DE453083C - UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug - Google Patents

UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug

Info

Publication number
DE453083C
DE453083C DEM95293D DEM0095293D DE453083C DE 453083 C DE453083 C DE 453083C DE M95293 D DEM95293 D DE M95293D DE M0095293 D DEM0095293 D DE M0095293D DE 453083 C DE453083 C DE 453083C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
electrodes
protection device
electrode
spark
earth
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEM95293D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GEORG J MEYER DR ING
Original Assignee
GEORG J MEYER DR ING
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by GEORG J MEYER DR ING filed Critical GEORG J MEYER DR ING
Priority to DEM95293D priority Critical patent/DE453083C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE453083C publication Critical patent/DE453083C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • HELECTRICITY
    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01TSPARK GAPS; OVERVOLTAGE ARRESTERS USING SPARK GAPS; SPARKING PLUGS; CORONA DEVICES; GENERATING IONS TO BE INTRODUCED INTO NON-ENCLOSED GASES
    • H01T1/00Details of spark gaps
    • H01T1/02Means for extinguishing arc

Landscapes

  • Thermistors And Varistors (AREA)

Description

  • Überspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug. Es ist bekannt, daß die Wirkung der mit Funkenstrecke ausgerüsteten überspannungsschutzvorrichtungen durch den Entladeverzug erhebTh beeinträchtigt ist. Es ist auch bekannt, diesen Ent'_.adeverzug dadurch zu beseitigen oder wenigstens erheblich zu verringern, daß man in die Nähe der Funkenstrecke an eine oder beide Elektroden Körper hoher Dielektrizitätskonstante bringt, welche' auch unter Umständen beide Elektroden mechani-ch verbinden können. Diese Körper hoher Dielektrizitätwkonstante verzerren das elektrische Feld und bewirken an vereinzelten Stellen eine starke Zusammendrängung der Feldlinien, also eine erhöhte Beanspruchung der Luft. Bei passender Bemessung und Anordnung läßt sieh dabei erreichen, daß schon bei der normalen Betriebsspannung eine Ionisierung- der Luft eintritt, welche das Feld für die Erregung durch die Überspannung vorbereitet und auf diese Weise den Entladeverzug beseitigt.
  • Alle diese bekannten Vorrichtungen, welche auf der Anbringung eines Isolierkörpers hoher Dielektrizitätskonstante an oder in der Funkenstrecke beruhen, haben den Nachteil, daß das Isoliermaterial der Wirkung des Lichtbogens ausgesetzt wird, welcher es nicht standhalten kann. Wenn also bei Eintritt einer Überspannung die Funkenstrecke überschlägt, so wird das Isoliermaterial vom Lichtbogen angegriffen oder zerstört.
  • Nach der Erfindung wird dieser Übelstand dadurch beseitigt, daß- mit der Funkenstrecke der geschilderten Art, welche also- einen oder mehrere Isolierkörper hoher Dielektrizitätskonstante zur Vorionisierung des Feldes enthält, eine an sich ebenfalls bekannte Funkenentziehvorrichtung für den Lichtbogen verbunden wird.
  • Derartige Funkenentziehvorrichtungen bewirken bekanntlich, daß durch den beim überschlag einsetzenden Erdstrom bzw. eine Abzweigung desselben ein Schalter betätigt wird, welcher den -Lichtbogen schnell und an anderer Stele zum Verlöschen bringt, etwa indem der Schalter die Funkenstrecke für kurze Zeit kurzschließt,. so daß der Lichtbogen dort erlischt, oder iidem der Schalter in Serie mit der Funkenstrecke liegt und den Erdkreis unterbricht, oder indem der Schalter im normalen Zustand einen großen Vorschaltwiderstand kurzgeschlossen hält und beim Ansprechen vorschaltet, so daß der Erdstrom auf ein so geringes Maß herabgesetzt wird, daß der Lichtbogen von selbst und hinreichend schnell erlischt.
