DE609082C - Lautsprecheranlage - Google Patents
LautsprecheranlageInfo
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- H—ELECTRICITY
- H04—ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
- H04R—LOUDSPEAKERS, MICROPHONES, GRAMOPHONE PICK-UPS OR LIKE ACOUSTIC ELECTROMECHANICAL TRANSDUCERS; DEAF-AID SETS; PUBLIC ADDRESS SYSTEMS
- H04R3/00—Circuits for transducers, loudspeakers or microphones
- H04R3/02—Circuits for transducers, loudspeakers or microphones for preventing acoustic reaction, i.e. acoustic oscillatory feedback
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Description
Die Erfindung bezieht sich, auf Lautsprecheranlagen,
bei denen ein besprochener Empfänger und ein von ihm gesteuerter Schallsender
einander räumlich benachbart sind. Aufgabe der Erfindung ist es, die bei aolchen
Anordnungen infolge akustischer Rückkopplungen häufig auftretenden Selbsterregungen
zu vermeiden.
Selbsterregung kann in solchen Anlagen dann entstehen, wenn vom Lautsprecher zum
Mikrophon mehr Schallenergie zurückgelangt, als dort zur Erzeugung eines Tones gleicher
Amplitude nötig ist. Je nachdem, ob diese Rückkopplungs energie vom Lautsprecher zum
Mikrophon unmittelbar gelangt oder erst nach
Reflexionen an Wänden u. dgl., liegt unmittelbare oder mittelbare Rückkopplung vor.
Bekannt sind bereits Anlagen, die den eben genannten Fehler zu vermeiden suchen.
Es ist beispielsweise häufig ausreichend, Mikrophon und Lautsprecher so weit voneinander
zu entfernen, daß die zurückgeführte Energie unterhalb der Pfeifgrenze liegt. Eine
solche Vergrößerung der Entfernung ist jedoch nicht immer in ausreichendem Maße möglich,
da die Größe der zur Verfügung stehenden Räume hier eine Grenze setzt. Aber auch in
den Fällen, in denen dies möglich wäre, wie z. B. in großen Sälen, ist es nicht zweckmäßig,
zu diesem Mittel zu greifen, weil es zur Erzielung einer einheitlichen Wirkung notwendig
ist, Redner und Schallquelle nicht zu weit voneinander zu trennen.
Ein anderer Vorschlag geht'dahin, Schallempfänger zu verwenden, die den Schall von
zwei !entgegengesetzten Seiten auf sich einwirken lassen und die so gebaut sind, daß
sie unbeeinflußt bleiben, sofern die auf beiden. Seiten auftretenden Schallwellen gleich
große Amplituden besitzen und um i8o° in der Phase gegeneinander verschoben sind.
Da in dem. vom Sender ausgestrahlten Schallfeld sich oft Punkte finden lassen, in denen
die eben angegebenen Bedingungen erfüllt sind, können auf diese Weise mitunter Verbesserungen
erzielt werden.
Ein großer Nachteil haftet jedoch diesen Anordnungen an. Zunächst einmal ist Voraussetzung
für das Vorhandensein solcher Punkte, daß der Sender symmetrisch ausgebildet ist, und zwar so, daß die erzeugten
Schallwellen auf beiden Seiten des Senders gleich große Amplituden besitzen und um
i8o° in der Phase gegeneinander verschoben sind. Selbst dann aber, wenn solche symineirischen
Lautspreeher benutzt sind, werden doch die tatsächlichen Verhältnisse nicht den
idealen Anforderungen entsprechen, insofern als durch Reflexionen an Wänden die Symmetrie
gestört werden kann.
Die bekannte Anordnung ermöglicht es nun zwar theoretisch, die günstigsten Arbeitsbedingungen
für das Mikrophon auch bei unsymmetrischen Schallfeldern zu erzielen, da
in einem mit interferierenden Schallfeldern gefüllten Raum stille Zonen vorhanden sein
können, neben denen weiterhin Wellenzüge gleicher Amplitude und entgegengesetzter
Phase auftreten. Solche Punkte lassen sich durch theoretische Berechnung der jeweils
vorliegenden Verhältnisse sowie auch dtirch empirische Feineinstellung ermitteln. Abgesehen
davon aber, daß diese Feststellungen in der Praxis außerordentlich umständlich,
zeitraubend und trotzdem ungenau sind, haftet ίο diesem Verfahren ein wesentlicher Mangel an,
und zwar der, daß die akustische Entkopplung jeweils nur für eine einzige Frequenz
bzw. Frequenzserie erzielt werden kann.
