DE59693C - Thermo-elektrische Säule - Google Patents
Thermo-elektrische SäuleInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
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- H10N10/00—Thermoelectric devices comprising a junction of dissimilar materials, i.e. devices exhibiting Seebeck or Peltier effects
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
R. J. GULCHER in BERLIN. Thermo-elektrische Säule.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. October 1890 ab.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, bei der unmittelbaren Umwandlung von Wärme in
Elektricität mittelst thermo-elektrischer Säulen eine höhere Nutzleistung zu erzielen als bisher.
Dieser Zweck wird dadurch erreicht, dafs man bei den um einen gemeinschaftlichen Heizraum
angeordneten oder selbst einen solchen bildenden Reihen thermo-elektrischer Elemente den
inneren Widerstand derselben genau in dem Verhältnifs kleiner macht, als die elektromotorische
Kraft mit der Temperatur des Heizraumes in den von der Wärmequelle weiter
entfernten Lagen abnimmt.
Wenn sämmtliche Elemente einer thermoelektrischen Säule in gleich grofsen Abmessungen
und aus denselben Stoffen ausgeführt werden, so müssen die inneren Widerstände der einzelnen
Elementenreihen, welche zu einer Säule aufgebaut sind, alle gleich grofs oder nahezu
gleich grofs sein. Da sich aber diese Elementenreihen in verschiedenen Entfernungen von der
Wärmequelle befinden und die Wärme des Heizraumes von einer bestimmten Entfernung
ab stetig abnimmt, so mufs auch die elektromotorische Kraft der Reihen allmälig eine geringere
werden, in je weiterer Entfernung sie von der Wärmequelle angebracht sind. Werden
nun die Elementenreihen mit einander verbunden (d.i. hinter einander geschaltet, denn
die Parallelschaltung ist wegen der ungleichen elektromotorischen Kräfte ohnedies ausgeschlossen),
so addiren sich allerdings die elektromotorischen Kräfte derselben. Aber mit jeder
hinzugefügten Reihe wächst der innere Widerstand um eine gleiche Gröfse, während die
inzukommenden elektromotorischen Kräfte immer kleiner werden. Da nun die gesammte
Nutzleistung der Säule gleich ist dem Quadrat der elektromotorischen Kraft derselben dividirt
durch ihren vierfachen inneren Widerstand
—ΪΪ7-), so folgt hieraus, dafs die Leistung
. 4 WJ.
der Säule durch Vergrößerung der Anzahl von Elementenreihen nur bis zu einer bestimmten
Entfernung von der Wärmequelle wachsen kann und dann durch noch weiteres Aufbauen von
Elementenreihen wieder fallen mufs, weil der innere Widerstand der .Säule unverhältnifsmäfsig
zunimmt. Durch einfache Rechnung läfst sich sogar zeigen, dafs von einer bestimmten Entfernung
von der Wärmequelle ab die Nutzleistung der ganzen Säule kleiner wird als die
der ersten Elementenreihe, so dafs also schliefslich
durch die Vergrößerung der Anzahl von Elementenreihen der Nutzeffect der Säule verringert,
anstatt vergröfsert wird. Ganz anders verhält es sich aber, wenn man dafür Sorge
trägt, dafs in jeder Reihe das Verhältnifs des inneren Widerstandes zu der elektromotorischen.
Kraft, welche diese Reihe in Bezug auf ihre Entfernung von der Wärmequelle giebt, ein
stetes bleibt. Sei z. B. in der ersten Elementenreihe die elektromotorische Kraft gleich E und
der innere Widerstand gleich W, und sei die elektromotorische Kraft in der zweiten Reihe nur
E W
—, so soll auch ihr innerer Widerstand nur —
2 ' ■ . 2
betragen. Bei einer Reihe mit der elektro-
motorischen Kraft von — betrage ihr innerer
Widerstand auch nur
u. s. f. Werden
nun diese Reihen mit einander verbunden, indem man sie hinter einander schaltet, so wächst
die Nutzleistung mit jeder hinzugefügten Reihe beständig, wenn auch schliefslich in den weitesten
Entfernungen von der Wärmequelle, wo die Wärme des Heizraumes nur noch eine geringe
ist, auch nur um eine kleine Gröfse. Es kann daher der Fall nicht mehr eintreten, dafs die
Nutzleistung der Säule durch die Vergröfserung der Anzahl von Elementenreihen verringert
wird; vielmehr wird dieselbe nun in jedem Falle erhöht. Hierdurch kann die Wärme des
Heizraumes bis auf das Aeufserste ausgenutzt werden.