  • Es gibt noch andere Funkenentziehvorrichtungen dieser Art, auch z. B. mit Umschaltung mehrerer abwechselnd arbeitender Funkenstrecken. Die Ausgestaltung dieses Funkenentziehschalters bildet - nicht den Gegenstand dieser Erfindung, wohl aber seine Verbindung mit der Funkenstrecke mit Isolierkörper.
  • Der Isolierkörper -soll die Vorionisierung dadurch bewirken, daß an ihm Gleitoritladungen auftreten,- welche den Überschlag erleichtern. Deshalb wird zweckmäßig der Isolator in ebenfalls an sich bekannter Weise bei der neuen Überspannungsvorrichtung plattenförmig ausgebildet und so angeordnet, daß er von einer Elektrode in der Richtung zur anderen weist.
  • Abb. i zeigt eine einfache Form der Erfindung in schematischer Darstellung. Die Elektroden i, 2 sind mit scharfen Kanten ausgerüstet und berühren mit diesen die Isolierplatte 3, welche beispielsweise aus Glas bestehen kann. Die Elektrode i ist mit der hochspannungsführenden Leitung verbunden, die Elektrode 2 über den Funkenentziehschalter q. mit Erde 5. Der Funkenentziehschalter ist hier als Kurzschließer gedacht; er enthält den Erdwiderstand 6. An einem Teil desselben ist die Spule 7 für die Betätigung des Schaltkontaktes 8 abgezweigt., Tritt ein überschlag zwischen i und 2 auf, so wird ein merklicher Strom durch den Widerstand zur Erde -Hießen, ein Teil dieses Stromes durch die Spule 7, welche den Schaltkontakt 8 schließt und dadurch einen Kurzschluß über die Elektroden i, 2 legt, so daß der Lichtbogen dort erlischt. Dadurch wird aber auch die Spule 7 stromlos, und der Kontakt 8 öffnet sich, wobei nun der Erdstrom unterbrochen wird.
  • Der Funkenentziehschalter wird zweckmäßig in bekannter Weise als Ölschalter ausgebildet, kann aber auch als Luftschalter ausgeführt werden.
  • In dem Beispiel der Abb. i ist der Isolierkörper als Platte 3 ausgeführt, welcher. beide Elektroden gleichzeitig berührt. Damit ist die Gefahr verbunden, daß durch Feuchtigkeit, Staub oder Schmutz eine Veränderung des Überschlagswertes eintreten könnte. Es wird sich also empfehlen,- den Isolierkörper nur an einer Elektrode anzubringen, von der zweiten aber körperlich zu trennen oder beide Elektroden mit getrennten Isolierkörpern auszurüsten, welche durch eine Luftstrecke getrennt sind.
  • Eine Ausführungsform dieser Anordnung, welche gleichzeitig die Verwendung von Entlastungselektroden zur Aufnahme des Lichtbogens und weiteren Schonung des Isolierkörpers und eine andere Gattung des Funkenentziehers zeigt, ist in Abb.2 dargestellt. Es bezeichnen wieder i und 2 die mit der Hochspannung bzw. mit der Erde verbundenen Elektroden. An jeder ist ein plattenförmiger Isolierkörper 3 bzw. q. befestigt, welcher in der Richtung von der Elektrode zum anderen Isolierkörper weist. An den Elektroden i und 2, an deren scharfen Kanten unten sich der Lichtbogen bildet,: sind nun vorgeschobene Entlastungselektroden 5, 6 angebracht, welche beispielsweise als -kugelförmige Blechkörper dargestellt sind, aber auch die bekannte Hörnerform besitzen können. Diese Entlastungselektroden treten näher zusammen als die Hauptelektroden. Sie ziehen daher den Lichtbogen auf sich und können deshalb einen Schutz der Isolierkörper schon vor dem Ansprechen des Funkenentziehers bilden. Letzterer besteht aus dem Widerstand 7 und dem Schaltkontakt 8 sowie der Ausschaltespule 9. Bei Eintritt eines Erdstromes wird letztere erregt, öffnet den Schaltkontakt 8 und damit den Erdstromkreis, so daß der Lichtbogen an der Funkenstreckeerlischt. Damit verschwindet aber auch die Erregung der Ausschaltespule 9, der Schalter fällt in den Ruhezustand zurück, und das Spiel kann von neuem beginnen.
