DE48141C - Gasmaschine mit zwei Kolben - Google Patents
Gasmaschine mit zwei KolbenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F02—COMBUSTION ENGINES; HOT-GAS OR COMBUSTION-PRODUCT ENGINE PLANTS
- F02B—INTERNAL-COMBUSTION PISTON ENGINES; COMBUSTION ENGINES IN GENERAL
- F02B75/00—Other engines
- F02B75/28—Engines with two or more pistons reciprocating within same cylinder or within essentially coaxial cylinders
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Wird dem Kolben einer Gasmaschine noch ein zweiter Kolben beigeordnet, so läfst sich
nicht nur allein mit jeder Umdrehung eine Wirkung erzielen, sondern die Expansion der
Gase wird beliebig, selbst bis zu den weitesten Grenzen ausgenutzt.
Da sich diese Maschine als doppeltwirkende Maschine besonders eignet, so ist sie auch als
solche in der Zeichnung dargestellt. Die Stopfbüchsen sind vermieden, weshalb der Cylinder
in der Mitte offen gehalten bezw. ausgespart ist, wenn nicht zwei Cylinder vorgezogen werden.
Beide Kolben α αγ sind- entweder mit
ihren Verbindungen d d aus einem Gufs und die Kreuzzapfen c c mit Kopfplatten angeschraubt,
oder die letzteren sind an Stahlschienen aus einem Stück und durch Schraubbolzen
mit den beiden Kolben α αγ verbunden,
welches sich in Fig. 2 (in gröfserem Querschnitt) erkennen läfst. Die Kreuzzapfen c c sind entweder
mit einer Doppelkurbel durch zwei oder mit »einer« über den Cylinder gegabelten Schubstange bei einfacher Kurbel verbunden.
Die beiden Abtheilungskolben b bx sind leicht, haben einfache, nur die zum Saugen nöthige
Dichtung, sind entweder durch Aufschleifen oder Asbestliderung hinter den Kolben a ax
gedichtet, damit ihre Verbindungsstange i nicht zu peinlich in die Kolben a ax eingedichtet zu
sein braucht. Diese einfache Verbindungsstange i ist durch einen Zapfen und Schlitz
oder auch durch Gelenkstange mit dem Hebel h verbunden, welcher am Fundament montirt ist
und zwischen den Kolbenverbindungen d d schwingt.
In der Kolbenstellung Fig. 1 erfolgt links Zündung, Kolben b wird fest an α durch die
Gase vorgedrückt und bewegt somit die Kurbel. Beide Kolben U1 bx rechts, welche eine Ladung
zwischen sich bereits eingenommen haben, gehen natürlich zurück, Auslafsventil ex ist geöffnet
und Abtheilungskolben bx treibt die Abgase aus. Ist beispielsweise 3/4 des Kolbenweges
vollendet, wie in Fig. 3, so ist links die Expansion beendet, Ventil e öffnet sich, während
die Rolle 0 des Hebels h sich von der Curve «j auf die Ebene η K1 begeben hat,·
welche (n...nx) zwischen den Verbindungen dd
angebracht ist, so dafs die Abtheilungskolben b b1 hier je nach Form der Curve rasch oder
allmälig zur Ruhe kommen. Durch den jetzt nachfolgenden Hubrest der Kolben a ax saugt
Kolben α links die Ladung von f zwischen beide Kolben ein, während rechts Kolben ax,
nachdem Ventil ex geschlossen, die vorräthige Ladung durch den vom Kolben bx geöffneten
Muschelkanal gx treibt, bis er an bx anliegt,
dabei die Ladung comprimirt und der Hub beendet ist, womit die Kolbenstellung rechtsseitig,
wie in Fig. 1, linksseitig und umgekehrt erlangt ist. Der gleiche, hier beschriebene Act
findet hierauf von rechts nach links statt, wozu alle Theile gleiche Bezeichnung führen.