Die praktische Ausführung dieser Bedingung bietet keine besonderen Schwierigkeiten. Nachdem
man die für den betreffenden Zweck erforderlichen Abmessungen und die Anzahl der
Elemente für die erste (der Wärmequelle zunächst liegende) Reihe bestimmt hat, läfst sich
die genannte Bedingung für die folgenden Reihen beispielsweise dadurch erfüllen, dafs
man unter Beibehaltung derselben Anzahl von Elementen entweder die Querschnitte der einzelnen
Elemente vergröfsert, indem man die Elemente z. B. entsprechend höher macht, oder
auch dadurch, dafs man die Länge der Elemente entsprechend verkürzt. Schliefslich kann
man die Bedingung auch dadurch erfüllen, dafs man in den von der Wärmequelle entfernten
Lagen, wo die Wärme genügend abgenommen hat, zur Herstellung der Elemente eine solche
Legirung von niedrigem Schmelzpunkt anwendet, welche eine verhältnifsmäfsig höhere
elektromotorische Kraft erzeugt, als die in den unteren Lagen angewendeten Legirungen oder
Metalle von höherem Schmelzpunkt, und welche infolge dessen gestattet, die Anzahl der Elemente
in einer Reihe, somit ihren inneren Widerstand entsprechend zu verringern.
Auf der beiliegenden Zeichnung stellt die Fig. ι den Längsschnitt einer thermo-elektrischen
Säule dar, welche nach den Bedingungen der vorliegenden Erfindung ausgeführt ist. a a
ist der gemeinschaftliche Heizraum, um welchen die radförmigen Elementenreihen b1 i>2 bs
u. s. w. hier beispielsweise über einander angeordnet sind. Die zu erwärmenden Verbindungsstellen c c der einzelnen Elemente bilden
selbst die innere Wandung des Heizraumes. Die einzelnen Elemente sowohl, als auch die
Elementenreihen sind in geeigneter Weise durch eine gleichzeitig die Wärme schlecht leitende
Masse ee (z.B. durch ein Gemenge von Kieselguhr
und Asbest) von einander isolirt. Die Kühlung der Löthstellen dd wird durch mit
denselben verlöthete Kupferbänder ff bewirkt, welche mittelst Drähte an Reifen g g aus isolirendem
Stoff (Hartgummi, paraffinirtes Holz u. dergl.) befestigt sind.
Das Verhältnifs des inneren Widerstandes zu der elektromotorischen Kraft ist in jeder
Elementenreihe dadurch stetig gemacht, dafs die Abmessungen der einzelnen Elemente nur
so weit gleich grofs sind, als die Wärme im Heizraum eine gleich hohe ist (bx bis bj. Von
der Stelle ab, wo die Wärme abnimmt, nehmen die Querschnitte der Elemente "allmälig zu, indem
sie (unter Beibehaltung der übrigen Abmessungen) entsprechend höher gemacht worden
sind (b7 bis ^12).
Der Heizraum α α wird durch die Bunsen-Flamme
/ von hohler, cylindrischer Form erwärmt und erhält durch dieselbe auf eine ziemlich
lange Strecke b1 bis b6 einen stetigen
hohen Wärmegrad. Selbstverständlich kann aber eine solche Thermosäule, anstatt durch
eine Gasflamme, auch durch andere geeignete Heizmittel (wie z. B. durch eine Petroleumflamme,
durch Koksheizung u. s. w.) betrieben werden.
