zur Verdünnung von
Antikörpern
und zum Waschen von Zellmonolayern zwischen den Schritten verwendet.
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Die
Zellen wurden mit 4 μg/m1
anti-VCAM-1·tTF-Konjugat,
anti-VCAM-1 Antikörper
oder KontrollreMittel zwei Stunden inkubiert und wurden dann gewaschen
und eine Stunde mit Kaninchen-anti-Ratte-IgG-HRP-Konjugat (1:500
Verdünnung)
inkubiert. Alle Schritte wurden bei Raumtemperatur ausgeführt. Die HRP-Aktivität wurde
durch Zugabe von o-Phenylendiamin
(0,5 mg/ml) und Wasserstoffperoxid (0,03% Gew/Vol) in Citrat-Phosphat-Puffer, pH 5,5, gemessen.
Nach 30 Min. wurden 100 μl Überstand
in 96-Well-Platten überführt, 100 μl 0,18 M
H2SO4 wurden zugesetzt,
und die Absorption wurde bei 492 nm gemessen. Jeder Test wurde mit
Doppelbstimmungen durchgeführt
und mindestens zwei Mal wiederholt.
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5. Nachweis von an Endothelzellen
gebundene Koaguliganden
-
Anti-VCAM-1-Koaguligand
und geeignete Kontrollen wurden mit IL-1α-stimulierten bEnd.3-Zellen
in 96 Well-Mikrotiterplatten wie oben beschrieben inkubiert. Gebundene
Koaguliganden wurden nachgewiesen, indem sowohl der Gewebefaktor-Bestandteil
als auch der Ratten-IgG-Bestandteil, die an bEnd.3-Zellen gebunden
waren, identifiziert wurden.
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Nach
Entfernen des Überschusses
von ungebundenem Antikörper
wurden die Zellen mit 100 μg/Well 125J-markiertem 10H10-Antikörper (0,2 μg/ml) oder 125J-markiertem Kaninchen-anti-Ratten-Ig (0,2 μg/ml) in Bindungspuffer
inkubiert. Nach zwei Stunden Inkubation bei Raumtemperatur wurden
die Zellen gründlich
gewaschen und in 0,5 M NaOH resuspendiert. Das gesamte Volumen von
0,5 ml wurde in Kunststoffröhrchen überführt und
in einem γ-Zähler gezählt. Jeder
Test wurde in Doppelbstimmungen durchgeführt und mindestens zwei Mal
wiederholt.
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B. Ergebnisse
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Die
Fähigkeit
von einem anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden,
an IL-1α-aktivierte
Mäuse-bEnd.3-Zellen zu
binden, wurde durch Messen der Bindung von radiojodiertem anti-TF-Antikörper an
mit dem Koaguliganden-behandelten Zellen in vitro bestimmt. Eine
VCAM-1-Expression
durch bEnd.3-Zellen ist durch IL-1α transient induzierbar, wobei
ein Gipfel der VCAM-1-Expression vier bis sechs Stunden nach Zugabe
des Zytokins erhalten wurde (Hahne et al., 1993). Es wurde eine
starke Bindung des Koaguliganden an aktivierte bEnd.3-Zellen beobachtet
(1A).
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Am
Sättigungspunkt
waren 8,7 fMol anti-TF-Antikörper
an die Zellen gebunden, was zu 540.000 Molekülen anti-TF-Antikörper pro
Zelle äquivalent
ist. Die Bindung des Koaguliganden war spezifisch; mit einem Isotyp-passenden
Kontroll-Koaguliganden von irrelevanter Spezifität war keine über den
Hintergrund hinausgehende Bindung nachweisbar. Eine Bindung des
Koaguliganden an unstimulierte Zellen betrug ungefähr die Hälfte von
der an aktivierte Zellen und ist wahrscheinlich durch eine konstitutive
VCAM-1-Expression durch kultivierte Endotheliomzellen bedingt.
-
In
weiteren Studien wurde festgestellt, daß der anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
ebenso stark wie unkonjugierter anti-VCAM-1-Antikörper an
aktivierte bEnd.3-Zellen band, wobei in dem Test der Nachweis durch Peroxidase-markiertes
anti-Ratte-IgG verwendet wurde. Dies wurde sowohl mit sättigenden
als auch sub-sättigenden
Konzentrationen durchgeführt.
Folglich verminderte die Konjugationsprozedur (Beispiel III) die
Kapazität
des Antikörpers,
an VCAM-1 auf intakten Endothelzell-Monolayers zu binden, nicht.
-
Beispiel V
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Faktor X-Aktivierung
durch Endothelzell-gebundenen Koaguliganden
-
A. Methoden
-
Die
Aktivität
des anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden,
gebunden an aktivierte bEnd.3-Zellen, wurde indirekt unter Verwendung
eines Chromogen-Tests bestimmt, um Faktor Xa nachzuweisen (Schorer
et al., 1985; Nawroth et al., 1985). IL-1α-stimulierte und unstimulierte
bEnd.3-Zellen wurden mit spezifischen und Kontroll-Koaguliganden
in 96-Well-Mikrotiterplatten
wie oben beschrieben inkubiert. Die Zellen wurden mit PBS, das 2
mg/ml BSA enthielt, gewaschen und wurden mit 150 μl/We11 einer
frisch präparierten
Proplex T-Lösung, 1:20
in 50 mM Tris-HCl (pH 8,1), 150 mM NaCl, 2 mg/ml BSA (Gewebekultur-Grad, Endotoxin-frei)
und 2,5 mM CaCl2 verdünnt, inkubiert. Nach Inkubation
für 60
Min. bei 37°C
wurden jedem Well 100 μl
entnommen, in 96-Well-Platten überführt und
mit 100 μl
desselben Puffers, der 12,5 mM EDTA (pH 8,1) enthielt, gemischt.
-
Chromogenes
Substrat S2765 zum Messen der proteolytischen Aktivität von Faktor
Xa wurde in 50 μl gegeben,
was eine Endkonzentration von 300 μM ergab. Der Abbau des Substrats
wurde durch Ablesen der Absorption bei 405 nm über eine Zeitdauer von zwei
Stunden in einem Mikrotiterplatten-Lesegerät (Molecular Devices, Palo
Alto, CA) bestimmt.
-
Die
Produktion des chromogenen Produkts war vollständig vom Vorhandensein von
Proplex T und bEnd.3-Zellen, vorinkubiert mit dem spezifischen Koaguliganden,
abhängig.
Die Hintergrundhydrolyse des Substrats durch Proplex T in Abwesenheit
von Zellen betrug annähernd
10% des maximalen Werts und wurde von jeder Bestimmung subtrahiert.
Freie Koaguliganden, verdünnt
in Proplex T-Lösung,
waren unfähig,
Faktor Xa zu erzeugen. Die Menge an erzeugtem Xa wurde unter Bezugnahme
auf eine Standardkurve, die mit bekannten Konzentrationen von gereinigtem
Faktor Xa aufgenommen wurde, berechnet.
