DE69014238T2 - Messen des thermischen Neutronenflusses. - Google Patents

Messen des thermischen Neutronenflusses.

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Description

  • Die Erfindung betrifft das Überwachen eines thermischen Neutronenflusses in einem Kernreaktor.
  • Bei der Kernreaktion im Inneren herkömmlicher Siedewasserreaktoren (BWR von boiling water reactor) ist es möglich, den Zustand der Reaktion entweder durch Messen des thermischen Neutronenflusses oder alternativ dazu des Gamma-Strahlenflusses zu überwachen.
  • Das Messen des thermischen Neutronenflusses ist die bevorzugte Messung, da sie direkt proportional zur Leistung ist und ein promptes, d.h. schnelles, Signal von einer Spaltkammer liefert. Das alternative Messen einer Gamma- Strahlung liefert nicht die erforderliche schnelle Antwort, die aus Gründen der Reaktorsicherheit erforderlich ist. Demzufolge wird die Gamma-Strahlung, wie sie von Gamma- Thermometern gemessen wird, nicht benutzt, um den Zustand einer Reaktion in Siedewasser-Kernreaktoren zu messen und unmittelbar zu steuern.
  • Der thermische Neutronenfluß in Siedewasserreaktoren wird von lokalen Leistungsbereichsdetektoren überwacht. Diese lokalen Leistungsbereichsdetektoren enthalten eine Kathode, die mit einem spaltbaren Material überzogen ist. Das spaltbare Material ist gewöhnlich eine Mischung aus U235 und U234. U235 dient dazu, ein zum Neutronenfluß proportionales Signal zu liefern, wohingegen U234 für eine längere Lebensdauer des Detektors sorgt. Die thermischen Neutronen wechselwirken mit dem U235 und bewirken, daß Spaltbruchstücke im Inneren des herkömmlichen lokalen Leistungsbereichsdetektor eine inerte Gasumgebung, typischerweise Argon, ionisieren. Dies führt zu einem elektrischen Ladungsfluß zwischen der Anode und der Kathode, und zwar zu einem resultierenden Gleichstrom. Die Stromstärke des Gleichstroms zeigt auf einer im wesentlichen Echt zeit-Grundlage den thermischen Neutronenfluß in dem Reaktorkern an.
  • Die lokalen Leistungsbereichsdetektoren eines Siedewasserreaktors werden in Ketten in den Kern des Reaktors eingesetzt. Jede Kette verläuft vertikal und besitzt typischerweise vier im Abstand angeordnete örtliche Leistungsbereichsdetektoren. Jeder Detektor ist elektrisch derart verschaltet, daß er den thermischen Neutronenfluß in Echtzeit lesen und den Zustand der Reaktion in dem Reaktor ausgeben kann. Dabei versteht sich, daß ein großer Reaktor etwa 30 bis 50 solcher vertikaler Ketten mit insgesamt etwa 120 bis 200 lokaler Leistungsbereichsdetektoren aufweisen kann. Derartige lokale Leistungsbereichsdetektoren benutzten endliche Mengen von U235 während ihrer Betriebsdauer. Folglich ändert sich die Empfindlichkeit mit der Aussetzung. Sie müssen periodisch kalibriert werden.
  • Die Kalibrierung wird gegenwärtig unter Verwendung von im Kern quer verlaufenden Meßfühlern oder TIPs (von traversing in-core probes) ausgeführt. Diese im Kern quer verlaufenden Meßfühler werden typischerweise aus dem Reaktor herausgezogen, während die im Kern quer verlaufenden Meßfühler den gleichen grundsätzlichen Aufbau wie die örtlichen Leistungsbereichsdetektoren zeigen und somit ihre Empfindlichkeit während ihrer Betriebsdauer aufgrund eines Uran-235-Abbrandes ändern.
