DE511237C - Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Dampfdruckes im Leuchtrohre von Niederdruck-Metalldampflampen mit fluessigen Elektroden - Google Patents
Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Dampfdruckes im Leuchtrohre von Niederdruck-Metalldampflampen mit fluessigen ElektrodenInfo
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Description
Es ist seit Jahren bekannt, daß man eine intensive Bestrahlung, insbesondere kurzer
Wellenlängen, z. B. 253 μμ, mit luftgekühlten Quarz-Quecksilber-Dampflampen nur in
den ersten Sekunden nach der Zündung erhält. Man weiß, daß für die rasche Abnahme
dieser Strahlungen die durch die Lichtbogenwärme bedingte Steigerung des Dampfdruckes verantwortlich zu machen ist
ίο und hat darum für Kühlung durch Eintauchen
des ganzen Brenners in fließendes Wasser gesorgt. Bei dieser Anordnung muß aber die nutzbare Strahlung das Kühlwasser
und die Wand des Kühlers durchsetzen und erleidet dabei Verluste, die selbst bei Verwendung
reinsten Kühlwassers und Kühlerwänden aus durchsichtigem Quarzglas zu beachten sind. Dazu kommt noch, daß bei
dieser Außenkühlung des gesamten Brenners sich die Metalldämpfe andauernd in Tropfenform
auf der Innenseite des Leuchtrohres niederschlagen und eine weitere Schwächung der Strahlung bedingen. Obgleich man mit
Hilfe eines Magneten den letztgenannten Nachteil dadurch beheben kann, daß man den
Lichtbogen dicht an die Wandung drängt und dadurch auch den weiteren Vorteil gewinnt,
daß die von der Strahlung innerhalb des Brennerrohres zu durchsetzende Dampfschicht
stark vermindert wird, hat man damit einen Erfolg doch nur für wissenschaftliche
Zwecke erzielt, weil man auf diese Weise nur beschränkte Teile des Leuchtrohres behandeln
kann.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden nun diese Mängel dadurch behoben, daß man
den gewünschten niedrigen Dampfdruck nicht durch Kühlung des Leuchtrohres erreicht,
sondern durch Kondensräume, die mit den Polgefäßen verbunden sind und stark gekühlt
werden, oder aber durch Pumpeinrichtungen, welche die Dämpfe an den Enden der Leuchtrohre dauernd absaugen. Diese Maßnahmen
werden verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der im Brenner herrsehende
Dampfdruck nicht durch das Leuchtrohr selbst beeinflußt wird, sondern lediglich durch die Verdampfung der flüssigen Elektrode
bzw. Elektroden bedingt wird. Daraus zieht die vorliegende Erfindung zum ersten Male den Schluß, daß auch die Kühlung des
Brenners auf die flüssigen Elektroden bzw. deren Nähe zu beschränken sei. Da es durch
mit Hilfe von Flüssigkeiten gekühlte Kondensräume in der Nähe der flüssigen Elektroden
bei reichlichen Abmessungen gelingt, den Dampfdruck im Brenner sehr niedrig zu halten, gewinnt man den Vorteil, das Leucht-
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Arthur Kröner in Hanau a. M.
rohr, das bei diesen niedrigen Drucker außergewöhnlich lang ausfällt, ohne Behinderung
durch einen Kühler frei ausstrahlen lassen zu können, wobei selbst dann jede
Kondensation im Leuchtrohr vermieden werden kann, wenn mit Rücksicht auf besonders
temperaturempfindliche zu bestrahlende Stoffe doch ein Gas- oder Flüssigkeitsmantel in den
Strahlengang gebracht werden muß. ίο Eine Kühlung der flüssigen Elektroden
allein erweist sich nicht als ausreichend, selbst wenn sie durch kräftige Wasserspülung
bewirkt wird. Es ist unbedingt erforderlich, einen Kondensraum in der Nähe der Elektrode
anzuordnen. Am besten wird die flüssige Elektrode in dem Kondensraum
selbst untergebracht, der nicht nur reichliche Abmessungen erhält, sondern außerdem noch
mit Wasser oder anderen Kühlmitteln gekühlt wird, wie es beispielsweise die Fig. 1 zeigt,
nach der das Ende des Leuchtrohres r zentrisch in den Kondensraum 2 hineinragt, der
vom Kühler 3 mit seinen Zu- und Abwasserleitungen 4 und 5 umfaßt wird. 6 stellt die
Stromzuführung dar, die in Verbindung mit dem Quecksilber 7 steht. Der Lichtbogen
geht von einem kleineren oder größeren Teil der freien Oberfläche des Quecksilbers aus,
je nachdem die Elektrode als Kathode oder Anode dient. Der beim Brennen entwickelte
Dampf geht ebenfalls von der Oberfläche aus und strömt im allgemeinen senkrecht von ihr
ab, im vorliegenden Falle also nach oben. Da außerdem auch noch das Leuchtrohr nach
oben verlängert werden kann, wird der Dampf auf seinem Wege dahin auf den Kühlflächen
kondensiert.
Auch die untere Elektrode wird zweckmäßig mit einem Kondensraum ausgestattet
und mit Wasser gekühlt (Fig. 2). Benutzt man sie als Kathode, so ist das bekannte
Umherwandern des Fußpunktes nur günstig, ja man wird evtl. durch einen axialen Magneten
8 ein Kreisen der Kathode erzwingen, weil der Dampfstrahl dann nicht so leicht in
das Leuchtrohr trifft. Man kann aber auch durch weitere Maßregeln dasselbe erreichen.
