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Verfahren zur Herstellung von blasig-porösen Massen und Gegenständen
unter Verwendung. Gas abgebender Substanzen Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren
zur Herstellung von porös-blasigen Massen und Gegenständen. Das Verfahren besteht
darin, daß man in den Massen Gase zur Entwicklung bringt und diese Entwicklung unter
dem Einfluß von vermindertem Druck sich vollziehen läßt.
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Zur Erzeugung von Blasen und Poren in abbindenden Stoffen bedient
man sich verschiedener Verfahren, z. B. indem man ihnen Metalle, z. B. Magnesium,
Zink, Aluminium,. oder Metallegierungen, z. B. des Natriums, Calciums, Magnesiums,
Siliciums o. dgl., einverleibt, welche mit den zum Anmachen verwendeten Flüssigkeiten,
als welche in der Hauptsache Wasser in Betracht kommt, Wasserstoff entwickeln. Oder
man fügt den Anrührflüssigkeiten Wasserstoffsuperoxyd öder andere aktieen Sauerstoff
enthaltende Verbindungen, wie z. B. Alkalisuperoxyde, Perborate o. dgl, hinzu und
trägt dafür Sorge, daß in den Massen Katalysatoren, vorhanden sind, welche'die Zersetzung
der* aktiv en, Sauerstoff enthaltenden Verbindungen und die Entwicklung gasförmigen
Sauerstoffs bewirken.
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Es wurde nun gefunden, daß ma:n zu Produkten von ausgezeichneter blasiger
Struktur kommt, wenn man die Gasentwicklung sich im Vakuum bzw. unter vermindertem
Druck vollziehen läßt.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung wird z. B. derart durchgeführt,
daß man die unter Zusatz der die Gasentwicklung bewirkenden Substanzen angerührten
Massen in Formen oder Behälter einfüllt und sie in diesem der Einwirkung eines Unterdruckes
aussetzt. Der Unterdruck kann hierbei z. B. in jeder einzelnen Form, die zu diesem
Zweck entsprechend verschließbar ausgestaltet sein muß, hervorgebracht werden. Man
kann aber z. B. auch eine Anzahl von,gefüllten Formen' in eine Kammer bringen, in
welcher dann in geeigneter Weise ein Unterdruck erzeugt wird.
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Die Größe der entstehenden Blasen hängt in weitgehendem Maße neben
der Menge und Verteilung des Gas erzeugenden Mittels und der Zusammensetzung des
Baustoffes von der Höhe des verwendeten Unterdruckes ab. Man hat es demzufolge in
der Hand, durch Regelung des Unterdruckes die Größe der Blasen nach Wunsch zu verändern
und so Massen von in weiten Grenzen schwankendem spezifischem Gewicht bei verhältnismäßig
geringen Zusätzen der Gas abgebenden Stoffe zu erzeugen.
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Die gleichzeitige Anwendung von Unterdruck ermöglicht es infolgedessen,
den Zusatz der Gas erzeugenden Mittel weitgehend einzuschränken. So gelang es. z.
B. bei Anwendung von Unterdruck, mit den letzteren auf etwa lho der sonst erforderlichen
Menge zurückzugehen, ohne daß die poröse blasige Struktur der erzeugten Masse Einbuße
erleidet.
Man läßt zweckmäßigerweise die Masse so lange unter dem
Einfluß des Unterdruckes, bis die Materialien angefangen haben abzubinden bzw. durch
Abbinden eine solche Festigkeit erhalten haben, daß die erzeugten Blasen nach Aufhebung
des Unterdruckes nicht mehr zusammenfallen. Die Aufhebung des Unterdruckes kann
auch allmählich oder stufenweise erfolgen, z. B. derart, daß durch Anschließen weiterer
Kammern bzw. Formen der Druck in der zu entformenden Kammer bzw. Form steigt, während
gleichzeitig dadurch die angeschlossenen Kammern bzw. Formen vore@rakuiert werden.
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Die Entwicklung der Gase und die Anwendung des Unterdruckes wird gegebenenfalls
vorteilhaft derart eingestellt, daß die Erhärtung bzw. eine genügende Abbindung
zeitlich dann eintritt, wenn die Hauptmenge des Gases frei geworden ist. Dabei hat
man es in der Hand, durch Auswahl von Stoffen mit geeigneter Abbindezeit, durch
Zusatz von mehr oder weniger Wasser beim Anrühren oder von solchen Stoffen, welche
geeignet sind, die Abbindezeit im gewünschten Sinne zu beeinflussen, wie bei Zement
z. B., Chlorcalcium, Soda o. dgl., durch Erhöhung bzw. Herabsetzung der Katalysatormenge
die einzelnen in Betracht kommenden Faktoren nach Wunsch zu variieren.
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Das Verfahren nach der Erfindung eignet sich .für abbindende Massen,
wie z. B. Portlandzement, Sorelzement, Gips u. dgl., denen gegebenenfalls in bekannter
Weise Zuschläge, wie z. B. Sand, Kies o. dgl., zugesetzt sein können.
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Schließlich wurde die überraschende Feststellung gemacht, daß man
das Volumen der herzustellenden ' Massen dadurch wesentlich vergrößern und ihr Gefüge
gleichmäßiger gestalten kann, wenn man sie während des Ruftreibens; d. h.
der Blasenbildung .unter dem Einfluß der Gasentwicklung und des Unterdruckes,
in ihren Formen einer mechanischen Bearbeitung z. B. durch Klopfen, Schütteln, Rütteln
o. dgl: unterwirft. Es hat sich dabei herausgestellt, daß bei geeigneter Konsistenz
der angerührten Masse eine Absonderung etwa vorhandenen gröberen Zuschlages, wie
Sand o. dgl., nicht stattfindet. Beispiele r. 5oo Teile Zement, denen man i Teil
Braunstein zugefügt hat, werden mit i3ooTeilen Ouetschsand und 35o Teilen Wasser
angerührt, dem man 25 Teile Chlorcalcium, io Teile Wasserstoffsuperoxyd (6°/oig)
und ioo Teile einer o,5°/oigen Seifenlösung zugefügt hat. Nach Einfüllen der Masse
in Formeti werden diese dem Vakuum ausgesetzt. Bei -einem Unterdruck von etwa 6o
mm/H-hat die erhaltene blasige Masse eine scheinbare Dichte von 1,4 gegenüber einer
Dichte von 1,8 der nichtgetriebenen, analog zusammengesetzten Masse.
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2. Ein gleicher Ansatz wie in Beispiel i wird während des Abbindens
unter Anwendung eines gleichen Unterdruckes einem Schüttelprozeß unterworfen. Das
scheinbare spezifische Gewicht des erhaltenen Körpers beträgt o,9.