GEBIET DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft Täusch-Leuchtsätze für Infrarotsuch-Flugkörper und
insbesondere einen Gegenmaßnahme-Leuchtsatz, der eine pyrophore Flüssigkeit
enthält, die reagiert und brennt, wenn sie der Luft ausgesetzt wird, wenn die Flüssigkeit
aus einer Düse des Leuchtsatzes ausgestoßen wird, wobei die Düse eine Gestaltung
hat, die für verbesserte Verbrennung der pyrophoren Flüssigkeit sorgt.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Infrarot (IR) gelenkten Flugkörpern der ersten Generation konnte möglicherweise durch
Pilotenmanöver ausgewichen werden, die darin bestanden, ein angezieltes Flugzeug in
die Richtung der Sonne zu bringen, um das Detektorsystem des IR-Flugkörpers zu
blenden, oder durch Abschuss von Täusch-Leuchtsätzen, auf die sich der Detektor des
Flugkörpers konzentriert und den Flugkörper vom Flugzeug ablenkt. Gegenwärtige
Täusch-Leuchtsätze sind im Allgemeinen vom pyrotechnischen Typ, der durch
Verbrennung von festen pyrotechnischen Zusammensetzungen Strahlung erzeugt. Die am
häufigsten verwendete Zusammensetzung, genannt MITV-Zusammensetzung, besteht aus
Magnesium, Teflon (Marke) und Viton (Marke). Die MTV-Zusammensetzung erzeugt
eine sehr heiße Flamme und liefert eine intensive punktförmige Quelle von
IR-Strahlung, die die erste Generation von IR-gelenkten Flugkörpern anziehen soll. Fortschritte
bei den IR-Suchern der Flugkörper haben die Wirksamkeit der gegenwärtig ins Feld
geschickten pyrotechnischen Leuchtsätze aber deutlich vermindert. Keines der
bekannten Systeme bietet den erforderlichen Schutz gegen diese neueren Flugkörper.
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Die neue Generation von IR-gelenkten Flugkörpern ist mit einer oder mehreren
elektronischen Gegen-Gegenmaßnahmen (CCM) ausgerüstet, die zwischen einem Flugzeug
und einem Täuschmittel unterscheiden können und vorhandene Gegenmaßnahmen
zum Flugzeugschutz wie z. B. die gegenwärtigen Täusch-Leuchtsätze ignorieren. Neue
IR-gelenkte Flugkörper, die mit spektralen CCM ausgerüstet sind, haben
Detektorsysteme, die gewöhnlich drei Bänder in den Spektralemissionen von Flugzeugen
unterscheiden und analysieren können. Ein nachgewiesenes, Signal, bei; dem die Bandintensitäten
und Verhältnisse nicht mit der spektralen Kennzeichnung des angezielten Flugzeugs
übereinstimmen, wird daher als Gegenmaßnahme erkannt und ignoriert. Als Folge
müssen Gegenmaßnahme-Leuchtsätze nun eine spektrale Kennzeichnung erzeugen,
die derjenigen von Flugzeugen ähnlich ist, um wirksam zu sein. Bei gegenwärtigen
pyrotechnischen Leuchtsätzen ist dies nicht der Fall. Tatsächlich unterscheidet sich die
spektrale Kennzeichnung von pyrotechnischen Leuchtsätzen sehr von derjenigen eines
Flugzeugs, da sie prinzipiell im ersten Spektralband emittieren, das von neueren IR-
Suchern von Lenkflugkörpern, die mit spektralen CCM ausgerüstet sind, analysiert wird,
während die Kennzeichnung eines Düsenflugzeugs hohe Intensitäten in den zweiten
und dritten Bändern zeigt. Diese spektral fehlangepasste Kennzeichnung beschränkt
allgemein die Brauchbarkeit von gegenwärtigen pyrotechnischen Leuchtsätzen auf die
frühere Generation von IR-gelenkten Flugkörpern.
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Eine Betriebsanalyse auf Basis der gemessenen experimentellen Leuchtsatz-Leistung
zeigt, dass pyrophore Leuchtsätze großes Potential bieten, die erforderliche Leistung
zu erbringen, um die neuere Generation von IR suchenden Flugkörpern zu täuschen.
Die spektrale Kennzeichnung einer pyrophoren Flüssigkeit wie z. B. von
Alkylaluminiumverbindungen, die spontan brennen, wenn sie in die Luft gesprüht werden, ist der
spektralen Kennzeichnung eines Düsenflugszeugs ähnlicher, so dass ein IR suchender
Flugkörper diesen Typ von Leuchtsatz nicht als Gegenmaßnahme erkennt.
