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montageverfahren und Vorrichtung für Mehrfarbendruck Zum Zusammenpassen
von sich wiederholenden, von je einer Walze zu druckenden Bildern für den photomechanischen
Mehrfarbenwalzentiefdruck kennt man ein Verfahren, bei welchem man die zu den verschiedenen
Farben gehörigen, mit Anlegemarken versehenen Bilder auf einer . durchleuchteten
Glasplatte unter einer mit der Bildzusammenstellung oder dem Modell beklebten Glasplatte
aneinanderreiht. Hierbei wird als Träger der Bildzusammenstellung ein abklappbarer
Rahmen verwendet, der über eine von unten durchleuchtete, gleichfalls in einem Rahmen
gelagerte Glasscheibe gelegt werden: kann, so daß die in Deckung zu bringenden Bilder
in geringem Abstand voneinander liegen. Die Bilder auf der durchleuchteten Glasplatte
müssen nun mittels einer Richtschiene unter Verschieben in Deckung mit den entsprechenden
Bildern des Modelles gebracht und sodann festgestellt werden. Dieses Einsteilen
der auf, der durchleuchteten Glasplatte befindlichen Bilder zu den Modellbildern
ist infolge des zwischen ihnen bestehenden Zwischenraumes fast nie mit der erforderlichen
Schärfe zu erreichen.
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Für Mehrfarbendruck ist ferner ein Verfahren zur Anordnung und Befestigung
von Negativen und Diapositiven auf Spiegelglasplatten in genau vorher bestimmten
Stellungen mit der Glasseite auf der Spiegelglasplatte (Montageverfahren) bekannt,
wobei die Negative oder Diapositive zunächst auf eine mit maßstäblicher Einteilung
versehene Spiegelglasscheibe mit der Schicht, nach unten aufgelegt werden, sodann,
zweckmäßig nach Ränderung der Rückseite der Negative oder Diapositive mit einem
Klebstoff, die für die endgültige Aufnahme der photographischen Platten bestimmte
Spiegelglasplatte aufgelegt, das gesamte System unverrückbar miteinander verbunden
und um 18o' geschwenkt wird. Hierauf wird die Verbindung gelöst und die mit Maßeinteilung
versehene erste Spiegelglasplatte abgehoben oder die zweite endgültige Platte mit
den Negativen oder Diapositiven, die nunmehr mit der Schicht nach oben liegen, gesenkt.
Bei diesem Verfahren kann das Auflegen der Negative oder Diapositive auf die mit
maßstäblicher Einstellung versehene Spiegelglasscheibe fast nie mit der erforderlichen
Genauigkeit erfolgen, wodurch dann die Mehrfarbendrucke beeinträchtigende Fehler
ausgelöst werden.
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Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung besteht im wesentlichen
darin, daß man bei dem eben behandelten Montageverfahren für Mehrfarbendruck (Lichtdruck,
Tiefdruck, Offsetdruck usw.), bei welchem also auf einer Glasplatte (Kontaktscheibe)
gelagerte Negative oder Diapositive rückwärts mit einer zweiten Glasplatte verklebt
und nach Umlegen beider Glasplatten samt Zwischenlagen die Kontaktscheibe abgehoben
und die zweite Glasplatte mit den anhaftenden Negativen oder Diapositiven weiterverarbeitet
wird, Negative bzw. Diapositive unter genauem Aufpassen Schicht gegen Schicht auf
entsprechende Diapositive bzw. Negative der Kontaktscheibe legt und sie nach Bedarf
mit Pappestreifen o. dgl. verspreizt,
worauf in bekannter Weise
Verkleben der Negative bzw. Diapositive mit der zweiten Glasplatte, Umlegen beider
Glasplatter- samt - Zwischenlagen und Abheben der Kontaktplatte erfolgt.
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Das neue Montageverfahren läßt sich im wesentlichen an Hand von Abb.
x (Querschnitt) erklären, wobei angenommen. wird, daß es für Lichtdruck bestimmt
ist und daß als Negative Platten zur Anwendung kommen. Hierbei ist a eine mit den
Diapositiven b versehene Glasplatte (Kontaktscheibe), deren Diapositive in der üblichen
Weise mit Hilfe einer die Negative tragenden Montageform hergestellt wurden. Auf
die Diapositive b werden nun Schicht gegen Schicht diesen entsprechende Negative
c genau deckend lose aufgelegt und durch Stege d aus Pappe o. dgl. verspreizt, die
auf die Platte a aufgeklebt werden. Hierauf versieht man die Ecken der Negative
c mit etwas Klebwachs . e o. dgl. und preßt sodann die- zweite Glasplatte f darauf.
Jetzt werden die aufeinanderliegenden Glasplatten a, f mit den Zwischenlagen
umgelegt, worauf man die Kontaktscheibe a mit den Diapositiven b und den
anhaftenden Stegen d
abhebt, so daß die Glasplatte f mit den Baraufgeklebten
Negativen c verbleibt. Diese wird sodann wie bei der gewöhnlichen ' Montage weiterbebandelt.
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Sollen an Stelle .der Negativplatten c Negativfilme verwendet werden,
so arbeitet man zweckmäßig entsprechend Abb. 2 (Querschnitt) und Abb. 3 (Grundriß).