Man kann z. B-. auch hier das Leuchtrohr tiefer in das Kondensgefäß hineinragen lassen,
wobei man diesen Teil ebenfalls doppelwandig halten und mit dem Wasser des Kühlmantels
kühlen kann, wie es die Fig. 3 zeigt. Ferner kann man der Mündung des Leuchtrohres
gegenüber eine Platte 9 oder ein Rohr 10 (in der Figur punktiert angedeutet) anbringen,
um den Lichtbogen umzulenken und den Dampf strom von ihm zu trennen und an
die Kühlwände zu leiten.
Hatten die bisher besprochenen Maß-So nahmen vornehmlich den Zweck, den mittleren
Dampfdruck in den Elektrodenräumen herabzusetzen und das Eintreten von Dampfströmen
und -strahlen in das Leuchtrohr zu verhindern, so kommt man noch einen Schritt
weiter, wenn man sich vergegenwärtigt, daß nicht der Druck in den Kondensräumen,
sondern im Leuchtrohr selbst für die Strahlungsausbeute der kurzen Wellen des Ouecksilberlichtbogens maßgebend ist. Dementsprechend
sind Anordnungen zu treffen, die im Leuchtrohr einen Druck herstellen,
der noch wesentlich niedriger als in den Kondensräumen ist. Derartige Einrichtungen
sind die Ouecksilberdampfpumpen der Hochvakuumtechnik. Man kann eine solche
Pumpe, wie in der Fig. 4 angedeutet, in der 12 den Pumpenkörper, n die Dampf düse
und 13 die Rückleitung des kondensierten Quecksilbers darstellt, während die kleineren
Zahlen ihre frühere Bedeutung behalten, so anordnen, daß der Dampfstrahl 11 konzentrisch
in das Ende des Leuchtrohres eintritt und in diesem den gewünschten Unterdruck
erzeugt. Die Beheizung der Pumpe könnte durch einen Teil des Vorschaltwiderstandes
der Lampe erfolgen. Immerhin wäre man gezwungen, den Kondensraum mit Rücksicht
auf die durch die Pumpe vergrößerten Dampfmengen reichlicher zu bemessen. Diesen
Nachteil kann man dadurch beheben, daß man die Elektrodenenergie selber zur Lieferung
des saugenden Dampfstrahls heranzieht. Nach Fig. 5 sitzt der Füßpunkt des Lichtbogens
innerhalb des gebogenen Ouarzrohres 14. Der Lichtbogen -geht durch die öffnung
11 zunächst nach oben, kehrt aber dann durch den ringförmigen Zwischenraum zwischen
dem Leuchtrohrehde 1 und der Dampfdüse nach unten um, während der Dampfstrahl zentrisch nach oben strömt und den
gewünschten Unterdruck im Leuchtrohr erzeugt.
Da man außerdem noch das Leuchtrohrende ι zwecks Kühlung doppelwandig machen
kann, wird man den Lichtbogen unter so niedrigen Drucken brennen können, daß seine
eigene Absorption auch bei größerem Durchmesser nicht erheblich stört.
In der vorstehenden Beschreibung ist der Einfachheit halber ausschließlich auf senkrecht
stehende Brennerformen Bezug genommen worden; es steht nichts im \Vege, auf
Brenner mit geneigtem oder horizontalem oder auch beliebig geführtem Leuchtrohr die
maßgebenden Gesichtspunkte zu übertragen, ohne an ihnen etwas Wesentliches zu ändern.
Ebenso wird es als selbstverständlich angesehen, daß man die beschriebenen Einrichtungen
sowohl an Brennern mit nur einer flüssigen Elektrode als auch mit zwei oder
mehreren verwenden kann und daß es unter Umständen, z. B. bei Tiefkühlung, als aus-
reichend betrachtet werden kann, wenn nur eine der flüssigen Elektroden mit der beschriebenen
Einrichtung versehen wäre.
Claims (4)
1. Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Dampfdruckes im Leuchtröhre
von Niederdruck-Metalldampflampen mit flüssigen Elektroden, dadurch
ίο gekennzeichnet, daß die die flüssigen
Elektroden enthaltenden Polgefäße mit Kondensräumen versehen und gleichzeitig entweder stark gekühlt oder aber an
Pumpeinrichtungen angeschlossen sind, * 15 welche den Metalldampf an den Enden
des Leuchtrohres dauernd absaugen.
2. Metalldampf lampe nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Einbauten in den
Kondensräumen oder durch Gestaltung der Kondensraumwandungen, welche eine Ab- oder Umlenkung des Lichtbogens
herbeiführen sowie die durch den Lichtbogen erzeugten Dampfströmungen vom Leuchtrohr abhalten und auf die Kühlflächen
lenken.
3. Metalldampf lampe nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
das Leuchtrohr und den Kondensraum eine Quecksilberdampfpumpe eingeschaltet ist, welche im Leuchtrohr einen
geringeren Druck aufrechterhält als im Kondensraum.
4. Metalldampflampe nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
von den Elektroden ausgehende Ouecksilberdampf strahl selbst derart ins Leuchtrohr
eingeführt und nach dem Kondensraum zu gerichtet wird, daß er nach Art einer Dampfstrahlpumpe auf den Inhalt
des Leuchtrohres saugend wirkt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
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| DEH112762D DE511237C (de) | 1927-08-19 | 1927-08-19 | Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Dampfdruckes im Leuchtrohre von Niederdruck-Metalldampflampen mit fluessigen Elektroden |
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| DE511237C true DE511237C (de) | 1930-10-27 |
Family
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| DEH112762D Expired DE511237C (de) | 1927-08-19 | 1927-08-19 | Einrichtung zur Aufrechterhaltung eines niedrigen Dampfdruckes im Leuchtrohre von Niederdruck-Metalldampflampen mit fluessigen Elektroden |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE511237C (de) |
-
1927
- 1927-08-19 DE DEH112762D patent/DE511237C/de not_active Expired
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