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Die grundlegenden Funktionsprinzipien von pyrophoren Leuchtsätzen haben mit den
existierenden pyrotechnischen Leuchtsätzen sehr wenig gemeinsam, außer dass sie
beide mittels einer Stoßkartusche aus einer Abschussvorrichtung ausgestoßen werden.
Ein pyrophorer Leuchtsatz erfordert eine Flüssigkeit in einem vollkommen
verschlossenen Behälter, da pyrophore Flüssigkeiten unter Verwendung des Luftsauerstoffs als
Oxidationsmittel reagieren und brennen, wenn sie der Luft ausgesetzt werden.
Pyrotechnische Leuchtsätze andererseits verwenden eine feste körnige Zusammensetzung,
die in einer Schutzhülle enthalten ist. Bei einem pyrophoren Leuchtsatz ist eine
Einrichtung wie z. B. ein Gaserzeuger erforderlich, um die pyrophore Flüssigkeit durch eine
kalibrierte Düse auszustoßen, um ein bestimmtes Druckprofil innerhalb des Leuchtsatzes
zu erzeugen, um Bruchscheiben zu brechen und die Flüssigkeit auszustoßen. Daher
sind für einen pyrophoren Leuchtsatz ein hochdruckfester Behälter und spezielle
Dichtungsbestandteil-Befestigungen erforderlich. Diese Gegenstände werden für einen
pyrotechnischen Leuchtsatz nicht benötigt. Außerdem erfordern bewegliche und/oder
lösbare Bestandteile des Zündsystems für einen pyrophoren Leuchtsatz spezielle
Dich
tungsvorrichtungen, um Druckverluste durch das Zündsystem während der gesamten
Arbeitsweise des Leuchtsatzes zu vermeiden. Einen pyrotechnischen Leuchtsatz betrifft
dies nicht. Weiterhin sind pyrophore Flüssigkeiten wie z. B. Alkylaluminiumverbindungen
mit vielen Materialien und insbesondere mit den meisten Polymeren unverträglich.
Diese Beschränkungen erfordern eine vollständig neue Konstruktion für pyrophore
Leuchtsätze, wie z. B. beschrieben im US-Patent 5,631,441, erteilt am 20. Mai 1997.
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Der im US-Patent 5,631,441 beschriebene Täusch-Leuchtsatz enthält einen
rohrförmigen Behälter für pyrophore Flüssigkeit, mit einer Düse an einem Ende, die
normalerweise durch eine Bruchscheibe von der pyrophoren Flüssigkeit im Behälter getrennt
ist, wobei das andere Ende des Behälters mit einem Mechanismus zum Ausüben von
Druck auf die pyrophore Flüssigkeit versehen ist. Dieser Druck wird durch die
Flüssigkeit auf die Bruchscheibe übertragen, die bei einem vorbestimmten Druck bricht,
infolgedessen die pyrophore Flüssigkeit durch die Düse in die Atmosphäre ausgestoßen
wird, wodurch die pyrophore Flüssigkeit brennt, wenn sie der Luft ausgesetzt wird. Die
im US-Patent 5,631,441 gezeigte Düsengestaltung ist ein gerades Loch, das durch
eine Düsenkappe gebohrt ist. Die Düsengestaltung ist für hohe
Strömungsgeschwindigkeiten des pyrophoren Flüssigbrennstoffs unter allen Bedingungen sehr wirksam. Hohe
Strömungsgeschwindigkeiten ergeben kurze Brennzeiten für einen Leuchtsatz. Die
Strömungsgeschwindigkeit der pyrophoren Flüssigkeit durch diese Düse hängt von
dem Druck auf die Flüssigkeit und dem Durchmesser der geraden Düse ab. Es hat sich
aber gezeigt, dass dieser Typ von Düse weniger wirksam und ungeeignet ist für
niedrige Strömungsgeschwindigkeiten der pyrophoren Flüssigkeit, die möglicherweise
gewünscht sind, um für längere Brennzeiten und insbesondere für niedrige
Strömungsgeschwindigkeiten in großen Höhen zu sorgen. Es wird angenommen, dass diese
wenig wirksame Leistung für niedrige Strömungsgeschwindigkeiten in großen Höhen an
einer verminderten Konzentration von pyrophorem Flüssigbrennstoff liegt, der in eine
Umgebung mit sehr kalter Luft (weniger reaktiv) gesprüht wird, die eine wesentlich
verminderte Menge reaktiven Sauerstoff enthält.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Täusch-Leuchtsatz für Infrarot
(IR) Suchende Flugkörper zu schaffen, der eine pyrophore Flüssigkeit enthält, die durch
eine Düse in die Atmosphäre ausgestoßen werden kann, wobei die Düse eine
Gestaltung hat, die für verbesserte Verbrennung der pyrophoren Flüssigkeit bei niedrigen
