DE699111C - Vorrichtung zum Verdampfen und Destillieren - Google Patents
Vorrichtung zum Verdampfen und DestillierenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist eine ,Vorrichtung zum Verdampfen und Destillieren,
die durch Ausbildung eines einheitlichen, verhältnismäßig großen Verdampfungsraumes
mit nahe beieinanderliegenden Heizflächen die beiderseitige Beheizung dünner Flüssigkeitsschichten
unter Vermeidung schädlicher Stauungen durch Dampfanreicherung ermöglicht. _ -'.-.-
Es sind bereits Verdampfungssysteme bekannt, bei denen zur Herbeiführung dünner
Flüssigkeitsschichten die Verdampferräume in eine Vielzahl von Rohren und Röhrchen
aufgeteilt oder mit Verteilungselementen ver-
>5 schiedenster Art durchsetzt sind. .Diese bekannte
Anordnung hat den Nachteil, daß Druckschwankungen im Verdampfer sich nur äußerst schwer ausgleichen können, daß'Betriebsstörungen
in den einzelnen Verdampfer-
ao rohren schwer feststellbar und schwer zu" beheben
sind, der Verdampfungsvorgang vor allem auch in den einzelnen Ringzotien je
nach dem Durchmesser hin häufig ein sehr verschiedener ist. Auch stellt die Unterteilung
des Verdampfungsraumes in ein Rohrsystem oder Doppelrohrsystem sowohl mit Außenbeheizung wie mit Innen- und. Außenbeheizung
keine ausreichende Lösung dar, da infolge des Auftriebes der Dampf Waschen sich
ein Gemisch aus Flüssigkeit und Dampfbläschen bildet, das. lebhaft wirbelnd in den Rohren
aufsteigt und hierdurch in der kletternden ■ Flüssigkeitssäule so viel Dampf ist, daß der
Flüssigkeitsresjb -in sehr dünnen Schichten an die Rohrwandung, gedrückt wird, aber auch
hierdurch eine einwandfreie Verdampfung nicht erzielt wird. Durch die Innenbeheizung
der engen Ringrohre werden die sich aus der ständigen Dampfgehaltszunahme ergebenden
Schwierigkeiten noch vermehrt. - Sie führen dazu, daß die Dampfblasen den gesamten
Ringraum unterbrechen. In diesem Augenr blick treten Überhitzung und Zersetzungen
ein.
Es ist ferner bekannt, den Flüssigkeitsraum bei einem'Verdampfer von konzentrischen
Rohren zu bilden, derart, daß in einem ringförmigen Raum verdampft wird. Der Ringraum bleibt aber in seiner ganzen Höhe
konstant; was sich nachteilig, insbesondere 5« bei hohen Durchflußgeschwindigkeiten auswirkt,
so daß es zu Stauungen kommen kann, die den Verdampfungsprozeß beeinträchtigen.
Es wurde nun gefunden, daß man allen diesen Schwierigkeiten begegnen und sich 5b
trotzdem, auch bei beiderseitiger Beheizung, des Vorteils des: Verdampfens in einem ringförmigen
Raum zwischen konzentrischen
Heizflächen in dünnen Schichten versichern kann, indem der gegenseitige Abstand der die
Verdampfungskammer bildenden Heizwände nicht gleichbleibend gehalten wird, sonde
die Heizwände divergierend durch Auskröj fungen in stufenweise sich vergrößernden Jw-?
ständen o. dgl. angeordnet werden.