  • Bei einer Anordnung dieser Art ist der Erdstromkreis während der kurzen Zeit der Öffnung des Funkenentziehers unterbrochen und dadurch der überspannungsschutz außer Betrieb gesetzt. Es empfiehlt sich deshalb, mit dieser Anordnung in an sich bekannter Weise eine weitere Schutzvorrichtung gegen Erde zu verbinden, welche auch in der kurzen Zeitspanne der Öffnung des Kontaktes 8 noch einen Schutz bewirkt.
  • Eine derartige Anordnung, welche gleichzeitig wieder eine andere Form des Funkenentziehers, aber auch eine neue Anordnung zur Entlastung der Isoliermaterialien zeigt, ist in Abb.3 dargestellt. i und 2 sind wieder die Hauptelektroden, 3 und q. die an ihnen angebrachten plattenförmigen Isolierkörper, 5 und 6 die Entlastungselektroden. Von diesen ist aber die Elektrode 6 von der Hauptelektrode 2 durch einen Isolierkörper hoher Dielektrizitätskonstante 7 getrennt, welcher eine verhältnismäßig geringe Dicke hat, so daß der überschlagsweg zwischen 2 und 6 kurz ist. Die nicht polführende Elektrode -- ist über einen Widerstand 8 geerdet, welcher so bemessen sein soll, daß nur ein verhältnismäßig geringer Strom über die Funkenstrecke gehen kann, welcher in der Zeit eines Bruchteiles der Sekunde, nämlich so lange als der Funkenentzieher zu seinem Spiel braucht, die Isolationsstücke 3, q., 7 nicht beschädigen kann: Ein großer Teil der Spannung wird also in dem Widerstand 8 vernichtet, so daß die Elektrode 2 eine recht erhebliche Potentialdifferenz gegen die Erde 9 erhält, während die Entlastungselektrode 6 über den Widerstand i o des Funkenentziehers, welcher stromlos ist, das Erdpotential behält. Es entsteht also - sofort beim Überschlag eine hohe Spannungsdifferenz zwischen der Hauptelektrode 2 und der Entlastungselektrode 6. Dadurch wird die kurze überschlagsstrecke mit Isoliermaterial 7 überschlagen und der Lichtbogen von den' Hauptelektroden i und 2 mit größerer Sicherheit nach den Entlastungselektroden 5, 6 herübergezogen. Nun geht ein Erdstrom durch den Widerstand i o, ein Teil desselben durch die Spule i i. Diese öffnet den Funkenentziebkontakt 12 und hebt damit den Kur'zschluß des unteren Widerstandsteiles 13 auf; so daß nunmehr in den Weg vom Anschluß i über 5, 6, ro, 13 nach Erde 9 ein so großer Widerstand gelegt ist, daß der Lichtbogen von selbst erlischt. Damit wird aber die Erregung der Spule i i aufgehoben, der Schaltkontakt 12 schließt sich, und der Anfangszustand ist wieder hergestellt. Während der Zeit, in der der Schaltkontakt 12 geöffnet ist, lieb aber noch die Funkenstrecke der Hauptelektroden i, 2 mit ihrem Vorschaltwiderstand 8 parallel zu der Entlastungsfunkenstrecke mit ihren Widerständen to, 13. Es ist also während des Arbeitens des Funkenentziehers für eine Möglichkeit gesorgt, Aufladungen abzuleiten.
