DE55203C - Mehrleitersystem für die Vertheilung elektrischer Energie - Google Patents
Mehrleitersystem für die Vertheilung elektrischer EnergieInfo
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- DE55203C DE55203C DENDAT55203D DE55203DA DE55203C DE 55203 C DE55203 C DE 55203C DE NDAT55203 D DENDAT55203 D DE NDAT55203D DE 55203D A DE55203D A DE 55203DA DE 55203 C DE55203 C DE 55203C
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- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02J—ELECTRIC POWER NETWORKS; CIRCUIT ARRANGEMENTS OR SYSTEMS FOR SUPPLYING OR DISTRIBUTING ELECTRIC POWER; SYSTEMS FOR STORING ELECTRIC ENERGY
- H02J1/00—Circuit arrangements for DC mains or DC distribution networks
- H02J1/08—Three-wire DC power distribution systems; Systems having more than three wires
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Patentirt im Deutschen ReicKe vo:Ai 24·.-Mai 1889 a.b.
Unter Mehrleitersystem versteht man im
Gegensatz zum Zweileitersystem eine elektrische Schaltung, bei welcher mehr als zwei Leitungen
Verschiedenen Potentials in der Art zur Verwendung kommen, dafs zwischen je zwei benachbarte
Leiter Lampen öder sonstige Stromaufnehmer in beliebiger Anzahl parallel geschaltet
werden-, während die auf diese Weise gebildeten Gruppen hinter einander geschaltet
sind; je nach der Anzahl· dieser Gruppen bezw. der dieselben bildenden Leitungen verschiedenen
Potentials unterscheidet man Dreileiter-, Vierleitersystem
u. s. w. Die Leitungen gröfster Potentia]differenz: werden als Aufsenleiter, die
übrigen als Innenleiter bezeichnet.
Damit nun bei beliebiger Vertheilung der Stromaufnehmer auf die einzelnen Gruppen,
also bei beliebigem Gruppenwiderstand ,· nicht etwa in allen Gruppen dieselbe Stromstärke
herrsche,· wie dies bei der älteren sogen.
Hintereinanderschaltung von Gruppen nothwendig eintreten mufste,: sondern damit vielmehr
jede Lampe unabhängig von der Anzahl der in- der Gruppe brennenden Lampen stets
normalen, also jede Gruppe ihrer jeweiligen Belastung entsprechend veränderlichen Strom
erhalte^ mufs in irgend einer Weise den minder belasteten Gruppen Strom entzogen, den
stärker belasteten Strom zugeführt werden.
Mit Hülfe: von Dynamomaschinen ist dies
bisher (vgl. D. R. P. No. 25:205) dadurch erreicht
worden-, dafs für jede Gruppe des
Systems eine besondere Maschine bezw. bei stärkerer Beanspruchung mehrere parallel geschaltete
besondere Maschinen Verwendung fanden.
Diese Anordnung erfordert indessen nicht
blos eine grofse Anzahl von Dynamomaschinen, insbesondere beim höheren Mehrleitersystem,
sondern auch deren Verbindung mit sämmtlichen
Mehrleitern, also, wenn die Strornerzeugurigsstelle von dem Vertheilungsrietz entfernt
liegt, die Hinaüsführuiig von mehr als zwei
Kabeln in jeder Fernleitung.
Die vorliegende Neuerung sucht beiden Uebelstäriden abzuhelfen, und zwar dadurch,
dafs statt einzelner Betriebsmaschinen für jede Gruppe nur eine einzige Hauptdynamomaschine
für den eigentlichen Betrieb angeordnet wird (bezw. mehrere solche Maschinen in Parallelschaltung
verwendet werden), und dafs ferner die verhältnifsmäfsig geringen, bei wechselnder
Belastung den einzelnen Gruppen zuzuführenden bezw. zu entziehenden Strommengen von
kleinen, als Zwischenmaschinen zu bezeichnenden Dynamomaschinen, welche innerhalb der
Gruppen zur Vertheilung kommen, geliefert bezw. aufgenommen werden.
