DE69324250T2 - Verfahren und Zusammensetzungen zum Ausdünnenvon Fruchten - Google Patents

Verfahren und Zusammensetzungen zum Ausdünnenvon Fruchten

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Description

    Hintergrund der Erfindung
  • Die Praxis der Fruchtausdünnung ist ein Standardbehandlungsverfahren für die Industrie von Früchten, die abgeworfen werden. Ausdünnung ist die Entfernung oder Verhinderung eines Teils der Fruchternte, bevor sie auf dem Baum reift. Ziel kann die Frucht selbst sein oder die Blüten, welche die Frucht erzeugen, können das Ziel des Ausdünnungsverfahrens sein. Fruchtausdünnung ist erforderlich, da viele Obstbäume dazu neigen, jedes Jahr viel zu viele Blüten zu produzieren. Der Überschuß an Fruchtblüten und Früchten führt oft zu Produkten, welche zu klein sind, um vermarktbar zu sein. Darüber hinaus kann, wenn die Fruchtdichte auf Teilen der Obstbäume zu groß ist, das Gewicht der Früchte zu groß werden, um von dem Baum gestützt zu werden, und der ganze Zweig einschließlich seiner Früchte kann verlorengehen. Ferner ist das Fruchttragen ein erschöpfender Prozeß für den Baum, insbesondere wenn die Ernte schwer ist. Deshalb besteht ein Vorteil der Fruchtausdünnung darin, es dem Baum zu ermöglichen, eine so große Ernte wie möglich ausreifen zu lassen und trotzdem ausreichend Nährstoffe und Kohlehydrate für ein gutes Wachstum von Trieben und kurzen Zweigen, Blattentwicklung und Blütenknospenbildung für die Ernte des nächsten Jahres zu bewahren. Wenn dem Baum die Ausreifung einer übermäßigen Ernte gestattet wird, wird er geschwächt bis zu dem Punkt, an dem er nicht nur ein schlechteres Produkt erzeugt, sondern zunehmend anfällig für Krankheiten und Kälteschäden wird.
  • Ein weiteres Problem betrifft bestimmte Arten von Obstbäumen, welche wesentlich verringerte Fruchterträge in alternierenden Jahren haben. Dieses zweijährige Obst weist übermäßig große Ernten, gefolgt von unzureichenden Ernten in alternierenden Jahren auf. Dieses Muster kann gestört werden und konstante Ernten gewünschter Größe können regelmäßig durch geeignete Ausdünnungstechniken erhalten werden. Äpfel sind ein sehr gutes Beispiel von zweijährigen Früchten, welche günstig auf geeignetes Ausdünnen reagieren.
  • Es gibt drei allgemein angewandte Verfahren zur Ausdünnung von Früchten: mechanisch, chemisch und von Hand. Jedes besitzt seine Vorteile und Nachteile. In der Praxis wird die Fruchtausdünnung allgemein von Hand durchgeführt. Arbeiter müssen zu jedem Baum gehen und ausreichend Früchte entfernen, um für eine ausreichende Fruchtausdünnung zu sorgen. Handarbeit ist vielleicht die verläßlichste Art, sie ist jedoch kostenaufwendig.
  • Unter Kostengesichtspunkten würde die chemische Ausdünnung bevorzugt werden, jedoch sind Umweltprobleme sowie uneinheitliche Ergebnisse Hauptnachteile der vorhandenen chemischen Verfahren. Die uneinheitlichen Ergebnisse schließen zu starke Ausdünnung, zu geringe Ausdünnung und Blattschäden ein. Die chemischen Ausdünnungsverfahren, welche in der Vergangenheit eingesetzt wurden und gegenwärtig eingesetzt werden, funktionieren nach einer Vielfalt von Mechanismen. Einige Chemikalien werden während der Blüte aufgebracht und wirken durch Verätzung des Stempels, um eine Bestäubung zu verhindern. Andere Chemikalien werden während verschiedener Stadien der frühen Fruchtentwicklung aufgebracht, um das Abwerfen der Frucht zu induzieren (Yoskikua and Johnson [1989] Kapitel 10 in: LaRue, J.H., R.S. Johnson, Hrsg., Peaches, Plums, and Nectarines - Growing and Handling for Fresh Market, University of California Coop. Ext. Serv. Publication #3331). Der Erfolg der Strategien zur chemischen Fruchtausdünnung kann von einer Vielzahl von Faktoren abhängen, einschließlich: Varietät und Stamm, Zustand des Baumes, Fruchtansatz, Nähe zu Bestäubern, Wetter, die eingesetzte Chemikalie und das spezielle Anwendungsprotokoll.