Strömungsgeschwindigkeiten durch die Düse und insbesondere für niedrigere
Strömungsgeschwindigkeiten in großen Höhen sorgt.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Leuchtsatz mit einem Behälter für eine
zündfähige Flüssigkeit geschaffen, der eine äußere Hülle mit einem Verschlussglied
enthält, das hermetisch mit der Hülle verschlossen ist, um den Behälter auszubilden,
wobei das Verschlussglied eine zentrale Bruchscheibe enthält, die bei einem
vorbestimmten Druck bricht, mit einer Düsenkappe, die eine Düsenöffnung enthält, die einer
äußeren Oberfläche der Bruchscheibe benachbart am Verschlussglied angebracht ist,
wobei die Düsenöffnung vor der äußeren Oberfläche liegt, wobei der Leuchtsatz einen
Druckerzeugungsmechanismus zum Ausüben von Druck auf die zündfähige Flüssigkeit
enthält, um die Bruchscheibe zu brechen und die Flüssigkeit durch die Düsenöffnung
auszustoßen, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Düsenöffnung in eine
Vorwärmkammer öffnet, die vor dem Verschlussglied liegt, wobei die Vorwärmkammer durch ein
Gehäuse ausgebildet wird, das die Düsenöffnung umgibt, wobei das Gehäuse eine von
der Düsenöffnung beabstandete Außenfläche enthält, die eine Anzahl von Löchern
enthält, durch die Luft in die Vorwärmkammer eintreten kann, um die zündfähige
Flüssigkeit zu zünden, und durch die die gezündete Flüssigkeit in die Atmosphäre
ausgestoßen werden kann.
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Das Gehäuse kann durch eine Haube gebildet werden, die sich von der Düsenkappe
her nach außen erstreckt und die die Düsenöffnung umgibt, wobei die Außenfläche
eine mit Löchern versehene Scheibe ist, die in einer Öffnung an einem äußeren Rand
der Haube angeordnet ist. Alternativ ist das Gehäuse eine mit Löchern versehene
Kuppel, deren Rand eine Außenfläche des Verschlussgliedes trifft.
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In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Außenfläche des Gehäuses eine
zentrale, nach hinten vorstehende Nabe mit einer Vielzahl von Düsenausgangskanälen,
die Öffnungen auf Oberflächen der Nabe haben, wobei sich die Ausgangskanäle in
eine sich nach hinten erstreckende zentrale Öffnung der Nabe öffnen, wobei die sich
nach hinten erstreckende zentrale Öffnung auf den Düsenkanal in der Düsenkappe
ausgerichtet und damit verbunden ist.
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Der Leuchtsatz kann ein Täusch-Leuchtsatz für Infrarotsuch-Flugkörper sein, bei dem
die zündfähige Flüssigkeit eine pyrophore Flüssigkeit ist, oder er kann Flüssigkeit für
andere Zwecke enthalten.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die folgende detaillierte Beschreibung der Erfindung versteht man noch deutlicher
anhand der beigefügten Zeichnungen, in denen:
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Fig. 1 ist eine Teilquerschnittsansicht eines bekannten pyrophoren
Täusch-Leuchtsatzes für Infrarot (IR) suchende Flugkörper;
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Fig. 2a ist eine Teilquerschnittsansicht eines Täusch-Leuchtsatzes, der eine
pyrophore Flüssigkeit enthält, mit einer Düsengestaltung gemäß einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
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Fig. 2b ist eine Vorderansicht des in Fig. 2a gezeigten Leuchtsatzes;
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Fig. 3 ist eine Teilquerschnittsansicht eines Täusch-Leuchtsatzes mit einer
modifizierten Gestaltung der in Fig. 2a gezeigten Düsenanordnung; und
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Fig. 4 ist eine Teilquerschnittsansicht eines Täusch-Leuchtsatzes mit einer
Düsengestaltung gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Fig. 1 zeigt einen bekannten pyrophoren Täusch-Leuchtsatz für Infrarot (IR) suchende
Flugkörper. Dieser Leuchtsatz enthält eine rohrförmige Hülle 1 und einen vorderen
