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Bereich der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft transgene nicht menschliche Tiere,
in denen das H2-Ma-Gen verändert ist,
was ein Tier ergibt, dem funktionelles H2-M fehlt.
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Hintergrund
der Erfindung
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Die
genauen Rollen von H2-M im Immunsystem, bei der normalen Gewebeentwicklung
und -aufrechterhaltung sowie in der embryonalen und fötalen Entwicklung
sind zu diesem Zeitpunkt nicht gut verstanden. Aufgrund der bekannten
Beteiligung von H2-M bei der Präsentation
von exogenen antigenen Peptiden auf Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC)
Klasse II-Molekülen
sind H2-M Proteine wichtige Wirkstoffziele für die Modulation von Immunantworten.
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Die
Erzeugung von H2-M modifizierten transgenen Tieren würde bei
der Definition der biologischen Rolle(n) von H2-M helfen und ein
Tiermodell der H2-M Defizienz produzieren, das bei dem Aufbau und
Vermittlung von chemischen und biologischen Ansätzen verwendet werden kann,
um die H2-M Aktivität
zu modulieren. Solche H2-M modifizierten transgenen Tiere können auch
als eine Quelle von Zellen für
die Zellkultur verwendet werden.
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Die
Funktion von MHC Klasse II-Molekülen ist
es, fremde Antigene gegenüber
T-Lymphozyten zu
präsentieren.
MHC Klasse II-Moleküle
sind auf der Zelloberfläche
trimere Komplexe der α und β-Ketten, die
mit Peptiden assoziiert sind, die von abgebauten Proteinen abgeleitet
sind. Während
der Infektion werden die Peptide von dem eindringenden Organismus abgeleitet,
was zur Antigen-spezifischen Aktivierung von T-Lymphozyten führt. T-Lymphozyten werden auch
durch nicht-selbst MHC Klasse II-Moleküle aktiviert, was die Basis
der Graft-Abstoßung
ist.
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MHC
Klasse II-Moleküle
werden hauptsächlich
auf Antigen-präsentierenden
Zellen präsentiert, die
von Knochenmark abgeleitet sind. Es gibt drei verschiedene MHC Klasse
II-Moleküle, HLA-DP, HLA-DQ
und HLA-DR, während
die Maus zwei MHC Klasse II-Moleküle aufweist,
H2-A und H2-E. Das Verfahren des Antigenabbaus und der Peptidassoziierung
mit MHC Klasse II findet im endosomalen System der Antigen-präsentierenden
Zelle statt. Intrazelluläre
MHC Klasse II-Moleküle
werden mit einer dritten Kette assoziiert, der invarianten Kette.
Die invariante Kette weist verschiedene Funktionen auf; sie blockiert
die Bindung von Peptiden und Proteinen an MHC Klasse II im endoplasmatischen
Reticulum (ER); sie erleichtert den MHC Klasse II-Transport aus dem
ER hinaus und sie leitet die MHC Klasse II zu den Endosomen, wo
die Peptidbeladung stattfindet. Bevor die Peptidbeladung von MHC
Klasse II stattfinden kann, muß die
invariante Kette entfernt werden. Proteolyse und saurer pH führen zum
Abbau und dem Entfernen des meisten der invarianten Kette, jedoch
kann ein finales Fragment, CLIP (Klasse II-assoziierte invariante
Kettenpeptid) genannt, nicht durch Proteolyse entfernt werden, und
ein Austausch dieses Fragments durch antigene Peptide wird durch HLA-DM
(in Menschen, in der Maus H2-M) katalysiert, das in MHC Klasse II
exprimierenden Zellen endosomal oder lysosomal vorhanden ist. Zellinien,
denen funktionelles HLA-DM fehlt, können Antigene nur schwer prozessieren
und präsentieren
und anstelle der MHC Klasse II-Moleküle auf der Zelloberfläche dieser
Zellinien enthalten sie das CLIP-Peptid (Fling et al., 1994, HLA-DMA
and -DMB genes are both required for MHC class II/peptide complex
formation in antigen-presenting cells. Nature 368, 554–8; Morris et
al., 1994, An essential role for HLA-DM in antigen presentation
by class II major histocompatibility molecules. Nature 368, 551–4). Die
Rück-Einführung von
HLA-DM in diese Zellen stellt die Fähigkeit wieder her, Antigene
zu prozessieren, was zeigt, daß HLA-DM
wichtig ist für
die Modulation des Peptidgehalts von MHC Klasse II-Molekülen. In
vitro-Experimente haben gezeigt, daß gereinigtes HLA-DM direkt den
Peptidaustausch in den gereinigten MHC Klasse II-Molekülen vermitteln
kann, was zu einem Austausch von CLIP oder anderen schlecht passenden Peptiden
mit gut passenden Peptiden führt
(Denzin and Cresswell, 1995, HLA-DM induces CLIP dissociation from
MHC class II αβ dimers and
facilitates peptide loading. Cell 82, 155–165; Sloan et al., 1995, Mediation
by HLA-DM of dissociation of peptides from HLA-DR. Nature 375, 802–806). Das
Mausmolekül,
H2-M, kann in menschlichen Zellinien und in vitro für HLA-DM
substituieren, jedoch wurden bis jetzt keinen in H2-M defekten Mauszellinien
publiziert (Karlsson et al., 1994, Reconstitution of an operational
MHC class II compartment in nonantigen-presenting cells. Science
266, 1569–1573;
Morris et al., 1994, supra).
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MHC
Klasse I- und Klasse II-Moleküle
sind für
die Funktion des Immunsystems wesentlich, da die Aktivierung von
T-Zellen jedes der zwei Klassen von MHC-Molekülen erfordert. In einer normalen
Situation stellt das Immunsystem einen guten Schutz gegen infektiöse Mittel
und möglicherweise
gegen die Tumorentwicklung zur Verfügung. Jedoch können viele
pathologische Zustände
aus nicht wünschenswerten
Immunantworten resultieren. Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel
Rheumatoide Arthritis und systemischer Lupus Erythematosus sind
typische Beispiele der Selbstangriffe durch das deregulierte Immunsystem,
die zu chronischer Entzündung und
gegebenenfalls dem Verlust der Funktion der Zielorgane führen. Die
Abstoßung
von Grafts ist ein weiteres Beispiel von unerwünschter Reaktivität des Immunsystems
bei der Transplantation.
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Die
vorhandenen Behandlungsoptionen für chronische Entzündungserkrankung
sind auf die Minimierung der Effekte der entzündlichen Reaktion gerichtet.
Für schwere
Fälle,
wie zum Beispiel Organtransplantationen, werden die Patienten mit
immunsuppressiven Wirkstoffen behandelt. Diese Wirkstoffe sind jedoch
nicht spezifisch, da die meiste Reaktivität des Immunsystems verringert
wird und die behandelten Patienten gegenüber allen Arten von Infektionen
empfindlich werden. Viele Autoimmunerkrankungen sind mit bestimmten
MHC Klasse II-Allelen assoziiert, obwohl es unklar ist, wie diese
Assoziierung mit MHC Klasse II-vermittelter
Antigenpräsentation
assoziiert ist. Es ist möglich,
daß die
Fähigkeit, nur
MHC Klasse II-vermittelte T-Zell-Aktivierung zu modulieren, die
meisten der unerwünschten
Immunreaktivität
kontrollieren könnte,
während
immer noch ein Schutz gegen Infektionen durch MHC Klasse I-restringierte
T-Lmyphozyten verbleibt.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Mäuse, die
kein funktionelles H2-M aufweisen, wurden erzeugt und sind hier
beschrieben. Diese Mäuse
stellen ein wertvolles Tiermodell zur Verfügung, um die Funktion von H2-M
zu verstehen und die therapeutischen Effekte von Wirkstoffen zu
ermitteln, die die Funktion oder die Expression von HLA-DM in menschlichen
Zellen modulieren.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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1, Tafeln A, B, C, D und
E. Unterbrechung des Maus-H2-Ma-Gens. (A) Karte, die die Organisation
des H2-Ma-Gens vor (oben) und nach (unten) der homologen Rekombination
mit dem abzielenden Konstrukt (Mitte) zeigen. Ein 6,7 kb DNA-Fragment
eines 129/Sv Maus-genomischen Klons, das das meiste des H2-Ma-Gens
aus der Exon 1 und einen Teil von Intron 1 abdeckte, wurde in dem
abzielenden Konstrukt als eine homologe Region für die Rekombination verwendet.
Eine Kassette, die ein Neomycin-Resistenzgen (neo) enthielt, wurde
in die zweite HindIII-Stelle in Exon 2 des H2-Ma-Gens kloniert.
Eine Deletion von 61 bp 5' zu der
neo-Kassetten-Insertionsstelle in Exon 2 wurde ebenfalls in dem
Konstrukt hergestellt. Ein Herpes Simplex-Thymidinkinase (tk)-Gen
wurde in dem 3'-Ende
des Konstrukts plaziert. Die Restriktionsstellen sind Apa I (A),
HindIII (H), Not I (N), Stu I (S), und Sfi I (Sf). Die numerierten
gefüllten
Kästchen
sind Exons. Die Position der in Southern-Hybridisierung verwendeten Sonde ist
gezeigt. (B) Genomische Southern-Analyse von Apa I-verdauter Schwanz-DNA
aus Wild-Typ (+/+)-, heterozygoten (+/–)- und homozygoten (–/–)-Mäusen für das unterbrochene H2-Ma-Gen.