Eine solche Ausführung ist insbesondere bei hohen Durchflußgeschwindigkeiten von
io' besonderem Vorteil, wenn die Verdampfung
ruhig und gleichmäßig vor sich gehen soll; denn im Zuge der Destillation verändern sich
sowohl die Summe des Volumens an Lösung und Dampf als auch das Verhältnis der
Volumina der beiden und die Konzentration der Lösung. Durch die im allgemeinen eintretende
starke Vermehrung des Gesamtvolumens erfolgt mit zunehmender Verdampfung in einem gleichdimensionierten Ringraum
eine~ sehr starke Geschwindigkeitserhöhung. Eine Erweiterung des gegenseitigen Abstandes
der Verdampfungskammer verhindert dabei etwaige Stauungen, die vor allem bei empfindlichen Flüssigkeiten, wie Wasserstoffsuperoxyd,
leicht zu Zersetzungen Veranlassung geben können. Die grundsätzlichen Vorzüge des Destillierens im engen Raum werden
hierdurch keinesfalls in Frage gestellt, da das Maß der Erweiterung sich durchaus in
den Grenzen des vorteilhaften Abstandes halten kann, d. h. also wenn im wesentlichen ein
Abstand von etwa 40 mm nicht überschritten wird.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, waagerecht liegende Schlangenwindungen einer
Rohrschlange, in der schwer siedende Flüssigkeiten ausgedampft werden sollen, mit
jeder Windung im Querschnitt größer zu gestalten. Hierbei weist das Rohr jedoch mehrfache
Krümmungen auf, durch die wieder Stauungen auftreten. Dadurch ist es nicht
möglich, in dünnen Schichten zu destillieren. Bei Anwendung der Maßnahme der Erfindung,,
den engen, ringförmigen Raum etwas divergierend verlaufen zu lassen, d.h. einer Maßnahme, die der Verdampfung in dünnen
Schichten an sich gegenteilig zu laufen . scheint, war' es überraschend, und es konnte
nicht vorausgesehen werden,- daß trotz dieser Maßnahme eine Destillation in dünnen Schichten
möglich ist. Es werden nicht nur die Vorteile des Destillierens im engen Raum beibehalten,
sondern es werden überhaupt jegliche Stauungen o. dgl. bei dem Verdampfen gemaß
Erfindung vermieden, was insbesondere bei empfindlichen Flüssigkeiten, wie Wasserstoffsuperoxyd,
sehr ins Gewicht fällt.
Zur Aufrechterhaltung eines gleichbleibenden Verhältnisses von Zufuhr und Verdampfung,
vornehmlich bei der Destillation von Persulfatlösungen u. dgl., werden im Destilla
tionsgefäß oder in mehreren Destillationsgefäßen zweckmäßig ein oder mehrere parallel
zu schaltende Rezipienten vorgeschaltet, die iwohl mit der Flüssigkeitsseite als auch der
:- bzw. Abdampfseite des Destillationsßes
in Verbindung stehen. Die Anwenig von Rezipienten ist zwar an sich bekannt.
Bei der Herstellung von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von Persalzlösung
hat man jedoch bisher als Zuflußregler Kapillarrohrzuführungen bevorzugt. Dabei
sind jedoch leicht Verstopfungen möglich, die durch Verwendung von Dosierhähnen nicht
beseitigt' werden, abgesehen davon, daß sie einer ständigen Überwachung bedürfen.
Die Gefahr, bei Anordnung zahlreicher Verdampfungsrohre oder konzentrischer Doppelrohre
ständig mit unerwünschtem Dampfverschluß rechnen zu müssen, hat es mit sich
gebracht, daß man auch möglichst dafür Sorge tragen mußte, jede Stauung im oberen
Verdampferteil durch Pralfflächen u.dgl. zu vermeiden. Man hat sich deshalb im allgemeinen
darauf eingestellt, besondere Abscheidergefäße nachzuschalten. Gemäß der Erfindung ist eine vorteilhafte Anordnung getroffen,
bei der der Kopf des Kernheizkörpers derart, z. B. pilzartig ausladend, ausgebildet
und der diesen Kopf überragende Dom mit Prallflächen derartig ausgestattet ist, daß die
abziehenden Dämpfe vor ihrem Austritt mehrfach
aus ihrer Richtung gezwungen und von Flüssigkeifsresten befreit werden.
Diese Anordnung gestattet, den abziehenden Dämpfen Prallflächen entgegenzusetzen
sowie die Dämpfe selbst gebunden abzuführen und sie damit schon im Verdampfer zur
Abgabe von Flüssigkeitsresten zu zwingen, so daß die Gefahr irgendwelcher Stauungen
hier praktisch nicht mehr gegeben ist. Die Dämpfe können sich freiyentbinden, es findet
ein ständiger Ausgleich über den gesamten Ringraum statt. Die Dampf blasen- können
unter keinen Umständen solche Ausmaße erlangen, daß sie etwa den Ringraum vollkommen
abschließen, was bei schmalen Dampfrohren häufig eintritt und zu örtlichen Zersetzungen
u. dgl. führt.
