DE69815807T2 - Apparat zur herstellung von glasfaserpellets - Google Patents

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Description

  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Glasfaser-Pellets. Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung ein Gerät zum Herstellen von verdichteten Glasfaser-Pellets durch Kombinieren von mehreren Segmenten eines zerhackten Mehrfach-Glasfaserstrangs bereit. Diese Pellets besitzen eine praktische Form für die Lagerung und Handhabung von zerhackten Glasfasern, die als Verstärkungsmaterial in Verbundwerkstoffen benutzt werden.
  • Zerhackte Glasfasern werden üblicherweise als Verstärkungsmaterialien in Formteilen aus thermoplastischen Kunststoffen benutzt. In der Regel werden solche Fasern durch Ziehen von geschmolzenem Glas durch einen Düsenring oder eine Lochblende zu Fäden, Aufbringen eines Schlichtemittels mit Gleitmitteln, Haftvermittlern und filmbildenden Bindemittelharzen auf die Fasern, Bündeln der Fasern in Strängen, Zerhacken der Faserstränge in Segmente mit der gewünschten Länge und Trocknen des Schlichtemittels hergestellt. Diese zerhackten Strangsegmente werden anschließend mit einem polymeren Harz vermischt, und das Gemisch wird in eine Formteilpresse oder Spritzgießmaschine gegeben, um daraus Formteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff herzustellen. Im Allgemeinen werden die zerhackten Stränge mit Pellets eines thermoplastischen Polymers vermischt, und das Gemisch wird in einen Extruder gegeben, wo das Harz geschmolzen wird, die Integrität der Glasfaserstränge aufgehoben wird und die Fasern in dem geschmolzenen Harz verteilt werden, ehe die Dispersion aus Glasfasern und Harz zu Pellets geformt wird. Diese Pellets werden dann in die Formteilpresse gegeben und zu Formteilen verarbeitet, die eine im Wesentlichen homogene Verteilung von Glasfasern aufweisen.
  • Leider sind die mit solchen Verfahren hergestellten zerhackten Glasfasern in der Regel voluminös und weisen schlechte Fließeigenschaften auf. Folglich sind derartige Fasern schwierig zu handhaben und verursachen Probleme in automatischen Verarbeitungsmaschinen.
  • Ein Versuch, dieses Problem zu lösen, bestand darin, die zerhackten Stränge zu dichteren stabförmigen Bündeln oder Pellets zu verdichten, um das Fließvermögen der zerhackten Stränge zu verbessern und den Einsatz von automatischen Maschinen zum Wiegen und Fördern der Glasfasern für das Mischen mit den thermoplastischen Harzen zu ermöglichen. Ein solches Verfahren ist in US-Patent Nr. 4.840.755 beschrieben, bei dem feuchte zerhackte Stränge gerollt werden, vorzugsweise auf einem Schwingförderer, um die Stränge abzurunden und zu dichteren, zylinderförmigen Pellets zu verdichten. Obwohl derartige Verfahren und Geräte dichtere, stärker zylinderförmige Pellets ergeben können, die ein besseres Fließvermögen aufweisen, unterliegen sie in bestimmten Punkten unerwünschten Einschränkungen.
  • So sind zum Beispiel die Pelletgröße und der Fasergehalt im Allgemeinen durch die Größe und Anzahl der Fasern in dem zerhackten Strang begrenzt, weil das Verfahren verhindern soll, dass mehrere zerhackte Strangsegmente aneinander haften bleiben und Pellets bilden, die mehr Fasern als in einem einzelnen zerhackten Strang enthalten. Um daher Pellets mit einer geeigneten Schüttdichte und einem ausreichenden Durchmesser-Längen-Verhältnis zu erhalten, die ein gutes Fließvermögen aufweisen, muss der Strang, der zu Segmenten zerhackt wird, aus einer großen Anzahl von Fasern bestehen. Das Erhöhen der Anzahl von Fasern, die gebildet und zu einem einzelnen Strang zusammengefasst werden müssen, kompliziert diesen Formvorgang jedoch in unerwünschter Weise.
  • In einem Versuch, diese Mängel zu überwinden, beschreibt das US-Patent Nr. 5.578.535 Glasfaser-Pellets, die zwischen ca. 20 und 30 Prozent dichter als die einzelnen Glasfaserstränge sind, aus denen sie bestehen, und einen zwischen 5- und 15-mal größeren Durchmesser haben. Diese Pellets werden hergestellt, indem man geschnittene Strangsegmente bis zu einem Maß hydratisiert, das ausreicht, um die Filament- oder Faserbildung zu verhindern, jedoch nicht ausreicht, um ein Zusammenfügen der Strangsegmente zu Klumpen zu verursachen, und die hydratisierten Strangsegmente eine ausreichend lange Zeit mischt, bis Pellets entstehen. Zu den geeigneten Mischverfahren gehören auch Verfahren, die dafür sorgen, dass sich die Fasern übereinander und umeinander bewegen, z. B. Schleudern, Rühren, Mischen, Umrühren und Verwirbeln.
  • Auch wenn die hier beschriebenen Pellets mit derart verschiedenen Mischverfahren hergestellt werden können, hat sich gezeigt, dass viele dieser Verfahren entweder für einen industriellen Einsatz nicht effizient genug sind oder sich nicht angemessen steuern lassen, um ein einheitliches, gleichmäßiges Pellet-Produkt zu liefern, das den hergestellten Verbundstoffteilen die nötigen Festigkeitseigenschaften im Vergleich zu Teilen aus nicht pelletierten zerhackten Glasfasersträngen verleiht. Der Einsatz eines modifizierten Scheibengranulators fuhrt z. B. oft zu einer übermäßigen Verweilzeit der gebildeten Pellets im Mischer, was aufgrund des scheuernden Charakters der sich aneinander reibenden Glasfaser-Pellets ein Zersetzen der Pellets bewirkt. Dieses Zersetzen der Pellets verringert letztlich die Festigkeitseigenschaften der daraus hergestellten Formteile.
