DE69736799T2 - Verfahren zur steuerung eines servomotors - Google Patents

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Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Regeln eines Servomotors zum Antreiben einer Vorschubwelle einer Werkzeugmaschine usw. und insbesondere ein Servomotorregelverfahren zum Verhindern von Überschießen bei einer Lagefeedbackregelung. Dabei wird durch einen Lagedetektor, wie einen Skalendetektor, die Lage eines beweglichen Teils ermittelt, das von der Vorschubwelle angetrieben wird.
  • Bei der Lageregelung einer Vorschubwelle von einer Werkzeugmaschine und dergleichen mit einem Servomotor wird bei einem herkömmlichen Verfahren zum Verhindern von Überschießen während der Positionierung das Ausgabedrehmoment eines Servomotors gesenkt, indem der Wert eines Integrators in einer Geschwindigkeitsregelung verringert wird, wenn eine Lageabweichung nahezu "0" wird (d.h. ein bewegliches Teil der Maschine der befohlenen Lage nahe kommt). So wird das Überschießen verringert.
  • Bei einer geschlossenen Regelung wird die Lage des beweglichen Teils, das von der Vorschubwelle angetrieben wird, von einem Lagedetektor, wie einem Skalendetektor ermittelt, wodurch eine Lagefeedbackregelung auf Basis der ermittelten Position durchgeführt wird. Besitzt jedoch ein mechanisches System zwischen dem Servomotor und dem Lagedetektor, wie einem Skalendetektor, nicht genügend Steifigkeit, ist der Servomotor aufgrund der Torsion des mechanischen Systems um ein Ausmaß, das der Torsion zu dem Zeitpunkt entspricht, wenn die Lageabweichung nahezu "0" geworden ist und das bewegliche Teil die befohlene Lage erreicht hat, zu weit vorangeschritten. D.h. genügt die Steifigkeit des mechanischen Systems zwischen dem Servomotor und dem Lagedetektor nicht, wird das bewegliche Teil angetrieben, während das mechanische System verdreht wurde. Wenn durch den Lagedetektor ermittelt wird, dass die ermittelte Lage die befohlene Lage ist, hat deshalb der Servomotor tatsächlich eine Lage inne, aufgrund der das bewegliche Teil über die befohlene Zielposition hinaus um das Ausmaß hinausschießt, das der Torsion des mechanischen Systems entspricht. Wird die Lageabweichung "0" und die Positionierung ist beendet, so dass die Rotation des Servomotors stoppt, lässt die Torsion des mechanischen Systems allmählich nach, wodurch sich das mechanische bewegliche Teil um das Ausmaß, das der Torsion des mechanischen Systems entspricht, (in der gleichen Richtung, in der es sich bewegt hat) weiter vorwärts bewegt und über die befohlene Zielposition hinausschießt. Wenn sich das bewegliche Teil der Maschine vorwärts bewegt, nimmt die Lageabweichung zu. Zur Beseitigung der Zunahme in der Lageabweichung bewegt sich deshalb der Servomotor in die entgegengesetzte Richtung, so dass das bewegliche Teil an der befohlenen Zielposition positioniert wird.
  • Somit neigt bei einer geschlossenen Lageregelung das bewegliche Teil dazu, aufgrund der Torsion des beweglichen Teils über die befohlene Lage hinauszuschießen.
  • Ein Beispiel für ein solches System gemäß der Präambel des beigefügten Anspruchs 1 ist in JP-A-4184512 offenbart. Dieses System nutzt jedoch nicht die Möglichkeiten, die ein Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt im Feedbackregelsystem bietet.
  • Eine Aufgabe der Erfindung ist das Verhindern von Überschießen eines beweglichen Teils von einer Maschine oder das Verringern des Ausmaßes an Überschießen, wird eine geschlossene Lageregelung durchgeführt.
  • Erfindungsgemäß wird ein Verfahren bereitgestellt zum Regeln eines Servomotors zum Antreiben eines beweglichen Teils einer Maschine über ein mechanisches System auf Basis eines Bewegungsbefehls, der von einer numerischen Steuervorrichtung erteilt wird, wobei das Verfahren die Schritte umfasst: (a) Ermitteln einer Lage des beweglichen Teils; (b) Regeln einer Lage des beweglichen Teils mit dem Bewegungsbefehl, der von der numerischen Steuervorrichtung erteilt wird, und mit der Lage des beweglichen Teils, die im Schritt (a) ermittelt wird, über ein Feedbackregelsystem, das eine Lageregelung und einen Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt enthält, der ein Beschleunigungs-/Abbremsverfahren an dem Bewegungsbefehl von der numerischen Steuervorrichtung durchführt, so dass ein Bewegungsbefehl erhalten wird für die Eingabe in die Lageregelung; und (c) Regeln der Lage des beweglichen Teils durch den Servomotor, so dass die Torsion des mechanischen Systems zwischen dem Servomotor und dem beweglichen Teil verringert wird, indem ein Drehmomentbefehl für den Servomotor verringert wird für einen Zeitraum unmittelbar bevor der von dem Beschleunigungs-/Abbremsverfahren erhaltene Bewegungsbefehl null wird.
