DE614335C - Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veraenderlicher Drehzahl - Google Patents
Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veraenderlicher DrehzahlInfo
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- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02K—DYNAMO-ELECTRIC MACHINES
- H02K19/00—Synchronous motors or generators
- H02K19/02—Synchronous motors
- H02K19/10—Synchronous motors for multi-phase current
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf synchrone Wechselstrommaschinen mit veränderlicher
Drehzahl und bezweckt, die Veränderlichkeit der Drehzahl in möglichst einfacher Weise,
und zwar so zu erreichen, daß trotz der Regulierbarkeit der synchrone Charakter der Maschine
erhalten bleibt.
Es sind elektrische Wechselstrommaschinen mit veränderlicher Drehzahl bekannt, die aber
nicht einen synchronen, sondern nur einen asynchronen Betrieb ermöglichen oder die
nicht mit beliebig einstellbarer Drehzahl, sondern beispielsweise nur mit zwei festen Drehzahlen
betrieben werden können. Es sind ferner Maschinen bekanntgeworden, bei denen
der Kollektor mit seiner umlaufenden Bürstenbrücke in den Wechselstromkreis des Ankers
gelegt ist und bei denen die Feldmagnete in der üblichen Weise erregt werden. Diese
Maschinen haben jedoch den Nachteil, daß bei den verhältnismäßig hohen Stromstärken
und Spannungen des Ankers die Ausbildung der erforderlichen Kollektoren schon bei
relativ kleinen Maschinen auf Schwierigkeiten stößt, die mit wachsender Maschinengröße zunehmen. Es sind auch Maschinen
bekannt, die mit einem wechselstromgespeisten Anker und gleichstromgespeisten
Feldmagneten ausgerüstet sind, wobei die Wicklung der Feldmagnete in einzelne an
einen Kollektor angeschlossene Spulen aufgelöst ist und der Erregergleichstrom den
Feldmagneten über umlaufende, besonders angetriebene Bürsten zugeführt wird, wobei
der Antrieb der Bürstenbrücke durch eine besondere Kraftmaschine erfolgt. Wenn hierbei
der Bürstenbrücke durch den Antriebsmotor eine willkürliche Drehzahl erteilt wird,
so kann die Maschine unter gar keinen Umständen in Betrieb kommen, weil zwischen
Magnetfeld und Statorfeld kein Synchronismus vorhanden ist.
Aber auch dann, wenn die Bürstenbrücke durch ihre Antriebsmaschine genau synchron
mit dem Statorfeld angetrieben wird, wenn also die Voraussetzungen für den Synchronismus
der beiden Felder erfüllt sind, kann der Rotor eine eindeutig bestimmte Drehzahl
nicht annehmen, denn für die beiden umlaufenden Felder ist es gleichgültig, ob die Eisenmasse
des Rotors stillsteht oder sich, gleichsinnig oder gegensinnig, schnell oder langsam
dreht.
Bei von außen synchron angetriebener Bürstenbrücke besteht kein Zusammenhang zwisehen
synchroner Felddrehzahl und Rotordrehzahl.
Diese Verhältnisse ändern sich grundsätzlich in dem Augenblick, wo der Geschwindigkeitsunterschied
zwischen Rotor und Magnetfeld von der Drehung des Rotors mittels einer
veränderlichen Übersetzung eindeutig bestimmt wird. Durch eine Verkuppelung des
materiellen Rotors mit dem auf ihm wandernden Feld ist es unmöglich gemacht, daß der
Rotor eine unbestimmte oder irgendwie beliebige Drehzahl annehmen könnte.
