DE55049C - Verfahren zur direkten Herstellung beliebiger Eisensorten im Hochofen - Google Patents
Verfahren zur direkten Herstellung beliebiger Eisensorten im HochofenInfo
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Classifications
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- C21B5/00—Making pig-iron in the blast furnace
- C21B5/001—Injecting additional fuel or reducing agents
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Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
Es ist eine längst bekannte Thatsache, dais durch die Verbindung von Kohlenstoff in gasförmigem
Zustande mit Sauerstoff über 100 pCt. mehr Wärme-Einheiten erzielt werden, als
wenn die Verbindung 'des Sauerstoffes mit der Kohle in fester Form stattfindet, vorausgesetzt,
dafs eine totale Verbrennung durch richtige Anordnung erzielt wird. Daher rührt auch
die Bestrebung neuerer Zeit, zu Heizungszwecken aller Art Brennmaterial in Gasform
an Stelle der festen Kohle zu verwenden.
Wenn irgendwo, so mufs sich dieser aufserordentliche Gewinn im Eisenhüttenwesen, dem
gröfsten Koblenconsumenten, ganz speciell aber im Hochofenbetrieb erweisen, wenn es gelänge,
auf praktische Weise das leicht zu erzeugende Gas an Stelle der Kohlen" oder Koks im Hochofen
treten zu lassen.
Untrennbar verbunden mit diesem Gedanken ist aber sofort ein anderer Vortheil, den die
Anwendung gasförmigen Brennmaterials an Stelle der festen Kohle im- Hochofen notwendigerweise
zur Folge haben mufs, das ist das viel gröfsere Fassungsvermögen an Erzen und Zuschlagen . in demselben Volumen eines
Ofens, da ja natürlich aller jener Raum, den die Kohle in Anspruch nimmt, also etwa Y3
des ganzen Inhalts, frei wird.
Die Production eines gleich grofsen Hochofens, z. B. mit Gasheizung im Vergleich eines
solchen mit fester Kohle, müfste also in jenem Verhältnifs gröfser werden. Bei Neuanlagen
würde man den Ofen so viel kleiner bauen dürfen und könnte von den ungeheuren Dimensionen,
die die Hochöfen nachgerade angenommen haben, wieder absehen, ohne die Productionsfähigkeit zu reduciren, und sparte
dann die ungeheuren Summen todten Kapitals nebst Zinsen, wodurch allein schon eine wesentliche
Verminderung der Selbstkosten erzielt würde.
Die in Vorstehendem angedeuteten Vortheile bei der Eisenerzeugung zu verwirklichen, ist
Zweck meiner Erfindung.
Der Erfolg wird zweifellos sein, wenn die Vorbereitungs-, Reductions-, Kohlungs-, Schmelz-
und Veredelungszonen am richtigen Ort im Ofen sich befinden, oder wenn die denselben
entsprechenden Zersetzungen zur richtigen Zeit und im richtigen Verhältnifs stattfinden können.
Um dies zu erreichen, lasse ich die Gase in dem der vorzunehmenden Reaction entsprechenden
Verhältnisse durch Düsen einblasen, welche vertical oder horizontal direct über oder neben
einander, oder auch doppel- und mehrwandig, event, auch injectorartig combinirt sein können.
Vorausgesetzt als selbstverständlich ist, dafs das zur Verwendung kommende Gas, erhitzte Luft,
event, überhitzter Dampf, in besonderen Generatoren erzeugt, in genügender Menge stets
vorräthig ist und jedes für sich allein oder mit einem oder mehreren anderen combinirt
in regulirbarem Verhältnifs durch Anwendung oben beschriebener einstellbarer Düsen zu handhaben
ist.
Um den Gang des Schmelzprocesses in einem . nach meinem Verfahren construirten
bezw. betriebenen Ofen zu verfolgen, sei angenommen, der Ofen sei in Betrieb, wobei
die Inbetriebsetzung zu erfolgen hat, als geschehe der Betrieb auf gewöhnliche Weise mit
festem Brennmaterial, und erst wenn der Gang
so richtig geregelt ist, wird allmälig zum neuen Verfahren übergegangen, indem nach und nach
die Beschickung von fester Kohle oder Koks ausgesetzt wird, und das Einblasen von Gas an
deren Stelle tritt. Die in der Vorbereitungszone zur Aufnahme von Kohle aufgelockerten
und vorbereiteten Erze erhalten durch zeitweiliges Geben von überschüssigem Kohlengas,
auch durch die vorbeschriebenen Düsen der Schmelzzone, welches dann Mangels der nöthigen
Verbrennungsreagentien in der Schmelzzone nur höchstens zu Kohlenoxydgas oxydirt, ihre nothwendige-Kohlung,
um so in bester Weise für den Schmelzprocefs vorbereitet zu sein. Es sei hier gleich erwähnt, dafs mein Verfahren
wesentlich verschieden ist von dem in England und Amerika einige Zeit ausgeübten Bull'schen
Verfahren.