  • Bei den bisher gezeigten Beispielen sind die Isolierplatten, welche die Feldverzerrung zum Zwecke der Aufhebung des Entladeverzuges herstellen sollen, nur auf einer Seite mit Metall, nämlich mit den Elektroden in Verbindung gebracht. Es ist bekannt, daß eine Armierung der Isoliermaterialien auf der Rückseite die Vorentladungen verstärkt und die Wirkung verbessert. Eine Anwendung dieses bekannten Mittels bei der Erfindung ist in Abb.4 gezeigt. i und 2 sind die Hauptelektroden, 3 und 4 die Isolierplatten, 5 der Funkenentzieher, der wieder als Kurzschließer ausgebildet ist. An den Isolierplatten 3 und ¢ sind nun die Metallbelege 6 und 7 angebracht, welche mit keiner der Elektroden leitend verbunden sind, welche aber in kondensatorartiger Weise eine Aufladung der nicht mit Metall belegten oberen Flächen der Isolierplatten 3 und 4 bewirken, also die Vorentladungen verstärken.
  • Eine weitere Verbesserung wird dadurch erzielt, daß die auf der anderen Seite der Isolierplatten angebrachten Belege in ebenfalls an sich bekannter Weise mit einem abweichenden Potential in Verbindung gebracht werden. Eine derartige Anordnung ist in Abb. 5 dargestellt. Die Elektroden i und 2 liegen hier an einer gemeinsamen Platte 3, deren Enden rinnenförmig umgebogen sind. Auf der Innenseite dieser Rinne, die vorn und hinten offen zu denken ist, befindet sich eine Metallplatte 4, welche an einem hohen Widerstand 5 an Erde 6 liegt. Dieser Widerstand muß so groß sein, daß beim Cberschlag von der polführenden Elektrode i nach der geerdeten Elektrode 4, der ja eigentlich nicht erfolgen soll, sondern nur unbeabsichtigt als Betriebsfehler eintreten könnte, der Lichtbogen bei der Betriebsspannung und der in der Anlage wirkenden Energiemenge nicht mehr stehenbleiben kann. Der Widerstand 5 ist also nicht ein eigentlicher Erdwiderstand, wie er bei Funkenstrecken verwendet wird, sondern ein Schutzwiderstand zur Unschädlichmachüng eines unerwünschten Randüberschlages über den Isolierkörper 3. Durch seinen Einbau ist aber dieser Randüberschlag unschädlich gemacht im Gegensatz zu bekannten Überspannungsschutzvorrichtungen, bei denen der Isolierkörper nicht nur durch-, sondern auch überschlagsicher sein muß. Das ist hier nicht notwendig. Da normal so gut wie gar kein Strom zwischen der inneren Belegung 4 und der Erde 6 fließt, so hat erstere fast genau das Erdpotential. Sie wird also eine kräftig anregende Wirkung auf die Vorentladungen von der Elektrode i auf der oberen Seite des Glaskörpers 3 auslösen und dadurch die Ionisationswirkung verstärken. Die Elektrode z ist wieder über den mehrfach beschriebenen Widerstand. und Funkenentzieher 7 mit Erde 6 verbunden.
  • Bei dieser Anordnung ist also die innere Elektrode 4 nur Erregerelektrode zur Auslösung des Überschlages, während beispielsweise beim Glimmschutz die innere Elektrode gegen die äußere überschlagsicher isoliert sein muß und dort ein Überschlag zur Beschädigung führt.
