-
Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels aus Fäkalien und Müll
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels
aus Fäkalien und Müll unter Verwendung von mit Siebböden versehenen Klärbassins,
deren Siebböden mit Faserstoffen bedeckt werden.
-
Gegenüber bekannten Verfahren dieser Art liegt das Wesen der Erfindung
darin, daß es ohne Zuhilfenahme von Torfmull oder irgendwelchen anderen Feuchtigkeit
aufsaugenden Stoffen, wie z. B. Wollabfällen, die besonders beschafft werden müssen,
ausgeführt wird, indem zur Bedeckung der Siebböden der Klärbassins aus dem Müll
durch geeignete Verarbeitung gewonnenes, verfilztes, rohbaumwollartiges Celluloserohmaterial
benutzt wird. Das gleiche aus dem Müll gewonnene Celluloserohmaterial wird ferner
allein oder gemeinsam mit dem bei der Verarbeitung des Mülls auf dieses Material
anfallenden pulverförmigen Feinmüll und Asche auch zur Trocknung des abgesetzten
Schlammes benutzt.
-
Ein Verfahren entsprechend der Erfindung wird vorteilhafterweise weiterhin
derart ausgeführt, daß man nach dem Absetzen des Frischschlammes in den Klärbassins
den Frischschlamm mit einer frischen Schicht von aus dem Müll gewonnenem, verfilztem
Celluloserohmaterial abdeckt, die die aus dem Frischschlamm nach oben entweichenden
flüchtigen Stoffe aufnimmt, was eine Erhöhung des Wertes des gewonnenen Düngers
mit sich bringt. Die Verwendung des aus dem Müll gewonnenen Celluloserohmaterials
zur Trocknung des abgesetzten Schlammes hat übrigens auch den Vorteil, daß eine
selbsttätige -Nachtrocknung des Kunstdüngers hervorgerufen wird, indem das aus dem
Müll gewonnene Celluloserohmaterial nach seiner Herstellung eine Selbsterhitzung
erleidet, wodurch der Trocknungsvorgang des Düngers naturgemäß unterstützt wird.
-
Auf der Zeichnung ist eine Anlage zur Ausführung des Verfahrens schematisch
dargestellt.
-
Die Abb. ia und ib geben einen Aufriß der Anlage wieder, die Abb.
2a und zb einen Grundriß und Abb. 3 einen Querschnitt nach 111-111 der Abb. 2a.
-
Auf der Zeichnung sind mit i, a, 3, d. vier zu einer Gruppe vereinigte
Klärbassins bezeichnet, denen das Abwasser der Schwetnmkanalisation durch einen
Kanal s zugeführt wird, in dem ein Grobrechen und Sandfang 6 angeordnet ist. Der
Kanal 5 teilt sich nach dem Sandfang 6 in zwei Kanäle 5a und 5b, die längs der inneren
Längsseite der Klärbassins i, a bzw. 3, d. verlaufen. An den äußeren Längsseiten
der Klärbassins i, z bzw. 3, 4. sind Ablaufkanäle 7 vorgesehen, an die ein Abführungskanal8
angeschlossen ist, der das Klarwasser z. B. zu dem Flußlauf 9 leitet. Mit diesem
Flußlauf 9 ist der Zuführungskanal s für die Abwässer durch eine Vorflutgrube io
verbunden. Die Klärbassins i bis 4. besitzen die aus der Abb. 3 ersichtliche Querschnittsgestalt
und sind mit nach der Mittelebene der Anlage zu schräg abfallenden
Siebböden
ii versehen. Oberhalb dieser Siebböden i i sind Rohrleitungen 12 zur Zuführung von
Druckluft und schwefliger Säure oder @-on anderen bekannten für die Desodorisierung
von Fäkalien geeigneten Gasen oder Flüssigkeiten in die Klärbassins angeordnet,
welche Rohrleitungen mit Austrittsdüsen versehen sind. An den inneren Längsseiten
sind die Klärbassins i bis 4 noch mit einer größeren Anzahl von Verschlußschiebern
13 ausgerüstet. Zwischen den Klärbassins 1,.2 bzw. 3, 4 ist noch eine Mischschnecke
14 in einem Längskanal vorgesehen, die in geeigneter Weise angetrieben wird. Oberhalb
der Abwasserzuführungskanäle 511, 5b sind bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel
noch Transportbänder 15 angeordnet, die zur Zuführung des in der Müllverarbeitungsanlage
gewonnenen verfilzten Cellulosemäterials dienen. Von- den Transportbändern 1 5 führen
Schurren 16 in die Klärbassins und weitere Schurren 17 zu Behältern 18, die _als
Vorratsbehälter für das dem Schlamm nach Entfernung aus den Bassins zuzusetzende
frische Celluloseinaterial dienen. Die beiden Transportbänder 15 sind schließlich
noch durch eine Schnecke i9 miteinander verbunden.