Es ergiebt sich nun, dafs Saugraum qx,
Compressionsraum q und Expansionsraum ^2,
die in allen Figuren bezeichnet, sich in beliebige Verhältnisse bringen lassen. q wird
durch die Entfernung zwischen Kolben- und Cylinderdeckel, qx und q2 durch die Curvenanschläge
η nx unter Uebereinstimmung der Verbindungsstangenlänge i bestimmt. Sind
diese Theile veränderbar oder zum Aus-
wechseln, so ist jede Maschine in beliebige Expansions- oder Kraftentwickelung zu bringen.
Erscheint es wünschenswerth, die Abgase zu entfernen, so sind die Auslafsventile nach Bedürfnifs
etwas länger offen zu halten, damit die frischen die gebrauchten Gase verdrängen.
Auch die Abtheilungskolben verrichten diesen Dienst, wenn deren Hub bis an den Cylinderdeckel
ausgedehnt wird, wie links Kolben b in Fig. 4, wobei nicht zu übersehen, dafs dadurch
jeder Krafthub sich um die Länge des Compressionsraumes vergröfsert, wie zwischen Fig. 3
und 4 ersichtlich. Um die Kolbenstellung' von Fig. 4 zu Fig. 5 bezw. Saug- und Compressionswirkung
der Kolben ax bx und α b zu
erlangen, ist der Hebel h an den Kolbenverbindungen d d montirt und mit dem Anschlage
r versehen, der im geeigneten Moment an die am Cylinder befindlichen Buffer s S1
anstöfst, den Abtheilungskolben nicht nur allein anhält, sondern durch den Hubrest des Kolbens
α an denselben anschliefst bezw. entfernt, wie aus Fig. 5 zu erkennen. Es kann wohl
auch in Fig. 1 Kolben b sich bis an den Cylinderdeckel bewegen und die Abgase austreiben,
wenn dessen Stopfbüchsenstange im Kolben α so dick ist, dafs dieselbe die nöthige
Entlastung bildet, um von den comprimirten Gasen zurück an α gedrückt zu werden, doch
würde dem Krafthub des der dicken Kolbenstange wegen verringerten Saugraumes nicht
aufgeholfen werden.
Die Abtheilungskolben b bx müssen nicht
direct im Cylinder laufen, sondern sind auch in den Kolben a CL1 unterzubringen, wenn dieselben
nach Fig. 6 aptirt sind, an ihren Enden je einen offenen Cylinder bilden, in
welchem der betreffende Abtheilungskolben den ihm bestimmten Hub vollziehen kann. Der in
der Kolbenwand angebrachte Kanal i dient dann zum Einsaugen, wie für die Zuleitung
durch Kanal g zum. Compressionsraum. Die Reibung der Abtheilungskolben ist dann ganz
beseitigt, nur erheischen sie ihres geringeren Durchmessers ■ wegen,. als wie im Hauptzylinder,
eine gröfsere Saug- und Compressionsbewegung.
Nun ist noch die Maschine mit fertig comprimirten Gasen zu betreiben durchzuführen.
Wird hierzu der Raum zwischen beiden Kolben a OLx geschlossen, dicht gehalten und die
fertige Mischung hier eingeleitet, die Saugarbeit ganz weggelassen, so ist unter Umständen jede
von den beschriebenen Maschinen dazu verwendbar. Ganz diesem Zweck entspricht die
Maschine Fig. 6 und 7. Hier sind, wie erwähnt, die Abtheilungskolben im Kolben a U1
angeordnet, schliefsen hier dicht, und beider Hub ist von den Böden, ddx begrenzt, deren
Verbindung ein Hohlraum ist und als Gaskammer dient. Die Verbindungsstange der Abtheilungskolben
geht durch den eingebohrten Kreuzzapfen c, wo auch die Gase durch ein
Bogenrohr r zugeleitet werden, dessen Schenkel in einer Stopfbüchse läuft. Kolben α geht auf
jeder Seite bis an den Cylinderdeckel, während die Abtheilungskolben in ihrer Lage bleiben.