Verschlussaufbau 3, die einen Behälter für eine pyrophore Flüssigkeit 10 bilden. Der
vordere Verschlussaufbau 3 enthält einen Einfüllstopfen 7, eine zentrale Bruchscheibe
4, die als ein Stück mit dem Verschluss ausgebildet ist, und einen äußeren Rand, der
mit dem vorderen inneren Rand einer rohrförmigen Hülle 1 verschlossen ist. Die
zentrale Bruchscheibe 4 ist eine feste Scheibe, bevor der Leuchtsatz aktiviert wird, und bildet
mit dem Verschluss eine hermetische Dichtung für die pyrophore Flüssigkeit in der
rohr
förmigen Hülle 1, bis ein vorbestimmter Druck im Behälter erreicht ist. Bei diesem
vorbestimmten Druck wird die Scheibe 4 zerbrochen, wodurch pyrophore Flüssigkeit
ausgestoßen wird, wie in Fig. 1 gezeigt. Eine Düsenkappe 5 mit einer zentralen
kalibrierten Düse 6 ist in einer Position auf der Vorderseite des Verschlussaufbaus 3
angebracht, so dass sich die Düse 6 vor der Scheibe 4 befindet. Die pyrophore Flüssigkeit
10 ist durch einen Kolben 8 von der Rückseite der rohrförmigen Hülle 1 getrennt, und
ein Gaserzeugungsmechanismus (nicht gezeigt) vergrößert bei Aktivierung den Druck
von Gas 9 hinter dem Kolben 8, um ihn nach vorne gegen die pyrophore Flüssigkeit 10
zu stoßen, bis bei einem vorbestimmten Druck die Scheibe 4 bricht und pyrophore
Flüssigkeit durch die Düse 6 ausgestoßen wird. Wenn sie aus der Düse 6 ausgestoßen
wird, entzündet sich diese pyrophore Flüssigkeit spontan, sobald sie der Atmosphäre
ausgesetzt ist. Dieser Typ von Leuchtsatz ist im US-Patent 5,631,441 beschrieben.
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Die Strömungsgeschwindigkeit der pyrophoren Flüssigkeit durch die kalibrierte Düse 6
in dem in Fig. 1 gezeigten Leuchtsatz hängt von dem Durchmesser der Düse 6 und
dem Druck ab, den der Kolben 8 auf die pyrophore Flüssigkeit 10 ausübt, d. h. dem vom
Gas 9 erzeugten Druck. Wie in Fig. 1 gezeigt, hat die kalibrierte Düse 6 die Gestalt
eines geraden Lochs, das durch eine Düsenkappe 5 gebohrt ist. Dieser Düsentyp mit
geradem Loch ist für hohe Strömungsgeschwindigkeiten des pyrophoren
Flüssigbrennstoffs unter allen Bedingungen sehr wirksam. Diese hohen
Strömungsgeschwindigkeiten resultieren in kurzen Brennzeiten für den Leuchtsatz. Es hat sich jedoch gezeigt,
dass diese gerade Düsengestaltung weniger geeignet ist für wirksame Verbrennung
des pyrophoren Brennstoffs bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten, die längere
Brennzeit und insbesondere niedrige Strömungsgeschwindigkeiten in großen Höhen
ermöglichen. Es wird angenommen, dass das Verbrennungsproblem im
Zusammenhang mit niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten in großen Höhen durch eine
verminderte Konzentration von pyrophorem Flüssigbrennstoff verursacht wird, der in eine
Umgebung mit sehr kalter Luft (weniger reaktiv) gesprüht wird, die eine wesentlich
verminderte Menge reaktiven Sauerstoff enthält.
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Die infrarote (IR) Kennzeichnung eines pyrophoren Leuchtsatzes wie z. B. im US-Patent
5,631,44 beschrieben ist eine Funktion der folgenden drei Bestandteile:
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(1) dem Gaserzeuger, der den Druck bestimmt, bei dem die pyrophore Flüssigkeit
ausgestoßen wird,
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(2) der Bruchscheibe, die bei einem vorbestimmten Druck bricht, und
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(3) besonders der Gestaltung der Düse.
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Es hat sich gezeigt, dass die Hinzufügung eines kleinen "Vorwärm-Hohlraums" für den
pyrophoren Flüssigbrennstoff bei der Düsengestaltung eine geeignete Lösung für die
Verbrennungsprobleme ist, denen man bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten in
großen Höhen begegnet. Es gibt verschiedene Gestaltungen für eine Düse mit einem
"Vorwärm-Hohlraum", mit denen man passende IR-Kennzeichnungen erzeugen kann.