Die Lage der den Verdampfungsraum im na
wesentlichen bildenden Heizwände kann je nach den vorhandenen Bedürfnissen beliebig
sein, d. h. die Heizwände können horizontal, vertikal oder geneigt, parallel zueinander oder
auch in verschiedenem Winkel zueinander angeordnet sein. Ebenso können die Heizflächen
verschiedene Oberflächen oder voneinander abweichende Gestalt haben, beispielsweise eine
der Heizflächen glatt, die andere gekröpft ausgebildet sein.
Die Verdampfung selbst kann unter gewöhnlichem Druck, unter Vakuum oder auch
unter erhöhtem Druck vor sich gehen. Als Werkstoff für den Verdampfungskörper, insbesondere
die Heizflächen, kann sowohl Stahl, Guß, Kupfer oder jedes Material verwendet,.
werden und gegebenenfalls auch für Schute*?
überzüge in dünnster Schichtlage aus geeig/·' neten Materialien Sorge getragen werden.
Für diese Schutzüberzüge können Stoffe verwendet
werden, die jedem chemischen Angriff durch das Verdampfungsgut gewachsen sind, und zwar geeignete Metalle, Legierungen
oder Emailleüberzüge, Verbleiungen o. dgl.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zum Verdampfen und zur- Destillationsbebehändlung
von Flüssigkeiten und Lösungen verschiedenster Art, die zu Zersetzungen oder nachteiligen Veränderungen bei Erhitzen
neigen oder die Heizflächen angreifen und auf diese Weise zu Verunreinigungen der
Konzentrate o. dgl. bzw. zu vorzeitiger Abnutzung des Apparates führen, insbesondere
für die Behandlung von Perschwefelsäure und von sauren Lösungen der' Persalze für die
Gewinnung von Wasserstoffsuperoxyd.
Die Vorrichtung kann ferner für die Verdampfungs- öder Eindampfungsprozesse anderer
leicht zersetzlicher Flüssigkeiten verwendet werden, beispielsweise zum Eindampfen
von Milch und Zucker, Traubenmost, gewissen Pflanzensäften, Fruchtsäften usw., sowie
zum Destillieren von Ameisensäure, Formaldehyd und natürlichen oder künstlichen Duftstoffen. Die Vorrichtung ist auch geeignet
für die Konzentration saurer Lösungen, wie Schwefelsäure, und für die Konzentration
von Salzlösungen, wie Ammoniumchloride.
In der beiliegenden Zeichnung ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer beispielsweisen
Ausführungsform dargestellt. Die Zeichnung zeigt in Fig. r den Verdampferkörper mit einer mittleren Unterbrechung
in einem Längsschnitt. Fig. 2 bis S zeigen im Horizontalschnitt die Ausbildung der den
Verdampf er raum im wesentlichen einschließenden
Heizkörperwände.
Im einzelnen ist 1 ein zylinderförmiger Hohlkörper mit Randflanschen von beliebiger
Höhe mit einem Heizmantel, in dessen Innerem
mit gewissem Abstand von der Innen-
. fläche ein zylindrisches Heizgefäß 2 angeordnet ist, welches nach oben geschlossen ist und
in dem flachen Boden zentrisch ein Rohr 3 trägt, das bis zu< einer gewissen Länge mit
Außengewinde versehen ist.
Der Heizkörper 2 ist auf der Tragfläche und in seiner Höhe außen mit Rinnen oder
mit Rippen 4 ausgestattet, die in beliebiger, Richtung verlaufen können, beispielsweise
schneckenförmig den Heizkörper außen umziehen, und den Zweck haben, sowohl die Heizfläche zu vergrößern als auch für Lösung und frei werdenden Dampf eine gewisse
Führung zu geben.
