DE489968C - Verfahren zur Herstellung von Kautschukumwandlungsprodukten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KautschukumwandlungsproduktenInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08C—TREATMENT OR CHEMICAL MODIFICATION OF RUBBERS
- C08C19/00—Chemical modification of rubber
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- Separation, Recovery Or Treatment Of Waste Materials Containing Plastics (AREA)
- Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
Description
In der Kautschukwarenfabrikation ergibt sich viel Abfall an vulkanisierten Abschnitten, die
bisher in regenerierter oder zerkleinerter Form vielfach als billiger Ersatz für Pigmente bei der
Herstellung billiger Kautschukwaren mit verwendet werden. Daher hat weder vulkanisierter
Kautschukabfall noch Regenerat gegenwärtig einen hohen Marktpreis.
Der Erfinder hat festgestellt, daß vulkanisierter Kautschukabfall und Regenerat auf verhältnismäßig hochwertige formbare, thermoplastische Massen verarbeitet werden können, indem man die Stoffe unter bestimmten Bedingungen mit organischen Sulfosäurechloriden reagieren läßt. Es wurde ferner gefunden, daß man die Herstellung dieser Massen erleichtern kann, indem man mit dem gemahlenen Kautschukabfall wechselnde Mengen von Rohkautschuk oder Erweichungsmitteln oder von beiden mischt. Diese Stoffe bilden mit dem gemahlenen Abfall eine zusammenhängende Masse und
Der Erfinder hat festgestellt, daß vulkanisierter Kautschukabfall und Regenerat auf verhältnismäßig hochwertige formbare, thermoplastische Massen verarbeitet werden können, indem man die Stoffe unter bestimmten Bedingungen mit organischen Sulfosäurechloriden reagieren läßt. Es wurde ferner gefunden, daß man die Herstellung dieser Massen erleichtern kann, indem man mit dem gemahlenen Kautschukabfall wechselnde Mengen von Rohkautschuk oder Erweichungsmitteln oder von beiden mischt. Diese Stoffe bilden mit dem gemahlenen Abfall eine zusammenhängende Masse und
'unterstützen die Verteilung der Sulfosäurechloride in der Masse.
Beispiel I. Vulkanisierter Abfall mit nied-
»5 rigem Pigmentgehalt wird zerkleinert, und 15 bis 20 Gewichtsprozent des Sulfosäurechlorides
werden darin gründlich' dispefgiert, vorzugsweise auf einem Kautschukwalzwerk.
Die Mischung wird dann so hoch und so lange erhitzt, daß eine kräftige exothermische Reaktion
entsteht. Nach Abkühlung wird die Masse auf einem Warmwalzwerk zwecks Homogenisierung,
zweckmäßig unter gleichzeitigem Auswaschen von Säure und sonstigen wasserlöslichen
Verunreinigungen, geknetet. Man mischt z. B. in 100 Gewichtsteile gemahlenen
Abfalls von Reifeninnenschläuchen oder sonstigem vulkanisiertem Kautschuk mit relativ
wenig Pigmenten 20 Teile p-Toluolsulfosäurechlorid
und erhitzt die Mischung in kompakter Masse 8 Stunden bei 140°. Nach Kühlung kann
das Produkt geknetet und gewaschen werden; es ist hart und bei relativ niedriger Temperatur
formbar. Die Zumischung von 10 bis 20 Teilen Rohkautschuk und gegebenenfalls noch 20 Teilen
Harz zu dem zerkleinerten Abfall begünstigt die Dispersion des Sulfosäurechlorids und ergibt
ein weit homogeneres und besser formbares Produkt. Dieses ist leicht mit Pigmenten,
Fasern, Erweichungsmitteln und Farben mischbar.
Beispiel II. 50 Gewichtsteile Rohkautschuk werden auf dem Kautschukwalzwerk geknetet,
und" 30 Teile gemahlenen Abfalls mit wenig
Pigmenten werden dann hineingearbeitet. Nach guter Verknetung werden der Mischung auf dem
Walzwerk io Teile p-Toluolsulfosäurechlorid
zugesetzt und gleichmäßig., w. der Mischung verteilt. Die Masse wird dann 8 Stunden bei
140° erhitzt. Das Produkt ist hart, zerreiblich,
leicht formbar und mit Pigmenten, Erweichungsmitteln, Fasern und Farben mischbar.
