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Anlage zur Förderung von Milch und flüssigen Milcherzeugnissen. mittels
des Unterdruckverfahrens Die Erfindung betrifft'eine weitere Verbesserung der in
dem Hauptpatent beschriebenen Anlagen zur Förderung von Milch und flüssigen Milcherzeugnissen
mittels ' des Unterdruckverfahrens, bei welchen für die Förderung Saugkessel verwendet
werden, die einen im Verhältnis zur stündlichen Fördermenge kleinen Fassungsraum
besitzen und deren Füllung und Entleerung durch Zeitschalter gesteuert wird.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Anlage dieser Art, bei welcher eine
Mehrzahl, und zwar mindestens zwei derartiger kleiner - Saugkessel mit gemeinsamer
Saugleitung vorgesehen sind, die abwechselnd durch Vermittlung eine gemeinsamen
Zeitschalters gefüllt und entleert werden< Dabei können diese Saugkessel entweder
nebeneinander oder in einer der erreichbaren Saughöhe entsprechenden Entfernung
übereinander angeordnet sein und in Hintereinanderschaltung abwechselnd gefüllt
und entleert werden; auch können mehrere Paare von nebeneinanderliegenden Saugkesseln
in aufeinanderfolgenden Förderstufen übereinander angeordnet sein, in welchem Falle
die Saugleitungen der übereinanderliegenden Stufen kreuzweise geführt und an den
Zeitschalter angeschlossen sind. Dadurch wird unter Beibehaltung der kleinen Saugbehälter
mit den in dem Hauptpatent näher angegebenen Vorteilen dieser Anordnung die Erzielung
eines vollständig ununterbrochenen Förderstromes und die Bewältigung großer Saughöhen
erreicht.
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Zur Steuerung der Förderung dient ein Luftsaugventil, das mehrere
durch den Zeitschalter gesteuerte Saugkanäle besitzt, die je an einen der zur Förderung
der Milch dienenden Saugbehälter angeschlossen sind. Das Saugventil kann an eine
Saugpumpe beliebiger Bauart angeschlossen werden und wird zweckmäßig unter Zwischenschaltung
eines Untersetzungsgetriebes von dem Pumpenantriebsmotör derart gesteuert, daß durch
diese Kanäle abwechselnd aus den Behältern Luft abgesaugt wird, oder umgekehrt,
durch sie Luft in die Behälter eintreten kann. Durch die Verwendung mehrerer Saugkessel
ist die Möglichkeit geboten, fortlaufend abwechselnd aus einem Behälter Luft abzusaugen,.
also Milch in diesen Behälter zu fördern, und gleichzeitig aus dem anderen Behälter
durch Luftzutritt die angesaugte Milch ausfließen zu lassen, so daß eine ununterbrochene
Förderung der Milch zu den Verarbeitungsstellen oder Speicherbehältern, insbesondere
einem: Pasteurapparat, oder nach diesem in eine Kühlanlage stattfinden kann: Durch
Anordnung der an die Luftkanäle angeschlossenen kleinen Saugkessel in verschiedenen
Höhenlagen läßt sich eine Förderung von
Milch nach dem Verfahren
des Hauptpatents auf größere Höhe als g m bzw. die theoretisch höchste Saughöhe
von io m erreichen, ohne daß hierzu die Ventile oder die Leitungsführung geändert
werden müssen. Dabei wird der Ablauf eines in bekannter Weise mit selbsttätig arbeitenden
Schließklappenventilen ausgerüsteten Behälters mit dem Zulauf des nächsthöheren
Behälters durch eine Leitung verbunden. Zweckmäßig ist es, die Saughöhe so zu unterteilen,
daß hierbei mit einer geraden Zahl von Saug-bzw. Förderbehältern ausgekommen werden
kann. In diesem Falle kann für die fortlaufende Förderung nach einem Pasteur oder
nach Kühlanlagen usw. und für eine Förderung der Milch in einen auf dem obersten
Stock einer Molkerei gelegenen Sammelbehälter eine einzige Ventilausführungsform
Verwendung fanden.
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In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung beispielsweise dargestellt.
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Fig. i zeigt einen senkrechten Mittelschnitt durch das Saugventil
mit Zeitschalter..
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Fig. 2 und 3 sind Ansichten von Zeitteilscheiben.
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Fig. q. zeigt eine Saugförderanlage mit zwei nebeneinanderliegenden
Saugkesseln.
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Fig. 5 ist ein Grundriß zu Fig. q.
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Fig. 6 zeigt in kleinerem Maßstab eine Anlage gemäß Fig. q. mit nachfolgendem
Kühler.
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Fig. 7 stellt eine Saugförderanlage mit in verschiedener Höhenlage
übereinander angeordneten Saugkesseln dar.