Die vorliegende Erfindung ergibt eine Ma-
schine, die von den; angeführten Mangeln der seither bekanntgewordenen Maschinen- frei
ist, derart, daß sie sowohl als Generator wie auch als Motor verwendet werden kann; daß
ihre Drehzahl nicht stufenweise, sondern stetig· veränderbar ist; daß irgendeine Labilität
der Drehzahl vermieden ist, vielmehr die einmal eingestellte Drehzahl im Motorbetrieb
ebenso sicher erhalten bleibt wie bei ίο einer normalen synchronen Drehstrommaschine
und daß beim Generatorbetrieb die Frequenz des erzeugten Stromes unabhängig ist von der
jeweiligen Antriebsdrehzahl, d. h. daß sie konstant ist innerhalb des gesamten Regulierbereiches
der Maschine; daß der synchrone Charakter der Maschine bei jedem Betrieb erhalten bleibt und daß endlich die Maschine
in jeder erforderlichen Maschinengröße bzw. Maschinenleistung ausführbar ist, weil nur
der Erregerstrom durch den Kollektor fließt und weil die umlaufende Bürstenbrücke in
Verbindung mit dem .Kollektor nicht eine Kommutierungseinrichtung, sondern einen
umlaufenden Schalter bildet. In dem so umrissenen Rahmen ergibt sich der Aufbau des Erfindungsgedankens wie
folgt:
Es werde zunächst ausgegangen vom normalen gleichstromerregten synchronen Drehstrommotor.
Eine Veränderung seiner Rotordrehzahl unter Aufrechterhaltung des synchronen Charakters hat offenbar zur Voraussetzung,
daß entweder das Wechselstromfeld eine von außen erzwungene zusätzliche positive
oder negative Drehung erhält, die sich mit seiner durch die Frequenz bedingten Drehung zu einer Resultierenden zusammensetzt,
die ihrerseits die Rotordrehzahl bestimmt, oder aber daß das Wechselstromfeld völlig unberührt bleibt und das Magnetfeld
um den Rotor herumwandert, und zwar so, daß die absolute Geschwindigkeit des Magnetfeldes
dem Synchronismus entspricht. Die erste der beiden geschilderten Möglichkeiten
läßt sich verwirklichen, wenn in den Wechselstromkreis des Ankers ein Kollektor mit um-,
laufender Bürstenbrücke geschaltet wird, so daß die Drehgeschwindigkeit des Wechselstromfeldes
von außen geändert werden kann. Die Wirkung ist dieselbe wie bei einer Netzfrequenzänderung;
die Anordnung hat aber die oben beschriebenen Nachteile und ist insbesondere
für größere Einheiten unbrauchbar. Demgegenüber wird erfindungsgemäß zur Durchführung der zweiten Möglichkeit der
Geschwindigkeitsunterschied zwischen Rotor und Gleichstromfeld von der Drehung des
Rotors mittels einer veränderlichen Übersetzung eindeutig bestimmt. Zu diesem Zweck
wird das umlaufende Magnetfeld in eine Reihe von in Richtung des Umfanges nebeneinanderliegende
Einzelfelder zerlegt, von denen jedes von einer an. einen Kollektor mit umlaufender Bürstenbrücke angeschlossenen
Spule erregt Tfrird, welcher der Erregergleichstrom
mit Hilfe von Schleifringen über *die umlaufende Bürstenbrücke zugeführt wird,
deren Drehung von der Drehung des Rotors unter Zwischenschaltung eines veränderlichen
Übersetzungsgetriebes hergeleitet ist. Diese Anordnung bewirkt, 'daß die gleichstromerregten
Pole sich mit einer Drehzahl drehen, die stets dem Synchronismus des Wechselstromdrehfeldes
entspricht, je nach der gewählten Übersetzung gegenüber dem Rotor aber kleiner, gleich oder größer sein kann als
die Rotordrehzahl.
Bei der nach vorstehenden Gesichtspunkten aufgebauten Maschine ist die Wechselwirkung
zwischen Magnetfeld und Wechselstromdrehfeld bei jedier Drehzahl genau dieselbe wie
bei- einer normalen Drehstrommaschine, und die so gebaute Maschine kann sowohl als
Generator wie auch als Motor betrieben werden.