  • Wird der von der numerischen Steuervorrichtung erteilte Bewegungsbefehl einem einstufigen Beschleunigungs-/Abbremsverfahren durch einen einzigen Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt unterworfen und dann in die Lageregelung eingegeben, wird der Drehmomentbefehl für den Servomotor verringert, wenn eine Eingabe an den einzigen Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt null wird. Ist der Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt glockenförmig und besteht aus einem ersten und einem zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt, wird der Drehmomentbefehl an den Servomotor verringert, wenn eine Ausgabe des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts null wird. Wird das Beschleunigungs-/Abbremsverfahren an dem von der numerischen Steuervorrichtung erteilten Bewegungsbefehl nicht durchgeführt, kann ein Signal, das anzeigt, das die Zeit unmittelbar vor dem Ende des Bewegungsbefehls gekommen ist, zu einem festgelegten Zeitpunkt vor dem Ende des Bewegungsbefehls gegeben werden oder, wenn das verbleibende Ausmaß des Bewegungsbefehls einen vorbestimmten Wert annimmt oder kleiner als dieser wird. Der Drehmomentbefehl für den Servomotor wird verringert, wenn das Signal gegeben wird. Es wird darauf hingewiesen, dass ein Verfahren, bei dem das Beschleunigungs-/Abbremsverfahren nicht durchgeführt wird, kein erfindungsgemäßes Verfahren ist.
  • Zur Verringerung des Drehmomentbefehls kann der Wert eines Integrators in einer Geschwindigkeitsregelung des Feedbackregelsystems und/oder ein Drehmomentgrenzwert eines Drehmomentbegrenzungsstromkreises zum Begrenzen des Drehmomentbefehls verringert werden. Zum Verringern des Integratorwertes kann ein Integralwert für den gegenwärtigen Verarbeitungszeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsfeedbackregelung unter Verwendung eines Produkts aus einem Integralwert im letzten Verarbeitungszeitraum und einer festgelegten Konstante erhalten werden, die gleich oder größer gleich 0, aber kleiner als 1 ist. D.h. die in der Geschwindigkeitsregelung durchgeführte Integration wird in eine unvollständige Integration geändert. Nachdem der Bewegungsbefehl vollständig in die Lageregelung eingegeben werden kann, wird die festgelegte Konstante auf einen Wert geändert, der größer als der festgelegte Wert, aber kleiner als 1 ist. Dadurch wird der Drehmomentbefehl allmählich erhöht.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • Es zeigt/zeigen:
  • 1 ein Fließschema der Verarbeitung, die in jedem Zeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitung durchgeführt werden muss, nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
  • 2 ein Fließschema der Verarbeitung, die in jedem Zeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsregelungsverarbeitung durchgeführt werden muss, die nur zu Erläuterungszwecken gezeigt wird und nicht erfindungsgemäß ist;
  • 3 ein Blockschema der grundlegenden Elemente eines Servoregelsystems zur Durchführung eines Servomotorregelverfahrens nach einer Ausführungsform der Erfindung;
  • 4a bis 4d in Diagrammen die Beziehung zwischen einem Bewegungsbefehl, Ausgaben der Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung und einer Ausgabe eines Integrators nach der ersten Ausführungsform;
  • 5 ein Blockschema der Regelungshardware zur Durchführung der Erfindung;
  • 6 in einem Diagramm das Ergebnis eines Experiments zur Lageregelung nach einem herkömmlichen Verfahren; und
  • 7 in einem Diagramm das Ergebnis eines Experiments zur erfindungsgemäßen Lageregelung.
  • Bestes Verfahren zur Durchführung der Erfindung
  • Das Blockschema in 3 zeigt die grundlegenden Elemente eines Servoregelsystems nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung. Bei dieser Ausführungsform wird zur Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung ein glockenförmiges Beschleunigungs-/Abbremsverfahren eingesetzt, das aus zwei linearen Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitten besteht, d.h. aus einem ersten und einem zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt. Ein Bewegungsbefehl P0, der von einer Steuervorrichtung erteilt wird, beispielsweise einer CNC-Vorrichtung (computerisierten numerischen Steuerung), wird in den ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt eingegeben. Eine Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts wird in den zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt eingegeben, wodurch eine Ausgabe P2 des zweiten Verarbeitungsabschnitts erhalten wird. Die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts dient als Bewegungsbefehl für eine Lageregelung. Sie wird zur Addition in einen Fehlerzähler 11 eingeben, während ein Lagefeedbackwert Pf von einem Detektor, wie einer Skala, die an einem beweglichen Teil der Maschine angebracht ist, zur Subtraktion in den Fehlerzähler 11 eingegeben wird, wodurch eine Lageabweichung erhalten wird. Die im Fehlerzähler 11 gespeicherte Lageabweichung wird mit einer Lageregelungsverstärkung Kp multipliziert, so dass ein Geschwindigkeitsbefehl Vc erhalten wird. Ein Geschwindigkeitsfeedbackwert Vf von einem Detektor, wie einer Skala, wird von dem Bewegungsbefehl Vc subtrahiert, wobei eine Geschwindigkeitsabweichung erhalten wird. Dann wird das Produkt aus einem Wert, der mittels Integrieren der Geschwindigkeitsabweichung durch einen Integrator 10 erhalten wird, und einer Integralverstärkung k1 zu dem Produkt aus der Geschwindigkeitsabweichung und einer Proportionalverstärkung addiert, wodurch ein Drehmomentbefehl Tc erhalten wird. So wird eine PI- (Proportional-Integral-) geregelte Geschwindigkeitsregelverarbeitung durchgeführt. Der aus dem Geschwindigkeitsregelverfahren erhaltene Drehmomentbefehl Tc wird über einen Drehmomentbegrenzungsstromkreis und als Drehmomentbefehl Tc', der einen festgelegten Wert nicht übersteigt, einer elektrischen Stromregelung zur Durchführung eines Stromregelverfahrens (nicht gezeigt) zugeleitet. Dadurch wird ein Servomotor und damit das mechanische bewegliche Teil angetrieben.