Der Heizkörper bei 1 trägt auf seiner '•."Unterseite eine Hohlschale 7, die ebenfalls
einen graden Boden besitzt und zentrisch im Boden einen Rohrstutzen 8 aufweist, der um
einen gewissen Betrag nach innen und nach außen den Boden überragt. Der Heizkörper 2
ruht unter Zwischenschaltung einer Dichtung 9, die je nach der Art des. zu verarbeitenden
Materials aus geeignetem Werkstoff gewählt werden kann, auf dem erwähnten Rohrstutzen
8 der Hohlschale 7 und ist mit Hilfe der Verschraubung 10 auf dem Gewinde des
Stutzens 3 in Lage gehalten, so daß die nötige Abdichtung durch die Dichtungseinlage 9
sichergestellt wird. Die Einführung des Heizdampfes in den zentralen Heizkörper 2 und
die Abführung des Kondenswasser werden durch die Rohrverbindung 12,13 am Stutzen 3
erreicht.
Die Heizkörper 1 und 2 können beide mit Rippen o. dgl. verbunden werden, wie dies
Fig. 5 in zwei verschiedenen Stellungen der Rippen zueinander veranschaulicht, oder der
innere Heizkörper allein kann gemäß Fig. 3 bzw. nur der äußere gemäß Fig. 4 derartig
ausgebildet werden. Der Verdampfer kann aber schließlich auch noch für gewisse%Fälle
so ausgeführt sein, daß weder die eine noch die andere der Heizflächen mit derartigen,,
die wirksame Oberfläche vergrößernden oder gegebenenfalls auch richtunggebenden EIementen
ausgestattet ist (Fig. 2).
In jedem" Fall soll jedoch der Abstand zwischen den beiden Heizflächen, welche im
wesentlichen den Verdampfungsraum bilden, nur gering sein und sich zweckmäßig zwisehen
etwa 2 und 40 mm bewegen; sofern allerdings keine Rippen vorgesehen sind,
kann der Abstand der Wände selbst auch etwas größer gewählt werden.
Zur Erleichterung der Dampfabführung sind die Heizflächen gegeneinander geneigt
angeordnet, und zwar entweder derart, daß die Heizelemente konisch ausgebildet sind,
oder auch derart, daß die Wände stufenweise ihren Abstand bei z. B. paralleler Stellung
nach einer Richtung hin vergrößern. Bei einer derartigen Anordnung kann beispielsweise die
Entfernung der Wände im unteren Teil des Verdämpfungsraumes nur etwa 2 bis 10 mm
betragen und nach oben hin, gegebenenfalls in mehreren Stufen, von 10 bis zu 40 mm zunehmen.
Die Entfernung zwischen den Heizflächen ist letzten Endes abhängig von der Zusammensetzung von der zu verdampfenden
Flüssigkeit oder Lösung, der gewünschten Verdampfungsgeschwindigkeit, der Heizdampftemperatur
und schließlich der Ver- ■
dampferhöhe, die zwischen 2 bis 5 m schwanken kann.
Der Apparat gestattet die Verwendung von hochgespanntem Heizdampf und von überhitztem
Dampf, was insbesondere vorteilhaft ist für die Verdampfung von Flüssigkeit mit hohem Siedepunkt oder zur Erzielung einer
hohen Verdampfung bei geringer Heizfläche. Die Einführung der zu verdampfenden Flüssigkeiten erfolgt am Unterteil des Apparates
durch die Rohre 14 und 15, wobei zweckmäßig eine größere Anzahl derartiger Einlaßstutzen
auf dom Umfang der Bodenschale 7 angeordnet wird, um eine gleichmäßige Zufuhr
zu gewährleisten.
Die Menge der eingeführten Flüssigkeit wird zweckmäßig nach dem Gesichtspunkt
bemessen, daß in dem ringförmigen Verdampfungsraum eine lebhafte Verdampfung
ao stattfindet und die gebildeten Dampfmassen unter Mitnahme der konzentrierten Flüssigkeit
aus der Verdampfungszone herausgebracht werden. Kennzeichnend für den Apparat der Erfindung ist weiterhin noch die Anas
Ordnung zur sofortigen Erreichung einer Scheidung von Dampf und konzentrierter
Flüssigkeit oberhalb des Verdampfungsraumes.
