DE500053C - Verfahren und Vorrichtung zur Blitzlichterzeugung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur BlitzlichterzeugungInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Blitziichterzeugung Zur Blitzlichterzeugung sind bisher zwei Verfahren gebräuchlich, nämlich einerseits das Pustlicht und andererseits die Verwendung von Blitzlichtgemisch. Das erste Verfahren, bei dem reines . Metallpulver durch eine Flamme geblasen und mittels des Luftsauerstoffes verbrannt wird, ergibt starke Lichtwirkung und als Verbrennungserzeugnis reines Metalloxyd. Das Blitzlichtgemisch, bei dem Sauerstoffträger zur Verbrennung dienen, verbraucht eüien Teil der Wärmeenergie zur Freimachung des Sauerstoffes, ist merklich sprenggefährlich und ergibt zumeist noch Teile nicht gasförmiger und oft giftiger Verbrennungserzeugnisse (abgesehen etwa von der Ammoniumnitratverwendung, die wegen zu starken Sprengstoffcharakters und stark hygroskopischer Eigenschaft ungünstig ist). Man hat allgemein die Nachteile des letzten Verfahrens in Kauf genommen, weil die Handhabung becjuemer als die des ersten Verfahrens ist, und weil kürzere Verbrennungszeiten erzielt werden können.
- Für die Benutzung von explosiven Stoffen, wie beispielsweise Schwarzpulver, zum Hochschleudern von Magnesiumpulver oder ,ähnlichen Blitzlichterzeugern sind ferner Lampen in Gestalt von Röhren mit am Boden angebrachter Zündvorrichtung für die in die Röhre eingeschichtete und Magnesiumladung bekannt.
- Das Wesentliche bei der Erfindung besteht darin, daß zum Hochsprengen des Blitzlichtpulvers Sprengstoffe verwendet werden, die eine sehr heiße und helle Sprengflamme ergeben, wie beispielsweise Aluminiumsprengstoffe, etwa T-Ammonal mit der Zusammensetzung: 46 Teile Ammonsalpeter, 3o Teile Trinitrololuol, 22 Teile Aluminium, 2 Teile Kohle. Hierdurch wird die gesamte erzeugbare Lichtstärke erheblich gesteigert, und es wird besondere schnelle Verbrennung erreicht, weil gerade die Sprengstoffe der genannten Art eine schnelle und feine Zerstäubung ergeben.
- Mit besonderem Vorteil werden ferner für Fälle, wo Zusatzsauerstoff erforderlich ist, zusätzliche Sauerstoffträger dadurch geschaffen, daß Sprengstoffe, deren Zerfallsprodukte Sauerstoff abgeben können, wie Pikrinsäure, verwendet werden oder pulverförmige Sauerstoffträger (Kaliumchlorat) in die Blitzlichtsprengwolke hineingesprengt werden. Hierbei ergibt sich feine Verteilung und schnelle Nutzbarmachung des zusätzlichen Sauerstoffes, und mangels vorheriger Zumischung von Sauerstoffträgern zu der Blitzlichtmischun- ist vor dem Gebrauch- weder eine gefährliche Sprengwirkung vorhanden, noch auch eine Selbstzersetzung bei längerem Lagern zu befürchten.
- Besonders schnell kann die gesamte Verbrennung vor sich gehen, wenn ein durch Initialzündung detonierender Sprengstoff verwendet und mit Initialzündung gesprengt wird. Hierbei wird sowohl die Verbrennungszeit sehr kurz wie auch die Verbrennungstemperatur und damit die Helligkeit außerordentlich hoch.
- Die Vorrichtung zum Durchführen des neuen Verfahrens gestaltet sich mit besonderem Vorteil so aus, daß die Außenhülle der Sprenglampe eine flache Gestalt und Austrittsöffnung aufweist, so daß eine flächenartige Gestalt des Blitzes erreicht wird. Bei dieser Gestaltung ist es möglich, die gesamten Lichtmengen nach einer bestimmten Seite hin zu strahlen und voll für die Beleuchtung des aufzunehmenden Gegenstandes nutzbar zu machen, so daß selbst sehr große Gegenstände grell beleuchtet werden können. Besonders günstig ist beispielsweise eine linsenähnliche Außenhülle mit Löchern oder Schlitzen am Rande zur Erzeugung eines teller-oder sternförmigen Blitzes.
- Soweit bekannte Trennhüllen zwischen einzelnen Inhaltsteilen der Lampe, beispielsweise zwischen Sprengstoff und Blitzlichtpulver zur Verwendung kommen, ergibt sich eine weitere Verbesserung, indem solche Trennhüllen, oder Scheidewände aus nur durch Initialzündung detonierenden Sprengstoffen bestehen, wie beispielweise aus nitriertem Papier. Hierbei ist dann nicht nur völlige chemische Trennung der einzelnen Bestandteile erreicht, sondern die Trennhüllen verbrauchen nicht etwa Wärme und tragen viehmehr ihrerseits noch zur Verstärkung der Spren-wirkung und Verbrennungsgeschwindigkeit bei.
- Die Zeichnung veranschaulicht die Vorrichtung in Gestalt eines Mittelschnittes unter Fortlass.ung minder wichtiger Einzelheiten.