-
Am
Ende der Studie wurden die Zellen mit Trypsin-EDTA abgelöst und gezählt. Die
Ergebnisse werden als diejenige Menge an Faktor Xa ausgedrückt, die
pro 104 Zellen erzeugt wurde. Jede Studie
wurde in Doppelbstimmungen durchgeführt und wurde mindestens drei
Mal wiederholt.
-
B. Ergebnisse
-
1. Faktor
X-Aktivierung
-
Anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden,
gebunden IL-1α-aktivierte
bEnd.3-Zellen, war in der Lage, Faktor X spezifisch zu aktivieren.
Die Erzeugungsrate von Faktor Xa durch anti-VCAM-1·tTF-beschichtete Zellen betrug 3,2
ng pro 104 Zellen pro Stunde, was 7 bis
10-fach höher
ist als bei aktivierten Zellen, die mit einem Kontroll-Koaguliganden
von irrelevanter Spezifität
oder mit tTF allein behandelt wurden, beobachtet wurde (1B). Anti-VCAM-1·tTF in
Abwesenheit von Zellen hatte keine nachweisbare Faktor X-aktivierende
Aktivität,
was bestätigt,
daß die
Zellbindung für
die Koaguliganden-Aktivität
wesentlich ist.
-
Anti-VCAM-1·tTF, gebunden
an unstimulierte bEnd.3-Zellen, aktivierten Faktor X mit einer Rate
von 1,6 ng pro 104 Zellen pro Stunde. Diese
Rate beträgt
ungefähr
die Hälfte
von der, die bei den IL-1α-stimulierten Zellen
beobachtet wurde, in Übereinstimmung
mit der 50% geringeren Menge an Koaguligand, die an unstimulierte
im Vergleich zu stimulierten Zellen bindet. Ähnliche Ergebnisse wie die
in 1B gezeigten wurden in drei separaten Studien
erhalten.
-
2. Wirkung
einer Endothelzell-Permeabilisation
-
Eine
Permeabilisation von bEnd.3-Monolayers mit Saponin nach deren Behandlung
dieser mit anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
steigerte die Fähigkeit
des gebundenen Koaguliganden, Faktor X zu aktivieren, um ungefähr das 30fache
(Tabelle 2). Die Rate der Faktor Xa-Erzeugung durch unstimulierte Zellen,
die mit anti-VCAM-1·tTF
behandelt wurden, stieg von 1,6 auf 49,2 μg pro 104 Zellen
pro Stunde nach Permeabilisation, während die von IL-1α-stimulierten Zellen
von 3,2 auf 98,8 ng pro 104 Zellen pro Stunde
anstieg. Die Faktor Xa er zeugende Aktivität der permeabilisierten Zellen
war auf den gebundenen Koaguliganden anstelle von endogenem TF zurückzuführen, da
permeabilisierte unbehandelte Zellen oder Zellen, die mit Kontroll-Koaguligand
von irrelevanter Spezifität
behandelt wurden, eine niedrige Faktor Xa-erzeugende Aktivität (2 ng
pro 104 Zellen pro Stunde) aufwiesen.
-
Diese
Ergebnisse zeigen, daß der
Koaguligand in der Lage ist, wirksamer in der Umgebung einer permeabilisierten
Zelle zu wirken. Möglicherweise
exponiert die Permeabilisierung negativ geladene Phospholipide vom
Inneren der Zelle, was die Bildung der Koagulations-Initiationskomplexe
beschleunigt oder anderweitig die Inaktivierung solcher Komplexe
durch TFPI verhütet.
-
TABELLE
2 Erzeugung
von Faktor Xa durch anti-VCAM-1·tTF, gebunden an intakte
oder permeabilisierte bEnd.3-Zellen (ng pro 10
4 Zellen
pro 60 Min.)
-
BEISPIEL VI
-
Tumor-Blutgefäß-Thrombose
durch anti-VCAM-1-Koaguligand
-
A. Methoden
-
SCID-Mäuse, die
L540-Tumoren (0,4-0,7 cm3) trugen, erhielten
intravenöse
Injektionen von 40 μg
(Gesamtprotein) von anti-VCAM-1·tTF oder R187·tTF. Diese
Dosis entspricht 32 μg
Antikörper
und 8 μg
tTF. Andere Tiere erhielten äquivalente
Mengen an freiem Antikörper,
freiem tTF oder einer Mischung von beidem. Die Tiere wurden 4 oder
24 Stunden später
anästhetisiert,
und ihre Blutzirkulation wurde mit heparanisierter Kochsalzlösung perfundiert.
Der Tumor und die Hauptorgane wurden entfernt und wurden in Formalin
fixiert und zur Anfertigung von Cryoschnitten in Paraffin eingebettet
oder schockgefroren. Die Schnitte wurden durch das Zentrum des Gewebes
oder Tumors angefertigt. Die Anzahl von Blutgefäßen mit oder ohne Thrombosen
wurden in 5 Querschnitten gezählt.
Der Prozentsatz an Gefäßen mit
Thrombosen wurde berechnet.
-
B. Ergebnisse
-
1. Thrombose von Tumorblutgefäßen
-
Diese
Studie zeigt, daß intravenöse Verabreichung
des anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden
selektiv eine Thrombose von Tumorblutgefäßen, im Gegensatz zu Gefäßen in normalen
Geweben, in Tumor-tragenden Mäusen
induziert.
-
Der
anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
wurde Mäusen,
die subkutane L540-Tumoren von 0,4 bis 0,6 cm Durchmesser trugen,
verabreicht. Vor der Koaguligand-Injektion waren die Tumoren gesund
mit einer uniformen Morphologie, die keine Bereiche einer Nekrose
aufwiesen. Die Tumoren waren gut vaskularisiert und waren vollständig frei
von Gefäßen mit
spontanen Thrombosen oder Hämorrhagien.
Innerhalb von vier Stunden nach Koaguligand-Injektion wiesen 40-70%
der Blutgefäße Thrombosen
auf, trotz der im Beispiel I gezeigten anfänglichen Färbung von nur 20-30% Tumorblutgefäßen. Die
Gefäße mit Thrombosen
enthielten verschließende
Plättchenaggregate,
verdichtete Erythrozyten und Fibrin. In einigen Bereichen wiesen
die Blutgefäße Rupturen
auf, wodurch Erythrozyten in das Tumorinterstitium strömten.
-
24
Stunden nach Koaguliganden-Injektion waren die Blutgefäße noch
verschlossen und eine ausgedehnte Blutung hatte sich über den
gesamten Tumor ausgebreitet. Die Tumorzellen hatten sich voneinander separiert,
wiesen pyknotische Nuklei auf und durchliefen eine Zytolyse. Nach
72 Stunden war eine fortgeschrittene Nekrose des ganzen Tumors offensichtlich.
Die Nekrose war eindeutig in der Region im Tumorinneren des Tumors,
wo eine VCAM-1-Expression
auf den Gefäßen ursprünglich nicht
vorherrschend war, vorhanden. Die Koaguliganden-Bindung war offensichtlich
wirksam, um den Blutfluß in
allen Tumorregionen einzuschränken,
was zu einer ausgedehnten Tumorzerstörung führte. Weiterhin ist es wahrscheinlich,
daß die
anfängliche Koaguliganden-induzierte
Thrombin-Ablagerung zu einer gesteigerten Induktion des VCAM-1-Ziel-Antigens auf
zentralen Gefäßen führt, wodurch
das Targeting und die Tumorzerstörung
amplifiziert wird.
