-
Neben den Überwachungsreglern angeordnete Sicherheitsvorrichtung für
Dampfkesselanlagen Bei Dampfkesseln ist es im allgemeinen üblich, die Wärmezufuhr
(Zufuhr von Brennstoff und Luft) nach der geforderten Leistungsabgabe oder nach
einer mit dieser in Zusammenhang stehenden Betriebsgröße, wie etwa dem Kesseldruck,
sei es von Hand, sei es mittels selbsttätiger Vorrichtungen, zu regeln.
-
Bei der zuletzt genannten Reglungsart werden nicht nur betriebsmäßige
Änderungen auf der Dampfseite eine entsprechende Änderung der Brennstoff- und Luftzufuhr
herbeiführen, sondern auch Störungen, wie sie beispielsweise durch Rohrbruch oder
unvorhergesehene Belastungsstöße hervorgerufen werden können. Platzt also beispielsweise
ein Dampfleitungsrohr, so wird der Regler zufolge der zunehmenden Dampfströmung
oder des Druckabfalles im Kessel auf erhöhte Feuerleistung hinwirken, wodurch der
Unfall naturgemäß verschlimmert wird.
-
Bei von Hand geregelten Kesseln, bei denen die selbsttätige Rückwirkung
auf die Wärmezufuhr nicht stattfinden kann, hat der Bruch eines unter Druck stehenden
Kesselteiles oder einer Rohrleitung zwar nicht die besonders nachteilige Folge einer
Erhöhung der Brennstoff- und Luftzufuhr; immerhin bedeutet es auch hier einen empfindlichen
Übelstand, daß die weitere Befeuerung häufig nicht unterbunden werden kann, weil
es infolge des austretenden Dampfes unmöglich wird, an die zur Abstellung der Feuerung
dienenden Vorrichtungen zu gelangen.
-
Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung, welche, neben diesen
Überwachungsreglern angeordnet, bei derartigen Störungen selbsttätig helfend eingreift.
Sie kennzeichnet sich im wesentlichen dadurch, daß eine auf einen außerhalb des
normalen Betriebes liegenden Zustand eingestellte, in der Dampf-oder Speisewasserleitung
oder in beiden zugleich eingebaute Meßvorrichtung beim Überschreiten des Wertes
mechanisch die Brennstoff- und Luftzufuhr unterbricht und gegebenenfalls gleichzeitig
die Dampf- und Speiseivasserleitungen ganz oder teilweise drosselt. Die Überwachungsvorrichtung
kann elektrisch ausgebildet sein und als Maximalrelais wirken, doch ändert sich
an dem Wesen der Erfindung nichts, wenn die Vorrichtung als Maximalregler ausgebildet
ist, der diz-Brennstoff- und Luftzufuhr der Feuerungsseite so weit drosselt, daß
der eingestellte Höchstwert auf der Dampfseite nicht überschritten wird. Die Überwachungsvorrichtung
kann entweder an den vom Kessel abgehenden Dampfleitungen oder an den zum Kessel
führenden Speiseleitungen angebracht werden; zweckmäßig wird aber die selbsttätige
Wirkung
der Sicherheitsvorrichtung sowohl vom Dampf- als auch vom Wasserumlauf abhängig
gemacht.
-
Auf der Feuerungsseite wird man diejenige Betriebsgröße regeln, die
die Leistungsabgabe des Kessels ganz oder zum Teil bestimmt; es sind dies im allgemeinen
die Brennstoffzufuhr, die Luftzufuhr und der Saugzug, die leicht durch Einwirkung
auf die Antriebsmotoren für die Beschickungsvorrichtungen, Ventilatoren usw. geändert
werden können.
-
Die Zeichnung veranschaulicht in schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel
einer gemäß der Erfindung ausgebildeten Sicherheitsvorrichtung. Es handelt sich
beispielsweise um einen Kessel a mit einer Kohlenstaubfeuerung b mit Brenner c.
Der Brennstoff wird durch die Fördervorrichtung d und die Verbrennungsluft durch
las Gebläse e zugeführt, während die Rauchgase durch den Ventilator f abgesaugt
werden. Sämtliche drei Vorrichtungen seien durch die Motoren g, 1a und
i elektrisch angetrieben.
-
Bei dem Zeichnungsbeispiel werden nun sowohl die Dampfströmung im
Dampfabflußrohr 1a als auch die Wasserströmung in der Speiseleitung l überwacht,
was durch irgendwelche Strömungsmesser geschehen kann. Im Beispiel sind zu diesem
Zweck Stauscheiben -m und n angedeutet, welche vor und hinter sich einen von der
Strömungsgeschwindigkeit abhängigen Druckunterschied erzeugen, der auf Anzeigegeräte
übertragen wird. Als solche sind durch Membranen geteilte Kammern p und q veranschaulicht;
die Ausschläge der Membranen werden auf bewegliche Kontakte übertragen, die mit
einem zweckmäßig einstellbar angeordneten festen Kontakt o zusammenwirken. Beim
Anschlag eines der beweglichen Kontakte an diesen einstellbaren Kontakt wird nun
ein Relaisstromkreis geschlossen, der beispielsweise mittels einer magnetelektrischen
Vorrichtung r' einen Schalter r ausrückt, durch welchen die Antriebsmotoren g,
h, i vom Netz getrennt werden. Gleichzeitig können durch den gleichen Relaisstromkreis
Vorrichtungen s' und t' in Tätigkeit gesetzt werden, welche selbsttätig wirkende
Abschlußvorrichtungen für die Luftklappe s und die Rauchgasklappe t auslösen. Es
wird also beim Ansprechen der Sicherheitsvorrichtung nicht nur die Zufuhr von Brennstoff
und Luft sowie der Saugzug, unterbrochen, sondern gleichzeitig der Durchgang durch
die Luft- und Rauchgaskanäle soweit wie zulässig gedrosselt.
-
Unter Umständen kann es zweckmäßig sein, durch die Sicherheitseinrichtung
auch auf Absperrvorrichtungen einzuwirken, welche in der Dampfleitung oder in der
Speisewasserleitung angebracht sind. in diesem Falle würde die Absperrvorrichtung
für die Speisewasserzufuhr nur unter den Einfluß der Überwachungsvorrichtung q für
die Speisewasserströmung zu stellen sein.