- Eine Sprengkapsel i, die etwa eine Knallquecksüberkapsel sein kann, ist mit Anschlußdrähten z für elektrische Zündung ausgerüstet. Umgeben ist diese Sprengkapsel durch eine beispielsweise aus nitriertem Papier hergestellte Hülle 3, die einen Alumiaaumsprengstoff umschließt. Hierzu kann einer der bekannten Aluminiumsprengstoffe dienen, die eine sehr heiße Flamme ..ergeben, und insbesondere kann der Sprengstoff geeignet sein, in der Hitze Sauerstoff abzugeben, beispielsweise in Form von Kohlendioxyd; es besteht dann die Reaktion C02 + Mg = CO -f-. Mg0.
- Pikrinsäure oder Sauerstoffträger, wie Kaliumchlorat, die nicht mit dem Metallpulver vermischt werden dürfen, können leicht 'in besonderer Hülle hinter die Ladung von Metallpulver hintergeschaltet werden. Zu diesem Zweck ist im dargestellten Beispiel um die Hülle 3 herum eine weitere Hülle 4 von nitriertem Papier vorgesehen. Die ganze Sprengvorrichtung i bis 4 ist innerhalb einer beispielsweise dislms- oder linsenförmigen Stahlblechbombe 5 eingesetzt, die ringsum bis auf einen Austrittsschlitz 6 oder einige oder mehrere Austrittslöcher geschlossen und mit dem Magnesium- oder Aluminiumblitzlichtpulver gefüllt ist. Dem Blitz1ichtpulver können noch Zusätze beigefügt sein, die besondere Emissionsspektra ,ergeben, beispielsweise Strontiumverbindungen für Blaurot oder Bariumverbindungen für Grün.
- Bei elektrischer Zündung der Sprengkapsel i zündet diese die Sprengpatrone 3, und diese wirft unter starker Erhitzung den Sauerstoffträger der Hülle 4 samt dem Leichtmetallpulver der ganzen Bombe 5 zum Schlitz 6 hinaus in Gestalt einer Sprengwolke von Fächerform in die Luft, wo das erhitzte Metallpulver mit Luftsauerstoff und weiterem Sauerstoff aus dem Sauerstoffträger außerordentlich schnell und hell verbrennt.
- Der Sauerstoffträger und seine Hülle ¢ können fehlen, wo mit genügend schneller Verbrennung durch den Luftsauerstoff zu rechnen ist. Die Hüllen 3 und 4 können auch statt aus nitriertem Papier aus irgendeinem sonstigen vollständigen verbrennlichen Stoff oder einem nur bei sehr energischer Initialzündung detonierenden Sprengstoff bestehen, der gegen Erschütterung, Schlag u. dgl. unempfindlich ist. Die gesamte Bombe ist gegen Erschütterung und Schlag völlig sicher und kommt selbst durch Geschoßtreffer nicht zur Explosion, wenn diese nicht gerade die ganz kleine Sprengkapsel i treffen, während übliche Blitzlichtgemische in ihrer vollen Menge durch derartige Schläge oder Geschoßtreffer zündfähig und daher um Vielfaches explosionsfähiger sind.
- Die fächerartige Form des Sprengblitzes ergibt eine besonders günstige Lichtausbeute nach zwei entgegengesetzten Richtungen oder bei Benutzung eines Reflektors nach einer Hauptrichtung. Je nach den Verhältnissen kann durch Verwendung einer Reihe von Löchern und zentrale Anordnung des Sprengsystems auch ein sternartiger Blitz erzielt werden.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCVE: i. Verfahren zur Blitzlichterzeugung, bei dem ein Blitzlichtpulver durch eine Sprengung in die Luft geschleudert und gezündet wird, dadurch gekennzeichnet, daß zur Sprengung durch Zündschnur zündbare Sprengstoffe verwendet werden, die eine sehr heiße und helle Sprengflamme ergeben, wie beispielsweise Aluminiumsprengstoff.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Einbringung etwa erforderlichen Zusatzsauerstoffes Sprengstoffe, deren Zerfallsprodukte Sauerstoff abgeben können, z. B. Pikrinsäure, verwendet oder pulverförmige Sauerstoffträger in die Blitzlichtpulversprengwolke hineingesprengt werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein durch Initialzündung detonierender Sprengstoff vorgesehen und Initialzündung verwendet wird. ¢.
- Vorrichtung zur Blitzlichterzeugung im Verfahren nach einem der Ansprüche i bis 3 mit einer Außenhülle zur Aufnahme des Leichtmetallpulvers und eines Sprengstoffes, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenhülle (5) mit flacher Gestalt und Austrittsöffnung (6) versehen ist, so daß eine fächerartige Gestalt des Blitzes erreicht wird.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenhülle (5) linsenähnliche Form mit Löchern oder Schlitzen (6) im Rande zur Erzeugung eines teuer- oder sternförmigen Blitzes besitzt.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5 mit inneren Trennhüllen zwischen den einzelnen Inhaltsteilen, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren trennenden Hüllen oder Scheidewände aus nur durch starke Initialzündung detonierenden Sprengstoffen bestehen, wie beispielsweise aus nitriertem Papier.
Priority Applications (1)
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| DED52827D DE500053C (de) | 1927-04-22 | 1927-04-22 | Verfahren und Vorrichtung zur Blitzlichterzeugung |
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| DE500053C true DE500053C (de) | 1930-06-17 |
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Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE500053C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1125823B (de) * | 1961-04-01 | 1962-03-15 | Baronin Ilyana Von Thyssen Bor | Blitzlichtmischung zur Verwendung in Projektilen |
-
1927
- 1927-04-22 DE DED52827D patent/DE500053C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1125823B (de) * | 1961-04-01 | 1962-03-15 | Baronin Ilyana Von Thyssen Bor | Blitzlichtmischung zur Verwendung in Projektilen |
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