Die hier beispielsweise über einander aufgebauten Elementenreihen ruhen auf einem entsprechenden
Gestell, welches mit dem Gasbrenner i k auf einer gemeinschaftlichen Grundplatte
ο ο befestigt ist. Ueber den Reifen g der obersten Elementenreihe ist ein kegelförmiger,
in einen Rohrstutzen auslaufender Blechhut hh aufgesetzt, welcher in geeigneter
Weise mit einem Schornstein verbunden werden kann, um die Kühlbänder// einem lebhaften
Luftzuge auszusetzen.
Der Blechaufsatz h h ist mit Lappen versehen, welche mittelst Schrauben η η mit entsprechenden
Lappen am unteren Gestell verbunden sind. Hierdurch ist der ganzen Säule genügende Festigkeit gegeben.
Fig. 2 stellt eine einzelne Elementenreihe im Querschnitt dar. c c sind die zu erwärmenden
Verbindungsstellen oder Zwischenstücke, welche aus gut leitendem Metall (z. B. Kupfer) bestehen.
An einer Seite derselben sind die positiven Elektroden ρ ρ (ζ. B. aus Nickelblech) hart
angelöthet, während an diesen Zwischenstücken die negativen Elektroden b b (z. B. aus einer
Legirung von Antimonzink) in entsprechenden Aushöhlungen eingegossen oder sonstwie befestigt
und leitend angeschlossen sind. Die einzelnen Elemente, welche an ihren Verbindungsstellen
c c dicht neben einander liegen, werden durch dünne Glimmerstreifen q q von
einander isolirt. Der übrige freie Raum zwischen den Elementen ist mit der isolirenden
Wärmeschutzmasse ee angefüllt, mit welcher die Elemente auch von oben und unten bekleidet
sind. Von den kupfernen Kühlbändern ff kommen je zwei auf ein Element, wodurch
eine gute Kühlung der äufseren Löthstellen d d bewirkt wird, g g ist der Reifen aus Hartgummi
oder dergleichen, an welchem die Kühlbänder befestigt sind.
Die Zeichnung stellt sämmtliche Elemente hinter einander geschaltet dar; es können aber
auch je nach Erfordernifs alle Elemente oder Gruppen derselben parallel geschaltet werden.
Die Schaltungsweise der Elemente in der einen Reihe bedingt jedoch (bei derselben Säule) auch
diejenige in den übrigen Reihen. Die Reihen selbst müssen aber aus den bereits oben angegebenen
Gründen stets nur hinter einander geschaltet werden. Allenfalls können mehrere Elementenreihen zu Gruppen von gleich hoher
elektromotorischer Kraft vereinigt und diese Gruppen dann parallel geschaltet werden. Die
Elemente sind nach der Zeichnung aus vollen, stabförmigen Elektroden gebildet; die letzteren
können aber auch beliebige andere Formen haben, beispielsweise auch aus Hohlkörpern
nach dem D. R. P. No. 44146 bestehen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Bei thermo-elektrischen Säulen die Ausführung der um einen gemeinschaftlichen Heizraum angeordneten oder selbst einen solchen bildenden Elementenreihen in der.Weise, dafs man den inneren Widerstand derselben in dem Mafse kleiner macht, als die elektromotorische Kraft mit der Temperatur des gemeinschaftlichen Heizraumes an den von der Wärmequelle weiter entfernten Stellen abnimmt, d. h. dafs man das Verhältnifs des inneren Widerstandes zu der elektromotorischen Kraft in jeder Elementenreihe constant macht.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE59693C true DE59693C (de) |
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ID=333891
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT59693D Expired - Lifetime DE59693C (de) | Thermo-elektrische Säule |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE59693C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1200399B (de) * | 1960-06-01 | 1965-09-09 | Licentia Gmbh | Thermoelektrische Anordnung |
-
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- DE DENDAT59693D patent/DE59693C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE1200399B (de) * | 1960-06-01 | 1965-09-09 | Licentia Gmbh | Thermoelektrische Anordnung |
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