DE69463C - Verfahren und Apparat zur Herstellung consistenter, beliebig dicker, trockenfähiger Gelatine- oder Leimtafeln - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Herstellung consistenter, beliebig dicker, trockenfähiger Gelatine- oder LeimtafelnInfo
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Description
■ äSerfaljien ■-utib ■
fteliung ronftftenter, Beliebig bicEei, trocrenfälnger
(gelatine= ober' Setmtafeln. *«·-·-<.^-
(gelatine= ober' Setmtafeln. *«·-·-<.^-
KAISERLICHES
®clfttine - Seim = l^atof ©cSt'übcc itöijff,
PATEN TA MT.\%
oder Leimtafeln.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und die zugehörige Einrichtung zur
Behandlung von Gelatine oder Leim, vom flüssigen Zustande derselben beginnend bis zur
Trockenfä'higkeit der erzeugten dünnen Platten. Um den Unterschied der bisherigen Verfahren
und der dabei angewendeten Apparate von dem vorliegenden Verfahren sammt seiner Einrichtung
besser beurfheilen zu können, erscheint es angebracht, die seitherigen Verfahren, sammt deren
Uebelstä'nden kurz zu beschreiben.
Eines der bekanntesten und allgemein üblichen ist das, die gekochte flüssige Gelatine
b.ezw. den Leim in offene Formen auszugiefsen und daselbst so lange zu belassen, bis sie con^
sistent genug ist, um mittelst des Schneideapparates in Tafeln geschnitten werden zu
können. Diese Tafeln werden dann einzeln auf den Trockenrahmen gelegt und letztere in
den Trockenraum gebracht, von wo die Platten vollständig versandtfähig herauskommen. Die
hierbei auftretenden Schwierigkeiten bestehen nun im wesentlichen darin, dafs die Erstarrung
der Gelatine in den Formen auch bei kühler Witterung nur .äufserst langsam vor sich geht,
bei warmer Witterung dagegen so langsam eintritt, dafs die Gefahr rascher. Fäulnifs, d. h.
vollkommener Verderbnifs stets vorhanden ist. (Es tritt rasche Pilzbildung ein, da Gelatine
bekanntlich ja der beste. Nährboden für Bacillen ist.) Weiter bietet die Verarbeitung
des aus den Formen entnommenen consistenten G.elatineblockes zu dünnen Tafeln die Schwierigkeit, dafs beim .Schneiden stets eine Anzahl
dieser Platten zu Grunde geht, und dafs ferner noch beim Auflegen derselben auf die Trockenrrahmen,
was einzeln und von Hand geschehen mufs, ebenfalls ein grofser Theil zerrissen
wird, welcher Verlust um so bedeutender wird, je wärmer die Temperatur ist, derart,
dafs die Plättchen häufig in der Hand zerfiiefsen und stinkig, d. h. ganz unbrauchbar
werden. Alle Versuche, diesen Uebelstän.den abzuhelfen, sind nur zum geringsten Theil von
Werfh gewesen, derart, dafs die Fabrikation in der heifseren Jahreszeit meist beschränkt
wurde, indem die Verluste häufig ganz enorm grofs wurden.
Ein weiteres bekanntes Verfahren, das jedoch über einen mifsglückten Versuch nicht hinausgekommen zu sein scheint, besteht darin, eine
langsam rotirende, mit Dampf geheizte Walze in ein Gefäfs mit flüssiger Gelatine eintauchen
zu lassen und die an der Peripherie hängen bleibende flüssige Gelatine an der Walze zu
trocknen und vor dem Wiedereintauchen dann von der letzteren abzustreifen. Dieser Gedanke
war ganz gut, allein es blieb keine Gelatine hängen, da Flüssigkeiten im allgemeinen kein
Bestreben haben, den Berg hinauf zu laufen, die Adhäsion aber so gering war, dafs beinahe
nichts hängen blieb, besonders wenn die Walze, um die Trocknung eher zu ermöglichen,
äufserst langsam rotirte. Auch das Trocknen selbst mittelst Dampfes erwies sich als nicht geeignet,
und wird wohl dieser mifslichen Umstände wegen dieses Verfahren in der Praxis nicht angewendet.