Gemäß der Erfindung werden alle diese Nachteile vermieden durch Verwendung eines
Schallempfängers, der in an sich bekannter Weise mit einem Reflektor ausgestattet ist,
wobei dieser Schallempfänger so anzuordnen ist, daß das Raumgebiet, aus welchem, er mit
größter Empfindlichkeit empfängt, mit dem Schallfeldgebiet kleinster Intensität zusammenfällt.
Es sei nunmehr an Hand der Figuren der Erfindungsgedanke erläutert. Fig. 1 stellt eine
innerhalb eines Raumes untergebrachte Lautsprecheranlage dar, Fig. 2 ein Fernsprechsystem
mit Mikrophon und Lautsprecher. Fig. 3 veranschaulicht die Wirkungsweise eines Mikrophons, das in an sich bekannter Weise
einen Reflektor besitzt, während Fig. 4 seine räumliche Empfindlichkeit in Gegenüberstellung
zu der anderer Mikrophone zeigt. Fig. 5 bis 7 schließlich bringen schematische Darstellungen
einer Lautsprecheranlage, um dadurch die Grundregeln für die Anordnung
von Mikrophon und Lautsprecher in ihrer Lage zueinander deutlicher erkennbar zu machen.
Die Sprechströme des in Fig. 1 dargestellten Mikrophons M werden über einen Verstärker
V an den Lautsprecher L weiterge^ geben. Ist nun das Mikrophon M so nahe
dem. Lautsprecher L, daß der ihm zugeführte Teil der ausgestrahlten Schallenergie größer
ist als die Energie, die vorher zur Erzeugung der Sprechströme notwendig war, so kann,
wie eingangs bereits ausgeführt, Selbsterregung eintreten.
Auch bei der in Fig. 2 dargestellten An-Ordnung können störende Rückkopplungserscheinungen
auftreten. Wird beispielsweise das Mikrophon M1 besprochen, so gelangen
die Ströme über Leitung T1, Verstärker V1 und
Leitung r{ zum Lautsprecher L1. Beim Sprechen
in umgekehrter Richtung ist der Stromverlauf demientsprechend: M2, r{, V2, r2, L2.
Ist nun der Abstand L1, M2 sehr geringe so
werden die in M1 erzeugten Sprechströme von L1 auf M2 akustisch übertragen und
gelangen über die untere Leitung in den Lautsprecher L2 des Ausgangspunktes zurück.
Sind weiterhin auch L2 und M1 einander unzulässig
nahe, so kann wieder, wie in dem vorigen Fall, Selbsterregung einsetzen.
Der in Fig. 3 dargestellte Empfänger, der
gemäß der Erfindung zur Vermeidung dieser schädlichen Erscheinungen besonders geeignet
ist, besitzt einen Reflektor R. Durch die Verwendimg eines solchen wird, wie bekannt, eine
hohe Konzentration der Schallwellen am Mikrophon und ein deutlicher Richtungseffekt
erzielt.. Hat der Reflektor die Form eines Rotationsellipsoidabschnittes, in dessen einem
Brennpunkt A das Mikrophon angeordnet ist, so ist die Weglänge aller von dem anderen
Brennpunkt B ausgehenden Schallstrahlen gleich. Wird also die besprechende Schallquelle
in B angeordnet, so treffen alle Schallstrahlen gleicher Frequenz am Mikrophon
gleichphasig ein. Da aber die Reflexion frequenzunabhängig ist, solange der reflektierende
Körper groß gegen die Phasenlänge ist, ist eine solche Anordnung, im Gegensatz zu den
mit Trichtern arbeitenden, praktisch als frequenzunabhängig anzusehen. Jedoch ist andererseits
auch die Möglichkeit gegeben, in den Fällen Frequenzabhängigkeit zu erzielen, in denen sie von Vorteil ist. So kann
es mitunter erwünscht sein, die Frequenzen unterhalb einer bestimmten Grenze, beispiels- go
weise 500 Hertz, abzuschneiden, was durch passende Bemessung des Reflektors erreicht
werden kann.
Ist die besprechende Schallquelle sehr weit vom Schallempfänger entfernt, so ergibt sich
für den Reflektor die Form eines Paraboloidabschnittes,
für den die gleichen Überlegungen zutreffen.
In Fig. 4 ist die Empfindlichkeit einiger Mikrophone in Polarkoordinaten dargestellt,
und zwar bezieht sich Kurve I auf ein freistehendes Mikrophon, Kurve II auf ein Mikrophon
mit Trichter und Kurve III auf ein solches mit elliptischem Reflektor. Aus der letztgenannten Kurve ist zu ersehen, daß die
Empfindlichkeit in einer bestimmten Richtung ein außerordentlich starkes Maximum, besitzt.