In, der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Innerhalb des stillstehenden Ankers 1 einer Synchronmaschine ist das Magnetrad mit den
Wicklungen 2 drehbar angeordnet. Auf dem den Wicklungen 2 zugeordneten Kollektor 4
schleifen die an den Bürstenhaltern 3 befestigten
Bürsten1 5. Zwei Schleifringe 6 und 7 führen den erforderlichen Gleichstrom über
Verbindungen 8, die genannten Bürsten 5 und den Kollektor 4 den Wicklungen 2 des
Magnetrades zu. Die Zuleitung des Gleichstromes zu den Schleifringen 6 und 7 liegt bei
den Stellen 9 und 10, Mit den Bürstenhaltern
3, den zugehörigen Armen 12 und dem Ring 13 ist ein Zahnkranz 11 fest verbunden.
Mit diesem steht ein Zahnrad 14 eines veränderlichen Getriebes in Eingriff, das andererseits
in das Magnetrad eingreift und von diesem angetrieben wird, so daß durch geeignete
Einstellung des veränderlichen Getriebes eine bestimmte Relativgeschwindigkeit zwischen den Bürsten 5 und dem Kollektor
4 bzw. dem Magnetrad erreicht werden kann.
Zum Ingangsetzen der als Motor dienenden Maschine werden folgende Möglichkeiten beschrieben:
Zwischen Rotor und Bürstenbrücke wird das'größte, in der Maschine vorhandene Über-Setzungsverhältnis
eingestellt. Durch, eine besondere Anwurfmaschine wird dann der Rotor
auf diejenige Drehzahl gebracht, bei' der unter dem Einfluß der erwähnten Übersetzung
die Bürstenbrücke synchron mit dem Wechselstromdrehfeld
läuft. Nunmehr werden die Feldmagnete erregt, und es kann jetzt die
Wechselstromwicklung ans Netz gelegt werden, ohne daß ein schädlicher Stromstoß in
diesem entsteht. Nach Abschalten der Anwurfmaschine läuft die Maschine als Motor
mit ihrer geringsten Drehzahl, und es kann dann die Übersetzung -zwischen Bürstenbrücke
und Rotor allmählich so geändert werden, bis der Rotor irgendeine gewünschte Drehzahl erreicht hat.
ίο Ein anderer Weg ergibt sich durch die Verwendung
einer Synchronmaschine, die die Bürstenbrücke antreibt, wobei zunächst das Übersetzungsgetriebe zwischen dieser und
dem Rotor noch nicht eingeschaltet wrird.
Vermittels des synchronen Hilfsmotors wird die Bürstenbrücke auf synchrone Drehzahl
gebracht; -dann werden die Feldmagnete erregt und die Wechselstromwicklung an das
Netz gelegt. Wechselstromfeld und Magnet-
ao feld laufen nun, ohne daß von jenem ein
Drehmoment auf dieses ausgeübt wird, vollständig synchron. Erfährt nun der Hilfsmotor,
dessen Leistung an sich größer sein muß, als dies zum Antrieb der Bürstenbrücke allein erforderlich wäre, eine zusätzliche Belastung,
so läuft er zwar synchron weiter, es tritt aber zwischen seinem Wechselstromfeld
und seinem Magnetfeld eine Nacheilung ein, die dem jetzt vom Motor verlangten größeren Drehmoment entspricht, d. h. sein
Rotor ist gegenüber seinem Wechselstromfeld
um ein geringes Maß zurückgeblieben. In demselben Verhältnis wird hierdurch in der Hauptmaschine das Magnetfeld hinter
dem Wechselstromfeld zurückbleiben, und das letztere übt jetzt ein Drehmoment auf
das Magnetfeld aus und setzt den Rotor in Bewegung. Sobald nun diejenige Rotordrehzahl
erreicht ist, die dem vorher schon eingestellten stärksten Übersetzungsverhältnis
zwischen Rotor und Bürstenbrücke entspricht, wird die Kupplung zwischen Übersetzungsgetriebe
und Bürstenbrücke eingeschaltet, und der Hilfssynchronmotor kann nunmehr ausgeschaltet werden. Schließlich
wird die betrieblich gewünschte Drehzahl mittels des veränderlichen Übersetzungsgetriebes