Das neue Verfahren besteht im wesentlichen darin, dafs flüssige Gelatine continuirlich auf
einen durch ein endloses Band gebildeten, langsam fortschreitenden, oben horizontal liegenden
Kanal auslaufen gelassen wird, in welchem sich dieselbe von selbst gleichmäfsig vertheilt
und ein fortlaufendes Band bildet, welches nach und nach vom flüssigen Zustand in einen consistenten
übergeführt wird. Dieser Uebergang wird dadurch herbeigeführt, dafs mittels eines
Exhaustors oder durch eine andere geeignete Vorrichtung durch die das endlose Band umgebenden
Luftkanäle abgekühlte Luft in entgegengesetzter Richtung des Bandlaufes durchgesaugt
bezw. durchgeprefst wird, derart, dafs die auf dem fortlaufenden Band befindliche
Gelatine fortwährend von kalter Luft umgeben ist und dadurch rasch abgekühlt und consistent
wird. Im letzteren Zustand wird das Gelatineband mittelst eines an dem endlosen Bande
anliegenden Schabers von letzterem getrennt und auf ein weiteres umlaufendes Tuch übergeleitet,
auf demselben während des fortlaufenden Ganges durch eine geeignete Schneidevorrichtung
in bestimmte Längen zerschnitten und diese dann auf die Trockenrahmen übergeführt
und hernach im Trockenraum getrocknet. Nach der Trocknung werden die nunmehr vollständig
getrockneten Gelatinestreifen in kleinere Theile geschnitten und dann zum Versandt verpackt.
Es bedarf somit die Gelatine von ihrem flüssigen Zustand an bis zur Ueberbringung
der consistenten Streifen in den Trockenraum keiner Handarbeit. Es brauchen die Gelatinestreifen
erst, wenn sie vollständig getrocknet sind und von den Trockenrahmen entfernt und
kleiner geschnitten werden sollen, angerührt zu werden, d. h. jede Gefahr der Verunreinigung
der Gelatine bezw. der Zerstörung der consistenten Tafeln ist vermieden.
Die Dicke der Gelatineplatten kann durch Regulirung der auslaufenden flüssigen Gelatinemenge
auf den endlosen Kanal oder durch Aenderung der Geschwindigkeit des letzteren genau fixirt werden, derart, dafs die dünnsten
Platten ohne jede Schwierigkeit herzustellen sind. Je nach dieser Dicke bezw. nach dem
Grad der Temperatur von der eingesaugten Kühlluft genügt ein Zeitraum von io bis
20 Minuten, um die flüssige Gelatine in einen Zustand überzuführen, der consistent genug
ist, um in dünnen Streifen in den Trockenraum gebracht werden zu können. Es ist hierdurch
auch jede Besorgnifs einer Pilzbildung bezw. des Ueberganges zur Fäulnifs beseitigt.
Ein Apparat zur Ausübung vorgenannten Verfahrens ist in der beiliegenden Zeichnung
dargestellt. Die Fig. ι stellt einen Längenschnitt, Fig. 2 einen Querschnitt und Fig. 3
einen Grundrifs dar, während Fig. 4, wiederum in gröfserem Mafsstabe gezeichnet, einen Querschnitt
durch das endlose, den fortschreitenden Kanal bildende Band und die dasselbe umgebenden
Luftkanäle zeigt.
Die flüssige Gelatine fliefst aus dem Behälter A, Rohr α und Hahn a1 auf den ebenen,
fortlaufenden Kanal B, der am geeignetsten der Glätte und der geringen Adhäsion halber aus
Wachstuch so hergestellt wird, dafs er auf einem endlosen und gleichfalls fortlaufenden
Band C aufliegt, das über zwei Rollen E1 und E"2 läuft und zu seiner Unterstützung auf
den geraden Strecken in geringen Entfernungen von einander cylindrische Führungsrollen c
erhält.
Das Wachstuchband B gleitet mit seinen beiden Rändern auf den schrägen Blechen b b,
wodurch diese etwas aufgetragen werden und einen fortlaufenden Kanal bilden, aus welchem
ein Ausfliefsen der flüssigen Gelatine nur in der Längenrichtung des Kanals B möglich, die
Ausflufsmenge aber so regulirt ist, dafs die Gelatine eine Tiefe von ca. 2 mm erhält. Auf
der unteren Seite wird das endlose. Band C und Kanal B ähnlich einem geschränkten
Riemen zweimal gewendet, derart, dafs die mittlerweile consistent gewordene Gelatine zwischen
beiden Wendepunkten wieder auf der Oberseite liegt und das Tuch C dann durch
Gleitrollen c c wieder unterstützt werden kann. Die beiden den oberen und unteren Theil von
B und C umschliefsenden Kühlungskanäle F1
und F'2 stehen mittelst.der Kanäle f1 und /2
mit dem Exhaustor bezw. einer Kältequelle in Verbindung, derart, dafs durch die Bewegung
des Exhaustors kalte Luft durch die Kanäle f2 F'2 F1 und/1, also in entgegengesetzter Richtung
der Gelatinebewegung angesaugt wird und dadurch die Abkühlung des dünnen, fortlaufenden
Gelatinebandes ungemein schnell bewerkstelligt wird. Die bei der Ausströmung der
heifsen flüssigen Gelatine entstehenden Dämpfe werden ebenfalls direct vom Exhaustor angesaugt
und ins Freie entführt. Mittelst des Schabers e wird der consistente Gelatinestreifen
dann vom Kanal B auf das über die Walzen J laufende endlose Band i übertragen und daselbst
mittelst des umlaufenden Messers G in Stücke zerschnitten. Diese Stücke werden
wiederum auf die Trockenrahmen R befördert, welche mittelst umlaufender Riemen k ebenfalls
weiterbefördert werden. Dabei ist erforderlich,. dafs die Geschwindigkeit von B, i und k genau
dieselbe ist, damit kein gewaltsames Abreifsen des Gelatinebandes eintritt.
