-
Trockenanlage mit nebeneinanderliegenden Kammern. Die Erfindung betrifft
eine Trockenanlage für Tonwaren mit mehreren nebeneinanderliegenden Kammern und
ist dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung der Trockenluftzufuhr für die einzelnen
Abschnitte der langen Kammern von einer Stelle außerhalb des Betriebes, und zwar
unabhängig voneinander erfolgt; in gleicher Weise wird die Abführung des während
des Trockenganges entwickelten Wrasens geregelt.
-
Es hat sich herausgestellt, daß bei Trockenkammern von mehr als sechs
Meter Länge mehrere Einlaßöffnungen für den Eintritt der Trockenluft erforderlich
sind, andernfalls der Wärmebedarf erhöht wird. Denn lediglich von der Einlaßstelle
aus wird eine dauernde "Zuführung vonTrockenluft ermöglicht, welch naturgemäß in
den bereits abgetrockneten Teilen bei weiterer Durchführung eine große Wärmeverschwendung
mit sich bringt; ferner wird durch die länger währende Zugwirkung ein wesentlich
erhöhter Kraftbedarf bedingt.
-
Diese Nachteile fallen bei der Trockenanlage gemäß der Erfindung fort.
Ist ein Teil der langen Kammern abgetrocknet, so wird er ausgeschaltet und von der
Trockenluft nicht mehr durchzogen.
-
Diese neue Wirkungsweise ist von größter Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit
des Betriebes, weil sehr große Mengen Wärme gespart werden, die bei den bekannten
Trockenanlagen nutzlos vergeudet werden; desgleichen sehr große Mengen an Kraft
für die Erzeugung des Zuges in den Trockenkammern. Außerdem sind die getrockneten
Erzeugnisse von gleichmäßiger Beschaffenheit.
-
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Trockenanlage gemäß
der Erfindung dargestellt.
-
Abb. i zeigt den Grundriß einer Trockenanlage von acht Kammern, und
zwar mit einem oder zwei Zuführungs- und Abführungskanälen vor den Kammerenden,
Abb. 2 den Längenschnitt durch eine Trokkenkammer mit einem Kanal vor den Kammerenden,
Abb. 3 den Längenschnitt durch eine Trokkenkammer mit zwei Kanälen vor den Kammerenden,
Abb. q. die eine Ausführungsart eines Kammerschiebers, Abb.5 die schematische Anordnung
der Kammerschieber.
-
Die einzelnen Teile sind mit folgenden Buchstaben bezeichnet: a ist
der Zuführungs- oder Abführungskanal vor den Kammerenden. b ist ein zweiter Zuführungs-
oder Abführungskanal vor den Kammerenden. c sind die Verschlüsse von den Zu- und
Abführungskanälen. dl bis d'l# sind die öffnungen in den Kammerkanälen nach den
einzelnen Trockenkammern. e sind die Kammerkanäle. f, g, 1z, i., h bedeuten
die einzelnen Kammerabschnitte bei der Trockenwirkung, r die Zugstangen für die
Kammerschieber, s' bis s' die einzelnen Kammerschieber über oder unter den Sohlöffnungen
d' bis d", t die Spindeln für die Zugstangen
r, v das Zahnrad
zur Einstellung dar Spindeln t und der Kammerschieber s' bis s!.
-
Die Trocknung geht in folgender Weise vor sich: Wird das Ventil c
hochgedreht, strömt die Trockenluft vom Kanal a in den Verteiler oder Kammerkanal
e. Bei Öffnung des Schiebers d° tritt die Trockenluft am Anfang der Kammer ein,
trocknet die eingesetzten Erzeugnisse und wird schließlich bei dl am andern Kammerende
in den Wrasenkanal a ausgeleitet und ins Freie geführt.
-
Man läßt die Trockenluft auf den ersten Teilabschnitt k so lange einwirken,
bis die Erzeugnisse hart und gleichmäßig bis in den Kern ausgetrocknet sind; dann
schließt man d' und öffnet d' zur Austrocknung des zweiten Teilabschnittes i. Ist
auch dieser vollständig trocken, so schließt man -d' und öffnet d' zur Austrocknung
von dz.
-
In dieser Weise fährt man-fort, bis alle Teilabschnitte der Kammern
ausgetrocknet sind.
-
Die Kammerkanäle e sind mit einer Trennwand versehen oder abgesetzt.
Sind an jeder Seite zwei Kanäle, also einer für die Zu- und einer für die Ableitung
vorhanden, so hat man sehr große Freiheit in der Führung der Trokkenluft sowohl
für den Einlaß und Abzug wie für den Durchzug durch die einzelnen Trockenkammern.
Man kann in diesem Fall die Trockenluft im Gegenstrom oder Gleichstrom einwirken
lassen, so daß demnach die. abschnittsweise Trocknung @ sowohl vorwärts wie auch
rückwärts in jedem Teilabschnitt durchführbar ist.
-
Es lassen sich demnach die empfindlichsten Tone, die bisher jeder
künstlichen Trocknung Widerstand entgegenstellten, ohne jedes Verziehen oder Reißen
einwandfrei austrocknen, weil die vorbeschriebenen Einrichtungen jede Möglichkeit
für eine schnelle oder langsame Einwirkung der Trockenluft in den verschiedenen
Zeitabschnitten der Trocknung bieten.
-
Die Ventile c und die Kammerschieber s' bis s° müssen unbedingt luftdicht
verschließbar sein, andernfalls entstehen große Wärmeverluste.