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Fig. 8 zeigt in schematischer Darstellung eine kombinierte Anlage
aus nebeneinander und übereinander angeordneten Saugkesseln. ' Von einer Saugpumpe
führt eine Leitung i zu der Saugkammer 2, an welche unter Vermittlung eines Zeitschalters
Luftkanäle 3 und q. angeschlossen sind. Der Zeitschalter -besteht aus feststehenden
und mit entsprechenden Schlitzen 5 versehenen Scheiben 6, die herausnehmbar im Gehäuse
7 der Saugkammer befestigt sind. Ihnen zugeordnet sind von einer angetriebenen Welle
8 mitgenommene Scheiben g, die mit Schlitzen io versehen sind. Durch Federn.ii werden
die gedrehten Scheiben so gegen die feststehenden Scheiben angepreßt, daß sie gegenseitig
abdichten und nur bei Überdeckung der Schlitze 5 und io einen Durchtritt zulassen.
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Die Mittnahme der Drehscheiben g erfolgt durch Bolzen 12, die mit
ihren freien Enden in Ausfräsungen 13 der Drehscheiben eingreifen. Auf den Drebscheiben
g sind die Schlitze so versetzt angeordnet, daß z. B. der Kanal 3 an die Saugkammer
angeschlossen ist, wenn der Kanal q. von der Saugkammer getrennt ist, wobei in diesem
Falle der Drehschieber 9d sich in der Dichtstellung befindet, während der Drehschieber
gd den Zutritt von Außenluft in den Kanal 4 erlaubt. Durch eingezeichnete Pfeile
ist dieser Arbeitszustand verdeutlicht. Die Kanäle 3 und q. führen nun zu sogenannten
Saugbehältern, welche sowohl übereinander als auch nebeneinander angeordnet sein
können.
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In Fig. q. ist eine Anlage dargestellt, bei der die Kanäle 3 und q.
an zwei nebeneinander angeordnete Saugkessel b1, b2 geführt sind. Das Rohr 1q. ist
die Steigleitung für die Milch, Sahne o. dgl. Das Rohr ist mittels eines Kniestutzens
15 sowohl an den Behälter b1 als auch an den Behälter b2 angeschlossen, wobei der
Einlauf mit in bekannter Weise selbsttätig schließenden Ventilen bzw. Klappen 16
versehen ist. Die Behälter sind mit abnehmbaren dichtschließenden Deckeln 17 versehen.
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Wird nun durch den Kanal 3 Luft aus dem Behälter b1 abgesaugt, so
öffnet das Einlaufventil 16 des Behälters b1 und. läßt Milch aus dem Steigrohr 1q.
in den Behälter b1 eintreten. Der an der Unterseite des Behälters angeschlossene
Ablaufkanal 18 ist dabei verschlossen, da das Ventil ig durch den Unterdruck auf
seinen Sitz gepreßt wird. Ist der Kessel b1 etwa bis zur Höhe 2o gefüllt, so schaltet
das Ventil 2, g nunmehr den Kessel b2 an die Saugleitung i an und gestattet den
Zutritt von Außenluft durch den Kanal 3 zu dem Behälter bi. Nunmehr fließt
aus dem Steigrohr 1q. Milch in den Behälter bz, während aus dem Behälter b1 die
Milch durch das Rohr 18 abfließt. Mittels eines Ablaufs 9,1 ist der Kessel b2 ebenfalls
an das Rohr 18 angeschlossen, so daß bei erneutem Umschalten die Milch aus dem Kessel
b2 in das Rohr 18 abfließt und die Milch von dem Steigrohr 1g. anstatt in den Kessel
b2 wiederum in den Kessel b1 eintritt. So findet eine fortlaufende Förderung der
Milch durch das Steigrohr 1q. Tiber die Kessel b1, b2 an ein angeschlossenes Aggregat,
z. B. wie aus Fig. 6 ersichtlich, an eine Kühlanlage k, statt. Das Saugrohr 1q.
ist in diesem Fall an den nicht gezeichneten Pasteur angeschlossen.
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Aus Fig.6 ist deutlich erkennbar, daß die Milch bzw. der Rahm auf
seinem Weg von einem Behandlungsapparat in den anderen mit bewegten Teilen, wie
das bisher bei Druckpumpen der Fall war, nicht mehr in Berührung kommt. Ferner sorgt
die Saugwirkung für eine Entgasung der Milch sowie für Schaumbefreiung bzw. Schaumzerstörung.
Zum Reinigen der Kessel b1, b2 können, wie aus Fig. 5 ersichtlich, noch Rohrleitungen
22 und Düsen 23 angebracht sein, durch welche Dampf, Wasser u. dgl. geleitet wird.