  • Folglich besteht ein Bedarf an einem effizienten Verfahren zur Herstellung von Pellets, das kontrollierbar ein einheitliches, gleichmäßiges Glasfaser-Pelletprodukt ergibt, das gleichwertige Festigkeitseigenschaften wie mit nicht pelletierten zerhackten Glasfasersträngen in Verbundstoff-Formteilen liefert. Dieser Bedarf wird mit der vorliegenden Erfndung erfüllt, die nachstehend zusammengefasst und ausführlich beschrieben ist.
  • Zweck der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines effizienten Geräts zum Herstellen von Pellets, das kontrollierbar im Wesentlichen einheitliche Glasfaser-Pellets mit einer Form und einer Dichte liefert, die ein gutes Fließvermögen bewirken.
  • Nach der Erfindung wird ein Gerät zum Herstellen von Glasfaser-Pellets aus zerhackten Segmenten eines Mehrfach-Glasfaserstrangs bereitgestellt, bestehend aus:
    • (a) einer Vorrichtung zum Zugeben einer wässrigen hydratisierenden Lösung zu den zerhackten Strangsegmenten;
    • (b) einer ersten Schleudervorrichtung zum Vermitteln einer Schleuderwirkung auf die hydratisierten zerhackten Strangsegmente, um die hydratisierende Lösung zu verteilen und um zu bewirken, dass sich die zerhackten Strangsegmente ausrichten und zu Pellets zusammenfügen, wobei die erste Schleudervorrichtung eine um ihre Längsachse drehend angetriebene Trommel aufweist, die ein erstes Ende mit einer Einlassöffnung zum Empfangen der zerhackten Strangsegmente und ein zweites Ende mit einer Auslassöffnung zum Abgeben der Pellets aufweist, wobei die Mitte der Auslassöffnung von der Rotationsachse der Trommel radial entfernt ist;
    • (c) einer Vorrichtung zum Transportieren der Pellets in eine zweite Schleudervorrichtung; und
    • (d) einer zweiten Schleudervorrichtung zum Schleudern der Pellets, um sie zu verdichten und ihre Dichte zu erhöhen.
  • Die Erfindung wird nachstehend ausführlich beispielhaft unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen beschrieben.
  • 1a zeigt ein für die Erfindung geeignetes Pelletiersystem mit einer Drehtrommel, und 1b zeigt eine Frontalansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines für die Erfindung geeigneten Pellet-Verdichtungssystems.
  • 2 zeigt eine Frontalansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines Mischers zum Ausführen der Arbeitsschritte des Pelletierens und Verdichtens.
  • 3 zeigt ein Diagramm eines bevorzugten Geräts nach der Erfindung zur Herstellung von Fasern und deren Verarbeitung zu verdichteten Pellets.
  • 4a zeigt einen Längsschnitt eines Prallblechs, das in der erfindungsgemäßen Drehtrommel benutzt werden kann; 4b zeigt eine Seitenansicht des Prallblechs in 4a entlang der Linie A-A; 4c zeigt eine Seitenansicht des Prallblechs in 4a entlang der Linie B-B; 4d zeigt einen Längsschnitt einer erfindungsgemäßen Drehtrommel mit dem darin installierten Prallblech aus 4a und 4e zeigt eine isometrische Schnittdarstellung der Drehtrommel und des installierten Prallblechs aus 4d.
  • 5a zeigt eine Seitenansicht eines alternativen Prallblechs, das in der erfindungsgemäßen Drehtrommel verwendet werden kann; 5b zeigt einen radialen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Drehtrommel mit dem darin installierten Prallblech aus 5a; und 5c zeigt eine isometrische Schnittdarstellung der Drehtrommel und des installierten Prallblechs aus 5b
  • Bei dem Verfahren unter Benutzung des erfindungsgemäßen Geräts wird ein Strang aus im Wesentlichen endlosen Glasfasern nach herkömmlichen Verfahren gebildet, z. B. durch Ziehen von geschmolzenem Glas durch einen beheizten Düsenring, um eine Vielzahl von im Wesentlichen endlosen Glasfasern zu bilden, und Bündeln der Fasern in einem Strang. Jedes geeignete Gerät zum Herstellen von Fasern und Bündeln der Fasern in einem Strang kann für die vorliegende Erfindung benutzt werden.
  • Geeignete Fasern sind Fasern mit einem Durchmesser von 3 bis 90 μm, und geeignete Stränge umfassen ungefähr 50 bis 2.000 Fasern. Vorzugsweise umfassen die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gebildeten Stränge zwischen ungefähr 400 und 800 Fasern mit einem Durchmesser von 3 bis 23 μm.
  • Nach dem Bilden der Fasern und vor dem Bündeln zu einem Strang können die Fasern mit einem geeigneten wässrigen Schlichtemittel nach dem bekannten Stand der Technik überzogen werden. Das Schlichtemittel besteht vorzugsweise im Wesentlichen aus Wasser, einem oder mehreren Haftvermittlern und optional einem oder mehreren Gleitmitteln und pH-Reguliermitteln.
  • Geeignete Haftvermittler sind unter anderem organofunktionelle Silane wie sie z. B. von Witco unter den folgenden Handelsbezeichnungen angeboten werden:
    Figure 00050001
  • Bevorzugte Haftvermittler zur Benutzung mit der Erfindung sind 3-Aminopropyltriethoxysilan und γ-Glycidoxy-Propyltrimethoxysilan, die handelsüblich von der Firma Osi aus Witco unter den Handelsbezeichnungen A-1100 bzw. A-187 angeboten werden. Vorzugsweise werden die organofunktionellen Silane in einer Menge von ca. 0,1 bis 1,0 Prozent bezogen auf das Schlichtemittel benutzt.