Zu diesem Zwecke ist der Apparat oben durch einen Dom 16 abgedeckt, der innen am
Bodenrand eine Ringrinne bzw. einen Kragenring 17 trägt und im Scheitelpunkt eine
Durchlaßöffnung für den Brüdenabzug aufweist. Durch die Gestaltung des oberen Ab-Schlusses
am Heizungskörper 2, nämlich einen verbreiterten Kopf, wie Fig. 1 zeigt, wird der
Strom des Dampfes, der mit Tröpfchen der behandelten Lösung oder der konzentrierten
Flüssigkeit beladen ist, aus seiner .senkrechten Steigrichtung gezwungen und 'gegen die
Domwand geschleudert, wobei sich die ausgeschiedene Flüssigkeit an der Wand niederschlägt
und in die Rinne-17 fließt, von wo sie durch den Stutzen 19 nach außen abfließen
kann.
Die ringförmige Kragenwand 20, welche
als Prallwand wirkt, verhindert dabei, daß Flüssigkeitsanteiie vom Dampf bis zum Abzug
18 mitgenommen werden können und so etwa auf diesem Wege nach außen gelangen.
In die Rinne 17 mündet zweckmäßig ein Stutzen 21, um auf diese Weise heißes Wasser
oder andere Flüssigkeiten für die Reinigung des Apparates einleiten zu können, oder auch
für den Fall, daß nur der frei gesetzte Dampf das eigentliche Endprodukt darstellt, die
Flüssigkeit oder konzentrierte Lösung in gewünschtem
Maße immer wieder auflösen zu können, oder schließlich, um Salzansätze oder
fio andere Verkrustüngen zu vermeiden.
Der Apparat nach der Erfindung besitzt gegenüber bekannten Typen, insbesondere
gegenüber den bekannten Zylinderverdampfern, den Vorteil leichter Montage, leichter
Reinigungsmöglichkeit und bequemer Kontrolle. Ausfuhrungsformen von großer Höhe
können auch aus Einzelzargen zusammengesetzt werden, die durch Verflanschung miteinander
verbunden sind.
Da Flüssigkeit und Dampf nur sehr kurze 7" Zeit im Apparat verweilen, so ist die Möglichkeit
einer Zersetzung der Flüssigkeit oder des frei gesetzten Dampfes praktisch vollkommen
beseitigt.
Bei der Durchführung von Destillationsarbeiten u. dgl., insbesondere bei der Herstellung
von Wasserstoffsuperoxyd durch Destillation von Persalzlösungen, z. B. Persulfaten
oder entsprechenden Salzen, hat es sich als besonders zweckmäßig erwiesen, für eine be- 8"
sondere Regelung des gleichmäßigen Betriebsgangs Sorge zu tragen, und zwar die zur Regulierung
der stündlichen Zuflußmenge zu den Destillationsgefäßen üblichen Kapillarrohrzuführungen
durch eine andere Anordnung zu ersetzen. Die Anordnung von Kapillarrohren
hat bekanntlich den Zweck, wie beispielsweise im amerikanischen Patent 1851961 _
beschrieben, je nach Abmessung, d.h. Länge und Querschnitt der Rohre, durch den ausgeübten
Reibungswiderstand zusammen mit einem hinreichend gleichmäßigen Vakuum
eine selbsttätige Regulierung des Verhältnisses zwischen '· Flüssigkeitszufuhr und
Destillatabgang im Destillationsgefäß herbeizuführen.
Die eingeführten Flüssigkeitsmengen betragen im allgemeinen pro Stunde etwa 20 bis
25 1, d.h. etwa 5,5 bis 7 cm8 Lösung pro Sekunde. Störungen des Gleichgewichts in Zuführung
und Abgang müssen daher zu schwerwiegenden Folgen in der Ausbeute führen, die von normalerweise etwa 9O°/0 bis
auf 50 und weniger fallen kann. Derartige Kapillarleitungen unterliegen insbesondere der ' °5
Gefahr leichter Verstopfung durch suspendierte Verunreinigungen in der Lösung u. dgl.
Ein Ersatz der Kapillarrohre durch Rohre größeren Querschnittes und die Verwendung
von Dosierhähnen, beseitigt diese Nachteile "° nicht, da auch Hähne leicht der Verstopfung
unterliegen und, wenn sie auch leichter zu reinigen sind, somit Veranlassung zu störenden
Betriebsunterbrechungen geben. Insbesondere gestatten diese Vorrichtungen in kei- 1'
ner Weise die Kontrolle des Flüssigkeitsniveaus in den Destillierapparaten.
