DE69700899T2 - Verfahren zur herstellung von zwei- oder dreifarbigen multimetallischen medaillen und münzen - Google Patents
Verfahren zur herstellung von zwei- oder dreifarbigen multimetallischen medaillen und münzenInfo
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Description
- Bislang bestand die Technologie zum Herstellen von bi-metallischen (oder zweifarbigen) Münzen, im folgenden als Bi-Metallring-Technologie bezeichnet, in der Verwendung einer inneren (mittleren) Scheibe und eines Außenrings aus unterschiedlichen Werkstoffen mit im allgemeinen unterschiedlichen Farben.
- Die Münzen werden in zwei Stufen gefertigt: Als erstes wird das Mittelteil mit etwas Spiel in das Innere des Außenrings eingebracht, und zweitens werden die beiden Teile miteinander verbunden, während auf die Oberfläche durch Prägestempel Einzelheiten aufgeprägt werden (Fig. 1). In den vergangenen Jahren haben Hersteller von Scheiben-Rohlingen, Hersteller von Pressen ebenso wie Münzprägeanstalten verschiedene technische Lösungen entwickelt, um die mechanische Verbindung zwischen der inneren Scheibe und dem äußeren Ring zu garantieren.
- In jüngerer Zeit wurde eine neue Art von Bi-Metall-Sammlermünze vorgestellt, bei der der zweifarbige Effekt dadurch erreicht wird, daß über eine begrenzte Zone der Oberfläche eines Scheiben-Rohlings eine kleine Folie angebracht wird.
- Die Erfindung, im folgenden als Mehrfachmetallfolien-Technologie bezeichnet, basiert auf einem der Metallring-Technologie vollständig verschiedenen Konzept. Die Mehrfachmetallfolien-Technologie macht Gebrauch von zwei oder drei Scheiben-Rohlingen unterschiedlicher Werkstoffe, die zumindest zwei verschiedene Farben oder Schattierungen aufweisen. Einer (oder zwei) dieser Rohlinge ist äußerst dünn (hier als Folie bezeichnet), während der andere viel dicker ist (er wird hier als Scheibe bezeichnet) und einen größeren Durchmesser aufweist (Fig. 2).
- Die Münzen und Medaillen werden dadurch gefertigt, daß die Folie mit der Scheibe durch mechanische Mittel während des Prägevorgangs zusammengefügt wird. Wenn zwei Folien zu verwenden sind, müssen diese auf einander abgewandten Seiten der Scheibe angebracht werden.
- Die Mehrfachmetallfolien-Technologie basiert auf einer Abfolge von vier unterschiedlichen Arbeitsstufen: Drei Kaltmetall-Formstufen (Vorformen, Randausbildung und Prägung) und eine eingefügte Glühbehandlung.
- Der Metallformablauf beginnt mit der Vorformung. Dieser Vorgang verwendet ein Flachformteil in Verbindung mit einem Spezialformteil, um eine Zwischenscheiben-Geometrie zu erzeugen, bei der in einer der Seiten ein beträchtlicher Höhenabstand vom Tisch (der unteren Bodenseite einer Münze in gleicher Höhe, von der aus die Reliefteile wachsen) zur Oberfläche des Randes hin vorhanden ist (Fig. 3). Mit anderen Worten: Die Vorformungsstufe wandelt den Rohling um in eine nichtsymmetrische Zwischenscheibe mit einer nahezu flachen Oberfläche auf einer der Seiten und einem hohen Rand auf der anderen Seite.
- Die zweite Metallformungsstufe ist die Ausbildung des Randes, bei der die vorgeformte Scheibe entlang ihres Durchmessers gebogen wird, um ein geeignetes Profil für die anschließende Zusammenfügung mit der Folie zu erhalten (Fig. 4). Enge Bemessungstoleranzen sind erforderlich, da die abschließende Durchmesserverringerung nicht mehr als etwa 1% beträgt. Scharfe Stege an der Rand-Tisch-Ecke sind abgerundeten Ecken mit konkarven Krümmungen zu bevorzugen. Die Randausbildung ist für den Gesamterfolg des Prägevorgangs maßgeblich.
- Die Hauptentwurfsparameter für einen Rohling mit einem Anfangsdurchmesser von 33,65 mm werden im folgenden angegeben:
- X = 0,8 mm
- Z = 0,3 mm
- E = 2,0 mm
- Allgemeine Richtlinien für die Gestaltung und Fertigung von zwei- oder dreifarbigen Münzen sind folgende (Fig. 5):
- Z < X
- Z < < E
- 45º < θ < 90º
- Die dritte Metallformungsstufe ist der Prägevorgang, bei dem die beiden Teile dadurch zusammengefügt werden, daß die Folie (1) in dem gebörtelten Rand der Scheibe (2) verrastet wird, während das Einprägen der Oberflächengestaltungsmerkmale erfolgt (Fig. 6). Dieser Vorgang macht es erforderlich, daß die Folie vorab auf der Oberfläche der Scheibe plaziert wird. Das Spiel zwischen Folie und gebördeltem Rand der Scheibe muß gleich Y = 0,3 mm betragen, wenn ein Rohling mit einem Anfangsdurchmesser von 33,65 mm gewählt werden soll. Als allgemeine Regel läßt sich sagen, daß das Spiel zwischen der Folie und dem gebör delten Rand der Scheibe in den Bereich von 1% bis 3% des Rohlings- Anfangsdurchmessers liegen muß.