Im Gegensatz zur Druckpumpe findet in dem Steigrohr 1q. ein gleichmäßiges Fließen
statt, wodurch eine schonende Behandlung der Milch gesichert ist. .
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Der Einfachheit halber wird zweckmäßig der Zeitschalter 6, g unter
Zwischenschaltung eines Untersetzungsgetriebes an den Antriebsmotor angeschlossen,
der die Saugpumpe antreibt.
Damit ist die Sicherheit gegeben, daß
die Leistung der Pumpe mit den Öffnungszeiten des Zeitschalters dauernd in Einklang
steht.
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An Stelle die Behälter b1 und b2 auf gleicher Höhe oder auf annähernd
gleicher Höhe anzuordnen, kann man die an die Leitungen 3 und 4 angeschlossenen
Behälter auch in verschiedener Höhe anbringen. Eine solche Anlage ist in Fig.7 gezeigt.
Die Steigleitung 14 führt zu einem Behälter b, der mit dem Luftkanal 4 in Verbindung
steht. An Stelle eines Ablaufkanals 18 geht eine weitere Steigleitung 24- zu dem
nächst höher gelegenen Kessel c, welcher mit der Luftleitung 3 in Verbindung steht.
Aus dem Kessel c wird dann die Milch in einen Sammelbehälter d geleitet. Es können
auch mehr als zwei übereinanderliegende Saugkessel vorgesehen sein. Zweckmäßig werden
aber mit Rücksicht auf die Einfachheit des Zeitschalters eine gerade Anzahl von
Saugkesseln, z. B. 2, 4, 6 usw., gewählt. An diese Kessel werden abwechselnd die
Leitungen 3, 4 angeschlossen. Auf diese Weise ist es möglich, über die theoretische
Saughöhe von io m hinaus Milch u. dgl. aus einem Behälter a in einen auf dem höchsten
Stockwerk einer Molkerei oder Milchzentrale gelegenen Sammelbehälter zu fördern.
Die Förderung in mehr als io m Höhe hat deshalb Bedeutung, weil dann anschließend
die Milch durch mehrere Behandlungsapparate nach unten unter Ausnutzung des natürlichen
Gefälles abfließen kann.
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Während die Milch von dem Behälter b in den Behälter c läuft, kann
bei einer Anlage gemäß Fig. 7 in dem Steigrohr 14 keine Milch gefördert werden.
Die Anlage arbeitet also intermittierend oder periodisch.
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Ein dauerndes Fließen der Milch in der Steigleitung 14 läßt sich erreichen,
wenn man eine Anlage gemäß Fig. 7 mit einer Anlage gemäß Fig. 4 in der in Fig. 8
ersichtlichen Weise kombiniert. In Fig. 8 ist schematisch gezeigt, daß die Milch
aus dem Behälter a in den Behälter b1 gefördert wird, während eine Förderung aus
dem Behälter b2 in den Behälter c2 stattfindet und die Milch aus dem Behälter cl
in den Sammelbehälter d abfließt. Durch eine Umschaltung des Saugventils 2 fließt
dann die Milch aus dem Behälter c2 in den Behälter d ab, die Milch steigt von b1
nach cl und von a nach b2. In gleicher Weise lassen sich auch mehr als zwei Saugstufen
übereinander anordnen. Hierbei ist es gleichgültig, ob die Anzahl der Saugstufen
eine gerade oder eine ungerade Zahl ausmacht.
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Die Leistungsunterschiede zwischen höher und tiefer gelegenen Saugkesseln
kann man durch entsprechende Bemessung der Kanäle 3b und 3° usw. bzw. 4, , 4° usw.
gegebenenfalls durch Einbau einstellbarer Ventile so ausgleichen, däß die Kontinuität
der Förderung gewährleistet ist. Die neue Anlage bringt große Vorteile insbesondere
in Verbindung mit Pasteuren und Kühlanlagen, deren gleichmäßige Beschickung selbst
durch Pumpen nicht möglich ist, da die Pumpen eine. Saug- und Druckhub ausführen,
bei der neuen Anlage aber eine gleichmäßige Saugwirkung der Pumpe zurAnwendung kommt.
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Durch die Anordnung von zwei Saugkesseln nebeneinander lassen sich
bedeutend kleinere und billigere Kessel bei gleichbleibender Saugleistung verwenden.
Die Saugpumpe braucht nicht mehr während der Leerlaufzeit des Saugkessels, wie das
bei Anordnung nur eines Saugkessels notwendig ist, leerzulaufen, sondern saugt während
der Leerlaufzeit des einen Kessels Milch in den anderen Saugkessel, und umgekehrt.
Auf diese Weise wird die Pumpanlage stärker ausgenutzt, was in einer kleineren Bemessung
der Kessel bei gleicher Förderleistung zum Ausdruck kommt.