Es hat sich nun gezeigt, daß, wenn man einen oder mehrere Rezipienten vor dem Zufluß
der Destillationsgefäße anordnet und mit demselben so in Verbindung bringt, daß sie
sowohl eine Zuleitung zum Flüssigkeitsraum
als auch dem Abzugsraum für die Dämpfe oder Gase besitzen, eine weit größere Stabilität
des Prozesses, ein größeres Ausbringen und vor allem ein wesentlich vereinfachter und
sichererer Betriebsgang erzielt werden kann. Der Zustrom der Lösung aus dem Vorratsbehälter
für die Säure zum Destillationsgefäß geht sodann nicht direkt, sondern über den
zwischengeschalteten Rezipienten, Hierbei ist
ίο es. ohne Bedeutung, ob die Lösung frei von
oben in den Rezipienten einfließt und gegebenenfalls mit Hilfe einer Verteilvorrichtung
verteilt wird oder durch das Vakuum im Rezipienten angezogen wird. Der Rezipient dient
im wesentlichen als Zwischenbehälter für die Lösung,' die in das Destillationsgefäß zu
führen ist, was sich besonders vorteilhaft auswirkt, wenn die Leitung zum Reservoir bei
der üblichen Drosselung sich verstopfen will.
«0 Durch seine Verbindung sowohl mit der
Flüssigkeits- als auch der Gas- oder Dampfseite des Destillationsgefäßes stellt sich bei
Verdampfung durch die Freibeweglichkeit der Flüssigkeit in der geeignet bemessenen
Verbindungsleitung zwischen Destillator und Rezipient ein Gleichgewicht zwischen den
Flüssigkeitshöhen ein. Gleichzeitig ist da-
" durch eine Kontrolle über den Flüssigkeitsstand im Destillator erreicht. Zweckmäßig
wird hierzu der Rezipient' aus durchsichtigem oder durchscheinendem Material hergestellt
oder mit einem Flüssigkeitsanzeiger versehen.
Durch Drosselung der Verbindungsleitung
35" zwischen Rezipient und Destillator kann leicht jedes Druckverhältnis zwischen beiden
Apparaten eingestellt werden. Da schließlich häufig die zu behandelnde Flüssigkeit dem
Destillator bei solchen Temperaturen zugeführt werden soll, die ein unmittelbares Sieden
bei ihrem Eintreffen in dem unter hohem Vakuum stehenden Apparat veranlassen, so
- kann man auch die Lösung noch im Rezipienten bzw. auf dem Leitungsweg von diesem
zum Destillations'gefäß noch besonders erwärmen.
Es hat sich in einigen Fällen gezeigt, daß eine leicht gerauhte Oberfläche ebenfalls die
Veranlassung für eine beschleunigte Entwicklung des Wasserstoffperoxyds, und zwar
selbst bei geringeren Temperaturen bildet. Es ist deshalb zweckmäßig, für das Vorhandensein
einer solchen Oberfläche sowohl im Rezipienten 1 als auch in der Verbindungsleitung
zwischen dem Flüssigkeitsraum des Destillationsgefäßes und diesem oder auch in beiden
Sorge zu tragen. Im übrigen eignet sich für Leitungen und Rezipienten als Werkstoff vor
allem Glas, Quarz, Steingut, da diese gegen
fio Säure und Wasserstoffsuperoxyd beständig sind.
In Fig. 6 und 7 ist eine Anordnung gemäß Erfindung dargestellt, bei der vor dem Verdampfer
in die Verbindungsleitung vom Flüssigkeitsvorratsbehälter zum Verdampfer ein
Rezipient und Niveauanzeiger eingeschaltet ist.
Fig. 6 zeigt dabei im einzelnen Vorratsbehälter 22, beispielsweise für Ammoniumpersulfatlösungen mit möglichst konstantem
Niveau, von dem Leitung 23 nach, dem Rezipienten 24 führt, der gleichzeitig, aus durchsichtigem.
Material bestehend, als Niveauanzeiger dient. Im Zuge dieser Leitung ist
ein Dosierhahn 25 eingeschaltet. 26 ist eine Verbindungsleitung, welche vom Rezipienten
24 zu den Einführungsstutzen 27 leitet und der Zuführung der Behandlungsflüssigkeit in
das Destillationsgefäß dient. Die Leitung 28 ist eine Verbindungsleitung zwischen dem
Rezipienten und .dem Saugrohr 29, das sich während des Betriebs unter Vakuum befindet.
