DE6612C - Fafspichmaschine - Google Patents
FafspichmaschineInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C12—BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
- C12L—PITCHING OR DEPITCHING MACHINES; CELLAR TOOLS
- C12L3/00—Pitching or depitching machines
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Description
PATENTSCHRIFT
1879.
Klasse β.
LOUIS DILL in CASSEL. Fafspichmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. Januar 1879 ab.
Die Fafspichmaschinen im allgemeinen bestehen in der Hauptsache, aus einem Gebläse
und einem Koksofen. Das Gebläse bläst die Luft durch den glühenden Koksofen, welche
dann, durch geeignete Oeffhungen und vorgelegte
Röhren erhitzt, in die zu pichenden Fässer geleitet wird.
Die Vortheile dieser Fafspichmaschinen, der bisher gebräuchlichen Verpichungsmethode gegenüber,
sind folgende:
1. bedeutende Zeitersparnifs;
2. gröfsere Schonung der Fässer;
3. verminderter Verbrauch an Pech.
Von den bisher zur Verwendung gekommenen Fafspichmaschinen haben sich wohl die von
der früheren Firma Gottlieb Schramm & Dill in Hersfeld gebauten Maschinen in der Praxis
am besten bewährt, weshalb ich mir daher auch erlaube, diese Maschine hier vergleichend zu
erwähnen und an derselben die- weiteren Vortheile meiner neuen Construction nachzuweisen.
Die Fafspichmaschine genannter Firma besteht aus einem innen mit Thon verkleideten
Blechcylinder, der mit einem Deckel verschliefsbar ist und auf einem Gestell steht, das, auf
Rädern ruhend, zugleich das Windgehäuse und den Aschenfall bildet. Der mit dem Gehäuse
verbundene Ventilator wird vermittelst eines am Blechcylinder befestigten Vorgeleges für Handbetrieb
mit Riemen in Bewegung gesetzt. Durch die weifsglühenden Koks im Innern des mit Thon verkleideten Blechcylinders (Ofen) tritt
der von unten eingeprefste Luftstrom mit einer Spitzflamme aus der an der Maschine oben angebrachten
Rohröffnung in die vorgelegten Fässer und erhitzt dieselben in circa 2 bis
15 Minuten, je nach der Fafsgröise, so vollständig, dafs das alte Pech unter starkem Rauch
sich loslöst und zusammenläuft.
Dadurch nun, dafs die Luft von unten und auch theilweise seitlich, aber durch einen Rost
eingeblasen wird und oben abgeht, entsteht:
i. Der Nachtheil, dafs der Weg der heifsen Luft ein zu langer, daher die Reibung in der
Koksschicht eine zu grofse wird, was den Gang der Maschine erschwert.
.2. Dafs die sich entwickelnden Gase, die sich naturgemäfs oben ansammeln, unverbrannt
durch den Luftstrom leicht mitgerissen werden, wodurch Explosionen der Fässer hervorgerufen
werden können.
3. Dafs sehr leicht Koksstückchen mitgerissen werden, was ebenfalls zu Mifsständen führt.
4. Dafs das Nachfüllen des Ofens während des Betriebes überhaupt nicht zu bewerkstelligen
ist.
Ferner ist bei diesen Maschinen der Riemenbetrieb von grofsem Nachtheil, indem sich die
Riemen durch die Hitze des Ofens sehr schnell dehnen und leicht verbrennen, was fortwährende
Betriebsstörungen im Gefolge hat.
Diese hier angeführten Hauptübelstände, welche der allgemeinen Einführung der Fafspichmaschine
sehr entgegenstehen, zu beseitigen, bezweckt meine neue Construction, welche durch die beiliegende
Zeichnung und die nachfolgende Beschreibung des näheren erläutert werden soll..
Diese neue Construction besteht zwar auch in der Hauptsache aus einem Windgebläse und
einem Koksofen, unterscheidet sich aber wesentlich von den bisher gebräuchlichen Fafspichmaschinen
dadurch, dafs hier das Princip des Cupolofens in Anwendung gebracht ist, während
bei den anderen Maschinen ausschliefslich eine Rostfeuerung zur Verwendung kommt.
An dem von innen mit Thon verkleideten Blechcylinder A, welcher mit einem kegelförmigen
Deckel B, in dem sich die Einfüllöffnung C befindet, verschlossen und unten mit
einem abnehmbaren Boden D versehen ist, sitzt ein Ventilator B, der mittelst Zahnräderübersetzung
und Frictionsbetrieb durch Hand in Bewegung gesetzt wird.