Die DNA-Größe ist 2,8
kb für das
endogene Allel und 1,8 kb für
das unterbrochene Allel. (C und D) Konfokale Bilder von H2-M+/+ (C)- oder H2-M–/– (D)-Splenozyten,
die mit K553 (anti H2-M) (rot) gefärbt wurden (Karlsson et al.,
1994, Reconstitution of an operational MHC class II compartment
in nonantigen-presenting cells. Science 266, 1569–1573; Morris
et al., 1994, supra) und M5/114 (anti-H-2Ad)
(grün)
(Bhattacharya et al., 1981, J. Immunol. 127, 2488). K553-Färbung ist
in C in vesikulären
Strukturen vorhanden, fehlt jedoch in D. Die M5/114-Färbung ist
sowohl an der Zelloberfläche
und intrazellulär
in beiden Fällen
lokalisiert. (E) Immunpräzipitation
von 35S-markierten Milzzellen. H2-M+/+- (oben) oder M2-M–/–-
(unten) Splenozyten wurden mit 35-S-Cystein
wie beschrieben für
3 Stunden vor der Lyse in 1% Triton X-100, PBS, und vollständigem Proteinase-Inhibitor-Cocktail
(Boehringer Mannheim) markiert (Karlsson et al., 1994, Science 266, 1569–1573).
H2-M wurde mit mAb 2E5A immunpräzipitiert,
der mit H2-M αβ-Dimeren
reaktiv ist. Die Immunpräzipitate
wurden mit Protein G-Sepharose geerntet, gewaschen und in isoelektrischem
Fokusierungs-Probenpuffer resuspendiert. Die Proben wurden durch
zweidimensionale Gelektrophorese analysiert, die Proben wurden auf
7,5 bis 12,5% Polyacrylamidgelen nach IEF (pH 5 bis 7) aufgetrennt.
Die Gele wurden dann fixiert, getrocknet und autoradiographiert.
Die Autoradiographien wurden mit einem Agfa Arcus II-Scanner gescannt.
Die zusammengesetzten Bilder wurden auf einem Kodak XLS 8600-Drucker
ausgedruckt. Die Abkürzungen
sind wie folgt: a, Actin; α,
H2-Ma; β,
H2-Mb. Saure Proteine sind auf der rechten Seite lokalisiert.
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2, Tafeln A, B, C und D.
Expression von H2-A in Lymphoidgewebe von H2-M–/–-
und H2-M+/+-Littermates. (A) Lymphknotenzellen
wurden mit Antikörpern,
die entweder mit H2-Ab (M5/114, BP107, KH74) oder einem Antikörper gegenüber CLIP-beladenem
H2-Ab (30-2) reaktiv waren gefärbt und
durch Flußzytometrie
analysiert. Die Bindung von KH74 an H2-M–/–-Zellen wurden durch
vorherige Inkubation mit 30-2 blockiert, jedoch nicht mit irrelevanten
Maus-IgG (MuIgG). (B) Thymusschnitte wurden mit entweder K553, reaktiv
mit H2-M, mit anti-H2-Ab reaktiven mAbs
(M5/114, BP107) oder mit anti-CLIP mAb (30-2) gefärbt. (C
und D) H2-M+/+- und H2-M–/–-Splenozyten
wurden für
30 Minuten markiert und sofort (0) oder nach verschiedenen Perioden
der Inkubation mit nicht-markiertem Medium (Stunden) wie angegeben
analysiert. Die H2-Ab-Moleküle wurden
mit M5/114 immunpräzipitiert.
Die Immunpräzipitate
wurden mit Protein G-Sepharose geerntet, gewaschen und in SDS-PAGE-Probenpuffer resuspendiert,
der 2% SDS ist ohne (2C)
oder mit 10 mM Dithiothreitol (2D)
enthielt. Die Proben wurden bei Raumtemperatur für 20 Minuten belassen (2C) oder für 5 Minuten
gekocht (2D). Die Proben
wurden auf 7,5 bis 12,5% Polyacrylamidgelen direkt aufgetrennt.
Die Abkürzungen
sind wie folgt: α,
H2-Abα; β, H2-Abβ, αβ und αβ*, H2-Ab-Dimere. Die Größenmarker sind in Kilodalton;
lip31, invariante Kette p31.
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3, Tafeln A und B. Analyse
von T-Zell-Markern in H2-M–/–- und H2-M+/+-Mäusen. (A) Lymphknotenzellen
oder Thymozyten wurden mit Antikörpern
gefärbt,
die mit CD4 und CD8 reaktiv waren und durch Flußzytometrie analysiert. (B)
Analyse von Lymphknoten CD4+-T-Zellen auf Aktivierungsmarker unter
der Verwendung von CD45RB (links) und L-Selectin (rechts) zeigten
einen naiven Phänotyp
an. CD4+-T-Zellen von H2-M–/– snf
H2-M+/+-Mäusen waren L-Selectinhi, CD44lo und CD45RBhi und wenigen exprimierten Markern, die
mit der Aktivierung assoziiert waren. Zum Beispiel, CD69 oder Interleukin 2-Rezeptor.
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4, Tafeln A und B. CD4+-T-Zellfunktion und Antigen-präsentierende
Kapazität.
(A) Reaktivität
von CD4+-Zellen von H2-M–/– (links)
oder H2-M+/+ (rechts)-Mäusen gegenüber APCs aus verschiedenen
Mausstämmen.
(B) Fähigkeit
von H2-M–/– und H2-M+/+ APCs, um allogene CD4+-T-Zellen
zu stimulieren. Die Antworten wurden nach 3, 4 und 5 Tagen Kultur
analysiert. Responder-Zellpopulationen waren vereinigte Lymphknotenzellen,
die auf CD4+-Zellen durch Behandlung mit einem Cocktail
von Antikörpern,
die spezifisch für
B-Zellen, MHC Klasse II-exprimiertenden Zellen und CD8+-Zellen
angereichert waren wie beschrieben (Webb and Sprent, 1990. Science
248, 1643), zusammen mit Komplement. Milzzellen, die durch Behandlung
mit Antikörper
gegenüber
CD4 (RL172), anti-CD8 (3.16.8), anti-Thy-1 (J1J) und Komplement
depletiert waren, wurden mit Mitomycin C behandelt und als eine
Quelle von APCs verwendet. Responderzellen (1,5 × 105)
wurden mit 5 × 105 APCs in einem Gesamtvolumen von 200 μl von 3H-Thymidin für ungefähr 18 Stunden vor der Ernte und
dem Auszählen
kultiviert.
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Genaue Beschreibung
der Erfindung
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In
Mäusen
exprimiertes H2-M ist aus den Alpha (H2-Ma)- und Beta (H2-Mb)-Ketten
zusammengesetzt. Die Alpha-Kette wird durch ein Einzel-Kopie-Gen
mit dem Namen H2-Ma-Gen kodiert, wohingegen die Beta-Kette ein Produkt
von entweder dem H2-Mb1- oder H2-Mb2-Gen sein kann, die hoch homolog sind
und auf dem Chromosom nebeneinander lokalisiert sind (Cho et al.,
1991, A cluster of transcribed sequences between the Pb and Ob genes
of the murine major histocompatibility complex. Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 88, 5197–5201).
Um die Funktion von H2-M in der Maus auszuschalten, kann das H2-Ma-Gen
das bessere Ziel zur Unterbrechung sein, da es als ein einzelnes
Gen existiert. Die H2-M modifizierten transgenen Mäuse, die
wir erzeugt haben, stellen ein Modell zur Verfügung, in dem das H2-Ma-Gen
durch homologe Rekombination (HR) unterbrochen wurde. Das Verfahren
der Erzeugung der Knockout-Mäuse
kann in vier Grundphasen eingeteilt werden:
- 1.
Klonieren des H2-Ma-Gens und Präparation
eines DNA-Konstrukts zur Transfektion von embryonalen Stamm (ES)-Zellen;
- 2. Isolieren von transfizierten ES-Zellen, in denen das H2-Ma-Gen
durch HR ausgeschaltet wurde;
- 3. Generieren von chimären
Mäusen
aus Mausembryonen, die mit den Knockout-ES-Zellen injiziert wurden; und
- 4. Anzüchten
von chimären
Mäusen
um Knockout-Mäuse
durch Keimbahntransmission zu erhalten.
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Die
vorliegende Erfindung verwendet einen Maus-H2-Ma-Genklon, um transgene
Tiere zu erzeugen, in denen das H2-Ma-Gen in nicht funktionell verändert wurde.
Die Veränderungen
gegenüber
dem natürlich
auftretenden Gen können
Modifikationen, Deletionen und Substitu tionen sein. Modifikationen und
Deletionen verändern
das natürlich
auftretende Gen in nicht-funktionell,
wodurch ein "Knockout"-Tier erzeugt wird.
Die Substitution des natürlich
auftretenden Gens mit einem Gen von einer zweiten Spezies führt zu einem
Tier, das das Genprodukt der zweiten Spezies herstellt. Die Substitution
des natürlich
auftretenden Gens mit einem Gen, das eine Mutation aufweist, führt zu einem
Tier, das das mutierte Genprodukt herstellt. Diese transgenen Tiere
sind wichtig für
Wirkstoff-Antagonisten oder Argonistenuntersuchungen, die Erzeugung
von Tiermodellen von menschlichen Erkrankungen und für die eventuelle Behandlung
von Abweichungen oder Erkrankungen, die mit menschlichem HLA-DM-vermittelten Immunantworten
assoziiert sind. Ein transgenes Tier, das ein "Knockout" des H2-Ma-Gens trägt, ist für die Etablierung eines nicht-menschlichen
Modells für
Erkrankungen brauchbar, die H2-M-Äquivalente, wie zum Beispiel
HLA-DM im Menschen, einschließen.