  • Das bisher beschriebene Servoregelverfahren dieser Ausführungsform gleicht im Wesentlichen herkömmlichen Systemen. Die erfindungsgemäße Ausführungsform unterscheidet sich aber von dem herkömmlichen System darin, dass der Wert im Integrator 10 für einen Zeitraum, unmittelbar bevor der in den Fehlerzähler 11 eingegebene Bewegungsbefehl "0" wird, verringert wird. Wird der vom ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt ausgegebene Bewegungsbefehl P1 "0", wird bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform die Integration, die im Integrator 10 durchgeführt werden muss, in eine unvollständige Integration geändert, so dass ein Koeffizient mit kleinerem Wert (von 0 bis zu einem Wert kleiner 1) verwendet werden kann. Wird dann die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0", wird der Koeffizient für die unvollständige Integration im Integrator 10 in einen etwas höheren Wert geändert. Nach Ablauf einer festgelegten Zeit wird die normale Integration wieder aufgenommen. Wird die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0", wird zudem ein Drehmomentgrenzwert für den Drehmomentbegrenzungsstromkreis in einen kleineren Wert geändert. Wird die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0", wird der Drehmomentgrenzwert wieder in einen normalen höheren Wert geändert.
  • Die 4a bis 4d sind Zeitdiagremme, die jeweils Zustände der Eingabe und Ausgabe des ersten und des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts und einen Zustand des Integrators 10 bei der Lageregelung zeigen. Wenn das von einer Host-Steuervorrichtung ausgegebene, erteilte Bewegungsausmaß P0 endet (siehe 4a), nimmt die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts linear ab (siehe 4b). Die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts wird in den zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt eingegeben, und die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nimmt langsam ab, wie in 4c gezeigt. Der Integrator 10 führt eine normale Integration durch, während die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nicht "0" ist. Wenn aber die Ausgabe P1 "0" wird, geht der Integrator 10 zu einer unvollständigen Integration über, so dass ein Integralwert nahe "0" ausgegeben wird. Wird die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungs abschnitts "0", beginnt der Integrator 10 den Koeffizienten der unvollständigen Integration leicht zu erhöhen, wodurch die Ausgabe allmählich zunimmt (siehe 4d).
  • Aus dem Obigen lässt sich ersehen, dass bei der Lageregelung die Ausgabe des Integrators 10 auf einen kleinen Wert eingestellt wird, während der Bewegungsbefehl erhalten bleibt, wodurch ein Wert für den Drehmomentbefehl Tc abnimmt. Zudem wird der Drehmomentbefehl Tc durch den Drehmomentbegrenzungskreis auf einen kleinen Wert begrenzt. So nimmt das Ausgabedrehmoment des Servomotors ab, und die Torsion des mechanischen Systems zwischen dem Servomotor und dem mechanischen beweglichen Teil entspannt sich. Wird bei Beendigung der Positionierung der Wert für die im Fehlerzähler 11 gespeicherte Lageabweichung nahezu "0", ist die Torsion des mechanischen Systems fast verschwunden. Das mechanische bewegliche Teil ist ohne Überschießen an einer befohlenen Lage positioniert worden.
  • Das Blockschema in 5 zeigt die grundlegenden Elemente eines Antriebsregelsystems für einen Servomotor von einer Werkzeugmaschine und dergleichen zur Durchführung der erfindungsgemäßen Ausführungsform. In 5 ist eine computerisierte numerischen Steuervorrichtung (CNC) 1 als Steuervorrichtung zum Steuern einer Werkzeugmaschine und dergleichen vorgesehen. Sie erteilt einen Bewegungsbefehl an jede Vorschubwelle der Werkzeugmaschine und dergleichen anhand eines Betriebsprogramms und dergleichen. Ein gemeinsamer RAM 2 ist zum Vermitteln von Information zwischen einem Prozessor der CNC 1 und einem Prozessor eines digitalen Servokreises 3 vorgesehen. Einerseits liefert er Daten, wie einen von der CNC1 geschriebenen Bewegungsbefehl, an den Prozessor des digitalen Servokreises 3. Andererseits liefert er vom Prozessor des digitalen Servokreises 3 geschriebenen Alarminformation und der gleichen an den Hostprozessor der CNC 1. Der digitale Servokreis 3 in Form eines digitalen Signalprozessors (DSP) beinhaltet einen Prozessor, einen ROM, einen RAM usw. und regelt den Servomotor von jeder Vorschubwelle der Werkzeugmaschine und dergleichen. Die Bezugszahl 4 bezeichnet einen Servoverstärker in Form eines Transistorinverters. Die Bezugszahl 5 bezeichnet einen Servomotor. An einem mechanischen beweglichen Teil 7, das durch den Servomotor 5 über eine Vorschubwelle 6 angetrieben wird, ist ein Lage- und Geschwindigkeitsdetektor 8, wie eine Skala und dergleichen, angebracht. Ein Signal vom Lage- und Geschwindigkeitsdetektor 8 (Information zu Lage Pf und Geschwindigkeit Vf) wird an den digitalen Servokreis 3 zurückgegeben. Die Struktur des in 5 gezeigten Regelsystems entspricht derjenigen herkömmlicher Servoregelsysteme, die eine geschlossene Regelung durchführen. Deshalb werden keine Einzelheiten erläutert.