  • Jedes geeignete Gleitmittel kann in dem Schlichtemittel eingesetzt werden, zum Beispiel wasserlösliche Ethylenglykolstearate, Ethylenglykololeate, ethoxylierte Fettsäureamine, Glycerin, emulgiertes Mineralöl und Organo-Polysiloxanemulsionen. Zu den bevorzugten Gleitmitteln gehören unter anderem Polyethylenglykolmonostearat, Polyethylenglykolmonooleat, Butoxyethylstearat, Stearinethanolamid (Lubsize K12, erhältlich von Alpha/Owens Corning), ein in US-Patent 3.597.265 beschriebenes Gleitmittel (erhältlich von Emery Corp. unter der Handelsbezeichnung Emerlube 6760) und ein Gemisch aus 30% Weißöl, 30% Polyethylenglykol 400-Monopelargonat, 30% Polyoxyethylen-(3)-Myristinalkohol und 10% ethoxyliertes Alkylamin (Parastat S-2) (Emerlube 7607, erhältlich von Emery Corp.). Vorzugsweise ist das Gleitmittel in dem Schlichtemittel in einer Menge von ca. 0,05 bis 0,10 Gewichtsprozent enthalten.
  • Zusätzlich können dem Schlichtemittel geringe Mengen schwacher Säuren wie z. B. Essigsäure zugegeben werden, um den pH-Wert des Schlichtemittels auf Werte zwischen ca. 3,5 und 8 zu senken. Vorzugsweise sind solche Säuren in dem Schlichtemittel in einer Menge von ca. 0,15 bis 0,3 Gewichtsprozent enthalten, und der pH-Wert des Schlichtemittels liegt zwischen ca. 6 und 8.
  • Geeignete Schlichtemittel für die Erfindung sind unter anderem:
  • Figure 00060001
  • Das wässrige Schlichtemittel kann mit jeder herkömmlichen Vorrichtung aufgebracht werden, einschließlich mit einer Auftragswalze oder mit Sprays. Vorzugsweise wird das Schlichtemittel aufgebracht, indem die Fasern über eine Auftragswalze geführt werden. Außerdem wird das Schlichtemittel vorzugsweise in einer solchen Menge auf die Fasern aufgebracht, dass diese einen Feuchtigkeitsgehalt von ca. 8 bis 13%, besser jedoch von ca. 11% aufweisen (sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei allen Prozentangaben hierin um Gewichtsprozent).
  • Nach ihrer Bildung werden die Endlosstränge in Segmente mit einer Länge von ca. 3,175 mm (1/8'') bis 31,75 mm (1 1/4'') zerhackt. Alle in der Technik bekannten Vorrichtungen zum Zerhacken von Glasfasersträngen in Segmente dieser Länge können für das Verfahren benutzt werden.
  • Danach wird der Feuchtigkeitsgehalt der zerhackten Strangsegmente auf ein für die Bildung von Pellets geeignetes Maß eingestellt, wenn die zerhackten Strangsegmen te veranlasst werden, sich übereinander und umeinander zu bewegen, und die zerhackten Strangsegmente werden in eine erste Schleudervorrichtung oder Pelletiermaschine gegeben, die diese Bewegung auf die Strangsegmente überträgt. Während der Feuchtigkeitsgehalt der Strangsegmente vor dem Einfüllen in die Pelletiermaschine eingestellt werden kann, ist es bevorzugt, dass die Glasfasern auf einen Feuchtigkeitsgehalt hydratisiert werden, der zum Bilden von Pellets in der Pelletiermaschine geeignet ist. Vorzugsweise beträgt der Feuchtigkeitsgehalt der Fasern in der Pelletiermaschine zwischen ca. 12 und 16%, besser jedoch zwischen ca. 13 und 14%. Ist der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig, fügen sich die Stränge nicht zu Pellets zusammen und behalten ihre typische Strangform. Ist jedoch umgekehrt der Feuchtigkeitsgehalt zu hoch, neigen die Stränge zum Agglomerieren oder Klumpen oder bilden Pellets mit einem zu großen Durchmesser und einer unregelmäßigen, nicht zylindrischen Form.
  • Außerdem ist es bevorzugt, dass die hydratisierende Flüssigkeit auch ein Bindemittel oder ein zweites Schlichtemittel enthält. Die hydratisierende Flüssigkeit kann daher geeignete Bestandteile enthalten, wie sie typischerweise in Glasfaser-Schlichtemittel enthalten sind, z. B. Filmbildner, Netzmittel, Antistatikmittel und zusätzliche Haftvermittler und Gleitmittel. Durch Aufgingen dieses zweiten Schlichtemittels in der Pelletiermaschine kann ein Auftragswirkungsgrad von 100% erreicht werden. Darüber hinaus erlaubt das Aufgingen dieser Schlichte außerhalb der faserbildenden Umgebung die Verwendung von Materialien, die im Herstellungsverfahren aus Gründen wie Toxizität, Reinheit, Geruch, hohe Kosten oder Scherempfindlichkeit nicht erwünscht sind.
  • Beispiele für geeignete Bindemittelzusammensetzungen, die in die hydratisierende Flüssigkeit eingearbeitet werden können, sind unter anderem die folgenden Mischungen (alle Angaben in Gewichtsprozent, soweit nicht anders angegeben):
  • Figure 00070001
  • Figure 00080001
  • Die vorstehenden Beispiele für Bindemittelgemische sind untersucht worden und für das erfindungsgemäße Verfahren geeignet. Der Fachmann kann andere geeignete Bindemittelgemische oder andere Bestandteile auswählen. Ein Vorteil der Erfindung besteht in der Tat darin, dass praktisch alle wässrigen Schlichtemittelzusammensetzungen, die für die Herstellung von Glasfasern benutzt werden, als Bindemittel zum Aufsprühen auf die Fasern in der Schleudervorrichtung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren geeignet sein sollten.