Das Grundprinzip eines "Vorwärm-Hohlraums" ist, den pyrophoren Flüssigbrennstoff
zuerst (durch eine Düse) in eine Kammer zu sprühen, die teilweise zu der umgebenden
Luftströmung offen ist. Diese Kammer bildet einen "Vorwärm-Hohlraum", in dem der
eingesprühte pyrophore Flüssigbrennstoff mit der im Hohlraum gefangenen Luft
reagiert, bevor er schließlich aus dem Hohlraum in die Atmosphäre ausgestoßen wird.
Dadurch kann sich der pyrophore Flüssigstoff im Hohlraum erwärmen, was seine
Reaktivität vergrößert, um die Zündung und Verbrennung des vorgewärmten
pyrophoren Flüssigbrennstoffs in großen Höhen und in sehr kalten Umgebungen zu erlauben.
Außerdem werden die Tropfengrößen des in die Atmosphäre gesprühten pyrophoren
Brennstoffs durch diese Gestaltung einer Düse mit einer Vorwärmkammer verändert,
was wichtige Auswirkungen auf die IR-Kennzeichnung des Leuchtsatzes hat.
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Fig. 2a ist eine Teilquerschnittsansicht einer bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, in der der Haupt-Düsenkanall 6', die Düsenkappe 5, die
Bruchscheibe 4, die rohrförmige Hülle 1 und der Kolben 8 mit den entsprechenden in Fig. 1
gezeigten Elementen identisch sind. In dieser Ausführungsform öffnet sich jedoch der
Haupt-Düsenkanal 6' in einen Vorwärm-Hohlraum 20, der durch eine kreisförmige
Haube 22 ausgebildet wird, die sich vom Rand der Düsenkappe 5 nach außen erstreckt.
Die Haube 22 umgibt den Haupt-Düsenkanal 6', um einen Vorwärm-Hohlraum 20
auszubilden. Das offene Ende der rohrförmigen Haube 22 ist durch eine mit Löchern
versehene Scheibe 24 verschlossen, die eine große Zahl von kleinen Öffnungen 28
enthält, wie am Besten in der in Fig. 2b gezeigten Vorderansicht zu sehen ist. Die mit
Löchern versehene Scheibe 24 ermöglicht, dass Luft in den Vorwärm-Hohlraum 20
eintritt. Bei dieser Düsengestaltung wird der pyrophore Flüssigbrennstoff gezwungen,
mittels des Drucks aufgrund des Kolbens 8 durch nur einen zentralen Kanal, den
Haupt-Düsenkanal 6', in den Vorwärm-Hohlraum 20 einzutreten. Der über den Kanal 6'
in den Vorwärm-Hohlraum 20 eingesprühte pyrophore Flüssigbrennstoff reagiert mit der
Luft innerhalb des Hohlraums 20, wobei der Flüssigbrennstoff vorgewärmt wird, bevor
er durch die mit Löchern versehene Scheibe 24 hindurch in die Atmosphäre
ausgestoßen wird. Das Vorwärmen der pyrophoren Flüssigkeit im Hohlraum 20 beseitigt frühere
Probleme, denen man bei Zündung der Flüssigkeit bei niedrigen
Strömungsgeschwindigkeiten und in großen Höhen begegnet.
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Das grundlegende Funktionsprinzip des in Fig. 2a gezeigten Leuchtsatzes ist dem in
Fig. 1 gezeigten Leuchtsatz nach dem Stand der Technik ähnlich, jedoch liefert die
Düsengestaltung von Fig. 2a mit einer Haube bzw. einer mit Löchern versehenen
Scheibe eine ganz andere radiometrische Ausgangsgröße (die IR-Kennzeichnung des
Leuchtsatzes) und bietet mehr Vielseitigkeit. Eine verlängerte Haube, die sich zum
Beispiel bis vor die mit Löchern versehene Scheibe erstreckt, ist eine Modifizierung, mit
der man die IR-Kennzeichnung ändern kann. Dies ist in Fig. 3 gezeigt, in der sich ein
Flansch 26 von der rohrförmigen Haube 22 her an der mit Löchern versehenen Scheibe
24 vorbei nach außen erstreckt. Die Verlängerung der Haube 22 verändert die
radiometrische Ausgangsgröße (Kennzeichnung) des Leuchtsatzes gegenüber der, die man
ohne Verlängerung erhalten würde. Andere Modifizierungen, die die Kennzeichnung
des Leuchtsatzes wesentlich beeinflussen, sind zum Beispiel, die mit Löchern
versehene Scheibe 24 durch eine mit Löchern versehene Kuppel zu ersetzen oder dem
Hohlraum unbrennbare Fasern hinzuzufügen, die für den Flüssigbrennstoff als Schwamm
wirken, oder den Durchmesser und die Zahl der Löcher zu ändern. Die letzte
Modifizierung kann Kombinationen aus verschieden großen Löchern und ihrer Muster
einschließen. Weiterhin können sowohl die Brennzeit als auch die radiometrische
Ausgangsgröße des Leuchtsatzes verändert werden, indem der Durchmesser des Haupt-
Düsenkanals 6' geändert wird.