  • Das Fließschema in 1 zeigt die Verarbeitung, die vom Prozessor des digitalen Servokreises 3 in jedem Zeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitung nach der erfindungsgemäßen Ausführungsform durchgeführt werden muss.
  • Der Prozessor des digitalen Servokreises 3 liest das von der CNC 1 zugeführte Bewegungsbefehlsausmaß über den gemeinsamen RAM 2, erhält das Befehlsausmaß P0 in jedem Zeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitung (Schritt S1) und führt eine glockenförmige Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung ähnlich der herkömmlichen durch. D.h. die Verarbeitung durch den ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt erfolgt auf Basis des Bewegungsbefehlsausmaßes P0, wodurch das Befehlsausmaß P1 ausgegeben wird. Die Verarbeitung durch den zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt erfolgt dann unter Verwendung des Befehlsausmaßes P1, wodurch das Befehlsausmaß P2 erhalten wird (Schritt S2). Dann wird für jedes Befehlsausmaß P0, P1 und P2 ermittelt, ob es "0" beträgt oder nicht (Schritte S3 bis S5). Wird von der CNC 1 kein Bewegungsbefehl ausgegeben und ist somit das erteilte Bewegungsbefehlsausmaß "0", sind sämtliche Befehlsausmaße P0, P1 und P2 "0". Nach Durchführung der Verarbeitungen der Schritte S3, S4 und S5 geht daher die Steuerung zum Schritt S17 über, in dem der Drehmomentgrenzwert TL auf einen normalen Grenzwert (hohen Wert) TLH und der Koeffizient k3 der (später beschriebenen) unvollständigen Integration auf einen festgelegten Parameterwert β eingestellt wird. Dann geht die Steuerung zum Schritt S7 über. In diesem Schritt wird zum Zähler C "1" hinzuaddiert. Der Zähler C wird auf den zählbaren Maximalwert eingestellt zum Zeitpunkt seiner Initialisierung, die beim Einschalten des Stroms erfolgt. Er ist so ausgelegt, dass er beim Zählen zu diesem Maximalwert diesen Wert beibehält, anstatt weiter zu zählen.
  • Als nächstes wird eine Lageabweichung auf Basis des Befehlsausmaßes P2, das von dem zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt ausgegeben wird, und eines Lagefeedbacksignals Pf von der Skala 8 erhalten. Die Lageregelverarbeitung erfolgt ähnlich wie die herkömmliche, so dass ein Geschwindigkeitsbefehl Vc erhalten wird. Zudem wird ein von der Skala 8 gelieferter Geschwindigkeitsfeedbackwert Vf abgelesen (Schritt S9). Es wird ermittelt, ob der Zähler C einen Wert zeigt, der einen festgelegten Wert C0 nicht übersteigt (Schritt S10). Wie oben beschrieben, wird der Zähler C beim Einschalten des Stroms auf den Maximalwert eingestellt, so dass der Wert des Zählers C größer ist als der festgelegte Wert C0. Daher geht das Verfahren vom Schritt S10 zum Schritt S12 über, und die Verarbeitung des Integrators 10 wird durchgeführt. D.h. es erfolgt eine vollständige Integration derart, dass die Geschwindigkeitsabweichung, der Wert, der durch Subtrahieren des im Schritt S9 abgelesenen Geschwindigkeitsfeedbackwertes Vf von dem im Schritt 8 erhaltenen Geschwindigkeitsbefehl Vc erhalten wird, mit der Integralverstärkung k1 multipliziert und das Produkt zu dem im Register gespeicherten Integralwert Sum hinzuaddiert wird. Dann wird das Produkt aus der Geschwindigkeitsabweichung (Vc-Vf) und der proportionalen Verstärkung k2 zum Integralwert Sum hinzuaddiert. Es wird ein Drehmomentbefehl Tc erhalten (Schritt S13), wobei bestimmt wird, ob der Drehmomentbefehl Tc den festgelegten Drehmomentgrenzwert TL übersteigt oder nicht (Schritt S14). Übersteigt der Drehmomentbefehl Tc den Drehmomentgrenzwert TL nicht, wird der Drehmomentbefehl Tc an die Stromregelung ausgegeben (Schritt S16). Übersteigt der Drehmomentbefehl Tc den Drehmomentgrenzwert TL, wird der Wert für den Drehmomentbefehl Tc durch den Drehmomentgrenzwert TL ersetzt (Schritt S15) und an die Stromregelung ausgegeben. Dadurch wird die Verarbeitung für den gegenwärtigen Zeitraum der Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitung beendet.
  • Wird das erteilte Bewegungsbefehlsausmaß nicht von der CNC 1 ausgegeben, werden die Verarbeitungen der Schritte S1 bis S5, S17, S7 bis S10 und S12 bis S16 in jedem Zeitraum wiederholt durchgeführt.
  • Wird das Bewegungsbefehlsausmaß von der CNC 1 ausgegeben, geht das Verfahren zum Schritt S17 über, nachdem die Verarbeitung der Schritte S1 bis S3 durchgeführt wurde. Dann wird die Verarbeitung der Schritte S7 bis S10 und der Schritte S12 bis S16 wie oben beschrieben durchgeführt und die Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitung für den gegenwärtigen Zeitraum beendet.