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Die
Sequenz des Maus-H2-Ma-Gens ist bekannt (Peleraux et al., 1996,
Genomic organization of a mouse MHC class II region including the
H2-M and lmp2 loci. Immunogenetics, 42 204–214). Die H2-Ma-genomische
DNA wird aus einer Mausgenombibliothek kloniert und weist die erwarteten
Charakteristika einer DNA, die für
das H2-Ma-Protein kodiert, auf. Eine transgene Maus, die das unterbrochene
H2-Ma-Gen trägt,
wird durch homologe Rekombination von einem Ziel-DNA-Konstrukt mit
dem endogenen Gen auf dem Chromosom erzeugt. Die transgene Maus,
die das unterbrochene H2-Ma-Gen trägt, exprimiert keine funktionellen
H2-M-Moleküle und ist bei
der Etablierung eines in vivo-Modells von menschlichen HLA-DM-vermittelten Erkrankungen brauchbar.
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Der
Ausdruck "Tier" wird hier verwendet,
um alle Wirbeltiere mit der Ausnahme von Menschen einzuschließen. Er
schließt
auch ein einzelnes Tier in allen Phasen der Entwicklung ein, einschließlich den embryonalen
und fötalen
Phasen. Ein "transgenes Tier" ist jedes Tier,
das eine oder mehrere Zellen enthält, die eine veränderte oder
erhaltene, direkt oder indirekt, durch bewußte genetische Manipulation
auf einem subzellulären
Niveau, wie zum Beispiel durch gezielte Rekombination oder Mikroinjektion
oder Infektion mit rekombinanten Virus genetische Information trägt. Der
Ausdruck "transgenes
Tier" ist nicht dazu
gedacht, eine klassische Züchtung
mittels Kreuzen oder eine in vitro-Befruchtung zu umfassen, sondern
ist so gedacht, um Tiere zu umfassen, in denen eine oder mehrere
Zellen durch ein rekombinantes DNA-Molekül verändert sind oder dieses erhalten.
Dieses rekombinante DNA-Molekül
kann spezifisch auf einem definierten genetischen Lokus abgerichtet
sein, kann zufällig
in nerhalb eines Chromosoms integriert sein oder es kann extrachromosomal replizierende
DNA sein. Der Ausdruck "Keimbahn-transgenes
Tier" betrifft ein
transgenes Tier, in dem die genetische Veränderung oder die genetische
Information in die Keimbahnzellen eingeführt wurde, wodurch die Fähigkeit übertragen
wird, die genetische Information an Nachkommen zu übertragen.
Falls solche Nachkommen in der Tat einige oder alle dieser Veränderungen
oder genetischen Information besitzt, sind sie ebenfalls transgene
Tiere.
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Die
Veränderung
oder genetische Information kann fremd für die Spezies des Tieres sein,
zu der der Empfänger
gehört
oder fremd nur für
den bestimmten individuellen Empfänger oder kann eine genetische
Information sein, die bereits durch den Empfänger besessen wurde. Im letzten
Fall kann das veränderte
oder eingeführte
Gen unterschiedlich zu dem nativen Gen exprimiert werden oder überhaupt
nicht exprimiert werden.
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Das
nicht-funktionelle H2-Ma-Gen sollte im allgemeinen nicht vollständig das
selbe H2-Ma wie nativ zu dem Wirtstier kodieren, und sein Expressionsprodukt
sollte zu einem geringen oder großen Ausmaß verändert sein oder insgesamt fehlen.
Jedoch ist es vorsehbar, daß ein
moderater modifiziertes H2-Ma in den Bereich der vorliegenden Erfindung fallen
wird.
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Die
zur Veränderung
eines Zielgens verwendeten Gene können durch eine große Vielzahl
von Techniken erhalten werden, die einschließen, jedoch nicht begrenzt
sind auf, die Isolierung aus genomischen Quellen, die Präparation
von cDNAs aus isolierten mRNA-Templaten, direkte Synthese oder einer
Kombination davon.
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Ein
Typ von Zielzellen für
die transgene Einführung
sind ES-Zellen. ES-Zellen können
aus prä-Implantationsembryonen
erhalten werden, die in vitro kultiviert werden und mit Embryonen
fusioniert werden (M. J. Evans et al., Nature 292: 154–156 (1981);
M. O. Bradley et al., Nature 309: 255–258 (1984); Gossler et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 83: 9065–9069 (1986); Robertson et
al., Nature 322, 445–448
(1986); S. A. Wood et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 90: 4582–4584 (1993)).
Transgene können durch
Standardtechniken, wie zum Beispiel DNA-Transfektion oder durch Retrovirus-vermittelte Transduktion
effizient in die ES-Zellen eingeführt werden. Die erhaltenen
transformierten ES-Zellen können
danach mit Blastozysten aus einem nicht-menschlichen Tier kombiniert
werden. Die eingeführten
ES-Zellen besiedeln danach den Embryo und tragen zur Keimbahn des
erhaltenen chimären Tieres
bei (R. Jaenisch, Science 240: 1468–1474 (1988)).
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Da
H2-M eine unabhängige
Komponente eines komplexen Mechanismus ist, müssen die Proteine, einschließlich der
durch die H2-Ma-DNA kodierten, sowohl einzeln und als eine Gruppe
untersucht werden, wenn deren Beitrag zu den Mechanismen der Immunantworten
verstanden werden soll. Ein Ansatz für das Problem der Bestimmung
der Beiträge von
individuellen Genen und deren Expressionsprodukten ist es, isolierte
Gene zu verwenden, um selektiv das native Wild-Typ-Gen in totipotenten
ES-Zellen (sowie diejenigen die hier beschrieben werden) zu inaktivieren
und dann transgene Mäuse
zu erzeugen. Die Verwendung von Gen-abgezielten ES-Zellen bei der Erzeugung
von Gen-abgezielten transgenen Mäusen
wurde 1987 beschrieben (Thomas et al., Cell 51: 503–512, (1987)
und wird anderswo zusammenfassend beschrieben (Frohman et al., Cell
56: 145–147
(1989); Capecchi, Trends in Genet. 5: 70–76 (1989); Baribault et al.,
Mol. Biol. Med. 6: 481–492,
(1989); Wagner, EMBO J. 9: 3025–3032 (1990);
Bradley et al., Bio/Technology 10: 534–539 (1992)).
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Techniken
sind erhältlich,
um jede genetische Region zu inaktivieren oder zu jeder gewünschten
Mutation zu verändern
durch die Verwendung von abgezielter homologer Rekombination, um
spezifische Veränderungen
in chromosomale Allele einzuführen.
Jedoch wurde die homologe Plasmid-Chromosomen-Rekombination in Säugetierzellen
nur mit Frequenzen zwischen 10–6 und 10–3 nachgewiesen (Lin
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 82: 1391–1395 (1985); Smithies et al.,
Nature 317: 230–234
(1985); Thomas et al., Cell 44: 419–428, (1986); Song et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 84: 6820–6824
(1987)). Nicht homologe Plasmid-Chromosom-Interaktionen sind häufiger und treten in Spiegeln
von 105-fach (Lin et al., Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 82: 1391–1395 (1985))
bis 102-fach (Thomas et al., Cell 44: 419–428 (1986);
Song et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 84: 6820–6824 (1987)) höher als
die vergleichbare homologe Insertion auf.
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Um
diese niedrige Frequenz von homologer Rekombination in Maus-ES-Zellen
zu überwinden, wurden
verschiedene Strategien entwickelt, um seltene homologe Rekombinanten
nachzuweisen oder zu selektieren. Ein Ansatz zum Nachweis von homologen
Veränderungsereignissen
verwendet die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) um Pools von Transformantenzellen
auf homologe Insertion zu screenen, gefolgt vom Screening von einzelnen
Klonen (Kim et al., Nucleic Acids Res. 16: 8887–8903 (1988); Kim et al., Gene
103: 227–233
(1991)). Alternativ wurde ein positiver genetischer Selektionsansatz
entwickelt, in dem ein Markergen konstruiert wird, das nur aktiv sein
wird, wenn eine homologe Insertion auftritt, was es ermög licht,
diese Rekombinanten direkt zu selektieren (Sedivy et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 86: 227–231
(1989)). Einer der wirksamsten Ansätze, die zur Selektion von
homologen Rekombinanten entwickelt wurde, ist das Positiv-Negativ-Selektions (PNS)-Verfahren,
das für
Gene entwickelt wurde (wie zum Beispiel H2-Ma), für die keine
direkte Selektion der Veränderung
existiert (Monsour et al., Nature 336: 348–352: (1988); Capecchi, Science
244: 1288–1292,
(1989); Capecchi, Trends in Genet. 5: 70–76 (1989)). Das PNS-Verfahren
ist für
das Abzielen von Genen effizienter, die nicht in hohen Spiegeln exprimiert
werden, da das Markergen seinen eigenen Promotor aufweist. Es wird
auf nicht-homologe Rekombinanten selektiert durch die Verwendung
des Herpes Simplex-Virus Thymidinkinase (HSV-TK) und ein Selektieren
gegen seine nicht homologe Insertion mit den Herpeswirkstoffen,
wie zum Beispiel Gancyclovir (GANC) oder FIAU (1-(2-Desoxy-2-fluor-B-D-arabinofuranosyl)-5-joduracil). Durch
diese Gegenselektion kann die Zahl von homologen Rekombinanten in
den überlebenden
Transformanten erhöht
werden.