  • Unter den frühen Chemikalien, welche zur Fruchtausdünnung verwendet wurden, waren Teeröl-Destillate wie Phenole. Diese Verbindungen wurden typischerweise einen Tag oder zwei vor der vollständigen Blüte auf die Bäume gesprüht. In den 60er Jahren wurden mehrere Mittel zur Ausdünnung nach der Blüte eingeführt, einschließlich Methylcarbamate (Sevin 50% von Rhone-Poulenc). Ein Verfahren zur chemischen Ausdünnung verwendet Wachstumsregulatoren, um die Menge der Früchte zu verringern und das jährlich alternierende oder zweijährige Fruchttragen zu überwinden. Bestimmte alkoxylierte Amine wurden als geeignet zur Ausdünnung der Blüten von Steinobst beschrieben. Siehe beispielsweise EP-463 241. Einige Züchter mögen mehrere verschiedene Chemikalien oder Kombinationen von Chemikalien während der Blüte und des Zeitraumes nach der Blüte anwenden.
  • Mehrere Chemikalien waren oder sind gegenwärtig in der Industrie zum Zwecke der Fruchtausdünnung in Gebrauch. Einige dieser existierenden Produkte sind sowohl für die Umwelt der Umgebung toxisch als auch für die Arbeiter, welche mit der Aufgabe der Aufbringung dieser chemischen Mittel betraut sind. Darüber hinaus sind viele der existierenden Produkte auch für den Obstgarten phytotoxisch. Ein chemisches Ausdünnungsmittel ist DNBP (GebutoxTM 50% von Hoechst).
  • Dieses Mittel verringert wirksam die Anzahl der Blüten auf Steinobstbäumen und führt zu erhöhter Fruchtgröße. Es wurde jedoch festgestellt, daß das Mittel phytotoxisch für die Obstbäume und auch für andere Pflanzen ist. Ferner stellt die Anwendung dieses Mittels ein gewisses Risiko für die Person dar, welche es anwendet. DNOC (ElgetolTM von FMC) war ein Hauptprodukt, das zur Ausdünnung von Äpfeln eingesetzt wurde. Dieses Produkt wurde jedoch aufgrund toxischer Eigenschaften vom Markt genommen.
  • Ein weiteres Mittel, welches zur Fruchtausdünnung eingesetzt wurde, ist Paraquat. Dieses Mittel wurde jedoch als für Menschen toxisch und als Verursacher von Schädigungen der behandelten Erntepflanze sowie anderer Pflanzen in der Umgebung befunden. In vielen Ländern wurde nun sowohl DNBP als auch Paraquat die behördliche Zulassung für die Anwendung bei der Blütenausdünnung von Steinobst aus Gründen von toxikologischen Bedenken und Obstgartensicherheit entzogen.
  • Gegenwärtig sind die einzigen Ausdünnungsmittel, die Züchtern zur Verfügung stehen, NAA (Fruitone®N von Rhone-Poulenc), Ethephon und NAD (Amid-Thin®W von Rhone-Poulenc). Diese Mittel sind Substanzen vom Wachstumsregulatortyp und ergeben uneinheitliche Resultate. Züchter können auch das Insektizid Sevin einsetzen, dieses Material tötet jedoch die zur Bestäubung erforderliche Bienenpopulation. Dementsprechend besteht in der Fruchtindustrie Bedarf für ein Mittel zur chemischen Ausdünnung von Blüten, welches eine relativ geringe Phytotoxizität aufweist, für Menschen, die das Mittel anwenden, harmlos ist, Populationen der Bestäuber nicht schädigt und imstande ist, akzeptable und einheitliche Resultate bei der Blütenausdünnung und der anschließend erforderlichen Fruchtausdünnungswirkung zu ergeben. Diese und andere Aufgaben der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden Zusammenfassung und detaillierten Beschreibung ersichtlich werden.