Der Arbeitsbedär'f einer Zwischenmaschine
kann nach" dem: Erörterten nie ein sehr erheblicher sein, da- er nur durch den Unterschied
der" Grüppenbelastungeri bedingt wird. Aufserdem
wird beim höheren Mehrleitersystem fast
immer die eine- Zwischenmaschirie Strom aufnehmen,-alsomotorisch
wirken, während die aridere' Strom liefert, also Arbeit verbraucht,
sro dafs insbesondere hier zum gemeinsamen
Antrieb der Zwischenmaschirieh eine ganz geringe Arbeit genügt. In jedem Falle: verbleibt
die wesentliche Arbeitsleistung der Hauptdynamomaschine, während die Zwischenmaschi-
nen hauptsächlich zur Erzeugung der Spannung für die einzelnen Gruppen dienen.
Hiermit aber ist nicht blos dem ersten
Üebelstande abgeholfen, da die Anlage nunmehr die Verwendung weniger grofser Betriebsdynamos gestattet, sondern auch der zweite
vorerwähnte Nachtheil läfst sich vermeiden, wenn man nur die Zwischenmaschinen nicht
in der Station, sondern an geeigneten Punkten im Netz selbst aufstellt und durch Elektromotoren
antreibt, welche . man zwischen die Aufsenleitungen schaltet. Denn dann fallen die
Innenleiter der Fernleitungen fort; der aus dem Wechsel der Energieformen her vorgehende
Arbeitsverlust aber kann bei der Kleinheit der von den Zwischenmaschinen beanspruchten
Gesammtarbeit nicht in Betracht kommen. Die zuletzt beschriebene Anordnung, welche das
Mehrleitersystem hinsichtlich der Erzeugungsstelle auf ein einfaches Zweileitersystem zurückführt,
gewährt aufserdem noch den besonderen Vortheil gegenüber der bisher gebräuchlichen
Anordnung, dafs die Ausgleichung des Spannungsverlustes in den Fernleitungen in ebenso
einfacher Weise wie beim Zweileitersystem nach irgend einer der hierfür geeigneten Methoden
erfolgen kann; die im Netz aufgestellten Zwischenmaschinen werden dann für constante
Klemmenspannung eingerichtet. Stellt man die Zwischenmaschinen in der Station auf, so steht
hinsichtlich des Einflusses der Fernleitungswiderstände das neue System dem bisherigen gleich;
die Zwischenmaschinen werden auch hier constante Klemmenspannungen erhalten können,
ohne weitere Hülfsmittel, sofern die Fernleitungswiderstände gering genug sind.
Dementsprechend kann auch die Bauart der Hauptdynamomaschine ebenso wie der Zwischendynamos
beliebig sein, sofern sie nur die vorliegende Schaltung ermöglicht. Ausgeschlossen
ist deshalb nur die einfache directe Wickelung. Denn sämmlliche Maschinen haben hier dauernd
eine elektromotorische Kraft in gleichbleibendem Sinne zu erzeugen: die Zwischenmaschinen
auch dann, wenn die Stromrichtung im Anker wechselt; die Maschine mit directer Wickelung
aber würde in solchem Falle in entgegengesetztem Sinne elektromotorisch wirken, wenn
sie, wie hier überall vorausgesetzt wird, dauernd in gleicher Richtung und mit gleichbleibender
Geschwindigkeit angetrieben wird. Verwendbar ist — von ihrer Regulirung abgesehen —
jede (einfache oder zusammengesetzte) Maschine, welche beim Richtungswechsel des
Ankerstromes innerhalb einer der Gröfse der Anlage entsprechenden Stromstärke den Sinn
(oder das Vorzeichen) ihrer elektromotorischen Kraft nicht ändert.