hergestellt.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veränderlicher Drehzahl, bei denen ein umlaufendes Magnetfeld in der Umfangsrichtung auf dem Rotor relativ zu diesem im Synchronismus mit dem Statordrehfeld wandert, dadurch gekennzeichnet, daß die synchrone Geschwindigkeit des umlaufenden Magnetfeldes vom Rotor aus mittels einer veränderlichen Übersetzung hervorgerufen wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausübung des \rerfahrens nach Anspruch 1, bei der das umlaufende Magnetfeld in eine Reihe von in Richtung des Umfanges nebeneinanderliegenden Einzelfeldern zerfällt, die von an einen Kollektor mit umlaufender Bürstenbrücke angeschlossenen Spulen erregt werden, welchen der Erregergleichstrom mit Hilfe von Schleifringen über die umlaufende Bürstenbrücke zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehung der Bürstenbrücke von der Drehung des Rotors unter Zwischenschaltung eines veränderlichen Übersetzungsgetriebes hergeleitet ist.
- 3. Verfahren zur Inbetriebsetzung der Vorrichtung nach Anspruch 2 in beiden Drehrichtungen, gekennzeichnet durch einen in beiden Drehrichtungen betriebsfähigen Anwurfmotor, mit dessen Hilfe der Rotor mindestens auf eine solche Drehzahl gebracht wird, daß die größte zwischen Rotor und Bürstenbrücke bestehende Übersetzung der Bürstenbrücke die dem Statordrehfeld entsprechende synchrone Drehzahl zu erteilen vermag; nach deren Erreichung der Anwurfmotor ausgeschaltet wird.
- 4. Verfahren zur Inbetriebsetzung der Vorrichtung nach Anspruch 2 in beiden Drehrichtungen, dadurch gekennzeichnet, daß die Bürstenbrücke durch eine synchron laufende, in beiden Drehrichtungen betriebsfähige Hilfsmaschine auf synchrone Drehzahl gebracht wird, sodann das Magnetfeld erregt und der Stator auf das Netz geschaltet wird, worauf zwecks Drehmomententwicklung der Antriebsmotor der Bürstenbrücke mit Hilfe irgendeines Leistungsverbrauchers beispielsweise durch die Hauptmaschine selbst belastet wird und dann nach Erreichen einer durch die Verhältnisse des Übersetzungsgetriebes bestimmten Drehzahl der Antriebsmotor ausgeschaltet wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL79996D DE614335C (de) | 1931-12-11 | 1931-12-11 | Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veraenderlicher Drehzahl |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEL79996D DE614335C (de) | 1931-12-11 | 1931-12-11 | Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veraenderlicher Drehzahl |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE614335C true DE614335C (de) | 1935-11-12 |
Family
ID=7284754
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL79996D Expired DE614335C (de) | 1931-12-11 | 1931-12-11 | Verfahren zum Betrieb von elektrischen Wechselstromsynchronmaschinen mit veraenderlicher Drehzahl |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE614335C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1027777B (de) * | 1952-09-24 | 1958-04-10 | Licentia Gmbh | Selbstanlaufender Synchronmotor |
| DE1074141B (de) * | 1960-01-28 | Bergin GmbH Essen Bredeney | Anordnung zur Stromzuführung zu nicht umlaufenden Kommutatoren |
-
1931
- 1931-12-11 DE DEL79996D patent/DE614335C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1074141B (de) * | 1960-01-28 | Bergin GmbH Essen Bredeney | Anordnung zur Stromzuführung zu nicht umlaufenden Kommutatoren | |
| DE1027777B (de) * | 1952-09-24 | 1958-04-10 | Licentia Gmbh | Selbstanlaufender Synchronmotor |
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