  • Fettsäuren sind eine Klasse natürlicher Verbindungen, die in der Natur zahlreich vorkommen und interessante und wertvolle biologische Aktivitäten aufweisen. Die in vitro-Aktivität von Fettsäuren gegen viele medizinisch bedeutende Pilze und Bakterien ist wohlbekannt. Ahmed et al., JAOCS 62 : 1578-1580 (1985), berichten über die in vitro-Inhibierung des Radialwachstums mehrerer Pilzgattungen mit für Pflanzen pathogenen Vertretern.
  • In letzter Zeit kam es in der Landwirtschaft zu einer zunehmenden Anwendung von "insektiziden Seifen", welche die Salze bestimmter Fettsäuren sind. Dies führte zu einigen wenigen Beobachtungen einer Auswirkung auf Pilzkrankheiten. Beispielsweise beobachteten Chase et aL, Plant Disease 67:1021- 1023 (1989), daß Anwendungen eines C18:1-Fettsäuresalzes als "insektizide Seife" eine mäßige vorbeugende Kontrolle von zwei Pflanzenkrankheiten des Blattwerks ergab und tatsächlich zwei andere Krankheiten verschlimmerte.
  • In letzter Zeit wurden Salze von Fettsäuren, hauptsächlich Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren, kommerziell als Insektizide eingesetzt. Zusammensetzungen mit ausgezeichneten insektiziden Eigenschaften, welche aus diesen Salzen Nutzen ziehen, sind von Mycogen Corporation unter der Marke M- PEDE im Handel erhältlich. Eine Zusammensetzung mit herbizider Aktivität, welche partiell verseifte Fettsäuren als aktiven Bestandteil verwendet, wird von Mycogen unter der Marke "Sharpshooter" vertrieben. Diese Fettsäurezusammensetzungen sind wirksame, in der Natur vorkommende Pestizide, welche keine bekannten Langzeitwirkungen auf die Umwelt aufweisen.
  • US-A-2626862, US-A-4975110 und US-A-5035741 beschreiben bestimmte Fettsäurezusammensetzungen, die sich als Herbizide eignen. Sie lehren auch, daß die richtige Formulierung eines Fettsäure-Herbizids ein oder mehrere oberflächenaktive(s) Mittel erfordert.
  • Fettsäureester wurden als chemische Unterdrückungsmittel zur Verhinderung des Knospenwachstums bestimmter Pflanzen eingesetzt; siehe Tso et al., J. Agr. Food Chem. 13 (1):78-81 (1965) und Sill et al., J. Amer. Soc. Hort. Sci. 95(3):270- 273 (1970).
  • JP-A-70002598 offenbart ein Verfahren zur Ausdünnung von Früchten unter Einsatz von Linolensäure mit einem oberflächenaktiven Mittel und Wasser.
  • EP-A-0089205 beschreibt die Verwendung einer Fettsäure mit 8-22, vorzugsweise 12-18, Kohlenstoffatomen als Mittel zur Ausdünnung von Früchten bei Apfel-, Birnen- und Pfirsichbäumen während der Blüte.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt ein Verfahren zur Ausdünnung von Früchten die Aufbringung auf die Blüten einer Pflanze einer Verbindung, welche eine Fettsäure ist oder ein Derivat der Formel
  • R&sub1;-CO-O-R&sub2;
  • worin R&sub1; eine gesättigte oder ungesättigte geradkettige C&sub5;-C&sub1;&sub0;-Kohlenwasserstoffgruppe ist und R&sub2; H, eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder unverzweigte Kohlenwasserstoffgruppe ist, die gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxylgruppe(n) substituiert ist, oder eine salzbildende Gruppierung ist.