Aufserdem mufs, wenn die Hauptdynamomaschine stets und unter allen Umständen,
j auch bei zufälligen Störungen, im wesentlichen die für die Anlage erforderliche elektrische
Energie hergeben soll,- in. der Hauptmasc'hine die Umkehr der Stromrichtung von
vornherein unmöglich sein. Wollte man nun etwa in jede einzelne Gruppe des Systems
eine Zwischenmaschine legen, so könnte bei der praktischen Schwierigkeit des genauen
Regulirens von Dynamomaschinen, unter Umständen, wenn· die Klemmenspannungen der
Zwischenmaschinen zusammen gröfser würden als die Klemmenspannung der Hauptmaschine,
der erwähnte Fall eintreten. Deshalb ist das vorliegende System nur unter der Einschränkung
ausführbar, dafs (von mehrfacher Ausführung in Parallelschaltung abgesehen) die
(einfache) Anzahl der Zwischenmaschinen stets mindestens um eins kleiner ist als die Anzahl
der Gruppen bezw. um zwei kleiner als die Zahl der Mehrleiter. Das Dreileitersystem kann
also nur eine, das Fünfleitersystem höchstens drei Zwischenmaschinen erhalten u. s. w. Dies
gilt ebensowohl bei Zwischenmaschinen für einzelne Gruppen, als wenn in der sogleich zu
erörternden Weise Zwischenmaschinen angewendet werden, welche mehrere Gruppen überspannen.
Das der gegenwärtigen Neuerung zu Grunde liegende Princip nämlich läfst sich nun wieder
auch auf die Zwischenmaschinen ausdehnen, indem man eine Zwischenmaschine gewissermafsen
als Hauptzwischenmaschine für mehrere Gruppen anordnet und wieder der um eins verminderten Zahl dieser Gruppen Maschinen
zutheilt. Auf diese Weise ergiebt sich eine grofse Anzahl von möglichen Combinationen,
von welchen die Zeichnung in den Fig. ι bis 5 einige Beispiele darstellt bis zum Sechsleitersystem hinauf. Praktisch läfst sich die
Schaltung der Zwischenmaschinen danach etwa in folgender Weise ausführen: Man kann die
Zwischenmaschinen unter einander mit gleichnamigen Polen verbinden und entweder an
eine Aufsenleitung (Fig. i) oder an eine Aufsenleitung und an eine oder mehrere Innenleitungen
schalten (Fig. 2), oder man kann beide Fälle in der aus den Fig. 3 und 4 ersichtlichen
Weise vereinigen. Man kann aber auch die Zwischenmaschinen unter einander mit den
ungleichnamigen Polen (Fig. 5 β und 57) oder
gar nicht mit einander, sondern nur mit der Hauptmaschine verbinden (Fig. 5 a). Für den
Fall des directen Antriebes der Zwischenmaschinen kann man noch die besondere Einrichtung
treffen, dafs zu Zeiten geringen Stromverbrauches die Hauptmaschine ganz ausgeschaltet
wird und der Betrieb durch die Zwischenmaschinen allein erfolgt, wenn zu
diesem Zweck eine überzählige Zwischenmaschine aufgestellt wird; man kann dann in
der in Fig. 6 skizzirten Weise die eine Aufsen-
leitung mittelst eines Umschalters W entweder mit der Hauptmaschine oder mit der überzähligen
Zwischenmaschine verbinden. Statt der Anordnung der Zwischenmaschinen in Fig. 6 sind natürlich auch irgend welche
andere Anordnungen mit einer freien Aufsenleitung, wie z. B. diejenigen in den Fig. ι
und 2, in diesem Falle statthaft.
