-
Verfahren und Einrichtungen zur Belüftung von Räumen Die Erfindung
betrifft ein Verfahren sowie Einrichtungen zur Belüftung einer Anzahlverhältnismäßig
kleiner Räume, beispielsweise Schiffskabinen, Büros o. dgl., bei welchem eine an
zentraler Stelle gelegene Luftbehandlungseinrichtung (Wascher o. dgl.) bekannter
Ausführung hinsichtlich ihrer Temperatur und Feuchtigkeit vorbehandelte Luft in
ein Rohrverteilungsnetz mittels .eines Ventilators fördert.
-
Durch die Erfindung soll erreicht werden, daß die Lüftung jedes einzelnen
Raumes entsprechend den verschiedenen Wünschen der Bewohner für sich allein geregelt
werden kann und daß, wie es hauptsächlich bei Schiffskabinen der Fall ist, die Belüftung
einer großen Anzahl von Räumen mit einer verhältnismäßig geringen Menge hinsichtlich
ihrer Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse vorbehandelter Luft ermöglicht wird.
Dies wird dadurch erreicht, daß die behandelte Luft mittels Düsen in Mischkammern
geleitet wird, wobei durch die Düsenwirkung gleichzeitig Raumluft angesaugt und
mit der behandelten Luft innig gemischt wird. Däs auf diese Weise gewonnene Luftgemisch
wird dann mittels einer Drehhaube oder durch eine mit schwenkbaren Klappen ausgerüstete
Öffnung, welche vorzugsweise im oberen Teil der Kammer angebracht ist, in den zu
belüfteriden-Raum geleitet.
-
Auf der Zeichnung ist die Erfindung in einigen Ausführungsbeispielen
dargestellt. Es zeigen Fig. i schematisch die Anordnung der Belüftungsanlage im
Grundriß, Fig. a im Aufriß die Anordnung der Belüftungseinrichtung in einer Schiffskabine,
Fig. 3 und q. die Lüftungshaube (vgl. Fig. 2, Ziffer 3 5) in vergrößertem Maßstab,
und zwar Fig.3 einen horizontalen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. q. und
Fig. q. einen Vertikalschnitt längs der Linie IV-IV in Fig. 3, Fig. 5 eine schematische
Anordnung eines Auslasses, welcher die Lüftungshaube ersetzen soll, und Fig. 6 einen
Vertikalschnitt längs der Linie V I-V I der Fig. 5.
-
In der Fig. i ist mit i ein Ventilator bezeichnet, welcher durch einen
Elektromotor oder auf andere Weise angetrieben wird. Der Ventilator i saugt Frischluft
durch eine mit verstellbaren Klappen ¢ versehene Einlaßöffnung 3 in eine Luftbehandlungsvorrichtung
5, welche in bekannter Weise eine Wasserzerstäubungsvorrichtung, welche in der Kammer
6 angeordnet ist, sowie Heizkörper enthält.
Außerdem kann Luft von
anderen Stellen (z. B. Rückluft aus deri zu (belüftenden Räumen) durch eine mittels
Klappen 8 verstellbare Öffnung 7 eingesaugt und mit der bei 3 zuströmenden Frischluft
gemischt werden,- bevor sie die Behandlungsvorrichtung 5 durchströmt. Eine weitere,
durch Klappen io geregelte Einlaßöffnung 9 ist vorgesehen, um der in der Behandlungsvorrichtung
5 behandelten Luft von ,anderer Stelle noch. nicht behandelte Luft beimischen zu
können. In der Kammet i i der Vorrichtung 5 wird die im Raum 6 behandelte und die
durch die öffnung 9 hinzutretende nichtbehandelte -Luft gemischt, bevor sie vom
Ventilator i durch einen Kanal @5 in die Hauptverteilungsleitung 16 gedrückt wird.
Eine Regeleinrichtung 17, beispielsweise ein Thermostat, Hygrostat oder eine anders
durch den Druck oder die Geschwindigkeit der vorbeiströmenden Luft beeinflußte Vorrichtung,
ist durch Druckluft-oder Flüssigkeitsleitungen 18 mit Servomotoren 19 bzw. 2o verbunden,
welche die Stellung der Klappen 4 und 8 bzw. io regeln. Außerdem ist noch an die
Leitung 18 eine Regeleinrichtung 21 angeschlossen, welche die Zerstäubervorrichtung
oder die Heizvorrichtung in der Kammer 6 der Luftbehandlungsvorrichtung 5 beeinflußt.