  • Um einen guten Bedeckungsgrad der Glasfaserstränge zu gewährleisten, ist es bevorzugt, dass das Schlichtemittel auf die Strangsegmente aufgebracht wird, wenn sie in die Pelletiermaschine einlaufen und ehe sie beginnen, sich zu Pellets zusammenzufügen. Wird das Schlichtemittel an anderen Punkten in der Pelletiermaschine aufgebracht, besteht die Tendenz, dass sich Pellets bilden, bevor die zerhackten. Stränge vollständig mit dem Schlichtemittel überzogen sind, wodurch Pellets aus Fasern entstehen, die nicht vollständig mit dem Schlichtemittel überzogen sind. Werden diese Pellets zur Herstel-lung von Formteilen aus glasfaserverstärkten Kunststoffen benutzt, fehlt den nicht mit dem Überzug versehenen Fasern die nötige Grenzflächenbeschichtung, um gute Verstärkungseigenschaften zu vermitteln, und die erhaltenen Formteile weisen keine optimalen Eigenschaften auf. Vorzugsweise ist die Pelletiermaschine mit einer Sprühdüse nahe der Strangsegment-Einlassöffnung ausgestattet, um die Strangsegmente mit dem Schlichtemittel zu besprühen, wenn sie in die Pelletiermaschine einlaufen.
  • Bei der für die vorliegende Erfindung verwendeten Pelletiermaschine kann es sich um jede Vorrichtung handeln, die ein Schleudern der Strangsegmente in einer solchen Weise bewirken kann, dass sie (1) im Wesentlichen gleichmäßig mit dem wässrigen Bindemittel/Schlichtemittel überzogen werden und dass sich (2) mehrere zerhackte Strangsegmente ausrichten und zu Pellets der gewünschten Größe zusammenfügen. Eine solche Schleudervorrichtung sollte eine mittlere Verweilzeit aufweisen, die ausreicht, um sicherzustellen, dass die Strangsegmente im Wesentlichen mit der hydratisierenden Flüssigkeit überzogen werden und Pellets bilden, die jedoch nicht ausreicht, um die Pellets durch den Abrieb aufgrund des Aneinanderreibens zu schädigen oder zu zersetzen. Vorzugsweise beträgt die Verweilzeit in der Schleudervorrichtung zwischen ca. 1 Minute und 10 Minuten, besser jedoch zwischen ca. 1 Minute und 3 Minuten.
  • Eine bevorzugte Pelletiermaschine ist eine Drehtrommel, zum Beispiel die Trommel 41 in 1a . In die Pelletiermaschine 41 werden zerhackte Strangsegmente 24 gegeben, die mit einem faserbildenden Düsenring 11, einer Schlichtemittel-Auftragsvorrichtung 13, einem Sammelschuh 14 und einer Hack- oder Schneidevorrichtung 20 hergestellt werden können.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gerät ausgestattet mit einem System zur Überwachung und/oder Einstellung verschiedener Parameter, die über ein Bedienfeld 70 automatisch gesteuert werden können, z. B. eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) Allen Bradley PLC-5/40. Bei Bedarf kann der Feuchtigkeitsgehalt der ankommenden Strangsegmente 24 mit einer geeigneten Vorrichtung 71 gemessen werden. Eine Strangwiegevorrichtung 72 kann vorgesehen und an einer geeigneten Stelle angeordnet werden, z. B. vor, nach oder zusammen mit dem Strangförderer 30. Eine ähnliche Wiegevorrichtung kann benutzt werden, um das Gewicht der Pellets auf dem Förderband 31 zu überwachen. Das Dosieren von Bindemittel und Wasser kann mit den Regelpumpen 33 und 34 erfolgen.
  • Die Trommel 41 ist so ausgelegt, dass sie einen Sprühkopf aufnehmen kann, um die hydratisierende Lösung auf die Strangsegmente 24 aufzubringen, wenn diese in die Trommel gelangen. Vorzugsweise ist in der Trommel nahe der Einlassöffnung eine externe Luftmischdüse 47 angebracht, um ein wässriges Bindemittelgemisch, das über eine Masterflex-Pumpe 33 aus einem Bindemittel-Vorratsbehälter 35 zugeführt werden kann, mit zusätzlichem Wasser, das über eine Masterflex-Pumpe 34 aus einem Wasservorratsbehälter 36 zugeführt werden kann, zu mischen, um den Feuchtigkeitsgehalt der zerhackten Strangsegmente auf das gewünschte Maß zu bringen und das Gemisch auf die zerhackten Strangsegmente in der Trommel aufzubringen. Das Bindemittelgemisch und das Wasser werden durch die Düsenöffnung zu einem Flüssigkeitsstrom kombiniert, auf den dann zwei Strahlen Druckluft im Winkel von 180 Grad zueinander bzw. im Winkel von 60 Grad zur Strömungsrichtung auftreffen. Luft wird als saubere trockene Druckluft 52 zugeführt. Dadurch entsteht ein Sprühnebel, der auf die Oberfläche der in der Trommel umherwirbelnden Strangsegmente geblasen wird. Das Drehen der Trommel hat zur Folge, dass die feuchten Strangsegmente umeinander herumwirbeln, während die durch das feuchte Schlichtemittel oder den Überzug erzeugte Oberflächenspannung dazu fuhrt, dass die Strangsegmente, die sich über einen wesentlichen Teil ihrer Länge berühren, sich aneinander ausrichten und zu einem zylinderförmigen Pellet zusammenfügen. Durch diesen Vorgang werden alle beim Zerhacken entstandenen Feinteile oder Einzelfasern wieder mit den sich bildenden Pellets zusammengefügt und in diese eingearbeitet, so dass die erzeugten Pellets praktisch keine feinen Einzelfasern mehr enthalten. Vorzugsweise ist die Trommel leicht geneigt, so dass das Ende der Trommel, an dem die Pellets austreten, tiefer als das Ende liegt, an dem sie eintreten, um sicherzustellen, dass die in der Trommel gebildeten Pellets nicht zu lange in der Trommel verbleiben. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Trommel so geneigt, dass ihre Rotationsachse um einen Winkel (q) von ca. 1 bis 3 Grad zur Horizontalen geneigt ist. Der Neigungswinkel kann manuell oder automatisch mit einer geeigneten Stellvorrichtung 43a eingestellt werden.