  • Im Betrieb werden die im Kern quer verlaufenden Meßfühler auf typische Weise kalibriert. Eine derartige Kalibrierung umfaßt ein getrenntes Einsetzen von etwa fünf solcher Meßfühlern an einer gemeinsamen Stelle eines Siedewasserreaktors. Der Siedewasserreaktor wird im stationären Zustand betrieben und zum Gegenstand einer Energiebilanz gemacht. Das Einsetzen von im Kern quer verlaufenden Meßfühlern geschieht dadurch, daß man die Fühler an einem Ende eines halbstarren Kabels anordnet und in ein Röhrensystem einsetzt. Wenn einmal eine vollständige Kernabtastung während eines stationären Betriebszustands erfolgt ist, wird eine Wärmebilanz zusammen mit dem Lesen der im Kern quer verlaufenden Meßfühler benutzt, um die lokalen Leistungsbereichsdetektoren zu kalibrieren.
  • Danach wandern die neu kalibrierten, im Kern quer verlaufenden Meßfühler durch den Reaktor in ein speziell entworfenes Röhrensystem. Dieses Röhrensystem erstreckt sich durch Sicherheits-Rohrleitungen (Containment- Rohrleitungen) in das Innere des Reaktorbehälters. In diese Rohrleitungen werden halbstarre Kabel angeordnet, die die TIPs an ihren entfernten Enden tragen. Die TIPs werden in das Antriebs-Röhrensystem von einem großen Antriebsmechanismus getrieben und das gesamte System wird von einer elektronischen Antriebssteuereinheit gesteuert. Die Kabel durchlaufen sogenannte "Abscherventile", die das Kabel abscheren und die Rohrleitung abdichten können, um Lecks oder undichte Stellen durch das Röhrensystem zu verhindern, wobei die undichten Stellen im wesentlichen gut vor dem Kabel liegen können und die Meßfühler herausgenommen werden könnten. Die Kabel verlaufen weiter durch Abstellventile, die die im Kern quer verlaufenden Meßfühler in das Innere des Schutzbehälters einführen. Letztlich erreichen die Kabel sogenannte Indexer und anschließend das Innere des Reaktorbehälters. Diese Indexer stellen ein mechanisches System zum Führen eines jeden TIP dar, damit sie neben dem Ort eines zugeordneten Segments der etwas mehr als 170 lokalen Leistungsbereichsdetektoren in einem großen Siedewasser-Kernreaktor entlanglaufen. Üblicherweise enthält jeder Indexer zehn alternative Pfade für einen einzelnen im Kern quer verlaufenden Meßfühler, um einer Kalibrierungsprozedur zu folgen.
  • Es ist überflüssig zu sagen, daß dieses System kompliziert und komplex ist. Die Kalibrierung einer jeden lokalen Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtung ist eine Funktion der Meßfühler-Messung des lokalen thermisch Neutronenflusses als auch eine Funktion der Endposition des einzuführenden halbstarren Kabels. Natürlich muß die Position des Endes des halbstarren Kabels auf den richtigen alternativen Pfad für die notwendige Kalibrierung bezogen werden, um aufzutreten.
  • Darüber hinaus enthält das notwendige Röhrensystem eine Matrix von Rohren unterhalb des Reaktorbehälters. Normalerweise müssen diese Rohre unterhalb des Behälters für einen erforderlichen Dienst entfernt und danach ersetzt werden.
  • Ungeachtet der Anwesenheit sowohl von Absstellventilen als auch von Abscherventilen bleibt das System als ein möglicher Fluchtweg für Wasser bestehen, das radioaktive Partikel aus dem Reaktor enthält. Außerdem kann das zurückgezogene Kabel sowohl mechanische Komplikationen aufweisen als auch radioaktiv sein.
  • Gamma-Thermometer sind bekannt. Diese Thermometer messen die Gamma-Strahlung, die von einer Reaktorreaktion abgestrahlt wird. Leider liefert die abgegebene Gamma- Strahlung, wie sie von Gamma-Thermometern gemessen wird, keine schnelle Antwort auf Leistungsübergänge, wie dies für einen sicheren Betrieb des Reaktors verlangt wird. Demzufolge wurden Gamma-Thermometer bis jetzt zum Überwachen des reaktiven Kernzustands in Siedewasserreaktoren nicht benutzt.
  • Die GB-A-1 417 938 beschreibt die Kombination eines batteriegespeisten Neutronendetektors mit einer Spaltkammer für die Kalibrierung der Spaltkammer.