  • Während in dem Beispiel Abb. 5 eine gemeinsame Platte oder ein rinnenförmiger Isolierkörper für beide Hauptelektroden Verwenwendung findet, ist in Abb. 6 eine Anordnung dargestellt, welche getrennte Isolierkörper und Entlastungselektroden sowie noch eine wesentlich verstärkte Wirkung besitzt. i und 2 sind die Hauptelektroden, an denen rinnen.-förmige oder glockenförmige Glaskörper 3 und 4 angebracht sind. An den Hauptelektroden i und 2 sind die Entlastungselektroden 5, 6@angebracht, letztere gegen die Elektrode -- in der durch Abb.3 bereits erläuterten Weise durch eine Isolierplatte 7 getrennt. Von der Entlastungselektrode 6 führt ein Weg über den mit Widerstand versehenen Funkenentzieher 8 zur Erde. Nun ist in jedem der beiden Isolierkörper 3, 4 in an sich bekannter Weise ein weiterer Beleg angebracht, welcher mit der dem äußeren Beleg fremden Elektrode verbunden ist, also der innere Beleg 9 im Isolierkörper 3 mit der Elektrode 2, der innere. Beleg io in dem Glaskörper 4 mit der Elektrode i. Dadurch ist gleichzeitig eine verstärkte Vorentladungswirkung und eine Kapazitätswirkung erreicht,. welche zur Abschleifung von Wellen mit herangezogen werden kann. Auch hier müssen wieder überschlage um die Isolierkörper 3, 4 durch Widerstände unschädlich gemacht werden. Für die zu erdende Elektrode z' und den inneren Beleg 9 in der Glocke 3 dient der hohe Schutzwiderstand i i, während für die Hauptelektrode i und die innere Elektrode io der* Glocke q. -der Widerstand 8, der mit dem. Funkenentzieher verbunden ist, Anwendung findet.
  • Bei -der bisher geschilderten Anordnung waren an den Isolierkörpern Elektroden befestigt, welche im normalen Betrieb hohe Spannungsdifferenzen führen, also z. B. eine polführende und eine geerdete Elektrode. Bei derii Beispiel der Abb.5 war noch auf der anderen Seite des Isolierkörpers eine geerdete Hilfselektrode zur Verstärkung* der Ionisierung vorhanden. Man kann nun die Anordnung auch so treffen, daß man zwischen Körpern, die im normalen Zustand keine nennenswerte Potentialdifferenz haben, zwischen denen aber beim Auftreffen von Wellen eine plötz:iche und hohe Spannungsspitze auftritt, und bei denen mit normalen Mitteln kein wirkungsvoller Überschlag zu erzielen ist, weil der Entladeverzug zu groß ist, durch eine Vorionisierung die Wirkung mittels Hilfselektrode verbessert. Ein Beispiel ist in Abb. 7- gegeben. Zwischen den Elektroden i und 2 auf der oberen Seite der Isolierplatte 3 befindet sich eine im Hauptstrom liegende Drosselspule q.. Auf der unteren Seite liegt die geerdete Erregerelektrode 5 mit dem zugehörigen Schutzwiderstand 6 und Funk,-,nentziehschalter 7. Im normalen Zustand wird durch die geerdete Anregungselektrode 5 eine Feldverzerrung auf der oberen Seite der Platte 3 bewirkt, die aber, solange keine Wellen @ auftreffen,- wirkungslos bleibt. Kommen dagegen im Zuge der Hauptleitung Wellen, welche durch die Drosselspule q. gehen, so entsteht plötzlich zwischen den Elektroden i und 2 eine hohe Spannungsdifferenz von sehr kurzer Dauer. Da nun bereits Gleitfunken den Übergang des Lichtbogens zi,,schen den Elektroden i und 2 vorbereitet haben, so kann hier eine Entladung stattfinden, welche die Energie der Welle ganz oder teilweise unschädlich macht. Natürlich wird man die ganz willkürlich gezeichnete Entfernung der Elektroden i, 2 den jeweiligen Verhältnissen entsprechend einrichten.
  • Die Anordnung nach Abb. 7 ist also die Kombination eines Schutzes, der Funkenstrecke zwischen Polelektrode und Erde, Vorerregung durch Isolierkörper und Fuükenentzieher enthält,' mit der Parallelschaltung einer vorionisierten Funkenstrecke zu einer im Zuge der Hauptleitung liegenden Drosselspule. Die durch die Wellen in der Drosselspule auftretende Spannungsspitze gleicht sich oberhalb der Isolierplatte '3 zwischen den Elektroden i und -- aus, die- Spannungsspitze zwischen Hauptleitung und Erde durch Randüberschlag über die Isolierplatte 3 zur Elektiode ' 5 und über den Widerstand 6 nach Erde.
