DE447788C - Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abgasverwertung in AbhitzekesselnInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01N—GAS-FLOW SILENCERS OR EXHAUST APPARATUS FOR MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; GAS-FLOW SILENCERS OR EXHAUST APPARATUS FOR INTERNAL-COMBUSTION ENGINES
- F01N5/00—Exhaust or silencing apparatus combined or associated with devices profiting by exhaust energy
-
- Y—GENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
- Y02—TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
- Y02T—CLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO TRANSPORTATION
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM 3. AUGUST 1927
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 46 d GRUPPE 14
K 985671]4Od
Tag der· Bekanntmachung über die Erteilung des Patents: i4.Juliig2j.
Fried. Krupp Germaniawerft Akt-Ges. in Kiel-Gaarden.
Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen
mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln.
Patentiert im Deutschen Reiche vom I.April 1926 ab.
Es ist bekannt, die Abgase von Brennkraftmaschinen in Abhitzeverwertern, z. B. Abhitzekesseln,
zur Dampferzeugung noch weiter auszunutzen. Bei Viertaktmaschinen steht
hierbei ein verhältnismäßig großes Wärme· gefälle zur Verfügung, weil die Temperatur
der die Maschine verlassenden Abgase bei derartigen Maschinen erheblich über der erforderlichen
Endtemperatur der den Abhitzekessel verlassenden Gase hegt. Es steht also in diesem Falle für die Auswertung im Abhitzekessel
«η beträchtliches Temperaturgefälle zur Verfügung.
Anders verhält es sich bei Zweitaktmaschinen. Durch den bei solchen Maschinen stets
erforderlichen Überschuß an Spülluft wird
nämlich die Temperatur der Abgase stark erniedrigt und damit das in einem Abhitzekessel
noch nutzbare Temp era tür gefälle so verkleinert, daß die für die Ausnutzung notwendige
Heizfläche des Abhitzekessels praktisch unbrauchbare Abmessungen annehmen würde,
wenn man die noch ausnutzbare Wärmemenge in einem solchen Kessel zur Dampferzeugung
verwenden wollte. Man hat deshalb in der ίο Praxis in vielen Fällen überhaupt davon Abstand
genommen, die Abgase z. B. einer Zweitaktschiffsdieselmaschine in dieser Weise weiter
auszunutzen und dort, wo Dampfbedarf ohnehin vorhanden war, den Betrieb eines
getrennten, ölgefeuerten Kessels vorgezogen. Die Erfindung bezweckt nun, bei Zweitakt-Brennkraftanlagen
der vorerwähnten Art, bei denen neben Kraftbedarf auch noch ein gewisser Wärmebedarf (z. B. zu Heiz- und
so Kochzwecken) befriedigt werden muß, die Verwendung von Abhitzekesseln praktisch
brauchbarer Abmessungen zui ermöglichen unter gleichzeitiger Verbesserung der Wirtschaftlichkeit
der gesamten Anlage. Dieser Zweck wird der Erfindung gemäß dadurch erreicht, daß der Spülluftdruck der Brennkraftmaschine
bei Abhitzekesselbetrieb dem Energiebedarf des Abhitzekessels entsprtechend geregelt wird.
Um das Wesen der Erfindung zu erläutern, soll vom normalen Betrieb der Zweitaktmaschine
ausgegangen werden. Bei einer solchen normal betriebenen Zweitaktmaschine
wird der Spülluftdruck und damit der Spülluftüberschuß
so gewählt, daß der Brennstoffverbrauch für die Leistungseinheit ein Mindestmaß wird. Durch Erniedrigung des Spülluftdruckes
und des Spülluftüberschusses erhöht sich nun die Abgastemperatur und damit auch das im Abhitzekessel auswertbare
Temperaturgefälle. Da die Endtemperatur, bis zu welcher die Abgase im Abhitzekessel
heruntergekühlt werden können, aus praktischen Gründen etwa 70° über der Wassertemperatur
des Kessels liegen muß,, so ist der Verlust an Wärme durch die aus dem
Kessel abziehenden Gase um so kleiner, je kleiner das Gasgewicht, d.h. der Spülluftüberschuß,
ist. Es vergrößert sich also durch go die Verminderung des Spüldruckes allein
schon die im Kessel verwertbare Wärmemenge.