  • Die US-A-4 313 792 beschreibt die Verwendung eines Gamma- Wanderthermometers für kalibrierende Spaltkammern.
  • Die Erfindung schafft eine Kette mit mehreren Leistungsbereichsdetektoren zum Messen des thermischen Neutronenflusses in einem Siedewasserreaktor, wobei jeder Detektor eine Kathode, spaltbares Material auf der Kathode, eine Anode und eine Drahtverbindung aufweist, die jede Anode und Kathode von einer Position auf der Kette mit einer äußeren Position verbindet, wobei die Kette eine entsprechend Anzahl von Gamma-Thermometern aufweist, die jeweils entlang der Länge der Kette an einer Stelle unmittelbar neben einem lokalen Leistungsbereichsdetektor angeordnet sind, wobei jedes Gamma-Thermometer die Temperatur der Gamma-Thermometer in bezug auf eine Referenzgröße überwacht, um den Gamma-Fluß zu ermitteln.
  • Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind in dem Kern eines Siedewasser-Kernreaktors lokale Leistungsbereichs- Überwachungsketten modifiziert, die typischerweise vier vertikale, im Abstand angeordnete Überwachungsorte aufweisen. Jeder Überwachungsort enthält einen herkömmlichen lokalen Leistungsbereichsdetektor, in dem spaltbares Material, das einer thermischen Neutronenbestrahlung ausgesetzt ist, der Spaltbruchstücke erzeugt, ein Gas ionisiert und einen Strom zwischen der Anode und Kathode erzeugt. In der verbesserten Ausführungsform ist jeder herkömmliche lokale Leistungsbereichsdetektor mit einem oder zwei benachbarten Gamma-Thermometern versehen, die jeweils eine innere, durch die Gamma-Bestrahlung zu erwärmende Masse, ein Thermoelement zum Messen der erwärmten Masse sowie ein in Reihe dazu geschaltetes Referenz-Thermoelement aufweisen. Sowohl der herkömmliche lokale Leistungsbereichsdetektor als auch der oder die Gamma-Thermometer sind entlang der Länge der Kette verteilt, die jeweils mit einem Kabel und einem Verbinder für eine externe Verbindung versehen sind. Wenn die Kette in den Kern eingesetzt und der Reaktor im stationären Zustand betrieben wird, können die Gamma- Thermometer benutzt werden, um die lokalen Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtungen in Verbindung mit einer herkömmlichen Reaktor-Wärmebilanz zu kalibrieren. Mit Hilfe der Bezugnahme des Gamma-Flusses auf die Abgabe der Wärmebilanz erfolgt die Kalibrierung der lokalen Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtungen über die sinnvolle Betriebsdauer.
  • Die lokalen Leistungsbereichsdetektoren zum Messen des thermischen Neutronenflusses sind unmittelbar neben den Gamma-Thermometern angeordnet. Die Gamma-Thermometer sind mit zunehmender Betriebsdauer nicht mehr besonders empfindlich. Während des stationären Betriebszustands des Reaktors können daher die Gamma-Thermometer mit zusätzlichen Wärmebilanzen für die erforderliche Kalibrierung ihrer benachbarten lokalen Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtungen verwendet werden.
  • Zu Kalibrierungszwecken wird der Reaktor in einem stationären Zustand betrieben und eine Wärmebilanz ausgeführt, um die gesamte Reaktorabgabe zu ermitteln. Danach wird von den Gamma-Thermometern der Gamma-Fluß gelesen und der Gamma-Fluß zu der Reaktorleistung ins Verhältnis gesetzt. In entsprechender Weise werden die lokalen Leistungsbereichsdetektoren gelesen. Diese Ablesewerte, welche während der Betriebsdauer schwanken, werden mit den Ergebnissen der Gamma-Thermometer kalibriert. Eine zuverlässige, periodische Kalibrierung der lokalen Leistungsbereichsdetektoren durch ihre benachbarten Gamma-Thermometer kann erfolgen.