  • Die Größe der in der Trommel gebildeten Pellets wird hauptsächlich durch den Feuchtigkeitsgehalt der Strangsegmente gesteuert. Wird der Feuchtigkeitsgehalt auf einem hohen Niveau gehalten, fügt sich eine größere Anzahl von Strangsegmenten zu einem Pellet zusammen, und das Pellet hat folglich einen größeren Durchmesser. Wird der Feuchtigkeitsgehalt auf einem niedrigeren Niveau gehalten, so fügen sich umgekehrt weniger Strangsegmente zu einem Pellet zusammen, und das Pellet hat daher einen kleineren Durchmesser.
  • Vorzugsweise haben die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Pellets einen Durchmesser von ca. 20 bis 65% ihrer Länge. Solche Pellets entstehen im Allgemeinen durch Kombinieren von ca. 70 bis 175 Strangsegmenten, die jeweils zwischen ca. 500 und 2.000 Einzelfasern pro Strang aufweisen.
  • Die Größe der Pellets wird auch durch den Trommeldurchsatz beeinflusst. Ist der Trommeldurchsatz hoch, haben die Strangsegmente eine kürzere Verweilzeit in der Trommel, was zur Bildung von kleineren Pellets führt, weil die aufzubringende Flüssigkeit sich nicht auf den Strängen verteilt und die Stränge sich nicht zu Pellets zusammen fügen. Weil die gebildeten Pellets jedoch über kürzere Zeit in der Trommel verbleiben, kommt es zu einer geringeren Verdichtung der Pellets.
  • Auch wenn es in der Pelletiermaschine zwangsläufig zu einer gewissen Verdichtung der gebildeten Pellets kommt, reicht dies im Allgemeinen nicht aus, um die Pellet-Dichte auf ein Maß zu erhöhen, das ein optimales Fließvermögen bewirkt. Aus diesem Grund werden die Pellets nach ihrer Bildung in der Pelletiermaschine 41 in eine zweite Schleudervorrichtung oder einen Verdichter 42 gegeben, in der bzw. dem die Pellets weiter verdichtet werden. Jede Schleudervorrichtung mit geringer Prallkraft, die Pellets verdichten kann, ohne sie durch Abrieb zu zersetzen oder die Pellets auf andere Weise zu schädigen, kann benutzt werden. Vorzugsweise hat der Verdichter eine sanftere, weniger starke Schleuderwirkung als die Pelletiermaschine, um eine derartige Zersetzung der Pellets zu minimieren. Weiterhin weist der Verdichter vorzugsweise eine durchschnittliche Verweilzeit von weniger als ca. 5 Minuten auf, um sicherzustellen, dass die Pellets nicht aufgrund von Abrieb zersetzt werden. Besser noch beträgt die durchschnittliche Verweilzeit im Verdichter zwischen ca. 1 Minute und 2 Minuten.
  • Ein bevorzugter Verdichter ist eine Zickzackröhre, die so ausgelegt ist, dass sie wie in 1b gezeigt um ihre Längsachse (x) drehbar ist. Die Zickzackröhre 42 ist drehend mit Hilfe von Laufrollen 44 auf einem Rahmen 43 angeordnet und wird von einem Motor 45 angetrieben. Wenn die Röhre sich dreht, werden die Pellets in der Röhre durch das Drehen der Röhre vorsichtig verwirbelt, während sie gleichzeitig durch die Schwerkraft durch die Röhre gezogen werden. Wie die vorstehend beschriebene Drehtrommel ist auch der Zickzackröhren-Verdichter vorzugsweise in einem leichten Winkel geneigt, um sicherzustellen, dass die Pellets ohne allzu lange Verweilzeiten durch das Gerät fließen. Vorzugsweise ist die Längsachse der Röhre um einen Winkel von ca. 1 bis 3 Grad zur Horizontalen geneigt, wobei der Röhreneinlass 39 höher liegt als der Röhrenauslass 49.
  • Der Mischer 40 umfasst eine Drehtrommel 41, die an einem Ende der Trommel mit einer Zickzackröhre 42 verbunden ist. Sowohl die Trommel 41 als auch die Röhre 42 sind mit Hilfe von Laufrollen 44 drehend auf einem Rahmen 43 angeordnet und werden von einem Motor 45 mit regelbarer Drehzahl angetrieben. Die Zickzackröhre ist an einer radial vom Rotationszentrum der Trommel entfernten Stelle mit der Trommel verbunden und steht mit dieser in Durchlaufverbindung, so dass bei jeder Umdrehung der Trommel Material im Inneren der Trommel in die Röhre fließt, wenn der Röhrenansatz punkt unter den Materialfüllstand in der Trommel zu liegen kommt. Die zerhackten Strangsegmente 24 gelangen durch den Einlass 46 in die Pelletiertrommel 41. Die ankommenden Strangsegmente werden aus der am Einlass 46 angeordneten Sprühdüse 47 mit einer hydratisierenden Lösung besprüht, die vorzugsweise Bindemittel, Filmbildner, Gleitmittel, Antistatikmittel und Haftvermittler enthält. Das Drehen der Pelletiertrommel 41 bewirkt, dass die Strangsegmente im Inneren der Trommel über- und umeinander herumwirbeln, wodurch die hydratisierende Lösung auf der Oberfläche der Strangsegmente verteilt wird und sich die Strangsegmente ausrichten und zu Pellets 48 zusammenfügen. Die in der Trommel gebildeten Pellets gelangen durch eine Öffnung 41a im Auslassende der Trommel in die Zickzackröhre 42, wo sie weiter verdichtet werden.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Trommel 41 ein inneres Prallblech auf, um den Freifallabstand der Glas-Pellets und Strangsegmente beim Drehen der Trommel zu verringern. Durch Verringern dieses Abstands kommt es zu einer geringeren Qualitätsverschlechterung der Glasfasern und Pellets aufgrund von Stoßkräften und Abrieb, was den daraus hergestellten glasfaserverstärkten Formteilen bessere physikalische Eigenschaften verleihen kann.