  • Die angegebene Verbindung führt, wenn sie in den hier im folgenden detaillierter angegebenen Anteilen und Einsatzmengen verwendet wird, zu einer vorteilhaften Ausdünnung von Früchten. Diese Aktivität ist am vorteilhaftesten in einem Bereich von Konzentrationen zwischen niedrigen Dosen, welche ineffektiv sind, und höheren Dosen, welche für den Obstbaum phytotoxisch sind. Dieser kritische Bereich variiert mit der Form der Fettsäure (freie Säure, Salz, Ester oder Formulierungstyp) und der ins Auge gefaßten Frucht, kann jedoch von einem Fachmann auf diesem Gebiet unter Anwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung bestimmt werden.
  • Die erfindungsgemäß eingesetzten Verbindungen können gesättigt oder ungesättigt sein. Beispiele sind C9- (Pelargon)-Fettsäure und deren Salze und Ester. Diese Verbindungen können mit anderen solchen Ausdünnungsmitteln wie z.B. chemischen Agentien kombiniert werden. Die spezifische Kombination von Bestandteilen kann manipuliert werden, um die optimale Zusammensetzung für eine spezielle Anwendung bereitzustellen. Es liegt im Rahmen der Fähigkeit eines Fachmanns auf diesem Gebiet, die hier dargelegten Lehren anzuwenden, um geeignete Zusammensetzungen zur Verwendung bei einer speziellen Anwendung herzustellen.
  • Die in der vorliegenden Erfindung eingesetzten angegebenen Verbindungen kommen gewöhnlich in der Natur vor, besitzen geringe Toxizität für Säuger, sind mit anderen Ausdünnungsstrategien kompatibel und werden leicht zu unschädlichen Komponenten abgebaut.
  • So besteht ein Hauptvorteil der vorliegenden Erfindung darin, daß sie ein sicheres, wirksames chemisches Ausdünnungsmittel bereitstellt, welches die Anzahl lebensfähiger Blüten auf einem Obstbaum während der Blütenperiode verringert, um dadurch einen Baum zu ergeben, der eine geringere Fruchtdichte aufweist. Auf diese Weise kann eine Überladung von Bereichen des Baums vermieden werden und größere Früchte produziert werden, da dieselbe Menge an Nährstoffen einer kleineren Zahl lebensfähiger Früchte zukommen wird. Darüber hinaus können konstante Erntevolumina für normale zweijährige Früchte erzielt werden.
  • Kurze Beschreibung der Zeichnungen
  • Fig. 1 zeigt die mittleren Anzahlen der Früchte pro Hauptast zehn Wochen nach der Behandlung und bei der Ernte.
  • Fig. 2 zeigt die Anzahl der Früchte pro Blütenstand.
  • Fig. 3 zeigt das mittlere Fruchtgewicht.
  • Fig. 4 zeigt den Fruchtertrag bei der Ernte.
  • Fig. 5 zeigt die Erntedichte (Früchte pro cm² Hauptastfläche) bei verschiedenen Konzentrationen von MYX-8714.
  • Fig. 6 zeigt die Ertragseffizienz (Fruchtgewicht pro Einheit der Hauptastfläche).
  • Detaillierte Beschreibung der Erfindung
  • Die vorliegende Erfindung betrifft den Einsatz von Fettsäuren und deren Derivate zur Fruchtausdünnung. Die gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzten Fettsäuren können unsubstituierte oder substituierte, gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren (oder deren Salze oder Ester) von C5 bis C11 sein. Spezielle Beispiele sind Fettsäuren der Länge C9, verkörpert durch, jedoch nicht beschränkt auf, Pelargonsäure und verschiedene Salze und Ester dieser Säure. Die Fettsäurekomponente der vorliegenden Erfindung kann ein(e) einzige(r/s) Fettsäure, -ester oder -salz oder eine Mischung von zwei oder mehreren solcher Verbindungen sein.
  • Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht in der Aufbringung einer Fettsäureverbindung. Eine weitere Ausführungsform betrifft die Aufbringung einer Fettsäure zusammen mit einem weiteren Ausdünnungsmittel. Die Kombination von Mitteln kann aufeinanderfolgend oder als Tankmischung aufgebracht werden. Tankmischungen von Fettsäuren mit anderen Ausdünnungsmitteln können nach Verfahren hergestellt werden, die Fachleuten wohlbekannt sind.
  • Ein Fettsäure-Spray kann hergestellt werden unter Einsatz einer Solvens- Lösung oder -Emulsion der Fettsäure, eines oberflächenaktiven Mittels und ausreichend Wasser, um die Mischung auf die gewünschte Konzentration zu verdünnen. Salze von Fettsäuren sind in Wasser ohne weiteres dispergierbar oder löslich. Salze, welche gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können, sind Fachleuten wohlbekannt. Beispielsweise können Natrium- und Kaliumsalze unschwer hergestellt und erfindungsgemäß eingesetzt werden. Aminsalze können ebenfalls gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden. Bezüglich der chemischen Formel, welche in der kurzen Zusammenfassung der Erfindung dargestellt wurde, können die Aminsalze, welche sich für die vorliegenden Erfindung eignen, erkannt werden am Besitz von R&sub2; = eine salzbildende Gruppierung, die aus der Gruppe bestehend aus aliphatischen Aminen, welche kationische aliphatische Ammoniumverbindungen bilden, ausgewählt ist.
  • Die in der vorliegenden Erfindung eingesetzte Säure kann beispielsweise Caprylsäure, Caprinsäure, Undecylsäure oder Pelargonsäure sein. R&sub2; kann eine Monoglycolestergruppe sein. Alternativ ist R&sub2; vorzugsweise H, K, Na oder eine kationische aliphatische Ammoniumgruppe wie Isopropylammonium.
  • Die oberflächenaktiven Mittel, welche zur Emulgierung der Fettsäure in den wäßrigen Formulierungen eingesetzt werden können, können irgendwelche der nicht phytotoxischen oberflächenaktiven Mittel sein, welche üblicherweise bei der Herstellung von Formulierungen zur Anwendung auf landwirtschaftlichen Erntepflanzen eingesetzt werden. Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kann auch mit einem Sprühöl wie im US-Patent Nr. 4,560,677 beschrieben eingesetzt werden.
  • Ein Element dieser Erfindung betrifft den Bereich für die wirksame Anwendung von Fettsäuren. Bei sehr geringen Konzentrationen gibt es wenig bis keine Ausdünnungsaktivität, in einem Zwischenbereich ist eine erwünschte Aktivität vorhanden, bei höheren Konzentrationen kann jedoch das Blattwerk der Pflanze geschädigt werden und dies kann zu Krankheit, Infektion oder anderen nachteiligen Wirkungen führen. Geeignete Formulierungen und Konzentrationen können von Fachleuten auf diesem Gebiet unter Anwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung unschwer festgestellt werden.
  • Die Methoden und Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung eignen sich zur Ausdünnung von Früchten auf einer Vielfalt verschiedener fruchttragender Pflanzen. Speziell kann die vorliegende Erfindung zur Ausdünnung von Kernobst und Steinobst eingesetzt werden. Diese Kategorien sind Fachleuten wohlbekannt. Beispielsweise sind Äpfel und Birnen typisches Kernobst, wohingegen Pfirsiche und Pflaumen typisches Steinobst sind. Die vorliegende Erfindung könnte mit anderen Vertretern der Kernobst- und Steinobst-Kategorien praktiziert werden. Ein Fachmann auf diesem Gebiet könnte unter Anwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung auch andere Kategorien von Früchten ausdünnen.