Beispiel III. Durch Säure regenerierter Kautschuk oder gemahlener vulkanisierter
Kautschukabfall mit erheblichem Pigmentgehalt, wie Abfall oder Regenerat von Vollreifen,
bzw. mit hohem Gehalt sowohl an Pigmenten wie an Fasern, z. B. Luftreifenmantelabfall,
kann mit einem Sulfosäurechlorid nach Vermischung mit gleichen Teilen Rohkautschuk
zu einer thermoplastischen Masse verarbeitet werden. Pigmente und Fasern
enthaltende Gummiarten erfordern mehr SuIf0-säurechlorid
zur Durchführung der Reaktion. Befriedigende Produkte haben sich mit go bis 25 Gewichtsteilen p-Toluolsulfosäurechlorid auf
100 Gewichtsteile der Mischung von Kautschuk und Abfall ergeben.
Beispiel IV. Mit Alkali regenerierter Kautschuk wird von den Sulfosäurechloriden weniger
kräftig als mit Säure regenerierter Kautschuk angegriffen. Man erhält ein gutes thermoplastisches
Produkt, wenn man 20 Gewichtsteile Alkaliregenerat mit 80 Teilen Rohkautschuk mischt, 20 Teile p-Toluolsulfosäurechlorid zusetzt und 10 Stunden bei 140° erhitzt.
B eispiel V. Als Beispiel für die Verwendung" von Erweichungsmitteln mischt man 70 Gewichtsteile
gemahlenen Innenschlauchabfalls mit 15 Teilen p-Cumaron und 15 Teilen Rohkautschuk
gründlich und setzt 20 Teile p-Toluolsulfosäurechlorid zu; die Mischung erhitzt
man dann etwa 10 Stunden lang auf 140° C.
Statt des p-Cumarons kann man andere Erweichungsmittel, wie Harze u. dgl., benutzen.
Alle die beschriebenen Produkte erweichen bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen,
gewöhnlich von 60 bis 105 °, sind leicht formbar, haben eine hohe mechanische Festigkeit und
eine niedrige Dielektrizitätskonstante. Sie sind daher besonders geeignet zur Herstellung von
Formkörpern, Grundplatten für Radioapparate, Isolierkörpern, Telephonempfängern, Batteriekästen
u. dgl.
Auch andere organische Sulfosäurechloride sind brauchbar, so Benzol-, Naphthalin-,
p-Phenol-, Nitrobenzol- und p-Diehlorbenzolsulfosäurechlorid.
Die Mengenverhältnisse sind in weiten Grenzen veränderlich.
Claims (1)
- Patentanspruch ξVerfahren zur Herstellung von Kautschukumwandlungsprodukten nach Patent 487776, dadurch gekennzeichnet, daß man ein organisches Sulfosäurechlorid, beispielsweise p-Toluolsulfosäurechlorid, mit zerkleinertem vulkanisierten Kautschukabfall und gegebenenfalls Rohkautschuk oder einem Erweichungsmittel, wie Harz, oder beiden mischt und die Mischung so hoch und so lange erhitzt, bis eine kräftige exothermische Reaktion einsetzt. ^
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US260637XA | 1925-11-02 | 1925-11-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE489968C true DE489968C (de) | 1930-01-22 |
Family
ID=21829676
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG68555D Expired DE489968C (de) | 1925-11-02 | 1926-10-31 | Verfahren zur Herstellung von Kautschukumwandlungsprodukten |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE489968C (de) |
| GB (1) | GB260637A (de) |
-
1926
- 1926-10-31 DE DEG68555D patent/DE489968C/de not_active Expired
- 1926-11-02 GB GB27490/26A patent/GB260637A/en not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB260637A (en) | 1927-06-16 |
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