  • Während geeignete Prallbleche viele verschiedene Formen haben können, gehören zu den besonders bevorzugten Konfigurationen im Allgemeinen zylindrische Prallbleche wie in 4 und gekrümmte Prallbleche wie in 5. Diese Prallbleche sind vorzugsweise an der Wand der Trommel 41 am Auslassende angebracht und erstrecken sich von dort über ca. 10 bis 50 Prozent der Trommellänge nach innen. Die Prallbleche können aus jedem Material bestehen, das den Betriebsbedingungen im Inneren der Trommel standhält, z. B. rostfreier Stahl, und können mit Hilfe von Bolzen und Schrauben oder durch Schweißen oder andere geeignete Mittel an der Trommelwand befestigt sein. Bei Verwendung von Befestigungsmitteln wie z. B. Bolzen oder Schrauben weisen die Kanten der Prallbleche entlang der Trommelwand vorzugsweise eingearbeitete Flansche 83 auf, um die Befestigung zu erleichtern.
  • Wie in 4 gezeigt, ist das im Allgemeinen zylindrische Prallblech 80 vorzugsweise hohl und besitzt verschlossene Enden, um zu verhindern, dass Glas hineingelangen kann, und ist so an der Wand der Trommel 41 am Auslassende befestigt, dass ihre mittlere Längsachse ungefähr der Längsachse der Trommel entspricht. Der Begriff „im Allgemeinen zylindrisch" bedeutet, dass es sich sowohl um echte Zylinder als auch um pseudozylindrische Elemente mit flachen, verjüngten oder ausgesparten Abschnitten oder variierenden Radien über Teile ihrer Länge handeln kann. Vorzugsweise haben diese Prallbleche einen Durchmesser von ca. 20 bis 35% des Trommeldurchmessers, um eine ausreichende Verringerung des Freifallabstands der Pellets zu bewirken, um die Qualitätsverschlechterung der Glasfasern zu verringern. Weiterhin kann der Durchmesser des Prallblechs vorteilhafterweise über mindestens einen Teil seiner Länge abnehmen, damit das sich nach innen erstreckende Ende des Prallblechs einen kleineren Durchmesser hat als das an der Trommel befestigte Ende. Indem man dem Prallblech eine solche Form gibt, verringert man den Widerstand, den es dem in Längsrichtung durch die Trommel fließenden Glasstrom entgegensetzt. Vorzugsweise hat das sich nach innen erstreckende Ende des Prallblechs einen Durchmesser von ca. 25 bis 60% des Trommeldurchmessers.
  • Darüber hinaus ist das Prallblech vorzugsweise so an der Wand der Trommel am Auslassende befestigt, dass es die Auslassöffnung 41a der Trommel teilweise überdeckt, um ein Zurückfließen der Pellets aus dem Zickzackröhren-Verdichter 42 in die Trommel zu verhindern, wenn sich die Einheit dreht. Dies reduziert entsprechend die durchschnittliche Verweilzeit der Pellets in der Trommel und trägt mit dazu bei, dass die Pellets nicht durch übermäßigen Abrieb beschädigt oder zersetzt werden. Vorzugsweise versperrt das Prallblech zwischen ca. 20 und 30% der Fläche der Auslassöffnung. Weiterhin kann der Teil des Prallblechs, der die Auslassöffnung überdeckt, wie in 4 gezeigt abgeflacht, verjüngt oder anderweitig modifiziert sein, um die Reduzierwirkung für das Zurückfließen der Pellets zu verbessern und gleichzeitig die Behinderung des Pellet-Stroms in den Zickzackröhren-Verdichter zu minimieren.
  • Wie in 5 gezeigt, haben bevorzugte gekrümmte Prallbleche im Allgemeinen einen gekrümmten Teil 84 und einen linearen Teil 86 und sind an der Auslasswand der Trommel senkrecht zu dieser befestigt, so dass sie nach innen in die Trommel ragen. Der gekrümmte Teil des Prallblechs hat vorzugsweise einen im Wesentlichen konstanten Radius, der dem Radius der Auslassöffnung entspricht, und der lineare Teil hat vorzugsweise eine der Auslassöffnung entsprechende Höhe.
  • Weiter ist das Prallblech wie in 5 gezeigt vorzugsweise an der Trommelwand befestigt, wobei der lineare Teil neben der drehenden Austrittskante der Auslassöffnung 41a so angeordnet ist, dass der lineare Teil, wenn sich die Auslassöffnung am unteren Drehpunkt befindet, vertikal ausgerichtet ist und der gekrümmte Teil sich zur Mittelachse der Trommel über die Auslassöffnung hin krümmt. Durch diese Anordnung des Prallblechs verringert sich nicht nur der Freifallabstand der Pellets beim Drehen der Trommel, sondern es wirkt auch als eine Schaufel oder Führung, um den Pellet-Strom durch die Auslassöffnung in den Zickzackröhren-Verdichter zu erleichtern, indem die scheinbare Druckhöhe der Glas-Pellets erhöht wird, die bei jeder Trommelumdrehung in den Verdichter fließen können. Somit trägt es auch zu Verringerung der durchschnittlichen Verweilzeit der Pellets in der Trommel bei und verhindert einen übermäßigen Abrieb der Pellets.