  • Wie in den folgenden Beispielen beschrieben, sollte die Aufbringung einer Fettsäurezusammensetzung gemäß der vorliegenden Erfindung stattfinden, während der Obstbaum in Blüte ist. Der Fachmann kann unter Anwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung den optimalen Zeitpunkt und die optimale Konzentration für die Aufbringung bestimmen. Die Aufbringung kann beispielsweise während der Zeitspanne von etwa 10%iger Blüte bis etwa 3 bis 5 Tage nach 100%iger Blüte erfolgen. Eine 100%ige Blüte ist definiert als der Zeitpunkt, wenn alle Blüten sich gerade geöffnet haben. Vorzugsweise wird die Aufbringung nach 60%iger Blüte und am meisten bevorzugt dann, wenn die Blüte etwa 100% erreicht, erfolgen.
  • Beispielsweise kann die Aufbringung der Fettsäurezusammensetzung während des Zeitraumes von etwa 2 Tage vor 100%iger Blüte bis etwa 2 Tage nach 100%iger Blüte erfolgen.
  • Die Zusammensetzungen werden in Konzentrationen aufgebracht, die von etwa 0,05% bis etwa 5,0% aktiver Bestandteil (a.B.), bezogen auf das Volumen, reichen. Zur Vermeidung von Phytotoxizitätsproblemen und übermäßiger Ausdünnung sind Konzentrationen von weniger als etwa 3,0 Vol-% a.B. bevorzugt.
  • Die Ausdünnungszusammensetzung wird vorzugsweise in einer Weise aufgebracht, welche der Weise ähnlich ist, in der kommerziell eingesetzte Insektizide verwendet werden. Konkreter kann konventionelle Ausrüstung wie Rückensprüher, Handsprüher, Nebelgebläse und Ausrüstung zum Sprühen aus der Luft u.a. eingesetzt werden. Die Zusammensetzung kann auf dieselbe Weise wie bei der Aufbringung normaler Pestizide aufgebracht werden.
  • Das Verfahren der vorliegenden Erfindung besitzt die signifikanten Vorteile, daß es Blüten bis zu dem Grad ausdünnt, daß die Ausdünnung von Hand wegfallen oder beträchtlich verringert werden kann. Es kann in einer Weise durchgeführt werden, welche für die Erntepflanzen sicher ist. Die Behandlung hat keine phytotoxische Langzeitwirkung auf die Obstgärten, wenn sie korrekt durchgeführt wird. Die Verbindungen sind umweltverträglich, stellen ein geringes Risiko für das Bedienungspersonal der Aufbringungsausrüstung dar und sind nicht korrosiv für die Ausrüstung.
  • Es folgen Beispiele, welche Verfahren, einschließlich der besten Ausführungsform, zur Ausführung der Erfindung erläutern. Diese Beispiele sind nicht als beschränkend anzusehen. Alle Prozentangaben sind auf das Volumen einer 60%igen a.B.-Formulierung bezogen und alle Lösungsmittelmischungsverhältnisse auf das Volumen bezogen, soweit nicht anders angegeben.
  • BEISPIEL 1
  • Mycogen MYX-8714 wurde als Spray auf 9 Jahre alte "Rogers Mclntosh"/M26- Apfelbäume während der Blüte aufgebracht. Mycogen MYX-8714 ist ein emulgierbares Konzentrat, das 60 Gew.-% Pelargonsäure enthält, präpariert in einem Emulsionssystem von 9 Gew.-% Emulgator "RENNEX-31" (ICI), wobei der Ausgleich Ethylenglykol ist. Drei parallel behandelte Hauptäste pro Behandlung wurden unter Einsatz eines Rückensprühers mit CO&sub2;-Druck (30 psi) bei 20-25%iger Blüte und einen Tag später bei 60-70%iger Blüte besprüht. Es wurde ausreichend Spray aufgebracht, um zu einer Benetzung von Blättern und Blüten zu führen, ohne abzulaufen. Die Behandlungen umfaßten MYX-8714 in Wasser in 0,25, 0,5, 1,0 und 2,0%iger Konzentration (Vol./Vol.) für jeden Zeitpunkt mit einer einzigen Kontrolle (nur Wasser), die bei 20-25%iger Blüte und 60-70%iger Blüte aufgetragen wurde. Den Sprühbehandlungen wurde kein oberflächenaktives Mittel zugegeben. Die Blütenstände pro Hauptast wurden drei Tage vor 20-25%iger Blüte gezählt. Zum selben Zeitpunkt wurde zur Berechnung der Hauptast-Querschnittsfläche der Durchmesser des Hauptasts am Ansatz gemessen. Die Anzahl der Früchte, die nach der Behandlung verblieben, wurde 10 Wochen nach der Behandlung und wieder bei der Ernte 4 Monate nach der Behandlung gezählt. Fruchtgewicht, Durchmesser, Prozent löslicher Feststoffe und Festigkeit wurden nach der Ernte bestimmt. Es wurde ein vollständig randomisierter Aufbau mit statistischer Analyse (ANOVA) und mittlerem Abstand gemäß Duncan's Mehrbereichsverfahren eingesetzt.