Kurz vor Hubvollendung legt sich der Kanal i im Kolben a, ähnlich wie die Voreilung eines
Dampfmaschinenschiebers, über den Kanal g, die geprefsten Gase treten hierdurch in den
Cylinder, entlasten plötzlich den Kolben b, wodurch der Gegenkolben bx ebenso plötzlich
vorgetrieben wird und Kolben b an den Boden d preist, wodurch die Ladung fast blitzähnlich
vollzogen und der Compressionsraum q im Kolben α gebildet ist. Bevor sich Kolben b
an d anlegt, tritt dessen genau passender Ansatz / in die Bohrung des Bodens d, während
der Kolben b gleichzeitig den Kanal i überdeckt, so dafs sich ein dünnes aber sicheres
Luftpolster bildet, wodurch nicht nur allein gegen den Kolbenstofs, sondern auch gegen
eine Rückzündung Schutz getroffen ist.
Damit nun auch die Zündung sicher und nicht zu frühzeitig erfolgt, legt Kolben b im
Cylinder α die Oeffnung \ frei, in demselben Moment, wo Ansatz I in die Bodenöffnung d
eingetreten und Kanal i überdeckt ist, wie auch \ gleichzeitig sich mit einer Glühkammer oder
einem Glührohr verbindet, wodurch die Zündung sicher und gefahrlos bewirkt wird. Statt die
Gase durch das Rohr r zuzuführen, können dieselben auch auf die bekannte Weise durch
die Oeffnungen//1 zugeführt werden, nur hat
dann Kolben α beide Oeffnungen ff1 stets zu
überdecken, weshalb die untere Kolbenwand von α durchaus nach Ci1 geht, wie in Fig. 6
punktirt ist.
Für Fig. 4 und 5 läfst sich die gleiche Zündung wie für Fig. 6 verwenden, oder wie für
Fig., ι durch ein einfaches Glührohr ohne Schieber und Ventil ausführen; denn im letzten
Fall ist durch die rasch entstehende Compression keine Frühzündung, zu befürchten,
wenn das Glührohr an richtiger Stelle erhitzt ist.
Die einzig, erforderliche Neuerung ist für die.
Auslafsventile anzuordnen, wie sie in Fig. 1
skizzirt ist.
Am einfachsten wird die Maschine, durch.
Offenhalten der Auslafsventile regulirt,., zu welchem Zweck der Regulator die Steuerrolle ν
von der Kammscheibe auf eine runde Scheibe ablenkt, wodurch beide Ventile: halb geöffnet
erhalten werden und überdies die Gasleitung, zu den Saugventilen abgestellt wird, damit die
Maschine ganz entlastet ist. Für: die Maschine mit comprimirtem Gasbetrieb kann die Regulirung
durch ein Drosselventil, wie. bei den Dampfmaschinen, erfolgen.
Einfachwirkende bezw. Maschinen mit nur
einem Cylinder werden ganz nach derselben
Weise angeordnet als wie die vorliegende doppeltwirkende Maschine, und bedürfen derselben
Steuerung. Der Rückschub des Abtheilungskolbens b wird dann von der zwischen
beiden Kolben enthaltenen Mischung vermittelt, indem Kolben a. diese Mischung zuvor etwas
comprimirt, bis Kolben b in Bewegung kommt, demzufolge dann die bekannte Hemmcurve η
besondere Beachtung verdient, damit Kolben b nicht willkürlich oder gar vor Ventilschlufs e
ankommt und Nutzgase verloren gehen. Am geeignetsten für eincylindrige Maschinen ist die
Anordnung nach Fig. 4 und 5 mit an dem Kolben α montirtem Hebel h.