Hierbei ist a wiederum die Glasplatte mit den Diapositiven b (Kontaktscheibe). An
Stelle der Negativplatte c treten hier die Negativü lme c. An die Ränder von deren
Schichtseitenwerden kleine Stanniol- oAgl. Streifen g geklebt, die man -über die
Ränder vorstehen läßt. Die vorstehenden Teile g1 dieser Stanniol- o. dgl. Streifen
werden mit Karton- o. dgl. Stücken h, - etwa in der Stärke der Filme, unterlegt,
so daß die oberen Flächen dieser verstehenden Teile g1 der Stanniol- o.dgl. Streifen
g in der Ebene der Filme verlaufen. Hierauf bestreicht man die oberen Flächen der
vorstehenden Teile g1 der Stannipl-o.dgl. Streifen g mit Klebstoff i und preßt wiederum
die Glasplatte f auf. Nun legt man die beiden aufeinanderliegenden Glasplatten
a, f mit ihren Zwischenlagen wie vorher um, hebt die Kontaktscheibe a mit
den Diapositiven b ab und nimmt die Kartonstücke lt weg, so daß die Platte
f mit den darauf durch die Stanniolstreifen g, g1 befestigten Filmen c verbleibt.
Die weitere Behandlung ist wie bei der gewöhnlichen Montage.
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Um das Aufrollen der Negativfilme c und eine Verschiebung derselben
beim Auflegen und Aufpressen der Platte f zu verhindern, heftet man sie an zwei
oder mehreren Ecken mit etwas Klebwachs k an die Platte a an. Vor
dem Abheben der letzteren muß diese Klebwachsverbindung sodann durch seitliches
Einführen eines Karton- o. dgl. Streifens l zwischen die Filme und die Platte a
wieder gelöst werden (Abb. 3).
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BeiTiefdruck und Offsetdruck treten an Stelle der Diapositive b Negative
und an StellederNegative c Diapositive.
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In Ausführung des Verfahrens bedient man sich zweckmäßig einer Vorrichtung,
welche in Abb. q: schaubildlich dargestellt ist. Abb. 5, 6, 7; 8 .und- 9 sind Einzelheiten.
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Hierbei ist m ein Tisch, dessen Platte mit einem viereckigen Ausschnitt
n versehen ist. Dieser ist unten .durch eine Mulde o abgeschlossen, in welcher sich
eine oder mehrere (nicht dargestellte) Lichtquellen (Glühlampen o. dgl.) befinden.
Im Ausschnitt n des Tisches ist ein Rahmen p uriz seine Mittelachse P1 drehbar;
welcb.letztere auf derTischplatte ihr Lager findet. In den Rahmen p sind beiderseitig
weitere Rahmen q und y aufklappbar eingesetzt. Diese sind einerseits durch
Scharniere s mit dem Rahmen P verbunden; andererseits können sie durch Flügelmuttern
P, welche an Schraubenbolzen u des Rahmens p geführt sind und durch Bohrungen oder
Ausschnitte der Rahmen q und y hindurchtreten, gegen den Rahmen p gepreßt werden.
Wie aus Abb. 5 und 7 ersichtlich, sind die Schenkel der Rahmen q und r bei
v abgesetzt, so daß sie beim Anlegen an dem Rahmen P mittels Falzes in denselben
eingreifen. Von den Scharnieren s der aufklappbaren Rahmen q und y bestehen
die einen Lappen aus zwei gegeneinander verschiebbaren Teilen, wie aus Abb. 8 (Ansicht)
und Abb. 9 (Schnitt nach der Linie A -B) hervorgeht. Hierbei besteht der untere
Lappen des Scharniers s aus zwei Teilen w und w1, wovon der erstere mittels Schrauben
an dem einen Rahmen (z. B. P), befestigt und der andere Teil w1 in einer Schwalbenschwanznut
x des Rahmenteils w verschiebbar gelagert ist. Am Tisch m ist ferner ein außen mit
Griff versehener Riegel y angebracht, der in beiderseitig angebrachte Bohrungen
x des Rahmens p eingeführt .werden kann. Die Scharniere s können unter Umständen
auch in Wegfall kommen und die Rahmen q und r lediglich abhebbar und in der
geschilderten Weise anpreßbar mit dem Rahmen p verbunden sein. An Stelle der Flügelmuttern
können natürlich auch aridere geeignete Vorrichtungen zum Anpressen der Rahmen
q, y verWendet werden, so z. B. Exzenter, Keile u. dgl.
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Beim Gebrauch der Vorrichtung wird der Rahmen P durch den Riegel y
mit dem Tisch m i verriegelt, so daß seine Oberfläche also waagerecht, parallel
zur Tischoberfläche, verläuft. Nun wird der obere Rahmen q geöffnet (Abb. 5), während
der untere, y; geschlossen bleibt. Sodann wird die Kontaktscheibe a, deren Form
j der lichten Weite des Rahmens p entspricht, in denselben eingelegt, worauf in
einer der oben
geschilderten Arten verfahren wird. Hat man hierbei
zum Schluß die Glasplatte f auf die Negative bzw. Diapositive c aufg%legt, so schließt
man den Rahmen q wieder, wobei die Scharniere infolge ihrer Zweiteiligkeit dem Querschnitt
der beiden Glasplatten a und f und ihren Zwischenlagen entsprechend
nachgebend sich anpassen. Hierauf zieht man die Flügelmuttern t an, so daß hierdurch
das Aufpressen der Platte f auf die Zwischenlagen der Platte a
stattfindet.
Ist dies geschehen, so löst man den Rahmen y und legt den Rahmen p, q, y
um, so daß der Rahmen r nach oben und der Rahmen q nach unten zu liegen kommt (Abb.
4 zeigt den Rahmen P, q, y im Augenblick des Umlegens). Nun öffnet man den
Rahmen y und kann die jetzt obenliegende Glasplatte f mit den daranhaftenden Negativen
bzw. Diapositiven zur üblichen Weiterbehandlung herausnehmen.