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Wie
hier verwendet ist ein "abgezieltes
Gen" oder "Knockout" (KO) eine DNA-Sequenz,
die in die Keimbahn eines nicht-menschlichen Tieres mittels menschlicher
Intervention eingeführt
wurde, einschließlich,
jedoch nicht begrenzt auf, den hier beschriebenen Verfahren. Die
abgezielten Gene der Erfindung schließen DNA-Sequenzen ein, die
so aufgebaut sind, um spezifisch kognate endogene Allele zu verändern.
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MHC
Klasse II-Moleküle
binden Peptide, die von exogenen Proteinen abgeleitet sind und präsentieren
diese Peptide an der Zelloberfläche,
wo sie durch T-Zellen erkannt werden können. Zwei Wege können vorhergesehen
werden, um die Präsentationsfunktion
der MHC Klasse II-Moleküle
zu modifizieren. Entweder kann die Expression der MHC Klasse II-Moleküle selber
blockiert werden oder das Verfahren der Peptidbeladung auf neu synthetisierte MHC
Klasse II-Moleküle
kann blockiert werden. Mäusen,
denen MHC Klasse II-Moleküle fehlen,
wurden erzeugt (Cosgrove et al., 1991, Mice lacking MHC class II
molecules. Cell 66, 1051–66).
Sie weisen eine verringerte Funktion des Immunsystems auf, mit nur
geringen Zahlen von MHC Klasse II reaktiven T-Zellen, und während die
Zahlen von B-Zellen
normal sind, ist deren Fähigkeit
bestimmte Antikörper herzustellen,
beeinträchtigt.
Ihre Fähigkeit,
einer viralen Infektion zu widerstehen, scheint normal zu sein (Bodmer
et al., 1993, Environmental modulation of the autonomy of cytotoxic
T lymphocytes. Eur. J. Immunol. 23, 1649–54; Laufer et al., 1993, Autoimmune diabetes
can be induced in transgenic major histocompatibility complex class
II-deficient mice. J. Exp. Med. 178, 589–96). Die Regulation der MHC
Klasse II-Expression ist so komplex, daß es nicht vollständig klar
ist, auf welchen Transkriptionsfaktor ein potentieller Wirkstoff
abgerichtet werden sollte. Die Kontrolle der Peptidbeladung ist
möglicherweise
leichter zu erreichen, da kürzliche
Daten zeigen, daß HLA-DM als
ein Enzym wirkt, das den Austausch von Peptiden mit geringer Affinität durch
Peptide mit höherer
Affinität
auf den MHC Klasse II-Molekülen
katalysiert. Jedoch werden nicht alle Antigene gleichmäßig durch das
Fehlen von HLA-DM beeinträchtigt,
und es ist möglich,
daß das
Fehlen von HLA-DM einen weniger deutlichen Effekt aufweisen wird,
als das gesamte Fehlen der MHC II-Moleküle. Der Expressionsspiegel von
HLA-DM ist mindestens 10-fach geringer als die MHC Klasse II-Moleküle und die
invariante Kette. Die relativ kleine Menge von HLA-DM relativ zu
anderen MHC Klasse II-Elementen stimmt mit seiner katalytischen
Funktion überein.
Anders als MHC Klasse II oder die invariante Kette ist HLA-DM hauptsächlich im
endosomalen Kompartiment lokalisiert, das für kleine Molekül-Wirkstoffe leicht
zugänglich
ist. Die kleine Menge und die intrazelluläre Lokalisierung von H2-M macht
es zu einem attraktiven Wirkstoffziel. Es erscheint möglich, daß ein Wirkstoff,
der die Funktion von HLA-DM blockieren könnte ein brauchbares therapeutisches
Mittel wäre
und daher H2-M Knockout-Mäuse
brauchbar sein werden, um die in vivo-Funktion von H2-M und die
Effekte von MHC Klasse II-Funktion zu zeigen. Basierend auf den
zellulären
Daten kann erwartet werden, daß viele
(jedoch nicht alle) Antigene durch MHC Klasse II Moleküle in den
H2-M Knockout-Mäusen
schlecht präsentiert werden
(Brooks et al., 1994, Antigen presentation and assembly by mouse
I-Ak class II molecules in human APC containing deleted or mutated
HLA DM genes. J. Immunol. 153, 5382-92; Mellins et al., 1990, Defective
processing and presentation of exogenous antigens in mutants with
normal HLA class II genes. Nature 343, 71–4). Die verringerte Antigenpräsentation
wird höchstwahrscheinlich
zu einer erhöhten Empfindlichkeit
gegenüber
Infektionen führen
und das Ausmaß dieses
Effekts kann in den H2-M Knockout-Mäusen untersucht werden.
-
Die
H2-M Knockout-Mäuse
werden dabei helfen, die Rolle von MHC Klasse II und Peptiden für die Thymusentwicklung
von T-Zellen zu definieren. Die Entwicklung von MHC Klasse II-restringierten T-Zellen
erfordert die Expression von MHC Klasse II-Molekülen im Thymus. Es ist jedoch
nicht klar, wie die sich entwickelten T-Zellen MHC Klasse II-Moleküle erkennen
und ob die MHC Klasse II-Moleküle
im Thymus mit den Peptiden beladen sind. In den H2-M Knockout-Mäusen sind
die Spiegel von MHC Klasse II auf der Zelloberfläche normal, jedoch sind die
meisten der MHC Klasse II-Moleküle
mit invarianten Kettenpeptiden beladen. H2-M Knockout-Mäuse entwickeln
geringere als normale Zahlen von MHC Klasse II-restringierten T-Zellen,
was vermuten läßt, daß die Entwicklung
dieser Zellen die Diversifikation der Peptide erfordert, die mit
MHC II im Thymus assoziiert sind. Da gezeigt wurde, daß die Entwicklung
von T-Zellen die Anwesenheit von H2-M erfordert, können Wirkstoffe,
die die Expression oder die Funktion von HLA-DM in menschlichen
Zellen blockieren, die Nebenwirkung einer Kompromittierung des T-Zell-Repertoires
in jungen Individuen aufweisen. Um das Thymozyten-Selektionsverfahren
in H2-M Knockout-Mäusen
weiter zu analysieren, werden diese Mäuse mit T-Zell-Rezeptor transgenen
Mäusen gekreuzt.
Die T-Zell-Rezeptoren
dieser Mäuse
weisen alle dieselbe Spezifität
auf, was daher die Untersuchung des Effekts von H2-M auf die Entwicklung von
spezifischen T-Zell-Rezeptoren mit bekannter Reaktivität ermöglicht.
-
Der
Effekt von H2-M auf das Fortschreiten von chronischer entzündlicher
Erkrankung und Graftabstoßung
wird ebenfalls in H2-M Knockout-Mäusen untersucht. Der mögliche niedrige
Spiegel und die schlechte Antigenpräsentation der MHC Klasse II-Moleküle in der
Abwesenheit von H2-M sagt voraus, daß die Aktivierung und Effektorfunktion
von MHC Klasse II-restringierten
T-Zellen beeinträchtigt werden
wird. Wirkstoffe, die auf die Funktion von HLA-DM abzielen, können den
therapeutischen Effekt von Verlangsamung des Fortschreitens von
Autoimmunerkrankung und der Vorbeugung der Graftabstoßung aufweisen.
Die Effekte des Fehlens von MHC Klasse II-Molekülen wurden in verschiedenen Mausmodellen
von Autoimmunerkrankungen analysiert und zeigten, daß in den
meisten Fällen
die Schwere der Erkrankung abnahm (zusammenfassend beschrieben in
Grusby und Glimcher, 1995, Immune responses in MHC class II-deficient
mice. Annu. Rev. Immunol. 13, 417–35). Die H2-M Knockout-Mäuse, die
hier beschrieben werden, werden mit den verschiedenen Autoimmunerkrankungs-Mausmodellen
gekreuzt, um den Effekt von H2-M bei Fortschreiten von Autoimmunerkrankungen
zu untersuchen. Ähnlich
wird die Beteiligung von H2-M bei der Transplantation in den H2-M
Knockout-Mäusen
untersucht.
-
Zellen
aus den H2-M Knockout-Mäusen
werden dazu verwendet, um spezifische antigene Peptide zu präsentieren.
Von normalen Mäusen
abgeleitete Antigen-präsentierende
Zellen weisen MHC Klasse II-Moleküle mit stabil gebundenen Peptiden
auf. MHC Klasse II-Moleküle auf normalen
Zellen können mit
exogenen Peptiden beladen werden, jedoch bindet nur ein kleiner
Teil der MHC Klasse II-Moleküle das
hinzugefügte
Peptid. Im Gegensatz dazu weisen die Antigen-präsentierenden Zellen von Mäusen, denen
H2-M fehlt, MHC Klasse II-Moleküle auf,
die in einem großen
Ausmaß invariante
Kettenpeptide enthalten. Diese Peptide können durch exogene hinzugefügte Peptide
durch eine Verringerung des pHs und durch Hinzufügung durch rekombinantem H2-M zur
Außenseite
der Zellen ausgetauscht werden. Dieser Effekt wird in einer Situation
verwendet, wo Antigen-präsentierende
Zellen aus den H2-M Knockout-Mäusen
gesammelt werden und mit ausgewählten
Peptiden in vitro beladen werden. So mit antigenen Peptiden beladene
Zellen werden dann als Antigen-präsentierende Zellen verwendet,
die das hinzugefügte
Peptid effizient präsentieren,
entweder für die
Stimulierung von T-Zellen in vitro oder für die Injektion in Tiere für die in
vivo-Stimulierung. Ähnlich wird
ein HLA-DM blockierender Wirkstoff auf ähnliche Weise zur Behandlung
von Erkrankungen verwendet, wo die Reaktivität des Immunsystems gegen ein
bestimmtes Antigen nicht ausreichend ist, z. B. in Krebspatienten.
