DE636833C - Einphaseninduktionsmotor mit magnetischem Nebenschluss an den Statorpolen - Google Patents
Einphaseninduktionsmotor mit magnetischem Nebenschluss an den StatorpolenInfo
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K17/00—Asynchronous induction motors; Asynchronous induction generators
- H02K17/02—Asynchronous induction motors
- H02K17/04—Asynchronous induction motors for single phase current
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Einphaseninduktionsmotor mit Käfig- oder Wicklungsanker.
Soll ein mit Einphasenstrom gespeister Induktionsmotor ein Drehfeld erzeugen, so muß
die zeitliche Verschiebung von zwei oder mehreren Feldern künstlich erzeugt werden.
Durch Hilfswicklungen in Verbindung mit Kondensatoren und Drosselspulen sowie Ohmschen
Widerständen hat man bei den bisher bekannten Motoren zeitliche Verschiebungen
der einzelnen Felder hilfsweise erreicht. Diese Hilfsphasen bilden mit den Hauptphasen ein
allerdings nur unvollkommenes Drehfeld, durch das ein unbelasteter Rotor in Umdrehungen
versetzt werden kann. Sobald der Rotor solcher Motoren die Nenndrehzahl erreicht
hat, werden meist die Hilfsphasen abgeschaltet, das Drehfeld bleibt dann aber infolge
der Ankerrückwirkung trotzdem bestehen, so daß der Motor bis annähernd zur Vollastgrenze belastet werden kann.
Bei Überlastung fällt jedoch ein derartig gebauter Motor außer Tritt, d. h. die Drehzahl
des Rotors geht bis auf Null zurück, der Rotor bleibt stehen, und die Hauptphasenwicklung
brennt unter Umständen durch, wenn nicht die Stromzuführung unterbrochen wird.
Die Hilfsphasen sind meistens nicht imstände, einen belasteten Motor zum Anlauf zu
bringen, auch sind sie für Dauerbetrieb ungeeignet und müssen nach Erreichen der normalen
Drehzahl jeweils abgeschaltet werden.
Die Hauptnachteile bestehen also bei den bisher bekannten Einphaseninduktionsmotoren
in ihrem geringen Anlaufmoment, in der geringen Überlastbarkeit und der besonders
auch bei kleinsten Motoren erforderlichen Anlaufvorrichtung, die nach Erreichen der vollen
Drehzahl abgeschaltet werden muß. Um diese Nachteile zu vermeiden, konnte man bisher
bei Einphasenstrom in der Regel nur Kollektormotoren verwenden, die infolge der bekannten
Empfindlichkeit des Kollektors und der Bürsten dauernder Überwachung und Instandhaltung
bedurften.
Gegenstand der Erfindung ist ein Einphaseninduktionsmotor mit genau denselben
Eigenschaften wie sie der Zwei- und Dreiphaseninduktionsmotor besitzt, ohne jedoch
mit den Nachteilen der bis heute bekannten Einphasenmotoren, wie Kollektor mit Bürsten,
leicht verbrennbare Hilfswicklungen und der zu Störungen Anlaß gebenden empfindlichen
Kondensatoren behaftet zu sein.
Für Großmotoren, hauptsächlich für den elektrischen Bahnbetrieb bei nur einer Oberleitung
mußte bisher entweder Gleichstrom verwendet werden, oder wenn Einphasenstrom infolge seiner leichten Wandlungsfähigkeit
durch Transformatoren zur Überwindung der großen Entfernungen des Bahnbetriebes doch herangezogen werden mußte,,
so waren die Antriebsmotoren der Trieb-
wagen und Lokomotiven immer noch Kollektormotoren bis zu den größten Dimensionen
mit den bekannten Verlusten und Nachteilen. Weiter sei noch erwähnt, daß die Motoren
nach der Erfindung, weil ohne Kollektor .iiiiid
Bürsten, im Betrieb ohne Funkenbildung"-ar-, beiten, so daß durch diese Motoren keinerlei
Störungen in Rundfunkanlagen hervorgerufen werden können. Ein Vorteil der bei den viel
ίο benötigten Kleinmotoren besonders nennenswert
sein dürfte.