  • Die statistischen Analysen bestätigten keine signifikanten Unterschiede im Hauptastdurchmesser, in der Anzahl der Blütenstände oder Anzahl der Blütenstände pro Hauptast-Querschnittsfläche, was auf einen unbeeinflußten randomisierten Aufbau hinweist.
  • Wie in Fig. 1 gezeigt, wurden die mittleren Anzahlen der Früchte pro Hauptast 10 Wochen nach der Behandlung zu Rate und Zeitpunkt der Behandlung in Beziehung gesetzt. Mit Ausnahme einer großen Anzahl verbliebener Früchte auf Hauptästen, welche mit dem 2%igen Spray bei 20%iger Blüte behandelt worden waren, war das Ausmaß der Ausdünnungsantwort weitgehend proportional zur zunehmenden Konzentration an MYX-8714. Hohe Früchtezahlen bei dieser Behandlung werden teilweise erklärt durch ungewöhnlich hohe Blütenstandzahlen (> 290) pro Hauptast bei zwei der drei parallel behandelten Hauptäste. Die größte Fruchtausdünnung geschah bei 60%iger Blüte, was anzeigt, daß die Ausdünnungswirkung weitgehend bei offenen Blüten eintrat.
  • Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist der Fruchtansatz (Anzahl der Früchte pro Blütenstand) für alle Behandlungen einschließlich der Kontrolle niedrig. Das Ausmaß der Blütenausdünnung stand in direkter Beziehung zur Konzentration von MYX-8714 und dem Prozentsatz offener Blüten zum Aufbringungszeitpunkt. Eine übermäßige Ausdünnung erfolgte bei hohen Konzentrationen der Chemikalie, die bei 60%iger Blüte aufgebracht wurden. Die dosisbezogene Ausdünnungsantwort legt nahe, daß der Ausdünnungsgrad kontrollierbar ist und daß das Ausmaß der Ausdünnung bei jeder Konzentration auch durch den Zeitpunkt der Aufbringung modifiziert werden kann.
  • We in Fig. 3 gezeigt, unterschied sich das mittlere Fruchtgewicht nicht von einer Behandlung zur anderen, trotz wesentlicher Reduktionen im Fruchtansatz bei hohen Konzentrationen von MYX-8714.
  • Aus Fig. 4 ist ersichtlich, daß das Gesamtfruchtgewicht pro Hauptast parallel zur Anzahl der Früchte bei der Ernte war, da das mittlere Fruchtgewicht durch die Behandlung nicht beeinflußt wurde. Ertragsminderungen auf Hauptästen, die bei 60%iger Blüte ausgedünnt wurden, legen nahe, daß frühere oder spätere Aufbringungen während der Blüteperiode effektiver sein können, um eine optimale Ausdünnung zu erzielen.