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Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines pyrophoren Leuchtsatzes gemäß der
vorliegenden Erfindung, bei dem die Bruchscheibe 4, die Hülle 1 und der Kolben 8 den
entsprechenden in den früheren Ausführungsformen gezeigten Elementen gleich sind.
Der "Vorwärm-Hohlraum" 30 wird in dieser Ausführungsform durch eine mit Löchern
versehene Kuppel 32 gebildet, die eine große Zahl von Löchern 38 hat, die zur
Atmosphäre hin; offen sind. Die Kuppel 38 ist außen am vorderen Verschlussaufbau 3
befestigt. In dieser Ausführungsform öffnet sich der Haupt-Düsenkanal 16 nicht direkt
nach der Vorderseite der Kuppel 32, sondern mündet in zwei (Zweig-)Ausgangskanäle
18 und 18' in einer nach hinten weisenden Nabe 14 der Kuppel 32, die eine sich axial
nach hinten erstreckende zentrale Öffnung zwischen den Zweigkanälen und eine
ausgerichtete Öffnung des Hauptkanals 16 enthält, mit dem die zentrale Öffnung
verbunden ist. Die Zweigkanäle (18, 18') liegen in einem Winkel zu der axial verlaufenden
zentralen Öffnung und öffnen sich in den zwischen der Kuppel 32 und dem vorderen
Verschlussaufbau 3 ausgebildeten "Vorwärm-Hohlraum" 30. Das Innere des "Vorwärm-
Hohlraums" 30 ist mit unbrennbaren Fasern 34 (Stahlwolle, Asbest usw.) gefüllt, die für
den Flüssigbrennstoff wie ein Schwamm wirken, wenn er unter dem vom Kolben 8
erzeugten Druck aus den Ausgangskanälen 18 und 18' ausgestoßen und auf die Fasern
gesprüht wird. Luft tritt über die Löcher 38 und die pyrophore Flüssigkeit in die Kuppel
32 ein, wird eine kurze Zeit lang von den Fasern 34 eingefangen und reagiert mit der
Luft im Hohlraum 30, um einen "Vorwärm-Hohlraum" 30 zu bilden. Die Luftströmung
um den Leuchtsatz herum und der Druck, der durch in den Hohlraum 30 eintretende
neue pyrophore Flüssigkeit erzeugt wird, zwingen die vorgewärmte pyrophore
Flüssigkeit im Hohlraum, durch die kleinen Löcher der mit Löchern versehenen Kuppel 32
hindurch in die Atmosphäre auszutreten, wo spontane Verbrennung stattfindet.
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In der in Fig. 4 gezeigten Ausführungsform können die Brennzeiten des Leuchtsatzes
verändert werden, indem die Durchmesser der Haupt- und/oder Ausgangskanäle, die
Zahl der Ausgangskanäle und/oder ihre Orientierung in Bezug auf den Hauptkanal
geändert werden. Die IR-Kennzeichnung des Leuchtsatzes kann außerdem geändert
werden, indem der Durchmesser und/oder die Zahl der Löcher in der mit Löchern
versehenen Kuppel geändert werden oder indem das Muster der Löcher geändert wird.
Die IR-Kennzeichnung kann weiterhin geändert werden, indem die Dichte der Fasern
im Hohlraum geändert wird oder indem diese Fasern vollständig beseitigt werden.
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An den bevorzugten Ausführungsformen kann man verschiedene Modifizierungen
vornehmen, ohne den in den Ansprüchen angegebenen Schutzbereich der Erfindung
zu verlassen. Zum Beispiel kann man eine katalytische Beschichtung auf die
unbrennbaren Fasern aufbringen, wenn die Fasern im "Vorwärm-Hohlraum" enthalten sind.