  • Die Notwendigkeit eines im Kern quer verlaufenden Meßfühlers nach dem Stand der Technik wird vermieden. Demzufolge kann man das System eines Antriebsmechanismus, von Antriebssteuereinheiten, Rohren, Absstellventilen, Indexern und Kabeln, die für die bekannte periodische Kalibrierung verwendet werden, entfernen. Das Kalibrierungssystem eines lokalen Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtungs wird vereinfacht.
  • Ein leichteres Verständnis der Erfindung erhält man unter Bezugnahme auf die folgende Beschreibung und die Zeichnungen. Es zeigen:
  • Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Siedewasser- Kernreaktors, der eine lokale LeistungsbereichsÜberwachungskette gemäß der Erfindung zeigt, die in einem im Kern befindlichen Führungsrohr zur Überwachung der Kernreaktion in dem Reaktorkern installiert ist,
  • Fig. 2A eine vergrößerte schematische Darstellung einer lokalen Leistungsbereichs-Überwachungskette, die gemäß der Erfindung konstruiert ist, und vier herkömmliche Niederleistungsbereichsdetektoren und Gamma- Thermometergruppen zeigt, wobei die Kette zur Installation in dem Kern eines Reaktors aufgebaut ist,
  • Fig. 2B eine Gruppe von einem lokalen Leistungsbereichsdetektor und zwei Gamma-Thermometern,
  • Fig. 2C eine schematische Darstellung einer Gruppe aus einem lokalen Leistungsbereichsdetektor und einem Gamma- Thermometer,
  • Fig. 3 eine Seitenansicht eines Abschnitts einer lokalen Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtung, und Fig. 4 eine Seitenansicht eines Abschnitts eines Gamma- Thermometers.
  • Unter Bezugnahme auf Fig. 1 ist ein Reaktorbehälter V gezeigt, dessen Kuppel oder Aufsatz entfernt ist, sowie eine lokale Leistungsbereichs-Überwachungskette S, die gerade eingesetzt wird. Typischerweise wird die Kette S in ein Rohr 24 eingesetzt. Das Rohr 24 beginnt an einer Kernplatte 12 und erstreckt sich durch das Bodenteil des Reaktorbehälters V.
  • Der Teil der Kette S in dem Kern erstreckt sich über das Rohr 24. Ein oberer Teil der Kette S erstreckt sich zu der oberen Führung 12 an. Daher steht die Kette S, die am entferntesten zu dem Kern gehalten wird, beim Messen der Bestrahlung mit einem Neutronenfluß im Inneren des Reaktorkerns vertikal aufrecht.
  • Unter Bezugnahme auf Fig. 1 ist ein Abschnitt eines Siedewasser-Reaktorbehälters V dargestellt. Der Behälter V enthält eine Kernummantelung 14, die einen Kern 15 umgibt, der durch Steuerstangen 16 gesteuert wird. In dem hier gezeigten Reaktorabschnitt ziehen Strahlpumpen 13 Wasser über die Oberseite der oberen Führung 12 in das interstitielle Volumen zwischen der Seite des Behälters V und der Kernummantelung 14 durch die Strahlpumpen 13 in einen ausgefüllten Raum P unterhalb des Kerns des Reaktors. Wasser strömt anschließend nach oben durch eine Kernplatte 17 in einzelne Brennstoffbündel des Kerns bei 15. Wasser für die Strahlpumpen wird bei 19 entnommen und bei 18 eingelassen, um die erforderliche erzwungene Zirkulation in dem Reaktor hervorzurufen.
  • Es ist ein einzelnes Instrumenten-Führungsrohr 24 zum Einführen einer lokalen Leistungsbereichs-Überwachungskette dargestellt. Dabei versteht sich, daß man mit dem Einsetzen oberhalb des Kerns beginnt. Die Kette wird an der Oberseite des Kerns zur Unterseite des im Kern befindlichen Führungsrohr eingeführt. Eine Abdichtung erfolgt an der Unterseite des im Kern befindlichen Führungsrohres. Die Kette erstreckt sich von der Oberseite des Kerns 15 neben der oberen Führung 12. Jede Kette weist typischerweise vier überwachende Orte auf. Diese Überwachungsorte sind im gleichen Abstand zwischen der oberen Führung 12 und der Kernplatte 17 angeordnet. Sie sind derart positioniert, daß sie vier aufeinanderfolgende vertikale Intervalle in dem Reaktor abtasten können.