  • Danach werden die Verarbeitungen der Schritte S1 bis S3, S17 und S7 bis S16 in jedem Zeitraum durchgeführt. Endet die Ausgabe des von der CNC 1 erteilten Bewegungsbefehlsausmaßes und wird das Bewegungsbefehlsausmaß P0 "0", geht das Verfahren vom Schritt S3 zum Schritt S4 und ermittelt, ob die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" beträgt oder nicht. Ist die Ausgabe P1 nicht "0", wird die Verarbeitung von Schritt S17 sowie von Schritt S7 an abwärts wie oben beschrieben durchgeführt. Wird die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0", geht das Verfahren vom Schritt S4 zum Schritt S5 und ermittelt, ob das Befehlsausmaß P2 als Ausgabe des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" beträgt oder nicht. Weil das Befehlsausmaß P2 zunächst nicht "0" ist, geht das Verfahren vom Schritt S5 zum Schritt S6, in dem der Zähler C auf "0" zurückgesetzt und der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration auf den festgelegten Parameterwert α eingestellt wird. Ferner wird der Drehmomentgrenzwert TL auf einen niedrigeren Wert TLL eingestellt, der so festgelegt ist, dass er die Torsion des mechanischen Systems, die nach vollständiger Positionierung aufgetreten ist, entspannt und beseitigt. Hier gilt für die festgelegten Werte TLL und TLH, auf die der Drehmomentgrenzwert TL selektiv eingestellt wird, die Beziehung TLL < TLH. Die Parameterwerte α und β, auf die der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration selektiv eingestellt wird, haben die Beziehung 0 ≤ α < β < 1.
  • Nach Durchführung der Verarbeitung von Schritt S6 werden die Verarbeitungen des Schrittes S7 und der anschließenden Schritte durchgeführt. Weil der Zähler C auf "0" zurückgesetzt ist, wird im Schritt S10 für den Stellwert im Zähler C ermittelt, dass er kleiner als der Stellwert C0 ist. Deshalb geht die Steuerung zum Schritt S11 über, und die unvollständige Integration wird durchgeführt. D.h. zum Erhalt des Integralwertes sum des derzeitigen Zeitraums wird das Produkt aus der Geschwindigkeitsabweichung (VC-VF) und der Integralverstärkung k1 zu dem Produkt aus dem im Register gespeicherten Integralwert Sum und dem Koeffizienten k3, der im Schritt S6 auf α eingestellt wird, hinzuaddiert. Für α werden kleine Werte einschließlich "0" vorgegeben. Ist für α zum Beispiel "0" vorgegeben, ist der Integralwert Sum für den gegenwärtigen Zeitraum [k1(VC–VF)], also ein sehr kleiner Wert. Siehe 4d: Der Integralwert ist sehr klein in dem Abschnitt, in dem die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" und die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nicht "0" beträgt.
  • Dann wird das Produkt aus der Geschwindigkeitsabweichung (Vc–Vf) und der Integralverstärkung k1 zu dem Integralwert Sum wie oben beschrieben hinzuaddiert und ein Drehmomentbefehl Tc erhalten (Schritt S13). Anders gesagt, wird der Drehmomentbefehl Tc durch die Geschwindigkeitsregelverarbeitung auf Basis der unvollständigen Integration erhalten und besitzt somit einen kleinen Wert. Zudem wird im Schritt S6 bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform der Drehmomentgrenzwert TL auf den niedrigen Wert TLL eingestellt, so dass der im Schritt S13 erhaltene Wert für den Drehmomentbefehl Tc den Drehmomentgrenzwert TL (=TLL) übersteigt, wird er im Schritt S14 verglichen, der Drehmomentbefehl Tc wird auf diesen Drehmomentgrenzwert TL (=TLL) begrenzt (Schritt S15). Übersteigt der Wert für den Drehmomentbefehl Tc den Drehmomentgrenzwert TL nicht, wird der im Schritt S13 erhaltene Drehmomentbefehl so direkt an die Stromregelung weitergeleitet (Schritt S16).
  • Während das befohlene Ausmaß P1, die Ausgabe des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts, "0" ist und das befohlene Ausmaß P2 von dem zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt nicht "0" ist, d.h. während im ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt keine Bewe gung akkumuliert wird, aber im zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt immer noch Bewegung akkumuliert wird, werden anschließend im Schritt S6 der Zähler C auf "0", der Koeffizient k3 auf einen kleinen Wert α und der Drehmomentgrenzwert TL auf einen niedrigen Wert TLL eingestellt. Die Steuerung geht daher vom Schritt S10 zum Schritt S11 über, in dem eine unvollständige Integration durchgeführt und der Drehmomentbefehl Tc erhalten wird. Weil der Drehmomentbefehl auf den Wert begrenzt ist, der den Drehmomentgrenzwert TL, der auf den niedrigen Grenzwert TLL eingestellt ist, nicht übersteigt, wird das Ausgabedrehmoment des Servomotors klein, so dass die Torsion des mechanischen Systems, wie der Vorschubwelle 6, zwischen dem Servomotor 5 und dem mechanischen beweglichen Teil 7 allmählich beseitigt wird.
  • Wird das befohlene Ausmaß P2 von dem zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt ebenfalls "0", geht die Steuerung vom Schritt S5 zum Schritt S17, in dem der Drehmomentgrenzwert TL auf einen hohen Normalwert TLH und der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration auf β eingestellt werden (Schritt S17). Dann werden in jedem Zeitraum die Verarbeitung des Schrittes S7 und der folgenden Schritte durchgeführt. Weil die Verarbeitung des Schrittes S6 übersprungen wird, wird in diesem Fall der Zähler C in jeden Zeitraum nach oben gezählt. Während der Wert des Zählers C den festgelegten Wert C0 nicht übersteigt, geht die Steuerung vom Schritt S10 zum Schritt S11, in dem die unvollständige Integration mit dem auf β eingestellten Koeffizienten k3 durchgeführt wird.
