DE677537C - Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelagstoffes aus Zellstoff - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelagstoffes aus ZellstoffInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelagstoffes aus Zellstoff,
bei dem eine Zellstoffbahn durch Auftragen von eindringenden Farben gemustert und nach
dem- Eindringen der Farbe mit einem wasserdichtmachenden Mittel getränkt wird.
Es ist bekannt, für Bodenbeläge Schichten aus Faserstoffen zu verwenden, in denen sich
durchgehend gefärbte Teile befinden und bei denen die zwischen den Fasern befindlichen
Poren mit einem Füllstoff ausgefüllt sind, der die Farbverzierungen durchscheinen läßt. Bei
diesen Bodenbelägen handelt es sich um ein zähes und verschleißfestes Material. Es ist auch
vorgeschlagen worden, zur Herstellung von Linoleumersatz teerfreie Rohpappe zu verwenden
und die farbige Verzierung der Schaufläche schon vor dem Imprägnieren der Rohpappe
mit teerfreien Imprägnierungsmitteln vorzunehmen.
Andererseits ist es bekannt, Zellulosefasern in Form von Pappe einer chemischen Behandlung
zu unterwerfen, bei der ein Quellen und Kräuseln der Fasern eintritt. Die chemische Behandlung
erfolgt zweckmäßigerweise mit Natronlauge bei gewöhnlicher Temperatur.
Es ist schließlich auch bekannt, das Aufbringen der Verzierungen der Pappe in verschiedenen
Stufen vorzunehmen, um eine besondere Farbwirkung zu erzielen. Bei dieser Arbeitsweise werden die den verschiedenen
Farben entsprechenden Muster nacheinander aufgebracht, bis schließlich die gesamte Oberfläche
der Masse mit der Färbung bedeckt ist.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der überraschenden Feststellung, daß das Mustern,
z. B. Bedrucken, von aus Zellstoff bestehenden bahnförmigen Faserschichten mit besonders
günstiger Wirkung möglich ist, wenn diese Faserschichten der an sich bekannten ehemischen
Behandlung, die eine Quellung der Fasern ohne vollkommene Gelatinierung zur Folge hat, unterworfen werden. Beim Mustern
einer so vorbehandelten Faserschicht ist das schädliche Ineinanderlaufen der Farben weitgehend
vermieden, denn die Farben dringen im wesentlichen in das Innere der Schicht ein
und breiten sich gleichförmig und nur in verhältnismäßig geringem Maße seitlich aus.
Es ist auch von Vorteil, vor der Bemusterung ein Grundierungsmittel, das ein trocknendes öl
enthält, auf die Bahn aufzubringen. Ferner hat sich gezeigt, daß das Eindringen der Farbe
gefördert werden kann, wenn das Bedrucken in mehreren aufeinanderfolgenden Stufen vorgenommen
wird. Zu diesem Zweck wird zu-
nächst eine flüssige. Pigmentfarbe von großem
Eindringungsvermögen und dann eine flüssige Pigmentfarbe von gleicher Färbung, aber geringerem
Eindringungsvermögen auf dieselben S Musterstellen der Zellstoffbahn aufgetragen.
Auf der Zeichnung sind gemäß der Erfindung hergestellte Belagstoffe dargestellt, und zwar ist
Fig. ι eine schematische Draufsicht auf einen Bodenbelag, bei der man einen Teil erkennen
ίο kann, der mit Linien verziert ist, die ein einfaches
geometrisches Muster darstellen.
Fig. 2 ist die Ansicht einer Kante des Bodenbelages,
wie in Fig. ι dargestellt, die erkennen läßt, wie die aufgetragene Farbe sich durch
die Zellstoffbahn hindurch erstreckt, ohne sich wesentlich seitlich ausgebreitet zu haben.
Fig. 3 ist eine ähnliche Ansicht wie Fig. 1,
sie zeigt aber eine anders geartete Färbung, die in Quadraten angeordnet ist.
ao Fig. 4 ist eine Kantenansicht des Belages
gemäß Fig. 3 und stellt ein Beispiel dar, bei dem auf der Rückseite des Belages eine Deckschicht
angebracht worden ist.