-
Die
thrombotische Wirkung von anti-VCAM-1·tTF auf Tumorgefäßen war
antigen-spezifisch. Keines der Kontroll-Reagenzien, verabreicht
in äquivalenten
Mengen (tTF allein, anti-VCAM-1-Antikörper allein,
tTF plus anti-VCAM-1-Antikörper
oder der Kontroll-Koaguligand
von irrelevanter Spezifität),
verursachten eine Thrombose (Tabelle 3)
-
TABELLE
3 Anti-VCAM-1·tTF-vermittelte
Thrombose in L540-Tumor-tragenden Mäusen
-
2. Fehlen einer Thrombose
bei normalen Blutgefäßen
-
Zusätzlich zu
der Thrombose bei Tumorblutgefäßen zeigt
diese Studie auch, daß eine
intravenöse Verabreichung
des anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden
keine Thrombose in Blutgefäßen normaler
Organe induziert.
-
Trotz
einer Expression von VCAM-1 auf Gefäßen in Herz und Lunge von normalen
oder L540-Tumor-tragenden Mäusen
(Tabelle 1) trat nach einer anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden-Verabreichung keine Thrombose
auf. Keine Anzeichen einer Thrombose, einer Gewebeschädigung oder
einer veränderten
Morphologie wurden in 25 Mäusen
beobachtet, die 4 oder 25 Stunden zuvor früher Injektionen mit 5 bis 45
g Koaguligand erhalten hatten. Herz und Lungen derselben Maus, die
eine bedeutende Tumorthrombose aufwies, zeigten ein normales histologisches
Erscheinungsbild. Alle anderen wichtigen Organe (Hirn, Leber, Niere,
Milz, Pankreas, Intestinum, Testes) wiesen ebenfalls eine unveränderte Morphologie
auf.
-
Gefrierschnitte
von Organen und Tumoren von Koaguligand-behandelten Mäusen ergaben übereinstimmende
Färbungsmuster,
wenn sie entweder mit dem anti-TF-Antikörper 10H10 oder einem anti-Ratte-IgG-Antikörper entwickelt
wurden und bestätigten,
daß der
Koaguligand zu Gefäßen im Herzen,
der Lunge und von Tumoren gelangt war. Die Färbungsintensität entsprach
der, die beobachtet wurde, wenn der Koaguligand in hohen Konzentrationen
direkt auf die Schnitte appliziert wurde, gefolgt durch eine Entwicklung
mit anti-TF oder anti-Ratte-IgG,
was zeigt, daß eine
Bindungssättigung
in vivo erreicht worden war.
-
Diese
Studien zeigen, daß eine
Bindung eines Koaguligand an VCAM-1 an normale Vaskulatur im Herzen
und der Lunge nicht ausreicht, um eine Thrombose zu induzieren,
und daß Tumorvaskulatur
zusätzliche Faktoren
verfügbar
macht, um eine Gerinnung zu unterstützen.
-
BEISPIEL VII
-
Tumor-Zerstörung durch
anti-VCAM-1-Koaguligand in vivo
-
A. Methoden
-
CB17-SCID-Mäusemännchen wurden
subkutane Injektionen mit 1 × 107 L540 Zellen, wie oben beschrieben, verabreicht.
Wenn die Tumoren ein Volumen von 0,4-0,6 cm3 erreicht
hatten, erhielten die Mäuse intravenöse Injektionen
mit entweder 20 μg
anti-VCAM-1·tTF,
16 μg anti-VCAM-1-Antikörper, 4 μg tTF, einer Mischung
aus 16 μg
anti-VCAM-1-Antikörper
und 4 μg
tTF, 20 μg
Kontroll-IgG·tTF
oder Kochsalzlösung
injiziert. In einigen Studien wurde die Behandlung dreimal am Tag
0, 4 und 8 verabreicht. Ein Minimum von 8 Tieren wurde in jeder
Gruppe behandelt.
-
Die
Tiere wurden täglich
durch Messungen des Tumors und des Körpergewichts überwacht.
Die Mäuse
wurden getötet,
wenn die Tumoren einen Durchmesser von 2 cm3 erreicht
hatten oder früher,
wenn die Tumoren Anzeichen einer Nekrose oder Ulzeration zeigten.
Das Tumorvolumen wurde gemäß folgender
Formel berechnet: π/6 × D × d2, wobei D der größere Tumordurchmesser und d
der kleinere Durchmesser ist. Unterschiede in den Tumorwachstumsraten
wurden auf statistische Signifikanz unter Verwendung eines nicht-parametrischen
Tests (Mann-Whitney rank sum-Test), der keine Vermutung zur Normalverteilung
der Tumorgröße macht,
getestet (Gibbons, 1976).
-
B. Ergebnisse
-
Die
anti-Tumor-Aktivität
des anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden
wurde in SCID-Mäusen
bestimmt, die L 540-Tumoren von 0,3 bis 0,4 cm3 trugen.
Der Wirkstoff wurde i.v. dreimal in Intervallen von 4 Tagen verabreicht. Die
vereinigten Ergebnisse von 3 separaten Studien werden in 2 und
Tabelle 4 dargestellt. Das mittlere Tumorvolumen von anti-VCAM-1·tTF-behandelten Mäusen war
am Tag 21 der Behandlung signifikant reduziert (P<0,001) im Vergleich
zu allen anderen Gruppen. Neun von insgesamt 15 Mäusen, die
mit dem spezifischen Koaguliganden behandelt wurden, zeigten eine
Reduktion von mehr als 50% des Tumorvolumens. Diese Wirkung war
spezifisch, da unkonjugierter tTF, Kontroll-IgG-Koaguligand und
eine Mischung aus freiem anti-VCAM-1-Antikörper und tTF das Tumorwachstum
nicht beeinflußten.
-
TABELLE
4 Hemmung
des Tumorwachstums durch anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden
-
BEISPIEL VIII
-
Phosphatidylserin-Expression
auf Tumorblutgefäßen
-
A. Methoden
-
1. Antikörper
-
Anti-Phosphatidylserin
(anti-PS) und anti-Cardiolipin-Antikörper, beides monoklonale IgM-Antikörper aus
der Maus wurden, wie durch Rote (Rote et al., 1993) beschrieben,
hergestellt. Einzelheiten der Charakterisierung der anti-PS- und
anti-Cardiolipin-Antikörper
wurden ebenfalls von Rote et al. (1993) berichtet.
-
2. Nachweis
einer PS-Expression auf Gefäßendothel
-
L540-Tumor-tragende
Mäuse erhielten
Injektionen i.v. mit 20 μg
von entweder anti-PS- oder anti-Cardiolipin-IgM-Mäuseantikörper. Nach
10 Min. wurden die Mäuse
anästhetisiert
und ihr Blutkreislauf wurde mit heparinisierter Kochsalzlösung perfundiert.