In diesem Falle werden Antigen-präsentierende Zellen von den
Patienten gesammelt und mit dem Wirkstoff behandelt, wobei HLA-DM
blockiert wird, während
die Zellen lang genug in Kultur gehalten werden, um es Peptid-enthaltenden MHC
Klasse II-Molekülen
zu ermöglichen,
auf der Zelloberfläche durch
invariante Kette Peptid-enthaltende MHC Klasse II-Moleküle ersetzt
zu werden. Diese Zellen können
dann wie oben beschrieben effizient mit Tumor-abgeleiteten Peptiden
beladen werden und dann in den Patienten zurück verabreicht werden, wodurch eine
effiziente Antigenpräsentation
zu den eigenen T-Zellen des Patienten zur Verfügung gestellt wird. Antigen-spezifische
T-Zell-Toleranz kann durch präsentieren
von T-Zellen gegenüber
Antigen-präsentierenden
Zellen, die mit einer hohen Dosis eines spezifischen antigenen Peptids
beladen sind, induziert werden. Die Induktion von T-Zell-Toleranz
ist eine ideale klinische Situation, da dies bedeutet, daß eine Langzeit-Wirkstoffbehandlung
nicht erforderlich ist. Im Fall von Autoimmunerkrankungen, in denen
die Antigen-Spezifität
der reagierenden T-Zellen bekannt ist, wird eine effiziente Beladung
von Antigen-präsentierenden
Zellen mit einem bestimmten antigenen Peptid dazu verwendet, um
T-Zell-Toleranz zu induzieren.
-
Die
folgenden Beispiele werden zum Zweck der Verdeutlichung der vorliegenden
Erfindung präsentiert
und sollen nicht als eine Begrenzung des Bereichs dieser Erfindung
ausgelegt werden.
-
Beispiel 1
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Isolierung der Maus-H2-Ma
genomischen Klone
-
Um
ein spezifisches Gen durch homologe Rekombination zu unterbrechen,
werden DNA-Konstrukte,
die das unterbrochene Gen enthalten, zur Transfektion von ES-Zellen
benötigt.
-
Zuerst
wird das Maus-H2-Ma-Gen zur Herstellung des DNA-Konstrukts benötigt. Von
dem Maus-H2-Ma-Gen war bekannt, das es in der 5'-proximalen Region des H2-Mb2-Gens lokalisiert
war (Cho et al., 1991, A cluster of transcribed sequences between
the Pb and Ob genes of the murine major histocompatibility complex,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 88, 5197–5201). Um die Maus-genomische DNA
zu klonieren, die das H2-Ma-Gen enthält, wurde eine Maus H2-Mb2-cDNA
(Peleraux et al., 1995, Genomic organization of a mouse MHC class
II region including the H2-M and lmp2 loci., Immunogenetics, in
press) mit 32-P Radioisotop markiert und als eine Sonde verwendet,
um 4 × 105 Phagenplaques zu screenen, die aus einer
129 SV Maus-genomischen Bibliothek hergestellt wurden. Sieben Phagenklone hybridisierten
mit der Sonde und wurden zur Charakterisierung isoliert. Von zwei
Klonen wurde gefunden, daß sie
das komplette H2-Ma-Gen enthalten und einer von diesen (Klon 2)
wurde für
die weiteren Analysen ausgewählt. 1 zeigt die Region des H2-Ma-Gen,
die durch Klon 2 abgedeckt wird. Die Restriktionskarte des H2-Ma-Gens
wurde aus der Analyse von Klon 2 erhalten.
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Beispiel 2
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Präparation von Gen-abzielenden
Konstrukten
-
Das
DNA-Konstrukt wurde in einem pUC-Plasmidvektor hergestellt. Ein
6,7 kb genomisches Fragment, das den Hauptteil des H2-Ma-Gens mit
der Ausnahme von Exon 1 und einem Teil von Intron 1 abdeckt, wurde
aus dem Klon 2 erhalten und in dem Konstrukt als eine homologe Region
für die
Rekombination verwendet (1).
Die Neo-Kassette, die das Neomycin-Resistenzgen enthielt, wurde in dem
zweiten Exon des H2-Ma-Gens plaziert. Zwei Typen von Konstrukten
wurden hergestellt, in denen die Neokassette entweder in derselben
oder in der entgegengesetzten Orientierung des H2-Ma-Gens vorlag.
Eine Deletion von 61 bp in Exon 2 wurde auch an der Stelle hergestellt,
wo die Neo-Kassette plaziert wurde. Das Herpes Simplex-Virus Typ-I-Thymidinkinase
(HSV tk)-Gen wurde an dem 3'-Ende
der homologen Region angeordnet.
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Beispiel 3
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Isolierung von Gen-abgezielten
ES-Zellinien
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Transfektion von ES-Zellen
-
Das
DNA-Konstrukt wurde durch vollständigen
Verdau mit NotI, SfiI oder einer Kombination dieser zwei Restriktionsenzyme
verdaut. Die DNA wurde dann durch 2 Volumen von eiskaltem Ethanol
bei –20°C für 1 Stunde
gefällt.
Die gefällte
DNA wurde durch Zentrifugation gesammelt, einmal mit 0,5 ml 70%
Ethanol gespült,
luftgetrocknet und dann bei 1 mg/ml in einer Phosphat-gepufferten
Kochsalzlösung (Gibco)
gelöst.
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ES-Zellen
E14 (Hooper et al., 1987, HPRT-deficient (Lesch-Nyhan) mouse embryos
derived from germline colonization by cultured cells. Nature 326,
292–295)
wurden in einem undifferenzierten Stadium durch Co-Kultivieren mit
Embryonenfibroblasten (EF) und in Kulturmedium (15% FCS, 1 mM Natriumpyruvat,
0,1 mM b-Mercaptoethanol, 2 mM L-Glutamin, 100 U Penizillin und
100 U Streptomycin) gehalten, das 1000 U/ml Leukämie-inhibierenden Faktor (LIF)
(Gibco) enthielt. Die EF-Zellen waren primäre Fibroblastenkulturen, die
aus Tag 15–17
Mausföten
gemäß dem von
Robertson beschriebenen Verfahren präpariert wurden (Robertson,
1987, Embryo-derived stem cell lines. Chaptor 4. from "Teratocarcinomas
and embryonic stem cells. A practical approach" Editor: Robertson, E. J. IRL Press,
Oxford-Washington
DC). Die EF wurden mit 10 μg/ml Mitomycin
C (Sigma) in Kulturmedium für
2 Stunden behandelt, um die Zellteilung vor ihrer Verwendung als
Feederzellen zu stoppen. Für
die DNA-Transfektion wurden die ES-Zellen durch Trypsinbehandlung geerntet
und bei 6,25 × 106 Zellen/ml in Kulturmedium resuspendiert.
20 μg DNA-Konstrukt
wurden in 0,8 ml ES-Zellsuspension
für die
Elektroporation bei 250 μF
und 340 Volt unter der Verwendung des Genpulsers (BioRad) hinzugefügt.
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Transfizierte
ES-Zellen wurden auf EF-beschichteten 90 mm-Platten bei 2,5 × 106/90 mm-Platte
in Kulturmedium plattiert. Zwei Tage später wurden die Zellen einer
Wirkstoffselektion in Medium, das 400 μg/ml G418 (Geneticin, Gibco)
und 2 μM
GANC (Cytosin, Syntex) enthielt, unterzogen. Das Kulturmedium wurde
täglich
gewechselt. Ein massiver Zelltod war beginnend an Tag 4 ersichtlich
und die meisten der toten Zellen wurden durch den täglichen
Mediumwechsel an ungefähr
Tag 8 entfernt. Die überlebenden
Zellkolonien waren unter dem Mikroskop bei ungefähr Tag 7 beobachtbar.
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PCR-Screen
auf homologer Rekombination in ES-Zellen
-
Die
Größe von ES-Kolonien
an Tag 11 nach der Transfektion war für das PCR-Screening groß genug.
Um Zellkolonien zu ernten, wurde das Kulturmedium in den 90 mm-Platten
aus geblasen und 10 ml PBS wurden hinzugefügt. Einzelne Zellkolonien wurden
mit Hilfe eines Stereomikroskops lokalisiert, in einem 20 μl-Volumen
geerntet und in 96 Well-Platten transferiert. Um einzelne Zellsuspensionen
der ES-Kolonien zu präparieren,
wurden 25 μl
an 0,25% Trypsin (Gibco) pro Well in 96 Well-Platten hinzugefügt.
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Nach
8 Minuten der Trypsinbehandlung bei 37°C wurden 25 μl an Kulturmedium hinzugefügt. Alle ES-Kolonien
wurden immer noch in Kulturmedium als Masterplatten gehalten, während sie
durch PCR auf homologe Rekombinationsereignisse gescreent wurden.
Um Masterplatten zu präparieren,
wurden 60 ml jeder Probe in 96 Well-Platten transferiert, die mit
EF-Zellen beschichtet wurden und 180 μl/Well des G418 und GANC enthaltenden
Kulturmediums enthielten.
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Für den PCR-Screen
der ersten Runde wurde jede Zellysatprobe aus 12 Zellkolonien präpariert, die
als eine Reihe von in den 96 Well-Platten angeordnet waren. Nach
der Präparation
von Masterplatten wurden die verbleibenden Zellproben von ungefähr 90 μl/Well auf
jeder Reihe der Platten vereinigt und die Zellen wurden pelletiert.
