DE69714567T2 - Verwendung einer kombination von chloramin-t und propionsäure im tierfutter - Google Patents

Verwendung einer kombination von chloramin-t und propionsäure im tierfutter

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Description

    TECHNISCHES GEBIET
  • Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Chloramin-T und Propionsäure in Futtermitteln als antibakteriellen, antiviralen und die Schimmelbildung hemmenden Wirkstoff.
  • ZUGRUNDELIEGENDER STAND DER TECHNIK
  • Bekanntlich müssen Futtermittel spezielle antibakterielle Mittel bzw. allgemein Desinfektionsmittel enthalten.
  • So sind zum Beispiel Carbadox, Olaquindox und Nitrovin einige der für diesen Zweck allgemein üblichen antibakteriellen Mittel.
  • Chloramin-T, d. h. N-chlor-4-methylbenzolsuifonamid-Natriumsalz ist ein Desinfektionsmittel, das zum Auftragen auf Böden, Wände, medizinische Geräte, Haut, Wunden und zum Desinfizieren von Wasser allgemein verwendet wird. Im Bereich der Nahrungsmittel wird es außerdem bei Milch und Milchprodukten wie zum Beispiel Eiscreme, Käse, Eier, bei Hühnerfleisch und Hackfleisch, bei Fisch, etc. als Bakterizid verwendet.
  • Außerdem wird es bei Fischen zur Behandlung der bakteriellen Kiemenerkrankung (DE-A-43 24 884) und bei Kühen zur Desinfektion der Euter vor dem Melken verwendet.
  • Die WO96/16555 beschreibt ein Verfahren zum Desinfizieren von Lebensmitteln, indem die Lebensmittel mit einem elektrisch geladenen Nebel von Desinfektionsmitteln mit einem Redoxpotential in Berührung gebracht werden.
  • Die EP-A-490567 beschreibt die Verwendung von Chloramin-T als Stabilisator in Zusammensetzungen mit 3-Isothiazolon. Die JP-B-47000319 und JP-B- 45033737 beschreiben die Verwendung von Chloramin-T bei der Lebensmittelkonservierung.
  • KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN Fig. 1
  • Zeit vor der anhand der Kalorienproduktion (Selbsterwärmung dTºC) festgestellten Veränderung durch Pilze in einem Futtermittel, das Chloramin-T in folgenden Konzentrationen enthält: 0, 0,1, 0,2% (anfänglicher Wassergehalt 14,5%; Temperatur 21,5ºC).
  • Fig. 2
  • Zeit vor der anhand der CO&sub2;-Produktion festgestellten Veränderung durch Pilze in einem Futtermittel, das Chloramin-T in folgenden Konzentrationen enthält: 0, 0,1, 0,2% (anfänglicher Wassergehalt 14,5%; Temperatur 21,5ºC).
  • OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung betrifft den Gegenstand von Anspruch 1 und 2.
  • Um eine geeignete Wirksamkeit auszuüben, ohne dass es für die Tiere toxisch ist, muß Chloramin-T in dem Futtermittel in einer Konzentration zwischen 0,05 und 1 Gew.-% vorhanden sein.
  • Die Futtermittel gemäß der vorliegenden Erfindung liegen in der normalerweise zum Verfüttern an Tiere vorgesehenen Form vor, d. h. sie sind im wesentlichen fest und trocken und unterscheiden sich somit von frischem Futter.
  • Die vorliegende Zusammensetzung eignet sich besonders zum Verhindern einer Kontamination mit Bakterien, Viren oder Pilzen unter den typischen Lagerungsbedingungen von Futtermitteln, d. h. von Futtermitteln, die in nicht hermetisch verschlossenen Verpackungen, Silos und Säcken in der Nähe stark verschmutzter Bereiche wie Tierhütten und -ställe bei veränderlicher Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit aufbewahrt werden, und sie eignet sich zur langfristigen Lagerung.
  • Die vorliegende Zusammensetzung eignet sich auch dafür, dass in den tierischen Geweben keine Toxizität entsteht und sich kein Chloramin ansammelt; damit kann Chloramin nicht in die Nahrungskette gelangen.
  • Chloramin-T wird dem Futter in Form konzentrierter fester Zusammensetzungen, der sogenannten Vormischung, oder in Form flüssiger oder fester Zusätze, die auch Konservierungsmittel enthalten, oder in Form einer wässrigen Lösung zugesetzt, wo das Lösemittel anschließend verdampft. Die festen oder flüssigen konzentrierten Zusammensetzungen werden hergestellt durch Zugabe von Chloramin-T zu den anderen Bestandteilen nach in der Technik wohlbekannten Verfahren: z. B. durch Einrühren der Bestandteile in ein Lösemittel oder durch Einsprühen der flüssigen Bestandteile in einen rotierenden Kessel, der die festen Bestandteile enthält.
  • Das fertige Futtermittel wird aus der konzentrierten Zusammensetzung hergestellt durch Strecken mit weiterem Futter und durch Verdampfen des Lösemittels, falls vorhanden, nach in der Technik bekannten Verfahren.
  • Die vorliegende Erfindung erstreckt sich auch auf konzentrierte feste Zusammensetzungen oder Vormischungen.
  • Die Vormischungszusammensetzung muß einen solchen Gehalt an Chloramin- T haben, dass man ein fertiges Futtermittel erhält, das die oben genannten Mengen an Chloramin-T enthält.
  • Beispiele für Vormischungszusammensetzungen sind die in den Europäischen Patenten EP 197188 und EP 363733 beschriebenen und nach diesen Patenten hergestellten Zusammensetzungen; ferner enthalten sie die folgenden Bestandteile:
  • a) einen aus Schrotmehl, Vollkorn, Kleie oder Nebenprodukten derselben, Gluten, Zucker, durch Gärung gewonnenem Eiweißpulver tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, Hefen, durch Gärung gewonnenen Abfallstoffen von Industrieprozessen oder aus Stoffen mineralischen Ursprungs wie Vermiculit oder Calciumcarbonat ausgewählten Träger;
  • b) Propionsäure und/oder Salze derselben mit Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen;
  • c) nichtionische Tenside wie zum Beispiel Propylenglycolmonoester mit Fettsäuren, die im Bereich der Nahrungsmittel verwendet werden (Essigsäure, Milchsäure, Zitronensäure, Weinsäure, etc.);