  • Während bei der Anordnung nach Abb.7 die polführende Elektrode auf der einen Seite der Isolierplatte, die geerdete auf der anderen Seite liegt und die geerdete Elektrode eine einfache Anordnung mit einfachem Funkenentzieher darstellt, kann man auch noch in ähnlicher Weise, wie dieses in Abb.3 dargestellt war, außer den Hauptelektroden für die Erde Entlastungselektroden mit besonderer Schutzeinrichtung verwenden. Eine solche Anordnung ist in Abb.8 perspektivisch gezeigt, wobei eine rein schematische, nicht den räumlichen Verhältnissen der Praxis entsprechende Form zur besseren Veranschaulichung gewählt wurde. Auf der Isolierplafte i befinden sich Elektroden 2, 3 mit der dazwischenliegenden Drosselspule q.. Diese Elektroden werden mit scharfen Kanten zu versehen- sein, welche einen Überschlag zwischen 2 und 3 erleichtern.
  • Der Lücke zwischen den Elektroden 2 und 3 gegenüber steht die geerdete Hauptelektrode 5, welche rechts und links von den Entlastungselektroden 6, 7 umgeben ist. Die Hauptelektrode 5 soll gegen zu hohe Ströme geschützt werden; sie erhält daher einen besonderen Widerstand 8, welcher mit dem normalen Erdwiderstand 9 des Funkenentziehers io in Serie geschaltet ist. Die Entlastungselektroden 6, 7 sind dagegen nur über den Widerstand 9 geerdet, so daß sie größere Energiemengen hindurchlässen. Bei ihnen wird der Lichtbogen nicht mehr an der Isolierplatte i, sondern entfernt davon in Luft brennen, also so lange andauern dürfen, bis der Funkenentzieher io ihn zum Erlöschen bringt. Letzterer ist hier wieder als Kurzschließer dargestellt, welcher gleichzeitig die Hauptfunkenstrecke zwischen den Elektroden 2 und 5 kurzschließt, aber auch gleichzeitig die Entlastungsfunkenstrecke zwischen 2 und 6 bzw. 7.
  • Man wird auch hier die in Abb.3 veranschaulichte Anordnung zur Überleitung des Lichtbogens von der Hauptelektrode auf die Entlastungselektrode mittels eines Isolierkörpers vorsehen. Sie ist zur Vereinfachung nicht gezeichnet.
  • In allen Darstellungen ist die Hauptelektrode als Körper mit scharfen Kanten gezeigt worden. Es ist eine solche Anordnung für viele Zwecke vorteilhaft, aber bisweilen nicht notwendig, insbesondere nicht bei hohen Spannungen. Man kann dasselbe auch erreichen, wenn man statt eines Metallkörpers mit Spitze einen solchen verwendet, welcher sich in einem scharfen spitzen Winkel von dem Isoliermaterial abhebt, so daß ein spitzwinkliger Zwickel von Luft zwischen Glas und Metall übrigbleibt. Auch hier bilden sich bekanntlich sehr leicht Vorentladungen, wie sich bei Durchführungen für Hochspannung in höchst unangenehmer Weise gezeigt hat.
  • Die Einstellung erfolgt durch Veränderung der Schlagweiten, relative Lagenänderung zwischen Elektroden und Isolierplatten (Entfernung, Verschiebung, Verdrehung), Veränderung der Form der Elektroden (z. B. Vorschieben von Spitzen, Schneiden oder Kämmen), Veränderung der Größe, Form und Lage der Belege, Veränderung ihres Potentials (z. B. durch Anschluß an Erde oder andere Phasen) und ähnliche Mittel.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Überspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug, gekennzeichnet durch Isolierkörper» hoher Dielektrizitätskonstante an einer oder beiden Elektroden in Verbindung mit einem Funkenentziehschalter zur Unterdrückung des Lichtbogens.
  2. 2. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierkörper plattenförmig in Richtung zur anderen Elektrode ausgebildet sind.