Nach Abgießen
des gesamten Mediums wurden die Zellen durch Hinzufügung von
30 μl destilliertem
Wasser und kurzem Vortexen lysiert. Die Zelllysate wurden durch
ein erstes Erhitzen bei 95°C
für 10
Minuten präpariert,
gefolgt durch eine Zugabe von 1 μl
Proteinase K (10 mg/ml in Wasser) mit kurzem Vortexen, einer 90
minütigen
Inkubation bei 50°C
zum Proteinase K-Verdau und dann 10 Minuten bei 95°C für die Hitzeinaktivierung
von Proteinase K.
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Die
PCR wurde unter der Verwendung des 9600 GeneAmp-Systems (Perkin
Elmer) durchgeführt.
Die Reaktionsgemische enthielten 5 μl Zellysat, 4 μM jedes der
zwei Olignukleotid-Primer,
200 μM jedes
von dATP, dTTP, dCTP und dGTP und 5 U AmpliTaq DNA-Polymerase in PCR-Puffer
(10 mM Tris-Cl, pH 8,3, 50 mM KCl und 1,5 mM MgCl2).
Die Reaktionsbedingungen waren 3 Zyklen von 2 Minuten bei 94°C, 2 Minuten
bei 60°C
und 2 Minuten bei 72°C, dann
40 Zyklen von 15 Sekunden bei 94°C,
15 Sekunden bei 60°C
und 1 Minute bei 72°C,
gefolgt von 7 Minuten bei 72°C.
Für das
DNA-Konstrukt, in dem das Neogen und das H2-Ma-Gen in derselben
Orientierung vorliegen, waren die PCR-Primer, die dazu verwendet
wurden, um die homologe Rekombination zu amplifizieren: MA3S (5'-GGATTCCTGTCAGGAGTTTCAAAG-3') [SEQ ID NO: 1],
Neo-134R (5'-AAGCGCATGCTCCAGACTGCCTT-3') [SEQ ID NO: 2]
und von der Größe der amplifizierten
DNA wird erwartet, das sie ungefähr
1 kb ist.
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Für das DNA-Konstrukt
in dem das Neo-Gen und das H2-Ma-Gen in der gegenüberliegenden
Orientierung vorliegen, waren die PCR-Primer: MA3S und neo-1858
(5'-GCCAAGTTCTAATTCCATCAG-3') [SEQ ID NO: 3]
und von der Größe der amplifizierten DNA
wird erwartet, das sie ungefähr
0,98 kb ist.
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Um
das durch die PCR amplifizierte spezifische DNA-Fragment nachzuweisen,
wurden 20 μl der
PCR-Proben nach ihrer Größe durch
1% Agarosegel-Elektrophorese aufgetrennt, auf Nylonmembranen (Hybond,
Amersham) geblottet und an die P32-markierte
Oligonukleotidsonde A (5'-CCAGTTCTGTCAGCACAAGGTCTGGAGTGTTTAGGT-3') [SEQ ID NO: 4]
hybridisiert. Die PCR-Proben mit der erwarteten Größe an DNA-Banden,
die durch die Oligosonde nachgewiesen wurden, wurden als mögliche positive
Gruppen für
ein weiteres Screening betrachtet.
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Die
ES-Zellen in den Masterplatten waren nach ungefähr 3–4 Tagen Kultur zum Aufteilen
bereit. Die Zellkolonien in den positiven Gruppen wurden einzeln
durch eine zweite Runde an PCR gescreent, um die positiven Kolonien
zu identifizieren. Um die positiven Gruppen in Kultur zu halten,
wurden die Zellen in den Wells durch zuerst entfernen des Kulturmediums,
einmal spülen
mit 50 μl
PBS, behandeln mit 40 μl
0,25% Trypsin für
5 Minuten bei 37°C,
gefolgt von hinzufügen
von 90 μl
Kulturmedium trypsinisiert. Die Zellen wurden dann resuspendiert
und 20 μl von
diesen wurden auf Masterplatten transferiert, die mit EF beschichtet
wurden und mit 200 μl
Kulturmedium befüllt
waren, das G418 und GANC enthielt. Die verbleibenden Zellen (110 μl/Well) wurden
einzeln in Eppendorf-Röhrchen
gesammelt. Die Zellysate wurden präpariert und homologe Rekombinationssignale wurden
durch PCR amplifiziert und durch Hybridisierung unter der Verwendung
der oben erwähnten
Oligonukleotidsonden nachgewiesen.
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Bestätigung von Gen-abgezielten
ES-Zellen durch genomische Southern-Hybridisierung
-
Von
im PCR-Screening positiven Kolonien abgeleitete ES-Zellen wurden
in Kultur expandiert und die DNA wurde aus den Zellen gereinigt.
Die genomische DNA wurde mit ApaI verdaut, auf einem 1% Agarosegel
aufgetrennt, auf Hybond-N+ Membran (Amersham) geblottet und mit
einem 32P-markiertem DNA-Fragment wie in 1 gezeigt hybridisiert. Die
Sonde war ein 0,6 Kb EcoRI/BamHI-Fragment (die EcoRI-Stelle war
von dem Lambda- Vektor
abgeleitet und die Vektorsequenz betrug weniger als 8 Basenpaare
in der gesamten Probe), die mit einem 2,8 Kb ApaI-Fragment in dem
normalen H2-Ma-Gen und an ein 1,8 Kb ApaI-Fragment in dem H2-Ma-Gen,
das einer homologen Rekombination mit dem abzielenden Konstrukt
unterzogen wurde, hybridisierte. Die Unterbrechung des H2-Ma-Gen
durch homologe Rekombination ist in 1 gezeigt.
Die Restriktionskarte des Wild-Typ H2-Ma-Gens (A – ApaI, H – HindIII, N – NotI,
S – StuI,
Sf – SfiI),
wobei die numerisch gefüllten
Kästen
Exons sind, ist gezeigt. Das Gen-abzielende Konstrukt des H2-Ma-Gens
ist mit der in dem zweiten Exon des H2-Ma-Gens plazierten Neomycin-Kassette
(neo) gezeigt und eine 61-Basenpaar-Deletion
wurde auch in Exon 2 erzeugt, wo neo plaziert wurde. Das Herpes
Simplex-Virus Typ I-Thymidinkinase (HSV-TK)-Gen wurde an dem 3'-Ende des Konstrukts
plaziert. Die Struktur des unterbrochenen H2-Ma-Gens nach homologer
Rekombination zwischen dem abzielenden Konstrukt und dem endogenen
H2-Ma-Gen ist ebenfalls gezeigt.
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Beispiel 4
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Infektion
des Gen-abzielenden ES-Klons in Donor-Blastozysten
-
Die
Gen-abgezielte ES-Zellinie mit dem unterbrochenen H2-Ma-Gen wurde
durch PCR charakterisiert und durch die Southern-Hybridierungsanalyse
bestätigt.
Die ES-Zellen wurden dann von den Feederzellen durch Behandeln der
Zellkulturen mit Trypsin, einem Ermöglichen der Feederzellen sich
für 30–45 Minuten
anzulagern und Entfernen der nicht angebrachten ES-Zellen abgetrennt.
Die ES-Zellen wurden in C57BL/6J Empfänger-Blastozysten unter der
Verwendung von vorher beschriebenen Techniken injiziert (Bradley,
A. "Production and
analysis of chimeric mice. In Teratocarcinomas and Embryonic Stem
Cells: A Practical Approach",
E. J. Robertson, ed. Oxford: IRL Press, (1987), pp 113–151).
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Mausembryonen
bei ungefähr
3,5 Tagen Gestationsphase wurden aus den Uteri von superovulierten
C57BL/6J-Mäusen
gesammelt. Ungefähr 10–15 ES-Zellen
wurden in die Blastocoel-Höhle des Embryos
injiziert. Die injizierten Embryonen wurden in die Uteri von ungefähr 2,5 Tagen
pseudo-schwangeren CD1-Mäusen
transferiert und die aus diesen Embryonen entwickelten Mäuse wurden
17 Tage später
geboren. Eine Gesamtzahl von 16 chimären Mäusen wurde von der Embryoinjektion
mit den H2-Ma Knockout-Zellinien erhalten. Da ES-Zellen E14 die
wir verwendeten, aus dem 129 Ola-Mausstamm abgeleitet waren, der
für die
dominanten Agouti (A) Fellfarbgene homozygot ist, sowie die ES-Zellinie
E14 für
die Agouti (A) Fellfarbgene homozygot ist, ergibt ein Eindringen
der ES-Zellen in die injizierten (schwarze Fellfarbe) C57BL/6J-Blastozysten die
Erzeugung von chimären
Fellfarbmäusen.
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Beispiel 5
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Züchten von chimären Mäusen
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Die
chimären
männlichen
Mäuse werden
mit Wild-Typ C57BL/6 (schwarze Fellfarbe) weiblichen Mäusen gekreuzt.
Einige der Nachkommen aus der Chimäre X C57BL/6-Kreuzung werden
als Agouti erwartet, wenn die chimären männlichen ES-Zell-genetisches
Material in ihre Keimbahn inkorporiert hatten (Agouti ist dominant
gegenüber
schwarzer Fellfarbe). Diese Kreuzungen werden durchgeführt, um
auf den Transfer von ES-Zell-genetischer Information an ihre Nachkommen
zu testen, einschließlich
dem unterbrochenen H2-Ma-Gen.