  • d) Antioxidationsmittel wie zum Beispiel Polyvinylpyrrolidon.
  • Die dekontaminierende Wirksamkeit von Chloramin-T und seine wirksame Verwendung in Futtermitteln wird in dem folgenden experimentellen Teil weiter beschrieben.
  • EXPERIMENTELLER TEIL 1. Die folgenden Beispiele gehören nicht zu der vorliegenden Erfindung:
  • Um die fungistatische Wirkung von Chloramin in vitro zu untersuchen, wird Chloramin-T in unterschiedlichen Konzentrationen in Wasser gelöst und einem sterilisierten Nährmedium zugesetzt. Das Nährmedium wird dann infiziert mit den folgenden Pilzstämmen, die aus den am häufigsten vorkommenden, Futtermittel verunreinigenden Stoffen ausgewählt sind und verantwortlich sind für Mykose, Mykotoxikose, Nahrungsmittelunverträglichkeit: Aspergillus flavus, Aspergillus fumigatus, Aspergillus ochraceus, Aspergillus niger, Penicillum cyclopium, Penicillum granulatum, Penicillum roqueforth Fusarium moniliforme, Byssochlamys nivea, Rhizopus nigricans, Aspergillus gr.glaucus, Cladosporium herbarum, Wallemia ichthyophaga Tabelle 1: Ergebnisse nach 8 Tagen
  • -: kein Wachstum
  • +/++++: Grad des Wachstums
  • (1): 58% im Vergleich zur Kontrollgruppe
  • (2): 23% im Vergleich zur Kontrollgruppe
  • (3): 15% im Vergleich zur Kontrollgruppe
  • Tabelle 2: Hemmende Konzentration von 50%, berechnet nach 12 Tagen
  • Stamm / IC&sub5;&sub0;
  • A. flavus 1,11/1000
  • A. fumigatus 1,00/1000
  • A. ochraceus 1,43/1000
  • A. niger 1,00/1000
  • A. glaucus 1,25/1000
  • P. cyclopium 1,25/1000
  • P. granulatum 1,00/1000
  • P. roqueforti 1,25/1000
  • F. moniliforme 1,11/1000
  • B. nivea 1,25/1000
  • R. nigricans 1,43/1000
  • C. herbarum 1,00/1000
  • W. ichthyophaga 1,0011000
  • Wie aus Tabelle 1 und 2 hervorgeht, sind bei der Konzentration von 0,1% fungistatische Wirkungen festzustellen. Mit 0,12% Chloramin-T waren nach 8 Tagen im Vergleich zu den Kontrollgruppen nur drei Stämme mäßig entwickelt. Zwei weitere Arten erschienen nach 12 Tagen. Mit 0,25% Chloramin-T erreicht man eine vollkommene fungistatische Wirkung.
  • Der IC&sub5;&sub0;-Bereich liegt zwischen 1 und 1,43/1000.
  • Ähnliche fungostatische Wirkungen bei denselben Konzentrationen waren bei der Untersuchung an einem natürlichen Substrat (Futtermittel) festzustellen, wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht.
  • 2. Pharmakokinetik von Chloramin-T bei Ratten nach einmaliger intravenöser und oraler Verabreichung
  • Es wurden 160 männliche Wistar-Ratten (Charles River Inc., Margate, Kent, UK) mit einem Gewicht von jeweils 180-200 g verwendet. Die Tiere wurden in Polycarbonatkäfigen mit einer Streu aus Sägemehl untergebracht und in Räumen mit kontrollierter Umgebung (22±2ºC und 50±10% relative Feuchtigkeit) mit einem Hell-Dunkel-Zyklus von 12 Stunden (Licht von 8 bis 20 Uhr) gehalten. Futter (Nagetierfutter a04 von Panlab SL) und Wasser standen nach Belieben zur Verfügung. Diese Ratten wurden in zwei Gruppen von jeweils 80 Tieren unterteilt, denen Chloramin-T jeweils oral oder intravenös verabreicht wurde.
  • Die Ratten der Gruppe 1 bekamen 12 Stunden vor der einmaligen oralen Verabreichung von Chloramin-T (100 mg/kg Körpergewicht) kein Futter, aber Wasser. Die Ratten der Gruppe 2 erhielten eine einmalige intravenöse Injektion von Chloramin-T (30 mg/kg Körpergewicht) in die seitliche Schwanzvene.
  • Dann wurden jeweils Gruppen von 8 Tieren 0,08, 0,17, 0,25, 0,50, 1,00, 2,00, 4,00, 6,00, 8,00 und 12,00 Stunden nach Verabreichung der Dosis durch Ausbluten getötet. Es wurden Blutproben genommen und in heparinisierten Röhrchen gesammelt. Das Plasma wurde nach dem Zentrifugieren abgetrennt und bis zur Analyse tiefgefroren aufbewahrt. 0,08, 0,17, 0,25, 0,50, 1,00, 2,00, 4,00, 6,00, 8,00 und 12,00 Stunden nach der oralen Verabreichung der Dosis wurden rasch die Leber, die Niere, das Gehirn, die Lunge, Fett und Ileum entfernt. Jede Gewebeprobe wurde gewogen und bis zur Analyse tiefgefroren aufbewahrt. Die Konzentration von Chloramin-T in Plasma- und Gewebeproben wurde mittels HPLC ermittelt, wie dies von Beljaars und Rondags (J. Assoc. Off. Anal. Chem. 61 (6), 1978, 1415) beschrieben wird. Diese Konzentrationswerte wurden für alle pharmakokinetischen Untersuchungen verwendet.
  • Ergebnisse und Diskussion
  • Mit den bei diesem Experiment gewählten Dosierungen erhält man eine ähnliche Aufnahme von Chloramin wie bei Tieren, die normale Mengen des bei der vorliegenden Erfindung offenbarten Futtermittels fressen.
  • Die Kinetik von Chloramin-T nach intravenöser Verabreichung von 30 mg/kg bzw. oraler Verabreichung von 100 mg/kg bei Ratten ließ sich am besten beschreiben mit einem offenen Zweikompartmentmodell mit einer schnellen Eliminationsphase (t1/2 Beta = 1,41 bzw. 1,98 Stunden). Diese Werte deuten auf eine gute Eliminierung von Chloramin-T in Körperflüssigkeiten einschließlich intrazellulärem Wasser (Vd(ss) 0,23 L) hin.
  • Die Bioverfügbarkeit von Chloramin-T war nach der oralen Verabreichung relativ niedrig (F = 50,64%).
  • Wenngleich Chloramin-T im Körper weitgehend verteilt war, ergab die zeitliche Analyse der Gewebekonzentrationen eine rasche Halbwertszeit der Eliminierung in allen untersuchten Geweben.
  • Abschließend lässt sich sagen, dass Chloramin-T die Möglichkeit einer wirksamen Behandlung von Futtermitteln bietet, ohne dass es für den tierischen Organismus toxisch ist, und ohne dass es in die Nahrungskette gelangt.