  • Obwohl die Darstellung nach Fig. 1 lediglich ein derartiges Führungsrohr 24 zeigt, versteht sich, daß tatsächlich viele verwendet werden, um einen typischen Kern 15 zu überwachen. Beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, daß 44 (43) derartiger Rohrleitungen oder über 170 diskret verdrahtete lokale Leistungsbereichsdetektoren vorgesehen sind.
  • Der Leser wird verstehen, daß die lokalen Leistungsbereichsdetektoren zu sich ändernden Gruppen zusammengesetzt sind, um die erforderliche Messung zu liefern. Da die Kombination derartiger Gruppen für diese Erfindung nicht wesentlich ist und das Instrumentarium zum Ablesen derartiger lokaler Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtungen allgemein bekannt ist, wird es hierin nicht weiter beschrieben.
  • Nachdem der Reaktorort, an dem das Überwachen erfolgt, beschrieben worden ist, wird nunmehr eine typische Überwachungskette S gemäß der Erfindung beschrieben.
  • Wir betrachten nunmehr die Explosivdarstellung nach Fig. 2A, die eine derartige Kette zeigt. Die Kette enthält ein Federdruckteil 44. Dieses Federdruckteil paßt in die obere Führung 12 (siehe Fig. 1).
  • Um den aktiven Teil der Kette zu umhüllen, ist eine Umhüllung 50 vorgesehen. Die Umhüllung 50 umgibt die Detektoren und die Koaxialkabel, die sich von den Detektoren nach unten durch eine Dichtung an der Unterseite des sich im Kern befindlichen Führungsrohrs erstrecken und mit einem externen Verbinder abgeschlossen sind. Die Kette ist halbstarr ausgebildet. Das Einsetzen in das im Kern befindliche Führungsrohr 24 erfolgt leicht (siehe Fig. 1).
  • An vier diskreten Aufrissen oder Ebenen, nachfolgend mit A, B, C und D bezeichnet, sind Gruppen von herkömmlichen lokalen Leistungsbereichsdetektoren und Gamma-Thermometern in einer Beziehung angeordnet, die man als Seite-an-Seite oder vertikal ansehen kann.
  • Unter Bezugnahme auf die Fig. 2B und 2C wird zuerst ein konventioneller lokaler Leistungsbereichsdetektor M beschrieben. Danach werden wir das Gamma-Thermometer T beschreiben.
  • Unter Bezugnahme auf Fig. 3 enthält der lokale Leistungsbereichsdetektor M eine zylindrische Außenkathode 60 und eine innere konzentrische und zylindrische Anode 62. Die benachbart zu der Anode 62 angeordnete Kathode 60 ist mit einer dünnen Schicht eines spaltbaren Material 64 überzogen. Das Material 64 ist typischerweise eine Kombination aus U234 und U235. Wie allgemein bekannt ist, wird U235 mit der Lebensdauer der Überwachungseinrichtung M verbraucht, wohingegen das U234 zu einem Ersatz von U235 führt und damit die Betriebsdauer des Detektors M verlängert.
  • Typischerweise ist die Anode 62 über Isolationsblöcke 66 an jeder Seite befestigt, um so mit der umgebenden Kathode 60 konzentrisch zu sein. Vorzugsweise ist eine Argon- Atmosphäre 68 vorhanden.
  • Typischerweise führt ein Koaxialkabel von dem Detektor zur Anode und Kathode, wobei der Innenleiter mit der Anode und der Außenleiter mit der Kathode verbunden ist. Der Gleichstrom durch das Kabel sorgt für die Echtzeitmessung des thermischen Neutronenflusses.
  • Während des Betriebs treffen thermische Neutronen auf das U235 in der Schicht 64. Spaltkomponenten breiten sich in dem Argongas 68 aus und bewirken, daß Elektronen zur Anode und Ionen mit entgegengesetzter Polarität zu der Kathode fließen. Ein Gesamtgleichstrom wird durch das Kabel 69 geleitet, der auf herkömmliche Art und Weise abgelesen wird.