Ferner sei noch erwähnt, daß die Feldspulen des Motors nach der Erfindung nur
reine, in Formen gewickelte Spulen sind, die nicht gebogen zu werden brauchen, wie bei
den meisten anderen Wechsel- und Drehstrommotoren, so daß die Isolation der Spulen
nach dem Wickeln nicht mehr mechanisch beansprucht wird. Durch das Ausfallen auch
ao dieser Fehlerquellen wird die größtmöglichste Betriebssicherheit des ganzen Motors erreicht.
Die Erfindung besteht darin, daß Magnetpole des oder der Statorfelder mit vom Pol
zum Joch führenden magnetischen Neben-Schlüssen ausgerüstet sind, und zwar polweise
abwechselnd, mit und ohne magnetische Nebenschlüsse. Infolge dieser magnetischen
Nebenschlüsse erhalten die Spulen, die an diesen Statorpolen liegen, eine hohe Reaktanz
gegenüber den anderen Spulen an den Statorpolen ohne magnetische Nebenschlüsse, und es
ergibt sich bei entsprechender Bemessung der Spulen und der Nebenschlußfelder in Verbindung
mit der Rotorrückwirkung eine zeitliche Verschiebung der Felder des Stators gegeneinander.
Diese beiden zeitlich verschobenen Statorfelder setzen sich zu einem Drehfeld zusammen,
welches dem Rotor ein Drehmoment und die der Frequenz entsprechende asynchrone Drehzahl erteilt.
Ein solcher Motor zeigt odaher ein großes Anlaufmoment, große Überlastbarkeit und
ermöglicht ferner, wie jeder Mehrphasenmotor, Vor- und Rücklauf des Rotors auch 4-5 unter Belastung durch Umpolen eines Satzes
der Statorfelder sowie außerdem weitgehende Regulierung der Drehzahl des Rotors durch
Anlaß- und Regelwiderstände im Stator- bzw. bei Wicklungsankern im Rotorstromkreis.
Durch geeignete Abgleichung der magnetischen Nebenschlüsse sowie entsprechende Bemessung der Feldspulen kann ein gleichmäßig
starkes Drehfeld erzielt werden, das die gleichen Eigenschaften hat wie das Drehfeld
eines normalen Mehrphasenmotors.
Eine weitere Ausführungsform der Erfindung ergibt sich, indem auf die mif den
magnetischen Nebenschlüssen versehenen Polenden, außerhalb der magnetischen Neben-Schlüsse,
Kurzschlußringe oder Spulen aufgesetzt werden. Die Felder dieser Kurzschlußringe
oder Spulen wirken noch weiter induktiv verschiebend auf die erzeugenden Hauptfelder
zurück und ermöglichen dadurch eine Regulierung der zeitlichen Verschiebung zwisehen
den einzelnen Statorfeldern ohne Änderung der Reaktanz der Feldspulen.
■' Die Zeichnung stellt die Erfindung in Ausführungsbeispielen
schematisch dar.
Die Abb. 1 ist ein Motor, bestehend aus dem lameliierten Statoreisen 1, bei dem bei I0
und I6 die Feldpole ohne magnetischen Nebenschluß ausgerüstet sind und die Feldspulen 2
und 3 tragen. Die Feldpole 4 und 5 sind besonders am Statoreisen 1 befestigt und tragen
die Stege 4C, 4d, $e und 5/. Diese Stege vermitteln
die magnetischen Nebenschlüsse, und diese rufen in den Feldspulen 6 und 7 erfindungsgemäß
die hohe Reaktanz, dadurch die Phasenverschiebung und durch die zeitlich verschobenen Felder das Drehfeld hervor. Die
Feldspulen 2 und 3 sind zu den Feldspulen 6 und 7 parallel in bekannter Weise an ein Einphasennetz
8 und 9 angeschlossen. In dem Drehfeld der Feldpole ia, ib, 4 und 5 ist der
Rotor 10 als Käfiganker in üblicher Weise gelagert angeordnet. Statt des Käfigankers
kann auch ein Phasenkurzschluß- oder ein Phasenschleifringanker vorgesehen sein.
