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Sender bzw. Empfänger für den drahtlosen Nachrichtenverkehr Die vorliegende
Erfindung betrifft umschaltbare Sender und Empfänger zur Über-, mittlung oder Aufnahme
von Nachrichten und Befehlen, die so !eingerichtet sind, daß sie gleichzeitig, in
bezug auf die Feinstruktur einer Nachricht, mit zwei verschiedenen Strahlungsdiagrammen
arbeiten können. Der Wechsel der Strahlungsdiagramme muß dabei in einem derartigen
Rhythmus geschehen, daß die Zeichen bzw. Worte als solche erkennbar sind. , Es ist
bekannt, Nachrichten oder Zeichen mit einer ungerichtetien Antenne rund'zustrahlen.
Von einer derartigen Strahlung werden alle in beliebigen Richtungen der Windrose
liegende Empfänger,-erfaßt, soweit sie innerhalb der Reichweite des Senders liegen.
Die Reichweite, d. h. in diesem Falle der Aktionsradius, eines Rundstrahlers ist
bei gegebener Energie relativ klein.
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Es ist :auch bekannt, Nachrichten - oder Zeichen niit Richtantennen
unter entsprechender Konzentration der Strahlung in bestimmte räumliche Winkel auszusenden.
Von einer derartigen Strahlung werden nur die in der betreffenden Strahlenrichtung
liegenden Empfänger erfaßt, soweit sie im Wirkungsbereich des Senders liegen. Die
Reichweite eines Richtstrahlers ist bei gegebener Energie, relativ zum Rundstrahler,
groß.
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Ähnliche Gesichtspunkte gelten für Empfänger mit ungerichteten bzw.
gerichteten Antennenanordnungen.
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. Es besteht nun die Aufgabe, sende- oder empfangsseitig eine oder
mehrere Nachrichten praktisch gleichzeitig mit verschiedenen Strahlungsdiagrammen
auszusenden. bzw. zu empfangen. Diese Aufgabe kann z. B. entstehen, wenn einer Anzahl
nahe beieinanderliegender Empfänger und einem besonders abgelegenen Empfänger dieselben
Nachrichten ohne zeitliche Verzögerung übermittelt werden müssen. Es kann sich also
darum -handeln, bei gleicher Empfängerempfindlichkeit bzw. bei gleichbleibender
Senderleistung in der einen Richtung mit großer Energie zu empfangen bzw. zu senden
und gleichzeitig für näherliegende oderempfindlichere Empfänger mit einer Rundstrahlung
zu arbeiten.
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Es kann aber auch die Aufgabe vorliegen, daß- die gesamte Empfangsanlage
in einer Richtung besonders empfindlich sein muß und von dort über eine Richtantennenanordnung
bei ,gleichzeitiger dauernder Rundempfangseinstellun.g auf einen entsprechenden
Anruf
wartet. So kann z. B. der Fall eintreten; daß eine kleine
Gruppe einer vorgehenden, Truppe von einer rückwärts gelegenen Befehlsstelle und
evtl. von einem Beobachtungsfahrzeug aus gleichzeitig geleitet werden soll.
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Diese Aufgaben lösen die erfindungsgemäßen Sender bzw. Empfänger für
den drahtlosen Nachrichtenverkehr, die vorzugsweise transportable Geräte sein sollen
und dadurch gekennzeichnet sind, daß mit einem einzigen Gerät Nachrichten mit einem
kreisförmigen Rundstrahl- und einem keulenförmigen Richtstrahldiagramm, dessen Reichweite
über die des Rundstrahldiagramms hinausgeht, abwechselnd in so rascher Folge ausgesandt
bzw. empfangen werden, daß die Feinstruktur der Nachricht erhalten bleibt.
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Aus der Navigationstechnik sind zwar bereits Einrichtungen zur Richtungsbestimmung
von elektromagnetischen Wellen bekannt, bei denen ein Vergleich der Intensität der
abwechselnd von einem Rundstrahldiagramm und der von einem Richtstrahldiagramm ausgesandten
Strahlungen in einem Empfänger vorgenommen wird. Die Gleichheit der Empfangsstärke
der von den beiden Sendediagrämmen erhaltenen Energiebeträge gibt dann eine ganz
bestimmte Richtung an. Bei dieser bekannten Einrichtung wird die Reichweite von
Rundstrahl- und Richtstrahldiagramm gleich groß .gewählt, um eine möglichst genaue
Anzeige zu erhalten.