  • Da die U235-Komponente der Schicht 64 mit der Betriebsdauer schwankt, ist eine Kalibrierung erforderlich.
  • Unter Bezugnahme auf Fig. 4 ist ein typisches Gamma- Thermometer in einer vereinfachten Form dargestellt.
  • Typischerweise weist das Gamma-Thermometer eine umgebende Kammer 72 mit einer Metallmasse 74 auf, die einseitig eingespannt an einer Seite der Kammer 72 aufgehängt ist. Die Metallmasse 74 erreicht eine Temperatur, die unmittelbar von dem Gamma-Strahlenfluß abhängig ist.
  • Ein Ablese-Thermoelement 78 und ein Bezugs-Thermoelement 80 werden in einer Serienschaltung benutzt. Insbesondere erzeugt die Temperaturdifferenz zwischen dem Bezugs- Thermoelement 80 (das typischerweise auf eine stabile Temperatur im inneren Abschnitt des Kerns bezogen wird) und dem Ablese-Thermoelement 78 eine Spannung auf paarverseilten Leitungen 82, 84, deren Spannungen den augenblicklichen Gammafluß anzeigen, der proportional zu der Reaktorleistung ist.
  • Es sei darauf hingewiesen, daß die Gamma-Thermometer T nicht auf sich schnell ändernde Reaktionen in dem Reaktor ansprechen. Demgemäß ist es nicht möglich, daß Gamma- Thermometer T zum Überwachen von Strömungsübergängen kurzer Dauer oder sich schnell ändernden Fluß-Pegel zu benutzen.
  • Nachdem wir die Konstruktion der Gamma-Thermometer und der lokalen Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtungen beschrieben haben, widmen wir uns jetzt der Beschreibung der Gruppen von Instrumenten, die in verschiedenen Gruppen- Ebenen A, B, C und D benutzt werden. Unter Bezugnahme auf Fig. 2B ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beschrieben. Die bevorzugte Ausführungsform enthält ein Umhüllungsrohr 70 mit einem nach oben gerichteten Wasserfluß. Im Inneren des Rohrs bei 72 sind jeweils einzeln ein Gamma-Thermometer T1 und ein zweites Gamma- Thermometer T2 gezeigt. Diese jeweiligen Gamma-Thermometer T1 und T2 kommunizieren mit dem Kabel 74 bzw. 76. Zwischen den jeweiligen Gamma-Thermometern ist eine lokale Leistungsbereichs-Überwachungseinrichtung M angeordnet.
  • Es sei angemerkt, daß die lokale Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtung um einen kleinen Abstand D getrennt von den beiden Gamma-Thermometern angeordnet ist. Der Abstand ist derart gewählt, daß der Neutronenfluß im wesentlichen gleichförmig ist. Beispielsweise kann ein Abstand von 2,54 cm (1 Zoll) benutzt werden.
  • Unter Bezugnahme auf Fig. 2C ist eine Ausführungsform mit einer einzigen lokalen Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtung M und einem Gamma-Thermometer T dargestellt. Das Einsetzen erfolgt wiederum im Inneren einer Hülle 70, die im Zwischenraum 72 einen Wasserfluß aufweist. Wiederum ist jede Sensoreinheit mit ihrem eigenen Kabel verbunden. In diesem Fall sind dies die Kabel 75 und 76.
  • Wir kehren nunmehr zu Fig. 2A zurück. Die diskreten Teile der lokalen Leistungsbereichs-Überwachungskette können weiter verstanden werden. Einfach ausgedrückt, weist die lokale Leistungsbereichs-Überwachungskette ein Federdruckteil 80 auf (siehe Federelement 44). Eine beträchtliche Länge des gesamten Stabes 82 verläuft in dem aktiven Brennbereich. Eine zweite Länge der Überwachungskette 84 sitzt unterhalb des Kerns und in dem Reaktorbehälter.
  • Letztendlich befindet sich ein Teil der Kette 86 außerhalb des Behälters.