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Um
die H2-Ma-Genotypen zu bestimmen, wurde genomische DNA von ungefähr 1 cm
Schwanz von jeder Maus nach Entwöhnung
gereinigt. Die genomische DNA wurde wie beschrieben isoliert (Laird et
al., supra), gefolgt von Phenol und Phenol : Chloroform-Extraktion
und Ethanolfällung.
Die Southern-Hybridisierungsanalyse (wie hier beschrieben) wurde
verwendet, um Nachkommen zu identifizieren, die das unterbrochene
H2-Ma-Gen enthielten. Die transgenen Nachkommen sind für die H2-Ma-Genunterbrechung
heterozygot. Sowohl genomische (Schwanz) DNAs transgener heterozygoter
und nicht transgener Mäuse
wurde mit ApaI verdaut, auf einem 1% Agarosegel aufgetrennt, auf
Hybond-N+ Membran geblottet und mit 3'-flankierenden DNA-Sonden hybridisiert,
um die transgene H2-Ma-Genstruktur zu bestätigen. Die Southern-Hybridisierungsanalyse
bestätigte,
daß die
Struktur des veränderten
H2-Ma-Gens identisch zu der vorhergesagten war und der früher charakterisierten
in den H2-Ma-gezielten
ES-Klonen. 2 zeigt die
Analyse von Mausschwanz-DNA durch Southern-Blot, wobei Hybridisierungsprofile von
Wild-Typ (+/+), heterozygoten (+/–) und homozygoten (–/–) Mäusen gezeigt werden.
-
Beispiel 6
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Züchten von heterozygoten Mäusen und
Erzeugung von homozygoten H2-Ma-defizienten Mäusen
-
Männliche
und weibliche transgene Mäuse, von
denen jede eine Kopie des veränderten H2-Ma-Gens enthielt
(heterozygote Mäuse)
wurden miteinander gepaart, um Mäuse
zu erzeugen, in denen beide Kopien des H2-Ma-Gens das abgezielte, veränderte transgene
H2-Ma-Gen sind. Es wurde vorhergesagt, daß ein Viertel dieser Mausembryos für das veränderte H2-Ma-Gen homozygot wären. Überlebende
Nachkommen werden durch Southern-Hybridisierung wie oben beschrieben
genotypisiert. Homozygote Mutantenmäuse werden in einem Verhältnis von
1 in 4 Nachkommen geboren, falls das defekte Gen nicht die Embryoentwickelung beeinträchtigt.
Homozygote Mutantenmäuse
werden durch Analyse von Schwanz-DNA-Proben identifiziert, in denen
nur die 1,8 kb ApaI geschnittene DNA-Bande, die von dem unterbrochenen
Gen abgeleitet ist, jedoch nicht die 2,8 kb der DNA-Bande von dem
intakten H2-Ma-Gen
mit der 0,6 kb flankierenden Sonde hybridisiert wird (1B). Es wird bestimmt, daß 33% (15
Mäuse)
einer Gesamtzahl von 45 Nachkommen-Mäusen homozygot (–/–) für das unterbrochene
H2-Ma-Gen waren, 35,5% (16 Mäuse)
heterozygot waren und 31,1% (14 Mäuse) für das H2-Ma-Gen Wild-Typ (+/+)
waren.
-
Beispiel 7
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Charakterisierung von
homozygoten H2-Ma defizienten Mäusen
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Splenozyten
aus den H2-M+/+ (Wild-Typ) und H2-M–/– (defizienten)
Mäusen
wurden auf die H2-M-Expression unter der Verwendung von indirekter
Immunfluoreszenz hin analysiert. Milzzellen wurden auf mit Cell-Tak
(Collaborative Biomedical Research) beschichteten Objektträgern kultiviert,
vor einer Fixierung in 4% Formaldehyd-PBS. Nach der Fixierung wurden
die Zellen mit 50 mM NH4Cl und PBS gewaschen.
Die Antikörperinkubation
wurden PBS mit 0,6% Fischhautgelatine und 0,2% Saponin für die Permeabilisierung
durchgeführt.
Texas-Rot-markierte Kaninchen-Antikörper gegen Immunglobulin G (IgG)
(Molecular Probes) und Fluoreszin-Isothiocyanat (FITC)-markierte
Ratten-Antikörper
gegen IgG (Cappel) wurden als sekundäre Reagenzien verwendet. Die
fluoreszenten Zellen wurden unter der Verwendung eines Bio-Rad konfokalen
Mikroskops aufgezeichnet. In den H2-M+/+-Mäusen war
die H2-M-Färbung
in den vesikulären
Strukturen lokalisiert (1C,
rot), während
keine H2-M-Färbung
in Zellen von H2-M–/–-Mäusen nachgewiesen wurde (1C, rot). Co-Färbung mit anti-H2-Ab monoklonalen Antikörper (mAB) M5/114 zeigte keine
distinkten Färbungsunterschiede
zwischen den zwei Zelltypen (vergleiche 1C und 1D,
grün).
Das Fehlen von normalem H2-M-Protein in den Mutanten-Mäusen wurde
durch zweidimensionale Elektrophorese von immunpräzipitiertem
H2-M aus metobolisch markierten Splenozyten bes tätigt. Während die Präzipitate aus
Wild-Typ-Zellen sowohl H2-Ma und H2-Mb enthielten, wurde kein H2-M
in dem Präzipitat
von den H2-M–/–-Zellen
nachgewiesen (1E).
-
Um
den Effekt von H2-M auf die Zelloberflächenexpression von MHC Klasse
II zu bestimme, wurden Lymphknotenzellen von Wild-Typ und H2-M defizienten
Mäusen
mit einem Panel von H2-Ab-reaktiven mAbs
inkubiert und durch Flußcytometrie (FACS)
analysiert. Mehrere dieser mAbs (M5/114, 2A, Y3P und AF6-120.1) färbten Wild-Typ-
und Mutantenzellen mit gleicher Intensität, was darauf hinwies, daß die Zelloberflächen Spiegel
von H2-Ab vergleichbar waren (2A). Im Gegensatz zu diesen
mAbs wurde eine unterschiedliche Färbung mit zwei anderen anti-H2-Ab mAbs beobachtet: BP107 färbte Mutantenzellen überhaupt
nicht, während KH74
Mutantenzellen mit verringerten Intensität färbte (2A). Diese Ergebnisse lassen vermuten,
daß die
H2-Ab-Konformation auf den H2-M–/–-Zellen
unterschiedlich von den Wild-Typ-Kontrollzellen sein kann. Im Hinblick
auf diese gut dokumentierten Ergebnisse wird DM in der Entfernung
von CLIP von Klasse II-Molekülen
impliziert (Sloan et al., 1995, Nature 375, 802. Denzin and Cresswell.
1995. Cell 82, 155. Sherman et al., 1995. Immunity 3, 197). Die
verringerte Bindung von einigen anti-H2-Ab mAb
an H2-M–/–-Zellen könnte ein
Versagen widerspiegeln, CLIP gegen andere Peptide auszutauschen.
Um diese Möglichkeit
zu testen, wurden Mutantenzellen mit mAb 30-2 gefärbt, der
mit CLIP-assoziiertem
H2-Ab reagiert (Morkowski et al., 1995,
J. Exp. Med. 182, 1403). Im Gegensatz zu der schwachen Reaktivität mit Wild-Typ-Zellen
färbten
H2-M–/–-Zellen
stark mit mAb 30-2
(2A). Darüber hinaus
blockierte die Prä-Inkubation
mit mAb 30-2 vollständig
die Reaktivität
von anti-H2-Ab mAb KH74 mit Mutantenzellen, während dieselbe
Behandlung keinen Effekt auf die KH74-Färbung auf H2-M+/+-Kontrollzellen
hatte (2A). Daher scheinen
im wesentlichen alle Klasse II-Moleküle CLIP zu enthalten.
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Die
immunhistochemische Analyse von Gewebeschnitten aus H2-M–/–-Mäusen bestätigte die FACS-Analyseergebnisse.
Thymus-Cryostatschnitte wurden unter der Verwendung von Kaninchen-Antiserum
K553, gefolgt von biotinyliertem Kaninchen-Antikörper gegen IgG (Jackson ImmunoResearch)
auf H2-M gefärbt;
für H2-Ab
unter der Verwendung von biotinyliertem 30-2 mAbs. Gebundene Antikörper wurden
mit alkalischer Phosphatase-konjugiertem Streptavidin (Jackson ImmunoResearch) nachgewiesen,
gefolgt von kolorimetrischen Substrat. So war die H-2M-Expression
in den Lymphoidgeweben von Mutantenmäusen nicht nachweisbar, wohingegen
in Wild-Typ-Mäusen
eine H2-M-Expression in B-Zellen, Makrophagen und dendritischen
Zellen in der Milz und den Lymphknoten beobachtet wurde.
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Im
normalen Thymus wird H-2M in kortikalen Epithelzellen und in der
Medulla exprimiert, war jedoch vollständig nicht nachweisbar im H2-M–/–-Thymus
(2B). Die Klasse II-Expression im Thymus der
Mutantenmäuse
war mit der Wild-Typ-Kontrolle vergleichbar, wenn durch mAb M5/114
analysiert, während
keine Färbung
mit mAb BP107 im Mutantenthymus beobachtet wurde (2B). Ähnlich
zu dem Klasse II-Molekülen
in Lymphknoten-B-Zellen schienen
die Klasse II-Moleküle
im H2-M–/–-Thymus hauptsächlich CLIP
zu enthalten, da beide Epithelzellen und Knochenmarks-abgeleitete
APCs stark mit mAb 30-2 färbten.
Im Unterschied dazu färbte dieser
Antikörper
nur wenige verstreute Zellen in der Medulla des Wild-Typ-Thymus
(2B).