Die Tumoren und normale Gewebe wurden entnommen und schockgefroren.
Serienschnitte von Organen und Tumoren wurden mit entweder HRP-markiertem
anti-Maus-IgM zur Detektion von anti-PS-Antikörper oder mit anti-VCAM-1-Antikörper, gefolgt
von HRP-markiertem anti-Ratte-IgG, gefärbt.
-
Um
Membranphospholipide auf Gefrierschnitten zu bewahren, wurde das
folgende Protokoll entwickelt. Die Tiere wurden mit DPBS mit 2,5
mM Ca2+ perfundiert. Die Gewebe wurden auf
3-Aminopropyltriethoxysilan-beschichtete Objektträger aufgezogen
und wurden innerhalb von 24 Stunden gefärbt. Zum Fixieren oder Waschen
der Objektträger
wurden keine organischen Lösungsmittel,
Formaldehyd oder Detergenzien verwendet. Die Objektträger wurden
durch DPBS mit 2,5 mM Ca2+ und 0,2% Gelatine
rehydratisiert. Dieselbe Lösung
wurde auch verwendet, um Schnitte zu waschen, um den Überschuß an ReMittel
zu entfernen. Die Schnitte wurden mit HRP-markiertem anti-Maus-IgM
3,5 Stunden bei Raumtemperatur inkubiert, um anti-PS-IgM nachzuweisen.
-
B. Ergebnisse
-
Um
das Fehlen einer thrombotischen Wirkung von anti-VCAM-1·tTF auf
VCAM-1-positive Vaskulatur in Herz und Lungen zu erklären, entwickelten
die Erfinder ein Konzept einer differentiellen PS-Lokalisierung zwischen
normalen und Tumorblutgefäßen. Speziell
stellten sie die Hypothese auf, daß Endothelzellen in normalen
Geweben PS auf die innere Oberfläche
der Plasmamembran-Phospholipid-Doppelschicht begrenzen, wo es außer Stande
ist, sich an thrombotischen Reaktionen zu beteiligen, während Endothelzellen
in Tumoren PS auf die äußere Oberfläche der
Plasmamembran translozieren, wo es die Gerinnungswirkung des Koaguliganden
unterstützen
kann. Eine PS-Expression auf der Zelloberfläche erlaubt eine Gerinnung,
da sie die Anheftung von Gerinnungsfaktoren an die Membran ermöglicht und
die Anordnung von Koagulation-Initiationskomplexen koordiniert (Ortel
et al., 1992).
-
Das
Modell der Erfinder einer PS-Translokation auf die Oberfläche von
Tumorblutgefäß-Endothelzellen, wie
hier entwickelt, ist insofern überraschend,
als eine PS-Expression nicht nach dem Zelltod auftritt und ihn nicht
zwangsläufig
auslöst.
Eine PS-Expression auf der Tumor-Endothelzell-Oberfläche ist
demnach ausreichend stabil, um zu ermöglichen, daß PS als eine anzielbare Instanz
für eine
therapeutische Intervention dient.
-
Um
die Hypothese zu bestätigen,
daß Tumorblutgefäßendothel
auf der luminalen Oberfläche
der Plasmamembran PS exprimiert, setzten die Erfinder Immunhistochemie
ein, um die Verteilung eines anti-PS-Antikörpers nach intravenöser Injektion
in L540-Tumor-tragenden Mäusen
zu bestimmen. Der anti-PS-Antikörper gelangte
innerhalb von 10 Min. zu einem Großteil von Tumorblutgefäßen, einschließlich Gefäßen in der
zentralen Region des Tumors, denen VCAM-1 fehlen kann. Gefäße, die
VCAM-1-positiv waren, waren auch hinsichtlich PS positiv. Folglich
gibt es eine koinzidente Expression von PS auf VCAM-1-exprimierenden
Gefäßen in Tumoren.
-
Bei
den in vivo-Studien zur Lokalisierung wurden keine der Gefäße in normalen
Organen, einschließlich
VCAM-1-positiver Vaskulatur von Herz und Lunge, angefärbt, was
zeigt, daß PS
auf der externen Oberfläche
von Endothelzellen nicht vorhanden ist. Im Gegensatz dazu waren
keine Unterschiede zwischen normalen Geweben und Tumor, Endothelzellen
oder anderen Zelltypen zu sehen, wenn Schnitte von normalen Geweben und
Tumoren direkt mit anti-PS-Antikörper
in vitro gefärbt
wurden, was zeigt, daß PS
in diesen Zellen vorhanden ist, jedoch nur auf der Oberfläche von
Endothelzellen in Tumoren exponiert wird.
-
Die
Spezifität
des Nachweises von PS wurde durch zwei unabhängige Studien bestätigt. Erstens
fand ein monoklonaler IgM-Antikörper
aus der Maus, gerichtet gegen ein anderes negativ geladenes Lipid,
Cardiolipin, in vivo nicht zum Tumor oder anderen Organen. Zweitens
hob eine Vorbehandlung von Gefrierschnitten mit Aceton eine Färbung mit
anti-PS-Antikörper auf,
vermutlich, weil dadurch die Lipide zusammen mit dem gebundenen
anti-PS-Antikörper extrahiert
wurden.
-
BEISPIEL IX
-
Annexin V blockiert eine
Koaguligandenaktivierung von Faktor X in vitro
-
A. Methoden
-
Die
Fähigkeit
von Annexin V, eine Faktor Xa-Bildung, induziert durch einen Koaguliganden,
zu beeinflussen, wurde durch einen Chromogen-Test, der oben in Beispiel
V beschrieben wurde, bestimmt. IL-1α-stimulierte bEnd.3-Zellen wurden
mit anti-VCAM-1·tTF
inkubiert und durch Saponin permeabilisiert. Annexin V wurde in
Konzentrationen im Bereich von 0,1 bis 10 μg/ml zugesetzt, und die Zellen
wurden. vor Zugabe von verdünntem
Proplex T 30 Min. inkubiert. Die Menge an Faktor Xa, die in Gegenwart
oder Abwesenheit von Annexin V erzeugt wurde, wurde, wie in Beispiel
V beschrieben, bestimmt. Jede Behandlung wurde mit Doppelbestimmungen
durchgeführt
und mindestens zweimal wiederholt.
-
B. Ergebnisse
-
Die
Notwendigkeit einer PS-Oberflächenexpression
bei der Koaguligandenaktivierung wird durch den Befund der Erfinder,
daß Annexin
V, das an PS mit hoher Affinität
bindet, die Fähigkeit
von an bEnd.3-Zellen gebundenem anti-VCAM-1·tTF, Faktor Xa in vitro zu
erzeugen, zu blockieren, weiter gezeigt.
-
Annexin
V, zugegeben zu permeabilisierten Zellen, die mit anti-VCAM-1·tTF vorinkubiert
wurden, hemmte die Bildung von Faktor Xa auf eine dosisabhängige Weise
(3). In Abwesenheit von Annexin V produzierte zellgebundener
Koaguligand 95 ng Faktor Xa pro 10.000 Zellen pro 60 Min. Die Zugabe
zunehmender Mengen an Annexin V (im Bereich von μg pro ml) hemmte die Faktor
Xa-Produktion. Bei 10 μg
pro ml hemmte Annexin V die Faktor Xa-Produktion um 58% (3).