In Abb. 2 sind Stator und Rotor ebenso wie bei Abb. 1 ausgebildet. Die Feldspulen sind
in gleicher Weise an ein Einphasennetz wie in Abb. ι angeschlossen. Auf den Polenden der
Feldpole 4 und 5, bei 4g und 5ft sind, außerhalb
der magnetischen Nebenschlüsse 4C, 4^
Se und Sf, die Kurzschlußringe 11 und 12 aufgesetzt.
Statt der Kurzschlußringe können auch Spulen, die auf regelbare Widerstände wirken, angeordnet sein. Die Kurzschlußringe
oder Spulen gestatten bei dieser Anordnung und entsprechender Bemessung eine Regulierung
der Feldverschiebung im induktiven Sinn, ohne Änderung der Reaktanz der Feldspulen.
Durch die Kurzschlußringe oder Spulen kann eine zusätzliche Feldverschiebung zur Erzielung einer gesamten Feldverschiebung
von 90 ° bewirkt werden. Mit den Spulen erreicht man in Verbindung mit regelbaren
Widerständen eine Drehzahlregelung des Rotors.
Abb. 3 zeigt einen Abschnitt eines Motors größerer Leistung gemäß der Erfindung mit
zwölf Feldpolen. Das lamellierte Statoreisen 13 ist bei dieser Anordnung mit den die
magnetischen Nebenschlüsse vermittelnden Stegen bei 13,-, 13^, 13; usw. ausgerüstet. Die
Feldpole 14, zwölf an der Zahl, sind besonders
am Statoreisen befestigt und tragen die Feldspulen 15 und 16, im Schnitt gezeichnet.
In dem Drehfeld der Feldpole 14 ist der Rotor 17, als Wicklungsanker angedeutet, in
üblicher Weise gelagert angeordnet. Wie aus
der Abbildung zu ersehen ist, folgt einem Feldpol ohne magnetische Nebenschlüsse auch
wieder ein Feldpol mit magnetischen Nebenschlüssen und bedingt dementsprechende Reaktanz
der Feldspulen bzw. Phasenverschiebungen der Felder und hierdurch das Drehfeld. Die Feldspulen sind bei dieser Maschine
so geschaltet, daß die Spulen auf den Polen ohne magnetische Nebenschlüsse einen Stromkreis
bilden; die Spulen auf den Polen mit magnetischen Nebenschlüssen einen zweiten. Diese beiden Stromkreise werden dann, wie
in Abb. i, von einem Einphasennetz parallel gespeist.
In Abb. 4 ist eine Schaltung des Motors zur Regelung der Drehzahl angegeben. An
das Netz 8 und 9 sind die Spulen 19 angeschlossen, die die Feldpole ohne magnetische
Nebenschlüsse tragen. Parallel an das gleiche Netz sind die Spulen 20, die auf den Feldpolen
mit magnetischen Nebenschlüssen angeordnet sind, in Serie mit einem Regelwiderstand
21 angeschlossen. Durch geeignete Bemessung des Regelwiderstandes 21 kann die
Drehzahl des Rotors 18 in weiten Grenzen geändert werden.
Die Abb. 5 zeigt eine weitere Schaltung des Motors zur Regelung der Drehzahl. An das
Einphasennetz 8 und 9 sind die Spulen 19 und 20 parallel angeschlossen. Erstere sitzen
auf den Feldpolen ohne, letztere auf den Feldpolen mit den magnetischen Nebenschlüssen.