Derselbe benutzte nur Wassergas und Luft, jedoch jedes für sich allein und an entgegengesetzten
Stellen des Ofens einführend, wodurch eine ^rationelle, d. h. vollständige und
rapide Verbrennung unmöglich war, daher auch die so betriebenen Oefen kaltgeblasen wurden.
Auch fehlte diesen Bull'schen Gasen der nöthige Kohlenstoff.
Nachdem man nun glaubt annehmen zu dürfen, dafs die Erze durch Reduction und
Kohlung zum Schmelzprocefs genügend vorbereitet sind, läfst man durch die vorbeschriebenen
combinirten event, injectorartigen, regulirbaren Düsen, Kohlen- und Wassergase oder
überhaupt Kohlen oder Kohlenwasserstoffe in jeder möglichen Form und Verbindung in
solchem Verhältnifs mit erhitzter Luft event, überhitztem Dampf, Petroleum und . andere
ähnliche Kohlenwasserstoffe, sowie auch fein zerkleinerte Anthracit-, Glasflamm- und andere
Kohlen, welche vermittelst der erhitzten Luft oder des überhitzten Wasserdampfes oder in
sonst einer Weise durch die Düsen eingeblasen werden, -— können event, das Kohlengas theilweise
oder auch wohl ganz ersetzen — gleichzeitig eintreten, so dafs eine vollständige und
rapide Verbrennung stattfinden mufs, um so die gröfstmögliche Hitze zu erzeugen, welche
erforderlich ist, um einen jeden Anforderungen entsprechenden Schmelzprocefs herbeizuführen.
Dafs man mit solcher Einrichtung den Betrieb eines Hochofens oder ähnlichen Schmelzofens
bezw. die Regulirung des Ganges vollständig in der Hand hat, bedarf wohl kaum
der Erwähnung.
Um nun Eisen mit beliebigem Kohlenstoffgehall erzeugen zu können, Spiegeleisen mit
höchstem C-Gehalt bis zu halbirtem Roheisen von nur ganz geringem Gehalt, sowie Giefsereieisen
jeglicher Art, einschliefslich Bessemereisen, Stahl- und Flufseisen, schaffe ich in dem
Herd des Ofens, der event.' auch beweglich sein kann, eine Veredelungszone, indem ich
ebenfalls dafür Vorsorge treffe, dafs mittelst der vorbeschriebenen Düsenanordnung ein beliebig
mischbares Gasgemenge mit oder ohne erhitzte Luft, event, überhitzten Dampf eingeblasen
wird, wodurch der im flüssigen Eisen enthaltene Kohlenstoff etc. beliebig verändert
werden kann.
Eine ovale Ofenform in der Schmelzzone dürfte wohl einer runden Form vorzuziehen
sein.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur directen Erzeugung beliebiger Eisensorten in einer einheitlichen Operation im Hochofen, dadurch gekennzeichnet, dafs nach anfänglicher Inbetriebsetzung des Ofens mit Koks an Stelle des letzteren Kohlenwasserstoffgase oder sonstige Kohlenstoffverbindungen, event, auch fein zertheilte Kohle, einzeln oder in Mischung, mit überhitzter Luft oder überhitztem Wasserdampf, durch besondere,, vertical über einander angeordnete horizontale Düsenreihen in regulirbaren Verhältnissen in den Ofen eingeführt werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE55049C true DE55049C (de) |
Family
ID=329604
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT55049D Expired - Lifetime DE55049C (de) | Verfahren zur direkten Herstellung beliebiger Eisensorten im Hochofen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE55049C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE928650C (de) * | 1945-01-28 | 1955-06-06 | Sueddeutsche Kalkstickstoff | Verfahren zur Verhuettung von Eisenerzen zur Erzeugung von Roheisen und Ferrolegierungen im Schachtofen |
| EP0336121A3 (de) * | 1988-03-31 | 1991-04-03 | Linde Aktiengesellschaft | Verfahren zum Betreiben eines Kupolofens |
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- DE DENDAT55049D patent/DE55049C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE928650C (de) * | 1945-01-28 | 1955-06-06 | Sueddeutsche Kalkstickstoff | Verfahren zur Verhuettung von Eisenerzen zur Erzeugung von Roheisen und Ferrolegierungen im Schachtofen |
| EP0336121A3 (de) * | 1988-03-31 | 1991-04-03 | Linde Aktiengesellschaft | Verfahren zum Betreiben eines Kupolofens |
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