Wenn ein doppeltes Wenden des endlosen Kanals B und Bandes C auf dem Rücklauf
nicht gewünscht wird, so kann dies durch entsprechende Verlängerung des Apparates und
Anbringung der Abnahmevorrichtung eJiRk
an der Walze E2 anstatt E1 ebenfalls bewerkstelligt
werden.
Auch können zwei oder mehr der vorbeschriebenen Apparate neben einander gestellt
und von einem gemeinsamen Behälter A mit flüssiger Gelatine gespeist werden.
Selbstverständlich können zum Durchzug von gekühlter Luft durch die den endlosen Kanal B
einschliefsenden Kanäle auch Ventilatoren, Gebläse oder sonst bekannte, geeignete Vorrichtungen
verwendet werden.
Auch die Anordnung zur Abnahme des consistenten Gelatinestreifens vom endlosen
Tuch B kann in vielseitiger Weise stattfinden, ohne dafs hierdurch das Wesen der Erfindung
verändert würde.
Die Vortheile vorliegender Erfindung, d. h. der schnellen Ueberführung der flüssigen Gelatine
bezw. des Leimes in dünne Platten genügender Consistenz, um sofort trockenfähig zu sein, liegen für ^Sachverständige wohl so
auf der Hand, dafs es keiner weiteren Hervorhebung bedarf.
Erwähnt soll hierbei nur noch der Vorzug werden, dafs infolge des Querschnittes des
Kanals B die Gelatinestreifen nach aufsen dünner werden, d. h. die Ränder dünn auslaufen,
und da das Schneiden der Gelatinestreifen in kleinere Tafeln erst nach erfolgter
vollkommener Trocknung erfolgt, so werden ■ auch die geschnittenen Ränder nicht dicker wie
die Tafeln selbst und kommen dadurch die wulstigen Ränder der bisher erzeugten Tafeln
in Wegfall.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung- consistenter, beliebig
dicker, trockenfähiger Gelatine- oder
. Leimtafeln aus Gelatine- bezw. Leimlösung, darin bestehend, dafs man diese auf einen
endlosen, in langsamer Bewegung befindlichen Kanal ausfliefsen läfst, und durch
Zufuhr gekühlter oder gewöhnlicher Luft zu rascherem oder ohne besondere Luft-
■ zufuhr zu langsamerem Erstarren bringt, worauf die entstandenen consistenten Tafeln
von dem sich bewegenden endlosen Kanal abgelöst und ohne Weiteres getrocknet werden können.
2. Zur Ausführung des unter i. geschützten Verfahrens ein Apparat, bei welchem über
zwei Walzen (E1 und E2J in gespanntem
Zustande ein endloses Band (C) und 'auf
diesem ein zweites, am geeignetsten aus Wachstuch gefertigtes Band (B) läuft, von
dem das obere an seinen beiden Rändern durch zwei schräg sitzende Leisten (b) in
der Weise aufgebogen wird, dafs ein flacher Kanal entsteht, in welchen die Gelatinebezw.
Leimlösung einfliefst und in welchem sie dadurch zum Erstarren gebracht wird, dafs gekühlte Luft durch die Luftkanäle
. ζρ pi p\ un(i fi) vermittelst des Exhaustors
(H) in entgegengesetzter Richtung zu den umlaufenden endlosen Bändern (B
und CyI eingesaugt und der Leimlösung entgegengeführt wird, oder aber, indem
quer zur Richtung des Kanals auf der ganzen Länge oder theilweise Luft eingeprefst
oder eingesaugt wird.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE69463C true DE69463C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69463D Expired - Lifetime DE69463C (de) | Verfahren und Apparat zur Herstellung consistenter, beliebig dicker, trockenfähiger Gelatine- oder Leimtafeln |
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