-
Die Müllverarbeitungsanlage ist an der der Zuführungsseite der Abwässer
gegenüberliegenden Seite der Klärbassinanlage vorgesehen und in einem Schuppen oder
Gebäude 2o untergebracht. Das in der Müllverarbeitungsanlage erzeugte verfilzte
Celluloserohmaterial fällt teilweise auf den Bandförderer 32, der es zu den Transportbändern
i 5 führt und zum Teil in einen Vorratsbehälter 33.
-
In dem Gebäude 2o kann dann schließlich noch eine Anlage zur Herstellung
von schwefeliger Säure angeordnet sein, von der die erzeugte schwefelige Säure einem
Sammelbehälter 36 zugeführt wird.
-
Der Betrieb der Anlage geschieht derart, daß man zunächst die Böden
der Klärbassins i his 4 mit einer Schicht 37 verfilzten Celluloserohmaterials von
rohbaumwollartiger Beschaffenheit bedeckt und hierauf zunächst das Klärbassin i
mit den Abwässern füllt, worauf am nächsten Tage das Bassin 2 gefüllt wird usf.
-
Aus den in die Klärbassins eingefüllten Abwässern setzt sich der Frischschlamm
auf die Schicht 37 ab, wobei das Absetzen des Frischschlammes noch durch Zugabe
geeigneter Stoffe beschleunigt bzw. verstärkt werden kann. Das überschüssige geklärte
Wasser fließt durch die Leitungen 7 und 8 ab. Nach der Absperrung der weiteren Zufuhr
von Abwässern läßt man durch die Leitungen 12 Druckluft von unten her in das Bassin
eintreten, wodurch der sich auf der Schicht 37 absetzende Frischschlamm aufgelockert
wird, so daß er sein überschüssiges Wasser verliert. Nachdem sich der Frischschlamm
in dem Querbassin abgc: etzt hat, wird derselbe zweckmäßig mit einer neuen Schicht
38 (s. Abb. 3) trockenen, aus Müll gewonnenen Celluloseinaterials abgedeckt. Der
bei der Gärung des Frischschlanuns entweichende Stickstoff wird als flüchtiges Ammoniak
in dieser Schicht 38 festgehalten, so daß keine wertvollen Dungstoffe aus dem Schlamm
verlorengehen. Das Wasser, das sich von dem durch das entstehende Gas leichter «,-erdenden
Schlamm trennt, läuft ebenfalls durch das Cellulosefilter und den Siebboden i i
nach unten ab. Die in dem ablaufenden Wasser enthaltenen wertvollen Stoffe werden
hierbei durch die Cellulosematerialschicht 37 festgehalten. Nachdem der Gärungsvorgang
längere Zeit stattgefünden -liäf,-Täßf--man, um das Faulen des Schlammes zu unterbrechen,
schwefelige Säure oder ein anderes geeignetes Gas oder eine Flüssigkeit unter Druck
in die Rohrleitungen 12 eintreten, aus denen dann das Gas oder die Flüssigkeit nach
oben heraustritt und durch den Frischschlamm hindurchtritt, was ein Unterbrechen
des Faulens des Schlammes zur Folge hat. Der gesamte Inhalt des Bassins i, also
der Schlammrückstand und die beiden Cellulosematerialschichten 37, 38, wird hierauf
nach Ziehen der Verschlußschieber 13 in die Mischschnecke 14 abgelassen, und dem
feuchten Material wird hierbei trockenes Celluloserohmaterial aus den Behältern
18 zugegeben. In der Mischschnecke 14 wird das Material durchgearbeitet und gelangt
in die weitere Mischmaschine 39. In dieser Mischmaschine 39 wird dem Mischgut weiteres
Celltiloserolimäterial aus dem Behälter 33, das aus dem Behälter 33 durch ein Kratzerband
4o entnommen ist, und ebenfalls eine große Menge des in dem Sehälter 26 enthaltenen
pulverförmigen Feinmülls zugesetzt, das sich aus Asche und sonstigen mineralischen
Bestandteilen zusammensetzt. Die Zufuhr dieser beiden Materialien erfolgt in einer
derartigen Menge, daß man in der Mischmaschine 39 einen streufähigen Dünger erhält,
der aber noch so viel Feuchtigkeit besitzt, daß er nicht staubt. Der fertige Dünger
wird aus der Mischmaschine mittels eines Becherwerkes 41 an die Lagerstelle geführt.