In Fig. 5 sei durch den Pfeil die Richtung der vom Lautsprecher ausgehenden Schallwellen
angedeutet. Infolge der Reflexionen mögen in Punkt P die Amplituden der aus
den verschiedenen Richtungen ankommenden Schallwellen die durch die Kurve s dargesteE-ten
Werte besitzen. Diese Kurve s würde also besagen, daß die Amplituden der in der Darstellung von links kommenden Schallwellen
sehr groß, die Amplitude der von rechts kommenden Wellen sehr klein sind.
Fig. 6 zeigt, wie unter diesen Verhältnissen das Mikrophon am günstigsten anzuordnen
ist. Wie aber die die Mikrophonempfindlichkeit darstellende Kurve m — entsprechend
Fig. 4, Kurve III — zeigt, kann es jedoch
ohne nennenswerten Nachteil in der einen oder anderen Richtung um etwa 900 gedreht
werden.
Besonders vorteilhaft ist es natürlich, wenn auch die Ausbildung und Anordnung des
Lautsprechers so gewählt werden, daß sie den beabsichtigten Zweck unterstützen. Die
meisten Lautsprecher besitzen, wie in Fig. 7 dargestellt, eine Strahlungskurve p, die Maxima
und Minima aufweist. Zweckmäßig ist es nun, den Lautsprecher so aufzustellen, daß
an der Stelle, an der sich der Schallempfänger befindet, das Schallfeld den kleinsten bei
dem betreffenden Abstand möglichen Wert besitzt. Sofern keine Reflexionen vorhanden
sind, müßte also das Mikrophon M in Richtung eines Minimums angeordnet werden.
Wichtig ist es schließlich noch, Schallsender und Schallempfänger so auszubilden,
daß sie keine Resonanzspitzen besitzen oder aber daß etwa vorhandene Resonanzen wenigstens
nicht zusammenfallen.
Um eine genaue Einstellung zu ermögliehen, wird vorteilhafterweise der Schallempfänger
drehbar angeordnet.
Die Anlage gemäß der Erfindung ist außer in den angegebenen Fällen besonders
in Konferenzfernspriechsystemen mit Vor-
30. teil anwendbar. Aber auch die bereits angeführte
Verwendung für Vortragssäle besitzt eine außerordentlich große praktische Bedeutung.
Nachteilig könnte hierbei nun aber empfunden werden, daß der Reflektor Störend
wirkt und den Vortragenden teilweise verdeckt. Dieser Nachteil kann durch Verwendung
von Reflektoren aus Glas vermieden werden. Solche Reflektoren sind auch insofern
sehr vorteilhaft, als sie sich sehr leicht herstellen lassen und auch ihr Gewicht geringer
ist als das anderer in Frage kommenden Materialien;, wie beispielsweise Blei oder
anderer Metalle.
Claims (7)
1. Lautsprecheranlage, bei der der besprochene Empfänger und der Schallsender
einander räumlich benachbart sind, gekennzeichnet durch Verwendung eines Schallempfängers, der in an sich bekannter
Weise mit einem die Schallwellen auf ihn konzentrierenden Reflektor ausgestattet
ist und der zur Vermeidung von Selbsterregung infolge akustischer Rückkopplungen
so angeordnet ist, daß das Raumgebiet, aus welchem er mit größter Empfindlichkeit
empfängt, mit dem Schallfeldgebiet kleinster Intensität zusammenfällt.
2. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung eines in
an sich bekannter Weise mit Richtwirkung arbeitenden Schallsenders, der so angeordnet
ist, daß an der Stelle, an' der sich der Schallempfänger befindet, das
Schallfeld den kleinsten bei dem betreffenden Abstand möglichen Wert besitzt.
3. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung eines an
sich bekannten Reflektors in Form eines Rotationsellipsoidabschnittes.
4. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Verwendung eines an
sich bekannten Reflektors in Form, eines Paraboloidabschnittes.
5. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schallempfänger
drehbar angeordnet ist.
6. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reflektor
aus Glas besteht.
7. Lautsprecheranlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine solche Bemessung
des Reflektors, daß die Frequenzen unterhalb einer bestimmten Grenze, vorzugsweise
unterhalb 500 Hertz, abgeschnitten werden.
Hierzu 1 Blatt· Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES98402D DE609082C (de) | 1931-05-02 | 1931-05-02 | Lautsprecheranlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES98402D DE609082C (de) | 1931-05-02 | 1931-05-02 | Lautsprecheranlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE609082C true DE609082C (de) | 1935-02-07 |
Family
ID=7521439
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES98402D Expired DE609082C (de) | 1931-05-02 | 1931-05-02 | Lautsprecheranlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE609082C (de) |
-
1931
- 1931-05-02 DE DES98402D patent/DE609082C/de not_active Expired
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