Durch einen Anstieg der Konzentration von Annexin V während des
Tests wurde keine weitere Hemmung beobachtet, was zeigt, daß Annexin
V alle verfügbaren
Bindungsstellen bei 10 μg
pro ml sättigte.
-
BEISPIEL X
-
Annexin V
blockiert eine Koaguligandenaktivität in vivo
-
A. Methoden
-
Die
Fähigkeit
von Annexin V, eine Koaguliganden-induzierte Thrombose in vivo zu
hemmen, wurde in L540 Hodgkin-tragenden SCID-Mäusen untersucht. Wie oben in
Beispiel II beschrieben, wurden in Mäusen-Tumoren wachsen gelassen.
Zwei Mäuse
pro Gruppe (Tumorgröße 0,5 cm
Durchmesser) erhielten intravenös über die
Schwanzvene Injektionen mit einem der folgenden ReMittel: a) Kochsalzlösung; b)
100 μg Annexin
V; c) 40 μg
anti-VCAM-1·tTF; d)
100 μg Annexin
V, zwei Stunden später
gefolgt von 40 μg
anti-VCAM-1·tTF.
-
Vier
Stunden nach der letzten Injektion wurden die Mäuse anästhetisiert und mit Heparinenthaltender Kochsalzlösung perfundiert.
Die Tumoren wurden entnommen, mit 4% Formalin fixiert, in Paraffin
eingebettet und mit Hämatoxylin-Eosin
gefärbt.
Die Anzahl an Blutgefäßen mit
und ohne Thrombosen wurde gezählt,
und der Prozentsatz an Thrombosen wurde berechnet.
-
B. Ergebnisse
-
Annexin
V blockierte auch die Aktivität
des anti-VCAM-1·tTF-Koaguliganden
in vivo. Gruppen von Tumor-tragenden Mäusen wurden mit einem der Kontroll-
oder TestreMittel behandelt, wie unter Methoden beschrieben. Die
Mäuse erhielten
(a) Kochsalzlösung;
(b) 100 μg
Annexin V; (c) 49 μg
anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand;
oder (d) 100 μg
Annexin V, gefolgt zwei Stunden später von 40 μg anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand.
Identische Ergebnisse wurden für
beide Mäuse
pro Gruppe erhalten.
-
In
Tumoren, die aus Mäusen
stammten, die Kochsalzlösung
injiziert bekamen, wurde keine spontane Thrombose, Hämorrhagie
oder Nekrose beobachtet.
-
In Übereinstimmung
mit anderen hier dargestellten Ergebnissen verursachten 40 μg anti-VCAM-1·tTF-Koaguligand
eine Thrombose in 70% der Gesamtheit von Tumorblutgefäßen. Der
Hauptanteil an Blutgefäßen war
mit dicht gepackten Erethrozyten und Gerinnseln verschlossen, und
die Tumorzellen waren voneinander separiert. Beide Koaguliganden-induzierten anti-Tumor-Wirkungen,
d.h. intravaskuläre Thrombose
und Veränderungen
in der Tumorzellmorphologie, wurden durch Vorbehandeln der Mäuse mit
Annexin V vollständig
aufgehoben.
-
Diese
Befunde bestätigen,
daß die
anti-Tumor-Wirkungen von Koaguliganden durch die Blockierung der
Tumorvaskulatur vermittelt werden. Diese Ergebnisse zeigen auch,
daß PS
für eine
Koaguliganden-induzierte Thrombose in vivo wesentlich ist.
-
BEISPIEL XI
-
Externalisiertes Phosphatidylserin
ist ein allgemeiner Marker von Tumorblutgefäßen
-
A. Methoden
-
Eine
PS-Exponierung auf Tumor- und normalem Gefäßendothel wurde in drei Tumor-Tiermodellen untersucht:
L540, Hodgkin-Lymphom; NCI-H358, nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom;
und HT29, Kolon-Adenokarzinom (ATCC). Um die Tumoren in vivo wachsen
zu lassen, wurden 2 × 106 Zellen in die rechte Flanke von SCID-Mäusen injiziert,
und der Tumor wurde bis zu einem Durchmesser von 0,8 bis 1,2 cm
wachsen gelassen. Mäuse,
die große
Tumoren (mit einem Volumen von mehr als 800 mm3)
trugen, erhielten intravenöse
Injektionen über
die Schwanzvene mit 20 μg
von entweder anti-PS- oder anti-Cardiolipin-Antikörpern. Der anti-Cardiolipin-Antikörper diente
als eine Kontrolle in allen Studien, da beide Antikörper gegen
negativ geladene Lipide gerichtet sind und zur selben Klasse von
Immunglobulinen (Maus-IgM) gehören.
-
Eine
Stunde nach Injektion wurden die Mäuse anästhetisiert, und ihre Blutzirkulation
wurde mit Heparin-enthaltender Kochsalzlösung perfundiert. Tumoren und
normale Organe wurden entnommen und schockgefroren. Gefrierschnitte
wurden mit einem anti-Maus-IgM- Peroxidase-Konjugat
(Jackson Immunoresearch Labs) gefärbt, gefolgt von einer Entwicklung
mit Carbazol.
-
B. Ergebnisse
-
Die
anti-PS-Antikörper
gelangten spezifisch zu der Vaskulatur aller drei Tumoren (HT 29,
L540 und NCI-H358) in vivo, wie durch Nachweis des Maus-IgM gezeigt
wurde. Die durchschnittlichen prozentualen Anteile von Gefäßen, die
in den Tumoren gefärbt
waren, betrugen 80% für
HT29, 30% für
L540 und 50% für NCI-H358.
Gefäße in allen
Bereichen des Tumors waren gefärbt
und die Färbung
betraf sowohl kleine Kapillaren als auch größere Gefäße.
-
Keine
Färbung
von Gefäßen wurde
mit anti-PS-Antikörpern
in beliebigen normalen Geweben beobachtet. In der Niere wurden Tubuli
sowohl mit anti-PS als auch anti-CL gefärbt, und dies steht wahrscheinlich im
Zusammenhang mit der Sekretion von IgM durch dieses Organ (Tabelle
5). Anti-Cardiolipin-Antikörper
wurden in keinem Tumor und keinen normalen Geweben, mit Ausnahme
der Niere, nachgewiesen.
-
Diese
Befunde zeigen, daß nur
Tumorendothel an der äußeren Seite
der Plasmamembran PS exponiert.
-
TABELLE
5 Lokalisierung
von anti-PS- und anti-Cardiolipin-Antikörpern in Gefäßen von
Tumor-tragenden
Mäusen*
-
-
- *Die biologische Verteilung in normalen Organen von sowohl
anti-PS- als auch anti-Cardiolipin-Antikörpern war in
allen drei Tumor-Tiermodellen identisch.