In den Zeichnungen ist 1 eine Schicht einer
as saugfähigen, chemisch behandelten' Zellstoffmasse
aus wolligen oder gekräuselten Fasern. 2 sind durchgehend gefärbte Faserzonen. Die
Färbung kann in Linien von verschiedener Farbe aufgebracht werden, die in den Fig. iund2
3υ dargestellt ist. Man kann aber auch ganze
Flächenteile verschieden färben, wie in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist, in denen die Teile 2a als
rot und die Teile zb als blau gefärbt gedacht sind. Mit 3 ist ein durchsichtiger Überzug z. B.
aus Zelluloseesterlack bezeichnet.
Um die Haltbarkeit des Belagstoffes zu erhöhen, kann vor der Bemusterung mit Ölfarbe
ein Grundierungsmittel, das ein trocknendes
Öl enthält, auf die Zellstoffbahn aufgebracht werden. Dadurch wird die Bahn verfestigt,
ohne daß jedoch die danach aufgetragene Musterungsfarbe am Eindringen verhindert
würde.
Soll das Eindringen der Musterungsfarbe besonders gefördert werden, so wird sie in aufeinanderfolgenden Stufen in der Weise aufgebracht,
daß zunächst eine flüssige Pigmentfarbe von großem Eindringungsvermögen und
dann eine flüssige Pigmentfarbe von gleicher Färbung, aber kleinerem Eindringungsvermögen
auf dieselben Musterstellen der Zellstoffbahn aufgetragen werden.
Die Farbstoffe erstrecken sich durch die ganze Dicke der Schicht, wie in Fig. 2 erkennbar,
indem sie den einzelnen Fasern folgen, oder aber, wie in Fig. 4 dargestellt, nur bis zu einer auf
der Rückseite der Bahn aufgetragenen Schicht 4, die z. B. aus einem Ölfarbenanstrich besteht,
der sich nur bis zu einer geringen Tiefe in die Schicht hinein erstreckt.
Die Menge der angewendeten Farbe und das Verhältnis von Pigment zum Träger kann so
geregelt werden, daß nur wenig mehr als diejenige Menge angewendet wird, die in die
Schicht einsinkt; auf der Oberfläche bleibt dann nur so viel Farbe zurück, wie nötig ist,
um die Fasern zu bedecken und ihnen ein farbiges Aussehen zu geben, während noch
eine weiche filzige Oberfläche verbleibt. Die filzige Oberfläche kann noch in an sich bekannter
Weise mechanisch aufgelockert werden, nachdem die Schicht farbig verziert und mit Füllmitteln
gesättigt geworden ist. Behandelt man beide Seiten der Zellstoffbahn in dieser Weise,
so erhält man ein Erzeugnis, das auf beiden Seiten eine leichte Haardecke besitzt und sich
weich anfühlt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelagstoffes
aus Zellstoff, bei'dem eine Zellstoffbahn durch Auftragen von eindringenden
Farben gemustert und nach dem Eindringen der Farbe mit einem wasserdichtmachenden
Mittel getränkt wird, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Zellstoffbahn aus auf
chemischem Wege gekräuselten Fasern.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Grundierungsmittel,
das ein trocknendes Öl enthält, auf die Bahn go aufgebrächt und dann die Bemusterung mit
einer Ölfarbe durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst eine flüssige
Pigmentfarbe von großem Eindringungsvermögen in Form von Mustern xind sodann
eine flüssige Pigmentfarbe von gleicher Färbung, aber geringerem Eindringungsvermögen
auf dieselben Musterstellen der Zellstoffbahn aufgetragen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US391981XA | 1931-06-02 | 1931-06-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE677537C true DE677537C (de) | 1939-06-29 |
Family
ID=21904192
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEJ44543D Expired DE677537C (de) | 1931-06-02 | 1932-06-01 | Verfahren zur Herstellung eines Bodenbelagstoffes aus Zellstoff |
Country Status (3)
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- NL NL40078D patent/NL40078C/xx active
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1932
- 1932-05-18 GB GB14171/32A patent/GB391981A/en not_active Expired
- 1932-06-01 DE DEJ44543D patent/DE677537C/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB391981A (en) | 1933-05-11 |
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