  • Siehe oben: Während die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" und die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nicht "0" ist, nimmt der Drehmomentbefehl Tc einen kleinen Wert an, so dass das Ausgabedrehmoment des Servomotors 5 klein ist. Daher kann der Servomotor dem Bewegungsbefehl nicht folgen, was dazu führt, dass die Lageabweichung im Fehlerzähler 11 zunimmt. Der Bewegungsbefehl Vc, der der Lageabweichung entspricht, wird daher im Schritt S8 erhalten, und die Geschwindigkeitsregelverarbeitung erfolgt auf Basis des erhaltenen Bewegungsbefehls Vc. Weil die bei dieser Geschwindigkeitsregelverarbeitung durchgeführte Integration die unvollständige Integration des Schrittes S11 ist, erhöht sich der Integralwert Sum in einem kleinen Ausmaß, d.h. allmählich. Dadurch erhöht sich auch der Drehmomentbefehlswert Tc allmählich, so dass die im Fehlerzähler 11 gespeicherte Lageabweichung allmählich kleiner wird. Das mechanische bewegliche Teil 7 bewegt sich auf die bezeichnete Zielposition.
  • Übersteigt der Wert des Zählers C den festgelegten Wert C0, geht die Steuerung vom Schritt S10 zum Schritt S12, in dem die normale vollständige Integration durchgeführt wird. Danach werden die Verarbeitungen der Schritte S1 bis S5, S17, S7 bis S10, S12 und S13 bis S16 in jedem Zeitraum durchgeführt, so dass das Erreichen der befohlenen Lage vervollständigt wird. Wenn ein neuer Bewegungsbefehl von der CNC 1 ausgegeben wird, wird erneut die oben beschriebene Verarbeitung durchgeführt.
  • Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung glockenförmig. Unter Verwendung der Ausgaben des ersten und des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts kann der Punkt, an dem die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" wird und die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nicht "0" ist, als der Punkt kurz vor dem Ende des Bewegungsbefehls erkannt werden. Zur Verringerung des Ausgabedrehmoments des Servomotors von diesem Zeitpunkt an wird der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration in einen kleineren Wert (zum Beispiel "0") geändert und der Drehmomentgrenzwert TL ebenfalls verringert. Dadurch verringert sich das Ausgabedrehmoment des Servomotors 5. Der erhaltene Zustand wird beibehalten, während die Ausgabe P1 des ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungs-abschnitts "0" ist und die Ausgabe P2 des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts nicht "0" ist. Dadurch wird die Torsion des mechanischen Systems beseitigt. Nachdem beide Ausgaben P1 und P2 des ersten und des zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitts "0" geworden sind und die Ausgabe des Bewegungsbefehls an die Servoregelverarbeitung (Stromkreis) beendet ist, erfolgt während einer festgelegten Zeit (die durch den festgelegten Wert C0 vorgegeben wird) die unvollständige Integration, wobei der Koeffizient k3 etwas größer wird. Dadurch wird verhindert, dass das Ausgabedrehmoment des Servomotors zu schnell ansteigt und Torsion oder Schocks an dem mechanischen System auftreten.
  • Wird keine glockenförmige, sondern eine normale Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung (mit nur einer Stufe) durchgeführt, verringert sich das Ausgabedrehmoment des Servomotors von dem Punkt an, an dem die Eingabe der Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung "0" und ihre Ausgabe nicht "0" ist. Wird die Ausgabe der Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung "0", erfolgt die unvollständige Integration mit einem etwas größeren Koeffizienten k3, bis eine durch den festgelegten Wert C0 vorgegebene Zeit abgelaufen ist. Siehe das Fließschema in 1: D.h. die Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung mit nur einer Stufe wird im Schritt S2 ausgeführt, und unter Verwendung der erhaltenen Ausgabe, beispielsweise als P2, geht die Steuerung vom Schritt S3 zum Schritt S5 und überspringt Schritt S4.
  • Es gibt zudem andere Verfahren, die entweder anwendbar sind, wenn die Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung nicht durchgeführt wird oder wenn die Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung durchgeführt wird, aber ihre Eingabe und Ausgabe nicht verwendet werden. Ein Beispiel für solche Fälle ist in dem Fließschema in 2 dargestellt, aber diese Fälle, in denen die Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung nicht durchgeführt oder verwendet wird, sind nicht erfindungsgemäß. Siehe 2: Weil bei diesem Beispiel keine Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitung durchgeführt wird, ist die Verarbeitung von Schritt S2 in 1 nicht enthalten. Die Verarbeitung des Schrittes S1 von 1 entspricht und ist gleich der Verarbeitung des Schrittes T1 in 2. Die Verarbeitungen der Schritts S3 bis S5 in 1 entsprechen der Verarbeitung von Schritt T2 in 2, unterscheiden sich aber auch nur in diesem Punkt. Die Verarbeitung von Schritt S6 in 1 entspricht und ist gleich der Verarbeitung von Schritt T3 in 2. Die Verarbeitung des Schrittes S17 in 1 ist gleich der Verarbeitung von Schritt T14 in 2. Zudem entsprechen die Verarbeitungen von Schritt S7 und abwärts in 1 den Verarbeitungen von Schritt T4 und abwärts in 2 und sind gleich diesen.