- Anti-PS-
und anti-Cardiolipin-Antikörper
wurden auf Gefrierschnitten unter Verwendung eines anti-Maus-IgM-Peroxidase-Konjugats
nachgewiesen. – keine;
+ schwache; ++ mittlere;
- +++ starke Färbung;
entsprechend dem Endothelmarker Meca 32 (pan).
- Eine
Färbung
der Tubuli wurde in den Nieren von sowohl anti-PS- als auch anti-CL-Empfängern beobachtet.
-
Um
den Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem die Tumorvaskulatur die Fähigkeit
verliert, PS auf die innere Seite der Membran zu beschränken, untersuchten
die Erfinder eine anti-PS-Lokalisierung
in L540-Tumoren mit einem Volumen im Bereich von 140 bis 1.600 mm3. Die Mäuse
wurden nach ihrer Tumorgröße in drei
Gruppen eingeteilt: 140-300, 350-800 und 800-1.600 mm3.
In drei Mäusen,
die kleine L540-Tumore (bis zu 300 mm3) trugen,
wurde anti-PS-Antikörper nicht
nachgewiesen. Anti-PS-Antikörper
reicherte sich in drei Tieren von 5 in der Gruppe mit L540-Tumoren
von mittlerer Größe und in
allen Mäusen
(4 von 4), die große
L540-Tumore trugen, an (Tabelle 6). Der prozentuale Anteil von PS-positiven
Blutgefäßen insgesamt
(identifiziert durch den pan-Endothelmarker Meca 32) betrug 10-20%
in der Gruppe mit mittleren L540-Tumoren und 20-40% in der Gruppe
mit großen
L540-Tumoren (Tabelle 6).
-
TABELLE
6 In
mittelgroßen
und großen
Tumoren nachgewiesene PS-Externalisierung
-
- *L540 CY-Tumore tragende Mäuse wurden nach der Tumorgröße in drei
Gruppen eingeteilt. 20 g anti-PS-Antikörper wurden i.v. injiziert
und 1 Stunde in der Zirkulation gelassen. Mäuse-Antikörper wurden auf Gefrierschnitten
unter Verwendung eines anti-Maus-IgM-Peroxidase-Konjugats nachgewiesen.
- Die
Gesamtzahl von Blutgefäßen wurde
unter Verwendung des Endothel-Antikörpers Meca 32 (pan) bestimmt.
PS-positive und Meca-positive Gefäße wurden in 4 Feldern pro
Querschnitt eines Tumors gezählt.
Gezeigt wird der Bereich von PS-positiven Gefäßen (%) innerhalb derselben
Gruppe.
-
BEISPIEL XII
-
Anti-Tumor-Wirkungen unkonjugierter
anti-Phosphatidylserin-Antikörper
-
A. Methoden
-
Die
Wirkungen von anti-PS-Antikörpern
wurden in syngenen und xenogenen Tumormodellen untersucht. Für das syngene
Modell wurden 1 × 107 Zellen eines kolorektalen Karzinoms der
Maus, Colo 26 (erhalten von Dr. Ian Hart, ICRF, London), subkutan
in die rechte Flanke von Balb/c-Mäusen injiziert. Bei dem xenogenen
Modell wurde ein menschliches Hodgkin-Lymphom L540-Fremdtransplantat ("Xenograft") etabliert, indem
1 × 107 Zellen subkutan in die rechte Flanke von
CB17 SCID-Mäusemännchen injiziert
wurden. Tumore wurden bis zu einer Größe von ungefähr 0,6 bis
0,9 cm3 vor der Behandlung wachsen gelassen.
-
Tumor-tragende
Mäuse (4
Tiere pro Gruppe) erhielten Injektionen i.p. mit 20 μg nacktem
anti-PS-Antikörper
(IgM); Kontroll-Mäuse-IgM
oder Kochsalzlösung.
Die Behandlung wurde dreimal mit einem Intervall von 48 Stunden
wiederholt. Die Tiere wurden täglich
bezüglich
Messungen des Tumors und Körpergewichts überwacht.
Das Tumorvolumen wurde, wie in Beispiel VII beschrieben, berechnet.
Die Mäuse
wurden getötet, wenn
die Tumoren 2 cm3 erreicht hatten oder früher, wenn
die Tumoren Anzeichen einer Nekrose oder Ulzeration zeigten.
-
B. Ergebnisse
-
Das
Wachstum sowohl von syngenen als auch von xenogenen Tumoren wurde
durch eine Behandlung mit nackten anti-PS-Antikörpern wirksam gehemmt (4A und 4B).
Anti-PS-Antikörper verursachten
eine Verletzung der Tumorvaskulatur, die von einer Thrombose und
Tumornekrose begleitet wurde. Das Vorhandensein von Gerinnseln und
einer Desintegration von Tumormasse, welche die blockierten Blutgefäße umgab,
war offensichtlich.
-
Quantitativ
hemmte die Behandlung mit nacktem anti-PS-Antikörper das Tumorwachstum um bis
zu 60% des Kontroll-Tumorvolumens in Mäusen, die große Colo
26-Tumoren (4A) und L540-Tumoren (4B) trugen. Keine Verzögerung des Tumorwachstums wurde
in Mäusen
gefunden, die mit Kochsalzlösung
oder Kontroll-IgM behandelt wurden. Keine Toxizität wurde
bei Mäusen
beobachtet, die mit anti-PS-Antikörpern behandelt wurden, wobei
normale Organe eine unveränderte
Morphologie bewahrten, die von der bei unbehandelten oder mit Kochsalzlösung behandelten
Mäusen
nicht zu unterscheiden war.
-
Die
Tumorregression setzte 24 Stunden nach der ersten Behandlung ein,
und die Tumoren verkleinerten ihre Größe in den nächsten 6 Tagen weiter. Dies
wurde sowohl in syngenen als auch immunbeeinträchtigten Tumormodellen beobachtet,
was zeigt, daß die
Wirkung durch (einen) Immunstatus-unabhängige(n) Mechanismus/Mechanismen
vermittelt wurde. Darüberhinaus
war der Rückgang
der Tumorlast mit der Zunahme der Aufmerksamkeit und einer Verbesserung
der allgemeinen gesunden Erscheinung der Tiere im Vergleich zu Kontrollmäusen, die
Tumoren von mehr als 1500 mm3 betrugen,
verbunden. Ein Weiterwachsen der Tumore trat 7-8 Tage nach der ersten
Behandlung auf.
-
Die
Ergebnisse, die mit der anti-PS-Behandlung von L540-Tumoren erhalten
wurden, sind aus folgenden Gründen
weiter bestechend. Bemerkenswerterweise trat die Tumornekrose, die
bei der L540-Tumorbehandlung beobachtet wurde, trotz der Tatsache
auf, daß der
prozentuale Anteil an Gefäßen, die
PS-positiv gefärbt
waren, in L540-Tumoren geringer war als in HT 29- und NCI-H358-Tumoren. Dies legt nahe,
daß sogar eine
schnellere Nekrose resultieren würde,
wenn andere Tumorarten behandelt würden. Weiterhin werden L540-Tumoren
allgemein als ein experimentelles Modell gewählt, da sie saubere histologische
Schnitte verfügbar
machen, und da sie tatsächlich
bekannt dafür
sind, Nekrose zu widerstehen.