- Wegen der beträchtlichen Beanspruchung, die sich während der Vorformungs- und Randbildungsstufen und aufgrund des Umstands ansammelt, daß die Ränder nach dem Umbiegen bevorzugte Spannungs-Erhöhungszonen sind, könnte die Notwendigkeit bestehen, die Scheibe zu glühen. Das Glühen erweicht das Material, und deshalb wird die anfängliche Dehnbarkeit des Rohlings vollständig wieder hergestellt, bevor die abschließende Prägestufe durchgeführt wird.
- Die Mehrfachmetallfolien-Technologie läßt sich bei sämtlichen Metallen und Metallegierungen anwenden, die derzeit zur Fertigung von Münzen und Medaillen eingesetzt werden. Die passende Auswahl der zu verwendenden Metalle erfordert die Kombination technischer und ästhetischer Kriterien.
- Die Mehrfachmetallfolien-Technologie ist eine Alternative zu der konventionellen Bimetallring-Technologie, die weltweit eingesetzt wird, ebenso wie zu galvanisierten Oberflächenbehandlungen, die ebenfalls Zweifarben-Effekte bei einer monometallischen Scheibe hervorrufen können.
- Die Mehrfachmetallfolien-Technologie ermöglicht das Prägen von Gold- Silber-Stücken mit größeren Durchmessern und bei niedrigeren Kosten als bei Verwendung von monometallischen Goldrohlingen. Deshalb ist sie eine einzigartige Möglichkeit, um Gold mit großen Durchmessern zu prägen, ohne die Endkosten des Produkts zu steigern. Als Folge davon eröffnet diese Technologie neue Marktchancen für brillante, nicht in Umlauf gebrachte Münzen und Probemünzen ebenso wie Medaillen.
- Schließlich ist hervorzuheben, daß Abwandlungen dieser Technologie durch Verwendung von drei Scheiben, davon zwei sehr dünn und eine dazwischen liegende dicker, ebenfalls möglich sind.
Claims (7)
1. Prägeverfahren zum Herstellen von Münzen und Medaillen
unter Verwendung von zwei oder drei Metallen oder Metallegierungen,
wobei eine oder zwei Metallfolien ohne aufgeprägte Bilder auf ihrer
Oberfläche an den Seiten einer dickeren Scheibe angeordnet und daran
mit Hilfe von Prägestempeln während des Einprägens der Bilder befestigt
werden, wobei folgender Fertigungsablauf erforderlich ist: eine
Vorformung- und Randgestaltungsstufe zum Formen eines gekrümmten
Randes an der Kante der dickeren Scheibe; eine Glühstufe zum
Wiederherstellen der anfänglichen Dehnbarkeit der dickeren Scheibe; und
eine abschließende Prägestufe, bei der die Metallfolien mit einer
Einprägung versehen und an der dickeren Scheibe angeformt werden, indem
die gekrümmte, mit Rand versehene Kante der dickeren Scheibe über den
Oberflächenrand der Metallfolie nach unten gedrückt wird.
2. Prägeverfahren nach Anspruch 1, bei dem man eine Metallfolie
verwendet, die keine Bilder auf ihrer Oberfläche aufweist und eine Dicke
von 0,1 mm < Z < E hat, wobei Z und E jeweils die Dicke der Folie und
der Scheibe darstellen.
3. Prägeverfahren nach Anspruch 1, bei dem man zwei
Metallfolien verwendet die keine Bilder auf ihrer Oberfläche aufweisen und
eine Dicke von 0,1 mm < Z < E haben, wobei Z und E jeweils die Dicke
der Folie und der Scheibe darstellen.
4. Prägeverfahren nach Anspruch 2, bei dem man nur ein Metall
oder eine Metallegierung mit verschiedenen Farben oder Tönungen
verwendet.
5. Prägeverfahren nach Anspruch 3, bei dem man nur ein Metall
oder eine Metallegierung mit verschiedenen Farben oder Tönungen
verwendet.
6. Prägeverfahren nach Anspruch 1, bei dem man
nichtkreisförmige Metallfolien verwendet.
7. Prägeverfahren nach Anspruch 3, bei dem man zwei oder drei
Metalle oder Metallegierungen und eine oder zwei Metallfolien die keine
geprägte Bilder auf ihren Oberflächen aufweisen verwendet.
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