.. Die Spannung der nur von der Hauptmaschine überbrückten Gruppe wird in allen
vorerwähnten Fällen dennoch, wenn auch indirect, bestimmt; nämlich durch den Unterschied
zwischen der Spannung der Hauptmaschine und derjenigen einer oder mehrerer
. Zwischenmaschinen. Nach dem Erörterten liegt aber auch die Möglichkeit vor, die Anzahl der
Zwischenmaschinen um mehr wie eins kleiner zu wählen als die Zahl der Gruppen, in welchem
Falle natürlich nur die Summenspannung der zwei oder mehreren übrig bleibenden
Gruppen,, nicht die Spannung dieser Gruppen selbst, durch Dynamomaschinen bestimmt ist.
Es können indessen Fälle vorkommen, in welchen diese Anordnung genügt, da das Verhältnifs
der Spannungen dieser Gruppen zu einander etwa schon auf andere Art gesichert ist,
beispielsweise dadurch, dafs ihre Widerstände in constantem Verhältnifs zu einander stehen.
Um auch für solche Fälle die Ausführung des Grundprincips anzudeuten, sind in den Fig. 7
und 8 einige derartige Schaltungen skizzirt. Fig. 8 geht von der besonderen Annahme aus,
dafs die Widerstände symmetrischer Gruppen einander dauernd gleich seien; in diesem Falle
hätte der Mittelleiter stets das Potential ο und könnte somit im Netz ganz oder streckenweise
durch die Erde ersetzt werden, wie durch die punktirten Linien angedeutet ist. Die Zwischenmaschinen
sind, wie ersichtlich, in den Fig. 7 und 8 weder mit einander, noch mit der Hauptmaschine direct verbunden. Hiervon
ausgehend, soll in der Fig. γγ noch besonders
angedeutet werden, wie sich in allen Fällen eine solche Verbindung durch Anwendung von
Doppelleitern vermeiden liefse, ohne das Grundprincip zu verändern.
In theoretischer Beziehung mag schliefslich noch hervorgehoben werden, dafs die der
gegenwärtigen Neuerung zu Grunde liegende Schaltung schon an sich im Princip von der
Hintereinanderschaltung, wie von der Parallelschaltung verschieden ist. Es wird nämlich
zwar wie bei der letzteren ein Paar gleichnamiger Pole je zweier Maschinen (aufser in den
Fig. 7 und 8) mit einander verbunden, nicht aber auch das andere Paar; vielmehr besteht
zwischen den beiden anderen gleichnamigen Polen eine erhebliche Potentialdifferenz, und
gerade diese wirkt als elektromotorische Kraft in den nutzbaren Widerständen einer bezw.
mehrerer Gruppen des Systems. Für die Fig. 7 und 8 gilt das zuletzt Gesagte hinsichtlich
beider Polpaare.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Mehrleitersystem für die Vertheilung elektrischer Energie, bestehend aus:a) einer Dynamomaschine zwischen denAufsenleitungen (Hauptdynamomaschine) bezw. mehreren parallel geschalteten derartigen■ Maschinen;b) einer beliebigen Anzahl von Dynamomaschinen, deren Klemmenspannung niedriger ist als diejenige der Hauptmaschine, und entweder constant bleibt oder doch auch bei Umkehrung der Stromrichtung (zufolge Gegenwirkung der übrigen Maschinen) nie Null wird oder ihr Vorzeichen ändert, welche Dynamomaschinen (Zwischenmaschinen) zum Zweck der Erzeugung der Spannung für je eine oder mehrere Gruppen zwischen beliebigen Leiterpaaren entweder einzeln oder zu mehreren parallel eingeschaltet werden, so jedoch, dafs die einfache Anzahl der Zwischenmaschinen im Höchstbetrage um eins geringer ist als die Anzahl der hinter einander geschalteten Gruppen von Stromaufnehmern. .Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE55203C true DE55203C (de) |
Family
ID=329744
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT55203D Expired - Lifetime DE55203C (de) | Mehrleitersystem für die Vertheilung elektrischer Energie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE55203C (de) |
-
0
- DE DENDAT55203D patent/DE55203C/de not_active Expired - Lifetime
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