Auch für die eincylindrigen Maschinen, mit comprimirten Gasen zu betreiben, darf der
Doppelkolben wie bei den doppeltwirkenden b &j nicht fehlen, nur ist dann der Gegenkolben
bl von entsprechend geringerem Querschnitt anzuordnen, damit die Abtheilungskolben
b1 nach erfolgter Expansionsarbeit während des Hubwechsels so viel Ueberdruck hat,
um selbstthätig vorzudringen und den bekannten Laderaum q im Kolben α auszufüllen,
so dafs er bei seinem Rückschub die Abgase ebenfalls gänzlich austreibt. Beim Hubwechsel
oder kurz zuvor macht der Kolben b dann wieder die gleiche Rückbewegung, indem er
von den in den Cylinder · tretenden Gasen entlastet, von dem Gegenkolben dann angezogen
wird, den Laderaum q freilegt, der sich mit den comprimirten Gasen füllt.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:ι . Eine Gasmaschine mit einem zweiten, hinter dem mit der Kurbel verbundenen Kolben a, in diesem mit Kanal i (s. Fig. 6) oder frei im Cylinder (s. Fig. 1 bis 5) arbeitenden Kolben b, der im Anfang des Hubes die Gaskraft empfängt und, an den Kolben a anliegend, überträgt, auf bestimmtem Kolbenwege durch seine Stange i und Hebel h von den den Kolbenweg von b bestimmenden, am Kolben α angeordneten Hemmcurven nn1, Fig. 1, angehalten wird, damit Kolben α durch den Rest seines Hubes die Gasmischung zwischen beide Kolben einsaugt, worauf beim Rückhub Abtheilungskolben b die Abgase bis zum Compressionsraum q austreibt, hier wieder durch i h und η η1 angehalten wird, zuvor noch den im Cylinder angeordneten Kanal g öffnet, durch welchen der Kolben a mit seinem Hubrest die Ladung treibt und comprimirt, bis beide Kolben an einander anliegen, so dafs hierdurch beliebig festgestellte Expansion und mit jeder Umdrehung eine comprimirte Cylinderladung, wie auch sowohl beim Vor - wie beim Rückgang gleichmäfsige Kolbensteuerung erreicht werden, welch letztere es gestattet, ohne besondere Abänderung die Maschine eincylindrig einfachwirkend, oder zweicylindrig mit gekuppelten Kolben α aY und b b1 nach Fig. ι bis 7 doppeltwirkend zu betreiben.
- 2. Die Abänderung des unter 1. bestimmten Weges für den Abtheilungskolben b, dafs derselbe um die Länge des Compressionsraumes q seinen Hub nach jeder Seite ausdehnt, so dafs er rückwärts bis an den. Cylinderdeckel geht und die Abgase ganz austreibt, wobei er stets in seinem Hub von dem am Kolben α montirten Hebel h und dessen Anschlag r durch die Buffer SJ1, Fig. 4 und 5, angehalten und zugleich wieder um die Länge des Laderaumes q zurückgetrieben wird.
- 3. Die Abänderung des Arbeitsganges durch Uebertragung der Saug- und Compressionsarbeit auf eine besondere Ladepumpe, derart, dafs die Mischung comprimirt dem nach Fig. 6 und 7 geschlossenen Kolben α zugeführt wird, damit Kolben b selbstthätig durch den Gasdruck nach fast vollendetem Vorschub durch die Entlastung seines mit ihm verbundenen Gegenkolbens bl zurückgedrückt, den Laderaum q im Kolben a ausfüllt, dann beim Rückschub die Abgase ganz austreibt, und hierauf kurz vor oder mit dem Hubwechsel von den durch den Kanal g in den Cylinder eintretenden Gasen entlastet und von dem Gegenkolben bx an den Boden des Kolbens α unter Wirkung des ihm, dem Kolben b angeordneten, Stofs und Rückzündung verhütenden Ansatzes / angeschlossen zu werden, so dafs mit jeder Umdrehung, wie in 1., eine beliebige, nach dem Laderaum q bestimmte Ladung erfolgt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48141C true DE48141C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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- DE DENDAT48141D patent/DE48141C/de not_active Expired - Lifetime
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