  • Die Anzahl der Früchte pro Quadratzentimeter Hauptastfläche zeigt an, daß die 0,25%ige Konzentration an MYX-8714 das Optimum für die Ausdünnung ist (Fig. 5). Wie in Fig. 6 gezeigt, ist das Fruchtgewicht pro Einheit der Hauptastfläche (ein Maß der Ertragseffizienz) parallel zur Anzahl der Früchte. Ein Trend zu niedrigerer Baumeffizienz bei der geringen Konzentration, die bei 20%iger Blüte aufgebracht wurde, legt nahe, daß die Königs- oder primäre Frucht ausgedünnt worden sein könnte, wobei die kleinere sekundäre Frucht mit geringerem Potential für eine erhöhte Größe übriggelassen wurde. Ein ähnlicher Effekt mag bei höheren Konzentrationen eingetreten sein, wo bei Behandlungen, die bei 20%iger Blüte angewandt wurden, ein Trend zu nur leichter Kompensation hinsichtlich größerem Ertrag bei herabgesetzten Fruchtzahlen festgestellt wurde.
  • Es wurden keine Unterschiede hinsichtlich Fruchtdurchmesser, Prozent löslicher Feststoffe, oder Fruchtfestigkeit aufgrund der Behandlung bei der Ernte gemessen. So bietet die dosisbezogene Antwort auf MYX-8714 für Fruchtproduzenten einen signifikanten Vorteil als Fruchtausdünnungsmittel. Es ist eine präzisere Kontrolle des Ausdünnungsgrades als mit gegenwärtigen Programmen zur Fruchtausdünnung möglich. Anwendungen im frühen Blütestadium besitzen das unerwünschte Potential, den primären Fruchtansatz zu verhindern, während das Verbleiben später Blüten und kleinerer Früchte zugelassen wird. Geringere Konzentrationen der Chemikalie, die später in der Blüteperiode aufgebracht werden, können auch die Blattschädigung verringern und eine erhöhte Photosynthese während der kritischen Fruchtzellteilungsperiode nach der Blüte ermöglichen.

Claims (15)

1. Verfahren zur Ausdünnung von Früchten, welches umfaßt, daß auf die Blüten einer Pflanze eine Verbindung aufgebracht wird, welche eine Fettsäure ist oder ein Derivat der Formel
R&sub1;-CO-O-R&sub2;
worin R&sub1; eine gesättigte oder ungesättigte geradkettige C&sub5;-C&sub1;&sub0;- Kohlenwasserstoffgruppe ist und R&sub2; H, eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder unverzweigte Kohlenwasserstoffgruppe, die gegebenenfalls mit einer oder mehreren Hydroxylgruppe(n) substituiert ist, oder eine salzbildende Gruppierung ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, worin R&sub2; H, K, Na oder eine kationische aliphatische Ammoniumgruppe ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, worin R&sub2; Isopropylammonium ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, worin R&sub2; eine Monoglycolestergruppe ist.
5. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Fettsäure aus Caprylsäure, Caprinsäure, Undecylsäure und Pelargonsäure ausgewählt ist.
6. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, welches die aufeinanderfolgende oder gleichzeitige Aufbringung von zwei oder mehr der genannten Verbindungen umfaßt.
7. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Verbindung als Tankmischung aufgebracht wird.
8. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Verbindung gleichzeitig oder aufeinanderfolgend mit einem weiteren Ausdünnungsmittel aufgebracht wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, worin das weitere Ausdünnungsmittel aus Naphthalinessigsäure, Naphthalinacetamid und Ethephon ausgewählt ist.
10. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Früchte aus Kernobst und Steinobst ausgewählt sind.
11. Verfahren nach Anspruch 10, worin die Früchte Äpfel sind.
12. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Verbindung zu einem Zeitpunkt zwischen 10%iger Blüte und 3 Tage nach 100%iger Blüte aufgebracht wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, worin der Zeitpunkt zwischen 60%iger und 100%iger Blüte liegt.
14. Verfahren nach Anspruch 12, worin der Zeitpunkt zwischen 2 Tage vor und 2 Tage nach 100%iger Blüte liegt.
15. Verfahren nach irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche, worin die Verbindung in einer Konzentration von 0,25% bis 2% Vol./Vol. einer 60%igen Formulierung oder in einer äquivalenten Konzentration aufgebracht wird.
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