  • Es hat sich gezeigt, dass der Einbau der oben beschriebenen Prallbleche in die Trommel der Pelletiermaschine die durchschnittliche Verweilzeit der Pellets in der Trommel von ca. 2 Minuten und 35 Sekunden ohne ein Prallblech auf ca. 1 Minute und 40 Sekunden mit dem im Allgemeinen zylindrischen Prallblech bzw. auf ca. 1 Minute und 20 Sekunden mit dem gekrümmten Prallblech verkürzt. Weiter zeigt sich die offensichtliche Verringerung der Faserzersetzung aufgrund des Einbaus dieser Prallbleche an einer Verbesserung der physikalischen Eigenschaften der aus den erhaltenen Pellets hergestellten Formteile, unter anderem einer durchschnittlichen Erhöhung der Zugfestigkeit um ca. 2 bis 3%, einer Erhöhung der Biegefestigkeit um ca. 1 bis 2% und einer Erhöhung der Schlagzähigkeit um ca. 4 bis 5%.
  • Nach dem Verdichten können die Pellets auf ein Förderband 50 gegeben und getrocknet werden, z. B. mit einem geschlossenen Ofen, der mit Heißluft 61 und Kühlluft 62 versorgt wird, oder jeder geeigneten Trockenvorrichtung 60 mit einer Absaugvorrichtung 63. Um die Trockenzeit auf ein für die industrielle Massenproduktion geeignetes Maß zu verkürzen, werden die Glasfasern vorzugsweise bei höheren Temperaturen von 121,1 bis 293,3°C (ca. 250 bis 560°F) in einem Wirbelschichtofen getrocknet. Nach dem Trocknen können die verdichteten Pellets 48 mit einem Sieb 65 oder einer anderen geeigneten Vorrichtung nach Größen klassiert und in einen Produktbehälter 66 oder einen Abfallbehälter 67 sortiert werden.
  • Durch Variieren des Durchsatzes und des Feuchtigkeitsgehalts der Glasfaser-Strangsegmente können Glasfaser-Pellets hergestellt werden, deren Dichte ca. 13 bis 60% höher als die entsprechender nicht pelletierter Glasfaser-Strangsegmente ist und die einen 10- bis 65-mal größeren Durchmesser aufweisen. So haben zum Beispiel zerhackte 4 mm lange Segmente eines Strangs aus 2.000 Einzelfasern mit einem Durchmesser von 14 μm typischerweise eine Schüttdichte von 528,66 bis 576,2 kg/m3 (ca. 33 bis 36 lb/ft3). Nach Hydratisieren auf einen Feuchtigkeitsgehalt von ca. 13 bis 14% und Herstellen von verdichteten Pellets mit dem erfindungsgemäßen Verfahren haben die so erhaltenen getrockneten Pellets typischerweise eine Schüttdichte von 640,8 bis 881,1 kg/m3 (ca. 40 bis 55 lb/ft3). Aufgrund ihres höheren Durchmesser-Längen-Verhältnisses und der höheren Dichte weisen die resultierenden Pellets ein deutlich besseres Fließvermögen als das Produkt aus nicht pelletierten, zerhackten Fasersträngen auf.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise mit einem Gerät nach 3 ausgeführt, wobei Glasfaserstränge in einer faserbildenden Vorrichtung 10 gebildet, mit der Schneidevorrichtung 20 zerhackt und von dem Förderer 30 zur Schleudervorrichtung 40 transportiert werden, wo die zerhackten Stränge pelletiert und verdichtet werden. Die erhaltenen Pellets werden von dem Förderband 50 zu der Trocknungsvorrichtung 60 transportiert.
  • Die faserbildende Vorrichtung 10 umfasst vorzugsweise einen Glasfaserofen mit faserbildenden Düsenringe 11a, 11b und 11c, aus denen mehrere Einzelfäden 12a, 12b, und 12c gezogen oder verdünnt werden und auf die mit Hilfe von Schlichtemittel-Auftragsvorrichtungen wie z. B. den Walzen 13a, 13b und 13c ein wässriges Schlichtemittel aufgebracht wird, das Haftvermittler und optionale Gleitmittel und pH-Reguliermittel enthält. Die Fasergruppen werden mit Hilfe der Sammelschuhe 14a, 14b und 14e zu getrennten Strängen 15a, 15b und 15c gebündelt und anschließend in die Schneidevorrichtung 20 eingeführt.
  • Die Schneidevorrichtung 20 umfasst eine Führungswalze 21 mit Rillen in einer der Anzahl der Stränge entsprechenden Anzahl, eine frei drehbare Transportwalze 22 mit einer Oberfläche aus einem elastischen Material mit einer hohen Reibungszahl bezogen auf Glasfasern, z. B. Kautschuk, Gummi oder Kunstharz, und eine Schneidewalze 23, die federnd gegen die Transportwalze 22 gepresst und von einem Motor angetrieben wird, wobei die Schneidwalze mehrere Flügel oder Lamellen aufweist, die radial von ihr abstehen. Die benetzten Stränge 15a, 15b und 15c, die in die Schneidevorrichtung 20 gegeben werden, werden durch die Rillen der Führungswalze 21 um die Transportwalze 22 gewickelt und an der Kontaktstelle zwischen der Transportwalze 22 und den Flügeln der Schneidwalze 23 in Stücke, d.h. zerhackte Stränge 24 geschnitten, deren Länge durch den Abstand der Flügel in Umfangsrichtung bestimmt wird.
  • Die zerhackten Stränge 24 fallen auf eine geeignete Transportvorrichtung wie z. B. den Förderer 30 und werden zu der Schleudervorrichtung 40 transportiert. Der bevorzugte Förderer zum Transportieren der feuchten zerhackten Strangsegmente ist ein Gurt förderer mit einer nicht klebenden, mit Vertiefungen versehenen Oberfläche, wie er z. B. handelsüblich von Sparks unter der Handelsbezeichnung Ultraline Food Belt Monoflex WU220M (weißes Polyurethan mit Mini-Diamant-Oberseite) angeboten wird.
