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Rundkettenwirkmaschine Gemäß dem Patent 511 134. werden die Nadeln
einer Rundkettenwirkmaschine an einer Taumelscheibe in senkrechter Stellung befestigt,
während die Platinen am Maschinengestell gelagert und radial zur Achse des Nadelkreises
durch Kurvenscheiben verstellbar sind. Diese Anordnung läßt sich auch umkehren,
indem man die Platinen an der Taumelscheibe anordnet und die Nadeln in waagerechter
Richtung radial zur Achse des Platinenkreises durch eine Kurvenscheibe verstellbar
einrichtet. Hierbei bietet aber die richtige Führung der Nadeln Schwierigkeiten,
die sich .durch eine andere Anordnung überwinden lassen, indem man die Nadeln in
senkrechter Stellung fest an einem ruhenden Kranz anordnet und die Platinen auf
einer Taumelscheibe radial verschiebbar lagert.
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Eine derartige Anordnung ist in der anliegenden Zeichnung als Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt.
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Der Lagerzapfen 2 ist fest mit dem Maschinengestell verbunden, so
daß er keine Bezvegung, insbesondere keine Drehbewegung ausführen kann. Er trägt
unter anderem fest und unverdrehbar den radartig gestalteten Lagerkörper 5o, an
dessen Kranz 51 die Nadeln 15 in senkrechter oder geneigter Stellung befestigt sind,
so daß sie keinerlei Bewegung während des Wirkvorganges ausführen. Auf den oberen
Teil des Tragzapfens 2 ist drehbar die Buchse 3 aufgesteckt, deren Hauptteil geneigt
zur Achse des Tragzapfens 2 abgedreht ist. Auf diesem schrägstehenden Teil der Buchse
3 ist die Taumelscheibe 7 gelagert. Sie wird durch einen Anschlag 8, dereine fein
einregelbare Stellschraube 8o trägt, an Drehbewegungen gehindert, so daß sie beim
Umlauf der Buchse 3 eine taumelnde, aber keine drehende Bewegung ausführen kann.
Der Antrieb der Buchse 3 erfolgt mit Hilfe des mit ihr fest verbundenen Zahnkranzes
4. durch das Antriebsrad 5, das in irgendeiner Weise von einer Kraftquelle gedreht
wird. Der Außenrand der Taumelscheibe 7 besitzt radial gerichtete Einfräsungen,
in denen die Platinen 21 verschiebbar gelagert sind, so daß sie radial zur Achse
der Taumelscheibe 7 verstellbar sind. Durch die Taumelbewegungen der Scheibe 7 werden
die genannten Platinen 21 senkrecht auf und nieder bewegt. Außerdem werden sie noch
radial zur Achse der Taumelscheibe 7 waagerecht hin und her bewegt. Auf diese Weise
führen sie alle Bewegungen aus, die im Zusammenspiel mit den Nadeln 15 zur Maschenbildung
und zum Abschlagen der fertigen Maschenreihen erforderlich sind. Dabei schreitet
diese Bewegung stetig im Kreise längs der Nadelreihe 15 fort, wodurch ein ununterbrochenes
Arbeiten ermöglicht wird.
Die radialen Verschiebungen der Platinen
21 auf der Taumelscheibe 7 werden durch eine Kurvenscheibe 25 vermittelt, die durch
die Arme 28 von einer Nabe 29 getragen wird, die fest mit der Buchse 3 verbunden
ist, so daß von dieser die Kurvenscheibe 25 mitgenommen wird. Der Ansatz der Buchse
3, der die Nabe 29 aufnimmt, ist gleichachsig zu demjenigen Lagerteil abgedreht,
auf dem die Taumelscheibe 7 ruht. Hieraus erkennt man, daß die Kurvenscheibe 25
stets in der richtigen Lage in bezug auf die Taumelscheibe 7 gehalten wird. Zwischen
den an ihr befestigten Führungsteilen 26 und 27 greift sie an den Nasen 24. der
Platinen 21 an, so daß diese beim Umlauf der Kurvenscheibe 25 entsprechend der Gestalt
der Führungsringe 26 und 27 verschoben werden. Die Platinen 21 besitzen im übrigen
die aus dem Hauptpatent ersichtliche Gestalt. Ihre Bewegung läßt sich unschwer derart
einrichten, daß das richtige Zusammenspiel mit den Nadeln 15 gewährleistet wird.
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Die zu verarbeitenden Fäden 55 werden mit einer oder mit mehreren
Lochnadeln von oben her den Nadeln zugeführt, wobei die Lochnadelreihen in entsprechendem
Abstand voneinander anzuordnen sind, so daß eine Bedienung der Wirkwerkzeuge möglich
ist. Zu diesem Zweck sind die Lochnadelreihen parallel zueinander mit gewissem Abstand
voneinander anzuordnen. Außerdem kann auch die eine Lochnadelreihe waagerecht und
die andere senkrecht stehen. Die Ware 45 wird bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
nach oben abgezogen.
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Die beschriebene Einrichtung kann in der mannigfachsten Weise abgeändert
werden. Insbesondere ist es nicht notwendig, die Kurvenscheibe 25 auf einem Ansatz
der Buchse 3 zu lagern. Man könnte sie auch in Führungen abstützen, die von der
Taumelscheibe 7, insbesondere von deren äußeren Kranzteilen getragen werden, wobei
die Kurvenscheibe 25 durch Mitnehmer von der Buchse 3 gedreht werden müßte.
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Ferner besteht die Möglichkeit, nicht nur die Platinen, sondern auch
die Nadeln auf je einer Taumelscheibe zu lagern, wobei sich die einander gegenüberliegenden
Teile beider Scheiben vorzugsweise stets entgegengesetzt zueinander bewegen müßten.
Da sich in diesem Fall die gegenseitige Gesamtbewegung auf zwei Scheiben verteilt,
braucht jede nui halb so -weite Ausschläge auszuführen, als -wenn sie allein zu
bewegen -wäre, -was die Schleuderkräfte vermindert. Man könnte dabei jede Taumelscheibe
durch eine besondere Buchse 3 antreiben oder die beiden Buchsen miteinander vereinen,
wobei sich die Achsen der beiden schrägen Abdrehungen für den Antrieb der Taumelscheiben
unter einem stumpfen Winkel schneiden müßten, aber keineswegs in einer Ebene zu
liegen brauchten.
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Besondere Aufmerksamkeit ist den Massenwirkungen der bewegten Teile
zu schenken. Der Schwerpunkt der Taumelscheibe 7 wird am besten derart angeordnet,
daß er in den Schnittpunkt 58 der Achse 56 des Tragzapfens 2 einerseits und der
Achse 57 der Buchse 3 andererseits fällt. Zu diesem Zweck muß die Taumelscheibe
7 eine glockenartige Gestalt erhalten, oder ihre Arme sind in der aus der Zeichnung
ersichtlichen Weise zu gestalten. Das Bestreben wird dahin gehen, den Schwerpunkt
möglichst in die Ebene der Nadelspitzen zu legen. Die Schleuderkräfte der Kurvenscheibe
25 werden am besten durch Gegengewichte abgefangen, so daß ein ruhiger Lauf der
Maschine gewährleistet werden kann.