-
BEISPIEL XIII
-
Anti-Tumor-Wirkungen
von Annexin-Konjugaten
-
Der überraschende
Befund, daß Aminophospholipide
stabile Marker der Tumorvaskulatur sind, bedeutet auch, daß Antikörper-therapeutisches-Mittel-Konstrukte
zur Krebsbehandlung verwendet werden können. Die Erfinder schlußfolgerten,
daß zusätzlich zum
Verwenden von Antikörpern
als zielgerichteten Mitteln Annexine und andere Aminophospholipid-bindende
Protein auch verwendet werden könnten,
um therapeutische Mittel spezifisch an die Tumorvaskulatur abzugeben.
Die folgenden Ergebnisse zeigen die anti-Tumor-Wirkungen, die aus
der Verabreichung von Annexin-TF-Konstrukten in vivo resultieren.
-
A. Methoden
-
Ein
Annexin-V-tTF-Konjugat wurde hergestellt und nu/nu-Mäusen mit
soliden Tumoren verabreicht. Die Tumoren waren aus menschlichen
HT29 kolorektalen Karzinom-Zellen gebildet, die Tumoren von mindestens
ungefähr
1,2 cm3 Größe bildeten. Der Annexin-V-tTF-Koaguligand (10 μg) wurde
intravenös
verabreicht und 24 Stunden in der Zirkulation belassen. Mit Kochsalzlösung behandelte
Mäuse wurden
als Kontrolltiere separat gehalten. Nach der Behandlungsdauer von
einem Tag wurden die Mäuse
getötet
und ausgeblutet, und die Tumoren und hauptsächlichen Organe wurden zur
Analyse gewonnen.
-
B. Ergebnisse
-
Es
zeigte sich, daß das
Annexin-V-tTF-Konjugat eine Gerinnung in Tumorblutgefäßen in HT29-Tumor-tragenden
Mäusen
spezifisch induzierte. Annähernd
55% der Tumorblutgefäße in den
mit Annexin-V-tTF-Konjugat behandelten Tieren wiesen nach einer
einzelnen Injektion Thrombosen auf. Im Gegensatz dazu gab es minimale
Anzeichen einer Thrombose in der Tumorvaskulatur der Kontrolltiere.
-
BEISPIEL XIV
-
Phosphatidylserin-Translokation
in der Tumorumgebung
-
Die
Entdeckung von PS als einem in vivo-Oberflächenmarker, der bei Tumorvaskulaturendothelzellen einzigartig
ist, veranlaßte
die Erfinder, die Wirkung einer Tumorumgebung auf die PS-Translokation
und -expression auf der äußeren Membran
zu untersuchen. Das vorliegende Beispiel zeigt, daß das Exponieren
von Endothelzellen in vitro gegenüber bestimmten Bedingungen,
die jene in einem Tumor nachahmen, die beobachtete PS-Oberflächenexpression
in intakten, lebensfähigen
Zellen verdoppelt.
-
A. Methoden
-
bEnd.3-Endothelzellen
aus der Maus wurden mit einer anfänglichen Dichte von 50.000
Zellen/Well ausgesät.
Vierundzwanzig Stunden später
wurden die Zellen mit ansteigenden Konzentrationen H2O2 (von 10 μM bis 500 μM) für 1 Stunde
bei 37°C
inkubiert oder unbehandelt gelassen. Am Ende der Inkubation wurden die
Zellen 3 mal mit PBS, das 0,2% Gelatine enthielt, gewaschen und
mit 0,25% Glutaraldehyd fixiert. Die Zellen in identischen Wells
wurden entweder mit anti-PS-IgM gefärbt oder trypsinisiert und
auf ihre Lebensfähigkeit
durch den Trypan Blau-Ausschluß-Test
untersucht. Für
die anti-PS-Färbung
wurden die Zellen nach Blockieren mit 2% Gelatine für 10 Min.
mit 2μg/ml
anti-PS-Antikörper
inkubiert, gefolgt von einem Nachweis mit anti-Maus-IgM-HRP-Konjugat.
-
Wells,
in denen bEnd.3-Endothelzellen der Maus ausgesät waren, wurden ebenfalls mit
verschiedenen Effektoren inkubiert und mit Kontroll-Wells mit unbehandelten
Zellen nach einer Inkubation bei 37°C nach derselben Zeitdauer verglichen.
Die Gruppe der getesteten Effektoren beinhaltete TNF, LPS, bFGF,
IL-1α, IL-1β und Thrombin.
Nach der Inkubation wurden die Zellen gewaschen und fixiert und
wurden wieder entweder mit anti-PS-IgM gefärbt oder auf ihre Lebensfähigkeit
unter Verwendung des Trypan Blau-Ausschluß-Tests untersucht, wie oben
beschrieben.
-
B. Ergebnisse
-
1. PS-Induktion durch
H2O2
-
Eine
Exponierung von Endothelzellen gegenüber H2O2 in Konzentrationen von mehr als 100 μM verursache
eine PS-Translokation in rund 90% der Zellen. Diese war allerdings
begleitet von einem Ablösen
der Zellen vom Substrat und einer Abnahme der Lebensfähigkeit
der Zellen auf ungefähr
50-60%. Der Zusammenhang von PS-Oberflächenexpression mit abnehmender
Lebensfähigkeit
der Zellen ist verständlich,
obwohl es noch interessant ist, zu bemerken, daß rund 90% PS-Translokation
bei einer Abnahme der Lebensfähigkeit der
Zellen von nur 50-60% beobachtet wurden.
-
Die
Verwendung von H2O2-Konzentrationen
von weniger als 100 μM
führte
zu einer signifikanten PS-Expression ohne nennenswerte Reduktion
der Lebensfähigkeit
der Zellen. Beispielsweise wurde PS auf der Zelloberfläche von
ungefähr
50% der Zellen in allen Wells mit H2O2-behandelten Zellen nachgewiesen, wobei
H2O2 in solch niedrigen
Konzentrationen wie 20 μM
verwendet wurde. Wichtig ist, anzumerken, daß bei diesen geringen H2O2-Konzentrationen die
Zellen fest an den Kunststoff und aneinander geheftet blieben, und keine
morphologischen Änderungen
zeigten und keine Anzeichen einer Zytotoxizität aufwiesen. Genaue Analysen
ergaben im wesentlichen 100%-igen Zell-Zell-Kontakt, Beibehaltung
der richtigen Gestalt der Zelle und ein intaktes Zytoskelett.
-
Die
50%-ige PS-Oberflächenexpression,
die durch niedrige Spiegel von H2O2 induziert wurde, wurde demnach bei allen
Zellpopulationen beobachtet, bei denen die Lebensfähigkeit
der Zellen mit der der unbehandelten Kontroll-Zellen identisch war
(d.h. 95%). Die PS-Expression,
die mit hohen H2O2-Konzentrationen verbunden
war, wurde durch eine Zellschädigung
begleitet, und die PS-positiven Zellen, die über 100 μM H2O2 ausgesetzt waren, lösten sich ab, flotierten und
hatten zerstörte
Zytoskelette.