-
Mit 25 sind Verteilerleitungen bezeichnet, welche von der vorzugsweise
abnehmenden Querschnitt aufweisenden Hauptleitung 16 abzweigen. Die Verteilerleitungen
25 stehen mit den Kabinen 26 durch kurze Stutzen 27 in Verbindung.
-
In den Fig. 2, 3 und 4 sind mit 27 wiederum diese kurzen Stutzen bezeichnet,
welche behandelte Luft in die Kabine 26 fördern. Jeder Stutzen 27 mündet in ein
Kopfstück 3o, durch das die Luft den Düsen 31 gleichmäßig zugeführt wird. Diese
Düsen 31 sind aufwärts gerichtet in einer Kammer 32, welche von der Kabine 26 abgetrennt
ist, angeordnet.
-
Nach der Fig. 2 ist diese Kammer 32 in einer Ecke der Kabine 26 aufgestellt
und durch die Wand 33 von dieser getrennt, wobei die Wand 33 an ihrem unteren Ende
eine öffnung mit jalousieartigen Klappen 34 aufweist. Am oberen Teil der Kammer
3z befindet sich eine bewegliche Haube 35, welche eine öffnung 36 besitzt, durch
welche die Luft in die Kabine 26 austritt. Mit 37 (s. Fig. 3 und 4) ist die obere
Wandfläche der Kammer 32 bezeichnet und mit 38 ein kreisförmiger vertikaler Flansch,
welcher von der Fläche 37. absteht und eine Öffnung 39 umschließt, durch welche
die Luft aus der Kammer 32 nach oben in die Haube 35 eintreten kann.
-
Die Haube 3 5 weist zylindrische Form auf und ist mit Rollen 4o auf
der oberen Kante des Flansches 38 drehbar angeordnet. Die obere Fläche 43 der-Haube
35 ist geschlossen. InneYhalb der Haube sind eine Anzahl unter sich paralleler,
vertikaler Bleche 44 angeordnet, wobei das mittlere Blech bei 45 nach unten verlängert
und mit einer vertikalen Welle 47 verbunden ist. Die Welle 47 ist mittels eines
Kegelradgetriebes 5o, 51 mit einer horizontalen Welle 52 verbunden, die anihrem
freien Ende mit einem Regelknopf 53 versehen ist. Durch Drehen des - Knopfes 53
kann die Richtung, in welcher die Luft in die Kabine eingeführt werden soll, beliebig
verändert werden, und erforderlichenfalls können die seitlichen Sektoren 61 und
62, welche' durch die Haube und die beiden äußersten Bleche 44 gebildet werden,
durch Bleche abgedeckt werden (vgl. Fig. 3 und 4), so daß in diese Sektoren keine
Luft gelangt.
-
In der Fig. 3 zeigen die Pfeile 6o die Richtung an, in welcher die
Luft in die Kabine 26 ausströmt,- wenn die Haube sich in ihrer normalen, d. h. mittleren
Lage befindet.
-
Der Luftstrom der Düsen 31 saugt aus der ! t
Kabine 26 durch
die jalousieartigen Klappen 34 Rückluft an. Die Mischung der behandelten Luft mit
der angesaugten Rückluft erfolgt; in der Kammer 32. Die gemischte Luft strömt sodann
durch die Öffnung 39 in die Haube 35, von. wo, insbesondere wenn Bleche 44 vorgesehen
sind, die Luft in parallelen Strömen, wie durch die Pfeile 6o ge"eichnet, in die
Kabine austritt.
-
Die aus der Haube 35 austretende Luft ist hauptsächlich horizontal
gerichtet, so daß infolge der Anbringung der Haube- nahe der KabinendeclEe
der Luftstrom über die Köpfe der_Bewohner hinweggeht und daher keine Zugerscheinungen
verursacht.