  • Bei dieser Ausführungsform setzt die CNC 1 ein Kennzeichen F auf "1" eine festgelegte Anzahl an Zeiträumen, bevor die Erteilung des Bewegungsbefehls beendet ist. Sie setzt das Kennzeichen auf "0", wenn die Erteilung beendet ist. Wenn die CNC 1 die Befehlsgeschwindigkeit und das Bewegungsbefehlsausmaß aus einem Betriebsprogramm liest, wird die Anzahl an Erteilungszeiträumen berechnet, über die das Bewegungsbefehlsausmaß ausgegeben werden soll. Somit kennt man den Zeitraum, in dem die Erteilung des Bewegungsbefehls beendet ist, und zudem den Zeitraum, der eine festgelegte Anzahl an Zeiträumen vor dem Zeitraum liegt, in dem die Erteilung beendet ist. Wenn dieser Zeitraum kommt, wird das Kennzeichen F hochgesetzt. Ersatzweise kann der Punkt, an dem das Kennzeichen F hochgesetzt werden soll, auf Basis des verbleibenden Bewegungsbefehlsausmaßes ermittelt werden. Zudem kann ein Bezugswert für das verbleibende Bewegungsausmaß festgelegt werden, so dass das Kennzeichen hochgesetzt wird, wenn das verbleibende Bewegungsbefehlsausmaß kleiner als der Bezugswert geworden ist, während die CNC den Bewegungsbefehl in jedem Erteilungszeitraum ausgibt.
  • Der Bewegungsbefehl P0 im Lage- und Geschwindigkeitsregelverarbeitungszeitraum wird auf Basis des von der CNC 1 erteilten Bewegungsbefehlsausmaßes erhalten (Schritt T1). Dann wird im gemeinsamen RAM ermittelt, ob das Kennzeichen F auf "1" gesetzt ist oder nicht (Schritt S2). Ist das Kennzeichen F nicht auf "1" gesetzt, geht das Verfahren zum Schritt T14 über. In diesem werden der Drehmomentgrenzwert TL auf den normalen hohen Wert TLH und der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration auf β eingestellt, d.h. die gleiche Verarbeitung wie im Schritt S17 der 1 wird durchgeführt. Dann erfolgen die Verarbeitungen des Schrittes T4 und der folgenden Schritte, die gleich den Verarbeitungen des Schrittes S7 und der folgenden Schritte in 1 sind. Erreicht die Verarbeitung einen Punkt, der eine festgelegte Anzahl an Zeiträumen vor dem Zeitraum liegt, an dem die Erteilung des Bewegungsbefehls beendet ist, wird das Kennzeichen F auf "1" gesetzt. Wird im Schritt T2 das auf "1" gesetzte Kennzeichen F ermittelt, geht das Verfahren zum Schritt T3, in dem die gleiche Verarbeitung wie im Schritt S6 der 1 durchgeführt wird. D.h. der Zähler C wird auf "0" zurückgestellt, der Koeffizient k3 der unvollständigen Integration auf α und der Drehmomentgrenzwert TL auf den niedrigen Wert TLL eingestellt. Dann werden die Verarbeitungen des Schrittes T4 und der folgenden Schritte durchgeführt. In dem Zeitraum, der eine festgelegte Anzahl an Zeiträumen vor dem Zeitraum liegt, in dem die Erteilung des Bewegungsbefehls beendet ist, erfolgt die unvollständige Integration im Schritt T10 mit einem Koeffizienten k3 der unvollständigen Integration, der auf einen kleinen Parameterwert α (zum Beispiel "0") eingestellt ist, wodurch der Integralwert Sum bei einem kleinen Wert gehalten wird. Zudem wird der Drehmomentbefehl TC auf den niedrigen Drehmomentgrenzwert TLL oder darunter begrenzt (Schritte T11 und T12), wodurch der Servomotor angetrieben wird. Dadurch wird das Ausgabedrehmoment des Servomotors 5 niedrig gehalten und die Torsion des mechanischen Systems (6) beseitigt. Ist die Erteilung des Bewegungsausmaßes beendet und das Kennzeichen F auf "0" gesetzt, wird der Drehmomentgrenzwert TLH auf den normalen hohen Wert TLH zurückgesetzt und der Koeffizient der unvollständigen Integration auf β eingestellt (Schritt T14). Somit erfolgt die unvollständige Integration mit dem Koeffizienten K3, bis der Wert des Zählers C den festgelegten Wert C0 übersteigt (Schritt T8), so dass sich das Ausgabedrehmoment des Servomotors 5 allmählich erhöht und eine schnelle Erhöhung des Ausgabedrehmoments verhindert wird. Übersteigt der Wert des Zählers C den festgelegten Wert C0, wird die normale vollständige Integration durchgeführt (Schritt T9), wodurch das mechanische bewegliche Teil 7 an der befohlenen Lage positioniert wird.
  • Bei den beiden oben beschriebenen Ausführungsformen wird das Ausgabedrehmoment des Servomotors verringert durch Verringern des Integralwertes, der durch Integration in der Geschwindigkeitsregelung erhalten wird, und zudem durch Begrenzen des Wertes für den Drehmomentbefehl auf einen kleineren Wert als der Drehmomentgrenzwert. Das Ausgabedrehmoment des Servomotors kann aber entweder durch Verringern des Integralwertes oder durch Verringern des Drehmomentgrenzwertes auf einen kleineren Wert verringert werden. Wird das Ausgabedrehmoment des Servomotors nur durch den Drehmomentgrenzwert verringert, wird der Drehmomentgrenzwert auf einen kleineren Wert gesenkt von dem Punkt, der eine festgelegte Zeit vor dem Punkt liegt, an dem der gesamte Bewegungsbefehl in das Servoregelsystem (den Servokreis) eingegeben worden ist (der gesamte Bewegungsbefehl in den Fehlerzähler 11 eingegeben worden ist), bis zu dem Punkt, an dem die Eingabe des gesamten Bewegungsbefehls beendet ist. Nachdem die Eingabe des gesamten Bewegungsbefehls beendet ist, wird der Drehmomentgrenzwert auf einen etwas höheren Wert angehoben oder allmählich erhöht, bevor eine festgelegte Zeit (festgelegter Wert C0) verstrichen ist. Ist die festgelegte Zeit verstrichen, wird der Drehmomentgrenzwert auf einen normalen hohen Drehmomentgrenzwert zurückgesetzt.