Durch die Verminderung des Spüldruckes tritt zwar unter Voraussetzung gleichbleibender
Maschinenleistung je nach Güte des verwendeten Spülverfahrens eine Erhöhung des
Brennstoffverbrauchs für die Leistungseinheit der Maschine ein; hierdurch wird aber anderseits
wieder die Temperatur der Maschinenabgase und damit die im Abhitzekessel ausnutzbare
Wärmemenge erhöht.. Der Gesamtbrennstofiverbrauch der Brennkraftmaschine
und des Abhitzekessels zusammen ist aber niedriger- als der Brennstoffverbrauch sein
würde, wenn die Brennkraftmaschine ohne Erniedrigung des Spülluftdruckes und mit
für sie allein günstigstem Brennstoffverbrauch betrieben würde und die Dampferzeugung
durch einen getrennten ölgefeuerten Dampfkessel bewirkt würde.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung erniedrigt sich mit zunehmendem Dampfbedarf
unter entsprechender Herabsetzung des Spülluftdruckes der Gesamtbrennstoffverbrauch
von Brennkraftmaschine und Dampfkessel bis zu einem bestimmten Mindestwert, von dem ab es keinen Vorteil mehr bringt;,
den Dampf bedarf durch weitere Verminderung des Spülluftdruckes zu decken. Bei weiterer
Steigerung des Dampfverbrauchs würde dann zweckmäßig eine Zusatzölfeuerung verwendet
werden.
Die Erfindung liegt also in der Erkenntnis, daß bei solchen Zweitaktmaschinenanlagen,
bei .denen außerdem noch ein gewisser Dampfbedarf vorhanden ist, durch Verwendung
eines Abhitzekessels unter Herabsetzung des Spülluftdruckes trotz bewußter Verschlechterung des Brennstoffverbrauchs für
die Leistungseinheit der Brennkraftmaschine eine Verbesserung des Brennstoffverbrauchs
der Gesamtanlage (Zweitaktmaschine und Dampfkessel) erzielt wird. Außerdem wird durch dieses Verfahren der Vorteil erziel·^
daß die Abmessungen des Abhitzekessels, d. h. die erforderliche Heizfläche zur Erzeugung
von ι kg Dampf in der Stunde, wegen des erhöhten ausnutzbaren Temperatuirgef alles sehr
erniedrigt und damit die Größe und die Anlagekosten des Kessels für die Leistungseinheit
erheblich vermindert werden.
Auf der Zeichnung ist in Abb. 1 in schematischer Darstellung eine der Erfindung gemäß
eingerichtete Anlage, bestehend aus einer Zweitakt-Brennkraftmaschine und einem
Abhitzedampfkessel, dargestellt, während die Abb. 2 einen Teil der Abb. 1 in größerem
Maßstabe veranschaulicht.
Abb. 3 zeigt eine etwas abgeänderte Einrichtung der in Abb. 2 veranschaulichten Regelungseinrichtung.
Die Anlage nach Abb. 1 besteht aus der Zweitakt-Brennkraftmaschine A und dem Abhitzekessel
B. Der Maschine A wird die Spülluft durch eine Leitung'C zugeführt, die nach
oben zu verlängert ist und eine Regelungsvorrichtung D (s. auch Abb. 2) trägt. Diese
Regelungsvorrichtung besteht aus einem Absperrschieber E, der Schlitze d1 im Gehäuse
D zu Steuern vermag. Er steht mit einem Kolben/7 in Verbindung, der in einem
Zylinder d2 verschiebbar ist und dessen eine
Seite unter der "Wirkung einer Feder G steht, während auf die andere Seite der Dampfdruck
des Abhitzekessels wirkt. Zu diesem Zweck steht die obere Seite des Zylinders d?
durch eine Dampfleitung// mit dem Abhitzekessel B in Verbindung. Im Deckel des Zylinders
d2 ist eine verschiebbare Spindel mit einem Handrad/ vorgesehen.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Anlage ist folgende: Wenn ohne Abhitzekessel
gefahren werden soll, so wird der Schieber E durch Herunterschrauben der Handradspindel/
geschlossen gehalten. Die Maschine arbeitet dann als normale Zweitaktmaschine mit
einem für den Brennstoffverbrauch günstigsten Spüldruck.