-
In den Fig. 5 und 6 sind an Stelle der Haube 35 Klappen 64 vorgesehen,
die innerhalb einer Öffnung 63 der Wand 33 angeordnet sind. Diese Klappen sind in
ihrer Mitte mittels Zapfen 65 -derart gelagert, daß die Lagerstellen sich
in einer Ebene mit der inneren Seite der Wand 33 befinden.
-
Die einzelnen Klappen können durch eine Schwenkvorrichtung 66, welche
mit einer entsprechenden, .durch den Bewohner der Kabine bedienbaren Regelvorrichtung
in Verbindung steht, untereinander verbunden sein. Um die Bewegung der äußersten
Klappen zu ermöglichen, .sind die Kanten der Wand 33 gemäß Abb. 5 nach außen hin,
wie bei 67 gezeichnet, abgeschrägt. Außerdem können -die Klappen 64 eine nach abwärts
gerichtete Verlängerung 68 aufweisen (Fig. 6), die als Leitblech für die Luft dient.
An Stelle der Abschrägung der Seitenkanten der Wandöffnung 63 können die Klappen
auch in verschiedenen Breiten ausgeführt sein, und zwar derart, daß die Breite nach
den äußersten Klappen hin ab-
nimmt. In diesem Falle sind
die Zapfen dei äußersten Klappen in einem bestimmten Abstand von den Mauerkanten
gelagert.
-
Außer der Vorrichtung zur Verstellung der Klappen bzw. der Haube kann
auch in die Frischluftzuführung eine selbsttätige oder von Hand einstellbare Regelvorrichtung
eingeschaltet sein. Diese Regelvorrichtung kann z. B. aus einer Drosselvorrichtung
bestehen, welche mittels eines Handgriffes 30a -die Zufuhrleitung 3o der Luft oder
mittels eines Handgriffes 3ia den Düsenquerschnitt beeinflußt. Durch die Vergrößerung
bzw. Verkleinerung des Düsenquerschnittes wird die durch die Öffnung 3q. angesaugte
und damit auch die in die Kabine 26 eingeführte Luftmenge beliebig geregelt. Es
können auch mehrere Düsen 3 i zur Verwendung kommen, die vorzugsweise eine schmale
und langgestreckte. Form aufweisen.
-
Mit Vorteil wird der Erfindungsgegenstand auf Schiffen verwendet,
welche in _tropischen Zonen verkehren, wobei dann rät erdüftbehändlungsvorrichtung
vorzugsweise noch eine Kälteanlage verbunden ist. In solchen Fällen werden die Vorrichtungen
zur Regelung der aus den Düsen austretenden Luftmengen in jeder Kabine angeordnet,
da beträchtliche Temperaturunterschiede zwischen der der Sonnenseite aasgesetzten
Schiffsseite und der der Schattenseite zugewandten Schiffsseite auftreten können,
so daß eine geeignete Regelung der Luftmengen jeder einzelnen Kabine eine große
Ersparnis an Frischluft bewirkt. Außerdem kann, da die Frischluft in den Verteilerleitungen
verhältnismäßig hohen Druck besitzt, die Luft bei Axiordnung von Mengenregelvorrichtungen
in jeder einzelnen Kabine bedeutend gleichmäßiger über alle Kabinen verteilt werden,
so daß die am nächsten der Luftbehandlungsvorrichtung gelegenen Kabinen nicht unverhältnismäßig
viel Luft bekommen, während die entfernter gelegenen Kabinen entsprechend weniger
Luft erhalten.
-
Infolge der verhältnismäßig geringen Luftmengen, die bei Anwendung
des Erfindungsgegenstandes jeder einzelnen Kabine zugeführt werden, kann das gesamte
Leitungssystem sehr einfach und mit geringen Durchmessern versehen werden, ohne
daß die Lüftung der einzelnen Kabinen darunter leidet. Unter Umständen ist es zweckmäßig,
die in die Räume 26 eingeblasene Luft nicht oder nur zum geringen Teil von dort
ins Freie austreten zu. lassen, vielmehr einen Teil als Umluft der Luftbehandlungsvorrichtung
5 durch die öffnungen 7 oder 9 wieder zuzuführen. Hierdurch können erhebliche Ersparnisse
erzielt werden.