30 ist ein Flüssigkeitsabscheider im Zuge der .
Ableitung aus dem Destilliergefäß, 31 ein Kondensiergefäß und Absorptionsapparat,
32 ein Schlußkondensator und 33 die unmittelbar zur Vakuumpumpe führende Leitung.
In Fig. 7 ist ein Ausschnitt aus einer Anordnung gemäß Fig. 6 dargestellt, bei welcher
der Rezipient und seine Verbihdungsleitung zum Destilliergefäß beheizt werden,
und zwar der Rezipient 24 in seinem unteren Teile. Dabei ist 34 der Flüssigkeitseintritt
zum Rezipienten, 35 eine Heizkammer, 36 die Verbindungsleitung zwischen dem Rezipienteii
bzw. Indikator 24 und dem Verdampfer 37 mit dem Heizmantel 38. Der Flüssigkeitsbehälter
des Destillationsgefäßes, welcher hier im Schnitt gezeichnet ist, ist mit 39 bezeichnet,
die äußere Heizkammer mit 40, der »00. Kernheizkörper mit 41.
Es hat sich gezeigt, daß bei Zwischenschaltung eines derartigen Rezipienten, der im
übrigen je nach' den gegebenen Verhältnissen hinsichtlich Werkstoff · und Ausbildung entsprechend
ausgebildet werden kann,- die bei der bisherigen direkten Zuleitung der Verarbeitungsflüssigkeiten
oder Lösungen zu Destillations- oder Verdampfungsgefäßen mit Kapillarreglern oder Dosierhähnen unver- 11 ο
meidlichen Betriebsstörungen u. dgl. praktisch ausgeschlossen werden können und bei übersichtlicherer
Handhabung und sichererer •Betriebskontrolle ein störungsloses Arbeiten, insbesondere bei der Gewinnung von Wasser-
stoffsuperoxyd, gewährleistet werden kann.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. Vorrichtung zum Verdampfen und Destillieren in dünnen Schichten zwischen konzentrischen. Heizflächen in einem ringförmigen Raum, dadurch gekennzeichnet,daß die Heizwände der ringförmigen, im Verhältnis zur Höhe engen und von Flüssigkeit erfüllten Verdampfungskammer in gerader Richtung divergierend, z. B. durch Auskröpfungen in stufenweise sich vergrößernden Abständen, verlaufen.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß für die Destillation von PersulfatlÖsungen u. dgl. dem Destillationsgefäß oder 'mehreren Destillationsgefäßen ein oder mehrere an sich bekannte, parallel zu schaltende Rezi-' pienten zur Aufrechterhaltung eines gleichbleibenden Verhältnisses von Zufuhr und Verdampfung vorgeschaltet werden, die sowohl mit der Flüssigkeitsseite als auch der Gas- bzw. Abdampfseite des Destillationsgefäßes in Verbindung stehen.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf des den Ringraum begrenzenden Kernheizkörpers derartj z. B. pilzartig ausladend ausgebildet und der diesen Kopf über- ' ragende Dom mit Prallflächen ausgestattet ist, daß die abziehenden Dämpfe vor ihrem Austritt mehrfach aus ihrer Richtung gezwungen und von Flüssigkeitsresten befreit werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR445209X | 1933-10-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE699111C true DE699111C (de) | 1940-11-22 |
Family
ID=8900414
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1934D0068986 Expired DE699111C (de) | 1933-10-28 | 1934-10-25 | Vorrichtung zum Verdampfen und Destillieren |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE405899A (de) |
| DE (1) | DE699111C (de) |
| GB (1) | GB445209A (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3561517A (en) * | 1969-03-17 | 1971-02-09 | Artisan Ind | Wiped film processing apparatus with heated, cylindrical, fluted, interior surface |
-
0
- BE BE405899D patent/BE405899A/xx unknown
-
1934
- 1934-10-25 DE DE1934D0068986 patent/DE699111C/de not_active Expired
- 1934-10-29 GB GB31012/34A patent/GB445209A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| BE405899A (de) | |
| GB445209A (en) | 1936-04-06 |
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