Claims (2)

1. Konzentrierte feste Zusammensetzung oder Vormischung für Futtermittel, die Chloramin T als Wirkstoff enthält, und die ferner folgendes enthält: a) einen aus der Schrotmehl, Vollkorn, Kleie oder Nebenprodukte derselben, Gluten, Zucker, durch Gärung gewonnenes Eiweißpulver tierischen oder pflanzlichen Ursprungs, Hefen, durch Gärung gewonnene Abfallstoffe von Industrieprozessen oder Stoffe mineralischen Ursprungs wie Vermiculit oder Calciumcarbonat umfassenden Gruppe ausgewählten Träger, b) sonstige bekannte Konservierungsmittel, c) nichtionische Tenside, d) Antioxidationsmittel, wobei die sonstigen Konservierungsmittel aus der aus Propionsäure und/oder Salzen derselben sowie Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen bestehenden Gruppe ausgewählt sind.
2. Verwendung einer konzentrierten festen Zusammensetzung oder Vormischung für Futtermittel nach Anspruch 1 als antibakteriellen, antiviralen und die Schimmelbildung hemmenden Wirkstoff für die Herstellung von Futtermitteln für Rinder, Schafe, Schweine, Vögel.
DE69714567T 1996-08-30 1997-08-28 Verwendung einer kombination von chloramin-t und propionsäure im tierfutter Expired - Fee Related DE69714567T2 (de)

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