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Bei der erfindungsgemäßen Anordnung handelt es sich jedoch nicht um
die Bestimmung einer gewünschten Richtung, sondern um die Aussendung bzw. den Empfang
von drahtlosen Nachrichten innerhalb von verschiedenen Reichweiten: Die Anwendung
eines kreisförmigen Rundstrahl- und- eines keulenförmigen Richtstrahldiagramms;
dessen Reichweite über die des Rundstrahldiagrämms hinausgeht, bietet für den drahtlosen
Nachrichtenverkehr die bereits genannten Vorteile gegenüber den bekannten Anordnungen
zur drahtlosen Nachrichtenübertragung.
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Für die erfindungsgemäße Anordnung können nun verschiedene; d. h.
gerichtete und ungerichtete Antennen benutzt werden, auf die die. Sender bzw. Empfänger
in kurzen Intervallen umgeschaltet werden. Ebenso 'können auch je nach Bedarf, etwa
mit Rücksicht auf bestimmte Ausbreitungsverhältnisse, verschiedene Wellenlängen
verwandt werden.
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- Die Umschalturig auf die verschiedenen Wellen und; oder Antennenanordnungen
durch elektrische oder mechanische Vorrichtungen muß derart geschehen, däß die Zeichen
oder Worte als solche erkennbar sind, d. h.. daß die Feinstruktur der Nachricht
erhalten bleibt.
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In manchen Fällen wird es zweckmäßig sein; ein und dieselbe Antennenanordnung,
z. B. einen Mehrfachstrahler; mit verschiedenen Frequenzen zu speisen, so daß man
dadurch zwei verschiedene Richtdiagramme erhält. Bei einem solchen Gerät brauchen
dann nur die Sender- bzw. Empfängereinrichtungen hinsichtlich der Wellenlänge umgeschaltet
werden. Weiter kann ein Betrieb auch auf die Weise durchgeführt werden, daß ein-
und dieselbe Welle mit zwei verschiedenen Strahlungsdiagrammen ausgesandt bzw: aufgenommen
wird. Hierbei sind nur für die Antennenanordnungen Umschaltvorrichtungen vorzusehen.
Falls in die verschiedenen Richtungen verschiedene Nachrichten ausgesandt werden
sollen, muß gleichzeitig mit dem Strahlungsdiagramm auch die Modulation umgeschaltet
werden. ' Die Umschaltung der Sender kann z. B. im Morsetakt geschehen, derart,
daß auf der einen Welle positive Zeichen, z. B. rundgestrahlt, und auf der anderen
Welle die Komplementärzeichen als negative Zeichen gerichtet,ausgestrahlt werden.
Durch geeignete Vorrichtungen am Empfänger können letztere Zeichen auch als positive
abgelesen werden. Die Umschaltung kann man auch sehr schnell , und automatisch vornehmen,
so daß z. B. dadurch eine ungedämpfte Welle tonfrequent moduliert wird. Bei Aussendung
und Empfang von Telephonie wird sich. im Interesse einer guten Wiedererkennbarkeit
die Umschaltung in überhörbarer Frequenz empfehlen.
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In der Abb. i ist z. B. ein Sender S dargestellt, der sowohl eine
Rundstrahlung mit einem Senderaktionsradiusr, die von verschicdenen in der Nähe
befindlichen Empfängern X1, X2 und X3 aufgenommen werden kann, als auch gleichzeitig
eine gerichtete Strahlung bis zu einem in der Entfernung R befindlichen Empfänger
Y ausstrahlt.
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In Abb. 2 ist z. B. ein Empfänger E dargestellt, der sowohl im Rundempfang
Nachrichten von den Sendern U1, U2, die innerhalb des Empfangsaktionsradius E liegen,
aufnehmen kann als auch gleichzeitig mit einer Richtantennenanordnung mit entsprechender
Charakteristik einen in der Entfernung R gelegenen Sender V empfangen kann.