  • Wenn die Einheit durch den Behälter hindurchgeht, ist eine Druckdichtung 88 erforderlich. Diese Druckdichtung verhindert eine Leckage von dem unter Druck stehenden Inneren des Reaktors in den Außenbereich. Eine Meßgerätausrüstung ist mit den Drahtenden 90 von der jeweiligen lokalen Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtung M oder dem jeweiligen Gamma- Thermometer T verbunden. In Abhängigkeit von der Anzahl der Gamma-Thermometer, die für jede Ebene benutzt wird, ist wenigstens eine lokale Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtung M mit paarverseilten Verbindungen und zwei oder vier Verbindungen von dem jeweiligen Gamma- Thermometer T vorgesehen.
  • Die erforderliche Energiebilanz, die die Ausgangsleistung eines im stationären Zustand betriebenen Kernreaktors mißt, ist allgemein bekannt.
  • Wenn dies erst einmal bekannt ist, kann das Messen der Gamma-Thermometer insgesamt mit der Intensität der Reaktion zu jedem gegebenen Punkt korreliert werden. Da ein oder zwei Gamma-Thermometer T und jede lokale Leistungsbereichs- Überwachungseinrichtung M nebeneinander angeordnet sind, ist es danach möglich, jeden lokalen Leistungsbereichsdetektor M zu kalibrieren, indem sein benachbartes Gamma-Thermometer T abgelesen wird.
  • Es sei angemerkt, daß Gamma-Thermometer Elemente enthalten, deren Wirksamkeit mit zunehmender Betriebsdauer abnimmt. Wenn dies der Fall ist, versteht sich, daß mit Bezug auf jede Wärmebilanz die Erwartung besteht, daß das Ausgangssignal der Gamma-Thermometer T im wesentlichen unverändert bleibt. Deshalb gibt es eine zusätzliche Prüfung hinsichtlich der Gesamt-Funktionsfähigkeit der Kalibrierung.

Claims (4)

1. Kette (S) mit mehreren lokalen Leistungsbereichsdetektoren (M) zum Messen des thermischen Neutronenflusses in einem Siedewasserreaktor, wobei jeder Detektor (M) eine Kathode (60), spaltbares Material (64) auf der Kathode, eine Anode (62) und eine Drahtverbindung (69) aufweist, die jede Anode und Kathode von einer Position auf der Kette mit einer äußeren Position verbindet, wobei die Kette (S) eine entsprechende Anzahl von Gamma-Thermometern (T) aufweist, die jeweils entlang der Länge der Kette (S) an einer Stelle unmittelbar neben einem lokalen Leistungsbereichsdetektor (M) angeordnet sind, wobei jedes Gamma-Thermometer (T) die Temperatur der Gamma-Thermometer in Bezug auf eine Referenzgröße (80) überwacht, um den Gamma-Fluß zu ermitteln.
2. Kette nach Anspruch 1, wobei vier lokale Leistungsbereichsdetektoren (M) und vier oder acht Gamma-Thermometer (T) vorgesehen sind.
3. Verwendung der Kette nach Anspruch 1 oder 2, in einem Siedewassereaktor, enthaltend:
einen Reaktorbehälter (V), einen Kern (15) zum Einschließen einer Reaktion innerhalb des Reaktorbehälters, mehrere vertikale, im Kern befindliche Führungsröhren (24), die sich an im Abstand angeordneten Stellen von der Außenseite des Reaktorbehälters in den Kern des Behälters erstrecken, wobei sich die vertikalen, im Kern befindlichen Führungsröhren (24) nach oben zum Boden des Kerns erstrekken, um das Einsetzen und Herausnehmen von Überwachungsketten zu gestatten, die lokale Leistungsbereichsdetektoren (M) zum Messen der thermischen Neutronenflußdichte innerhalb des Kerns aufweisen.
4. Verwendung der Kette nach Anspruch 1 oder 2 in einem Siedewasserreaktor zum Kalibrieren der Detektoren für thermische Neutronenflußdichte, enthalten die Schritte:
Betreiben des Reaktors in einem stationären Zustand und
Verwenden der Signale, die Gamma-Flußdichte darstellen, zum Kalibrieren der Detektüoren.
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