Die Feldpole tragen an den Polenden aber außerdem noch die Spulen 22 (Anordnung
wie in Abb. 2, Teil 11 und 12). Diese Spulen 22, die in Reihenschaltung mit dem Regelwiderstand
23 eine Drehzahländerung des Rotors 18 gestatten, liegen nicht an dem Netz,
sondern erhalten durch Induktion über die Feldspulen 20 ihre elektrische Energie und
können so bemessen sein, daß die Leistung, welche in dem Regel wider stand 23 vernichtet
werden muß, weit geringer ist, als wenn der Regelwiderstand wie in Abb. 4 angeordnet
wird. Die Regulierung der Drehzahl des Motors kann mit dieser Schaltung wirtschaftlicher
gestaltet werden als in der Anordnung Abb. 4. Diese Schaltung wird mit Vorteil auch dort anzuwenden sein, wo der Motor
direkt mit Hochspannung gespeist wird. Die Drehzahlregelorgane des Motors erhalten
dann. die Energie durch Induktion mit der entsprechend gewählten ungefährlichen Niederspannung
zugeführt.
Claims (5)
1. Einphaseninduktionsmotor mit Käfiganker, Phasenkurzschluß- oder Schleifringanker,
mit magnetischem Nebenschluß an den Statorpolen, dadurch gekennzeichnet, daß aufeinanderfolgende Statorpole abwechselnd
mit und ohne vom Pol zum Joch führendem magnetischem Nebenschluß ausgerüstet sind.
2. Einphaseninduktionsmotor nach An-Spruch ι mit Kurzschlußringen auf einzelnen
Polenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurzschlußringe auf die Polenden
, der mit magnetischen Nebenschlüssen versehenen Statorpole außerhalb der Neben-Schlüsse
aufgesetzt sind.
3. Einphaseninduktionsmotor nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Vorschalten von regelbaren Widerständen vor die Feldspulen, die auf den mit den magnetischen Nebenschlüssen
versehenen Polen angebracht sind, die Drehzahl des Motors regelbar ist.
4. Einphaseninduktionsmotor nach Anspruch ι mit Regulierspulen auf einzelnen
Polenden,, dadurch gekennzeichnet, daß statt der Kurzschlußringe auf die Polenden
der mit magnetischen Nebenschlüssen versehenen Statorpole außerhalb der Nebenschlüsse
Spulen aufgesetzt sind, und daß durch Reihenschaltung regelbarer Widerstände
mit diesen Spulen die Drehzahl des Motors regelbar ist.
5. Einphaseninduktionsmotor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß einzelne Polkerne, und zwar vorzugsweise die mit magnetischem Nebenschluß ausgestatteten Polkerne, lösbar
am Stator befestigt sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK132956D DE636833C (de) | 1934-01-26 | 1934-01-26 | Einphaseninduktionsmotor mit magnetischem Nebenschluss an den Statorpolen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK132956D DE636833C (de) | 1934-01-26 | 1934-01-26 | Einphaseninduktionsmotor mit magnetischem Nebenschluss an den Statorpolen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE636833C true DE636833C (de) | 1936-10-17 |
Family
ID=7247753
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK132956D Expired DE636833C (de) | 1934-01-26 | 1934-01-26 | Einphaseninduktionsmotor mit magnetischem Nebenschluss an den Statorpolen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE636833C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2567976A (en) * | 1945-08-27 | 1951-09-18 | Sr William H Pumphrey | Induction motor and method of operation |
| DE2208854A1 (de) * | 1972-02-25 | 1973-09-06 | Paul Hasselbach | Selbstanlaufender synchronmotor fuer kondensator-, drehstrom- und schrittschaltbetrieb |
-
1934
- 1934-01-26 DE DEK132956D patent/DE636833C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2567976A (en) * | 1945-08-27 | 1951-09-18 | Sr William H Pumphrey | Induction motor and method of operation |
| DE2208854A1 (de) * | 1972-02-25 | 1973-09-06 | Paul Hasselbach | Selbstanlaufender synchronmotor fuer kondensator-, drehstrom- und schrittschaltbetrieb |
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