  • Die Schleudervorrichtung 40 umfasst eine Pelletiertrommel 41, die fest an einem Ende einer hohlen Zickzack-Pellet-Verdichterröhre 42 angebracht ist, die mit Hilfe von Laufrollen 44 drehend auf einem Rahmen 43 angeordnet ist und von einem Motor 45, z. B. einem Motor mit variabler Drehzahl mit einer Leistung von 30 Ampere, angetrieben wird. Die Verdichterröhre 42 ist an einer radial vom Rotationszentrum der Trommel entfernten Stelle mit der Trommel 41 verbunden und steht mit dieser in Durchlaufverbindung. Das Arbeitsvolumen der hydratisierten Strangsegmente und Pellets in der Trommel entspricht vorzugsweise zwischen ca. 20 und 50% des Trommelvolumens, besser jedoch etwa 50% des Trommelvolumens, um eine Verweilzeit in der Trommel sicherzustellen, die zur Bildung von Pellets ausreicht, jedoch nicht zu deren Zersetzung aufgrund von Abrieb führt.
  • Die verdichteten Pellets gelangen aus der Trommel 41 durch die Verdichterröhre 42 und verlassen diese am Auslass 49. Die Dichte der aus der Verdichterröhre austretenden Pellets liegt vorzugsweise zwischen 736,92 und 993,24 kg/m3 (ca. 46 bis 62 lb/ft3), einschließlich eines Feuchtigkeitsgehalts von ca. 14 Gewichtsprozent.
  • Der Rahmen 43 der Schleudervorrichtung ist vorzugsweise mit einer Höhenverstellvorrichtung 43a versehen, um die Schleudervorrichtung in einem kleinen Winkel von ca. 5 Grad zur Horizontalen geneigt halten zu können, um einen einwandfreien Materialstrom durch die Pelletiertrommel und die Verdichterröhre sicherzustellen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt der Neigungswinkel zwischen ca. 1 und 3 Grad.
  • Die aus der Verdichterröhre austretenden Pellets fallen auf das Förderband 50 und werden zu dem Ofen 60 transportiert, wo die hydratisierende Lösung getrocknet wird. Der Förderer 50 ist vorzugsweise ein Gurtförderer mit einer nicht klebenden, mit Vertiefungen versehenen Oberfläche, wie er z. B. handelsüblich von Sparks unter der Handelsbezeichnung Ultraline Food Belt Monoflex WU220M (weißes Polyurethan mit Mini-Diamant-Oberseite) angeboten wird.

Claims (12)

  1. Gerät zum Herstellen von Glasfaserpellets aus zerhackten Segmenten (24) eines Mehrfach-Glasfaser-Strangs mit: a) einer Vorrichtung (41) zum Zugeben einer wässrigen hydratisierenden Lösung zu den zerhackten Strangsegmenten; b) einer erste Schleudervorrichtung (41) zum Vermitteln einer Schleuderwirkung auf die hydratisierten zerhackten Strangsegmente, um die hydratisierende Lösung zu verteilen, und um zu erreichen, dass sich die zerhackten Strangsegmente ausrichten und zu Pellets zusammenfügen, wobei die erste Schleudervorrichtung eine um ihre longitudinale Achse drehend angetriebene Trommel (41) aufweist, die ein erstes Ende mit einer Einlassöffnung (46) zum Empfangen der zerhackten Strangsegmente und ein zweites Ende mit einer Auslassöffnung (41a) zum Abgeben der Pellets aufweist, wobei die Mitte der Auslassöffnung von der Rotationsachse der Trommel radial entfernt ist; c) einer Transportiervorrichtung (31) für die Pellets in eine zweite Schleudervorrichtung (42); und d) einer zweite Schleudervorrichtung (42) zum Schleudern der Pellets, um ihre Dichte zu verdichten.
  2. Gerät nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung zum Zugeben einer hydratisierenden Lösung zu den zerhackten Strangelementen eine Spraydüse aufweist, die neben der Einlassöffnung der Trommel angeordnet ist.
  3. Gerät nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung zum Zugeben einer hydratisierenden Lösung zu den zerhackten Strangelementen eine Spraydüse innerhalb der Trommel aufweist.
  4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3 mit weiterhin einer innerhalb der Trommel angeordneten Vorrichtung (70, 82) zum Reduzieren der Freifalldistanz der Pellets während der Drehung der Trommel.
  5. Gerät nach Anspruch 4, wobei. die Freifallreduktionsvorrichtung im Allgemeinen ein zylindrisches Prallblech (80) umfasst, das an seinem einen Ende mit dem zweiten Ende der Trommel verbunden ist, und sich nach Innen in die Trommel erstreckt.
  6. Gerät nach Anspruch 5, wobei die Längsachse des Prallblechs im wesentlichen parallel zu der Rotationsachse der Trommel verläuft.
  7. Gerät nach Anspruch 5 oder 6, wobei das Prallblech einen Teil der Auslassöffnung der Trommel überdeckt.
  8. Gerät nach Anspruch 4, wobei die Freifallreduktionsvorrichtung eine gekrümmte Platte (82) umfasst, die an ihrem einen Ende mit dem zweiten Ende der Trommel verbunden ist und sich nach Innen in die Trommel erstreckt.
  9. Gerät nach Anspruch 8, wobei die gekrümmte Platte einen gekrümmten Teil (84) und einem linearen Teil (86) aufweist und mit der Trommel derart verbunden ist, dass der lineare Teil neben der Auslassöffnung an deren drehender Austrittskante angeordnet ist und der gekrümmte Teil sich zu der Rotationsachse der Trommel hin krümmt.
  10. Gerät nach Anspruch 9, wobei der gekrümmte Teil eine Krümmung mit im wesentlichen konstantem Radius aufweist.
  11. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die zweite Schleudervorrichtung eine hohle Zickzackröhre (42) aufweist, die drehend um eine Längsachse angetrieben ist, wobei die Röhre ein erstes Ende (39) mit einem Einlass zum Empfangen der Pellets und ein zweites offenes Ende (49) mit einem Auslass zum Abgeben der verdichteten Pellets aufweist.
  12. Gerät nach Anspruch 11, wobei der Einlass der zweiten Schleudervorrichtung mit der Auslassöffnung der ersten Schleudervorrichtung verbunden ist und in Durchlaufverbindung mit ihr steht.
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