Soll dann zum Abhitzekesselbetrieb übergegangen werden, so wird die Spindel /
hochgeschraubt. Unter der Wirkung der Feder O öffnet sich dann der Schieber E und
gibt die Schlitze d1 frei, durch welche ein Teil der Spülluft ins Freie treten kann. Dadurch
verringert sich der Spülluftdruck und entsprechend die Spülluftzuführutng zum Zylinder
der Brennkraftmaschine. Auf diese Weise steigt, wie oben beschrieben, die Temperatur
der die Maschine verlassenden Abgase, und der Abhitzekessel erzeugt Dampf. Der Dampfdruck überträgt sich dabei durch
die Leitung// auf die obere Seite des Kolbens F und wird, sobald er die Kraft der
Feder G überwinden kann, den Schieber E schließen. Hierdurch vergrößert sich wiederum
die durch die Brennkraftmaschine gehende Luftmenge und erniedrigt sich die Temperatur
der Abgase und damit der Grad der Dampferzeugung. Sinkt durch Dampfentnahme der Druck im Dampfkessel, so öffnet sich der
Schieber E wieder und regelt somit selbsttätig die Dampferzeugung.
Auf diese Weise wird auch der Spüldruck der Brennkraftmaschine so geregelt, daß für
den jeweiligen Dampfbedarf der Brennstoffverbrauch der gesamten Anlage ein günstigst
er ist.
Statt den Spüldruck durch Ablassen der Spülluft zu regeln, kann auch die Spülpumpenförderung
durch Drosseln der Saugeleitung in der bei Kompressoren bekannten Weise erfolgen. Eine derartige Einrichtung
zeigt Abb. 3. Bei dieser wird durch Schlitze d? die Spülluft angesaugt. Die Verringerung der
angesaugten Spülluftmenge geschieht hier dadurch, daß diese Schlitze d? durch den Schieber
E mehr oder weniger geschlossen werden.
Im übrigen entspricht die selbsttätige Wirkungsweise der vorher beschriebenen Einrichtung
nach Abb. 2.
Bei Spülluftpumpen oder Gebläsen, die unabhängig von der Hauptmaschine angetrie- So
ben werden, kann die Regelung des Spülluftdruckes am einfachsten durch Regelung der Drehzahl selbsttätig in Abhängigkeit vom
Dampfdruck oder von Hand bewirkt werden.
Auch die in Abb. 1 und 2 dargestellte selbsttätige Schieberregelungseinrichtung
könnte in einfach liegenden Fällen durch von Hand zu bedienende Schieber ersetzt werden.
Claims (6)
1. Verfahren zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen
mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln, dadurch gekennzeichnet, daß der Spülluftdruck bei Abhitzekesselbetrieb
der Maschine dem Energiebedarf des Abhitzekessels entsprechend geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung des
Spülluftdruckes durch Abblasen der Spülluftleitung geschieht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung des
Spülluftdruckes durch Drosseln der Saugeleitung der Spülpumpe erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch I5 dadurch gekennzeichnet, daß die selbsttätige Regelung
des Spülluftdruckes durch den Dampfdruck des Abhitzekessels bewirkt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 zum Betriebe von mit Abhitzekesseln verbundenen
Zweitakt-Brennkraftmaschinen, bei welchen die Spülluftpumpen durch besondere
Kraftmaschinen unabhängig von der Hauptmaschine angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelung
des Spülluftdruckes durch Veränderung der Drehzahl der Spülluftpumpe bewirkt wird.
6. Einrichtung an Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abhitzekesseln zur Ausführung
des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennkraftmaschine
mit einer selbsttätig odervon Hand zu bedienenden Einrichtung zur Regelung des Spülluftdruckes entsprechend dem Energiebedarf
des Abhitzekessels versehen ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK98567D DE447788C (de) | 1926-04-01 | 1926-04-01 | Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK98567D DE447788C (de) | 1926-04-01 | 1926-04-01 | Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE447788C true DE447788C (de) | 1927-08-03 |
Family
ID=7238944
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEK98567D Expired DE447788C (de) | 1926-04-01 | 1926-04-01 | Verfahren und Einrichtung zum Betriebe von Zweitakt-Brennkraftmaschinen mit Abgasverwertung in Abhitzekesseln |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE447788C (de) |
-
1926
- 1926-04-01 DE DEK98567D patent/DE447788C/de not_active Expired
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