-
Der
Erhalt der Lebensfähigkeit
der Zellen in Gegenwart niedriger Konzentrationen von H2O2 stimmt mit den Ergebnissen aus anderen
Laboren überein.
Beispielsweise zeigten Schorer et al (1985), daß menschliche Endothelzellen
der Nabelschnurvene (human umbilical vein endothelial cells, HUVEC),
die mit 15 μM
H2O2 behandelt wurde,
im Durchschnitt 90 bis 95% Lebensfähigkeit der Zellen zeigten
(beschrieben als 5% bis 10% Verletzung), während jene, die 1500 μM H2O2 ausgesetzt waren,
nur zu 0%-50% lebensfähig
waren (50% bis 100% Verletzung).
-
Die
Verwendung von H2O2,
um die Tumorumgebung in vitro nachzuahmen, ist auch insofern geeignet, als
die Tumorumgebung reich an inflammatorischen Zellen ist, wie etwa
Makrophagen, PMNs und Granulozyten, die H2O2 und andere reaktive Sauerstoffspezies produzieren.
Obwohl niemals zuvor mit stabilen Tumorvaskulatur-Markern in Verbindung
gebracht, ist von Entzündungszellen
bekannt, daß sie
eine Endothelzellverletzung durch Mechanismen, an denen reaktive
Sauerstoffspezies, welche die Anwesenheit von H2O2 erfordern, beteiligt sind, vermitteln (Weiss
et al, 1981; Yamada et al, 1981; Schorer et al, 1985). Tatsächlich haben Studien
gezeigt, daß eine
Stimulation von PMNs in vitro Konzentrationen von H2O2 herstellen, die ausreichen, um eine subletale
Endothelzellschädigung
zu verursachen ohne den Zelltod (gemessen durch Chrom-Freisetzungstests)
oder zelluläre
Ablösung
zu verursachen, und daß diese
H2O2-Konzentrationen
in vivo lokal erreichbar sind (Schorer et al, 1985).
-
Die
vorliegenden Ergebnisse zur in vitro-Translokation korrelieren mit
den früheren
Ergebnissen, die zeigen, daß anti-PS-Antikörper in
vivo spezifisch an Endothelzellen der Tumorvaskulatur gelangen und
nicht an Zellen in normalen Geweben binden. Der Befund, daß in vivo-ähnliche
Konzentrationen von H2O2 eine PS-Translokation
auf die Endothelzelloberfläche
induzieren, ohne die Zellintegrität aufzulösen, hat wichtige Auswirkungen
zusätzlich
zur Validierung der in vivo-Originaldaten und den therapeutischen
Ansätzen
der Erfinder.
-
Endothelzellen
von Mensch, Rind und Maus sind alle dafür bekannt, daß sie unter
normalen Bedingungen PS-negativ sind. Jede früher dokumentierte PS-Expression
ist immer mit Zellschädigung
und/oder Zelltod verbunden gewesen. Dies ist bei den vorliegenden
Studien einfach nicht der Fall, bei denen eine normale Lebensfähigkeit
aufrechterhalten wurde. Dies zeigt, daß eine PS-Translokation im
Tumorgefäßendothel durch
biochemische Mechanismen vermittelt wird, die von einer Zellschädigung entkoppelt
sind. Es wird davon ausgegangen, daß dies die erste Demonstration
einer PS-Oberflächenexpression
in morphologisch intakten Endothelzellen ist, und der erste Hinweis,
daß eine
PS-Expression vom Apoptoseweg/von den Apoptosewegen abgekoppelt
sein kann. Um zu der Funktionsfähigkeit
der vorliegenden Erfindung zurückzukehren,
diese Beobachtungen bestätigen
wieder, daß PS
ein dauerhafter an stelle eines transienten Markers von Tumorblutgefäßen und
ein geeigneter Kandidat zur therapeutischen Intervention ist.
-
2. Eine PS-Expression
korreliert nicht mit einer Zellaktivierung
-
Die
Bedeutung dieser in vitro-Ergebnisse für die Tumorumgebung wird auch
durch die Tatsache verstärkt,
daß andere,
allgemeine Zellaktivatoren ohne Wirkung auf eine PS-Translokation in
Endothelzellen sind. Beispielsweise überprüften die Erfinder TNF in ähnlich kontrollierte
Studien und stellten fest, daß trotz
der erwarteten Zunahmen der E-Selektin- und VCAM-Expression TNF
nicht in der Lage ist, eine PS-Oberflächenexpression zu induzieren.
Auf ähnliche
Weise waren LPS, bFGF, IL-1α und
IL-1β alle
ohne Wirkung auf eine PS-Expression
in entsprechend kontrollierten Studien.
-
3. PS-Induktion
durch Thrombin
-
Im
Gegensatz zum Fehlen von Wirkungen anderer Zellaktivatoren wurde
von Thrombin beobachtet, daß es
eine PS-Expression steigert, obwohl nicht in demselben Ausmaß wie H2O2. Dieses Ergebnis
ist ebenfalls ein integraler Teil des Tumor-Induktionsmodells der
PS-Expression, die
von den Erfindern der vorliegenden Erfindung entwickelt wurde (eine
Thrombin-induzierte PS-Oberflächenexpression
in normalen Geweben würde
auch die Gerinnung fördern,
da eine PS-Expression das Zusammensetzen von Koagulations-Initiationskomplexen
koordiniert (Ortel et al, 1992)).
-
Von
der Tumorumgebung ist bekannt, daß sie prothrombotisch ist,
derart, daß die
Tumorvaskulatur gegenüber
einer Gerinnung prädisponiert
ist (US-Patent 5,877,289). Da Thrombin ein Produkt der Gerinnungskaskade
ist, ist es in der Tumorvaskulatur vorhanden. Tatsächlich induziert
die Anwesenheit von Thrombin eine VCAM-Expression, was dazu beiträgt, daß den Erfindern
ermöglicht
wurde, VCAM als einen anzielbaren Marker der Tumorvaskulatur auszunutzen
(US-Patente 5,855,866; 5,877,289). Die vorliegenden Ergebnisse zeigen,
daß Thrombin
ebenfalls eine PS-Expression induziert, sind folglich sowohl für ein Anzielen
von Aminophospholipiden mit nackten Antikörpern als auch mit therapeutischen
Konjugaten von Bedeutung und erklären weiter die vorteilhaften
Wirkungen des anti-VCAM-Koaguligand-enthaltenden Gewebefaktors (Beispiel
VII).
-
Alle
die hier offenbarten und beanspruchten Zusammensetzungen und Verfahren
können
angesichts der vorliegenden Erfindung ohne unzumutbares Experimentieren
hergestellt und durchgeführt
werden.
-
Referenzen
-
Die
folgenden Referenzen werden hier in dem Umfang, in dem sie zusätzlich zu
den hier dargestellten beispielhafte Einzelheiten des Verfahrens
oder andere Einzelheiten verfügbar
machen, unter Bezugnahme speziell aufgenommen.
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