  3. 3. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch von den Isolierkörpern räumlich getrennte Entlastungselektroden zur Aufnahme des Lichtbogens. ¢.
  4. ÜberspannungsschutzvorricÜtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch hohen Erdwiderstand an der Haupt- und geringeren Widerstand an der Entlastungselektrode, einen Isolierkörper hoher Dielektrizitätskonstante in flacher Erstreckung zwischen beiden und Funkenentzieher im Erdkreis der Entlastungselektrode.
  5. 5. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i und 2, gekennzeichnet durch Metallbelege auf der Rückseite der plattenförmigen Isolierkörper zur Verstärkung der Vorentladungen.
  6. 6. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i, 2 und 5, gekennzeichnet durch Verbindung der Metallbelege mit der fremden Elektrode der Funkenstrecke.
  7. 7. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i, ' 2 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Isolierplatte polführende, durch eine Drosselspule verbundene Elektroden und eine oder mehrere geerdete Elektroden angeordnet sind. B. Überspannungsschutzvorrichtung nach Anspruch i bis 7, gekennzeichnet durch Polelektroden mit Drosselspule, geerdete Hauptelektrode mit hohem Erdwiderstand und geerdete Entlastungselektroden mit geringerem Erdwiderstand sowie gemeinsamen Funkenentzieher für beide Erdstromkreise.
DEM95293D 1926-07-10 1926-07-10 UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug Expired DE453083C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEM95293D DE453083C (de) 1926-07-10 1926-07-10 UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEM95293D DE453083C (de) 1926-07-10 1926-07-10 UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE453083C true DE453083C (de) 1927-11-28

Family

ID=7322950

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEM95293D Expired DE453083C (de) 1926-07-10 1926-07-10 UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE453083C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2902006C2 (de)
DE1588607A1 (de) Funkenstrecken- und Entladungssteueranordnung
DE453083C (de) UEberspannungsschutzvorrichtung mit Funkenstrecke und verringertem Entladeverzug
DE1513155A1 (de) UEberspannungsableiter
DE1808374A1 (de) UEberspannungsableiter
DE2025120A1 (de)
DE602039C (de) Schalter
DE1588233A1 (de) UEberspannungsableiter
DE1946777U (de) Ueberspannungsableiter.
DE2248113C3 (de) Überspannungsableiter mit gesonderten Steuereinheiten
DE361029C (de) Einrichtung zum Schutz elektrischer Anlagen gegen UEberspannungen
DE701273C (de) Anordnung zum Registrieren von kurzzeitig auftretenden Spannungen oder Stroemen
AT93876B (de) Einrichtung zum Schutz der Isolation elektrischer Maschinen und Apparate gegen Beschädigung durch Überspannungen.
DE476407C (de) UEberspannungsableiter mit kuenstlicher Ionisation durch eine Hilfsfunkenstrecke
DE724575C (de) UEberspannungsschutz fuer tragbare Hochfrequenzsperre
DE2419731C3 (de) Funkenstreckenanordnung ffir einen Überspannungsableiter
DE428546C (de) UEberspannungsschutzvorrichtung
DE742004C (de) Einrichtung zum Schutz von Schaltgeraeten, insbesondere Innenraumgeraeten, gegen UEberspannungen
DE640301C (de) UEberspannungsableiter
DE684293C (de) Vorrichtung zum Loeschen des Unterbrechungslichtbogens bei elektrischen Installationsselbstschaltern
DE896679C (de) Schutzeinrichtung fuer Hochspannungsanlagen
AT206481B (de) Schutzeinrichtung für Fernmeldeleitungen, insbesondere für Freileitungen am Hochspannungsgestänge
DE495648C (de) UEberspannungsschutzeinrichtung fuer Fernmeldeanlagen
DE643707C (de) Anordnung zum Schutz von UEberspannungsableitern
DE2707335A1 (de) Anordnung zur lichtbogenloeschung bei ueberspannungsableitern