Der kegelförmige Deckel ist dem Böschungswinkel der zerkleinerten Koks angepafst, damit
die Koksschicht nicht zu hoch wird und der Blechcylinder möglichst niedrig genommen werden
kann. Der Blechcylinder sitzt in einem gufseisernen fahrbaren Gestell F, welches mit
drei Axen zu zwei Rädern versehen ist. Dem Ventilator gegenüber befindet sich die Ausblaseöffnung
mit einem Gitter aus Gasröhren armirt. Vor dieser Ausblaseöffnung ist an dem Blechmantel
ein Fangapparat G angeschraubt, der hauptsächlich den Zweck hat, die durch den
Luftstrom mitgerissenen Koks- und Aschentheilchen aufzuhalten, die dann- von Zeit zu Zeit
durch den unten angebrachten Schieber H entfernt werden können.
Die durch den Ventilator eingetriebene Luft erwärmt sich an den weifsglühenden. Koks und
gelangt durch den Fangapparat, der aufserdem noch die nöthige Pressung derselben bewirkt,
in das vorgelegte Fafs, wodurch das alte Pech schmilzt und zusammenläuft.
Die nun mit den Fässern vorzunehmenden Manipulationen sind dieselben wie bei der gewöhnlichen
Verpichungsmethode.
Dadurch nun, dafs die Ausblaseöffnung hier nicht oben, sondern unten, der Einblaseöffnung
gegenüber, angebracht ist, wird der Weg der heifsen Luft kürzer, dementsprechend also auch
die Reibung durch die Koksschicht geringer, was den Gang der Maschine erleichtert, also
den Nachtheil unter i. so viel wie möglich beseitigt.
Es werden dadurch auch die unter 2. erwähnten Gase, da der Luftstrom, welcher in
horizontaler Richtung durch die Koks geht, eine saugende Wirkung auf diese Gase ausübt,
gezwungen, durch die glühenden Koks zu streichen, was die Verbrennung derselben bedingt
und somit dem Hauptübelstande einer Explosion der Fässer aus dem unter 2. angeführten
Grunde vorbeugt.
Durch das in der Ausblaseöffnung angebrachte Gitter werden Kokstheilchen, die durch den
Luftstrom mitgerissen werden, schon gröfstentheils zurückgehalten, während der Fangapparat
seinem Zweck, die noch durch das Gitter gelangten Koks- und Aschentheilchen vollständig
zurückzuhalten, gewifs entspricht.
Das Nachfüllen des Ofens kann sehr leicht und ohne den Betrieb zu stören durch die in
dem Deckel befindliche verschliefsbare Oeffnung C geschehen, und wird das Brennmaterial
im Verhältnifs zur Abnahme wie bei dem Cupolofenbetrieb nachsinken.
Der Riemenbetrieb ■ ist durch die Räderübersetzung und den Frictionsbetrieb vollständig ersetzt,
so dafs also eine Betriebsstörung durch Dehnen und Verbrennen der Riemen nicht mehr
vorkommen kann. Es werden somit die oben angeführten Uebelstände der bisher gebräuchlichen
Fafspichmaschinen durch diese neue Construction vollständig beseitigt.
Claims (3)
- Patent-Ansp rüche:
An einer Fafspichmaschine;
ι. Die Construction des Koksofens ohne Rost, unter Anwendung des Princips des Cupolofenbetriebes und Anbringung der Ausblaseöffnung der Einblaseöffnung gegenüber, wodurch ein leichterer Gang der Maschine erzielt wird und die bei den früheren Maschinen vorgekommenen Explosionen vermieden werden. - 2. Construction und Anbringung eines Fangapparates, wodurch die Ueberführung von kleinen Kokstheilchen und Asche verhindert und die nöthige Pressung der Luft hervorgebracht wird.
- 3. Anordnung des Betriebes der Maschine vermittelst Zahnräder und Frictionsbetrieb, was die Vereinigung des eigentlichen Betriebsmechanismus mit dem Koksofen ermöglicht und die Betriebsstörung durch Riemen beseitigt.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6612C true DE6612C (de) |
Family
ID=284714
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT6612D Active DE6612C (de) | Fafspichmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6612C (de) |
-
0
- DE DENDAT6612D patent/DE6612C/de active Active
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