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Unter
mild denaturierenden Bedingungen wandern Klasse II-Moleküle, die
gut-passenden Peptide enthalten, in SDS-PAGE-Gelen oft als Dimere (Stern
and Wiley. 1992, Cell 68, 465. Sadegh-Nasseriand Germian, 1991,
Nature 353, 167. Nelson et al., 1994, Nature 371, 250), wohingegen
Klasse II-Moleküle
mit schlecht passenden Peptiden dissoziieren und als einzelne α- und β-Ketten laufen.
Die SDS-Stabilität
von H2-Ab-Molekülen aus Wild-Typ oder Mutantenmäusen wurde
in einem Puls-Chase-Experiment analysiert. Nach der Immunpräzipitation
mit M5/114 wurden die Proben durch SDS-PAGE ohne Kochen analysiert,
was daher die stabilen Klasse II Dimere intakt ließ. 2C zeigt, daß in Splenozyten
aus H2-M+/+-Mäusen SDS-stabile Dimere (αβ) innerhalb
einer Stunde Verfolgung gebildet wurden und auch nach 24 Stunden
der Verfolgung prominent waren. Nur kleine Mengen von SDS-instabilen
Klasse II-Monomeren wurden gesehen. Überraschenderweise wanderten
die H2-Ab-Moleküle, die aus den H2-M–/–-Splenozyten
ausgefällt wurden,
auch als SDS-stabile Dimer, obwohl ihre Wanderung leicht langsamer
war als die Wanderung von Dimeren, die aus Wild-Typ-Zellen abgeleitet
waren (1C, αβ*). Einige
Klasse II-Monomere wurden auch gefunden und zusätzlich war eine Bande mit geringem
Molekulargewicht deutlich, die CLIP repräsentierte. H2-H–/–-abgeleitete
H2-Ab-Moleküle schienen kompakt zu sein,
anders als Lose in der Natur (Viville et al., 1993, Cell 72, 635.
Bikoff et al., 1993, J. Exp. Med. 177, 1699. Dommair et al., 1989, Cold
spring Harbor Symp. Quant. Biol. 54, 409), und wanderten als distinkte
Banden im Gegensatz zu der defusen Dimerbande, die in dem Wild-Typ-Präzipitat gesehen
wurde. Diese Ergebnisse lassen vermuten, daß eine begrenzte Zahl von Peptiden,
am wahrscheinlichsten CLIP für
die Dimerbanden verantwortlich war. SDS-stabile DR1-CLIP-Komplexe
wurden berichtet (Bijlmakers et al., 1994, EMBO J. 13, 2699) und
da CLIP stark an H2-Ab bindet (Sette et
al., 1995, J. Exp. Med. 181, 677) ist die Bildung von SDS-stabilen
Dimeren denkbar, obwohl nicht unerwartet. Die Intensität der Klasse
II-Banden nahm nicht signifikant während der 24 Stunden Verfolgungsperiode
ab, was anzeigte, daß die
Halbwertszeit von H2-Ab in den Mutantenmäusen ähnlich zu der Halbwertszeit
in Wild-Typ-Mäusen
ist. In gekochten (und reduzierten) Proben (2D) wanderte die Klasse II als Monomere
und der einzige distinkte Unterschied zwischen den Wild-Typ- und
Mutantenpräzipitaten
war die große
Menge von CLIP, die in der Mutantenprobe vorhanden war. Die Immunpräzipitation
mit mAb In-1, der
mit der invarianten Kette reaktiv ist (jedoch nicht mit CLIP), ergab
keine Unterschiede zwischen Mutanten- und Wild-Typ-Zellen in entweder
gekochten oder nicht-gekochten Proben.
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Es
war von Interesse, zu bestimmen, ob CLIP-assoziierte Klasse II-Moleküle in der
Lage waren eine normale Selektion von CD4+-Zellen
zu vermitteln. Wie in 3A dargestellt,
war der Anteil von Lymphknoten (und Milz) CD4+-Zellen
in H2-M–/–-Mäusen auf
ungefähr
30–50%
von Normal verringert. Diese Verringerung in CD4+-Zellen
wurde auch im Thymus gefunden, jedoch in einem geringerem Ausmaß. Nichtsdestotrotz
sahen die Lymphoidgewebe normal aus und das Ergebnis, daß signifikante
Zahlen von CD4+-Zellen sich entwickelten,
zeigte an, daß eine positive
Selektion über
H2-Ab-Moleküle in den H2-M–/–-Mäusen auftrat.
Der Phänotyp
der in diesen Mäusen
erzeugten CD4+-Zellen war ähnlich zu
denjenigen von H2-M+/+-Mäusen. Daher zeigte die Hauptzahl
von extrathymischen CD4+-Zellen einen naiven
Phänotyp
(3B) und die Analyse
von Vβ-Verwendung
ließ vermuten,
daß die
Zellen polyklonal waren.
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Um
zu bestimmen, ob die H2-M–/– CD4+-Zellen
funktionell waren, wurde ihre Fähigkeit,
sich in Antwort auf Alloantigene zu teilen, analysiert. CD4+-Zellen von den Mutantenmäusen versagten
auf ihre eigenen Milz-APCs zu antworten, übereinstimmend mit normaler
Selbsttoleranzinduktion. Im Unterschied dazu reagierten diese Zellen
stark auf APCs von MHC-passenden
Wild-Typ-Littermates (und normalen C57BL/6). Diese Hyperreaktivität war so
früh wie
2 Tage in Kultur ersichtlich und war bei Tag 3–4 maximal. Die Titration von
Responder-CD4+-Zellen zeigte, daß die H2-M–/–-Zellen 10–100-fach
mehr auf H2-Ab responsiv waren, als CD4+-Zellen von normalen Wild-Typ-Mäusen. Eine abnormal
starke proliferative Antwort wurde auch nach Aussetzen von H2-M–/– CD4+-Zellen gegenüber APCs aus einer Vielzahl
von MHC-allogenen Stämmen,
einschließlich
B10.D2 (H2-Ad), B10.BR (H2-Ak) und
B6.bm12 (H2-Abm12) gesehen. Nicht überraschend
im Hinblick auf das begrenzte Peptid-Repertoire der H2-M–/– Klasse
II-Moleküle
versagten die APCs von H2-M–/–-Mäusen dabei, MHC-allogene T-Zellen
zu stimulieren (4B).
Die Unfähigkeit, proliferative
T- Zellantworten
hervorzurufen, spiegelte nicht die schlechte Co-Stimulation wieder,
da H2-M–/– APCs
eine normale Co-Stimulation für
die CD4+-Zellantworten auf anti-CD3-Antikörper sowie
auf Concanavalin A zur Verfügung
stellen konnten. Weiterhin waren H2-M–/– APCs
nicht spezifisch suppressiv, da die Hinzugabe von diesen Zellen
zu Kulturen mit normalen APCs die Antwort nicht signifikant veränderte.
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Diese
Ergebnisse sind mit der Beobachtung konsistent, daß ein begrenztes
Peptid-Repertoire (das hauptsächlich
aus CLIP besteht) die positive Selektion von signifikanten Zahlen
von funktionellen CD4+-T-Zellen unterstützen kann.
Nichtsdestotrotz argumentiert die verringerte Zahl von CD4+-Zellen in diesen Mäusen auch dafür, daß eine normale
Dichte von Klasse II-Molekülen auf
Thymus-Epithelzellen nicht ausreichend ist, um maximale Spiegel
von positiver Selektion zu erreichen, sondern das die Peptiddiversifikation
zu der Effizienz dieses Prozesses beiträgt.
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Die
H2-M–/–-Mäuse zeigen
keine offene Autoimmunität,
was anzeigt, daß die
Toleranz gegenüber
CLIP-assoziierten Klasse II-Molekülen normal ist. Die Hyperreaktivität von H2-M–/–-CD4+-Zellen
auf H2-Ab APCs aus normalen Mäusen läßt jedoch
vermuten, daß die
Diversifikation der Klasse II-assoziierten Peptide in H2-M–/–-Mäusen zu
begrenzt ist, um eine negative Selektion gegenüber Selbstpeptiden anders als
CLIP zu induzieren.
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Die
dreidimensionale Struktur von HLA-DR3-CLIP (Ghosh et al., 1995,
Nature 378, 457) läßt vermuten,
daß Klasse
II-CLIP-Komplexe nicht qualitativ unterschiedlich von anderen Klasse
II-Peptidkomplexen sein können.
Daher spiegelt das Versagen von allogenen CD4+-T-Zellen, auf H2-M–/– APCs zu
Antworten nur unwahrscheinlicher weise eine Konformationsänderung
in den Klasse II-Molekülen wider,
die eine T-Zell-Rezeptorbindung beseitigen würde. Das Fehlen von Antwort
ist wahrscheinlicher eine Widerspiegelung der Tatsache, daß die meisten Klasse
II-Moleküle
auf H2-M–/– APCs
CLIP enthalten. Trotz dieser hohen Dichte dieses Komplexes auf den H2-M–/– APCs
ist die Vorläufer-Sequenz
von T-Zellen, die in der Lage sind, einen einzelnen Klasse II-Peptidkomplex
zu erkennen (d. h. allogenes MHC-CLIP) vermutlich niedrig und die
Reaktivität
von diesen Zellen in Tests von Zellteilungsantwort nicht nachweisbar.
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Die
hier präsentierten
Daten zeigen, daß H2-M
klar für
die Erzeugung eines normalen Repertoires von CD4+-T-Zellen
sowie für
die Präsentation eines
normalen Arrays von Peptid-Antigenen
ist.