  • Die 6 und 7 zeigen das Ergebnis eines Experiments, mit dem die Wirkung der Erfindung verifiziert werden sollte. 6 zeigt das Ergebnis eines Experiments, bei dem die Positionierung nicht durch Anwendung der Erfindung, sondern durch ein herkömmliches Verfahren durchgeführt wird. 7 zeigt das Ergebnis eines Experiments, bei dem die Positionierung durch Anwendung der ersten Ausführungsform der Erfindung durchgeführt wird. In den 6 und 7 zeigt die Abszisse die Zeit und die Ordinate die Lage des mechanischen beweglichen Teils, "0" zeigt die Zielposition, und die Vorschubgeschwindigkeit ist auf 10 mm/min eingestellt. In 7 ist die Zeitkonstante für den Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt auf 64 ms eingestellt, wobei sie für den ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt und den zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt jeweils 32 ms beträgt.
  • Siehe 6: Wird das herkömmliche Verfahren eingesetzt, kommt es zu Überschießen um etwa 0,6 mm. Siehe 7: Wird die Erfindung eingesetzt, beträgt das Überschießen nur etwa 0,2 mm, was zeigt, dass das Überschießen durch die Erfindung verringert werden kann.
  • Wird die Lage eines mechanischen beweglichen Teils in einer geschlossenen Regelung geregelt, erfolgt erfindungsgemäß die Positionierung derart, dass die Torsion eines mechanischen Systems, wie einer Vorschubwelle, zwischen dem Servomotor und dem mechanischen beweglichen Teil verringert werden kann. Daher kann Überschießen verhindert oder verringert werden.

Claims (5)

  1. Verfahren zum Regeln eines Servomotors (5) zum Antreiben eines beweglichen Teils (7) einer Maschine über ein mechanisches System (6) auf Basis eines Bewegungsbefehls (P0), der von einer numerischen Steuervorrichtung (1) erteilt wird, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst: (a) Ermitteln einer Lage des beweglichen Teils (7); (b) Regeln einer Lage des beweglichen Teils (7) mit dem Bewegungsbefehl (P0), der von der numerischen Steuervorrichtung (1) erteilt wird, und mit der Lage des beweglichen Teils (7), die im Schritt (a) ermittelt wird, über ein Feedbackregelsystem, das eine Lageregelung und mindestens einen Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt enthält, der ein Beschleunigungs-/Abbremsverfahren an dem Bewegungsbefehl (P0) von der numerischen Steuervorrichtung (1) durchführt, so dass ein verarbeiteter Bewegungsbefehl (P2) erhalten wird für die Eingabe in die Lageregelung; und (c) Regeln der Lage des beweglichen Teils (7) durch den Servomotor (5), so dass die Torsion des mechanischen Systems (6) zwischen dem Servomotor (5) und dem beweglichen Teil (7) verringert wird, indem ein Drehmomentbefehl für den Servomotor (5) verringert wird, (d1) wird die Eingabe (P0) an den Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt null, ist nur ein Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt vorhanden, oder (d2) wird die Ausgabe (P1) einer ersten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsstation null, gibt es einen ersten und einen zweiten Beschleunigungs-/Abbremsverarbeitungsabschnitt.
  2. Servomotor-Regelverfahren nach Anspruch 1, wobei das Feedbackregelsystem eine Geschwindigkeitsregelung beinhaltet und Schritt (c) einen Schritt umfasst, bei dem der Drehmomentbefehl durch Verringern des Wertes eines Integrators (10) in der Geschwindigkeitsregelung verringert wird.
  3. Servomotor- Regelverfahren nach Anspruch 2, wobei Schritt (c) einen Schritt umfasst, bei dem ein Integralwert für den gegenwärtigen Verarbeitungszeitraum erhalten wird von einer Lage- und Geschwindigkeitsfeedbackregelung unter Verwendung eines Produkts aus einem Integralwert im letzten Verarbei tungszeitraum und einer vorgegebenen Konstante, die gleich oder größer als 0, aber kleiner als 1 ist.
  4. Servomotor-Regelverfahren nach Anspruch 3, das zudem einen Schritt umfasst, bei dem der Drehmomentbefehl allmählich erhöht wird durch Verändern der vorgegebenen Konstanten auf einen Wert, der höher ist als der derzeitige Wert der vorgegebenen Konstanten, aber kleiner als 1, nachdem der Bewegungsbefehl vollständig in die Lageregelung eingegeben wurde.
  5. Servomotor-Regelverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Feedbackregelsystem einen Drehmomentbegrenzungsstromkreis zum Begrenzen des Drehmoments umfasst und Schritt (c) einen Schritt beinhaltet, bei dem der Drehmomentbefehl durch Verringern eines Grenzwerts für den Drehmomentbegrenzungsstromkreis verringert wird.
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